Erfahrungsbericht von trenker26
Einsam...
Pro:
mir fällt nichts ein
Kontra:
alles
Empfehlung:
Nein
Servus Leute!
Zwei Geschichten, die leider wahr sind.
1.Einsamer Tod
2.Absturz
3.Meine Geschichte
4.Fazit
1.Einsamer Tod
*************
Als ich mit meiner Frau noch in Bayern lebte, wohnten wir in einen Haus, in dem es circa 20 Wohnungen gab. Mit einigen Bewohnern hatten wir öfters mal Kontakt, andere kannten wir nur vom Sehen und wieder andere kannten wir gar nicht. Es gab dort auch einen Bewohner, der mir dadurch auffiel, daß er spindeldürr war. Er war ungefähr 40 Jahre alt und wog bei einer Größe von circa 175 cm gewiß nicht mehr als 50 Kilo. Scheinbar war er Asthmatiker, denn er hatte immer dieses Inhaliergerät dabei. Eines Tages war dieser Mann plötzlich spurlos verschwunden, doch so richtig vermißt wurde er nicht. Denn, wie heißt es so schön: Aus den Augen- aus dem Sinn.
Irgendwann tauchte die Kripo auf und kurze Zeit später ein Leichenwagen. Ein Wohnungsnachbar hatte die Polizei verständigt, weil aus der Wohnung des Mannes komischer Geruch festzustellen war. Die Polizei fand diesen Mann schließlich tot in seiner Wohnung. Er hatte scheinbar einen Asthmaanfall nicht überlebt. Er muß so eine Woche in seiner Wohnung gelegen haben.
Fragen: Wie kann es sein, daß jemand eine Woche in seiner Wohnung liegt, ohne daß er vermißt wird? Hatte er keine Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen? Einsam – Tot – Einsamer Tod...
2.Absturz
********
Als wir im letzten Jahr von Bayern nach Baden- Württemberg umgezogen sind, gingen wir eines Tages in eine Kneipe. Wir lernten dort auf Anhieb einige Leute kennen. Einer war dabei, der spendierte und auch gleich einen Willkommensdrink. Dieser Mann entpuppte sich als recht freundlich und er sah aus, als wäre er sehr lustig und lebensfroh. Wir trafen ihn später noch ein paarmal, einmal auch beim Einkaufen mit seiner Frau. Dann verloren wir uns eine Zeitlang aus den Augen. Als dann meine Frau schwerkrank wurde und zurück nach Kenia ging, wollte ich mir meinen Frust mit ein paar Halbe Bier hinunterspülen. Ich ging in diese Kneipe und fand dort meinen neuen Freund wieder. Er sah irgendwie nicht viel besser aus als ich, total frustriert und traurig. Nur mit dem Unterschied, daß er total besoffen war. Trotzdem kamen wir ins Gespräch und er erzählte mir eine traurige Geschichte. Vor einiger Zeit kam er von der Arbeit nach Hause und fand seine Frau tot im Bett. Gestorben mit 55 Jahren an plötzlichen Herzstillstand. Diese Geschichte nahm mich ganz schön mit. Er offenbarte mir seine Gefühle. Du kommst von der Arbeit nach Hause und niemand mehr ist da, der sich freut, wenn du kommst. Nach so vielen Jahren der Zweisamkeit plötzlich ganz alleine zu sein, ist furchtbar hart.
Leider ertränkte er seinen Frust in Alkohol und er veränderte sich zusehends. Jedesmal, wenn ich ihn traf, war er sturzbetrunken. Der Höhepunkt dieses Absturzes war vor einigen Tagen. Ich ging abends gegen 19 Uhr nochmal kurz raus, um mir Zigaretten zu kaufen. Da sah ich jemanden, der mitten in der Fußgängerzone herumlag. Die Leute gingen an ihm vorbei, niemand wollte etwas zu tun haben mit ihm. Ich ging hin und erkannte meinen Freund wieder. Stockbesoffen und der Bewußtlosigkeit nahe. Ich brachte ihn wieder auf die Beine und brachte ihn nach Hause. Am nächsten Morgen ging ich zurück zu ihm und wir aßen Frühstück zusammen. Wir redeten eine Zeitlang und ich versuchte ihm ins Gewissen zu reden.
