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Erfahrungsbericht von RatteHamburg

Eine Erfahrung...

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Ich habe damals meine Ausbildung in einer kardiologischen Praxis gemacht und hatte somit mit vielen wirklich sehr kranken Menschen zu tun. Da wir auch Herzschrittmacherkontrollen durchgeführt haben, bekamen wir auch immer Leute von Heimen in unsere Praxis gebracht. Bei vielen dieser Menschen hatte ich oft den Eindruck das der Schrittmacher das Einzige war, was diese Leute noch am Leben hielt! Das Herz, so konnte man auf dem EKG auch erkennen schlug aus eigener Kraft kaum noch und die Hauptarbeit lieferte der Schrittmacher...
Ich habe mich dann immer gefragt ob das so der Sinn des Ganzen sein konnte, denn diese Menschen waren meist kaum noch Herr ihrer Sinne und ihrer Taten.

An einem Tag, ich weiß das es ein Donnerstag war (warum ich das noch weiß kann ich nicht sagen? Vermutlich weil mir das damals so nahe gegangen ist) brachten die Sanis uns eine alte Frau aus dem nahe gelegenem Heim auf einer Trage in die Praxis. Zuerst habe ich mir die Frau gar nicht so genau angesehen, erst als einer der Sanitäter zu mir meinte: „Hier ist Frau XXX, ich stell die mal hier in den Flur, die bekommt eh nichts mehr mit!“ habe ich mir die Frau genauer betrachtet.
Sie lag da, unordentlich zugedeckt, klein und zerbrechlich, sowie wahnsinnig schwach und abgemagert. War an einem Tropf angeschlossen und hatte die Augen zu.

Ich war zu der Zeit grade mal ein halbes Jahr in dem Beruf und hatte so was noch nie gesehen. Da meine Kolleginnen der Frau auch nicht besonders viel Aufmerksamkeit schenkten und das EKG noch mit einem anderen Patienten belegt war, ließ ich meine Schreibarbeit bei der ich grade war ruhen und setzte mich zu der alten Dame an die Liege in den Flur. Mein Chef kam zwar kurz vorbei, guckte, sagte aber nichts!
Ich habe sie dann erst mal anständig zugedeckt und dann einen Blick in ihre Karte geworfen. Dort las ich das die kleine Frau 98 Jahre alt war und der Schrittmacher schon seit 9 Jahren in Ihrer Brust war. Sollte diese Frau jetzt etwa schon 9 Jahre so vor sich hin vegetieren!? Ich schnappte mir eine meiner Kolleginnen und fragte sie danach und zu Antwort bekam ich: „Ja, aber was machst Du Dir Gedanken? Die bekommt davon eh nix mit. Wenn Du magst dann mach Du sie für die Kontrolle fertig.“
... Ich hatte nicht gedacht das man so über das Leben eines Menschen reden kann...

Ich bin dann mit ihr ins EKG geschoben, die Sanis hatten sich schon lange aus dem Staub gemacht, mit der Aussage sie kämen wieder wenn wir anrufen und wenn es sich dann noch lohnen täte!!!
Ich habe mir an diesem Tag wirklich Gedanken gemacht ob das alles noch was mit Humanität zu tun haben kann?

Im EKG fing ich dann an mit der Frau zu sprechen. Das ich sie jetzt ausziehen müsse um zu schauen ob der Schrittmacher noch genug Batterie hätte. Während ich das tat habe ich ihr alles mögliche erzählt was mir in den Sinn kam. Ich kann nicht genau sagen was, einfach nur um sie nicht wie ein „Ding“ zu behandeln und vielleicht auch um meine Hilflosigkeit in dieser Situation in den Griff zu bekommen.
Nach ein paar Minuten hatte ich es auch geschafft ihren Oberkörper frei zu machen, sie war so dünn und zerbrechlich das der Schrittmacher (etwas größer als ein 5,-DM Stück) mit samt Kabeln und Verlauf zu sehen waren als blicke man durch ein Pergamentpapier. Nachdem ich auch noch das EKG angeschlossen hatte und dem Doktor bescheid gegeben hatte das jetzt die Schrittmacherkontrolle durchgeführt werden könne. Setzte ich mich wieder an ihre Seite und begann ihre Hand zu streicheln.

