Erfahrungsbericht von Sonnischlau
Zahnarztphobie - *grins*
Pro:
für eine phobie spricht erstmal garnichts - ausser der lehren die man daraus zieht
Kontra:
phobien engen nur ein - insbesondere die zahnarztphobie
Empfehlung:
Nein
Liebe Yopianer oder Yopi\'s (?),
langsam geht es dem Jahresende zu und Ihr kennt das sicher auch, zu Sylvester gibt’s dann immer die guten Vorsätze. Nun heute möchte ich Euch von meinem letzten Vorsatz für 2002 berichten. Nur mal so ganz allgemein.
Es geht um meine Zahnarztphobie und schiefe Zähne. Zwar bin ich der Meinung, dass ich sowieso mal an Skorbut (Krankheit die durch Vitaminmangel hervorgerufen wird) sterben werde, doch als Sekretärin möchte auch ein Lächeln möglich sein ohne die Hand vorhalten zu müssen. So hatte ich mir letztes Jahr ganz doll vorgenommen, meine Zahnarztphobie zu überwinden, und die nötigen Vorbehandlungen für eine kieferorthopädische Behandlung in Angriff zu nehmen. Zumal ich während der Weihnachtszeit auf ein kleines Steinchen – versteckt in einem Stück Stolle – gebissen hatte. Dabei habe ich ein Stückchen Zahnschmelz vom Backenzahn verloren. Also kam mir mein Vorsatz ganz recht und gleich im Januar dieses Jahres habe ich angefangen. Dazu muss ich sagen, dass ich schon 3 Tage vor einem Termin Schweißausbrüche hatte, Schlotterknie, Weinanfälle bis hin zu Wutanfällen.
Insgesamt habe ich es:
5 mal geschafft, mir einen Termin geben zu lassen
2 mal bin ich sogar bis ins Wartezimmer gekommen, um dann doch auszubüxen.
1 mal, das war dann in der Zahnklinik wurde ich direkt nach der Anmeldung zum Zahnarzt geleitet. Wer jetzt schmunzelt – bitte schön, aber ich fand es nicht witzig. Im übrigen war es nun schon Februar.
Doch war ich erstaunt, wie viel Verständnis mir entgegengebracht wurde. Als erstes konnte ich keinen Zahnarztstuhl sehen, sondern befand mich in einem normalen Büro. Das Gespräch was dann folgte, war auch sehr ergiebig – so dass ich mich für die Variante: Zahnbehandlung unter Vollnarkose entschied. Das hätte ich gern vor meinem Sohn verheimlicht, doch ich muss sagen er hat sich fair verhalten als er es erfahren hat. Ja fast väterlich, er wollte mich sogar begleiten. Das war mir nun gar nicht recht.
Als Information zur allgemeinen Behandlung:
3 Zähne mussten laut Kieferorthopäden gezogen werden,
1 Zahn musste repariert werden (Steingeschädigt)
2 Zähne dort sollten die Kunststoffinlets erneuert werden.
Kosten und Kostenübernahme durch Krankenkasse DAK.
Die Kosten Vollnarkose wurden übernommen, dafür ist es notwendig vorher einen Antrag zu stellen. Die Behandlung selber wird auch übernommen. Nicht übernommen werden die Betreuungskosten nach der Vollnarkose und Übernachtung. Da habe ich 200 Euro für bezahlt – im voraus natürlich.
Weiter ins Detail möchte ich zur Behandlung selber nicht gehen, da ich geistig nicht anwesend war. Nur soviel, dass ich morgens um 7 Uhr da war und gleich eine Beruhigungsspritze bekam und dann ging es auch schon los – Maske auf und was erzählen. Aufgewacht bin ich in einem abgedunkeltem Zimmer und dicker Gusche. Gegen Abend war ich so richtig wach und ausgeschlafen. Somit ließ ich mich abholen, denn wenn alles super läuft und es keine Bedenken gibt, kann man selbst entscheiden, ob man die Nacht noch dort verbringen möchte oder nicht. Das schlimmste für mich war, ich konnte weder naschen, noch witzeln geschweige denn reden. Rauchen - welch überflüssiges Laster.
