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Erfahrungsbericht von Lachesis

Tja, datt war wohl nix... ein Rückblick auf den Grand Prix d'Eurovision

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Nach ein paar blöden Ereignissen am Freitag (was aber eine andere Geschichte ist) habe ich den gestrigen Abend zu Hause verbracht - und mir den Grand Prix d'Eurovision de la Chanson reingezogen. Dieses Ereignis wird ja jedes Jahr großartig beschrieen und auch diesmal war es nicht anders, als die blinde Corinna May, Ralph Siegel's letzte große Hoffnung, nun doch wieder an den Start geschickt wurde.
Das ganze fand diesmal in Tallinn/Estland statt.

Es hatte jede Menge Vorgerede gegeben. Man hatte gerätselt ob das kleine Estland ein so großes Gerede würde managen können, und Corinna May als deutsche Hoffnung wurde als heiße Favoritin gehandelt. Tja, wie man sich täuschen kann, ist selten so eindrucksvoll bewiesen worden...

Auf jeden Fall hat Estland eine solide Show ohne nennenswerte Pannen und zu viel Schnickschnack organisiert. Hut ab! Die Zwischensequenzen in Form von kurzen Interpretationen bekannter Märchen waren passend und oft auch hintergründig (der Froschkönig gefiel mir besonders *g*).

Die Abstimmung verfolgte wie immer mittels Telefonanrufen aus allen Ländern, denn die Show wurde ja überall hin übertragen. Je nach Zahl der Anrufe wurden von den einzelnen Ländern Punkte verteilt - von 1 bis 12 Punkten. Die Zusammenrechnung der Punkte ergab den Sieger.

Die Teilnehmer:

Insgesamt waren wieder 24 europäische Nationen vertreten. Was mir negativ auffiel, war die Einfallslosigkeit was die Lieder angeht. Es wird fast nur noch Englisch gesungen, kaum noch in einer Landessprache, und zu einem großen Prozentsatz wurde auf weibliche Interpreten mit viel Haut und Sex-Appeal wert gelegt, anstatt auf Charakterköpfe mit genialen Stimmen und landestypischen Einflüssen. So waren viele gute, klanglich und stimmlich solide, aber kaum außergewöhnliche Titel am Start, wo keines wirklich ins Ohr gehen wollte. Die männliche Fraktion war kläglich gesäht in Boygroups (!) und ein paar wenigen Fossilen. Bei dem griechischen Titel musste ich wirklich lachen, weil der schiefe Gesang von Vertreter Michalis Rakintzis, der mit seinen Backgroundsängern im Roboteroutfit anrückte, am allerwenigsten überzeugte.

Das Ergebnis und meine Meinung:

Die Siegerin heißt Marija N. aus Lettland - und das zu Recht. In meinen Augen war der von ihr selbst geschriebene Titel "I wanna" einfach das kreativste Stück des Abends, frisch und witzig rübergebracht mit einfallsreichen Tanzeinlagen. Das Lied an sich trifft nicht wirklich meinen Geschmack, aber was die Konkurrenz anging, hat er den Sieg verdient.
Trotzdem fieberte ich bei der Abstimmung für Malta, für das Ira Lasco ebenfalls eine solide Darbietung präsentiert hatte. Aber ich muss zugeben, dass das wohl auch an meiner großen Sympathie für Malta in sich lag...*g*

Und Corinna? Ihr Auftritt war gut, aber reichte schon an den von der Vorentscheidung nicht heran. Da überwiegte wohl doch die Nervosität und ließ so manchen schwierigen Ton nicht recht gelingen. Hat sie den schlechten 21. Platz (nur 17 Punkte) verdient? Nein, da war wirklich schlechteres dabei. Aber wäre das ein Sieg gewesen? In meinen Augen nicht. Vielleicht war einfach von vorne herein zu viel Wind gemacht worden. Da wurden Musikwissenschaftler (und solche, die es gerne wären) heran gezogen, um den großen Wert, Tiefgang und "die körperliche Ebene" von Corinna's Titel "I can't live without music" in den Himmel zu heben, Sätze wie "Ich will ein Weltstar werden" geistern durch die Nachrichten und bei mir bleibt der Eindruck: je mehr Wind, desto geringer meine Sympathie. Im Vergleich zu den anderen Darbietungen hat Corinna in meinen Augen nichts außergewöhnliches geboten und mich nicht vom Hocker gerissen. Ich bleibe Anhänger der Geheimtipps. Der Sieg ist in Lettland gut aufgehoben.

32 Bewertungen, 7 Kommentare

  • anonym

    29.05.2002, 22:29 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Volksverarsche ... *hüstel*

  • zettikonfetti

    28.05.2002, 19:50 Uhr von zettikonfetti
    Bewertung: sehr hilfreich

    Tja...aber ein kleiner Fehler bleibt....Corinna ist 22te geworden....der zettikonfetti

  • hotte07

    28.05.2002, 17:58 Uhr von hotte07
    Bewertung: sehr hilfreich

    Also ich war regelrecht geschockt über die miese Qualität von Corinnas Auftritt... es klang über weite Strecken absolut schief... und daher fand aufgrund der Kombination von mittelmäßigem Lied und scheiß Performance den 21.

  • kenam

    27.05.2002, 13:29 Uhr von kenam
    Bewertung: sehr hilfreich

    Der deutsche Beitrag war einer von vielen und genau so hat er geklungen. Geeignet als Hintergrundberieselung im Supermarkt, aber nichts, bei dem man das Radio lauter drehen würde. Das mit der Landessprache ist so eine Sache: viele Sprachen habe keinen

  • DERWUNDERBARE

    27.05.2002, 02:33 Uhr von DERWUNDERBARE
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich habs ja direkt gesagt,wir hätten Zlatko, Raab oder Mooshammer schicken sollen,die hätten dann wenigstens noch Mitleidspunkte gekriegt wie das slovenische Tuntentrio oder dieser griechische Boygroupverschnitt für ganz Arme! ;o)

  • tobi.birkner

    27.05.2002, 01:42 Uhr von tobi.birkner
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ich finde auch dass die Richtige gewonnen hat, was ich nicht verstehen kann ist allerdings die hohe Bewertung der Sängerin aus Malta, an ihrem Gesang konnte das wohl ja nicht liegen. Ich habe selber eine klassische Gesangsausbildung erhalten und singe

  • grashopper

    27.05.2002, 01:25 Uhr von grashopper
    Bewertung: sehr hilfreich

    Was Deutschland so zum GPd'E schickt, hat was von kalten Füßen - es gibt doch so gute Beispiele, die international konkurrenzfähig sind- läßt man die bei den Vorentscheidungen nicht mitmachen oder wie ist das ?