Über Themen mit A Testbericht

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Erfahrungsbericht von xeniaII

A wie Arbeiten

Pro:

nichts

Kontra:

völlig unorganisiert

Empfehlung:

Nein

Da ich ja nun endlich meinen langersehnten Kindergartenplatz habe, bin ich vermehr auf Jobsuche. Ständig durchwühle ich alle online-stellenmärkte und eigentlich ist es mir ziemlich wurscht, was ich dann tue. Hauptsache das Geld stimmt so einigermaßen und ich habe nicht zu weite Fahrtwege, da es ansonsten nicht zu realisieren wäre.


Eines Tages stieß ich auf eine Anzeige der Firma Evora, die da hieß: Wir sind ein erfolgreicher Hersteller von Kosmetikprodukten und suchen Mitarbeiter, Teilzeit, die es schaffen unsere Mitarbeiter zu motivieren, Kundenanfragen zu beantworten und unsere Produkte erfolgreich zu vermarkten.


Hey dachte ich mir: Kosmetik ist doch was feines... mal was anderes als wieder Sekretärin zu spielen. Also rief ich dort an und bekam auch sofort nachdem ich meinen Lebenslauf geschickt hatte einen Vorstellungstermin.


Da die liebe Xeni aber total neugierig ist, suchte ich erstmal im Internet nach dieser Firma und wurde leider auch fündig.


Folgende Artikel habe ich mit Erstaunen gelesen:


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Quelle: nw-news vom 18.10.01

Der Traum vom großen Geld

Kosmetik-Firma Evora wirbt in Bielefeld Mitarbeiter

Verbraucherschützer und Sektenexperten warnen


Bielefeld (cos). \"Biete Top-Nebenverdienst.\" Das Angebot klemmt hinterm Scheibenwischer, mit einer Telefonnummer als Karrieresprungbrett. In Bielefeld verteilen unter anderem Mitarbeiter der Kosmetik-Firma Evora solche Zettel. Wer bei Evora nicht auf der untersten Sprosse der Hierarchie-Leiter anfangen möchte, muss zahlen. Verbraucherschützer warnen vor Unternehmen, die Geld fordern, bevor die Bewerber arbeiten dürfen.


Die Sekten-Info warnt vor den Evora-Schulungsmethoden.


Seit gut einem Jahr ist das Unternehmen in Bielefeld aktiv. Bewerber werden in der Regel zu einem Gespräch in die Repräsentanz an der Potsdamer Straße eingeladen. Nach Einschätzung von Heide-Marie Cammans (Sekten-Info Essen) und ehemaligen Evora-Mitarbeitern geraten Bewerber in eine ausgeklügelte Maschinerie, die den künftigen Lippenstift-Verkäufer so auf Evora einschwören soll, dass er für eigene Belange - auch finanzielle - möglichst blind wird.


Interne Evora-Papiere beschreiben die Strategie für Bewerbungsgespräche: Der Bewerber erfährt nichts Konkretes über seine künftigen Aufgaben. Ihm wird suggeriert, er könne \"richtig großes Geld\" verdienen, wenn er bereit ist, Verantwortung zu übernehmen und Einsatz zu zeigen. Nähere Informationen gebe es erst bei einer Schulung in Großwallstadt. Daran teilzunehmen, kostet 46 Mark. Wer die bezahlt, hat laut Augen- und Ohrenzeugen \"eine Gehirnwäsche\" vor sich.


Bei der Bielefelder Verbraucherberatung haben einige Menschen wegen Evora angefragt. Die Verbraucherschützer warnen vor Jobangeboten, bei denen die Arbeitsuchenden Waren kaufen müssen, um sie weiter zu veräußern. Sollen Betroffene vor dem Beginn der Arbeit auf eigene Kosten an einer Schulung teilnehmen, sei das grundsätzlich verdächtig. Außerdem sei Vorsicht geboten, wenn die Tätigkeit nicht genau beschrieben wird und unklar bleibt, wie damit Geld zu verdienen ist.


