Thema Kaiserschnitt Testbericht

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Erfahrungsbericht von vollonator

Mit den Augen eines Mannes !!!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo Leute,

vielleicht lachen nun einige User über mich oder denken, ich habe diesen Bericht in den falschen Bereich gestellt. Aber dem ist nicht so. Viele Berichte lese ich hier von den betroffenen Usern selber. Mit den betroffenen Usern meine ich unsere weiblichen User, die es erlebt haben. Aber warum soll ich nicht als Mann einmal aus meiner Sicht dazu schreiben. Ich werde sicherlich keine Tips und Tricks für die Frauen geben können, aber vielleicht kann ich ja dem einen oder anderen werdenden Vater bei seiner Überlegung helfen. So schreibe ich Euch, wie ich es erlebt habe mit meinen Augen.

Entweder kennt Ihr es, oder habt es selber erlebt, oder werdet es erleben. Wenn es heißt unser Kind kommt, dann ändert sich auf einmal vieles in unserem Leben. Wir als Männer sind natürlich sehr stolz, daß unser Fortpflanzungstrieb von Erfolg gekrönt ist. Ein Kind sollte ja auch ein Produkt der Liebe sein und da ich mein Frauchen sehr liebe, wollte ich auch mit ihr diesen Weg zusammen durch stehen. Zuerst merken wir als Männer ja nur, daß unsere Frau auf einmal etwas anders ist. Aber auch wir werden doch ein wenig nachdenklicher.

Für mich war es klar, daß unser Baby für uns eine angenehme Arbeit bedeutet. Da ich natürlich keine Erfahrung mit einem Baby hatte, mußte ich natürlich lernen. So fängt man(n) irgendwann an, zusammen mit seiner Partnerin diverse Veranstaltungen zu besuchen. Meine erste Lehrstunde war der Wickelkurs. Natürlich fiel mir der Kopf der Puppe beim Windel anlegen auf die Tischplatte und die Windel sah mehr aus, wie ein schlechter Verband, als wie eine Windel. Aber Übung macht ja den Meister. Leider hat mir aber keiner gesagt, daß sich ein Baby ja bewegt. So wurde ich zwar an der Puppe ein Profi doch bei meiner Tochter.... na ja, irgendwie habe ich sie auch in die Windel bekommen.

Wenn die Frau dann so ca. im 7 – 8 Monat ist und wir bei der Geburt dabei sein wollen, dann kommen die nächsten Kurse. Die Frau muß Atmungsübungen für eine normale Geburt lernen und man darf Videos sehen, wie es bei einer Geburt abläuft. Mensch, was es da alles für Arten gibt. Im Wasser kommen Kinder zur Welt, im Rhönrad werden Kinder geboren und natürlich im Kreißsaal. Auf einen Kaiserschnitt wird eigentlich nur kurz hingewiesen. Wir als Mann wollen ja auch unseren Mann stehen und lernen zusammen mit unserem Frauchen, wie wir gemeinsam die Geburt durchstehen.

Auch ich habe diese Kurse alle besucht. Aber als der Stichtag immer näher rückte und meine Tochter immer größer wurde, kam auf einmal der Tag, wo es von den Ärzten hieß, wir holen Ihre Tochter. Dieser Tag war dann auch noch der zweite Weihnachtstag und wir bekamen die Aussage per Telefon von dem Krankenhaus. Natürlich war ich erschrocken und konnte mir nicht vorstellen, daß ich in ein paar Stunden Papa bin.

Wenn ich ehrlich bin, dann muß ich schreiben, ich kann kein Blut sehen und nur meinem Frauchen zur liebe wollte ich dabei sein. Nun waren die Zeichen aber anders. Im Krankenhaus war ich bei meinem Frauchen und eigentlich war mir klar, daß ich draußen warten muß. Mein Frauchen entschied sich für die Rückmarkspritze, wenn ich es richtig behalten habe, heißt es PDA. Sie hatte Angst, aber ich redete Ihr Mut zu, zusammen mit der Ärztin. Als ich den Satz brachte, ich würde dir ja gerne beistehen, wenn es bloß ginge, gab die Ärztin mir eine Antwort, die mir einen dicken Kloß in den Hals brachte. Wieso ginge, es geht bei uns, sie dürfen dabei sein, wenn ihre Frau nichts dagegen hat. Mein Frauchen hatte nichts dagegen und ich konnte nun nicht mehr zurück.

Als meine Frau auf den Kaiserschnitt vorbereitet wurde, wurde mir von einer lieben Krankenschwester erklärt, was da nun abgeht. Aber glaubt Ihr, ich habe davon etwas behalten ??? Irgendwann (meinem Gefühl nach, waren es Stunden) holte mich die Ärztin und sagte es geht los. Zuerst mußte ich in die Schleuse, wo man seine Bekleidung wechselt auf OP-Kleidung. Die Kappe habe ich völlig verkehrt herum aufgesetzt und das Band der Hose habe ich abgerissen. Mit dem abgerissenen Band dürfte ich aber nicht in den OP. Die Ärztin meinte nur grinsend, was machen sie denn mit der rutschenden Hose, wenn sie Ihr Kind zur Untersuchung tragen. Glauben sie, daß ich meine Arbeit ordentlich erledigen kann, wenn sie auf einmal in Unterhose vor uns stehen ???

