Wir waren Helden (DVD) Testbericht

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Wir-waren-helden-dvd-antikriegsfilm
ab 7,97
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von hirni

Amerika hat den Vietnam-Krieg gewonnen?

Pro:

Tolle Effekte; Realistische Atmosphäre; Moral

Kontra:

Geteilte Moral

Empfehlung:

Ja

Einleitung:
Ich persönliche hatte den Film letztes Jahr im August im Kino gesehen und wurde von denen eingeladen, denen ich unser Zelt verliehen hatte und es war mein erster Film mit der FSK ab 16 im Kino (und ich war noch 14, aber pssst!) :-D


Story:
Wie gesagt, es ist jetzt schon ein Jahr her, dass ich den Film gesehen hab, von daher kann ich mich nicht mehr so an die Details erinnern ? Verzeihung!

Colonel Moore (Mel Gibson ? Signs, Braveheart, Lethal Weapon) wird 1965 mit 400 seiner Männer in den Vietnam geschickt. Zahlenmäßig sieht es sehr schlecht aus, denn es stehen ihnen etwa 2.000 Vietnamesen gegenüber, allerdings scheint USA technisch besser ausgerüstet zu sein.
Als die Truppe im Feindesgebiet landet ist es schlimmer als befürchtet, nicht nur der extreme Zahlenunterschied der Männern, sondern auch die Tatsache, dass der Feind auf eigenem Land kämpft und mit den Dschungel und dem Klima viel besser klar kommt als die Amerikaner.
So entbrennt schnell ein bitterer Kampf mit unzähligen Toten auf beiden Seiten der über mehrere Tage und Nachte andauert, es scheint sogar schon die Schlacht für die Amis verloren zu sein, bis die Luft- und Artillerieunterstützung kommt?

Parallel dazu wird etwas über die Frauen der Soldaten berichtet, über deren Leiden wie sie die Todesmitteilungen ihrer Männer ins Lager per Telegramm geschickt bekommen. Viele der Frauen brechen bei der Nachricht in Tränen aus und andere weigern sich die Nachricht anzunehmen.

Neben Colonel Moore geht es im Krieg um einige andere Personen, darunter auch ein Reporter der dabei ist um später den anderen davon berichten zu können, als es ziemlich schlecht aussieht für die USA, bekommt sogar er noch eine Waffe in die Hand gedrückt um mitzuhelfen, allerdings nur bis er den wahren Grauen des Krieges entdeckt, danach weigert er sich weiter zu kämpfen, aber kann er das Schlachtfeld lebend verlassen?


Meinung:
Bei (Anti-)Kriegsfilmen hat die Story wohl nicht einen ganz so hohen Stellenwert wie in anderen Filmen, es geht halt um Krieg. Auch hier ist sie nicht sooo tiefgründig, man bekommt eigentlich nur eine 138min Zusammenfassung von ein paar Tagen Krieg. Der Hintergrund von diesem spielt keine Rolle, als Zuschauer erfährt man kaum die Beweggründe der USA und des Vietnams, allerdings ist die auch kein Dokumentarfilm, sondern entstammt aus der ?Traumfabrik? Hollywood. Gut finde ich hier die einzelnen Handlungsstränge in der immer sehr stark die Emotionen, vor allem das Grauen und der Schrecken rüber kommen, weinende Ehefrauen, schockierte Reporter und Soldaten, denen man die Angst in den Augen ablesen kann.
Allerdings kann ich mich mit dem Ende überhaupt nicht anfreunden, bis hierhin ist der Film eigentlich noch nicht wirklich patriotisch, eher die Soldaten, aber das wird wohl fast jeder sein, wenn man bereit ist für sein Vaterland zu sterben. Zum Ende hin aber merkt man, wie patriotisch auch der Film ist, so wird in den letzten Minuten der Krieg schon als Erfolg der USA hingestellt, es wird nur von den vielen Opfern aus Amerika gesprochen, die aus Vietnam nur kurz angedeutet und überhaupt ist Amerika einfach toll? Nur der Reporter nimmt etwas den Patriotismus des Filmes raus.

Dafür lässt die Produktion des Filmes keine Wünsche offen. Die Atmosphäre ist so noch nie da gewesen, man fühlt sich wirklich ins ?Feindesland? versetzt, überall kracht es von Granaten, ständig schlägt irgendwo eine Bombe ein, die Kugeln zischen nur so durch die Luft ? Realismus pur! Besonders hat mich dann der Napalm ?begeistert?, wie dieses riesige Feuer in über den Dschungel abgefeuert wird. Man kann das alles nicht mit Worten beschreiben, es ist einfach so, wie man sich einen grausamen Krieg vorstellt.

Zu diesem Realismus tragen auch die Schauspieler einen großen Teil bei, man sieht allen an, dass sie Angst vor dem Krieg haben und natürlich macht auch Mel Gibson als Colonel Moore seine Rolle ausgezeichnet, er verkörpert den Leiter einer großen Truppe, der weiß was für eine riesige Verantwortung auf ihm lastet, der weiß, dass er keine Angst zeigen darf, dem es aber dennoch in den Augen geschrieben steht.
Auch riesig wird dieser Reporter gespielt, er ist nicht als Soldat ausgebildet und noch weniger als die anderen abgehärtet, also fast schon so wie einer von ?uns?. Ihm wird immer wieder übel von abgebrannten Leichen, Menschen die ihre beiden Beine verloren haben, abgetrennte Gliedmassen und herumfliegende Gedärme.


Letztendlich kann man sagen, dass die Botschaft von Macher des Filmes Randall Wallace (Drehbuchautor und Regisseur des Filmes) eindeutig ist: Krieg ist nichts Gutes! Krieg ist nichts, was man spielt und vor allem: Jeder Soldat der im Krieg ist, egal ob er fällt, überlebt, erfolgreich oder tapfer war, ist nur ein Mensch, viele haben Frauen oder Freundinnen, viele haben Kinder oder erwarten welche und viele dieser Kinder werden ihre Väter nie (wieder) sehen, weil sie ihr Leben für die Befehle ein paar hoher Tiere geopfert haben. Jeder Soldat ist ein Bruder, Sohn oder Vater.


Fazit:
Der Film ist einfach bombastisch! Ein Realismus wie er kaum zu überbieten ist, mit einer geteilten Moral: Auf der einen Seite ist es ein klarer Anti-Kriegs Film, aber auf der anderen Seite wird USA als Supermacht mit den besten und tollsten dargestellt, außerdem könnte man beim Ende fast denken, sie hätten den Vietnam-Krieg gewonnen. Dennoch gibt es von mir die volle Punktzahl, da man von Anfang bis Ende an den Kinosessel gefesselt wird. Eigentlich sollte man so einen Film auch im Kino sehen, nur läuft der schon lange nicht mehr dort, trotzdem auch auf DVD garantiert sehenswert.


© by Hirni 2003

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