Tipps & Tricks zu Kaffee (Hintergrundinformationen) Testbericht

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Erfahrungsbericht von enno59

Macht Kaffee krank?

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Was für eine Frage!! Würde jeder Einwohner unseres Landes täglich etwa 4 Tassen davon trinken, wenn Kaffee gesundheitsschädigend wäre? Wo doch die Leute immer gesundheitsfanatischer werden und in Scharen die Fitneß-Studios stürmen! Nein, Kaffee macht nicht krank, das heißt, wartet mal, wie jetzt? 10 g Koffein sind für einen Menschen tödlich? In Kaffee steckt doch Koffein. Ach so, bei vier Tassen liegt die aufgenommene Koffeinmenge bei 300 mg. Na dann ist es ja nicht weiter schlimm. Kaffee macht also nicht krank, wär´ ja noch schöner. Stellt Euch mal vor, man/frau sitzt nachmittags gemütlich und trinkt seinen/ihren Kaffee und raucht dazu eine Zigarette ... ooops. Wird nicht immer wieder gesagt, Rauchen ist gesundheitsschädlich? Steht das nicht auf den Zigarettenschachteln drauf? Und doch rauchen so viele. Das, was viele machen, ist wohl nicht immer gesund? Und wie steht´s mit Kaffee? Macht Kaffee nun vielleicht doch krank oder nicht?

Fragen wir mal Leute, die sich damit beschäftigt haben. Nein, nicht die Kaffeehersteller, da könnte ich ja gleich Autokonzerne nach der Gefährlichkeit des Autofahrens fragen und würde als Antwort kriegen: überhaupt nicht gefährlich, jedenfalls nicht besonders. Sterben ja bloß jährlich 7, 8 Tausend dran, durch Verkehrsunfälle.

Fragen wir Leute, die das Kaffeetrinken und den Kaffee, sozusagen wissenschaftlich, untersucht haben. Deren Antwort lautet:
Vom Kaffeetrinken in normalen Mengen (nicht mehr als 5 Tassen täglich) bekommt man keinen Herzkasper. Jedenfalls nicht gleich. Und nicht immer. Haben sie rausgefunden. Und sie müssen´s ja wissen. Aber: Wer zu hohen Blutdruck hat, sollte lieber auf seinen Lieblingskaffee verzichten ? nicht die Kaffeesorte wechseln, sondern auf z.B. Tee oder Wein umsteigen (nein, Wein in Maßen ist nicht gesundheitsschädigend).
Moment mal: Wenn ich mich recht erinnere, sind die Ursachen, warum das Blut so doll in die Adern drückt, nicht so recht bekannt. Woher will man dann wissen, daß Kaffee nicht die Ursache ist? Äähm ... Jedenfalls wird Kaffee nur als (vermeidbarer) Belastungsfaktor für Hypertoniker (also Leute mit zu hohem Blutdruck) angesehen, jedoch nicht als Auslöser.

Weiter hören bzw. lesen wir: Kaffee kann den Cholesterinspiegel im Blut erhöhen. Choleste ...was? Was ist das denn nun schon wieder? Ist das das, was Choleriker zu Cholerikern macht? Nein, nein, Cholesterin ist der Fachausdruck für Blutfette. Und Blutfette sind ... Na, das würde hier jetzt aber zu weit führen, schließlich geht´s hier um Kaffee und nicht um Fettes. Es reicht fürs erste, wenn man/frau weiß, daß zuviel Cholesterin im Blut schädlich ist. Über eine Reihe von Zwischenschritten kann zu viel Cholesterin zu Herzinfarkt oder Schlaganfall führen.
Und Kaffee kann den Cholesterinspiegel erhöhen? Dann ist das Zeugs ja kreuzgefährlich. Warum hat uns das noch keiner ...? Gemach, gemach. Die Betonung in dem Satz liegt auf dem Wörtchen "kann", Kaffee "kann" den Cholesterinanteil erhöhen, muß aber nicht. "Und wovon hängt das ab", höre ich schon die nächste Frage. Die Rolle des Schurken gebührt - der Zubereitungsart! Der Zubereitungsart? Wie man/frau Kaffee kocht? Glaubt Ihr nicht? Für Euren Glauben kann ich aber nichts. Jedenfalls haben große Studien ergeben, daß in skandinavischen Ländern Kaffeetrinken den Cholesterinspiegel erhöht, z.B. in Deutschland hingegen nicht. Und in skandinavischen Ländern wird Kaffee mehr gebrüht, will heißen, das gegebenenfalls kochende Wasser wird direkt auf das Kaffeepulver gegossen, und der Kaffee ungefiltert getrunken. In Deutschland tröpfelts mehr durch irgendwelche Maschinen. Vom verwendeten Papierfilter werden die Kaffeeöle, die im Kaffeepulver enthalten sind und für den Anstieg des Cholesterins verantwortlich sind, zurückgehalten. Gefilterter Kaffee hat demzufolge nicht einen erhöhten Cholesterinspiegel zur Folge - zumindest beim Konsum von normalen Mengen.