Nachdem ich es endlich geschafft habe, durfte ich in den OP. Mein Frauchen lag da auf einer Art Tisch und es waren viele Drähte und Schläuche an ihr befestigt. Ich setzte mich an ihr Kopfende und aufgrund der PDA war sie natürlich wach. Ich konnte aber nur ihren Oberkörper und ihre Hände sehen, da der eigentliche Ansatzort hinter einer Art Vorhang war. Als die Ärztin sagte, dann wollen wir mal, habe ich die Hand von meinem Frauchen gehalten und wir haben uns tief in die Augen geschaut. Auf einmal hörte ich die Ärztin sagen, da kommt sie ja, sie hat ja schon die Augen offen. Wir hörten dann auf einmal ein Geräusch, als ob ein Frosch breit getreten wird. Dieses Geräusch änderte sich aber sehr schnell in Geschrei eines Babys. Mein Frauchen und ich hatten vor Glück Tränen in den Augen, wir hörten unser Kind. Die Ärztin rief auch alles in Ordnung, sie haben eine gesunde Tochter bekommen.
Es dauerte nicht lange und mir wurde meine Tochter von der Hebamme auf den Arm gegeben. Stolz zeigte ich unser Kind meinem Frauchen. Ihre Frage war nur noch, ist alles dran?! Nachdem ich die Frage beantwortet habe, hat sie sich glücklich weg gedreht und wurde immer müder. Ich saß mit meiner Tochter da und mochte mich gar nicht bewegen. Auf einmal merkte ich, wie mir ein bißchen komisch wurde. Schnell rief ich die Hebamme, gab Ihr meine Tochter und lief kurz zum Luft holen raus. Schnell war ich aber wieder bei meinem Frauchen. Da ich ja nun wußte, daß bei meiner Tochter alles in Ordnung ist, blieb ich bei meinem Frauchen und stand ihr weiter bei. Meine Tochter wurde in den Kreißsaal gebracht. Als mein Frauchen auch wieder zugenäht war, folgten wir ebenfalls dorthin.

Im Kreißsaal ist mein Frauchen dann eingeschlafen. Meine Tochter bekam ich von der Hebamme auf den Arm und dann wurden wir DREI alleine gelassen. Beide Frauen schliefen und ich genoß die Zeit mit meiner Tochter.

Mir war aber auch klar, daß mein Frauchen nicht so schnell aus dem Krankenhaus kommt. Immerhin handelt es sich bei einem Kaiserschnitt ja um eine OP. Auch wußte ich, daß ihr natürlich die Schnittstelle Schmerzen bereiten wird. Aber dank der Kurse konnte ich ja nun gut meinem Frauchen helfen. Nachdem sie aus dem Krankenhaus gekommen ist, hatte ich zwei Wochen Urlaub genommen. So konnte ich ihr in der ersten Zeit wirklich helfen. Dabei stellte ich fest, so schlimm ist eine Windel anlegen ja nicht. Die Schmerzen von meinem Frauchen waren laut ihrer Angabe auch sehr schnell nicht mehr vorhanden. Ihren Schnitt kann ich auch nur sehen, wenn sie nackt vor mir steht.

Fazit.

Ich habe es überlebt und bin heute sehr dankbar, daß ich dabei sein durfte. Den Baldpapas kann ich nur schreiben, Ihr schafft es auch! Mir ist klar, daß ein Kaiserschnitt doch eine ziemliche OP ist. Mein Frauchen sagt aber heute, so war es für sie eine einfache Geburt und nicht wie bei Ihrer Schwester, wo es fast 2 Tage gedauert hat bis das Kind auf die Welt kam. Vielleicht werden nun einige weibliche User meinen Bericht nicht gerade sehr hilfreich finden, weil sie hier keine Tips & Tricks für einen Kaiserschnitt finden. Vielleicht konnte ich Euch durch meine Sichtweise ja doch ein paar Tips & Tricks geben, wie wir Männer uns fühlen. Für mich und mein Frauchen war der Tag aber der schönste Tag in unserem Leben und wir sind glücklich, daß wir den Tag zusammen erleben durften.

Also liebe Männer, nicht kneifen und dabei sein. Es ist wirklich der schönste Augenblick im Leben eines Mannes, wenn man(n) dabei ist. Wir haben auch noch einen Vorteil, bei einem Kaiserschnitt: wir sind die ersten Stunden mit dem neuen Erdenbürger, ganz alleine. Der Papa muß es da nun wirklich alleine richten.

PS. Die Bewertungen gebe ich natürlich aus meiner Sicht.
Ich würde mich übrigens sehr freuen, wenn ich nur einem Mann nun dazu den Mut gegeben habe, dabei zu sein.

Pro:
Wir Männer sind die ersten Stunden mit unserem Kind alleine.

Kontra:
Für unsere Frauen ist es eine OP.

29 Bewertungen, 5 Kommentare

  • AnnaH

    25.12.2002, 11:11 Uhr von AnnaH
    Bewertung: sehr hilfreich

    Guter Bericht.Ich hatte auch alle vier Kinder mit Kaiserschnitt bekommen.

  • maier1

    29.11.2002, 16:44 Uhr von maier1
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr gut, und gewiß sehr hilfreich für die Männer, wenn du deine Liebste nicht als "Frauchen" titulieren würdest, würde ich glatt glauben, daß der Atikel von einem Mann, und nichtvon einem Hund geschrieben ist ;-)

  • FlotteBine

    18.02.2002, 08:42 Uhr von FlotteBine
    Bewertung: sehr hilfreich

    super Bericht. Und Daumen hoch für deine Courage. Meiner hätte das nicht gemacht, Cu Sabine

  • bavariangirl

    14.02.2002, 14:07 Uhr von bavariangirl
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ganz Klasse, mein Mann hat da auch durchgehalten....beim 3. Kind einem Notkaiserschnitt, Gruesse Susanne

  • Marc-Gonzo

    13.02.2002, 22:18 Uhr von Marc-Gonzo
    Bewertung: sehr hilfreich

    sehr guter bericht! weiter so und gruss marc-gonzo