Erfahrungsbericht von RotTigerchen
M... wie Mordanschlag
Pro:
bittere Erkenntnis
Kontra:
Angst
Empfehlung:
Nein
Dieses Schlagwort hört oder liest man oft, glaubt aber nicht daran, daß es einen selbst oder einen Angehörigen trifft. So dachte ich jedenfalls, bis heute. Denn seit heute weiß ich, warum der Montag Morgen für mich anders verlaufen sollte, als geplant.
Ich bin vor kurzer Zeit umgezogen, wieder einmal, und habe natürlich auch einen neuen Job angetreten. Es war ein Montagmorgen wie fast jeder anderer. Ich blinzelte auf den kreischenden Wecker, stand auf, versorgte meine 10 gefiederten Freunde und machte mich fertig für den anstehenden Arbeitstag. Das Wochenende war nicht so schön, wie eigentlich erhofft und ich war froh, wieder meinen „geliebten“ Alltag wieder zu haben.
Es regnete in Strömen, als ich zum Auto ging, welches etwas abseits vom Haus auf der Straße stand. Ich lächelte, denn dieser Morgen war Premiere-Moment für meine nagelneuen Winterreifen. Endlich habe ich mich rechtzeitig darum gekümmert, damit mein kleiner schwarzer Corsa für die anstehenden Schneegestöber in Mittelfranken gewappnet ist.
Als ich ins Auto stieg, war ich schon etwas später dran als sonst. Oh nein! Jetzt hatte ich meine Geldbörse auch noch vergessen – also noch einmal raus aus dem Auto – hinein in den Regen…Zügig pflückte ich mein vermisstes Utensil und sah zu, nun endlich den 40 km langen Weg zur Arbeit anzugehen.
Als erstes legte ich meine Lieblings-CD auf… und es dauerte nicht lange, und ich tat das, was ich immer mache, wenn ich alleine Auto fahre… ich sang schräg und schön laut… einfach um richtig wach zu werden…
Mein derzeitiger Lieblings-Song dröhnte mir entgegen und ich trällerte fleißig mit. Die Straße war wirklich ungemütlich… die Scheibenwischer kämpften auf mittlerer Stufe gegen den Wasserschwall von oben. Ich fuhr entsprechend vorsichtig… Immer wieder brausten Schumis und Häkkinens an mir vorbei… „mutig, mutig“, dachte ich mir…
Ich wechselte die Autobahn, bald werde ich da sein und dann im Büro erstmal meinen Guten-Morgen-und-Welcome-Back-To-Work-Kaffee trinken. Gerade noch in Gedanken merkte ich, wie mein Wagen plötzlich ein Geräusch von sich gab, welches ich bisher noch nie gehört habe. Seltsam. Ich fuhr die Musik runter, lauschte. Machte die Musik ganz aus, lauschte wieder. Das Geräusch war weg – also, Musik wieder bis zur Schmerzgrenze rauf… und in diesem Moment geschah etwas, was mein Leben verändern sollte.
Mein Wagen schlingerte, geriet außer Kontrolle. „oh Gott – nein – nicht so…“ Ich weiß mittlerweile nicht genau, was ich dann gemacht habe, ob ich regierte oder es einfach nur geschehen ließ. Ich kann mich daran erinnern, daß ich mich umgesehen hatte, ob ich irgend ein anderes Fahrzeug touchieren würde oder habe… es ging alles so schnell…
… der Regen hatte aufgehört, als ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Was war passiert? Mein Corsa stand in Fahrtrichtung in einer Autobahn-Ausfahrt … Warnblinker waren eingeschaltet… die Scheibenwischer quietschten auf der trockenen Scheibe. Ich sah in den Rückspiegel… hinter mir viele Autos, die an mir vorbeifuhren… WARNDREIECK AUFSTELLEN – RAUS AUS DEM WAGEN – HINTER DIE LEITPLANKE….
Das ging mir als erstes durch den Kopf… Ich stieg über die Beifahrerseite aus… wackelige Knie… benommen von dem was passiert war… ich stelle mein Warndreieck auf… 100 m hinter dem Wagen… wie es einst in der Fahrschule gelehrt wurde. Ich torkelte zu meinem Auto… hinter die Leitplanke? Da war keine… ich setzte mich ins Auto… fing an zu weinen. Mir wurde bewusst, daß ich sehr sehr sehr großes Glück gehabt haben muß, da mir und dem Wagen scheinbar nichts passiert ist… Eine ganze Arme Schutzengel hat wohl da die schützenden Flügel ausbreiten müssen. Ein Wunder alleine deswegen, da normalerweise um diese Uhrzeit der Verkehr sehr stark frequentiert ist und es eigentlich zu einer Massenkarambolage hätte kommen müssen…
Ich versuchte meine Mutter über das Handy zu erreichen. Sie ist in Rente und beherbergt unter der Woche meinen Hund, Jessy. Das sie jedoch Hörgeräte trägt und diese natürlich im Schlaf heraus nimmt, konnte sie meinen Anruf nicht hören. Auch Jessy, die normalerweise Anschlägt, wenn das Telefon klingelt, schien besonders fest zu schlafen.
