Erfahrungsbericht von NorthPole76
Glück gehabt, oder mein zweiter Geburtstag
Pro:
wenn es darauf ankommt, helfen wir alle zusammen; die Aktion verlief ohne Unfälle
Kontra:
was soll dabei negativ sein???
Empfehlung:
Nein
Normaler Weise bin ich nicht wirklich der emotionale Typ, viele werfen mir sogar vor ich sei eher kalt. Naja, darüber muss ich wohl jeder selbst ein Bild machen, aber das tut hier nichts zu Sache.
Oft wundere ich mich, wenn Leute sagen \"heute ist mein zweiter Geburtstag\" weil sie an diesem Tag vor Jahren ein schlimmes Erlebnis (über)lebt haben. Bis jetzt konnte ich mir immer schwer etwas darunter vorstellen, war ich doch eher der Meinung \"so wie’s kommt kommt’s\".
Im Prinzip bin ich immer noch dieser Meinung, aber gestern hat sich das ganze für mich etwas relativiert. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, oder mein Schutzengel war besonders aufmerksam (gibt es überhaupt Schutzengel???), oder es ist einfach nur so gekommen wie es eben kommen sollte.
Was ist passiert?
Ich fahre schon seit Jahren Rennrad, bin in einem Verein gefahren, habe schon einige Rennen absolviert und spule doch einige Kilometer im Jahr ab. Noch nie, und ich meine wirklich noch nie, ist mir etwas passiert.
Dumm wie wir Menschen sind (entschuldigt bitte die Verallgemeinerung) glaubt man rasch \"mir kann nichts passieren\", ich bin gegen alles \"Böse\" immun. Das habe ich eben auch bis gestern geglaubt....
Ich war wieder auf einer Trainingsrunde, denn am Freitag soll’s auf den Großglockner gehen, und war eigentlich schon zu Hause. Ich kenne die Strecke, fahre sie mehrmals in der Woche, und ich kenne auch die Gefahr dieser besonderen Stelle, einer T-Kreuzung.
Ich komme also zur Kreuzung und muss über die Strasse. Von vorne ein PKW der gerade losfahren will, dann aber stehen bleibt und zu mir sieht. Von rechts kein Auto in Sicht, auch links nichts zu erkennen. Ich fahre also los, in die Kreuzung....
Und im selben Moment erkenne ich den Fehler. Der PKW geradeaus hat nicht mir gedeutet ich könne fahren, auch wenn es ziemlich eindeutig war, denn er sah eben zu mir. Sondern es kam ein Alfa von links, und das ziemlich schnell. An mehr kann ich mich eigentlich nicht erinnern, es war dann alles nur mehr wie in einem Film.
Ich habe nur mehr ein Quietschen gehört und irgendwie hab ich mich schon durch die Luft fliegen sehen und irgendwo landen. Aber dann hat anscheinend mein Körper ohne mein zutun übernommen:
Ich habe einfach voll durchgetreten und habe versucht schnell wegzukommen und anscheinend (denn sonst würde ich das heute nicht schreiben) hat es funktioniert. Ich lebe und ich bin dem Auto nicht hineingedonnert. Ich weiß nicht wie knapp es gewesen sein muss, aber ich habe immer wieder ein Bild irgendwo im Hinterkopf, dass es keine 5 cm waren, die dem Alfa auf mein Hinterrad gefehlt haben.
Richtig realisiert hab ich alles erst zu Hause. Ich weiß noch, dass der Alfa langsam weitergefahren ist und das ich mich per Handzeichen beim ihm/ihr entschuldigt habe. Ein schwacher Trost für den Lenker, denn bei diesem möchte ich mich auf diesem Weg, auch wenn er/sie es wahrscheinlich niemals lesen wird, entschuldigen.
Ich bin mir sicher, hätte mich der Alfa erwischt (dabei wäre eigentlich ich ihm direkt in die Motorhaube gedonnert) wäre viel kaputt gewesen. Wahrscheinlich alles. Aber nun im Nachhinein über \"was wäre wenn\" zu diskutieren ist nicht meine Sache, deshalb tue ich das auch nicht.
Mir ist gestern einfach nur bewusst geworden, dass ich verdammtes Glück gehabt habe, und dass man immer auf alles gefasst ein muss. Vor allem auf seine eigene Dummheit und Unachtsamkeit, denn diese hätten mir gestern fast das Leben gekostet...
