(T)Raumschiff Surprise - Periode 1 (VHS) Testbericht

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ab 9,15
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Erfahrungsbericht von Krawuzikabuzi

Blöd - aber intelligent

Pro:

Irgenwie lustig

Kontra:

Hat man alles schon mal gesehen :(

Empfehlung:

Ja

Naja, über Humor - und vor allem DEUTSCHEN Humor - kann man streiten. Deshalb will ich hier auch gar nicht beurteilen, ob Bully Herbigs Film lustig ist - jeder wird zu einem anderen Urteil gelangen. Klar ist: Die traditionellen Pro-7-Humor-Fans werden sicher auf ihre Rechnung kommen. Andere werden meinen: Da wird einiges mit dem Holzhammer statt mit der feinen Klinge serviert. Mehr Stefan Raab als Harald Schmidt also. Aber das war ja ohnehin zu erwarten.

Der Film ist vor allem ziemlich blöd - und das wirkt in einer Welt, die voller Hoffnungsverluste und Schrecklichkeiten ist, ziemlich angenehm. Dazu gehört auch das Pseudo-Tuntige in der Manier von Rudolph Moshammer oder Münchner Vorstadt-Friseure.

Niemand, auch nicht Herbig, kann das heute für originell halten, was zuletzt in deutschen Siebziger-Jahre-Klamaukfilmchen für billige Lacher sorgen sollte. Ich glaube, dass Herbig viel mehr so stereotype Figuren wie die Raumschiff-Enterprise-Charaktere mit etwas sehr Intim-Sexuellem konterkarieren wollte (weder Captain Kírk oder Mr. Spock hatte jemals menschliche Bedürfnisse, und keiner von denen musste kurz mal aufs Klo gehen). Menschen, die Herbig für schwulenfeindlich halten (etwa Alfons Haider), tun mir leid - denn die nehmen etwas ernst, was reine Blödelei sein soll.

Im Übrigen wirken die drei Space-Schwulen doch bedeutend sympathischer als der Ober-Macho-Taxifahrer Til Schweiger, der auf seine Weise ein Klischee zu bedienen hat.

Herbig will andere Filme und Genres parodieren - von STAR WARS über 2001 bis hin zu Leones Italo-Western - und tut dies ziemlich intelligent (verglichen etwa mit dem daneben gegangenen DER WIXXER vor ein paar Wochen). Man muss schon genau hinsehen, um die zahlreichen ironischen Zitate dechiffrieren zu können.

Ansonsten ist der Film sehr professionell gemacht: Gute Breitwand-Fotografie, ganz nette Effekte, die nur unwesentlich schlechter sind als die in Hundert-Millionen-Dollar-Blockbustern, eine kluge Drehbuchdramaturgie.

Die Musik imitiert die auftrumpfenden Hollywood-Mainstream-Soundtracks - und stammt übrigens von Ralf Wengenmayr und NICHT von Stefan Raab, der lediglich die nicht wirklich eindrucksvollen Songs beigesteuert hat.

Die übliche schöne Frau vom Dienst (im SCHUH DES MANITU war das Marie Bäumer) spielt auch mit: Anja Kling, die dabei beweist, dass sie richtiges Kinoformat besitzt (ansonsten ist sie zumeist in irgendwelchen TV-Schmonzetten zu bewundern).

Und wer wirklich den ganzen Film sehen will, muss den Nachspann abwarten - denn am Ende folgt noch eine kurze Szene samt Verweis auf den SCHUH DES MANITU (diesmal in Rosa).

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