Über Themen mit L Testbericht

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Erfahrungsbericht von Diescher

„Am Samstag wollt´ mein Süßer mit mir Rudern geh´n ?“

Pro:

Das schönste Gefühl auf der Welt

Kontra:

absolut nichts

Empfehlung:

Nein

Wir fuhren von Erfurt in nordwestliche Richtung nach Mühlhausen. Das liegt etwas weiter weg – auch in der näheren Umgebung gibt es mehrere Seen, auf denen man Ruderboote ausleihen kann (zum Beispiel der Stausee Hohenfelden oder der Baggersee zwischen Stotternheim und Alperstedt – für die, die sich ein wenig auskennen).

Doch in Mühlhausen liegt der Schwanenteich. Den kenn ich aus den Tagen meiner Kindheit. So mancher Sonntagsausflug führte meinen Bruder und unsere Eltern hierher. Da ich schon so lange nicht mehr hier war, es mir früher immer gut gefallen hat, haben wir den weiteren Weg gewählt.

Aus Erfurt kommend, muss man in Mühlhausen nur in Richtung Eschwege/Kassel fahren. Dann kommt linker Hand der Schwanenteich, direkt hinter dem Stadion. Neben dem See gibt es auch ein Freibad.

Also dann, für eine Stunde Bootfahren pro Person 2 EUR gezahlt, über einen wackeligen Steg zum Boot und eingestiegen. Ein netter älterer Herr sorgte mit einer Art Enterhaken dafür, dass das Boot dabei nicht wegschwimmt und schon saß ich am Ende. Eingefleischte Wasserfahrzeugkenner wissen, dass das Hinterteil Heck heißt. Ich für meinen Teil verwechsele es zu gern mit dem Bug.

Dann ging es los. Das Rudern. Ich brauch wohl nicht erwähnen, wer hier gerudert ist. Wie gesagt, ich saß hinten und habe die Steuerung übernommen, indem ich meinem Freund zeigt, in welche Richtung er zu rudern hat. Ähnlich wie Fluglotsen, allerdings ohne Kellen, sondern mit bloßen Daumen gab ich richtungweisende Winke.

Mein Freund hatte auf dem Brett in der Mitte des Bootes Platz genommen, mit dem Rücken zum Bug. Dann lernte ich gleich, dass die Ruder im Fachjargon „Riemen“ heißen. Danke – werd´ ich nie wieder vergessen. Haha lieber Freund: ich hab auch was für Dich. Weißt du, dass Boote, wie wir eines benutzt haben, „Gigs“ genannt werden? Hab mich ein bischen schlau gemacht. Aber wen frag´ ich das, natürlich wirst du das wissen. Wann meldest du dich endlich bei „Wer wird Millionär an?“

Es hat nicht lange gedauert, da wollte ich auch mal die Paddel bedienen. Nachdem wir im schaukelnden Boot die Plätze getauscht hatten, hielt ich so ungefähr 20 Schläge durch, dann war die Lust am Rudern vergangen. Nicht, dass es anstrengend wäre, im Gegenteil. Aber Mädels – ist es nicht viel romantischer, wenn der Mann seine geliebte Frau über den See schippert? Der Sonnenuntergang fehlte, doch auch so wurde in der stimmungsvollen Umgebung meine romantische Saite voll ausgespielt.

Emanzipation hin oder her, in manchen Situationen ist doch jede von uns gern Frau, oder? Der Mann rudert und die Frau genießt. Das war doch schon in den letzten Jahrhunderten so, und man sieht immer wieder in Filmen, dass die Männer ihre Angebeteten in den naheliegenden Park ausführten, die Frauen mit Sonnenschirmchen vor der gelben Scheibe Schutz suchten und sich genüsslich im Boot von A nach B transportieren ließen. Warum sollte man Dinge, die solch eine Tradition haben, einfach über Bord werfen?

