Erfahrungsbericht von Evil_Duke
Antigone (Sophokles) - Sehr kompliziert!
Pro:
Geschichte
Kontra:
Sprache!!!
Empfehlung:
Nein
Doch dann kam der erste Schreck für mich. Ich bekam die bekloppteste Lehrerin in Biologie. Ok, Bio kann ich nun fast vergessen. Bleibt ja noch Deutsch. Pustekuchen. Auch da bekam ich im wahrsten Sinne des Wortes einen Giftzwerg bzw. Zwergin. Gott sei Dank, war sie die ersten beiden Wochen krank. Tja, zu früh gefreut. Wir bekamen für diese Zeit eine "kleine" Aufgabe. Ein Buch sollten wir durchlesen - ahhh Terror. Warum? Das ist kein Buch, wie man es heute schreiben würde. Nein, es musste natürlich irgendein alter Müll sein.
Unser Deutsch-LK Kurs durfte "Antigone" von Sophokles lesen. "Wunderbar", alle waren erst einmal verpeilt (bis auf unsere zwei "Super-Streber").
Naja, man kann es ja nicht ändern. Also, ab in den nächsten Bücherladen und das Buch gekauft. Ist eigentlich kein Buch sondern ein Heft (vom "Hamburger Leseheft Verlag"). Sah ja von Außen nicht schlecht aus, aber das Buch hat es in sich. Die Zauberwörter sind: Alte Sprache. Jeder normale Mensch weiß, was das für eine Qual ist.
--allgemeine Informationen (bzgl. "Hamburger Leseheft-Version")--
Das Buch gibt es in fast jedem Buchladen. Das ist auch leicht zu erklären, warum das so ist! Dieses Heft ist eigentlich Standard in den Schulen und darum wird es von den Buchläden viel bestellt, damit ja jeder einen Schmöker bekommt. Es kostet um die 2,70 DM - ist also nicht sehr teuer. Wie das so üblich ist, wird auf der ersten Seite eine kleine Personenübersicht angeboten. Ist ganz hilfreich, wenn man keine Ahnung hat, wer was ist. Die Handlung umfasst 42 Seiten und 1.311 Zeilen. Danach kommt ein 12seitiger Teil mit Erklärungen und Hintergrundinfos. Insgesamt sind also 54 pralle Seiten zu bestaunen.
--Vorgeschichte der eigentlichen Handlung--
Ok, die Vorgeschichte ist wircklich kompliziert, aber ich werde versuchen, es euch zu erklären. Auch wenn es sich dumm anhört, es ist so. Hä, was meint der denn jetzt? Das werdet ihr noch herausfinden, wenn es soweit ist. Ja, das muss sein, denn sonst kann man den Inhalt der Handlung fast gar nicht verstehen!
*Räusper**Räusper*. Vor langer Zeit lebten zwei Männer in einer Stadt namens Theben. Einer hieß Menoikeus und der andere Kadmos (das war der Gründer von Theben). Menoikeus zeugte zwei Kinder -Kreon (männl.) und Iokaste (weibl.). Kadmos hingegen bekam nur einen Sohn namens Laios.
Kreon heiratete eine Frau mit dem "wunderschönen" Namen Eurydike und sie bakamen zwei Kinder - Menoikeus und Hämon (beide sind Jungen). Laios (der König von Theben) hingegen nahm Iokaste zur Frau. Sie bekamen einen sehr bekannten Sohn. Ödipus war sein Name. Doch das Familienglück sollte nicht lange währen. Da Laios schwul war, wurde ein Fluch über ihn verhängt. Dieser lautete: "Der Erstgeborene soll König von Theben werden!" Das wolte Laios nicht, da er nur vom Thron gestoßen werden kann, wenn er stirbt. Ergo: Ödipus muss seinen Vater töten. Dies wollte Laios verhindern und setzte ihn als Kleinkind aus und brach ihm die Beine, damit er nicht mehr laufen kann. Doch Ödipus überlebte (wurde adoptiert) und wurde ein stadtlicher Mann. Bis er eines Tages zum "Orakel von Delphie" ging. Dort wurde folgender Fluch ausgesprochen: "Ödipus, tötet sein Vater und wird seine Mutter heiraten".
Dies wollte Ödipus natürlich nicht und so ging er auf Reisen. Während dieser Reise geschieht das Unfassbare. Ödipus trifft auf seinen leiblichen Vater, Laios, und er erschlägt ihn im Kampf. Doch er nahm das nicht ernst und ging nach Theben (dort herrschte eine schreckliche Seuche). Ödipus gelang es, die Stadt von dieser Krankheit zu befreien. Als Lohn bekam er die Königin zur Frau (der König Laios ist ja nun tot). Iokaste war die Königin, seine Mutter. Das Orakel hatte also recht gehabt.