Fragen: Wie kann ich ihm helfen? Ist er Alkoholiker? Wenn ja, wie kann ich ihm helfen? Ich hatte noch nie mit einen Alkoholiker zu tun. Wo sind all seine sogenannten Freunde von früher?
3.Meine Geschichte
****************
Als meine Frau schwerkrank zurück in Kenia war, wurde sie von ihren Freunden, Familie usw schon liebevoll gepflegt und gehegt. Sie wurde bekocht und zum Arzt gefahren. Ihr wurde geholfen ohne Ende. Und das, obwohl sie mehr als ein Jahr nicht in ihrer Heimat war.
Warum ich das alles schreibe? Ich bin seit einigen Wochen krank. Ich habe eine sehr schmerzhafte Entzündung an der Fußsohle. Jeder Schritt verursacht ziemlich starke Schmerzen. Obwohl es viele Leute wissen, scheint es keinen zu interessieren. Ich sitze ganz alleine zu Hause und starre stundenlang in den Fernseher oder den Computer und muß immer wieder an meine Frau denken, die immer noch krank in Kenia sitzt.
4.Fazit
*****
Ist das unsere Gesellschaft? Jeder ist sich wohl selbst der nächste. Keinen interessiert, was der andere macht. Jeder ist mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Wehe, du belästigst mich! Ich habe keine Zeit für deinen Mist. Ich verstehe das ganze irgendwie nicht so richtig. Ich war und bin für meine Freunde immer da, wenn sie ein Problem haben. Wenn ich kann, helfe ich. Und ich jemanden für nur zehn Minuten im Krankenhaus besuche.
Es ist kein Wunder wenn es in unserer Gesellschaft so viel Alkoholiker, Drogensüchtige oder Selbstmörder gibt. Man wird mit seinen Problemen alleine gelassen und man muß versuchen, selbst einen weg aus alle dem zu finden. Daß dies nur all zu oft mißlingt, sehen wir ja jeden Tag.
Ich hatte ja das Glück und durfte die Lebensfreude der Kenianer schon ein paar mal miterleben. Warum sind diese Leute wohl so lebenslustig, obwohl es doch ein armes Land ist und es dort viele Probleme gibt. Eigentlich ganz einfach. Dort bist du nie allein mit deinen Problemen.
Zwei Geschichten, die leider wahr sind.
1.Einsamer Tod
2.Absturz
3.Meine Geschichte
4.Fazit
1.Einsamer Tod
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Als ich mit meiner Frau noch in Bayern lebte, wohnten wir in einen Haus, in dem es circa 20 Wohnungen gab. Mit einigen Bewohnern hatten wir öfters mal Kontakt, andere kannten wir nur vom Sehen und wieder andere kannten wir gar nicht. Es gab dort auch einen Bewohner, der mir dadurch auffiel, daß er spindeldürr war. Er war ungefähr 40 Jahre alt und wog bei einer Größe von circa 175 cm gewiß nicht mehr als 50 Kilo. Scheinbar war er Asthmatiker, denn er hatte immer dieses Inhaliergerät dabei. Eines Tages war dieser Mann plötzlich spurlos verschwunden, doch so richtig vermißt wurde er nicht. Denn, wie heißt es so schön: Aus den Augen- aus dem Sinn.
Irgendwann tauchte die Kripo auf und kurze Zeit später ein Leichenwagen. Ein Wohnungsnachbar hatte die Polizei verständigt, weil aus der Wohnung des Mannes komischer Geruch festzustellen war. Die Polizei fand diesen Mann schließlich tot in seiner Wohnung. Er hatte scheinbar einen Asthmaanfall nicht überlebt. Er muß so eine Woche in seiner Wohnung gelegen haben.
Fragen: Wie kann es sein, daß jemand eine Woche in seiner Wohnung liegt, ohne daß er vermißt wird? Hatte er keine Freunde, Verwandte oder Arbeitskollegen? Einsam – Tot – Einsamer Tod...
