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Erfahrungsbericht von Sturmflut

NS-Zwangsarbeiter: Wie die Deutschen bei der Wiedergutmachung über den Tisch gezogen werden!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Nein

Vielleicht ist dieses Thema nicht mehr allzu Aktuell, da die Entschädigungszahlungen bereits begonnen haben. Trotzdem möchte ich noch einmal auf dieses Thema eingehen, und darstellen wie die Deutschen bei der Wiedergutmachung über den Tisch gezogen worden/werden.

In den Medien hieß es ja immer, die Deutschen sollten sich ihrer Verantwortung endlich stellen, und endlich damit anfangen, den Opfern ihre Entschädigungen zu zahlen. Hier werden (ganz bewußt?) Tatsachen verfälscht ! Deutschland zahlte seit den fünfziger und sechziger Jahren ca. 127 Milliarden Mark an Entschädigungen (Zur Überprüfung, hier die Zusammensetzung):

79,6 (16,656) Milliarden: Bundesentschädigungsgesetz (BEG) von 1956
8,8 Milliarden (3,2): Sonstige Leistungen (für rassisch Verfolgte nicht jüdischen Glaubens oder Menschenversuchsopfer)
1,675 (1,925) Milliarden: Härteregelungen (Anträge für das BEG nach dem 31.12.69)
2,488 (1,012) Milliarden: Leistungen der Länder außerhalb der BEG
1 (0,703) Milliarde: Entschädigungsrentengesetz (ERG)
2,5 (0,42) Milliarden: Globalverträge
3,955 (0,045) Milliarden: Bundesrückerstattungsgesetz (BRüG)
3,150 Milliarden: Israelvertrag (1964 augelaufen)

(In Klammern die voraussichtlichen Zahlungen zwischen 1998 und 2000)

Man sollte hier auch bedenken, dass ein Großteil der Zahlungen in den fünfziger und sechziger Jahren anfiel, daher geht der heutige Wert nahezu auf das Zehnfache zu. In dieser Statistik fehlen aber auch Sachen, wie z.B. die geheime Waffenlieferung an Israel im Dezember 1957, was zwar gegen §26 GG verstößt, aber bei Israel werden gerne mal ein paar Ausnahmen gemacht.

Das fast kein Geld (vor allem in der ehemaligen Sowjetunion) an die Opfer ging, sondern im kommunistischen Schuldensumpf verschwand, ist mittlerweile bekannt und sehr bedauerlich. Allerdings auch nicht verwunderlich, schließlich zahlte man das Geld an irgendwelche Organisationen, die denn das Geld an die Opfer verteilen sollten. Dies ist wirklich unglaublich, da normalerweise der Bezahler dafür sorgen muss, dass das Geld bei den Empfängern ankommt. Noch unglaublicher dann die Behauptung, Deutschland solle halt nochmals zahlen! Und ja, dieses war dann oft genug der Fall und anstatt hart zu bleiben, wählten unsere Regierenden den bequemeren Weg und zahlten.

Im Reich gab es im August 44 7,6 Millionen ausländische Arbeitskräfte, darunter 5,7 Mio. zivile Arbeitskräfte und 1,9 Mio. Kriegsgefangene. Unter den zivilen Arbeitskräften gab es 2,8 Mio. Sowjetbürger (Russen, Ukrainer, etc), 1,7 Mio. Polen, 1,3 Mio. Franzosen, 590 000 Italiener und 250 000 Belgier. Hier durchgehend von Zwangsarbeitern zu reden, wie es die Presse tut, ist falsch und undifferenziert. 1.) waren alle Arbeiter Sozial- und Kranken versichert und erhielten auch einen Lohn (siehe Sonderdruck aus dem Reichsarbeiterblatt zum Einsatz ausländischer Arbeitskräfte in Deutschland, Berlin 1942). 2.) gab es einen großen Teil an freiwilligen Arbeitskräften. Im Westen waren es z.B. NS-Befürworter oder Arbeitsuchende. In Osteuropa gab es von Grund auf eine schlechtere wirtschaftliche Lage mit hoher Arbeitslosigkeit. Zu dem waren die Löhne im Reich teilweise 3 mal so hoch wie im eigenen Land. So waren es Ende Oktober 39 110 000 polnische Freiwillige die nach Deutschland gingen und Ende Mai waren es schon 210 000. Gewisse Parallelen zu den Fremdarbeitern aus den sechziger Jahren gab es auch. Wer erinnert sich nicht auch, an den 1 millionsten Gastarbeiter, der mit Musik am Bahnhof empfangen wurde und als Willkommensgeschenk ein Moped erhielt. Dies erinnerte irgendwie an den März 1943. Dort fand auf dem Krakauer Hauptbahnhof eine ähnliche Zeremonie statt. Der 1 millionste Gastarbeiter aus dem Generalgouvernement erhielt (statt eines Mopeds) eine goldene Uhr. Gouverneur Hans Frank sprach dazu: „Im Namen der Regierung möchte ich der polnischen und ukrainischen Bevölkerung dieses Raumes für die Anteilnahme und für die Mitarbeit danken, die sie bisher dem Reich gegenüber an den Tag gelegt hat."

Auch aus der Sowjetunion fanden sich viele, vor allem Stalin-Gegner, die freiwillig nach Deutschland suchten (man bedenke, bei Kriegsende kämpfen ca. 1 Millionen Soldaten aus der Sowjetunion auf der Seite der Wehrmacht).

