Erfahrungsbericht von Ingwer
Gewalt in allen Variationen. Sind wir wirklich asoziale Wesen?
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Gewalt:
Vielleicht gehört an den Anfang meines Textes eine kleine Unterscheidung, und nämlich die zwischen tierischer und menschlicher Gewalt.
Tiere wenden Gewalt an, um ihr Leben und Überleben zu sichern (Fleischfresser, auf der Suche nach Weibchen, Fortpflanzung etc., Revierverteidigung etc.) und diese Gewalt im Tierreich ist größtenteils auch ritualisiert (z.B. alleine durch die Rangordnung z.B. bei Wölfen).
Der Mensch hingegen hat in seiner Entwicklung diese Stufe des "Kämpfens zum Überleben" längst hinter sich gelassen. War es irgendwann vor tausenden von Jahren so, dass Gewalt auch für den Menschen lebensnotwendig war, so gibt es heute eigentlich kaum einen Grund, der Gewalt rechtfertigt.
Der entscheidende Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Gewalt ist nunmal der, das Tiere rein instinktiv handeln; der Mensch aber in der Lage ist, Gewalt zu planen und NICHT NUR FÜR DAS ÜBERLEBEN einzusetzen.
Menschliche Gewalt hat viele Formen und ist immer ein Zeichen großer Aggression, die sich nach außen hin manifestiert (im Unterschied zur sogenannten Auto-Aggression, die sich nach innen, also gegen die eigene Person richtet).
Gewalt ist nicht nur ein Phänomen, das man offen beobachten kann. Sicherlich gibt es immer wieder erschreckende Bilder randalierender Skinheads in den Medien.
Kriege sind ebenfalls der Ausdruck höchster körperlicher Gewalt.
Und schrecklich ist besonders, wenn gegen Kinder die Hand erhoben wird.
Aber:
Gewalt ist nicht nur auf der physischen, sondern auch auf der psychischen Ebene zu finden. Mobbing, Bossing und andere neuartige Modeworte beschreiben diesen Trend genau.
Unsere Ellenbogengesellschaft FORDERT buchstäblich ein Wachstum der Gewalt.
Ursachen:
Gewalt hat viele Ursachen.
Heterophobie (Angst vor Fremden und Andersartigen) steht dabei auf der Erklärungsliste. Vorurteile, die im Kopf dominieren sind oftmals schwer durch Rationalität zu bekämpfen. Ein geringes Selbstwertgefühl ist eine Nährquelle für aggressives, gewalttätiges Verhalten.
Unsere Gesellschaft vermittelt oftmals das Gefühl, Menschen würden instrumentalisiert. Jeder geht Beziehungen ein, aber nur in dem Maße, dass sie ihm nützlich sind. Und die alte Oma wird ins Heim abgeschoben und von einer jungen Schülerin gegen Entgeld wöchentlich besucht. Denn sie steht der Karriere im Weg.
Eine Lösung für Probleme ist Gewalt sicherlich nicht. Gewalt gegen andere Menschen oder auch gegen sich selbst dient zwar zum Aggressionsabbau, kann aber dauerhaft nicht zum Erfolg führen. Und der Preis für diesen Aggressionsabbau ist manchmal doch unverhältnismäßig hoch. Sollte der Mensch nicht schon soweit fortgeschritten sein, dass er sich durch Artikulation und Argumentation seinem Zeil nähern kann?
Sind nicht Worte viel stärker als Fäuste?
Und ist nicht der Beherrschte viel stärker als der Choleriker?
Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind kälter gewrden. Alles wird schnelllebiger, und die Orientierungslosigkeit nimmt laufend zu. Wohin wird das führen, wenn nicht umgedacht wird? Zurück zum blanken Jeder-gegen-jeden? Hatte Hobbes doch recht, als er sagte "Homo homini lupus est" (Der Mensch ist des Menschen Wolf)?
Sind wir wirklich asoziale Wesen?
Ich würde gerne den Kopf schütteln und mir selbst glauben können.
PS:Bewertung unten nicht beachten- wie immer, bei den Philokategorien ;-)
Vielleicht gehört an den Anfang meines Textes eine kleine Unterscheidung, und nämlich die zwischen tierischer und menschlicher Gewalt.