2.Absturz
********
Als wir im letzten Jahr von Bayern nach Baden- Württemberg umgezogen sind, gingen wir eines Tages in eine Kneipe. Wir lernten dort auf Anhieb einige Leute kennen. Einer war dabei, der spendierte und auch gleich einen Willkommensdrink. Dieser Mann entpuppte sich als recht freundlich und er sah aus, als wäre er sehr lustig und lebensfroh. Wir trafen ihn später noch ein paarmal, einmal auch beim Einkaufen mit seiner Frau. Dann verloren wir uns eine Zeitlang aus den Augen. Als dann meine Frau schwerkrank wurde und zurück nach Kenia ging, wollte ich mir meinen Frust mit ein paar Halbe Bier hinunterspülen. Ich ging in diese Kneipe und fand dort meinen neuen Freund wieder. Er sah irgendwie nicht viel besser aus als ich, total frustriert und traurig. Nur mit dem Unterschied, daß er total besoffen war. Trotzdem kamen wir ins Gespräch und er erzählte mir eine traurige Geschichte. Vor einiger Zeit kam er von der Arbeit nach Hause und fand seine Frau tot im Bett. Gestorben mit 55 Jahren an plötzlichen Herzstillstand. Diese Geschichte nahm mich ganz schön mit. Er offenbarte mir seine Gefühle. Du kommst von der Arbeit nach Hause und niemand mehr ist da, der sich freut, wenn du kommst. Nach so vielen Jahren der Zweisamkeit plötzlich ganz alleine zu sein, ist furchtbar hart.
Leider ertränkte er seinen Frust in Alkohol und er veränderte sich zusehends. Jedesmal, wenn ich ihn traf, war er sturzbetrunken. Der Höhepunkt dieses Absturzes war vor einigen Tagen. Ich ging abends gegen 19 Uhr nochmal kurz raus, um mir Zigaretten zu kaufen. Da sah ich jemanden, der mitten in der Fußgängerzone herumlag. Die Leute gingen an ihm vorbei, niemand wollte etwas zu tun haben mit ihm. Ich ging hin und erkannte meinen Freund wieder. Stockbesoffen und der Bewußtlosigkeit nahe. Ich brachte ihn wieder auf die Beine und brachte ihn nach Hause. Am nächsten Morgen ging ich zurück zu ihm und wir aßen Frühstück zusammen. Wir redeten eine Zeitlang und ich versuchte ihm ins Gewissen zu reden.
Fragen: Wie kann ich ihm helfen? Ist er Alkoholiker? Wenn ja, wie kann ich ihm helfen? Ich hatte noch nie mit einen Alkoholiker zu tun. Wo sind all seine sogenannten Freunde von früher?
3.Meine Geschichte
****************
Als meine Frau schwerkrank zurück in Kenia war, wurde sie von ihren Freunden, Familie usw schon liebevoll gepflegt und gehegt. Sie wurde bekocht und zum Arzt gefahren. Ihr wurde geholfen ohne Ende. Und das, obwohl sie mehr als ein Jahr nicht in ihrer Heimat war.
Warum ich das alles schreibe? Ich bin seit einigen Wochen krank. Ich habe eine sehr schmerzhafte Entzündung an der Fußsohle. Jeder Schritt verursacht ziemlich starke Schmerzen. Obwohl es viele Leute wissen, scheint es keinen zu interessieren. Ich sitze ganz alleine zu Hause und starre stundenlang in den Fernseher oder den Computer und muß immer wieder an meine Frau denken, die immer noch krank in Kenia sitzt.
4.Fazit
*****
Ist das unsere Gesellschaft? Jeder ist sich wohl selbst der nächste. Keinen interessiert, was der andere macht. Jeder ist mit seinen eigenen Problemen beschäftigt. Wehe, du belästigst mich! Ich habe keine Zeit für deinen Mist. Ich verstehe das ganze irgendwie nicht so richtig. Ich war und bin für meine Freunde immer da, wenn sie ein Problem haben. Wenn ich kann, helfe ich. Und ich jemanden für nur zehn Minuten im Krankenhaus besuche.
Es ist kein Wunder wenn es in unserer Gesellschaft so viel Alkoholiker, Drogensüchtige oder Selbstmörder gibt. Man wird mit seinen Problemen alleine gelassen und man muß versuchen, selbst einen weg aus alle dem zu finden. Daß dies nur all zu oft mißlingt, sehen wir ja jeden Tag.
Ich hatte ja das Glück und durfte die Lebensfreude der Kenianer schon ein paar mal miterleben. Warum sind diese Leute wohl so lebenslustig, obwohl es doch ein armes Land ist und es dort viele Probleme gibt. Eigentlich ganz einfach. Dort bist du nie allein mit deinen Problemen.



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