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 19:29:23 mit dem Titel Eine Expedition namens Großglockner
Über das Hochwasser muss ich wohl niemanden mehr etwas erzählen. Es gab genügend Berichte und ausführliche Berichterstattung.
Da das Wetter auch keine Grenzen kennt, waren neben Deutschland, auch weite Teile Österreichs von dieser Katastrophe betroffen. Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Vorarlberg, kaum ein Bundesland, welches nicht im Wasser unterging.
Nun ist das Wasser weg, oder zumindest in den meisten gebieten. Nun beginnen die Menschen langsam die tatsächlichen Ausmaße zu sehen, zu realisieren, dass viele um Ihre Existenz bangen müssen.
Nun wage ich als Österreicher zu behaupten, und diese Behauptung wird mir Schelte und Missgunst bringen, dass wir, wenn alles „normal“ läuft, gerne einmal auf unsere Mitmenschen vergessen. Oder um es schlicht zu sagen: „Was mein Nachbar macht und wie es ihm geht, ist mir wurscht (=egal)“.
Gleichzeitig behaupte ich aber, dass, wenn es auf Zusammenhalt ankommt, dies eine der größten positiven Eigenschaften der Österreicher ist, und darum geht’s in diesem Bericht (man möge die doch etwas lange Einleitung verzeihen):
Zwei Moderatoren des Ö3 (eine der meistgehörten Radiostationen) Weckers (Morgensendung bei Ö3), nämlich Andreas Jäger (Wetterfrosch vom Dienst) und Harry Raithofer (Lead-Moderator), kamen auf eine fabelhafte Idee:
Warum nicht auf den Großglockner (mit 3.798m der höchste Berg Österreichs) radeln, einen potenten Sponsor finden, und pro Person, die es ebenfalls schafft, 100,- Euro für die Hochwasserhilfe spenden.
Soweit die Kurzform.
Dass mit dem Großglockner eigentlich nur das Fuschertörl auf 2.432m (oder in dieser Nähe) gemeint war, störte niemanden. Ein Sponsor war auch schnell gefunden, nämlich die „Österreichische Nationalbank“, und so wurde diese Idee in knapp einer Woche realisiert.
Anfangs hieß es noch, man müsse sich um Parkplätze bei der Mautstelle Ferleiten (Start) keine Sorge machen, denn es gäbe genügend.
Doch man wurde von den Österreichern überrascht:
Schon 2 Tage nach Bekanntgabe der Aktion hieß es, es werde knapp mit den Parkplätzen und am 29. August, einem Tag vor dem Event, musste Ö3 sogar einen Anmeldestopp verhängen.
Ö3 hatte anfangs mit rund 700 bis maximal 1.000 Freaks gerechnet, die sich dieser Aktion anschließen würden. Wie konnte man auch damit rechnen, dass es mehrere Tausend werden würden, die das Fuschertörl entweder per Rad oder „per pedes“ bis 12.00 Uhr am 30. August erreichen wollten, um pro Person so 100,- zu Spenden.
Schnitt
Offiziell wurde 05.00 Uhr am 30. August als Treffpunkt kommuniziert. Als offizieller Start wurde weiter 07.00 Uhr genannt.
Doch für viele sollte es anders kommen.
Ich machte mich um 05.00 von Kaprun (13km vom Start entfernt) auf den Weg. Allerdings musste ich schnell einsehen, dass es schwer werden würde, zum Start zu gelangen. Bereits seit Stunden gab es einen Anfahrtsstau von mehr als 9 km. Es blieb also nichts anderes über, als bereits vom Talboden die 9km zum Start zu fahren, ein ideales Aufwärmen also, für die eigentliche Strecke:
Die 12,9km hinauf zum Fuschertörl, mit einer durchschnittlichen Steigung von 10-12% über 14 Kehren.
Um ca. 06.00 Uhr war ich endlich am Start, ich sollte aber noch 2 ½ Stunden warten, bevor ich mich auf meine „Expedition“ begeben könnte.
Der Start um 07.00 Uhr war heillos überlaufen, die ersten Kilometer konnte nur geschoben werden, deshalb entschloss ich mich zu warten um dann, später, durchfahren zu können.
