Stuart Little (DVD) Testbericht
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Auf yopi.de gelistet seit 04/2011
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Erfahrungsbericht von wildheart
Little is great
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Sequels haben es oft schwer. Der „Film-Dienst“ vermisst den „hintergründigen Charme“ des ersten Teils, der zugunsten „kindgerechter Materialschlachten“ aufgegeben worden sei. „Blickpunkt: Film“ hingegen bescheinigt Minkoff, „zum einen altbewährte Figuren und Handlungsmuster beizubehalten und zum anderen neue Charaktere einzuführen und wieder eine originelle Story zu erzählen“. Also rein in das Maus-Mensch-Vogel-Katzen-Abenteuer.
Inhalt
Mäuserich Stuart ist Teil der Familie Little in New York geworden. Seine „Mutter“ Eleanor (Geena Davis) ist ständig besorgt um ihn, weil er so winzig ist und ihm leichter etwas passieren könnte als Sohn George (Jonathan Lipnicki). Vater Frederick (Hugh Laurie) bittet sie, Stuart doch etwas mehr Freiraum zu lassen. Zur Familie gehören dann noch Baby Martha, da einfach nicht das erste Wort über die Lippen bekommt, obwohl Eleanor sich alle Mühe gibt, und der mürrische Perserkater Snowbell, der zu allem und jedem seine sarkastischen bis zynischen Kommentare abgeben muss.
Als Stuart in seinem Kleinwagen eines Tages mal wieder durch die Straßen von Manhattan saust, fällt ihm die Vogelfrau Margalo direkt auf den Beifahrersitz, verfolgt von dem Falken Falcon. Es gelingt Stuart, die junge Dame vor dem bissigen Zugriff des Riesen zu retten. Margalo darf vorerst bei Familie Little bleiben. Stuart ist hin und weg von dem gelben Vögelchen. Sie scheint der Silberstreifen am Horizont zu sein, von dem Frederick ihm erzählt hat, als Stuart nach einem missglückten Fußballspiel traurig im Central-Park saß.
Eines Tages ist Eleanors Ring verschwunden. Zunächst vermutet sie, dass er ihr den Ausguss gefallen ist. Frederick seilt Stuart hinab, aber der Ring ist nicht zu finden. Falcon hat ihn, wovon niemand weiß. Und die Beziehung zwischen Falcon und Margalo scheint nicht so zu sein, wie es allen zunächst schien ...
Inszenierung
Have a lot of fun and emotions. So könnte man den zweiten Teil der Stuart-Little-Story durchaus zusammenfassen. Ein Film über Freundschaft und Familie, aber einmal nicht in tränengetränkten Orgien der bekannten amerikanischen Serien und Filme, sondern auf eine über weite Strecken sehr humorvolle Art. Der Film spielt – wie die meisten amerikanischen Filme, könnte man annehmen – in New York, speziell in Manhattan, wo die amerikanische Durchschnittsmittelklassenfamilie Little lebt. Aber wie jede Durchschnittsfamilie, so die transportierte Botschaft, haben auch die Littles etwas Besonderes (das natürlich von allen anderen akzeptiert wird): Stuart, eine sprechende und intelligente Maus, die im roten Sportwagen durch Manhattans Straßen und zwischen den Wolkenkratzern zu Schule und Sportplatz fährt, und Snowbell, einen sarkastischen, leicht egozentrischen Kater, der natürlich ebenfalls der menschlichen Sprache mächtig ist und dessen Äußerungen nicht unwesentlich zum Charme und Humor des Films beitragen.
Dieses Besondere der Littles ist für die Leute in Manhattan allerdings nichts Besonderes, warum auch? Warum sollte man sich über eine adoptierte Maus wundern? All is possible in Manhattan. Zur Familie gehören noch die chronisch besorgte, aber liebe- und verständnisvolle Mutter und Papa Frederick Little, das ausgleichende Korrektiv zu Eleanor, George und Baby Martha. Die Littles lassen sich durch nichts unterkriegen. Als Stuart beim Fußballspiel der Ball an den Kopf, nein an den Körper fliegt und er mit dem Ball im Tor landet, enttäuscht ist, da ist es Vater Frederick, der ihm Mut macht: Wenn es auch noch so düster aussieht, immer gibt es einen Silberstreif am Horizont, der einen zu neuen Ufern führen kann.
