Erfahrungsbericht von sunshine_31701
The beginning of 2003
Pro:
bis heute gar nichts
Kontra:
alles
Empfehlung:
Nein
Heute ist der 11.April 2003. Wir haben nun schon mehr als 3 Monate im neuen Jahr verbracht. In genau einem Monat sitze ich im Flugzeug nach Santiago de Chile. Dazu aber später mehr.
Im Moment sitze ich im Zug von Berlin nach Hause. Da die ICEs immer so schön leise sind, denke ich viel nach. Diese Zeit möchte ich jetzt einmal nutzen, um die letzten 3 Monate und 10 Tage ein wenig zu verarbeiten.
Das letzte Jahr ist bei mir ja sehr turbulent zu Ende gegangen. Ich hatte mich ja Weihnachten von meinem Freund getrennt. Da fing das Jahr 2003 für mich mit relativ viel Stress an, der automatisch kam, weil wir beide ja immer noch ein Haus zusammen haben. Gleich Anfang des Jahres hatte ich Geburtstag. Den habe ich mit Tränen begonnen. Es ist schon komisch gewesen, alleine in dem Haus zu sitzen und um 00 Uhr mir die ersten Glückwünsche per AIM Telegramm abzuholen (hier einen ganz dicken Gruß an Michael und Bernd!! Danke!!). Das hat mich unheimlich gerührt. Den Rest des Tages habe ich nicht viel gemacht. Abends war ich noch mit Freunden unterwegs.
2 Tage später war mein Urlaub vorbei und ich musste wieder nach Bonn. Es war, wie jedes Mal, ein komisches Gefühl, sich wieder ins Auto zu setzen und wegzufahren. Nur diesmal wusste ich, dass ich so schnell nicht mehr wieder kommen würde. So langsam aber sicher würde mein Ex es schaffen, mich nicht nur aus meinem (unseren) Haus, sondern auch aus meiner Heimat zu vertreiben. Ich blieb also erst mal länger in Bonn. Immerhin hatte ich auch einige Klausuren zu schreiben, auf die ich mich konzentrieren musste. Als ich in Bonn ankam, war aber alles wieder total vertraut. Ich habe einen lieben Kollegen, mit dem ich immer zusammen gefahren bin. Wir verstehen uns total gut und haben immer jede Menge Spaß zusammen, und können doch auch auf der anderen Seite wunderbar miteinander reden. Er ist innerhalb kürzester Zeit nicht nur ein Kollege geworden, sondern auch ein sehr, sehr guter Freund. Und meine anderen Kollegen sind auch total lieb. So war das Heimweh auch gleich ganz schnell wieder vorbei.
Aber auch die Zeit in Bonn ging einmal vorbei. Doch vorher sollte ich wohl doch noch etwas Negatives erfahren. Vor Weihnachten hatte ich letztes Jahr einen wunderbaren Mann kennen gelernt, in den ich mich tierisch verliebt habe. Wir haben sehr schöne Stunden miteinander verbracht. Nur irgendwie stand mein Ex uns ein wenig im Weg, so dass wir irgendwie keine vernünftige Basis hatten. Anfangs wollte er auch keine Beziehung, weil er wusste, dass ich die meiste Zeit meines zukünftigen Lebens im Ausland verbringen werde. Und im Mai (der war damals allerdings noch ganz weit weg) fängt es schon an. Allerdings für 9 Monate. Also habe ich mich darauf eingestellt, dass zwischen uns eine Beziehung nicht zustande kommen wird. Nach meinem Urlaub haben wir uns noch einmal getroffen. Alles war wieder wunderbar. Und er wollte doch auf einmal eine Beziehung. Ich war überglücklich. Er war so lieb und auch total verständnisvoll. Ich schwebte auf Wolke 7. Bis ein paar Tage später die SMS von ihm kam, dass er mich nicht mehr sehen will, weil er einfach nicht damit klar kommt, dass ich bald nicht mehr da bin. Danach ging es mir einfach nur noch schlecht. Ich fühlte mich von allen verlassen. Meine größte Sorge war in diesen Wochen einfach nur, dass die Depressionen wieder anfangen. Denn die kann ich im Moment überhaupt nicht gebrauchen. Also musste ich weg aus Bonn. Der Termin stand ja auch schon. Am 7. Februar war unser letzter Tag.
