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Erfahrungsbericht von Sonnischlau

Gedanken um Toleranz

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

vorweg, dieser Bericht ist entstanden aufgrund einer Aktion bei Ciao. Sicher, diese Aktion gibt es hier auf Yopi nicht, doch warum nicht auch die Gedanken hierher tragen, denn die Aktion wurde gestartet, um für mehr Toleranz für \"sogenannte Randgruppen\" zu schaffen.

Hallöchen liebe Leser,

schnell stand für mich fest, „folge dem Aufruf von Potame und Liloman“ und beteilige dich an der „Aktion: Mehr Toleranz (Ausländer, Behinderte, Homosexuelle wurden als Beispiel angefügt)“. Im Volksmund werden die angeführten Beispiele gern als Randgruppen bezeichnet.

Festgestellt habe ich, dass dem schnellen Entschluss –
mich an dieser Aktion zu beteiligen - nur langsam dieser Bericht folgt. Nicht, dass es an Erfahrungen mangelt – doch ich muss gestehen, dass auch mein Toleranzpotential seine Grenzen hat. Alles zusammengenommen es sich doch schwer in Worte fasst, wenn ich meine allgemeine Toleranz betrachte und Missverständnisse ausschließen möchte. Weiterhin möchte ich meinen Bericht nicht nur auf eine bestimmte „Randgruppe“ differenzieren.

Daher habe ich die nachfolgende Frage- und Antwortversion gewählt und einige Gedanken nebst Erfahrungen angefügt.

