Über Themen mit H Testbericht

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Erfahrungsbericht von funny68

Die Haushälterin, die keine war

Pro:

Schadenfreude ist die beste Freude

Kontra:

wo ist das nächste Mauseloch

Empfehlung:

Nein

Mein absolute Trauminsel ist Bali. Die Menschen, ihre Kultur und Tradition lassen mich einfach nicht mehr los, genauso wenig die Natur. Da ich auf Bali einige Freunde gefunden habe und dort nicht als Tourist im üblichen Sinn hingehe, habe ich natürlich auch Dinge erlebt, die dem normalen Touristen verborgen bleiben. Ich möchte hier bei entsprechendem Interesse eine kleine Serie schreiben, über Erlebnisse, die meine Aufenthalte auf Bali so unvergesslich für mich machen und mich immer wieder dorthin zurückkehren lassen.

Beginnen möchte ich mit einer Geschichte, über die ich jetzt schmunzeln, ja sogar richtig lachen kann. Als sie mir passiert ist, hätte ich im Erdboden versinken können.

Zuvor möchte ich euch einen kleinen geschichtlichen Einblick geben, der im Hinblick auf das Geschehen zwar unerheblich ist, aber vielleicht interessiert es ja den ein oder anderen. Wen es nicht interessiert scrollt jetzt bitte bis zum übernächsten Absatz.

Bali hat eine sehr wechselhafte und traurige Geschichte. Die erste balinesische Königsherrschaft wird um das Jahr 991 erwähnt. Im 14. Jahrhundert regierte die Majapahit-Dynastie von Java aus über Bali. Als der Islam im 15. Jahrhundert Einzug in Sumatra und Java hielt, floh der Sohn des letzten Majapahit-König 1478 nach Bali und erklärte sich zum König. Er teilte die Insel unter seinen Verwandten und Generäle auf. Diese strebten nach einiger Zeit nach Selbständigkeit und ernannten sich zu Rajas über ihr jeweiliges Gebiet. So zerfiel Bali in mehrere Königreiche. Seit dem 16. Jahrhundert hat Indonesien Kontakt mit Europa. Portugiesen, Spanier, Engländer und Holländer wechselten sich ab. Bali blieb von dieser Invasion erst einmal verschont, da es keine Rohstoffe wie Gewürze und Elfenbein zu bieten hatte. Erst im Jahr 1846 überfielen die Holländer auch Bali. Die Invasion begann am 2o. September 1906 mit einem Bomenangriff auf Denpasar. Den Herrschern Balis war schnell klar, dass sie ihren Gegnern und ihrer Waffenübermacht hoffnungslos unterlegen sind. Da es der Stolz den meisten Herrschen verbot zu kapitulieren oder ins Exil zu gehen, entschieden sich die meisten von ihnen für den sogenannten Puputan. Den selbstmörderischen Kampf bis zum Tod. Die Rajas brannten ihre Paläste nieder, um dann in ihren schönsten Kleidung und dem prächtigsten Schmuck ihren gesamten Hofstaat (Familie + Priester) gegen die Holländer in den Krieg zu führen. So wurden innerhalb eines Tages über 4.000 Balinesen niedergemetzelt. Nur die Herrscher von Gianayar und Karangasem kooperierten mit den Holländern. Und um die Nachfahren des Raja von Gianyar handelt meine Geschichte.