Es dauerte immer eine Weile bis der Doc in Wallung kam und er hatte eh noch ein Ultraschall im anderen Raum. Ich wollte die Frau auch nicht alleine da liegen lassen! Normalerweise ging ich immer wieder raus und machte noch ein paar andere Arbeiten um dann mit dem Arzt wieder zu dem Patienten zurück zu kehren.
Zu meinem Erstaunen hat keiner meiner Kolleginnen nach mir gerufen oder mich ermahnt da doch nicht meine Zeit „zu vertun“.
Ich bin dann wieder angefangen ihr etwas zu erzählen, als sie mit einem Mal die Augen aufschlug die bis zu diesem Zeitpunkt geschlossen waren. Ich muss sagen das ich ja selber glaubte das sie mich nicht hören würde, und vielleicht nicht mal mitbekäme das sie überhaupt hier sei... Sie blickte mich an und bewegte die Lippen als wenn sie was sagen wolle. Auch ihre Hand die ja unter meiner lag übte einen leichten Druck aus. Ich habe mich schon ganz schön erschrocken, bin dann aber ein wenig zu ihr runter um sie im Falle eines Falles zu verstehen. Und sie sagte tatsächlich was. Leise aber doch verständlich hörte ich die Worte: „Warum sind sie nett zu mir?“ ... ... ...
Ich hatte in dem Moment das Gefühl das mein! Herz stehen bliebe und wenn ich das hier schreibe dann kommen mir schon wieder die Tränen bei dem Gedanken.
Ich glaube ich habe so was gesagt wie: „Warum sollte ich das nicht tun“ oder irgendwas anderes unsinniges. Just in diesem Moment betrat der Doc das Zimmer und die Augen der Frau schlossen sich wieder. Ich war immer noch in dem Gedanken an das was eben geschehen war und habe nur wie in Trance meine Handgriffe gemacht. Der Doktor hat die Frau weder begrüßt, noch sie in irgendeiner Form beachtet. Nur die Kontrolle gemacht, ein kurzen Blick auf das EKG und der Satz: „Sagen sie den Pflegern das hält noch ne Weile.“ ... Dann rauschte er wieder raus.

Ich will nicht schlecht sprechen über meinen Ex-Chef aber das war echt das unemotionalste A******** was ich je von ihm erlebt habe!

Ich habe dann das EKG wieder gelöst - die arme Frau hatte ganz schreckliche Blutergüsse von den Mist-Elektroden – kein Wunder wenn die Haut so dünn ist - und das alles noch mal mit einer Creme versehen, damit es bald wieder besser wird. Dann habe ich sie vorsichtig wieder angezogen und zugedeckt und habe sie wieder in den Flur geschoben. Ich bat meine Kollegin die Sanis zu rufen, blieb aber an der Seite von Frau XXX. Wieder hat keiner was gesagt, obwohl ich doch schon eine gute Stunde mit der Frau verbrachte und meine Arbeit hinten auf mich wartete.

Ich habe ihr dann noch zugesprochen und nebenbei ihre Karte gelesen. Ich sah das sie keine Familie mehr hatte – bei dem Alter kein Wunder, die hat sie alle „überlebt“ – daraufhin versprach ich ihr sie besuchen zu kommen. Und wieder spürte ich einen leichten Druck in meiner Hand.
Sie wurde dann kurz darauf wieder abgeholt und da die Typen ziemlich rabiat mit ihr waren habe ich mir den einen auch noch mal zur Seite genommen und ihm was erzählt! Der guckte nur und hat gelacht – das hat mich damals ziemlich wütend gemacht und ich glaube meine Wortwahl daraufhin war nicht lady-like... Aber was soll´s.

