Erfahrungsbericht von Sweetblackdevil
Euro - Top oder Flop?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Als alleinige Währung für über 300 Mio. Menschen ist der Euro ein Projekt, das eine gewaltige logistische Organisation fordert. Allein diese Konzeption ist so vielschichtig, dass es immer Kritiker geben wird, die der Einführung des Euros skeptisch entgegen blicken. Dennoch halten die Politiker Europas die Einführung des Euros langfristig gesehen für wirtschaftlich und politisch sinnvoll. Im Folgenden sollen sowohl die Vorteile, die eine gemeinsame europäische Währung bietet, als auch die Nachteile, die mit ihr zusammenhängen, näher erläutert werden.
Zunächst gilt es die Nachteile der Einführung des Euros zu betrachten. Ein erster Punkt sind die Her- und Umstellungskosten. Durch den Umtausch von altem in neues Geld, entstehen Kosten für die Beseitigung der alten Währung, für die Herstellung der neuen, sowie für die benötigte Logistik. So hat zum Beispiel „Der EZB-Rat [...] beschlossen, die Gesamtzahl der bis zum 1. Januar 2002 herzustellenden Banknoten [...] auf 14,9 Milliarden Stück zu erhöhen“, das sind allein für Deutschland 4.782,9 Millionen. Dies verursacht nur für die Herstellung immense Kosten.
Außerdem können Betrüger die Gelegenheit nutzen, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Dadurch, dass das neue Aussehen des Euros der Bevölkerung noch nicht so geläufig ist, ist ein Erkennen von falschem Geld im täglichen Leben noch schwieriger. Angenommen, jemand würde mit falschen Euroscheinen in einem viel frequentierten Kaufhaus bezahlen wollen und in einer langen Schlange, kurz vor Ladenschluss, an der Kasse stehen, könnte er durchaus in der Hektik den falschen, noch nicht so bekannten Schein los werden und schon wäre Falschgeld im Umlauf.
Ein weiterer negativer Aspekt der Währungsumstellung ergibt sich durch das Aufrunden von krummen Eurobeträgen. Kostet zum Beispiel eine CD 36,99DM, würde das eigentlich 18,91Euro ergeben, jedoch wird der Endpreis wahrscheinlich auf 18,95 Euro festgesetzt, da erstens Beträge wie 18,95 von DM- Zeiten her noch bekannt sind und zweitens Unternehmen kaum auf beispielsweise 18,90 Euro abrunden werden.
Eine weitere Gefahr liegt darin, dass Länder, die für die Beteiligung am Euro zugelassen worden sind, die Konvergenzkriterien des Maastrichter Vertrags nicht oder nur knapp erfüllen. Diese Kriterien betreffen die Preisstabilität, die Zinsen, die Wechselkurse und die Neuverschuldung der Mitgliedsstaaten. Findet in einem Land eine kurzfristige Senkung des Budgetdefizits statt, um die Konvergenzkriterien zu erfüllen, kann dies die Stabilität des Euros gefährden, denn den Stand, den die Länder zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme in die Währungsunion hatten, können die Staaten schwerhalten. Ein Beispiel für die unzureichende Erfüllung der Konvergenzkriterien zeigen die Beispiele Deutschland, Italien und Belgien. Ein Kriterium für die Aufnahme in die Währungsunion ist, dass „Die Bruttostaatsverschuldung und das Budgetdefizit [...] – gemessen am Bruttosozialprodukt – die Prozentsätze von 60% bzw. 3% nicht überschreiten [dürfen] [...]“ . Die drei oben genannten Staaten jedoch überschreiten die 60%- Schranke bis zu über 100%.