Ähh, time out! Kommt ihr noch mit? Nee? Na dann, freut euch, denn es wird noch besser (und das ist erst die Vorgeschichte). Doch ohne geht es nicht. Weiter im Text!
Ödipus wusste ja nicht, dass Iokaste seine Mutter ist und so "trieben" die beiden ihr Unwesen und bakamen 4 Kinder. (Tja, eigentlich sind das ja dann auch die Geschwister von Ödipus, oder?). Sie hießen Eteokles, Polyneikes, Ismene und Antigone. Doch das Familienglück hielt nicht sehr lange. Die Bewohner der Stadt Theben waren immer noch auf der Suche nach dem Mörder ihres früheren Königs, Laios! Irgendwie bekamen sie das dann heraus (das ist nicht überliefert). Ödipus war der Mörder. Als er mitbekam, dass er seinen leiblichen Vater getötet und seine Mutter geheiratet hat, war er geschockt und blendete sich -d.h. er stach sich die Augen aus- und verließ Theben. Dabei sparch er einen Fluch aus (da fluchte auch wircklich jeder): "Eteokles und Polyneikes töten sich gegenseitig im Kampf!". Ödipus verließ also Theben. An seiner Seite war Antigone, daraufhin tötete sich Iokaste. Ödipus wurde uralt und starb eines natürlichen Todes und Antigone war an seiner Seite. Nun musste natürlich ein neuer König bestimmt werden, doch Ödipus war nicht dumm. Er bestimmte, dass die beiden Brüder sich den Thron teilen sollten. Die wollten das aber nicht. Eteokles vertreib Polyneikes aus der Stadt Theben und war von dem an König dieser Stadt. Das wollte sich der Bruder aber nicht gefallen lassen und so verbündete er sich mit irgendeinem gewalttätigen Stamm (hab ich leder vergessen). Nach ein paar Jahren griff Polyneikes mit seinem Stamm die Stadt an, um Eteokles zu stürzen. Doch da gab es doch noch eine Kleinigkeit? Ganz genau, ihr habt mitgedacht. Der böse Fluch. Im Kampf um die Macht töteten sich die beiden Brüder dann gegenseitig.
Jetzt war der Thron wieder frei. Nun kommt Kreon ins Spiel, als Verwandter von Ödipus sollte er nun König sein. Er nahm freudig an und wurde ein strenger und ungerechter Herrscher.
So, jetzt habe ich versucht euch einmal die Vorgeschichte zu erklären. Seid ihr schon eingeschlafen? Aufwachen, jetzt wird es erst richtig lustig.
--Die Handlung--
Als eine seiner ersten Amtshandlungen befahl Kreon ein ungerchtes Gesetz. Eteokles, der in seinen Augen ein guter und ehrenhafter König war, erlaubte er ein Staatsbegräbnis. Doch Polineikes, der die Stadt Theben angegriffen hatte, wurde diese letzte Ehre verwehrt, denn er ein Verbecher. Und deshalb befahl Kreon, dass Polyneikes nicht begaben werden darf, sondern auf der Starße verotten und von den Geiern zerfleischt werden soll. Wer dagegen verstößt wird mit dem Tode bestraft! Antigone (die ja bekanntlich die Schwester der Beiden ist) konnte mit dem Urteil nicht zufrieden sein, denn es verstieß gegen ihre religiöse Überzeugung, egal was er gemacht hat. Und so beerdigte sie ihren Bruder.
Dies fiel einem Wächter auf und er lief zu Kreon und sagte ihm, dass der Kadaver verschwunden sei. Kreon dachte zuerst, dass der Wächter Polyneikes begraben hatte, doch der stritt dies ab und ließ die Leiche noch einmal ausgraben. Da Kreon ihn mit dem Tode gedroht hatte, legte sich der Wächter auf die Lauer, um herauszufinden, wer den "Feind" wieder begraben würde! Antigone tappte voll in die Falle, als sie ihren Bruder noch einmal begraben wollte. So wurde sie vom Wächter zu Kreon gebracht (ist übrigens der Onkel von Antigone). Dieser fragte Antigone, ob sie es bereut, was sie da getan hat, doch sie sagte nur: "Nein!".
Doch da gibt es doch noch ein lebendes Familienmitglied? Nein, nicht Iokaste, die ist ja tot. Ganz genau, Ismene (die Schwester von Antigone). Der König glaubte, dass sie auch etwas mit der Tat zu tun hatte, doch Antigone sagte, dass sie nichts davon wusste und so lies Kreon widerwillig von ihr ab. Doch der grausame König hatte nun einmal ein Gesetz verabschiedet, in dem stand, dass der Täter zum Tode verurteilt wird. So geschah es auch und Antigone wurde in einem Berg eingemauert, wo sie dann elendig sterben sollte. Hämon, Kreons Sohn, hatte aber etwas dagegen, denn er war Antigones Verlobter. Er war so verzweifelt, dass er sogar seinen Vater umbringen wollte. Doch alles für die Katz. Antigone wurde eingemauert und Kreon hatte scheinbar gewonnen.