Das Gefühl der Schutzbedürftigkeit und die Überzeugung, dass der Mann ein Wesen ist, das fähig ist, uns Frauen diesen Schutz zu geben, ist uns Frauen von Natur aus eingepflanzt. Ebenso wie der Gedanke, dass der Mann das stärkere Geschlecht ist und aus diesem Grund auch die Ruder bedienen kann/muss.

Nein, im Ernst – Warum schreib ich diesen Bericht in der Kategorie „Alles mit L....“?
Weil es um die schönste Sache der Welt geht – die LIEBE.

Liebe – kann man sie mit wenigen Worten beschreiben? Meines Erachtens nicht. Es sind so viele kleine und große Kleinigkeiten, die die Liebe ausmachen. Jeder Mensch empfindet sie anders, diese starken und schönen Gefühle. Es ist genauso schwierig, einem Blinden die farbenprächtige Vielfalt einer Landschaft zu vermitteln. Dichter haben unzählige ergreifende Worte über die Liebe geschrieben.

Wir leben nicht isoliert wie Einsiedler, sondern in einer großen Gemeinschaft von Menschen, mit denen wir durch viele unsichtbare Fäden verbunden sind. Diese Fäden können sehr lose und unverbindlich sein, können enger und persönlich interessant werden bis hin zu jenen, die wir als eine Ergänzung oder Vervollständigung unserer eigenen Möglichkeiten erleben. Wie viele Menschen sehen wir Tag für Tag und werden ebenso von vielen angeschaut. Kaum etwas bleibt davon in unserer Erinnerung. Aber dann trifft uns doch einmal ein Blick, der sozusagen direkt von Herz zu Herz, der einem durch und durch geht.

Wie viele junge Prinzen haben versucht, Dornröschen aus ihrem tiefen Schlaf zu erwecken und sind bereits an der Dornenhecke gescheitert? Endlich kam der Richtige – die Dornenheckeerblüht in den schönsten und größten Blumen öffnet sich von allein, er geht unbeschädigt hindurch und weckt die Prinzessin. Hinter ihnen schließt sich die Hecke wieder und symbolisiert sie als Liebespaar. Zum Glück müssen wir in der heutigen Zeit nicht 100 Jahre schlafen und unseren Traumprinzen in den nächsten Generationen suchen.

Liebe – das ist umfassende Achtung und Anerkennung, einschließlich der kleinen „Fehler“ und Schwächen. Eigentlich sind es keine Fehler, denn diese Eigenheiten machen gerade das Entscheidende aus. Sie sind es doch, warum man den anderen so liebt. Bei jedem anderen hat es uns vielleicht gestört oder stört es uns – nicht aber bei unserem geliebten Partner.

Liebe – das ist

abends in seinen Armen einzuschlafen
morgens an seiner Schulter aufzuwachen
kleine Neckereien – das wissen schon Kinder („Was sich neckt, das liebt sich!“)
auf „stinkern“ mit „bürzeln“ zu reagieren
Geschenke, wenn man am wenigsten damit rechnet und Dinge, mit denen man am wenigsten rechnet, aber sich schon lange gewünscht hat
nach 5 Monaten Projektarbeit endlich wieder jeden Tag miteinander verbringen zu können
Wein auf dem Petersberg oder den Domstufen zu trinken
Grillen an einem Rastplatz
sich treiben lassen können
kein ausgeprägter Egoismus, sondern eine ausgeglichene Beziehung zueinander zu haben
bei Schwierigkeiten festen Boden unter den Füßen zu bekommen
sich geborgen zu fühlen
füreinander da sein
gemeinsam lachen zu können
den anderen aufzumuntern, wenn er traurig ist
Plüsch-Eisbären auf dem Kopfkissen zu tolerieren

Ich für meinen Teil habe meinen Traumprinzen gefunden.

Also, mein „Stinker“. Wenn du mal wieder deine Armmuskulatur stärken möchtest – ich bin dabei. Ich bin “ZKG“ und ich liebe Dich.

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