Nach dieser Hammermethode habe ich mich im März/April einer professionellen Zahnreinigung unterzogen. Dort werden Zahnstein, falls vorhanden Karies entfernt. Dies geschieht in 3 Etappen. Das heißt 3 x zum Zahnarzt ohne auszubüxen. Das hab ich auch noch hinbekommen. „ganzstolzguck“. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen und belaufen sich auf ca. 70 Euro (für 3x).
Damit aber noch nicht genug. Meine Kiefernorthopädin bestand auch auf eine Parodontosebehandlung. Das hieß wieder zum Zahnarzt. So langsam fragte ich mich, ob der Zahnarzt glaubt, was er mir erzählte. Doch ich war brav. Schließlich hatte ich ja schon soviel hinter mir. Außerdem hatte ich das Gefühl er weiß meinen Humor zu schätzen. „lach“ Denn das letzte mal hab ich einen Kinderriegel bekommen. „freu“. Die Schwester hat ein bissel dumm geguggt (bin ja schon 35). Mein Sohn hat ein Lachanfall bekommen. Zurück zur Behandlung. Diese muss von der Krankenkasse genehmigt werden und wird dann auch voll übernommen. Es war schon Mai. 2 x musste ich wieder zum Zahnarzt und obwohl ich diese Termine auch irgendwie über die Bühne brachte, bekomme ich immer noch Schweißausbrüche, Kreislaufschwierigkeiten. Nur die Wein- und Wutanfälle bekomme ich nicht mehr. Weil ich ja so brav alles befolge. Beim ersten mal werden die Zahntaschen ausgemessen und Lockerungsgrade der Zähne festgestellt. Das hört sich jetzt eher danach an, als ob ich die Dritten bräuchte. Aber es ist nicht an dem. Fällt ein Zahn aus der Norm, dann zahlt die Krankenkasse nicht. Bei mir hat sie alles übernommen. Beim 2. Besuch kommt dann die Parodontosebehandlung. Eine Stunde lang wird gesalbt, gespült, gesandstrahlt etc. Da bekomme ich beim Schreiben schon Gänsehaut.
Im September war es soweit, da erhielt ich dann meine feste Zahnspange. Die ersten 2 Wochen waren die Hölle. Sprechen tat weh, zum Lachen war mir nicht zu mute. Einziger Trost – Eisschlecken. Kühlt, schmeckt und tat nicht weh. Leute Ihr glaubt gar nicht, was das für Reaktionen erzeugen kann. Lustig sage ich Euch – z. B. an der Tankstelle. Da hab ich doch mein Motorrad betankt – gehe rein zum bezahlen, der Kassierer reist ein Witz – so in Form wo will die Lütte mit dem großen Teil hin, ich musste Lachen. Er entschuldigt sich für den Witz, weil er meinte ich hätte einen Motorradunfall gehabt und müsste nun Spange tragen. „lach“
Abschließen kann ich nur sagen, dass ich meine Zahnarztphobie zwar immer noch habe, doch gut damit umgehen kann. Das rührt daher, dass ich einen sehr guten Zahnarzt gefunden habe und auch Rückenstärkung aus meinem Umfeld erhalte. Übrigens haben sich die Zähne schon so gut dirigieren lassen, dass die Lücken – welche durch das Ziehen der Backenzähne entstanden – schon fast geschlossen sind.
Kosten: Als Erwachsener muss Frau die Kosten allein tragen. Der Kostenvoranschlag beträgt ca. 2.500 Euro.
Sollten sich unter den Lesern auch welche finden, die unter der Zahnarztphobie leiden – kann ich nur sagen es gibt Lösungen. Doch jeder muss für sich entscheiden, ob er sich von der Phobie beherrschen lässt oder er sie beherrscht.