Evora verkauft seine Produkte auch an die eigenen Mitarbeiter, die als Selbstständige auf eigene Rechnung arbeiten. Auf der untersten Stufe der Hierarchie stehen die so genannten Repräsentanten. Die erwerben für 250 Mark ein Kosmetik-Köfferchen und werden zu 25 Prozent am Umsatz beteiligt. Teamleiter zahlen 2.500 Mark bei 30 Prozent Umsatzbeteiligung und müssen weitere Repräsentanten werben, um von deren Umsätzen zu profitieren.


Nach NW-Informationen versucht Evora, möglichst viele so genannte Verkaufsleiter zu werben. Die zahlen 11.650 Mark, bevor sie Waren verkaufen und Repräsentanten werben. Für dieses Geld bekommen sie Kosmetika im Verkaufswert von 8.000 Mark, weitere Positiv-Denken-Schulungen, dürfen Evora-Büros nutzen und werden zu 40 Prozent am Umsatz beteiligt.


\"Jeder kann jederzeit aussteigen\"


Wilfried Röser, Geschäftsführer der Evora-Schulungsfirma Management Arrangement GmbH, kann die Kritik von Verbraucherschützern ebenso wenig nachvollziehen wie die Bitterkeit ehemaliger Mitarbeiter, die ihr Evora-Engagement viel Geld gekostet hat. \"Jeder kann jederzeit aussteigen und bekommt dann einen Großteil seines Geldes zurück\", sagt Röser. Das Vertriebssystem und die Art der Schulungen seien vergleichbar mit denen anderer Unternehmen. Er sieht sein Unternehmen zu Unrecht angeschwärzt von Neidern des Erfolgs. \"Viele Menschen vermuten Scientology hinter Evora. Ihnen kommt das einheitliche Verhalten der uniformiert wirkenden Mitarbeiter komisch vor\", sagt Cammans. Eine Sekte stehe nicht hinter der Firma. Die Methoden bei den Schulungen seien aber vergleichbar mit den Versuchen von Sekten, ihre Mitglieder an sich zu binden. Zentrale Botschaft aller Evora-Schulungen sei, jeder könne mit entsprechendem Einsatz finanziellen Erfolg haben. Sei diese Botschaft angekommen, habe die Firma leichtes Spiel: Bleibt ein Verkäufer auf den Produkten sitzen, sei er gemäß der Firmenphilosophie selbst Schuld, weil er sich nicht genug bemüht hat.


Sekten-Expertin Cammans hat bei Evoranern \"auffällige Persönlichkeitsveränderungen\" beobachtet. Die Kosmetik-Verkäufer würden angehalten, jede Gelegenheit zu nutzen, die Produkte zu verkaufen oder neue Mitarbeiter zu werben. Sie sollten niemanden aus ihrem Umfeld auslassen. \"So kommt es, dass sich Freunde und irgendwann sogar die Familie distanzieren.\" Die Enquete-Kommission des Bundestages hat sich mit Strukturvertrieben oder Schneeballsystemen auseinander gesetzt und festgestellt, dass einige Unternehmen mit Sekten-Methoden eine gemeinsame Identität ihrer Mitarbeiter schaffen wollen. In einem Bericht von 1998 heißt es: \"Hier wirken ... Mechanismen zur Ideologisierung und psychischen Bindung der Mitarbeiter, die ... besonders im arbeits- und sozialrechtlichen Bereich (z.B. Scheinselbstständigkeit) zu massiven Problemen für die Betroffenen führen können.\"


und


Die Harke vom 21.11.01

Nienburgerin hört innere Alarmglocken läuten

20.11.01 Landkreis (aw). \"Biete Nebenjob von zuhause\", stand auf dem Aushang. \"Genau das, was ich suche\", freute sich eine Kreis-Nienburgerin und trat mit der angegebenen Telefonnummer in Kontakt. Es handele sich bei dem Job um einen Kosmetikvertrieb, erfuhr die 32-Jährige. Sie solle als Angestellte fungieren und in Nienburg eine Zweigstelle errichten, Verkäufer werben und den Vertrieb organisieren. Alles weitere bekomme sie einem Seminar (Teilnahmekosten 46 Mark) in Bielefeld mitgeteilt.