Immernoch weinend und zitternd rief ich meinen Freund an… Freund in einer Verstehensweise, die mir selber nicht klar ist… umso dankbarer war ich, als ich merkte, daß er nun die lockeren Fäden die mir drohten aus der Hand zu gleiten, aufnahm und sie weiterführte. Er beruhigte mich… rief den ADAC an… so daß mir schnell geholfen werden würde. Es dauerte eine Weile, ich weiß nicht mehr wie lange, bis der Pannendienst auftauchte. Ich rief im Büro an und ließ ausrichten, daß ich später komme… Unfall auf der Autobahn… Zu diesem Zeitpunkt war mir selbst noch nicht richtig bewusst, daß ich unter Schock stand.
Als das Pannenfahrzeug hinter mir auftauchte, kam ein netter junger Mann aus dem Führerhaus und schaute nach, was passiert ist… Hier wurde mir dann auch das erstmal etwas bewusster, wie groß mein Glück an diesem Morgen gewesen sein muß. Meine Reifen hatten sich allesamt verabschiedet… nagelneue Reifen! Materialfehler? Montagefehler? Fahrfehler? Nein. Später sollte sich herausstellen, warum dieses passierte.
Trotz Schock trat ich den Heimweg an… zu meiner Mutter… Völlig aufgelöst traf ich sie draußen mit meinem Hund. Ich erzählte ihr kurz was passiert ist und sie beschloss in mütterlicher Fürsorge, mit mir zum Arzt zu gehen.
Vorher rief ich noch die Werkstatt an, die mir die Reifen draufgezogen hat. Verwunderung auch dort. DAS kann nicht sein.. Unmöglich… und doch war es passiert.
Mein Hausarzt hatte dann das Vergnügen, daß kleine Häufchen Elend aufzupäppeln. Was hier noch hinzukam, war eine Art Trauma, welches ich von dem Vorfall davongetragen habe… und welches ich jetzt erstmal mit professioneller Hilfe bewältigen muß… aber das ist ein anderes Thema.
Heute besuchte ich dann noch einmal die Werkstatt und nach Begutachtung der Reifen stand schnell fest, daß es kein Materialfehler, kein Montagefehler war… die Reifen wurden von der Laufinnenseite manipuliert… angeritzt und zwar so, daß es unsichtbar und unauffällig ist und auch erst bei Geschwindigkeiten ab 80 km/h gefährlich wird.
Wie bereits anfangs erwähnt, wohne ich erst seit ca. 2 Monaten in meinem „alten“ Heimatort. Es gibt in einem Nachbarhaus einen älteren Mann, der einen Teil der Straße als Privat-Besitz für seinen Golf ansieht. Er hat sich auch schon mit anderen Nachbarn angelegt und sie wohl auch schon absichtlich angefahren. Teilweise gehen die Mitmieter in diesem Haus nur noch bewaffnet in den Keller…
Normalerweise „teilen“ wir uns einen öffentlichen Parkbereich und ich habe bisher immer auf „meinem“ Teil geparkt. Sonntagabend stand jedoch ein anderes Fahrzeug auf meinem Part und ich stellte mich eben dorthin wo etwas frei war… das war wohl ein Fehler. Ich habe von diesem netten Nachbarn allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nichts gewusst, erst die Erzählung meiner Mutter, die einige Zeit im selben Haus gewohnt hat, öffneten mir die Augen. Ich bin kein streitsüchtiger Mensch, im Gegenteil. Wenn jemand so militant auf seinen Parkplatz besteht… bitteschön. Parke ich eben woanders.
Auf Grund der Erzählungen und auch der Sachverhalte (die nun von einem Gutachter noch bestätigt werden), wird aus diesem kleinen Nachbarschafts-Streich nun eine Anzeige wegen versuchten Totschlags. Ob ich erfolgreich sein werde, bezweifel ich trotz der „Beweise“. Justizia hat mich schon einmal im Stich gelassen – als Klägerin wegen schwerer Körperverletzung … der Täter läuft immer noch frei herum…
Der materielle Schaden hält sich in Grenzen… was die seelischen angeht, vermag ich nicht drüber zu urteilen… wie soll man das auch, wenn man mit Menschen in Nachbarschaft lebt, die einem aus Bosheit und falschen Besitzansprüchen, nach dem Leben trachten.
