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Erfahrungsbericht von dreamweb

Autobahn-Staufahrt oder Gedanken und Impressionen beim Autofahren

Pro:

man ist flexibel

Kontra:

Staus erfordern viel Geduld oder ein gutes Buch...

Empfehlung:

Nein

Heute war ich mal wieder im Düsseldorfer Büro. Und da ich mich nicht mit den Öffentlichen Verkehrsmitteln anfreunden kann, zudem auch einen Firmenwagen besitze, bin ich natürlich auch wieder mit dem Auto gefahren. Ich wüßte gar nicht, wie ich das Büro erreichen würde, müsste ich mit Bahn, S-Bahn, Bus oder ähnlichem fahren. Und somit düse ich dann meine 80 km hin und abends wieder zurück, sofern ich mich im Büro aufhalte. Immerhin ist die Firma auch so nett und bezahlt mir das als Dienstfahrt, da meine Dienststelle Köln ist. Bei meiner finanziellen Lage ist auch das ein Grund, den Wagen zu nehmen. Das hört sich zwar seltsam an, dass man einen Firmenwagen fährt und Spritgeld ersetzt bekommt. Aber es gibt bei uns zwei verschiedenen Dienstwagenverträge. Und da ich für den Wagen einen Gehaltsabzug bekomme, gibt es eben auch das Spritgeld.

Einer meiner Gedanken beim Autofahren ist mein Arzt. Blöd an den zu denken. Finde ich auch. Aber mein Doc sagt, bei meinen momentanen Rückenproblemen sei Autofahren Gift. Und ob ich will oder nicht, daran denke ich beim Fahren. Besonders wenn ich dann wieder meinen Rücken merke. Ich weiß, das ist wohl unvernünftig. Aber mit einem schweren Laptop, meiner Handtasche und einer Stofftasche mit Utensilien durch die Gegend zu laufen passt mir noch weniger.

Heute morgen habe ich mich eigentlich nur gefreut, denn es gab keinen Stau, der Verkehr war nur manchmal etwas langsam. Und so kam ich noch vor 9 Uhr morgens in der Tiefgerage des Büros an. Heute habe ich mir sogar gemerkt, in welcher Ecke mein Auto steht. Irgendwie schaffte es Miara in 8 von 10 Fällen, abends ihr Auto zu suchen.

Auf der Rückfahrt so gegen 16.30 Uhr war sehr dichter Verkehr. Freitags ist ja immer mehr Betrieb, dachte ich mir. Aber das war dann ein Denkfehler. Denn kurz danach kam ich in einen Stau. Und während ich so im Schrittempo fuhr und dann zwischendurch stehenbleiben musste, was fiel mir auf? Vor mir war ein Pärchen im Auto mehr damit beschäftigt zu schmusen als weiterzufahren, wenn der Verkehr weiterging. Neid oder Ärger wegen der anderen Autos die sich so vordrängen? Vielleicht beides. Ich sass also in meinem Auto und schaute in den Rückspiegel? Und was war da, auch ein schmusendes Pärchen. War wohl kein Singeltag auf der Autobahn. Ich versuchte mich also wieder mehr auf meine Musik zu konzentrieren und gab meinem Vormann auch ein Lichtzeichen, damit er das Anfahren nicht ganz vergass. Das wirkte dann sogar.

Die nächste Freude kam dann beim Radiohören auf. Ich höre ja immer CD im Auto, damit ich mich besser beruhigen kann, als wenn irgendwelche Musik im Radio kommt. Aber das wird automatisch durch die Verkehrsdurchsage unterbrochen. Und was sagte dann der nette Herr, ich glaube es war ein Herr... Da in Nordrhein-Westfalen heute die Herbstferien angefangen haben, gibt es schon einige Verkehrsstaus auf den Autobahnen. Auf meiner Strecke, wo der Stau gerade erst für mich angefangen hatte, wurde er mit 10 km angekündigt. \"Du musst doch mal mehr auf Ferien achten\" maulte ich mich selbst in Gedanken an.

Und dann schritt ich zur Tat. Denn mein Navigationssystem hat so eine Stauumfahrungstaste. Wenn man in einem Stau ist, wird geprüft, ob andere Abfahrten dann zu einer anderen Strecke zum Zielort führen. Und so wurde ich auch direkt diese Autobahnabfahrt hinuntergeleitet - von der A3 mit 10 km Stau auf die A1. Aber auch dort gab es dann einen Stau. Offiziell zuerst 4 km weitete er sich dann auf 6 km aus. Ich bilde mir aber immer noch ein, dass die 5 km Umweg sich trotz allem gelohnt haben. Denn mehr waren es zu meiner Freude dann doch nicht. Ich liebe dieses Navigationssystem!