Nachdem ich mehrere Tempel auf Bali besichtigt hatte und dank meiner Freunde auch in das innerste eines Tempels durfte, um eine Zeremonie mitzuerleben, wollte ich unbedingt noch einen Königspalast besichtigen. Viele gibt es leider nicht mehr. So machte ich mich eines Tages zusammen mit Sudi auf den Weg nach Gianyar, um den dortigen Königspalast zu besichtigen. Da meine Freunde akzeptieren, dass ich westlich geprägt bin und um einiges freizügiger rumlaufe wie die Einheimischen (Kurze Hose und Trägertop sowie meine Cat-Boots, die auf Bali für mich zum wichtigsten Schuhwerk wurden neben meinen Flip Flops), ich sie aber auf keinen Fall bloßstellen möchte, packe ich immer einen Sarong und eine Bluse mit halblangen Ärmeln ein. So ausgerüstet gelangen wir also zum Palast. Zu meiner Überraschung musste ich feststellen, dass dieser noch von der Königsfamilie bewohnt wird. Voller Staunen bewunderte ich den Palast von außen. Sudi war dann einfach mal kurz verschwunden und kam nach kurzer Zeit mit dem Palastverwalter zurück, der uns erklärte, dass es uns erlaubt sei Teile des Palastes von innen zu besichtigen. Hocherfreut zog ich mich unter den staunenden Blicken des Palastverwalters vor seinen Augen um. Sprich ich band mir den Sarong über die kurze Hose und zog die Bluse über mein Top. Über den Lieferanten Eingang gelangten wir in den Hof des Palastes. Nun muss noch erwähnt werden, dass der König gestorben war und sich der gesamte Hofstaat um die bevorstehende Verbrennungszeremonie kümmerte. Den Raum, wo der König aufgebahrt war, durften wir nicht betreten, aber den Tempel, den Salon und ein Gästeschlafzimmer durfte ich betreten, außerdem die Gartenanlage. Der höchste Priester des Tempels sprach dann noch ein paar Worte zu mir. Sudi fungiert dabei immer als Dolmetscher, weil mein Indonesisch noch nicht so toll ist und ich nur ein paar Brocken Balinesisch spreche, die ich aber immer gerne zum Besten gebe. Auf unserem Weg zurück zum Ausgang lief uns dann eine Frau über den Weg, die Sudi in ein Gespräch verwickelte. Nun ist dies für mich nichts Neues. Balinesen sind von Natur aus sehr freundliche und sehr neugierige Menschen und immer bereit ein kleines Pläuschen zu halten. So ging ich auch völlig selbstverständlich auch die Frau zu, schüttelte ihr die Hand und begrüßte sie mit meinem kümmerlichen Sprachkenntnissen. Zum ersten Mal gewundert habe ich mich in diesem Augenblick, da sie mich darauf in perfektem Englisch ansprach und dies ist für gewöhnliche Balinesen sehr ungewöhnlich. Nun gut dachte ich bei mir, handelt es sich hier ja schließlich um einen Königspalast und die Königsfamilie hat bestimmt noch gewisse Repräsentationspflichten und wird vielleicht auch den ein oder anderen ausländischen Gast beherbergen, warum soll also eine Hofangestellte nicht Englisch sprechen. Das zweite, was Alarmglocken in mir zum Klingen brachte, war der Gesichtsausdruck Sudis, der ziemlich erschrocken wirkte und dies ist für einen Balinesen noch ungewöhnlicher, da auch den Balinesen die asiatische Gelassenheit zueigen ist und sie normalerweise mit keiner Wimper zucken. Mir war mit einem Schlag klar, dass mir gerade ein schrecklicher Fehler unterlaufen sein musste und blieb wie angewurzelt stehen, wo ich stand und rührte mich keinen Millimeter mehr. Die Dame sprach darauf hin mit Sudi, der sich sichtlich wieder entspannte und wir nahmen alle drei zusammen an einem Tischchen Platz, dass in der Nähe stand und momentan dazu genutzt wurde, die Trauergäste zu empfangen, die Ihr Beileid über den Tod des Königs zum Ausdruck bringen wollten. Nachdem wir noch eine Weile geplaudert hatten, waren wir entlassen. Mit einem mulmigen Gefühl lief ich hinter Sudi her und als wir den Palast verlassen hatten, fragte ich sofort, was nun eigentlich so schief gelaufen ist. Sudi grinste mich an und meinte, ich hätte gerade eine Audienz bei der Königin gehabt und dass man ihr eigentlich nicht die Hand schüttelt. Aber sie war begeistert, dass ich mich so für ihre Kultur interessiere und sogar ein bisschen ihre Sprache spreche, dass sie über diesen Fehler hinweggesehen hat , da ich ja auch nicht wissen konnte, wer sie war.

Und wer wissen möchte, was ich sonst noch auf Bali erlebt habe, sollte den Artikel nun bewerten und kommentieren, dann gibt es demnächst vielleicht mehr.

Eure European Balinese Funny

Funny schreibt für ciao und yopi

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