Für mich beginnt nun eine schwere Zeit des Verarbeitens und das Leben mit der Angst, was sich der Nachbar als nächstes ausgedacht hat…
Euer nachdenkliches
Rot-Tigerchen
Ich bin vor kurzer Zeit umgezogen, wieder einmal, und habe natürlich auch einen neuen Job angetreten. Es war ein Montagmorgen wie fast jeder anderer. Ich blinzelte auf den kreischenden Wecker, stand auf, versorgte meine 10 gefiederten Freunde und machte mich fertig für den anstehenden Arbeitstag. Das Wochenende war nicht so schön, wie eigentlich erhofft und ich war froh, wieder meinen „geliebten“ Alltag wieder zu haben.
Es regnete in Strömen, als ich zum Auto ging, welches etwas abseits vom Haus auf der Straße stand. Ich lächelte, denn dieser Morgen war Premiere-Moment für meine nagelneuen Winterreifen. Endlich habe ich mich rechtzeitig darum gekümmert, damit mein kleiner schwarzer Corsa für die anstehenden Schneegestöber in Mittelfranken gewappnet ist.
Als ich ins Auto stieg, war ich schon etwas später dran als sonst. Oh nein! Jetzt hatte ich meine Geldbörse auch noch vergessen – also noch einmal raus aus dem Auto – hinein in den Regen…Zügig pflückte ich mein vermisstes Utensil und sah zu, nun endlich den 40 km langen Weg zur Arbeit anzugehen.
Als erstes legte ich meine Lieblings-CD auf… und es dauerte nicht lange, und ich tat das, was ich immer mache, wenn ich alleine Auto fahre… ich sang schräg und schön laut… einfach um richtig wach zu werden…
Mein derzeitiger Lieblings-Song dröhnte mir entgegen und ich trällerte fleißig mit. Die Straße war wirklich ungemütlich… die Scheibenwischer kämpften auf mittlerer Stufe gegen den Wasserschwall von oben. Ich fuhr entsprechend vorsichtig… Immer wieder brausten Schumis und Häkkinens an mir vorbei… „mutig, mutig“, dachte ich mir…
Ich wechselte die Autobahn, bald werde ich da sein und dann im Büro erstmal meinen Guten-Morgen-und-Welcome-Back-To-Work-Kaffee trinken. Gerade noch in Gedanken merkte ich, wie mein Wagen plötzlich ein Geräusch von sich gab, welches ich bisher noch nie gehört habe. Seltsam. Ich fuhr die Musik runter, lauschte. Machte die Musik ganz aus, lauschte wieder. Das Geräusch war weg – also, Musik wieder bis zur Schmerzgrenze rauf… und in diesem Moment geschah etwas, was mein Leben verändern sollte.
Mein Wagen schlingerte, geriet außer Kontrolle. „oh Gott – nein – nicht so…“ Ich weiß mittlerweile nicht genau, was ich dann gemacht habe, ob ich regierte oder es einfach nur geschehen ließ. Ich kann mich daran erinnern, daß ich mich umgesehen hatte, ob ich irgend ein anderes Fahrzeug touchieren würde oder habe… es ging alles so schnell…
… der Regen hatte aufgehört, als ich wieder einen klaren Gedanken fassen konnte. Was war passiert? Mein Corsa stand in Fahrtrichtung in einer Autobahn-Ausfahrt … Warnblinker waren eingeschaltet… die Scheibenwischer quietschten auf der trockenen Scheibe. Ich sah in den Rückspiegel… hinter mir viele Autos, die an mir vorbeifuhren… WARNDREIECK AUFSTELLEN – RAUS AUS DEM WAGEN – HINTER DIE LEITPLANKE….
Das ging mir als erstes durch den Kopf… Ich stieg über die Beifahrerseite aus… wackelige Knie… benommen von dem was passiert war… ich stelle mein Warndreieck auf… 100 m hinter dem Wagen… wie es einst in der Fahrschule gelehrt wurde. Ich torkelte zu meinem Auto… hinter die Leitplanke? Da war keine… ich setzte mich ins Auto… fing an zu weinen. Mir wurde bewusst, daß ich sehr sehr sehr großes Glück gehabt haben muß, da mir und dem Wagen scheinbar nichts passiert ist… Eine ganze Arme Schutzengel hat wohl da die schützenden Flügel ausbreiten müssen. Ein Wunder alleine deswegen, da normalerweise um diese Uhrzeit der Verkehr sehr stark frequentiert ist und es eigentlich zu einer Massenkarambolage hätte kommen müssen…
Ich versuchte meine Mutter über das Handy zu erreichen. Sie ist in Rente und beherbergt unter der Woche meinen Hund, Jessy. Das sie jedoch Hörgeräte trägt und diese natürlich im Schlaf heraus nimmt, konnte sie meinen Anruf nicht hören. Auch Jessy, die normalerweise Anschlägt, wenn das Telefon klingelt, schien besonders fest zu schlafen.