Ich bin dann tatsächlich am darauffolgenden Samstag in das Heim gefahren, die Schwester war irre erstaunt als ich nach Frau XXX gefragt habe. Sie sagte mir das diese Frau seit bald 8 Jahren niemand mehr besucht hätte!!

Ich habe dann 3 Monate lang jeden Samstag Vormittag an ihrem Bett gesessen für ein paar Stunden und ihr aus vielen schönen Büchern vorgelesen. Ihre Augen waren in der Zeit immer auf und mein Buch musste ich mit einer Hand halten, die andere hat sie immer mit all der ihr gebliebenen Kraft festgehalten :o)
Auch wurde mir von der netten Schwester erzählt das immer wenn ich gegangen bin ein leichtes lächeln auf ihrem Gesicht lag. Gesprochen hat sie nie wieder mit mir aber ihre Augen haben Geschichten erzählt.

In der Praxis habe ich einmal mit einer Kollegin darüber gesprochen, die meinte ich solle meine Zeit doch nicht an so was verschwenden... Wie kann man so hart sein, in diesem Beruf?

Als ich dann wie gewohnt und versprochen – ich hatte nie einen Samstag ausfallen lassen – wieder in das Pflegeheim ging, kam mir die Schwester schon entgegen und nahm mich an die Seite. Sie erzählte mir das Frau XXX in der vorletzten Nacht eingeschlafen sei und das auch der Schrittmacher nicht mehr helfen konnte... Sie sei ganz friedlich eingeschlafen...

Ich habe mich dann noch erkundigt wo sie den hin gekommen ist und erfuhr das sie verbrannt und anonym auf dem Urnenfriedhof an der Trabrennbahn hier in Hamburg gebettet wurde. Eine Woche später bin ich da hin gefahren und habe ihr das Buch gebracht das wir nicht zu ende gelesen haben. Ich habe es an den Rand der Urnengräber gelegt – alleine wollte ich es auch nicht mehr lesen.

Es war: Die Reise zum Mittelpunkt der Erde – von Jules Verne ...

Vielen Dank fürs lesen

die Ratte aus Hamburg

----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-07 20:54:31 mit dem Titel Ei im Glas *lecker*

Ich kann mich erinnern das als ich klein war, mein Papa immer eine riesige Sauerr(ei) :o) am Frühstückstisch verantstaltete die am Ende aber sehr lecker schmeckte!
Er nannte das "Ei im Glas". Kann sein das es auch anders heißt, aber ich habe seit dem nie wieder jemanden getroffen der das kannte und so will ich das vermeidliche Rezept hier mal zum Besten bringen.

Zutaten:

- Eier (je nach Apettit die Menge selber bestimmen)
- Ketchup
- Butter oder Magarine
- Maggi (flüssig)
- Salz
- Pfeffer

Das ist auch schon alles!

Zubereitung:

- Eier weich kochen und gut abschrecken!
- Eier in ein breites großes Glas tun und gnadenlos zermatschen :o)
- die oben genannten Zutaten je nach Geschmack dazu mischen und das Ganze gut verrühren.
- Dann abschmecken und nach Bedarf noch das Eine oder Andere mehr dazu tun.
- Eine weiche Scheibe Weiß-, oder Feinbrot nehmen und das Ganze aus dem Glas drauf :o)
Oder auch so löffeln...

Ich fand und finde immer noch das dies eine super leckere Sache ist die man einfach mal probiert haben sollte! Auch wenn sich das Ganze jetzt beim lesen ein wenig "matschig-seltsam" anhört, aber das schmeckt wirklich!!!

Viel Spaß beim ausprobieren :o)

Die Ratte aus Hamburg


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-03-08 13:39:25 mit dem Titel Der Lauf der Elbe

Für Hamburg ist die Elbe seit frühester Zeit der Schicksalsstrom und von besonderer Bedeutung.
Sie stellt für den Hamburger Hafen einerseits eine lebenswichtige Verbindung zum offenen Meer dar und ist andererseits eine der wichtigsten Wasserstraßen für die zentraleuropäische Binnenschifffahrt.