Neugierig geworden, besuchte die Hausfrau (Name der Redaktion bekannt) das Wochenendseminar ­ und hörte schnell ihre inneren Alarmglocken läuten.


Vor Ort, in der Bielefelder Filiale der Kosmetikfirma \"Evora\", stellte sich heraus, dass sie nicht als Angestellte sondern als selbstständige Vertreterin arbeiten solle. Die Schulungskosten dafür würden von der Firma übernommen. Die Fehlinformation als Missverständnis auslegend, verdrängte die Nienburger Bewerberin ihre aufkeimende Skepsis: \"Ok, dachte ich, dann werde ich jetzt wohl erfahren, welche Aufgaben ich haben werde und wie die Unternehmensstruktur aussieht.\"


Doch immer mehr kam ihr die Schulungsmethode seltsam vor: \"Über meine direkten Aufgaben erfuhr ich nichts. Stattdessen bekamen wir vier Bewerber einen Rundumschlag zum Thema ’Erfolgreich sein\'.\" 95 Prozent der Menschen hätten keinen Erfolg, weil sie keinen Ehrgeiz, keine Ziele, keine Motivation, keinen Fleiß, keine Verantwortung und so weiter hätten. Fünf Prozent dagegen hätten Erfolg, weil sie eine positive Einstellung besitzen. Wie ein Mensch eine positive Einstellung erreichen könne und dementsprechend erfolgreich werde, das erfuhren die Bewerber anschließend.


Weiter ging es mit den Karrieremöglichkeiten bei \"Evora\", umso schneller je nach positiver Einstellung ­ und finanzieller Vorleistung! Auf der untersten Sprosse der Karriereleiter stehen die so genannten Repräsentanten. Sie kaufen für 250 Mark einen Kosmetikkoffer und bekommen 25 Prozent Umsatzbeteiligung. Wer als Teamleiter einsteigen will, zahlt 2500 Mark bei 35 Prozent Umsatzbeteiligung und wirbt Repräsentanten, um von deren Umsätzen zu profitieren. Das Prinzip: Je höher der Bewerber in der Hierarchie einsteigen will, umso mehr bezahlt er ­ für Schulungen und \"unsortiertes Warenguthaben\". Die Frage der Nienburgerin, was passiere, wenn man nichts verkaufe, wurde mit einem Wink abgetan: Das werde, wenn man positiv denke, nicht eintreten.


\"Während der Pausen waren immer drei Evora-Mitarbeiter bei uns\", schildert die Frau. \"Das kam mir vor wie totale Kontrolle, wir hatten keine Chance, uns auszutauschen.\" Auch Alleingänge durch die Flure seien unterbunden worden. Nach Seminarabschluss wurde jeder Bewerber zum Einzelgespräch gebeten, bei dem er den Job ab- oder zusagen sollte. Die Bewerberin aus Nienburg bat um Aufschub des Gesprächs, weil ihr Kind krank geworden war. Das würde doch auch nicht gesünder dadurch, dass sie jetzt nach Hause fahre, war die Reaktion. “Damit hatte sich diese Arbeit endgültig für mich erledigt.\"


Bielefelder Verbraucherschützer und Sektenexperten warnen bereits vor den Methoden der Kosmetikfirma, die ihren Hauptsitz im süddeutschen Großwallstadt hat. Karsten Brüggemann, Weltanschauungsbeauftragter des Kirchenkreises Nienburg, ist die Firma bisher nicht aufgefallen. Nach den Schilderungen der Nienburgerin spreche nicht unbedingt alles dafür, dass eine Sekte hinter dem Unternehmen stehe ­ aber auch nicht alles dagegen. Deshalb mahnt er: “Ich würde jeden warnen, sich auf Dinge einzulassen, wo Waren erst gekauft werden müssen, um sie dann zu verkaufen. Damit trägt der Mitarbeiter ein unverhältnismäßig hohes Risiko.\"


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Nun gut damit hatte sich das Thema für mich erledigt. Ich finde es mega-fresch, dass Sie laut Inserat Teilzeitkräfte suchen aber letztlich nur Leute ködern wollen, denen Sie dann 6.000 Euro abnehmen. Sehr sehr fragwürdig, zumal ich arbeiten möchte, um Geld zu verdienen, nicht um es zu bezahlen.