Um 08.30 Uhr war es endlich soweit, ich begann meine Tour. Von der Auffahrt möchte ich eigentlich nicht viel schreiben, dass muss man selbst gemacht haben. Mir kam es eigentlich leichter vor, als ich befürchtet hatte. Das lag vielleicht aber auch daran, dass ich schnell einen Tritt fand und nicht in den Massen eingekesselt war.
Nach 1 Stunde 31 Minuten und 48 Sekunden war ich oben am Fuschertörl, die 12,9 km hinter mir. Die Zeit war aber nebensächlich (da wäre mehr drinnen, in etwa 1 Stunde 15 Minuten), wichtig war die Idee der Sache.
Dieses „Expedition Großglockner“ werde ich wohl nie vergessen. Nicht, weil es eine so super Zeit war, die ich gefahren bin, oder weil das Wetter so toll war. Nein!!!
Es war einfach unbeschreiblich mit knapp 12.000 Anderen eine Hochalpenstrasse hinauf zu radeln/wandern und das für einen guten Zweck. 12.000, die denen, die in den letzten Wochen weniger Glück hatten zu helfen und einfach durch körperliche Leistung zu helfen. Die Leistung jeden einzelnen wäre einen Bericht wert, Leute, die normalerweise gerade mal zum Bäcker radeln um sich Ihr Frühstück zu holen und im Jahr vielleicht 500km, wenn überhaupt, radeln. Kinder, die gerade mal 7 Jahre alt waren und sich mit ihren Kinderrädern hinauf strampelten. Inlineskater, Rollstuhlfahrer,...
Insgesamt erreichten 11.664 Personen das Fuschertörl, die Nationalbank verlängerte den „Zieleinlauf“ bis 14.00 Uhr, die Hochalpenstrassen AG sperrte die Strasse bis 15.00 Uhr (die Hochalpenstrasse wurde übrigens noch nie zuvor für einen Charity Event gesperrt) und aus den 1.166.400 Euro wurden großzügige 1,2 Mil. Euro gemacht.
Man kann also sagen, die Expedition war ein voller Erfolg!!!
Und erwähnen muss man auch, dass es nicht nur Österreicher waren, die durch ihren Sport helfen wollten. Deutsche, Franzosen, Belgier, Holländer,.... auch sie waren dabei. Da bleibt nur zu sagen DANKE und die Freude, dass wenn es darauf ankommt, man sich auf seine Mitmenschen verlassen kann.
Oft wundere ich mich, wenn Leute sagen \"heute ist mein zweiter Geburtstag\" weil sie an diesem Tag vor Jahren ein schlimmes Erlebnis (über)lebt haben. Bis jetzt konnte ich mir immer schwer etwas darunter vorstellen, war ich doch eher der Meinung \"so wie’s kommt kommt’s\".
Im Prinzip bin ich immer noch dieser Meinung, aber gestern hat sich das ganze für mich etwas relativiert. Vielleicht hatte ich einfach nur Glück, oder mein Schutzengel war besonders aufmerksam (gibt es überhaupt Schutzengel???), oder es ist einfach nur so gekommen wie es eben kommen sollte.
Was ist passiert?
Ich fahre schon seit Jahren Rennrad, bin in einem Verein gefahren, habe schon einige Rennen absolviert und spule doch einige Kilometer im Jahr ab. Noch nie, und ich meine wirklich noch nie, ist mir etwas passiert.
Dumm wie wir Menschen sind (entschuldigt bitte die Verallgemeinerung) glaubt man rasch \"mir kann nichts passieren\", ich bin gegen alles \"Böse\" immun. Das habe ich eben auch bis gestern geglaubt....
Ich war wieder auf einer Trainingsrunde, denn am Freitag soll’s auf den Großglockner gehen, und war eigentlich schon zu Hause. Ich kenne die Strecke, fahre sie mehrmals in der Woche, und ich kenne auch die Gefahr dieser besonderen Stelle, einer T-Kreuzung.
Ich komme also zur Kreuzung und muss über die Strasse. Von vorne ein PKW der gerade losfahren will, dann aber stehen bleibt und zu mir sieht. Von rechts kein Auto in Sicht, auch links nichts zu erkennen. Ich fahre also los, in die Kreuzung....