Als nächster Punkt sprechen gegen die Einführung des Euros die Einbußen, die die einzelnen Mitgliedsstaaten haben, sowohl kulturell, als auch wirtschaftlich. Zunächst verlieren sie ihre eigene Währung als Bestandteil ihrer jeweiligen Kultur, denn nicht nur Sprache, Bräuche und Sitten sind charakteristisch für ein Land, sondern auch die Währung. Oft ist diese aber nicht nur ein Teil der Kultur, sondern auch der Vergangenheit. Dies lässt sich am historischen Beispiel Deutschlands belegen. Als am 1. Juni 1948 die DM als neue Währung für ganz Westdeutschland eingeführt wurde, gab sie den Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Hoffnung und Vertrauen. Außerdem wurde sie während der letzten fünfzig Jahre zu einem Symbol für Wohlstand, Wirtschaftsaufschwung und stabiler Währung. Ab dem 1.1.2002 verschwindet die DM nun gänzlich und mit ihr das Vertrauen vieler Menschen.
Die Mitgliedsstaaten erleiden aber nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen wirtschaftlichen Verlust. Durch den Zwang, den strengen Auflagen der Konvergenzkriterien gerecht zu werden, vor allem der Auflage bezüglich der Neuverschuldung, wird der Sparkurs in allen Mitgliedsländern, darunter auch in Deutschland, noch verschärft, was einerseits die ohnehin schon hohen Arbeitslosenzahlen noch erhöht, da an erster Stelle Arbeitsplätze eingespart werden und andererseits aber auch die gesamte Konjunktur betrifft, die unter den Einsparungsmaßnahmen leidet. So empfiehlt die Euroframe- Gruppe als Reaktion auf die Einsparungen zum Beispiel eine „Lockerung des Sparkurses“ und die „konjunkturbedingten Defizite in den Staatshaushalten hin[zu]nehmen und nicht die noch schwache Wirtschaftsentwicklung [zu] behindern“.
Jedoch bringt die Einführung des Euros auch Vorteile mit sich. Durch die gemeinsame Währung entfallen zunächst für die Bürger lästige und kostspielige Geldumtausch- und Rechenaktionen, wenn sie sich innerhalb des Eurolandes aufhalten. Dadurch sparen sie Zeit, Geduld und Nerven, denn sie brauchen nicht an Wechselstuben oder in Geldinstituten anstehen, in verschiedenen Währungen rechnen oder sich Gedanken über einen günstigen oder schlechten Wechselkurs machen. Das ist eine große Erleichterung des „innereuroländischen“ Aufenthalts. Machte jemand im Sommer beispielsweise in Frankreich an der Côte d’ Assure Urlaub, musste er eine Wechselstube oder Bank aufsuchen um sein deutsches Geld in Francs (FF) wechseln zu können. Er bekam für 100 DM 335 FF bei einem Wechselkurs von 3,35. Durch den Euro fällen diese Geldwechselaktionen weg.
Durch eine gemeinsame Währung entfallen aber nicht nur Fremdwährungskäufe, -verkäufe und –rechnungen, sondern auch Wechselkursschwankungen. Dadurch werden besonders für Exportfirmen die Exportbedingungen extrem erleichtert. Vor der gemeinsamen Währung mussten Betriebe beim Exportieren immer in verschiedenen Währungen rechnen und mitunter erhebliche Kursschwankungen einkalkulieren. Dies führte in der Vergangenheit oft zu Verlusten, da solche Schwankungen nur schwer vorauszusehen sind. Exportiert zum Beispiel eine deutsche Firma Autos im Wert von 800.000,-- DM nach Frankreich, so ergibt das, bei einem Umrechungskurs von 3,35, 2.680.000,-- FF. Beim Eingang des Geldes bei einem deutschen Kreditinstitut werden die Francs in DM zurückgerechnet. Da von Francs in DM ein anderer Unrechnungskurs als von DM in Francs gilt, meist ein höherer, in diesem Beispiel 3,45, erhält die Firma nur 776812,-- DM, macht also einen Verlust von 23188,-- DM. Durch den Euro fällt genau diese Gefahr des Verlustes durch Wechselkursschwankungen weg und der Export wird somit für Unternehmen erleichtert.
