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Erfahrungsbericht von blokk

Ein Küßchen in Ehren

Pro:

Nicht zu süß und nicht zu dick

Kontra:

Suchtgefährdend!

Empfehlung:

Nein

Meine bessere Hälfte weilt weit weg in fremden Gestaden und kann mir mit Streicheleinheiten nicht den Tag versüßen. Bei meiner Suche nach Ersatzbefriedigung ohne Schuldgefühle fand ich neulich im Supermarkt eine akzeptable Variante des heißgeliebten Lippenabdrucks: Grabower Minis!

Nicht gerade in einer reißerisch aufgemachten Pappverpackung versteckt, warten 32 Schaumküsse auf ihre Entdeckung durch einen einsamen Genießer. Insgesamt bringen die süßen Küsschen 266 Gramm auf die Waage, die sich dank kluger Zusammensetzung garantiert nicht voll auf der Personenwaage wiederfinden lassen.

Beim Öffnen der recycle- fähigen Schachtel stellte ich fest, warum diese kleinen Dinger nicht mehr „Negerküsse“ heißen. Es gibt nämlich auch weiße und hellbraune Küsse, insgesamt drei Sorten: weiß, hellbraun und dunkelbraun. Dementsprechend die Geschmacksrichtung mild, mittelherb und herb.

Ein Blick auf die Zusammensetzung dieser mundgerechten Versuchung zeigt mir, dass der Hersteller auch an mögliche Spätfolgen gedacht hat.

Als Verdickungsmittel des verwendeten Trockeneiweiß wird Agar-Agar verwendet, eine Substanz, die aus Rotalgen hergestellt wird. Mir ist dieses Mittel aus der Herstellung meiner Marmelade geläufig. Ein Prozent Agar-Agar reicht aus, um aus Apfelsaft Apfelgelee werden zu lassen.

Damit sich die Küsschen eine Weile frisch halten und nicht zu einer Kaumasse mutieren, wird eine Prise Sorbit zugesetzt. Diese grausig klingende Substanz ist ein körpereigenes Zwischenprodukt bei der Wandlung von unverdaubarem Zucker in verdaubaren Fruchtzucker. Die Diabetiker unter uns werden es unter dem Begriff „Zuckeraustauschstoff“ nur zu gut kennen. Weniger bekannt ist seine Anwendung bei der Behandlung von Hirnödemen.

Überzogen wird die Leckerei von Schokolade aus fruktosehaltigem Sirup. Also, auch hier kein Zucker pur, sondern viel Rücksicht auf meine einsamen Nächte vor dem Computer.

Der Waffelboden enthält als Triebmittel Natriumhydrogencarbonat. Ohne dieses Salz wäre ich mächtig aufgeschmissen. Krämpfe würden meine überanstrengten Finger schütteln, ist es doch verantwortlich für die Pufferung überschüssiger Milchsäure in den Muskeln. Allerdings führe ich mir diese Chemie überwiegend durch Mineralwasser ein. Doch das ist ein anderes Thema und gehört nicht hierher.

Bliebe noch das Lecithin zu erwähnen. Die LiebhaberInnen der Mager-Margarine werden diesen Stoff zu schätzen wissen. Es hat nämlich die unglaubliche Fähigkeit, Wasser wie Fett aussehen zu lassen. Ein Stoff mit zwei Seelen gewissermaßen. Die eine liebt das Fett, die andere das Wasser. Kluge Menschen benutzen es daher, um Wasser und Fett zu verbinden.

Wer könnte bei all diesem Wissen noch der köstlichen Versuchung widerstehen. Ich gestehe, ich gehöre nicht dazu.

16 Bewertungen, 2 Kommentare

  • giselamaria

    01.09.2008, 18:58 Uhr von giselamaria
    Bewertung: sehr hilfreich

    und da ist sogar TRIEBMittel, drin !! Oha, na wenn da nüschd hülft ;-) :-)))

  • Indigo

    14.06.2002, 21:04 Uhr von Indigo
    Bewertung: sehr hilfreich

    und wenn man sie in die Mikrowelle steckt, dann wehren sie sich kurz und geben dann auf.