Es ging nach Berlin… Doch auch da sollte es nicht besser werden. Zwischendurch habe ich mich noch mal mit einem Exfreund (der, für den ich das Gedicht geschriben habe) getroffen und auch mit ihm ein paar schöne Stunden verbracht. Aber auch er will nicht mehr, weil ich weggehe.
So langsam habe ich angefangen zu merken, dass irgendwas nicht stimmt. Aber ich kämpfte weiter. Wir waren erst ein paar Tage in Berlin, da kam dann auch schon die nächste Schreckensbotschaft. Meine Oma war gestorben. Ich hatte zwar nicht ein sehr herzliches Verhältnis zu ihr, aber es hat mich anfangs sehr mitgenommen, weil ich mich nicht einmal mehr von ihr verabschieden konnte. Aber es war besser so, dass sie gestorben ist. Mit ihrem Tod bin ich auch sehr gut zu Recht gekommen.
Berlin hat mich noch ein Stück mehr von meiner Heimat fern gebracht. Ich wollte nur noch 1 mal im Monat nach Hause fahren (es wird auf die Dauer zu teuer und ich halte den Stress zu Hause einfach nicht aus). So kam es, dass ich 2 Wochen nach der Beerdigung nach Frankfurt geflogen bin (eigentlich hatte ich den Flug für das Wochenende der Beerdigung gebucht). Dort habe ich einen ehemaligen Kollegen besucht, den ich schon ewig faszinierend finde. Es hat auch schon ein paar Mal zwischen uns „geknistert“ aber ich wusste, eine Beziehung ist nicht drin. Nur Sex. Ich hatte also keine großen Erwartungen von diesem Wochenende. Aber es war spannend. Als ich an dem Sonntagabend wieder zurück in Berlin war, habe ich noch eine Kleinigkeit mit meinem Kollegen gegessen. Dazu haben wir eine Flasche Wein getrunken. Geht ja eigentlich. Aber dieser Flasche folgte noch eine weitere und eine Flasche Ouzo. Naja, dementsprechend gut waren wir auch drauf. Ich weiß nicht mehr, wann ich ins Bett gekommen bin. Als ich morgens aufgewacht bin, war ich total gerädert. Wir hatten uns geküsst. Aber ich wusste nicht, ob es Realität war oder doch nur ein Traum. Ehrlich gesagt, ich weiß es bis heute nicht. Naja, ich war so in Gedanken, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass es draußen glatt war. Und schwuppdiwupp hab ich mir dann auch noch den Arm gebrochen. Ich war 3 Wochen krankgeschrieben, die ich zum größten Teil zu Hause verbracht habe. Und wieder war da der Ex von damals und wieder hatte ich ein gebrochenes Herz und Heimweh, als es zurück nach Berlin ging.