Tiere wenden Gewalt an, um ihr Leben und Überleben zu sichern (Fleischfresser, auf der Suche nach Weibchen, Fortpflanzung etc., Revierverteidigung etc.) und diese Gewalt im Tierreich ist größtenteils auch ritualisiert (z.B. alleine durch die Rangordnung z.B. bei Wölfen).
Der Mensch hingegen hat in seiner Entwicklung diese Stufe des "Kämpfens zum Überleben" längst hinter sich gelassen. War es irgendwann vor tausenden von Jahren so, dass Gewalt auch für den Menschen lebensnotwendig war, so gibt es heute eigentlich kaum einen Grund, der Gewalt rechtfertigt.
Der entscheidende Unterschied zwischen menschlicher und tierischer Gewalt ist nunmal der, das Tiere rein instinktiv handeln; der Mensch aber in der Lage ist, Gewalt zu planen und NICHT NUR FÜR DAS ÜBERLEBEN einzusetzen.
Menschliche Gewalt hat viele Formen und ist immer ein Zeichen großer Aggression, die sich nach außen hin manifestiert (im Unterschied zur sogenannten Auto-Aggression, die sich nach innen, also gegen die eigene Person richtet).
Gewalt ist nicht nur ein Phänomen, das man offen beobachten kann. Sicherlich gibt es immer wieder erschreckende Bilder randalierender Skinheads in den Medien.
Kriege sind ebenfalls der Ausdruck höchster körperlicher Gewalt.
Und schrecklich ist besonders, wenn gegen Kinder die Hand erhoben wird.
Aber:
Gewalt ist nicht nur auf der physischen, sondern auch auf der psychischen Ebene zu finden. Mobbing, Bossing und andere neuartige Modeworte beschreiben diesen Trend genau.
Unsere Ellenbogengesellschaft FORDERT buchstäblich ein Wachstum der Gewalt.
Ursachen:
Gewalt hat viele Ursachen.
Heterophobie (Angst vor Fremden und Andersartigen) steht dabei auf der Erklärungsliste. Vorurteile, die im Kopf dominieren sind oftmals schwer durch Rationalität zu bekämpfen. Ein geringes Selbstwertgefühl ist eine Nährquelle für aggressives, gewalttätiges Verhalten.
Unsere Gesellschaft vermittelt oftmals das Gefühl, Menschen würden instrumentalisiert. Jeder geht Beziehungen ein, aber nur in dem Maße, dass sie ihm nützlich sind. Und die alte Oma wird ins Heim abgeschoben und von einer jungen Schülerin gegen Entgeld wöchentlich besucht. Denn sie steht der Karriere im Weg.
Eine Lösung für Probleme ist Gewalt sicherlich nicht. Gewalt gegen andere Menschen oder auch gegen sich selbst dient zwar zum Aggressionsabbau, kann aber dauerhaft nicht zum Erfolg führen. Und der Preis für diesen Aggressionsabbau ist manchmal doch unverhältnismäßig hoch. Sollte der Mensch nicht schon soweit fortgeschritten sein, dass er sich durch Artikulation und Argumentation seinem Zeil nähern kann?
Sind nicht Worte viel stärker als Fäuste?
Und ist nicht der Beherrschte viel stärker als der Choleriker?
Die zwischenmenschlichen Beziehungen sind kälter gewrden. Alles wird schnelllebiger, und die Orientierungslosigkeit nimmt laufend zu. Wohin wird das führen, wenn nicht umgedacht wird? Zurück zum blanken Jeder-gegen-jeden? Hatte Hobbes doch recht, als er sagte "Homo homini lupus est" (Der Mensch ist des Menschen Wolf)?
Sind wir wirklich asoziale Wesen?
Ich würde gerne den Kopf schütteln und mir selbst glauben können.
PS:Bewertung unten nicht beachten- wie immer, bei den Philokategorien ;-)
17 Bewertungen, 2 Kommentare
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24.04.2002, 01:35 Uhr von magicgott
Bewertung: sehr hilfreichspannendes thema- und gut beschireben.
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21.04.2002, 18:34 Uhr von Andreas68
Bewertung: sehr hilfreichIch denke Gewalt ist heute meistens ein Problem, dass sich durch die eingebildete Omnipotenz Rücksichtsloser ergibt, denen keine Schranken gezeigt werden, z.B. Steine werfender "Antifas".

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