Außerdem werden durch den Wegfall des Wechselkursrisikos Investitionen innerhalb der Eurostaaten sicherer und kalkulierbarer, da alles in derselben Währung, dem Euro, gerechnet wird und Wechselkursschwankungen nicht existieren. So investieren zum Beispiel deutsche Firmen, aufgrund des geringeren Risikos, nun lieber innerhalb des Eurolandes als in außereuropäischen Ländern, was zum Wachstum der Firmen und der damit verbundenen Arbeitsplatzschaffung beitragen kann.
Ein weiterer Punkt, den Befürworter des Euros immer wieder nennen, ist die Tatsache, dass Europa durch die gemeinsame Währung zur Finanzmacht aufsteigt. Ein wesentlicher Punkt dazu ist, dass der Euro neben dem Dollar zu einer neuen globalen Währung geworden ist; er stellt eine glaubwürdige Alternative zum Dollar dar, da hinter ihm eine große Wirtschaftsmacht, zwölf europäische Staaten, steht. Zwölf Länder sorgen dafür, dass diese Währung stabil bleibt und ein Erfolg für alle Mitglieder wird; sie verbürgen sich gemeinsam dafür. So ist der Euro- Kapitalmarkt zum Beispiel der zweitgrößte, nach dem des Dollars. Dies ist ein deutliches Zeichen für die Stabilität und Zuverlässigkeit des Euros.
Hinzu kommt, dass Europa durch die gemeinsame Währung ein viel größeres Mitspracherecht beim Welthandel hat. Da der Euro also von zwölf Staaten unterstützt wird, haben diese zusammen bedeutend mehr Einfluss, als einzeln. So erbringt zum Beispiel die Eurozone mit ihren 300 Millionen Einwohnern - genau wie die USA (270 Millionen Einwohner) - 19,4% der weltweiten Wirtschaftsleistung und hat einen Welthandelsanteil von 18,6% (übertrifft die Vereinigten Staaten dabei noch um 2%). Diese beiden Punkte zeigen, dass Europa durch den Euro eine genauso große Finanz- und auch Wirtschaftsmacht werden kann, wie die USA es ist.
Als letzten Punkt gilt es die europäische Integration zu betrachten. Durch eine gemeinsame Währung wird das Zusammenwachsen der beteiligten Staaten am Euro zu einem gemeinsamen Binnenmarkt gefördert. Der Handel der Mitgliedsländer untereinander wird ansteigen und lukrative Geschäfte ermöglichen, da zum einen eine Minimierung der hohen Zölle und Transportkosten festgelegt wurde und zum anderen auch hier die Vorteile des Euro als gemeinsame Währung für mehrere Staaten zum Tragen kommen. So wird zum Beispiel südfranzösischer Wein in deutschen Ladenregalen billiger angeboten werden, weil durch den gemeinsamen Binnenmarkt einheitliche Kriterien für Lieferung und Vertrieb geschaffen werden.
Weiterhin wird die europäische Integration durch eine einheitliche Geld- und Zinspolitik beschleunigt, die durch die gemeinsame Währung nötig ist. Die zwölf Mitgliedsstaaten müssen noch besser miteinander kooperieren, die verschiedenen Politiken aufeinander abstimmen und flexibel genug bleiben um auf unterschiedlichen Gegebenheiten richtig als Einheit reagieren zu können. Ein Beispiel dafür ist das Europäische System der Zentralbanken (ESZB), das seit Beginn des Eurozeitalters, also seit dem 1.1.1999, existiert. Es besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Notenbanken der Eurozone. Dieses System steht für Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und europäischer Integration.
Es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob die Kritiker oder die Befürworter des Euros rechthaben; jedenfalls bin ich der Meinung, dass der Euro ein sehr wichtiger Schritt in Richtung „Vereinigte Staaten von Europa“ ist, wie es Winston Churchill bereits am 19. September 1946 in seiner berühmten „Züricher Rede“ formulierte.