Seit der einen Nacht mit meinem Kollegen fing es an zu knistern zwischen uns… irgendwie war das nicht mehr normal. Er hatte allerdings eine neue Freundin und ziemliche Probleme mit seiner Ex. Das war auch der Grund, warum er immer weniger mit mir unternommen hat. Auf der einen Seite hatte ich dafür Verständnis war dann aber auch ein wenig sauer. Vor ein paar Tagen haben wir noch mit ein paar Kollegen zusammengesessen. Als die anderen weg waren haben wir darüber geredet und er hat sich dafür auch entschuldigt. Spät abends sind wir noch rausgegangen und haben Zigaretten geholt. Ich sagte zu ihm, er soll den Frauen keine Hoffnungen machen und Klartext reden, wenn er nur das eine will. Er meinte das könne er nicht. Da hab ich nur aus Spaß gesagt: „Gut, das üben wir jetzt! Die nächste, die dir über den Weg läuft sprichst du an und fragst sie, ob sie f**** (sorry, wegen der Wortwahl) will!“ Da zog er mich zur Seite und küsste mich. Ich war total baff aber irgendwie auch glücklich. Als wir zurück waren, haben wir noch wild im Fahrstuhl geknutscht. Naja, und dann war es auch soweit. Wir haben miteinander geschlafen. Dabei sagte er immer wieder, ich soll mich nicht in ihn verlieben. Normalerweise würde ich das auch nicht machen. Immerhin war ja alles klar. Es wäre nur das eine mal gewesen und danach hätten wir so getan, als ob es nie passiert wäre. Ich wusste aber nicht, was ich machen sollte. Ich will auch nicht, dass unsere Freundschaft unter diesem einen Mal leidet. Ich hab total gemischte Gefühle. Melde ich mich bei ihm, denkt er ich wäre verliebt. Melde ich mich nicht, denkt er ich geh ihm aus dem Weg und bin zickig. Dabei ist es für mich kein Problem, Sex ohne Liebe zu haben.
Warum ich das schreibe? Da kommen wir zu dem Satz in meinem Kurzprofil. Ich wollte diesen Job haben und habe ihn auch bekommen. Es war immer mein Traum ins Ausland zu gehen. Aber ich wusste nicht, was man dafür aufgeben muss. Ich habe kein richtiges zu Hause mehr. Sicherlich werdet Ihr jetzt denken: Wieso, sie hat doch ein Haus. Das stimmt. Aber ich werde nur noch sehr, sehr selten dort sein. Und der Stress mit meinem Mitbewohner kommt noch dazu. Er macht sich immer wieder Hoffnungen, dass ich doch noch eines Tages zurück zu ihm komme. Aber das werde ich nicht tun. Unser Haus ist sehr schön geworden. Ich hänge sehr an diesem Objekt. Aber dennoch muss mir einfach klar werden, dass ich nicht mehr viel davon haben werde. Das braucht jedoch seine Zeit.
Zurzeit macht mir aber der Gedanke, dass ich es sehr schwer habe, einen neuen Freund zu finden, mehr zu schaffen. Meine Kollegin sagte heute noch zu mir, ich sei eine starke Persönlichkeit. Da mag sie auch Recht haben. Aber oft ist es auch nur Schein. Ich möchte nicht, dass jemand merkt, wie einsam ich mich teilweise fühle. Sicherlich ist es schön, wenn man „frei“ ist. Man kann sein Leben unbeschwert genießen, ohne dass da jemand im Hintergrund ist, der eifersüchtig ist und einem das Leben dadurch schwer macht. Lerne ich aber jemanden kennen, der mich auch interessant findet, kann ich zu 99,9 Prozent sagen, dass eine Beziehung zwischen uns nie zustande kommen wird. Es sei denn, ich verschweige ihm, was ich beruflich mache. Die Männer können mich noch so toll finden, aber auch nur so lange, bis ich ihnen sage, dass ich am 10. Mai nach Chile fliege und auch erst Ende Januar wieder komme. Sicherlich, das sind nur 9 Monate. Danach geht es ja auch wieder nach Bonn. Aber auch nur für 5 Monate. Wo ich dann hinkomme, kann ich noch nicht genau sagen. Ich weiß nur eins, sollte es nicht Berlin sein, werde ich für mindestens 4 Jahre ins Ausland gehen (zurzeit ist mein Wunschposten Kabul, aber das kann sich auch noch ändern). Tja, sobald ich das ausgesprochen habe, melden sich die Männer nie wieder bei mir. Eigentlich kann ich es ihnen ja auch nicht verübeln… Wer will schon eine Freundin, die nie da ist?
