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Erfahrungsbericht von werwoelfin666

Hände weg von Franzi´s MahJongg!

Pro:

Wenn einer sehr viel alleene ist, könnte er Gefallen dran finden!

Kontra:

Hätte mein Geld auch aus dem Fenster schmeißen können!

Empfehlung:

Nein

Vor 3 Jahren arbeitete ich eine zeitlang vertretungsweise in einem kleinen bayerischen Reisebüro. Da dort nicht gerade viel zu tun war, musste ich mir zwischen meiner Rentnerkundschaft, die alle zum „Singenden Wirt“ fahren wollten, eine Beschäftigung suchen, damit die Zeit verging.
Dabei stieß ich auf ein faszinierendes Game, was auf dem dortigen PC aufgespielt war. Es nannte sich Shanghai-Drachenauge und hat mich sofort gepackt und für Wochen gefesselt.

Aber um diese ganz tolle Mahjongg-Variante soll es hier nicht gehen. Eher um einen ganz billigen Abklatsch davon!
Seit ich im vorigen Winter meinen eigenen PC erstanden habe, wollte ich mir Shanghai-Drachenauge oder ein ähnliches gutes Mahjongg-Spiel besorgen. Also nichts wie hin zum Media Markt!
Shanghai-Drachenauge fand ich natürlich nicht, dafür aber einen Haufen andere Mahjongg-Spiele. Für welches entscheidet man sich denn nun?
Wie das Leben so spielt, habe ich mich höchstwahrscheinlich für die dümmste Ausgabe entschieden, welche aus dem Hause Franzi´s Verlag in Poing (????) kommt.
Sie nennt sich MahJongg Jubiläums-CD, sieht auf dem Cover sehr ansprechend aus und war ganz super beschrieben. Aber denkste!

Für alle die gar nicht wissen, was MahJongg ist, eine ganz kurze Erklärung:
MahJongg ist, eine Brettspielart aus dem fernen Osten. Ob es nun direkt in China oder in Japan erfunden wurde, weiß ich nicht so genau, da müsste ich erst nachrescherchieren.
Das Ziel des Spieles ist es, übereinander liegende Spielsteine in der richtigen Reihenfolge (immer paarweise; Memory-ähnlich) abzutragen, bis alle vom Spielbrett verschwunden sind. Der Sinn ist, damit sein logisches Denken und seine Konzentration zu trainieren um nicht zuletzt Spaß und Entspannung daran zu finden.

Franzi´s wirbt auf der CD-ROM-Verpackung mit über 5000 verschiedenen Spielfeld-Varianten. Tatsächlich gibt es 50 verschiedene Steinsets zur Auswahl und 99 verschiedene Anordnungen der Steine sind möglich. Des weiteren existiert auch noch ein sogenannter Spielfeld-Editor , mit dem man sein eigenes Spielfeld erstellen kann.

Was habe ich denn dann eigentlich zu meckern, werdet Ihr Euch jetzt fragen!
Das Problem ist folgendes: Die Steinsets sind mit verschiedenen Foto-Motiven versehen, die in verschiedene Kategorien eingeteilt sind, wie z.B. Muscheln, Billardkugeln, Obst, Gemüse, Vögel, Windmühlen u. v. a. m.
Diese Fotos sind aber so klein, undeutlich und einander extrem ähnlich, dass man echte Probleme bekommt.
So viel Spaß man bei MahJongg auch hat, auf die Dauer geht es immer über die Augen. Ich bin schon Brillenträgerin; soll ich mich noch mit der Lupe vor den Computer setzen!?
Aber das ist nicht das einzige Negative. Bei allen anderen MahJongg-Spielen, die ich kenne, auch bei der PSOne oder bei Shareware aus dem Net, ist es so, dass angezeigt wird, wenn nichts mehr geht, also man das Spiel verloren hat. Bei manchen besteht sogar noch die Möglichkeit, die Steine dann zu mischen. Bei dem Jubläums-MahJongg hat man zwar nie verloren, sondern kann sich fast in jedem Fall in die Highscore-Tabelle eintragen. Doch man bekommt nicht mal den kleinsten Hinweis, wann keine Steine mehr vom Spielfeld entfernt werden können. Also kann man sich dumm und dusselig suchen und muss das Spiel im Zweifelsfalle selbst abbrechen.
Es bestehen auch keinerlei Zusatzmöglichkeiten, wie z.B. mogeln, also nächste Möglichkeit zeigen, oder auch die Auswahl von verschiedenen Sound-Dateien.
Von den anderen MahJongg-Spielen bin ich es gewohnt, dass eine Entspannungs-Musik , wie man sie aus Asien gewöhnt ist, im Hintergrund läuft.
Die Musik, die in meinem MahJongg-Spiel integriert ist, nervt schlicht und einfach nur!

Im Gegensatz zu Franzi´s Werbung muß ich feststellen, dass dieses MahJongg weder für Anfänger noch für Fortgeschrittene zu empfehlen ist. Ich zähle mich eigentlich schon zu den Letzteren, habe es aber hier bisher noch kein einziges Mal geschafft, das Spielfeld leer zu bekommen.
Anfänger aber suchen eine Hilfe oder Erklärung des Spieles auf der CD-ROM vergeblich. Noch nicht einmal eine ReadMe-Datei ist vorhanden!
Die Hilfe ist zwar da, zeigt aber nur erneut die verschiedenen Steine im Detail.

Installieren kann man das Spiel sehr einfach. Es geht verwunderlicher Weise zu schnell!
Falls doch noch Jemanden nach diesem Bericht die Systemvoraussetzungen interessieren: Pentium PC, 16 MB RAM, CD-ROM-Laufwerk,
Windows 95/98/ME

Bei mir verstaubt das Teil jetzt in der hinteren Ecke, und ich habe knapp 30,- DM für die Katz bezahlt!

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