Und im selben Moment erkenne ich den Fehler. Der PKW geradeaus hat nicht mir gedeutet ich könne fahren, auch wenn es ziemlich eindeutig war, denn er sah eben zu mir. Sondern es kam ein Alfa von links, und das ziemlich schnell. An mehr kann ich mich eigentlich nicht erinnern, es war dann alles nur mehr wie in einem Film.
Ich habe nur mehr ein Quietschen gehört und irgendwie hab ich mich schon durch die Luft fliegen sehen und irgendwo landen. Aber dann hat anscheinend mein Körper ohne mein zutun übernommen:
Ich habe einfach voll durchgetreten und habe versucht schnell wegzukommen und anscheinend (denn sonst würde ich das heute nicht schreiben) hat es funktioniert. Ich lebe und ich bin dem Auto nicht hineingedonnert. Ich weiß nicht wie knapp es gewesen sein muss, aber ich habe immer wieder ein Bild irgendwo im Hinterkopf, dass es keine 5 cm waren, die dem Alfa auf mein Hinterrad gefehlt haben.
Richtig realisiert hab ich alles erst zu Hause. Ich weiß noch, dass der Alfa langsam weitergefahren ist und das ich mich per Handzeichen beim ihm/ihr entschuldigt habe. Ein schwacher Trost für den Lenker, denn bei diesem möchte ich mich auf diesem Weg, auch wenn er/sie es wahrscheinlich niemals lesen wird, entschuldigen.
Ich bin mir sicher, hätte mich der Alfa erwischt (dabei wäre eigentlich ich ihm direkt in die Motorhaube gedonnert) wäre viel kaputt gewesen. Wahrscheinlich alles. Aber nun im Nachhinein über \"was wäre wenn\" zu diskutieren ist nicht meine Sache, deshalb tue ich das auch nicht.
Mir ist gestern einfach nur bewusst geworden, dass ich verdammtes Glück gehabt habe, und dass man immer auf alles gefasst ein muss. Vor allem auf seine eigene Dummheit und Unachtsamkeit, denn diese hätten mir gestern fast das Leben gekostet...
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-09-11 19:29:23 mit dem Titel Eine Expedition namens Großglockner
Über das Hochwasser muss ich wohl niemanden mehr etwas erzählen. Es gab genügend Berichte und ausführliche Berichterstattung.
Da das Wetter auch keine Grenzen kennt, waren neben Deutschland, auch weite Teile Österreichs von dieser Katastrophe betroffen. Salzburg, Oberösterreich, Niederösterreich, Vorarlberg, kaum ein Bundesland, welches nicht im Wasser unterging.
Nun ist das Wasser weg, oder zumindest in den meisten gebieten. Nun beginnen die Menschen langsam die tatsächlichen Ausmaße zu sehen, zu realisieren, dass viele um Ihre Existenz bangen müssen.
Nun wage ich als Österreicher zu behaupten, und diese Behauptung wird mir Schelte und Missgunst bringen, dass wir, wenn alles „normal“ läuft, gerne einmal auf unsere Mitmenschen vergessen. Oder um es schlicht zu sagen: „Was mein Nachbar macht und wie es ihm geht, ist mir wurscht (=egal)“.
Gleichzeitig behaupte ich aber, dass, wenn es auf Zusammenhalt ankommt, dies eine der größten positiven Eigenschaften der Österreicher ist, und darum geht’s in diesem Bericht (man möge die doch etwas lange Einleitung verzeihen):
Zwei Moderatoren des Ö3 (eine der meistgehörten Radiostationen) Weckers (Morgensendung bei Ö3), nämlich Andreas Jäger (Wetterfrosch vom Dienst) und Harry Raithofer (Lead-Moderator), kamen auf eine fabelhafte Idee:
Warum nicht auf den Großglockner (mit 3.798m der höchste Berg Österreichs) radeln, einen potenten Sponsor finden, und pro Person, die es ebenfalls schafft, 100,- Euro für die Hochwasserhilfe spenden.
Soweit die Kurzform.
Dass mit dem Großglockner eigentlich nur das Fuschertörl auf 2.432m (oder in dieser Nähe) gemeint war, störte niemanden. Ein Sponsor war auch schnell gefunden, nämlich die „Österreichische Nationalbank“, und so wurde diese Idee in knapp einer Woche realisiert.
Anfangs hieß es noch, man müsse sich um Parkplätze bei der Mautstelle Ferleiten (Start) keine Sorge machen, denn es gäbe genügend.