Jetzt kommt ein blinder Seher (das ist doch irgendwie schon komisch) ins Spiel, mit dem Namen Teiresias. Er warnte Kreon vor dieser Tat, denn das vertößt gegen die Gebote der Götter und die sind ja bekanntlich übermächtig. Da bekam Kreon es mit der Angst zu tun. Er entschied, dass die Starfe doch zu hart sei und so machte er sich geschwind auf den Weg zum "Gefängnis" um Antigone zu befreien und doch noch die Gunst der Götter zu empfangen. Als er ankam, wurde er schon von Hämon erwartet. Er wollte Antigone befreien, da er sie doch sehr liebte. Er kam zu spät. Sie hatte sich in ihrem öden Gefängins schon erhängt.
Hämon flippt aus und geht auf seinen Vater los, doch Kreon kann fliehen. Er versteckt sich, doch was er nicht wusste war, dass Hämon sich umbrachte. Der Wächter rannte, nach dieser Tat zum Haus von Kreon und Eurydike (Frau von Kreon und Mutter von Hämon). Er sieht Eurydike vor der Tür und erzählt ihr, was geschehen ist. Eurydike geht, ohne ein Wort zu verlieren, ins Haus.
Nach einiger Zeit kommt Kreon an seinem Haus an. Doch er kommt zu spät. Als er an die Tür betritt, sieht er seine Frau tot auf dem Boden im Flur liegen. Jetzt ist alles aus. Kreon velässt verzweifelt die Stadt und wird nie mehr gesehen. Er hat alles verloren!
So jetzt aber aus die Maus! Ihr habt bestimmt schon den Monitor zerschlagen, weil ihr euch den Mist nicht mehr anhören könnt!
--Sophokles--
Ich will euch jetzt nicht noch mit einer langen Biographie oder sonstigen Mist nerven. Ganz kurz - versprochen!
Er wurde ca. 496 v. Chr. geboren und starb ca. 406 v.Chr. (das weiß niemand so ganz genau). Er war ein begabter Schreiber und wurde mit nur 28 Jahren Sieger bei den Dionysosfestspielen - das war damals eine sehr große Ehre. Sophokles schrieb ca. 123 Tragödien, von den aber nur wenige überliefert wurden sind (ca. 6-8 Stück).
Wie versprochen, mache ich jetzt Schluss mit der Biographie.
--Fazit--
Obwohl das in meiner Meinung nicht so ganz rüberkommt, muss ich gestehen (oh, wie peinlich), dass mir die Geschichte an sich, sehr gefallen hat. Das ist zwar alles sehr kompliziert aber interessant.
Wobei man aber eine Macke bekommt, ist das Lesen dieses Werkes - nur altes Deutsch - Hilfe! Ich habe die ganzen 2 Wochen für diese 42 Seiten gebraucht und die Hälfte habe ich nicht verstanden.
Naja, der Deutsch-Aufsatz konnte kommen. Dieses Halbjahr kommt dann noch Hamlet dran, aber da habe ich den Film auf Video - HAHA.
41 Bewertungen, 6 Kommentare
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13.04.2002, 02:35 Uhr von Dialya
Bewertung: sehr hilfreichAlso, mir hat das Buch ehrlich gesagt sehr gut gefallen. Irgendwie war es noch witzig die alte Sprache zu lesen, vor allem, als wir es in der Klasse mit verteilten Rollen lasen.
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11.04.2002, 20:01 Uhr von PrinceofLies
Bewertung: sehr hilfreichmir selbst hat das Stück recht gut gefallen,aber ich mag eben auch die "alte Sprache",wobei es deutlich schlimmere Stücke gibt. Noch ein Tipp: Der Beitrag hätte besser gepasst in der Roubrik Literatur "AutorInnen mit S"
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11.04.2002, 19:59 Uhr von Septem
Bewertung: sehr hilfreichwohääääääääää!!! Rate mal worüber ich die letzte Klausur in Deutsch geschrieben hab! Richtig über "ANTIGONE" :( Glaub die Arbeit is voll daneben gegangen. Die Story is eigentlich auch g
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11.04.2002, 19:58 Uhr von DrDuke
Bewertung: sehr hilfreichSehr schön Ausführlich sieht man leider zu selten
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11.04.2002, 19:57 Uhr von babyjo1
Bewertung: sehr hilfreichJedenfalls hat sich das Lesen gelohnt, wenn so ein umfangreicher Beitrag dabei rausspringt.
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11.04.2002, 19:55 Uhr von elektronaut
Bewertung: sehr hilfreichschoen beschrieben !



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