In zwei finnischen Studien wurde darüber hinaus festgestellt, daß beim Genuß von 4 oder mehr Tassen täglich das Risiko für rheumatische Gelenkentzündungen erhöht ist, insbesondere beim Genuß von ungefiltertem Kaffee.

Ich gebe zu, daß mich diese Erkenntnis nicht gerade glücklich gemacht hat, denn mein Lieblingskaffee war in der Tasse gebrüht. Maschinenkaffee gab´s nur, wenn es gar nicht anders ging, als in Kneipen und so. Dann las ich aber, daß handgefilterter Kaffee der beste sei. Was ist handgefiltert? Durch die Hand? mit heißem Wasser?

Wohl kaum. Handgefilterter Kaffee heißt genauer: von Hand gefilterter Kaffee. Hierbei wird auf eine Tasse oder ein Kännchen ein Filter mit Filterpapier und Kaffeepulver aufgesetzt und das heiße Wasser von Hand in den Filter eingefüllt. Zunächst nur ein wenig, damit das Kaffeepulver aufquillt und sich so die löslichen Stoffe beim anschließenden richtigen Brühvorgang besser herauslösen können. Nach 1 bis 2 Minuten wird soviel heißes Wasser in den Filter eingefüllt wie notwendig, oder bis der Filter voll ist. Bis der Kaffee durchgelaufen ist, dauert es ein paar Minuten. Zufälligerweise sind diese paar Minuten genau die optimale Brühzeit, die 4 bis 6 Minuten betragen soll. Wenn kürzer gebrüht wird, gelangt zu wenig Aroma in den Kaffee, wenn länger gebrüht wird, verflüchtigen sich die Aromastoffe wieder und die Bitterstoffe dominieren den Geschmack. (Jetzt weiß ich auch, warum Maschinenkaffee und richtigem Kaffee nur der Name und die Farbe gemeinsam ist.) Handgefilterter Kaffee hält also die schädlichen Kaffeeöle zurück und erreicht genau die richtige Brühzeit. Bingo!

Und weil wir nun schon beim Zubereiten von Kaffee sind, hier noch mehr Wissenswertes. Das Wasser soll wohl nicht mehr kochen, sondern 92 bis 96 Grad heiß sein, und das Kaffeepulver, falls selber gemahlen, einen mittleren Mahlgrad (schönes Wort, nicht wahr) haben. Die gesündeste Zubereitungsart ist Pulver-Kaffee ("Was tut man nicht alles für seine Gesundheit", der Satz trifft hier nicht zu. Nee! Pulverkaffee kommt mir nicht in die Tasse.) Am gesündesten soll er sein, weil durch das Gefriertrocknen die Kaffeeöle entzogen wurden. Da Pulver-Kaffee auch nur halb soviel Koffein enthält wie Filterkaffee (oder soviel wie "Blümchenkaffee" ;-) ), kann das Kaffeetrinken auch ausfallen.

Wer Magenprobleme hat, sollte aufgrund magenreizender Inhaltsstoffe des Kaffees tatsächlich auf Kaffee verzichten. Aber auch hier wirkt Kaffee nur belastend, aber nicht auslösend.

Kaffee macht also nicht krank, wenn er nur "richtig" zubereitet wird - ganz im Unterschied zu der dazu gerauchten Zigarette :-o


Nachtrag:
In zwei finnischen Studien wurde festgestellt, daß beim Genuß von 4 oder mehr Tassen täglich das Risiko für rheumatische Gelenkentzündungen erhöht ist, insbesondere beim Genuß von ungefiltertem Kaffee.

16 Bewertungen, 3 Kommentare

  • kasmodiah

    04.06.2002, 18:23 Uhr von kasmodiah
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich bin zwar kaffe-junkie, aber ich lass mir durch solche meldungen nicht den appetit verderben.

  • screenboy

    30.04.2002, 14:37 Uhr von screenboy
    Bewertung: sehr hilfreich

    Am allergemütlichsten finde ich es, bei der Tasse Kaffee auch noch eine Zigarette zu rauchen. Für mich gibt es nichts entspannenderes. Gesundheit hin, Gesundheit her. Sterben tun wir alle mal, früher oder später.

  • sp00ky

    30.04.2002, 13:47 Uhr von sp00ky
    Bewertung: sehr hilfreich

    ich trink zwar keinen kaffee, aber trotzdem interressant :)