Doch man wurde von den Österreichern überrascht:
Schon 2 Tage nach Bekanntgabe der Aktion hieß es, es werde knapp mit den Parkplätzen und am 29. August, einem Tag vor dem Event, musste Ö3 sogar einen Anmeldestopp verhängen.
Ö3 hatte anfangs mit rund 700 bis maximal 1.000 Freaks gerechnet, die sich dieser Aktion anschließen würden. Wie konnte man auch damit rechnen, dass es mehrere Tausend werden würden, die das Fuschertörl entweder per Rad oder „per pedes“ bis 12.00 Uhr am 30. August erreichen wollten, um pro Person so 100,- zu Spenden.
Schnitt
Offiziell wurde 05.00 Uhr am 30. August als Treffpunkt kommuniziert. Als offizieller Start wurde weiter 07.00 Uhr genannt.
Doch für viele sollte es anders kommen.
Ich machte mich um 05.00 von Kaprun (13km vom Start entfernt) auf den Weg. Allerdings musste ich schnell einsehen, dass es schwer werden würde, zum Start zu gelangen. Bereits seit Stunden gab es einen Anfahrtsstau von mehr als 9 km. Es blieb also nichts anderes über, als bereits vom Talboden die 9km zum Start zu fahren, ein ideales Aufwärmen also, für die eigentliche Strecke:
Die 12,9km hinauf zum Fuschertörl, mit einer durchschnittlichen Steigung von 10-12% über 14 Kehren.
Um ca. 06.00 Uhr war ich endlich am Start, ich sollte aber noch 2 ½ Stunden warten, bevor ich mich auf meine „Expedition“ begeben könnte.
Der Start um 07.00 Uhr war heillos überlaufen, die ersten Kilometer konnte nur geschoben werden, deshalb entschloss ich mich zu warten um dann, später, durchfahren zu können.
Um 08.30 Uhr war es endlich soweit, ich begann meine Tour. Von der Auffahrt möchte ich eigentlich nicht viel schreiben, dass muss man selbst gemacht haben. Mir kam es eigentlich leichter vor, als ich befürchtet hatte. Das lag vielleicht aber auch daran, dass ich schnell einen Tritt fand und nicht in den Massen eingekesselt war.
Nach 1 Stunde 31 Minuten und 48 Sekunden war ich oben am Fuschertörl, die 12,9 km hinter mir. Die Zeit war aber nebensächlich (da wäre mehr drinnen, in etwa 1 Stunde 15 Minuten), wichtig war die Idee der Sache.
Dieses „Expedition Großglockner“ werde ich wohl nie vergessen. Nicht, weil es eine so super Zeit war, die ich gefahren bin, oder weil das Wetter so toll war. Nein!!!
Es war einfach unbeschreiblich mit knapp 12.000 Anderen eine Hochalpenstrasse hinauf zu radeln/wandern und das für einen guten Zweck. 12.000, die denen, die in den letzten Wochen weniger Glück hatten zu helfen und einfach durch körperliche Leistung zu helfen. Die Leistung jeden einzelnen wäre einen Bericht wert, Leute, die normalerweise gerade mal zum Bäcker radeln um sich Ihr Frühstück zu holen und im Jahr vielleicht 500km, wenn überhaupt, radeln. Kinder, die gerade mal 7 Jahre alt waren und sich mit ihren Kinderrädern hinauf strampelten. Inlineskater, Rollstuhlfahrer,...
Insgesamt erreichten 11.664 Personen das Fuschertörl, die Nationalbank verlängerte den „Zieleinlauf“ bis 14.00 Uhr, die Hochalpenstrassen AG sperrte die Strasse bis 15.00 Uhr (die Hochalpenstrasse wurde übrigens noch nie zuvor für einen Charity Event gesperrt) und aus den 1.166.400 Euro wurden großzügige 1,2 Mil. Euro gemacht.
Man kann also sagen, die Expedition war ein voller Erfolg!!!
Und erwähnen muss man auch, dass es nicht nur Österreicher waren, die durch ihren Sport helfen wollten. Deutsche, Franzosen, Belgier, Holländer,.... auch sie waren dabei. Da bleibt nur zu sagen DANKE und die Freude, dass wenn es darauf ankommt, man sich auf seine Mitmenschen verlassen kann.

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