Und nun sind bereits mehr als 3 Monate vergangen. Wenn ich es genauer betrachte, habe ich noch kein wirklich positives Erlebnis gehabt. Aber das Jahr ist ja noch lang und ich hoffe und wünsche es mir, dass ich in Santiago viele neue und auch positive Eindrücke sammeln werde…
Im Moment sitze ich im Zug von Berlin nach Hause. Da die ICEs immer so schön leise sind, denke ich viel nach. Diese Zeit möchte ich jetzt einmal nutzen, um die letzten 3 Monate und 10 Tage ein wenig zu verarbeiten.
Das letzte Jahr ist bei mir ja sehr turbulent zu Ende gegangen. Ich hatte mich ja Weihnachten von meinem Freund getrennt. Da fing das Jahr 2003 für mich mit relativ viel Stress an, der automatisch kam, weil wir beide ja immer noch ein Haus zusammen haben. Gleich Anfang des Jahres hatte ich Geburtstag. Den habe ich mit Tränen begonnen. Es ist schon komisch gewesen, alleine in dem Haus zu sitzen und um 00 Uhr mir die ersten Glückwünsche per AIM Telegramm abzuholen (hier einen ganz dicken Gruß an Michael und Bernd!! Danke!!). Das hat mich unheimlich gerührt. Den Rest des Tages habe ich nicht viel gemacht. Abends war ich noch mit Freunden unterwegs.
2 Tage später war mein Urlaub vorbei und ich musste wieder nach Bonn. Es war, wie jedes Mal, ein komisches Gefühl, sich wieder ins Auto zu setzen und wegzufahren. Nur diesmal wusste ich, dass ich so schnell nicht mehr wieder kommen würde. So langsam aber sicher würde mein Ex es schaffen, mich nicht nur aus meinem (unseren) Haus, sondern auch aus meiner Heimat zu vertreiben. Ich blieb also erst mal länger in Bonn. Immerhin hatte ich auch einige Klausuren zu schreiben, auf die ich mich konzentrieren musste. Als ich in Bonn ankam, war aber alles wieder total vertraut. Ich habe einen lieben Kollegen, mit dem ich immer zusammen gefahren bin. Wir verstehen uns total gut und haben immer jede Menge Spaß zusammen, und können doch auch auf der anderen Seite wunderbar miteinander reden. Er ist innerhalb kürzester Zeit nicht nur ein Kollege geworden, sondern auch ein sehr, sehr guter Freund. Und meine anderen Kollegen sind auch total lieb. So war das Heimweh auch gleich ganz schnell wieder vorbei.
Aber auch die Zeit in Bonn ging einmal vorbei. Doch vorher sollte ich wohl doch noch etwas Negatives erfahren. Vor Weihnachten hatte ich letztes Jahr einen wunderbaren Mann kennen gelernt, in den ich mich tierisch verliebt habe. Wir haben sehr schöne Stunden miteinander verbracht. Nur irgendwie stand mein Ex uns ein wenig im Weg, so dass wir irgendwie keine vernünftige Basis hatten. Anfangs wollte er auch keine Beziehung, weil er wusste, dass ich die meiste Zeit meines zukünftigen Lebens im Ausland verbringen werde. Und im Mai (der war damals allerdings noch ganz weit weg) fängt es schon an. Allerdings für 9 Monate. Also habe ich mich darauf eingestellt, dass zwischen uns eine Beziehung nicht zustande kommen wird. Nach meinem Urlaub haben wir uns noch einmal getroffen. Alles war wieder wunderbar. Und er wollte doch auf einmal eine Beziehung. Ich war überglücklich. Er war so lieb und auch total verständnisvoll. Ich schwebte auf Wolke 7. Bis ein paar Tage später die SMS von ihm kam, dass er mich nicht mehr sehen will, weil er einfach nicht damit klar kommt, dass ich bald nicht mehr da bin. Danach ging es mir einfach nur noch schlecht. Ich fühlte mich von allen verlassen. Meine größte Sorge war in diesen Wochen einfach nur, dass die Depressionen wieder anfangen. Denn die kann ich im Moment überhaupt nicht gebrauchen. Also musste ich weg aus Bonn. Der Termin stand ja auch schon. Am 7. Februar war unser letzter Tag.