Definition Toleranz (Quelle unbekannt – Auszug aus meinen Unterlagen):

~~~~Duldsamkeit in weltanschaulichen und religiösen Fragen und gegenüber andersartigen Sitten und Gewohnheiten.~~~~

Für mich ist Toleranz keine Frage der Norm und ich maße mir auch nicht an zu urteilen, ob Dieser oder Jener der Norm entsspricht. Meiner Meinung ist es eine Frage des Respektes.

Doch nun zu „Sonni’s Toleranz“:

Die ist merklich einfach gestrickt. Wird als sehr groß von meinem Bekanntenkreis betitelt (*sichaufdieschulterklopft**grins*). Ob es stimmt, findet es selbst heraus.

Toleriert Sonni Ausländer ? Ja

Nun, welchen „Grund“ gäbe es hier diese nicht zu tolerieren!? Aus meiner Sicht ist es so, dass bei der Toleranz von Ausländern ganz schnell einzelne Vorurteile verallgemeinert und als „begründet“ angesehen werden. Ebenso habe ich festgestellt, dass bei einigen „Ausländern“ auch ein gewaltiges Manko an Toleranz vorhanden ist, welches auf Vorurteile beruht und die „Nichtausländer“ sich wiederum bestärkt sehen in ihren eigenen Vorurteilen.

Nebenbei bemerkt, auch ich bin ab und zu mal ein „Ausländer“ und möchte auch nicht dem Vorurteil unterliegen, dass alle Deutschen Nazi’s sind. Wie grässlich, immer die alten Kamellen und Vorurteile. Wurde uns doch schon von frühster Jugend die Verantwortung für die deutsche Geschichte eingeflößt.

Doch was habe ich getan ?, dass mir im Urlaub dieses Vorurteil an den Kopf geknallt wird. Nichts. Genau das Nichts was die meisten Ausländer hier getan haben, die mit diversen Vorurteilen behaftet werden. Lediglich die Nationalität hat entschieden.

Mit Sicherheit gibt es „Ausländer“, die ich nicht tolerieren kann, dies begründet sich dann jedoch auf die einzelne Person und ist nicht abhängig von Hautfarbe, Religion oder Nationalität. Ein „Dieb“ ist ein „Dieb“ ob nun made in Germany oder made in .....

Letztendlich ist es ja auch egal, ob mich ein „gelber“ Autofahrer oder ein „weißer“ Autofahrer über den Haufen gefahren hat. Das Ergebnis ist das gleiche.

Toleriert Sonni Behinderte ? Ja

Hierzu möchte ich erst mal sagen, dass der Begriff/
Wort „Behinderte“ bei mir (in unserer Familie) nicht mehr verwendet wird. Bei uns heißt es Handicap. Einiges was ich oben geschrieben habe, trifft natürlich auch hier zu (Vorurteile und Ausnahmen).

Nun zu einem Handicap kann Mann oder Frau schneller kommen, als zur eigenen Akzeptanz. Ferner gibt es bei mir keinen Unterschied, ob jemand mit einem Handicap auf die Welt kommt (also angeboren) oder durch eine Krankheit gehandicapt ist.

Ein anderes Beilspiel:

MS (Multiple Sklerose /Entmarkungskrankheit des zentralen Nervensystems). In meinem Bekanntenkreis gleich 3 x vertreten mit unterschiedlichen Stadien. Auf die Krankheit selber möchte ich nicht weiter eingehen. Fakt ist, dass diese soweit führen kann, dass derjenige sich ohne Rollstuhl nicht mehr fortbewegen kann, das die Augen sehr in Mitleidenschaft gezogen werden etc.

Nun, wird ein Mensch schlechter oder besser, weil er nun Krank ist ? Mit Sicherheit nicht von heute auf morgen. Auch halte ich nichts vom „Verhätscheln“, dass hat wohl weniger was mit Toleranz zu tun. Denn ich als „Gesunder“ fühle mich eben halt nur ausgenutzt, wenn ich den für denjenigen Einkaufen fahre, nur weil er zu faul ist und nicht weil er heute mal einen schlechten Tag mit Spasmen hat.

Letztendlich bin ich der Meinung, dass Grundsteine der Toleranzfähigkeit eines jeden Einzelnen auch durch die Erziehung mitgegeben wird. Und das nicht nur im Elternhaus. Integrationsschulen (einschl. Kindergärten und Krippen) sind aus meiner Sicht auch sehr förderlich, Vorurteile abzubauen und der gesellschaftlichen Ausgrenzung entgegenzuwirken.

Würde es mehr davon geben, wäre eine derartige Aktion wie hier bei Ciao (....um mehr Menschen aufzurütteln) wohl nicht notwendig. Meiner Meinung nach würden lediglich einige Diskussionsthemen/Berichte übrigbleiben, wie: „Notwendige Hilfe und überflüssige Hilfe“ oder „Gaffer die seltene Spezies“.

Toleriert Sonni Homosexuelle ? Ja

Aus welchem Grund sollte ich jene nicht tolerieren ?! Weil ich meinen „schwulen“ Freund um seinen Partner beneide ? *grins* Nun, auch hier zählt für mich „lediglich“ die einzelne Persönlichkeit, die mich entscheiden lässt, ob ich für jemanden Sympathie hege oder nicht. Dies betrifft natürlich auch Lesben. Für mich ist hier eher unverständlich, dass dies in unserer Zeit noch eine Toleranzfrage darstellt. Der regierende OB von Berlin ist schwul, na und ? Wäre Berlin weniger pleite, wenn er Hetero wär ?

Die mir gestellte Frage: „Was würdest Du denn tun, wenn Dein Sohn sich als „Schwul“ outet ?“ Na das gleiche, was ich jetzt auch mache. Liebe lässt sich doch dadurch nicht beeinflussen. So würde ich weiterhin die Kondome kaufen (die sollte er ja nicht nur wegen der Verhütung benutzen).

Geschlechtskrankheiten tolerieren alle, ob nun schwarz, weiß, männlich oder weiblich, Homo, Hetero oder Bi, gehandicapt oder nicht (hab ich jemanden vergessen ?).

Ihn trösten, wenn er Liebeskummer hat, denn der Schmerz bleibt auch der gleiche, ob er nun Hetero oder Homo ist - letztendlich würde ich mich noch genauso über sein unaufgeräumtes Zimmer oder den nächtlich geleerten Kühlschrank ärgern wie jetzt.

Es gibt sicher noch viel mehr sogenannter „Randgruppen“ behaftet mit ebensoviel Vorurteilen. („einmal Knacki immer Knacki“, „10 Kinder na die haben wohl nichts besseres zu tun“ etc.). Und wie Einstein sagte:

\"Ein Atom ist leichter zu zertrümmern als ein Vorurteil.\"

Wie wahr und aus meiner Sicht sind Vorurteile aufgebaute Mauern die Toleranz, Respekt und Akzeptanz einmauern.

Danken möchte ich Potame und Lilomann, die mich zu diesem Bericht inspirierten. Vielleicht hat Euch ja auch mein Bericht angeregt, mal Euer Toleranzpotential unter die Lupe zu nehmen und gegebenenfalls mit einem längst überfälligem Vorurteil aufzuräumen. Na und wenn Ihr keine hattet - vielleicht hat es dann wenigstens zum \"wachrütteln\" gereicht *grins* oder Euch angeregt selber einen Bericht zu schreiben.

Anmerken möchte ich nur noch, dass ich auch ein gewisses Maß an Intoleranz habe. Natürlich, bin ja auch nur ein Mensch. Doch dieses genauer zu erläutern würde den Bericht sprengen und hat so gar nix mit der dieser Aktion zu tun, die ich mit meinem Bericht voll unterstützen möchte.

Ich hoffe, Ihr könnt dies tolerieren *grins*.


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