Ich kann jeden nur vor dieser Firma warnen, aus meiner Sicht sind das ziemlich umstrittende Geschäftspraktiken.


Also werde ich wohl weitersuchen, am Mittwoch habe ich nen Termin bei ner Zeitarbeitsfirma.. also doch Sekretärin statt Kosmetik :-)

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-10-12 02:50:16 mit dem Titel A wie ahnungsloses Arbeitsamt

Seit nun knapp einem Jahr bin ich arbeitslos gemeldet. Da ich allerdings noch keinen Kindergartenplatz hatte, war es mir nur Recht, dass vom Arbeitsamt in der ganzen Zeit keine Jobangebote kamen; da ich das eh nicht hätte organisieren können (alleinerziehend).

Nun habe ich seit einigen Wochen ja endlich einen Kindergartenplatz und bin sozusagen ganz wild drauf, endlich wieder ins Berufsleben einzusteigen. Leider hat das Arbeitsamt bisher nur in der Lage mir fragwürdige Schulungen aufzubrummen. Was soll ich mit einer EDV-Schulung, wenn in Ihrem Computer gespeichert ist, dass ich selbst jahrelang als EDV-Lehrerin gearbeitet habe?

Oder der Kurs: Arbeitslos - was nun? Was ich damit sollte wußte ich auch nicht wirklich, da ich kein Problem mit der Arbeitslosigkeit hatte, lediglich mit der Unterbringung meines Kindes.

In den letzten Wochen habe ich mir zahlreiche Vorstellungsgespräche selbst organisiert, da mir irgendwie klar war, dass vom Arbeitsamt nichts sinnvolles kommen kann.

Aber ich wurde (fast) eines besseren belehrt! Heute kam es ins Haus geflattert: mein erstes Jobangebot vom Arbeitsamt. Und Ihr könnt mir glauben, habe mich fast krank gelacht.

Also folgende Infos stehen da drauf:

Tätigkeit: Mitarbeiter (ach nee)
Betriebsart: ABM-Träger (juhu endlich ne ABM-Stelle???)
Anforderungen: Mitwirkung bei der Organisation und Durchführung von Sportveranstaltungen, mit und ohne abgeschlossene Ausbildung, Interesse an kaufm. Tätigkeit und Sport
zu besetzen ab: sofort (befristet bis 30.09.03)

Und mal ehrlich, dass haut mich jetzt fast aus den Socken. Die verlangen keine Kenntnisse im kaufmännischen Bereich, nur Interesse. Ausbildung auch egal? Aber Sie zahlen echt gut, daher werde ich den Job glatt annehmen und es hört sich ja trotzdem kreativ an.

Wobei Sport :-) also bin ich nicht wirklich.

Was mich daran nur irgendwie stört. Ich wohne genau gegenüber vom Arbeitsamt und sehe da täglich hunderte von Menschen ein- und ausgehen. Es wird ja wohl Menschen in diesem Bezirk geben, die wirklich nichts gescheites gelernt haben und diese Stelle viel nötiger hätten. Ohne angeben zu wollen: ich bin Fremdsprachenkorrespondentin und realistisch gesehen doch etwas überqualifiziert für diesen Job!

Was mich allerdings mal wieder ärgert, es ist ein Vollzeitjob und das Arbeitsamt weiß sehr genau, dass ich was auf Teilzeit suche, weil mein Kind nur 9 Stunden untergebracht ist. Da man mir aber mal wieder mit einer 3 Monatigen Sperrung droht, werde ich dann wohl ab der nächsten Woche versuchen müssen, innerhalb von 1 Stunde mein Kind in den Kindergarten zu bringen und auch wieder abzuholen. Was genial ist, da die Firma in Friedrichshain ist ... ich selbst wohne in Spandau. Wer Berlin kennt, weiß dass das eigentlich überhaupt nicht möglich ist :-)

Aber wenn Mütter eines können: dann ist das flitzen ;-)

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