Alles Gute kommt von oben. Und so plumpst die einem Kanarienvogel sehr ähnelnde Margalo in Stuarts Sportwagen. Man muss nur an den Himmel glauben.
„Stuart Little 2“ spielt auf eine äußerst amüsante, durchaus herzliche und teilweise auch sarkastische Weise (dies vor allem durch Snowbell und auch den Straßenkater Monty) nicht nur mit dem ungebrochenen Optimismus des amerikanischen Familien- und Freundschaftsmythos, sondern auch mit dem der Solidarität in schwierigen Zeiten und in Situationen der Gefahr. Alles kann verziehen werden. Ob George seine Eltern belügt, um Stuart den Weg frei zu halten, oder Margalo stiehlt – all das ist nicht das Problem. Auch nicht, dass Baby noch kein Wort sagen kann, obwohl Mutter ihm immer wieder eines vorschlägt (zum Schießen, wie Geena Davis hier spielt).
Das Problem besteht in Falcon, dem kriminellen und skrupellosen Falken, Wahlspruch: Freunde dich niemals mit jemandem an, den du essen kannst. Auch er fällt vom Himmel, sozusagen als kriegerisches Flugobjekt. Was tun gegen diese Bedrohung der Sicherheit? Das Spielflugzeug, das George und Stuart gebaut hatten, Stuart aber zu Schrott geflogen hatte, landet auf einem Schiff, das Müll transportiert. Stuart landet dort ebenfalls. Kameramann Steven B. Poster zeigt die Skyline von Manhattan; Stuart blickt von dem Müllschiff sehnsüchtig hinüber (eine zentrale Szene in dem Streifen, die mehr über Manhattan, seine Einwohner, ihre Gefühle aussagt als vieles andere). Er findet die Reste des Flugzeugs und selbstverständlich auch die entsprechenden Teile im Abfall, um es wieder flugtauglich zu machen. Aus einer existentiell hoffnungslosen Situation findet der Prototyp des amerikanischen Individualisten mit Familiensinn auch hier natürlich wieder eine Lösung: Der Luftkampf zwischen Stuart und Falcon vor den (jetzt doch staunenden) Menschen auf der Straße, der darauf folgt, ist wirklich sehenswert.
Fazit
Familie, Freundschaft, Liebe, Sicherheit, Zusammenhalt – selten schaffen es amerikanische Filme für Kinder und Erwachsene, das auf eine derart selbstverständliche, fast leichte, zumeist humorvolle, sanft selbstkritische und selten rührselige Art auf die Leinwand zu zaubern. Die digital animierten Figuren sind übrigens hervorragend in die Handlung eingewoben, wirken echt und in jeder Hinsicht integriert. Auch Außenseiter haben eben eine Chance in Manhattan – wenn sie sich friedlich gebärden.
Stuart Little 2
(Stuart Little 2)
USA 2002, 77 Minuten
Regie: Rob Minkoff
Drehbuch: Bruce Joel Robin, nach Charakteren des Buches von E. B. White
Musik: Alan Silvestri, Roxanne Seeman („Hold on the Good Things“)
Kamera: Steven B. Poster
Schnitt: Priscilla Nedd-Friendly
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Stimme von Michael J. Fox (Stuart Little; dt.: Bastian Pastewka), Geena Davis (Eleanor Little), Hugh Laurie (George Little), Jonathan Lipnicki (George Little), Ashley und Anna Hoelck (Martha Little), Stimme von Nathan Lane (Snowbell), Stimme von Melanie Griffith (Margalo), Stimme von James Woods (Falcon), Stimme von Steve Zahn (Monty, Straßenkater)
Offizielle Homepage: http://www.stuart-little-2.de/
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0243585
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/07/071906.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/s/stuart_little2.html
© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
Inhalt
Mäuserich Stuart ist Teil der Familie Little in New York geworden. Seine „Mutter“ Eleanor (Geena Davis) ist ständig besorgt um ihn, weil er so winzig ist und ihm leichter etwas passieren könnte als Sohn George (Jonathan Lipnicki). Vater Frederick (Hugh Laurie) bittet sie, Stuart doch etwas mehr Freiraum zu lassen. Zur Familie gehören dann noch Baby Martha, da einfach nicht das erste Wort über die Lippen bekommt, obwohl Eleanor sich alle Mühe gibt, und der mürrische Perserkater Snowbell, der zu allem und jedem seine sarkastischen bis zynischen Kommentare abgeben muss.