Dann aber der nächste Horror. Wer denkt, Miara habe vor wenig Dingen Angst, der hat Recht. Aber einige Dinge sind bei mir schon fast so ausgeprägt, dass ich sie als Phobie bezeichnen kann. Ich habe es zwar im Griff, aber ich habe Angst vor langen oder auch kürzeren Tunneln. Besonders wenn ich in einem Stau darin stehen muss, dann kommt Panik hoch. Ich renne zwar nicht aus dem Auto aber manchmal merke ich, dass ich zittere, wenn ich den Tunnel wieder heil verlassen habe. Am liebsten würde ich den Atem anhalten. Aber auch das kann ich noch unterdrücken. Heute war das noch nicht mal ein Tunnel, aber eine Autobahnbrücke. Die kam mir dann wieder endlos lang vor, als ich kurz nach dem Drunterfahren dann stehenbleiben musste und dann immer nur Meterweise vorwärtskam. Ist doch nur eine Brücke, sagte ich mir. Und ist doch hoffentlich der Beton, von dem die immer die gute Werbung machen, dass der so super hält. Dieses leichte Schockelgefühl hilft mir aber leider auch nicht bei den Gedanken. Und so war ich überglücklich, als ich dann endlich doch darunter weg war.

Ansonsten war ich heute beim Stau erfreulich ruhig. Ich habe mich nur ein wenig über diese Rechtsüberholer geärgert, die wegen einiger Verkehrsteilnehmer, die einen halben km Abstand halten müssen, die Gelegenheit wahrnehmen. Sie fahren einfach rechts herüber, wenn sie hinter mir oder ein paar Wagen weiter hinter mir sind. Dann überholen sie rechts und schieben sich vor diesem Autofahrer, der sich meistens einen oder zwei Wagen vor mir befindet, wieder auf die linke Spur weiter. Kein Wunder, dass es gerade auf der Spur kaum weiter geht, wenn Stau ist.

Aber jetzt zu meinen positiven Gedanken. Ich habe mir gesagt, dass ich mit jedem Rollen der Räder, mit jedem Meterchen, das im Stau gefahren wurde, weiter nach Hause komme. Und das hat geklappt. Ich habe mich wirklich über jeden Moment gefreut, in dem es auch weiter ging. Und riesig wurde die Freude, wenn man mal über 20 km/h fahren durfte. Ansonsten war eine sehr lange Strecke hier wieder Durchschnittsgeschwindigkeit von 10 km/h angesagt.

Und nur, wer schon einmal im Stau gestanden hat, kann nachvollziehen, wie lang sich selbst so ein vier oder sechs km Stau zieht. Es kommt einem viel länger vor als sonst. Und man glaubt gar nicht, wie lange es dauert, bis sich der kmZähler auch wenigstens bei den 100Metern dann vor sich schiebt.

Diesmal konnte man sogar mal erkennen, warum der Stau da war. Oft fahre ich und plötzlich geht es wieder schneller weiter. Und nichts ist zu sehen. Aber diesmal stand auf der linken Spur ein PKW und unterhielt sich mit der Polizei, die auf der anderen Fahrbahnseite stand. Dort staute sich auch alles. Keine Ahnung ob der PKW Fahrer nur eine Frage hatte, ein oberneugieriger Gaffer war oder er einen Schaden am am PKW hatte. Denn ich war froh, als ich vorbei war und alles dann wieder zügiger fuhr.

Auf alle Fälle kam ich dann nach knapp 2 Stunden fahrt Zuhause an. Die Fahrt mit öffentlichen Verkehrsmitteln dauert von mir aus übrigens immer so lange, das habe ich mir über bahn.de mal ausgerechnet. Für starke Staus habe ich übrigens immer etwas zu lesen bei. Aber nur, wenn man länger fest steht. Dann lohnt sich ein gutes Buch. Aber heute war es ja mehr ein Stehen und Anfahren, so eine absolute Konzentrationssache. Da rühre ich natürlich das Buch nicht an..


Tja, das waren dann die Gedanken und Eindrücke zur heutigen Autofahrt...

*****
Ich habe den Beitrag mit einem gewissen Schmunzeln geschrieben, da ich manches für leicht verrückt halte, was mir beim Autofahren so durch den Kopf geht. Seht das einfach als ein wenig Selbstsatire an.

Liebe Grüße - Miara

Und jetzt bin ich gespannt auf Kommentare

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