Aufgrund dessen, dass ich mein Vorhaben umgesetzt habe, vergebe ich mir die volle Punktzahl \"lach\"
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten. Kommentare sind wie immer gern gesehen.
langsam geht es dem Jahresende zu und Ihr kennt das sicher auch, zu Sylvester gibt’s dann immer die guten Vorsätze. Nun heute möchte ich Euch von meinem letzten Vorsatz für 2002 berichten. Nur mal so ganz allgemein.
Es geht um meine Zahnarztphobie und schiefe Zähne. Zwar bin ich der Meinung, dass ich sowieso mal an Skorbut (Krankheit die durch Vitaminmangel hervorgerufen wird) sterben werde, doch als Sekretärin möchte auch ein Lächeln möglich sein ohne die Hand vorhalten zu müssen. So hatte ich mir letztes Jahr ganz doll vorgenommen, meine Zahnarztphobie zu überwinden, und die nötigen Vorbehandlungen für eine kieferorthopädische Behandlung in Angriff zu nehmen. Zumal ich während der Weihnachtszeit auf ein kleines Steinchen – versteckt in einem Stück Stolle – gebissen hatte. Dabei habe ich ein Stückchen Zahnschmelz vom Backenzahn verloren. Also kam mir mein Vorsatz ganz recht und gleich im Januar dieses Jahres habe ich angefangen. Dazu muss ich sagen, dass ich schon 3 Tage vor einem Termin Schweißausbrüche hatte, Schlotterknie, Weinanfälle bis hin zu Wutanfällen.
Insgesamt habe ich es:
5 mal geschafft, mir einen Termin geben zu lassen
2 mal bin ich sogar bis ins Wartezimmer gekommen, um dann doch auszubüxen.
1 mal, das war dann in der Zahnklinik wurde ich direkt nach der Anmeldung zum Zahnarzt geleitet. Wer jetzt schmunzelt – bitte schön, aber ich fand es nicht witzig. Im übrigen war es nun schon Februar.
Doch war ich erstaunt, wie viel Verständnis mir entgegengebracht wurde. Als erstes konnte ich keinen Zahnarztstuhl sehen, sondern befand mich in einem normalen Büro. Das Gespräch was dann folgte, war auch sehr ergiebig – so dass ich mich für die Variante: Zahnbehandlung unter Vollnarkose entschied. Das hätte ich gern vor meinem Sohn verheimlicht, doch ich muss sagen er hat sich fair verhalten als er es erfahren hat. Ja fast väterlich, er wollte mich sogar begleiten. Das war mir nun gar nicht recht.
Als Information zur allgemeinen Behandlung:
3 Zähne mussten laut Kieferorthopäden gezogen werden,
1 Zahn musste repariert werden (Steingeschädigt)
2 Zähne dort sollten die Kunststoffinlets erneuert werden.
Kosten und Kostenübernahme durch Krankenkasse DAK.
Die Kosten Vollnarkose wurden übernommen, dafür ist es notwendig vorher einen Antrag zu stellen. Die Behandlung selber wird auch übernommen. Nicht übernommen werden die Betreuungskosten nach der Vollnarkose und Übernachtung. Da habe ich 200 Euro für bezahlt – im voraus natürlich.
Weiter ins Detail möchte ich zur Behandlung selber nicht gehen, da ich geistig nicht anwesend war. Nur soviel, dass ich morgens um 7 Uhr da war und gleich eine Beruhigungsspritze bekam und dann ging es auch schon los – Maske auf und was erzählen. Aufgewacht bin ich in einem abgedunkeltem Zimmer und dicker Gusche. Gegen Abend war ich so richtig wach und ausgeschlafen. Somit ließ ich mich abholen, denn wenn alles super läuft und es keine Bedenken gibt, kann man selbst entscheiden, ob man die Nacht noch dort verbringen möchte oder nicht. Das schlimmste für mich war, ich konnte weder naschen, noch witzeln geschweige denn reden. Rauchen - welch überflüssiges Laster.