(auch bei hausarbeiten.de zu finden)
Zunächst gilt es die Nachteile der Einführung des Euros zu betrachten. Ein erster Punkt sind die Her- und Umstellungskosten. Durch den Umtausch von altem in neues Geld, entstehen Kosten für die Beseitigung der alten Währung, für die Herstellung der neuen, sowie für die benötigte Logistik. So hat zum Beispiel „Der EZB-Rat [...] beschlossen, die Gesamtzahl der bis zum 1. Januar 2002 herzustellenden Banknoten [...] auf 14,9 Milliarden Stück zu erhöhen“, das sind allein für Deutschland 4.782,9 Millionen. Dies verursacht nur für die Herstellung immense Kosten.
Außerdem können Betrüger die Gelegenheit nutzen, Falschgeld in Umlauf zu bringen. Dadurch, dass das neue Aussehen des Euros der Bevölkerung noch nicht so geläufig ist, ist ein Erkennen von falschem Geld im täglichen Leben noch schwieriger. Angenommen, jemand würde mit falschen Euroscheinen in einem viel frequentierten Kaufhaus bezahlen wollen und in einer langen Schlange, kurz vor Ladenschluss, an der Kasse stehen, könnte er durchaus in der Hektik den falschen, noch nicht so bekannten Schein los werden und schon wäre Falschgeld im Umlauf.
Ein weiterer negativer Aspekt der Währungsumstellung ergibt sich durch das Aufrunden von krummen Eurobeträgen. Kostet zum Beispiel eine CD 36,99DM, würde das eigentlich 18,91Euro ergeben, jedoch wird der Endpreis wahrscheinlich auf 18,95 Euro festgesetzt, da erstens Beträge wie 18,95 von DM- Zeiten her noch bekannt sind und zweitens Unternehmen kaum auf beispielsweise 18,90 Euro abrunden werden.
Eine weitere Gefahr liegt darin, dass Länder, die für die Beteiligung am Euro zugelassen worden sind, die Konvergenzkriterien des Maastrichter Vertrags nicht oder nur knapp erfüllen. Diese Kriterien betreffen die Preisstabilität, die Zinsen, die Wechselkurse und die Neuverschuldung der Mitgliedsstaaten. Findet in einem Land eine kurzfristige Senkung des Budgetdefizits statt, um die Konvergenzkriterien zu erfüllen, kann dies die Stabilität des Euros gefährden, denn den Stand, den die Länder zum Zeitpunkt ihrer Aufnahme in die Währungsunion hatten, können die Staaten schwerhalten. Ein Beispiel für die unzureichende Erfüllung der Konvergenzkriterien zeigen die Beispiele Deutschland, Italien und Belgien. Ein Kriterium für die Aufnahme in die Währungsunion ist, dass „Die Bruttostaatsverschuldung und das Budgetdefizit [...] – gemessen am Bruttosozialprodukt – die Prozentsätze von 60% bzw. 3% nicht überschreiten [dürfen] [...]“ . Die drei oben genannten Staaten jedoch überschreiten die 60%- Schranke bis zu über 100%.
Als nächster Punkt sprechen gegen die Einführung des Euros die Einbußen, die die einzelnen Mitgliedsstaaten haben, sowohl kulturell, als auch wirtschaftlich. Zunächst verlieren sie ihre eigene Währung als Bestandteil ihrer jeweiligen Kultur, denn nicht nur Sprache, Bräuche und Sitten sind charakteristisch für ein Land, sondern auch die Währung. Oft ist diese aber nicht nur ein Teil der Kultur, sondern auch der Vergangenheit. Dies lässt sich am historischen Beispiel Deutschlands belegen. Als am 1. Juni 1948 die DM als neue Währung für ganz Westdeutschland eingeführt wurde, gab sie den Menschen nach dem Zweiten Weltkrieg wieder Hoffnung und Vertrauen. Außerdem wurde sie während der letzten fünfzig Jahre zu einem Symbol für Wohlstand, Wirtschaftsaufschwung und stabiler Währung. Ab dem 1.1.2002 verschwindet die DM nun gänzlich und mit ihr das Vertrauen vieler Menschen.