Der Strom der Elbe:
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Insgesamt ist die Elbe 1165km lang und ist eine der Hauptströme Mitteleuropas.

Sie entspringt auf dem Kamm des Riesengebierges in Tschechien und fließt in einem weiten Bogen durch das Böhmische Becken.
Sie nimmt in ihrem Lauf die Isar, die Moldau, die Eger auf und durchbricht ab Lobositz das Böhmische Mittelgebierge.

Danach gelangt sie unter dem Schreckenstein vorüber in das Elbsandsteingebirge und von da aus über die Sächsische Schweiz auf deutsches Gebiet.
Dann strömt sie nordwestwärts durch die Dresdener Elbtalweitung und tritt bei Riesa in das Norddeutsche Tiefland ein.
Folgt den Urstromtälern, berührt einige der fruchtbarsten Regionen Deutschlands (Leipziger Tieflandbucht und Megdeburger Börde), durchquert dann nach Norden weite Grundmoränenplatten sowie Wald- und Heidegebiete der Lüneburger Heide.

Rechte Nebenflüsse:
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Sind im Mittelabschnitt Kirnitzsch, Lachsbach, Wesnitz, Preisnitz, Schwarze Elster, Nuthe, Havel (bei Berlin fließen die Beiden dann auch zusammen zur Spree), Stepenitz, Löcknitz, Elde, Sude und Boize.

Linke Nebenflüsse:
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Sind Biela, Gottleuba, Müglitz, Weißeritz, Triebisch, Mulde, Saale, Sülze, Ohre, Aaland, Seege, Jeetze, Ilmenau und Seeve.

Bekannte Elbstädte:
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Sind u.a. Bad Schandau, Pirna, Dresden (Partnerstadt von Hamburg), Meißen (da wo das Porzellan her kommt *gg*), Riesa, Strehla, Belgern, Torgau, Pretsch, die Lutherstadt Wittenberg, Coswig, Rossland, Dessau, Aken, Barby, Schönebeck, Magdeburg, Tangermünde, Arneburg, Wittenberge, Schnackenburg, Lenzen, Dörnitz, Hitzacker, Bleckede, Boizenburg und Geesthacht.

Auf dem Hamburger Stadtgebiet teilt sich der Elbstrom an der Bundhäuser Spitze (Leuchturm) in Nordelbe und Südelbe (mit dem Köhlbrand).

Die Bille und die Alster münden verschleust in die Norderelbe.

In Moorwerder sind an der Süderelbe im Ufernaturschutzgebiet „Heuckenlock“ vor dem Deich unbelassene Flussmarsche der Elbe erhalten.

Hier kann man nebenbei wunderbare Spaziergänge machen und stundenlang wandern!

Unterhalb des Hamburger Hafens beginnt der ca. 110 km lange Mündungstrichter der Unterelbe (hier noch etwa 500m breit).
Der vorbei an Wedel und Stade weitet er sich zu einem 15 km breiten Fluß, der an Cuxhafen vorbei zur Außenelbe wird und dort in der Deutschen Bucht zur Nordsee übergeht.

Über den Nord-Ostsee-Kanal und dem Elbe-Lübeck-Kanal hat die Elbe die Verbindung mit der Ostsee.
Über den Elbe-Seitenkanal und dem Mittelland-Kanal mit dem Rhein (Ruhrgebiet).
Über die Müritz-Elde-Wasserstraße ist sie mit dem mecklenburgerischen Seegebiet sowie über den Elbe-Havel-Kanal mit dem Wasserstraßennetz im Raum Berlin und damit mit der Oder.

Ich hoffe das euch dieser kleine geographische Ausflug gefallen hat *gg*.

Lieben Gruß

die Ratte aus Hamburg :o)