Erfahrungsbericht von Perserkatze
Chili con Katze
Pro:
Guter Geschmack, nicht unbedingt teuer, mal was anderes.
Kontra:
Vielleicht doch ein klein wenig aufwändig, hält sich aber in Grenzen
Empfehlung:
Nein
Obwohl meine Freizeit momentan etwas begrenzt ist lasse ich es mir nicht nehmen die alltäglichen Dinge - wie die Zubereitung meines Nahrungsbedarfes - nach wie vor von Hand zu tätigen. Ich möchte damit sagen dass ich noch immer Knorr und Co. dort belasse wo sie sind, nämlich im Regal bei den diversen Supermärkten. Somit nehme ich mir nun auch die notwendige Zeit um euch an einem Rezept teilhaben zu lassen welches wieder einmal meiner eigenen Kreativität entsprang.
Zu meiner Schande gebe ich offen zu, dass ich keine Ahnung habe wie man Chili con Carne zubereitet denn bisher hatte ich dieses „Fressvergnügen“ nur in diversen Mexikanischen Lokalen. Aber Not macht erfinderisch und so habe ich aufgrund von Zeitmangel – Einkäufe erledige ich im Schnellverfahren und da kann man schon mal was vergessen – einfach aus den vorhandenen Vorräten ein Menü gezaubert welches ich euch nun gerne vorstellen möchte.
Erstmal die auffindbaren Zutaten aus dem Küchen-, Kühl- und Gefrierschrank:
¼ Kg getrocknete Bohnen, vorzugsweise dunkle Wachtelbohnen (!) oder die großen Brüder – bei uns Saubohnen genannt.
Zwei Stück Zwiebel fein gehackt.
2 – 3 Zehen Knoblauch zerdrückt.
Jede Menge Kräuter, wie Petersilie, Majoran, Schnittlauch, etwas Thymian und Basilikum
Zwei Esslöffel Margarine oder wer Öl lieber mag kann auch dieses zum Anbraten der Zwiebel und des Faschierten verwenden.
Circa ½ Kilo Faschiertes (Gehacktes) gemischt.
Salz, Pfeffer und die für mich wichtigste Zutat Bad Ischler Gewürzsalz aus der Mühle mit Chili.
Kartoffel – Menge nach Belieben – ich habe dafür etwa 750 Gramm verwendet.
Die Bohnen sollte man am Vortag bereits in Wasser einweichen, denn nur dann werden sie auch richtig weich und man muss sie nicht stundenlang kochen. Bohnen aus der Dose würde ich nicht empfehlen. Jedoch kann ich nicht sagen, ob diese Speise damit nicht auch gelingen würde, ich habe es bisher noch nie ausprobiert. Also, bei dieser Speise bereits am Vortag daran denken und die notwendige Einweichprozedur „einleiten“.
Nun zur eigentlichen Zubereitung:
Die fein gehackte Zwiebel in heißem Fett goldbraun rösten und knapp bevor diese die richtige Farbe hat den Knoblauch zugeben. Als nächsten Schritt sollte man die Bohnen abseihen und kurz abspülen. Danach werden sie in den Topf gegeben und mit Wasser aufgegossen – die Bohnen müssen komplett bedeckt sein. Nun wird noch mit wenig Salz und Pfeffer gewürzt, die Kräuter hinzu gegeben und der Herd auf mittlere Hitze gestellt. Den Topf nicht zudecken, denn es ist wichtig, dass die Flüssigkeit zur Gänze verkocht, dazu aber gleich im Anschluss.
In der Zwischenzeit sollte man die Kartoffel aufstellen, ich koche sie meist mit Schale da ich das Schälen roher Erdäpfel nicht unbedingt mag, aber das ist bei diesem Gericht Geschmacksache, je nachdem wie man es lieber handhabt.
Man hat jetzt circa 20 Minuten Zeit sich um andere Dinge zu kümmern denn man muss die Bohnen momentan nicht beachten, sie köcheln einfach lustig vor sich hin. Nach dieser Zeit sollte man dann aber doch einen Blick riskieren um zu sehen ob noch Flüssigkeit vorhanden ist oder nicht. Ganz wichtig ist, dass dieser Eintopf sich quasi am Boden des Topfes anlegt – nicht anbrennen lassen – denn dann entwickeln die Bohnen eine eigene Note – darauf bin ich einmal durch Zufall gekommen, als ich vor Jahren mal drauf vergessen hatte, dass noch etwas auf dem Herd stand.