Es ging nach Berlin… Doch auch da sollte es nicht besser werden. Zwischendurch habe ich mich noch mal mit einem Exfreund (der, für den ich das Gedicht geschriben habe) getroffen und auch mit ihm ein paar schöne Stunden verbracht. Aber auch er will nicht mehr, weil ich weggehe.
So langsam habe ich angefangen zu merken, dass irgendwas nicht stimmt. Aber ich kämpfte weiter. Wir waren erst ein paar Tage in Berlin, da kam dann auch schon die nächste Schreckensbotschaft. Meine Oma war gestorben. Ich hatte zwar nicht ein sehr herzliches Verhältnis zu ihr, aber es hat mich anfangs sehr mitgenommen, weil ich mich nicht einmal mehr von ihr verabschieden konnte. Aber es war besser so, dass sie gestorben ist. Mit ihrem Tod bin ich auch sehr gut zu Recht gekommen.
Berlin hat mich noch ein Stück mehr von meiner Heimat fern gebracht. Ich wollte nur noch 1 mal im Monat nach Hause fahren (es wird auf die Dauer zu teuer und ich halte den Stress zu Hause einfach nicht aus). So kam es, dass ich 2 Wochen nach der Beerdigung nach Frankfurt geflogen bin (eigentlich hatte ich den Flug für das Wochenende der Beerdigung gebucht). Dort habe ich einen ehemaligen Kollegen besucht, den ich schon ewig faszinierend finde. Es hat auch schon ein paar Mal zwischen uns „geknistert“ aber ich wusste, eine Beziehung ist nicht drin. Nur Sex. Ich hatte also keine großen Erwartungen von diesem Wochenende. Aber es war spannend. Als ich an dem Sonntagabend wieder zurück in Berlin war, habe ich noch eine Kleinigkeit mit meinem Kollegen gegessen. Dazu haben wir eine Flasche Wein getrunken. Geht ja eigentlich. Aber dieser Flasche folgte noch eine weitere und eine Flasche Ouzo. Naja, dementsprechend gut waren wir auch drauf. Ich weiß nicht mehr, wann ich ins Bett gekommen bin. Als ich morgens aufgewacht bin, war ich total gerädert. Wir hatten uns geküsst. Aber ich wusste nicht, ob es Realität war oder doch nur ein Traum. Ehrlich gesagt, ich weiß es bis heute nicht. Naja, ich war so in Gedanken, dass ich gar nicht gemerkt habe, dass es draußen glatt war. Und schwuppdiwupp hab ich mir dann auch noch den Arm gebrochen. Ich war 3 Wochen krankgeschrieben, die ich zum größten Teil zu Hause verbracht habe. Und wieder war da der Ex von damals und wieder hatte ich ein gebrochenes Herz und Heimweh, als es zurück nach Berlin ging.
Seit der einen Nacht mit meinem Kollegen fing es an zu knistern zwischen uns… irgendwie war das nicht mehr normal. Er hatte allerdings eine neue Freundin und ziemliche Probleme mit seiner Ex. Das war auch der Grund, warum er immer weniger mit mir unternommen hat. Auf der einen Seite hatte ich dafür Verständnis war dann aber auch ein wenig sauer. Vor ein paar Tagen haben wir noch mit ein paar Kollegen zusammengesessen. Als die anderen weg waren haben wir darüber geredet und er hat sich dafür auch entschuldigt. Spät abends sind wir noch rausgegangen und haben Zigaretten geholt. Ich sagte zu ihm, er soll den Frauen keine Hoffnungen machen und Klartext reden, wenn er nur das eine will. Er meinte das könne er nicht. Da hab ich nur aus Spaß gesagt: „Gut, das üben wir jetzt! Die nächste, die dir über den Weg läuft sprichst du an und fragst sie, ob sie f**** (sorry, wegen der Wortwahl) will!“ Da zog er mich zur Seite und küsste mich. Ich war total baff aber irgendwie auch glücklich. Als wir zurück waren, haben wir noch wild im Fahrstuhl geknutscht. Naja, und dann war es auch soweit. Wir haben miteinander geschlafen. Dabei sagte er immer wieder, ich soll mich nicht in ihn verlieben. Normalerweise würde ich das auch nicht machen. Immerhin war ja alles klar. Es wäre nur das eine mal gewesen und danach hätten wir so getan, als ob es nie passiert wäre. Ich wusste aber nicht, was ich machen sollte. Ich will auch nicht, dass unsere Freundschaft unter diesem einen Mal leidet. Ich hab total gemischte Gefühle. Melde ich mich bei ihm, denkt er ich wäre verliebt. Melde ich mich nicht, denkt er ich geh ihm aus dem Weg und bin zickig. Dabei ist es für mich kein Problem, Sex ohne Liebe zu haben.