Die Mitgliedsstaaten erleiden aber nicht nur einen kulturellen, sondern auch einen wirtschaftlichen Verlust. Durch den Zwang, den strengen Auflagen der Konvergenzkriterien gerecht zu werden, vor allem der Auflage bezüglich der Neuverschuldung, wird der Sparkurs in allen Mitgliedsländern, darunter auch in Deutschland, noch verschärft, was einerseits die ohnehin schon hohen Arbeitslosenzahlen noch erhöht, da an erster Stelle Arbeitsplätze eingespart werden und andererseits aber auch die gesamte Konjunktur betrifft, die unter den Einsparungsmaßnahmen leidet. So empfiehlt die Euroframe- Gruppe als Reaktion auf die Einsparungen zum Beispiel eine „Lockerung des Sparkurses“ und die „konjunkturbedingten Defizite in den Staatshaushalten hin[zu]nehmen und nicht die noch schwache Wirtschaftsentwicklung [zu] behindern“.
Jedoch bringt die Einführung des Euros auch Vorteile mit sich. Durch die gemeinsame Währung entfallen zunächst für die Bürger lästige und kostspielige Geldumtausch- und Rechenaktionen, wenn sie sich innerhalb des Eurolandes aufhalten. Dadurch sparen sie Zeit, Geduld und Nerven, denn sie brauchen nicht an Wechselstuben oder in Geldinstituten anstehen, in verschiedenen Währungen rechnen oder sich Gedanken über einen günstigen oder schlechten Wechselkurs machen. Das ist eine große Erleichterung des „innereuroländischen“ Aufenthalts. Machte jemand im Sommer beispielsweise in Frankreich an der Côte d’ Assure Urlaub, musste er eine Wechselstube oder Bank aufsuchen um sein deutsches Geld in Francs (FF) wechseln zu können. Er bekam für 100 DM 335 FF bei einem Wechselkurs von 3,35. Durch den Euro fällen diese Geldwechselaktionen weg.
Durch eine gemeinsame Währung entfallen aber nicht nur Fremdwährungskäufe, -verkäufe und –rechnungen, sondern auch Wechselkursschwankungen. Dadurch werden besonders für Exportfirmen die Exportbedingungen extrem erleichtert. Vor der gemeinsamen Währung mussten Betriebe beim Exportieren immer in verschiedenen Währungen rechnen und mitunter erhebliche Kursschwankungen einkalkulieren. Dies führte in der Vergangenheit oft zu Verlusten, da solche Schwankungen nur schwer vorauszusehen sind. Exportiert zum Beispiel eine deutsche Firma Autos im Wert von 800.000,-- DM nach Frankreich, so ergibt das, bei einem Umrechungskurs von 3,35, 2.680.000,-- FF. Beim Eingang des Geldes bei einem deutschen Kreditinstitut werden die Francs in DM zurückgerechnet. Da von Francs in DM ein anderer Unrechnungskurs als von DM in Francs gilt, meist ein höherer, in diesem Beispiel 3,45, erhält die Firma nur 776812,-- DM, macht also einen Verlust von 23188,-- DM. Durch den Euro fällt genau diese Gefahr des Verlustes durch Wechselkursschwankungen weg und der Export wird somit für Unternehmen erleichtert.