Jetzt erst füge ich die Chili-Mischung hinzu – circa einen Teelöffel voll, damit auch eine gewisse Schärfe entsteht. Wer es nicht so pikant möchte, kann damit etwas sparsamer umgehen. Aber ich bin der Meinung, dass eben diese Würze erst das gewisse Etwas ausmacht und die Bohnen zu einer Art Chili con Carne werden lässt – aber das sollte jeder für sich entscheiden und probieren.
Man gießt jetzt wieder mit Wasser auf, aber nicht mehr völlig bedecken, sondern lieber öfters Wasser hinzufügen und dieses immer wieder verkochen lassen. Bevor ich es vergesse: Den Herd nun auf kleine Flamme stellen und das Gericht langsam kochen lassen – öfters umrühren. Ab nun ist es unbedingt nötig in der Nähe des Herdes zu bleiben damit nichts anbrennt. Aber da man nun ohnehin das Faschierte zubereiten und die Kartoffel schälen muss, sehe ich das nicht als Problem. Während nun die Bohnen weich kochen, nimmt man eine Pfanne und erhitzt wenig Fett darin. Das Faschierte wird jetzt so richtig schön angebraten und danach dem Eintopf zugefügt. Jetzt widmet man sich den Kartoffeln – bitte das Umrühren der Bohnen nicht vergessen!
Sind die Kartoffel gar werden sie geschält und geviertelt – bei größeren Knollen einfach in mundgerechte Stücke schneiden. Wenn die Bohnen weich gekocht sind – eventuell einmal kosten – dann mischt man die Erdäpfel nur noch unter und schon kann man das Menü servieren. Die Kochdauer beträgt etwa eine Stunde und die Speise ist dann fertig wenn quasi der Löffel drin stecken bleibt und die Bohnen weich sind.
Als unser Mittagessen dann endlich auf dem Tisch stand hatte sich ein wenig Skepsis breitgemacht, war doch die Farbe – ja wie soll ich sagen etwas ungewöhnlich bräunlich denn Chili con Carne ist ja eher in Rot gehalten, ich denke, da ist Tomatensoße dabei – aber wir getrauten uns den Eintopf zu verkosten. Und siehe da, es schmeckte vorzüglich. Die Schärfe war etwas gewagt aber nicht unangenehm, was ich der Chili-Würzmischung zuschreibe welches ich seit Entdeckung sehr gerne für all meine Fleisch- und Gemüsespeisen sowie auch für Aufstriche verwende.
Alles in allem ist die „Chili con Katze“ ein gelungenes und mal anderes Menü. Zu beachten wäre noch, dass so mancher Darm auf Bohnen etwas beleidigt reagiert und sich mit Sturmböen aus dem Hinterteil revanchiert. Aber ab und zu kann man die Verärgerung der inneren Verdauungswindungen schon riskieren und sich die eine oder andere Hülsenfrucht zu Gemüte führen. Uns hat es geschmeckt, auch wenn wir die Wohnung etwas öfter lüften mussten :-)
Teuer war das Ganze auch nicht aber genau kann ich das nicht bestimmen, da ich die Zutaten ja im Haus hatte, ich denke jedoch, dass dieser Eintopf nicht mehr als fünf Euro gekostet hat und es reichte locker für zwei Personen zwei mal Essen – also mindestens vier Portionen. Wir haben aber kräftig zugelangt...
Ach ja, aufgewärmt schmeckt es – wie beim Gulasch – noch mal etwas leckerer.
Vielleicht kocht ja der eine oder andere dieses Gericht nach und wenn, dann wünsche ich gutes Gelingen, Mahlzeit und tolerante Eingeweide.
Vielen Dank fürs Lesen!
Noch einen schönen Wochenbeginn, eine besinnliche und wenig stressige Vorweihnachtszeit sowie liebe Grüße.
Eure ©Perserkatze
Wien am 02. Dezember 2002
56 Bewertungen, 7 Kommentare
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27.01.2009, 22:55 Uhr von Puenktchen3844
Bewertung: sehr hilfreichEin schöner Bericht. LG
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13.01.2009, 14:33 Uhr von paula2
Bewertung: sehr hilfreichliebe Grüße
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02.09.2008, 01:58 Uhr von blackangel63
Bewertung: sehr hilfreichLiEbE gRuEsSe....AnJa
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09.08.2008, 18:23 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSH - Liebe Grüße Simone
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09.09.2006, 11:49 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichsh :o)
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18.07.2006, 02:19 Uhr von Zuckermaus29
Bewertung: sehr hilfreich"sh" von mir für Dich :o) Viele Grüße Jeanny
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29.06.2006, 12:18 Uhr von Estha
Bewertung: sehr hilfreich☼☼☼ ... lg susi ... ☼☼☼




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