Als Stuart in seinem Kleinwagen eines Tages mal wieder durch die Straßen von Manhattan saust, fällt ihm die Vogelfrau Margalo direkt auf den Beifahrersitz, verfolgt von dem Falken Falcon. Es gelingt Stuart, die junge Dame vor dem bissigen Zugriff des Riesen zu retten. Margalo darf vorerst bei Familie Little bleiben. Stuart ist hin und weg von dem gelben Vögelchen. Sie scheint der Silberstreifen am Horizont zu sein, von dem Frederick ihm erzählt hat, als Stuart nach einem missglückten Fußballspiel traurig im Central-Park saß.
Eines Tages ist Eleanors Ring verschwunden. Zunächst vermutet sie, dass er ihr den Ausguss gefallen ist. Frederick seilt Stuart hinab, aber der Ring ist nicht zu finden. Falcon hat ihn, wovon niemand weiß. Und die Beziehung zwischen Falcon und Margalo scheint nicht so zu sein, wie es allen zunächst schien ...
Inszenierung
Have a lot of fun and emotions. So könnte man den zweiten Teil der Stuart-Little-Story durchaus zusammenfassen. Ein Film über Freundschaft und Familie, aber einmal nicht in tränengetränkten Orgien der bekannten amerikanischen Serien und Filme, sondern auf eine über weite Strecken sehr humorvolle Art. Der Film spielt – wie die meisten amerikanischen Filme, könnte man annehmen – in New York, speziell in Manhattan, wo die amerikanische Durchschnittsmittelklassenfamilie Little lebt. Aber wie jede Durchschnittsfamilie, so die transportierte Botschaft, haben auch die Littles etwas Besonderes (das natürlich von allen anderen akzeptiert wird): Stuart, eine sprechende und intelligente Maus, die im roten Sportwagen durch Manhattans Straßen und zwischen den Wolkenkratzern zu Schule und Sportplatz fährt, und Snowbell, einen sarkastischen, leicht egozentrischen Kater, der natürlich ebenfalls der menschlichen Sprache mächtig ist und dessen Äußerungen nicht unwesentlich zum Charme und Humor des Films beitragen.
Dieses Besondere der Littles ist für die Leute in Manhattan allerdings nichts Besonderes, warum auch? Warum sollte man sich über eine adoptierte Maus wundern? All is possible in Manhattan. Zur Familie gehören noch die chronisch besorgte, aber liebe- und verständnisvolle Mutter und Papa Frederick Little, das ausgleichende Korrektiv zu Eleanor, George und Baby Martha. Die Littles lassen sich durch nichts unterkriegen. Als Stuart beim Fußballspiel der Ball an den Kopf, nein an den Körper fliegt und er mit dem Ball im Tor landet, enttäuscht ist, da ist es Vater Frederick, der ihm Mut macht: Wenn es auch noch so düster aussieht, immer gibt es einen Silberstreif am Horizont, der einen zu neuen Ufern führen kann.
Alles Gute kommt von oben. Und so plumpst die einem Kanarienvogel sehr ähnelnde Margalo in Stuarts Sportwagen. Man muss nur an den Himmel glauben.