Außerdem werden durch den Wegfall des Wechselkursrisikos Investitionen innerhalb der Eurostaaten sicherer und kalkulierbarer, da alles in derselben Währung, dem Euro, gerechnet wird und Wechselkursschwankungen nicht existieren. So investieren zum Beispiel deutsche Firmen, aufgrund des geringeren Risikos, nun lieber innerhalb des Eurolandes als in außereuropäischen Ländern, was zum Wachstum der Firmen und der damit verbundenen Arbeitsplatzschaffung beitragen kann.
Ein weiterer Punkt, den Befürworter des Euros immer wieder nennen, ist die Tatsache, dass Europa durch die gemeinsame Währung zur Finanzmacht aufsteigt. Ein wesentlicher Punkt dazu ist, dass der Euro neben dem Dollar zu einer neuen globalen Währung geworden ist; er stellt eine glaubwürdige Alternative zum Dollar dar, da hinter ihm eine große Wirtschaftsmacht, zwölf europäische Staaten, steht. Zwölf Länder sorgen dafür, dass diese Währung stabil bleibt und ein Erfolg für alle Mitglieder wird; sie verbürgen sich gemeinsam dafür. So ist der Euro- Kapitalmarkt zum Beispiel der zweitgrößte, nach dem des Dollars. Dies ist ein deutliches Zeichen für die Stabilität und Zuverlässigkeit des Euros.
Hinzu kommt, dass Europa durch die gemeinsame Währung ein viel größeres Mitspracherecht beim Welthandel hat. Da der Euro also von zwölf Staaten unterstützt wird, haben diese zusammen bedeutend mehr Einfluss, als einzeln. So erbringt zum Beispiel die Eurozone mit ihren 300 Millionen Einwohnern - genau wie die USA (270 Millionen Einwohner) - 19,4% der weltweiten Wirtschaftsleistung und hat einen Welthandelsanteil von 18,6% (übertrifft die Vereinigten Staaten dabei noch um 2%). Diese beiden Punkte zeigen, dass Europa durch den Euro eine genauso große Finanz- und auch Wirtschaftsmacht werden kann, wie die USA es ist.
Als letzten Punkt gilt es die europäische Integration zu betrachten. Durch eine gemeinsame Währung wird das Zusammenwachsen der beteiligten Staaten am Euro zu einem gemeinsamen Binnenmarkt gefördert. Der Handel der Mitgliedsländer untereinander wird ansteigen und lukrative Geschäfte ermöglichen, da zum einen eine Minimierung der hohen Zölle und Transportkosten festgelegt wurde und zum anderen auch hier die Vorteile des Euro als gemeinsame Währung für mehrere Staaten zum Tragen kommen. So wird zum Beispiel südfranzösischer Wein in deutschen Ladenregalen billiger angeboten werden, weil durch den gemeinsamen Binnenmarkt einheitliche Kriterien für Lieferung und Vertrieb geschaffen werden.
Weiterhin wird die europäische Integration durch eine einheitliche Geld- und Zinspolitik beschleunigt, die durch die gemeinsame Währung nötig ist. Die zwölf Mitgliedsstaaten müssen noch besser miteinander kooperieren, die verschiedenen Politiken aufeinander abstimmen und flexibel genug bleiben um auf unterschiedlichen Gegebenheiten richtig als Einheit reagieren zu können. Ein Beispiel dafür ist das Europäische System der Zentralbanken (ESZB), das seit Beginn des Eurozeitalters, also seit dem 1.1.1999, existiert. Es besteht aus der Europäischen Zentralbank (EZB) und den nationalen Notenbanken der Eurozone. Dieses System steht für Zusammenarbeit der Mitgliedsstaaten und europäischer Integration.
Es lässt sich sicherlich darüber streiten, ob die Kritiker oder die Befürworter des Euros rechthaben; jedenfalls bin ich der Meinung, dass der Euro ein sehr wichtiger Schritt in Richtung „Vereinigte Staaten von Europa“ ist, wie es Winston Churchill bereits am 19. September 1946 in seiner berühmten „Züricher Rede“ formulierte.
(auch bei hausarbeiten.de zu finden)



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