Warum ich das schreibe? Da kommen wir zu dem Satz in meinem Kurzprofil. Ich wollte diesen Job haben und habe ihn auch bekommen. Es war immer mein Traum ins Ausland zu gehen. Aber ich wusste nicht, was man dafür aufgeben muss. Ich habe kein richtiges zu Hause mehr. Sicherlich werdet Ihr jetzt denken: Wieso, sie hat doch ein Haus. Das stimmt. Aber ich werde nur noch sehr, sehr selten dort sein. Und der Stress mit meinem Mitbewohner kommt noch dazu. Er macht sich immer wieder Hoffnungen, dass ich doch noch eines Tages zurück zu ihm komme. Aber das werde ich nicht tun. Unser Haus ist sehr schön geworden. Ich hänge sehr an diesem Objekt. Aber dennoch muss mir einfach klar werden, dass ich nicht mehr viel davon haben werde. Das braucht jedoch seine Zeit.
Zurzeit macht mir aber der Gedanke, dass ich es sehr schwer habe, einen neuen Freund zu finden, mehr zu schaffen. Meine Kollegin sagte heute noch zu mir, ich sei eine starke Persönlichkeit. Da mag sie auch Recht haben. Aber oft ist es auch nur Schein. Ich möchte nicht, dass jemand merkt, wie einsam ich mich teilweise fühle. Sicherlich ist es schön, wenn man „frei“ ist. Man kann sein Leben unbeschwert genießen, ohne dass da jemand im Hintergrund ist, der eifersüchtig ist und einem das Leben dadurch schwer macht. Lerne ich aber jemanden kennen, der mich auch interessant findet, kann ich zu 99,9 Prozent sagen, dass eine Beziehung zwischen uns nie zustande kommen wird. Es sei denn, ich verschweige ihm, was ich beruflich mache. Die Männer können mich noch so toll finden, aber auch nur so lange, bis ich ihnen sage, dass ich am 10. Mai nach Chile fliege und auch erst Ende Januar wieder komme. Sicherlich, das sind nur 9 Monate. Danach geht es ja auch wieder nach Bonn. Aber auch nur für 5 Monate. Wo ich dann hinkomme, kann ich noch nicht genau sagen. Ich weiß nur eins, sollte es nicht Berlin sein, werde ich für mindestens 4 Jahre ins Ausland gehen (zurzeit ist mein Wunschposten Kabul, aber das kann sich auch noch ändern). Tja, sobald ich das ausgesprochen habe, melden sich die Männer nie wieder bei mir. Eigentlich kann ich es ihnen ja auch nicht verübeln… Wer will schon eine Freundin, die nie da ist?
Und nun sind bereits mehr als 3 Monate vergangen. Wenn ich es genauer betrachte, habe ich noch kein wirklich positives Erlebnis gehabt. Aber das Jahr ist ja noch lang und ich hoffe und wünsche es mir, dass ich in Santiago viele neue und auch positive Eindrücke sammeln werde…



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