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Erfahrungsbericht von Sonnischlau

Motorradunfall auf der Autobahn Teil 2

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Da hockte ich nun bibbernd auf der Leitplanke, umringt von den netten Helfern und hielt Ausschau nach meinem Männe (Marcus alias neueinsteiger). Der Eine sprach beruhigende Worte, ein anderer nestelte am Handy rum und fragte nach der Nummer von ihm. Ich schüttelte nur mit dem Kopf. Denn zum einen wusste ich die Nummer nicht und zum anderen hatte ich mein Handy vergessen in welchem sie gespeichert ist. Fraglich war auch, ob er überhaupt mitbekommen hatte, dass es hinter ihm einen Unfall gegeben hatte. Ein anderer war der Meinung, dass mein Männe sicher die nächste Abfahrt genommen hätte und er bald hier sein würde und das könne schon etwas dauern.

Nach ca. 1 Stunde sahen wir Blaulicht auf der anderen Seite. Nur fuhren sie in die andere Richtung. Aufgrund der Rätselei, ob die Angaben zum Unfallort nicht richtig waren etc. entging uns, wie ein Motorrad auf der Standspur hielt. Im Lichtkegel erkannte ich Marcus sofort. Sein Gesicht war Aschfahl und zerkniffen. Ganz langsam kam er auf uns zu, sein Gesicht lockerte sich und er wurde schneller. (Wie er mir hinterher erzählte, konnte er von mir nur den Helm sehen, der weiter ab im dunkeln lag, so nahm er das schlimmste an.).

Sichtlich erfreut, wollte er mich in die Arme nehmen. Einer rief Vorsicht und er hielt inne. Nachdem er nun meine Schäden begutachtet hatte, fanden wir auch eine fast schmerzfreie Umarmungshaltung. Nun, nachdem er sich den Hergang hat erzählen lassen, wurde die kaputte Maschine begutachtet.

Just in diesem Moment kam die Polizei. Der 1. Polizist fragte, wer den Unfall gehabt hätte, nach den Verletzungen und sogleich nach den Papieren. Ging zum Auto, kam wieder zurück und fragte ob mein Männe mich mit nach Hause mitnehmen könnte. Für die defekte Maschine hätte er den ADAC bestellt. Den Blicken der Helfer konnte ich entnehmen, dass ich die Frage richtig verstanden hatte. Marcus (neueinsteiger) fragte: „Sie hinten drauf ?“ Der 1. Polizist: „Ja“. Marcus sofort: „Nein“. Der 2. Polizist sagte, dass der Krankenwagen schon unterwegs sei. Dieser mich aber nur in das nächstgelegene Krankenhaus bringen würde. Dann gingen die beiden Polizisten zum Auto und machten ihren Papierkram.

Einer der Helfer meinte, er könne die Frage noch nicht fassen und schüttelte mit dem Kopf. Daraufhin meinte Marcus, dass er heute niemanden mehr mitnehmen würde, weil sein Motorrad ebenfalls beschädigt sei. Hä? – Sein Motorrad beschädigt ? Wie das ? Nun erzählte er seine ganze Sichtweise:

Marcus: „Als ich merkte, dass sich der Abstand zu uns vergrößerte, dachte ich es wär Dir zu kalt. Du hättest mal wieder vergessen den obersten Knopf der Jacke zu schließen, oder so. Kaum zu Ende gedacht, war Dein Licht weg und ich sah viele Blinker angehen. Mit einem mulmigen Gefühl hielt ich auf dem Seitenstreifen, machte die Warnblinklichtanlage an und schaute nach hinten. Doch von Dir war nichts zu sehen. So verharrte ich einige Momente sitzend auf meinem Motorrad. Im Glauben, Dein Licht würde gleich erscheinen. In der ferne blinkten weiter Warnblinkanlagen. Ein sehr ungutes Gefühl machte sich in mir breit. Versuchte mich damit zu beruhigen, dass Du an den Warnlichtern nicht beteiligt bist. Ich wollte Absteigen, da merkte ich dass ein Lieferwagen auf der Standspur angerast kam. Ein Bein noch halb in der Luft, ließ ich das Motorrad fallen und hechtete hinter die Leitplanke. Die Räder vom Lieferwagen Quitschten. Er kam nur Millimeter vor dem Hinterteil meines Motorrades zum stehen. Nicht mal eine Handfläche passte zwischen. Er rief mir zu: „Dein Kumpel lebt“ und machte sich davon.“

Die Polizisten hatten den Papierkram fertig, wechselten einige Worte, mit den Helfer. Wir verabschiedeten uns dankend von den Helfern und einige Zeit später war der Krankenwagen da. Im Krankenhaus wurde ich durchgecheckt und bestaunt. Die Verletzungen unter diesen Umständen sind sehr gering. Mein linker Arm erhielt eine Gipsschiene (richtiger Gips – kein Plastik), weil er „nur“ angeknackt ist. Die restlichen Prellungen befinden sich an den Beinen. Die große Abschürfung (durchm. ca. 5cm) am Knie wurde bepflastert.

In dieser Zeit wurde mein Motorrad nach Hintertimbuktu verfrachtet und Marcus fuhr nach Hause, um mich dann mit dem Auto heimzuholen.

Einige fragten nach meinem Motorrad, hier die Antwort:

Dies befindet sich in der Werkstatt. Das Getriebe ist hin. Warum, ist noch nicht geklärt. Der Meister hatte jedoch ein Bedienfehler von mir ausgeschlossen. Das beruhigt mich zwar ein bissel, lässt mich aber fragen, ob ich dieses Motorrad weiterfahren möchte. Was meint Ihr ? (ohne Witzeleien). Der Rest hat kaum was abbekommen. Dazu muss ich sagen, dass ich Sturzbügel habe. Der eine ist zwar etwas dünner geworden, doch hat er seinen Zweck erfüllt.

Bei dem Motorrad von Marcus ist lediglich die Mimik rechts total verschoben und der Spiegel defekt.

So, liebe Leser, das Schreiben war ganz schön anstrengend, daher möchte ich nur noch eine kleine Anmerkung machen, bevor ich poste.

Die Motorradsaison hat wieder begonnen. Auch wenn ich eine der wenigen bin, die so glimpflich dabei weggekommen ist. Unter anderem auch wegen der Protektoren in der Jacke.

Bitte – fahrt nicht ohne entsprechende Motorradkleidung. Spart nicht an der falschen Stelle.

Die Sterne sind auch diesmal wieder für die namenlosen Helfer.

Danke für das Lesen, Kommentieren und Bewerten.

Euer Schleckermaul Sonni

(PS – Einen lieben Gruß an alle Kommentatoren des ersten Teiles, vielen Dank für Eure Genesungswünsche)

53 Bewertungen, 1 Kommentar

  • anonym

    21.11.2006, 00:06 Uhr von anonym
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sh & lG von Diana (c;