Erfahrungsbericht von Anachronistin
Goethe - Die Leiden des jungen Werthers - Eine Inspiration
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Meine Sprache ist stark beeinflusst durch die neuerliche Lektüre von Goethes „Die Leiden des jungen Werthers“. – Manchmal habe ich den Eindruck, in die falsche Zeit hineingeboren worden zu sein, frage mich jedoch gleichzeitig, was zu anderen Zeiten anders, und eventuell besser für mich und mein Dasein gewesen wäre. Erinnere eine Passage aus oben genanntem Werk, „Wenn Du fragst, wie die Leute hier sind? muß ich Dir sagen: wie überall. Es ist ein einförmig Ding um`s Menschengeschlecht. Die meisten verarbeiten den größten Theil der Zeit, um zu leben, und das Bisgen, das ihnen von Freiheit übrig bleibt, ängstigt sie so, daß sie alle Mittel aufsuchen, um`s loszuwerden. O Bestimmung des Menschen.“ Ich überdenke beim Lesen dieser Zeilen meine Fluchtgedanken, die sich auf die Zeit nach dem Studium beziehen, weiß um die Umstände, und bin mir doch im Klaren darüber, dass es so sein muss und wird. So will ich fliehen vor Erinnerungen, die an Häusern und Straßenecken Berlins hängen, wo der Schatten sonnige Fleckchen verdrängt und mir mancherorts das Lächeln auf den Lippen gefrieren lässt. Womit ich nicht sagen will, dass ich beim Gedanken an diese Stadt nicht auch schöne Dinge erinnern kann. Einerseits fühle ich mich mit dieser Stadt recht fest verwachsen, und weiß, dass mich der Abschied weh um`s Herz machen wird, und doch werde ich mich lösen, und sei es nur, um mich vor mir selbst zu beweisen, sei es, mir eindeutig vor Augen zu führen, dass andernorts auch „nur“ Menschen leben, anhand derer Existenz ich Vergleiche ziehen kann zum Dasein der hier Lebenden. – Ja, dort, wo ich hingehen werde, wird es auch wieder Menschen geben, die selbstverloren existieren, die nicht mehr umarmen können, die meine Augen nicht ertragen können, die meine Gedanken nicht verstehen werden. Und doch muss es auch dort Menschen geben, ganz wenige vielleicht, denen ich mich nähern kann, ohne Gefahr zu laufen, reuig in mich zu gehen, weil ich neuerlich versucht haben werde, zu vertrauen.
Es wird immer schwieriger werden, zu glauben. Wohl werde ich mich zur rechten Zeit stets meines Glaubens an mich selbst erinnern und mich auf mich besinnen können. Doch der Glaube an andere Menschen erschüttert sich von Lebensjahr zu Lebensjahr etwas mehr. Welch bedauerlicher Umstand!
Welch Graus und welche Gram schleichen sich heftig in mein doch sanftes Herz, wenn ich darüber nachsinne.
Mai 2001
Es wird immer schwieriger werden, zu glauben. Wohl werde ich mich zur rechten Zeit stets meines Glaubens an mich selbst erinnern und mich auf mich besinnen können. Doch der Glaube an andere Menschen erschüttert sich von Lebensjahr zu Lebensjahr etwas mehr. Welch bedauerlicher Umstand!
Welch Graus und welche Gram schleichen sich heftig in mein doch sanftes Herz, wenn ich darüber nachsinne.
Mai 2001
12 Bewertungen, 2 Kommentare
-
07.05.2002, 01:34 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichManche Leser scheinen Euch, wie Ihr befürchtetet, nicht ansatzweise verstanden zu haben. Was das Zitat angeht - so meint´ ich´s doch nur... Bemüht Euch des Verstehens wegen! Wenn doch versteh´n Euch jemand will, bitt´ ich sehr, Euch
-
01.05.2002, 19:06 Uhr von Maxilenium
Bewertung: sehr hilfreichWieder nichts reingebracht. Streng dich mal bitte etwas an

Bewerten / Kommentar schreiben