Immernoch weinend und zitternd rief ich meinen Freund an… Freund in einer Verstehensweise, die mir selber nicht klar ist… umso dankbarer war ich, als ich merkte, daß er nun die lockeren Fäden die mir drohten aus der Hand zu gleiten, aufnahm und sie weiterführte. Er beruhigte mich… rief den ADAC an… so daß mir schnell geholfen werden würde. Es dauerte eine Weile, ich weiß nicht mehr wie lange, bis der Pannendienst auftauchte. Ich rief im Büro an und ließ ausrichten, daß ich später komme… Unfall auf der Autobahn… Zu diesem Zeitpunkt war mir selbst noch nicht richtig bewusst, daß ich unter Schock stand.
Als das Pannenfahrzeug hinter mir auftauchte, kam ein netter junger Mann aus dem Führerhaus und schaute nach, was passiert ist… Hier wurde mir dann auch das erstmal etwas bewusster, wie groß mein Glück an diesem Morgen gewesen sein muß. Meine Reifen hatten sich allesamt verabschiedet… nagelneue Reifen! Materialfehler? Montagefehler? Fahrfehler? Nein. Später sollte sich herausstellen, warum dieses passierte.
Trotz Schock trat ich den Heimweg an… zu meiner Mutter… Völlig aufgelöst traf ich sie draußen mit meinem Hund. Ich erzählte ihr kurz was passiert ist und sie beschloss in mütterlicher Fürsorge, mit mir zum Arzt zu gehen.
Vorher rief ich noch die Werkstatt an, die mir die Reifen draufgezogen hat. Verwunderung auch dort. DAS kann nicht sein.. Unmöglich… und doch war es passiert.
Mein Hausarzt hatte dann das Vergnügen, daß kleine Häufchen Elend aufzupäppeln. Was hier noch hinzukam, war eine Art Trauma, welches ich von dem Vorfall davongetragen habe… und welches ich jetzt erstmal mit professioneller Hilfe bewältigen muß… aber das ist ein anderes Thema.
Heute besuchte ich dann noch einmal die Werkstatt und nach Begutachtung der Reifen stand schnell fest, daß es kein Materialfehler, kein Montagefehler war… die Reifen wurden von der Laufinnenseite manipuliert… angeritzt und zwar so, daß es unsichtbar und unauffällig ist und auch erst bei Geschwindigkeiten ab 80 km/h gefährlich wird.
Wie bereits anfangs erwähnt, wohne ich erst seit ca. 2 Monaten in meinem „alten“ Heimatort. Es gibt in einem Nachbarhaus einen älteren Mann, der einen Teil der Straße als Privat-Besitz für seinen Golf ansieht. Er hat sich auch schon mit anderen Nachbarn angelegt und sie wohl auch schon absichtlich angefahren. Teilweise gehen die Mitmieter in diesem Haus nur noch bewaffnet in den Keller…
Normalerweise „teilen“ wir uns einen öffentlichen Parkbereich und ich habe bisher immer auf „meinem“ Teil geparkt. Sonntagabend stand jedoch ein anderes Fahrzeug auf meinem Part und ich stellte mich eben dorthin wo etwas frei war… das war wohl ein Fehler. Ich habe von diesem netten Nachbarn allerdings zu diesem Zeitpunkt noch nichts gewusst, erst die Erzählung meiner Mutter, die einige Zeit im selben Haus gewohnt hat, öffneten mir die Augen. Ich bin kein streitsüchtiger Mensch, im Gegenteil. Wenn jemand so militant auf seinen Parkplatz besteht… bitteschön. Parke ich eben woanders.
Auf Grund der Erzählungen und auch der Sachverhalte (die nun von einem Gutachter noch bestätigt werden), wird aus diesem kleinen Nachbarschafts-Streich nun eine Anzeige wegen versuchten Totschlags. Ob ich erfolgreich sein werde, bezweifel ich trotz der „Beweise“. Justizia hat mich schon einmal im Stich gelassen – als Klägerin wegen schwerer Körperverletzung … der Täter läuft immer noch frei herum…
Der materielle Schaden hält sich in Grenzen… was die seelischen angeht, vermag ich nicht drüber zu urteilen… wie soll man das auch, wenn man mit Menschen in Nachbarschaft lebt, die einem aus Bosheit und falschen Besitzansprüchen, nach dem Leben trachten.
Für mich beginnt nun eine schwere Zeit des Verarbeitens und das Leben mit der Angst, was sich der Nachbar als nächstes ausgedacht hat…
Euer nachdenkliches
Rot-Tigerchen



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