Über Themen mit V Testbericht

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Erfahrungsbericht von Melli*

Versteck für Gefühle

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Männer vertrauen ihrer Hosentasche alles an, was wichtig ist: Geld, Autoschlüssel, Liebesgrüsse, Erinnerungen.
Neulich. \"Du?\" sagt sie und das Fragezeichen hängt in der Luft. \"Wie war es beim Japaner?\" Äähh. \"Bei welchem Japaner? Ich war nicht beim Japaner...!\" Ihre Lippen werden schmal und ihre Augen starren. \"Aber da hast du 40 Euro ausgegeben. Vor drei Tagen, um 22.41 Uhr. Stand jedenfalls auf der Quittung in deiner Hosentasche.\" Die Hosentasche! Eigentlich ist sie der beste Freund des Mannes , Schatzkammer, Archiv, Überlebensset, Rettungsinsel, ja, sie sit Gedächtnis und Gewissen gleichzeitig, aber sie kann einen eben auch umbringen. Mit einer blöden Quittung, hinter der sich die Geschichte eines Abends versteckt. Dabei: Wären Männer auch dann die besseren Wesen, wenn sie keine Hosentaschen hätten? Schon als kleine Kinder haben sie gelernt, dass ein Tag wie das Leben ist un sich schnell ändern kann. Sie waren darauf vorbereitet. Mädchen verhakten sie im Gummitwist, die Jungs konnten sie losschneiden, mit dem Taschenmesser aus ihrer Hosentasche. Sie malten ihnen auf, wo sie wohnten, weil sie Kreide in der Tasche hatten. Und sie fingen an reich zu werden, weil sie 10-Cent-Stücke in der Tasche sammlten. Mädchen blieben arm. Die Jungs mussten ihnen Lakritzschnecken kaufen. Dafür haben die Mädels sie einmal mit geschlossenen Augen geküsst.
So was prägt. Bis heute. Richtige Männer haben ihre Geldscheine in der Hosentasche und können deshalb einen 10-Euro-Schein schon mit leichter Berührung von einem 50-Euro-Schein unterscheiden. Frauen können überhaupt nicht unterscheiden, weil sie nie Geld dabei haben, sondern in schlauchengen, taschenlosen Kleidern dasitzen und \"Schatz, ich habe mein Geld vergessen\" sagen. Männer können auch die Frage \"Zu dir oder zu mir?\" immer spontan beantworten, weil sie ihre Schlüssel in der Hosentasche haben. Frauen sagen zwar \"zu mir\", aber dann \"Wo sind denn bloss meine Schlüssel?\". Männer tun nichts in die Tasche, was nicht wirklich wichtig ist. Manchmal nachts, wenn Männer durch den Regen wandern und nach Hause kommen, krempeln sie ihre Taschen nach aussn, um zu sehen, wer sie eigentlich sind. Hosentascheninhalte sind sozusagen die Essenz des Erlebten.
Darin sammeln sich melancholische Momente zwischen 25-Cent-Münzen, Streichholzheftchen aus Paris, Tabakkrümeln, Zettelfetzen mit Telefonnummern und, verdammt, eben auch Qittungen - das letzte Reservat der Heimlichkeit. Frauen haben so was nicht, deshalb können sie auch schlecht lügen. Sie schreiben sich am Wochenanfang \"15 Uhr Frisör, 17 Uhr Gymnastik, 19 Uhr Liebhabertreffen\" in ihre Terminplaner. Männer haben eine Parkscheinquittung mit Kussmund und Telefonnummer in der Hosentasche. Sie lächeln, wenn sie die Hände in die Tasche stecken und das Papier fühlen. Deshalb stopfen sie beim Hosenwechsel auch alles penibel von einer Tasche in die andere. Frauen verstehen das nicht und denken, Männer, diese Machos, würden mit ihren Geschlechtsteilen spielen, wenn die Hände in den Taschen versinken. Es ist viel gefährlicher: Sie spielen mit ihren Gedanken.
Manchmal verblassen die Gedanken auch. Nach einer Wäsche zum Beispiel. Dann sind alle kleinen Andenken zu noch kleineren Papierklumpen geschrumpelt, unendlich vorsichtig sezieren sie sie dann, erkennen verwaschen das Datum oder die Adresse, die so wichtig war. Warum hat sie diese Quittung von Japaner eigentlich nicht mitgewaschen, so wie die Eintrittskarten zum Fussball neulich?

Dieser Text stellt die Sicht der Männer aus der Sicht einer Frau dar! :-)
Ich hoffe es hat euch gefallen

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