Nach dieser Hammermethode habe ich mich im März/April einer professionellen Zahnreinigung unterzogen. Dort werden Zahnstein, falls vorhanden Karies entfernt. Dies geschieht in 3 Etappen. Das heißt 3 x zum Zahnarzt ohne auszubüxen. Das hab ich auch noch hinbekommen. „ganzstolzguck“. Die Kosten werden nicht von der Krankenkasse übernommen und belaufen sich auf ca. 70 Euro (für 3x).
Damit aber noch nicht genug. Meine Kiefernorthopädin bestand auch auf eine Parodontosebehandlung. Das hieß wieder zum Zahnarzt. So langsam fragte ich mich, ob der Zahnarzt glaubt, was er mir erzählte. Doch ich war brav. Schließlich hatte ich ja schon soviel hinter mir. Außerdem hatte ich das Gefühl er weiß meinen Humor zu schätzen. „lach“ Denn das letzte mal hab ich einen Kinderriegel bekommen. „freu“. Die Schwester hat ein bissel dumm geguggt (bin ja schon 35). Mein Sohn hat ein Lachanfall bekommen. Zurück zur Behandlung. Diese muss von der Krankenkasse genehmigt werden und wird dann auch voll übernommen. Es war schon Mai. 2 x musste ich wieder zum Zahnarzt und obwohl ich diese Termine auch irgendwie über die Bühne brachte, bekomme ich immer noch Schweißausbrüche, Kreislaufschwierigkeiten. Nur die Wein- und Wutanfälle bekomme ich nicht mehr. Weil ich ja so brav alles befolge. Beim ersten mal werden die Zahntaschen ausgemessen und Lockerungsgrade der Zähne festgestellt. Das hört sich jetzt eher danach an, als ob ich die Dritten bräuchte. Aber es ist nicht an dem. Fällt ein Zahn aus der Norm, dann zahlt die Krankenkasse nicht. Bei mir hat sie alles übernommen. Beim 2. Besuch kommt dann die Parodontosebehandlung. Eine Stunde lang wird gesalbt, gespült, gesandstrahlt etc. Da bekomme ich beim Schreiben schon Gänsehaut.
Im September war es soweit, da erhielt ich dann meine feste Zahnspange. Die ersten 2 Wochen waren die Hölle. Sprechen tat weh, zum Lachen war mir nicht zu mute. Einziger Trost – Eisschlecken. Kühlt, schmeckt und tat nicht weh. Leute Ihr glaubt gar nicht, was das für Reaktionen erzeugen kann. Lustig sage ich Euch – z. B. an der Tankstelle. Da hab ich doch mein Motorrad betankt – gehe rein zum bezahlen, der Kassierer reist ein Witz – so in Form wo will die Lütte mit dem großen Teil hin, ich musste Lachen. Er entschuldigt sich für den Witz, weil er meinte ich hätte einen Motorradunfall gehabt und müsste nun Spange tragen. „lach“
Abschließen kann ich nur sagen, dass ich meine Zahnarztphobie zwar immer noch habe, doch gut damit umgehen kann. Das rührt daher, dass ich einen sehr guten Zahnarzt gefunden habe und auch Rückenstärkung aus meinem Umfeld erhalte. Übrigens haben sich die Zähne schon so gut dirigieren lassen, dass die Lücken – welche durch das Ziehen der Backenzähne entstanden – schon fast geschlossen sind.
Kosten: Als Erwachsener muss Frau die Kosten allein tragen. Der Kostenvoranschlag beträgt ca. 2.500 Euro.
Sollten sich unter den Lesern auch welche finden, die unter der Zahnarztphobie leiden – kann ich nur sagen es gibt Lösungen. Doch jeder muss für sich entscheiden, ob er sich von der Phobie beherrschen lässt oder er sie beherrscht.
Aufgrund dessen, dass ich mein Vorhaben umgesetzt habe, vergebe ich mir die volle Punktzahl \"lach\"
Vielen Dank fürs Lesen und Bewerten. Kommentare sind wie immer gern gesehen.




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