„Stuart Little 2“ spielt auf eine äußerst amüsante, durchaus herzliche und teilweise auch sarkastische Weise (dies vor allem durch Snowbell und auch den Straßenkater Monty) nicht nur mit dem ungebrochenen Optimismus des amerikanischen Familien- und Freundschaftsmythos, sondern auch mit dem der Solidarität in schwierigen Zeiten und in Situationen der Gefahr. Alles kann verziehen werden. Ob George seine Eltern belügt, um Stuart den Weg frei zu halten, oder Margalo stiehlt – all das ist nicht das Problem. Auch nicht, dass Baby noch kein Wort sagen kann, obwohl Mutter ihm immer wieder eines vorschlägt (zum Schießen, wie Geena Davis hier spielt).
Das Problem besteht in Falcon, dem kriminellen und skrupellosen Falken, Wahlspruch: Freunde dich niemals mit jemandem an, den du essen kannst. Auch er fällt vom Himmel, sozusagen als kriegerisches Flugobjekt. Was tun gegen diese Bedrohung der Sicherheit? Das Spielflugzeug, das George und Stuart gebaut hatten, Stuart aber zu Schrott geflogen hatte, landet auf einem Schiff, das Müll transportiert. Stuart landet dort ebenfalls. Kameramann Steven B. Poster zeigt die Skyline von Manhattan; Stuart blickt von dem Müllschiff sehnsüchtig hinüber (eine zentrale Szene in dem Streifen, die mehr über Manhattan, seine Einwohner, ihre Gefühle aussagt als vieles andere). Er findet die Reste des Flugzeugs und selbstverständlich auch die entsprechenden Teile im Abfall, um es wieder flugtauglich zu machen. Aus einer existentiell hoffnungslosen Situation findet der Prototyp des amerikanischen Individualisten mit Familiensinn auch hier natürlich wieder eine Lösung: Der Luftkampf zwischen Stuart und Falcon vor den (jetzt doch staunenden) Menschen auf der Straße, der darauf folgt, ist wirklich sehenswert.
Fazit
Familie, Freundschaft, Liebe, Sicherheit, Zusammenhalt – selten schaffen es amerikanische Filme für Kinder und Erwachsene, das auf eine derart selbstverständliche, fast leichte, zumeist humorvolle, sanft selbstkritische und selten rührselige Art auf die Leinwand zu zaubern. Die digital animierten Figuren sind übrigens hervorragend in die Handlung eingewoben, wirken echt und in jeder Hinsicht integriert. Auch Außenseiter haben eben eine Chance in Manhattan – wenn sie sich friedlich gebärden.
Stuart Little 2
(Stuart Little 2)
USA 2002, 77 Minuten
Regie: Rob Minkoff
Drehbuch: Bruce Joel Robin, nach Charakteren des Buches von E. B. White
Musik: Alan Silvestri, Roxanne Seeman („Hold on the Good Things“)
Kamera: Steven B. Poster
Schnitt: Priscilla Nedd-Friendly
Spezialeffekte: –
Hauptdarsteller: Stimme von Michael J. Fox (Stuart Little; dt.: Bastian Pastewka), Geena Davis (Eleanor Little), Hugh Laurie (George Little), Jonathan Lipnicki (George Little), Ashley und Anna Hoelck (Martha Little), Stimme von Nathan Lane (Snowbell), Stimme von Melanie Griffith (Margalo), Stimme von James Woods (Falcon), Stimme von Steve Zahn (Monty, Straßenkater)
Offizielle Homepage: http://www.stuart-little-2.de/
Internet Movie Database: http://us.imdb.com/Title?0243585
Weitere Filmkritik(en):
„Chicago Sun-Times“ (Roger Ebert):
http://www.suntimes.com/ebert/ebert_reviews/2002/07/071906.html
„Movie Reviews“ (James Berardinelli):
http://movie-reviews.colossus.net/movies/s/stuart_little2.html
© Ulrich Behrens 2002
(dieser Beitrag wurde zuerst veröffentlicht in www.ciao.com unter dem Mitgliedsnamen Posdole)
25 Bewertungen, 1 Kommentar
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17.12.2006, 14:40 Uhr von Sayenna
Bewertung: sehr hilfreichsh & Kuss :-)
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