Diese Ereignisse werden aber alle in den Topf der Zwangsarbeiter geschmissen. Es ist gleichgültig, ob jemand gezwungen oder freiwillig in Deutschland zum Dienst war. Wenn man sich dies so anguckt, könnte man ja gleich auf die Idee kommen, ganz Europa zu entschädigen. Schließlich wurde auch in den besetzten Ländern für die deutsche Rüstung gearbeitet (vielleicht kommt so eine Forderung tatsächlich noch. Wundern würde es mich nicht mehr, auf Entschädigungen für deutsche Zwangsarbeiter kann man dann auch wieder mal vergeblich warten).

Wie gesagt, gezielt liegt hier die Betonung auf „Zwang", da es der absolute Horror-Begriff unserer liberalistischen Gesellschaft ist. Aber ohne damaliges Geschehen zu verharmlosen, muß daran erinnert werden, dass Zwang zum menschlichen Leben gehört. Manchmal kommt der Zwang hinzu, die Arbeit dort zu verrichten wo es z.B. der Arbeitgeber wünscht. Oder die Pflichtarbeit für manche Sozialhilfeempfänger, oder auch das soziale Pflichtjahr. Oder der im Juni 1935 eingeführte Reichsarbeitsdienst in Deutschland (dafür gab’s übrigens auch keine Entschädigung *Ironieaus*).

Kommen wir jetzt aber noch zu einer ganz anderen Frage: Vorweg will ich sagen, dass ich es begrüße, dass Deutschland KZ-Häftlinge entschädigt hat bzw. hier einen guten Willen gezeigt hat. Allerdings finde ich das Verhalten auf der sogenannten Opfer-Seite (obwohl ich hier lieber sagen will, Anwälte und Funktionäre, die im Namen der Opfer Geld verdienen wollen [Holocaust Industrie]) unter aller Sau! Gut, dass Wort Dankbarkeit wäre hier falsch angebracht, allerdings führen immer neuere und höhere Forderungen, so tun als wenn noch kein Pfennig gezahlt wurde, mit Wirtschaftsboykotten drohen, falls nicht gezahlt wird dazu, dass leider neuer Antisemitismus aufkommen kann.

Wie schon gesagt, begrüße ich es sehr, dass Deutschland sich seiner Verantwortung gestellt hat. Wie sieht dies aber bei anderen Ländern aus? Die Opfer des Kommunismus erhielten keinen Pfennig und die USA entschädigten auch keine Indianer, Schwarze, Hiroshima-,Vietnam,etc. Opfer. Oder was ist mit deutschen Zwangsarbeiter, wo wir auch schon bei meinem nächsten Punkt sind...

Warum in den Medien nie die Rede über das Leiden deutscher Verschleppter bzw. Zwangsarbeiter beim Thema Entschädigung ist, ist wirklich unbegreiflich. Wird hier etwa versucht, etwas zu vertuschen, damit ja nicht an dem Mythos des „einzigen Bösewichts und Kriegstreiber Deutschland" gerüttelt werden kann? Es wird immer offensichtlicher, dass es zwei Arten von Opfern gibt, unterteilt nach Siegern und Verlierern.

Zu den Fakten: Von Kriegsende bis 1956 gab es 11 bis 12 Millionen deutsche Kriegsgefangene. Hier gab es keine Freiwilligen und sie wurden auch nicht nach Tarif bezahlt. Besonders hart traf es die Gefangenen in der Sowjetunion. Hier von sahen ca. Ein Drittel ihre Heimat nicht wieder! Es begann gleichzeitig auch die Vertreibung, die damalige "ethnische Säuberung" der Deutschen Heimat aus Ost- und Westpreußen, aus Pommern, Ost-Brandenburg, Schlesien und dem Sudetenland. 15-16 Millionen Deutsche wurden von Polen, Russen und Tschechen aus ihrer angestammten Heimat gejagt. 2,5-3 Millionen wurden dabei oftmals brutal ermordet, von Leib und Leben "befreit". Ehemalige deutsche KZ waren so makaber es auch klingt sehr beliebt bei Polen, Tschechen und Russen, da sie einfach weiter in Betrieb für die deutsche Bevölkerung blieben. Zurück zu den deutschen Zwangsarbeiter: In der Sowjetunion leisteten deutsche Zwangsarbeiter ca. 20 Milliarden Arbeitsstunden (zum Vergleich: In Nordrhein-Westfalen werden pro Jahr 4,6 Milliarden Arbeitsstunden erbracht!)!! In England waren es 1,23 Milliarden, die Amerikaner bezifferten ihren Gewinn durch deutsche Arbeitskräfte auf 180 Millionen Dollar nach damaligen Wert. In Frankreich wurden deutsche Zwangsarbeiter zu Räumung von Mienen gezwungen, was nach Haager Kriegsordnung verboten ist, und wo auch etliche den Tod fanden.

Bevor nun weitere Entschädigungszahlungen ins Gespräch kommen, ist es endlich an der Zeit, dass auch unsere Zwangsarbeiter, die Vertriebenen aus unserem Osten Gehör finden und sich auch die anderen Staaten zu ihrer Verantwortung bekennen!!

15 Bewertungen, 3 Kommentare

  • campino

    14.04.2002, 00:53 Uhr von campino
    Bewertung: nicht hilfreich

    Das unsagbare Leid und der Tod von Millionen Menschen ist doch mit Geld garnicht zu bezahlen und schon garnicht wieder gut zu machen. Schon das Wort "Wiedergutmachung" ist in seiner Aussage eine Unverschämtheit.

  • bofried

    08.03.2002, 22:22 Uhr von bofried
    Bewertung: nicht hilfreich

    Auch mit 127 Milliarden Mark Entschädigungen kann man den angerichteten Schaden nicht wieder gut machen. Gruß Bofried

  • Harzer

    06.03.2002, 14:56 Uhr von Harzer
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr richtig!