Wir waren Helden (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von Gering
Ein etwas anderer Kriegsfilm ?!?
Pro:
viel
Kontra:
s.o.
Empfehlung:
Ja
Eine nationale Katastrophe aufzuarbeiten, dazu gehört schon etwas und da wird jede Nation eigene Wege gehen können. Der Film WIR WAREN HELDEN mit Mel Gibson hat nun zwei dieser schicksalhaften Ereignisse als Grundlage: Einerseits handelt er in der Zeit des beginnenden Engagement der Amerikaner in Vietnam. Eine Katastrophe. Und er wurde gedreht nach dem 11. September.
Filme nach dieser Machart finden sich zu Hauf in den Kinoprogrammen der letzten beiden Jahre. Black Hawk Down war der letzte davon.
Die Filmindustrie weist den Amerikanern den Weg: In der Zeit der nationalen Krise haben Einzelinteressen nichts mehr zu bedeuten, die Werte der Gemeinschaft, das zusammenhalten, zählt und dazu ist (fast) jeder Stoff gut. Man rückt zusammen, auch im Kino und die Erinnerungen an gleichsam schlimme Erfahrungen der Geschichte, die man trotz dem überstanden hat, sollen da sicherlich helfen.
So auch WIR WAREN HELDEN, der jetzt in der Kinofassung auf VHS und DVD erhältlich ist.
________
INHALT
Colonel Harold Moore (Mel Gibson) ist der „Erfinder“ des schnellen Einsatzes von Truppen mittels Helikopter in Einsatzgebieten, sein 1. Bat. der 7. Kavallerie ist eine Versuchseinheit.
Moore ist Familienvater, streng gläubig, betet mit seinen Kindern abends und ist ein einfühlsamer Ehemann und Offizier, der seine Männer ganz genau kennt. Kriegserfahren aus dem Koreakrieg, versucht er, seinen Männern alles Wichtige beizubringen, um im Krieg zu überleben. Und dennoch muss er seine Männer viel zu früh in den Kampf schicken….
Bunt zusammengewürfelt, ohne ausreichende Erfahrung, muss er mit seiner Truppe als einer der ersten nach Vietnam und wird dort gleich von seinen Vorgesetzten, die keine Kenntnis von der genauen Lage haben, in eine hoffnungslose Situation gebracht. Mit seinen 395 Männern steht er plötzlich einer erprobten Division des Vietkong gegenüber, der es vor allem darauf ankommt, Amerikaner zu töten.
Trotz der Versuche der Helikopterpiloten, die unter dem Einsatzes ihres Lebens alles menschenmögliche Versuchen, der von allen Seiten von übermächtigen Truppen eingeschlossenen Einheit zu helfen, beginnt für Moores Soldaten das große Sterben in einem Land, in dem die wenigsten sein wollten.
Währenddessen warten zu Hause die Frauen und die Familien der Soldaten, die im Film fast alle „vorgestellt“ werden, die als Menschen skizziert werden, die lieben, die traurig sind, an die sich Hoffnungen richten – und die oft genug nur in Form eines Telegramms zurückkommen werden, dass von einem örtlichen Taxiunternehmen den Frauen der Soldaten überreicht werden wird.
____________
MEINUNG
Überraschenderweise gelingt Randall Wallace ein nicht nur passabler, sondern ein in Teilen bedrückender (Anti)- Kriegsfilm, und das der trotz der oben in meiner Einleitung genannten Grundrichtungen des amerikanischen Films dieses Genre nach dem 11. September . Und das auch, obwohl ein solcher Film an den Kinokassen auch nur dann wirklich seine Kunden findet, wenn er auch die Hard-Fans anspricht. Beides ist in diesem Fall der Fall, wobei der amerikanische Pathos bei weitem nicht so dick aufgetragen wird, wie beispielsweise in BLACK HAWK DOWN.
Dass Wallace dennoch in Ansätzen versucht, das Elend des Krieges auf beiden Seiten darzustellen, wobei natürlich die Seite des Gegners deutlich weniger Raum und Zeit eingeräumt wird, muss da schon hervorgehoben werden. Mit seinen Bildern malt Wallace nicht das Bild eines heldenhaften Kampfes, sondern nähert sich dem Schlachten an, dass der Kampf in Vietnam tatsächlich gewesen ist (weit über 50 000 tote US Gis, über 1 Million tote Vietnamesen).
Dass er immerhin versucht, auch das Sterben auf Seiten des Vietkong darzustellen, den Menschen zu zeigen und nicht die Masse als Gegner – das macht nicht jeder US-Regisseur.
Natürlich kommt der Film nicht ohne Pathos und pathetische Phrasen aus. Aber, wie gesagt, mit deutlich geringerem Nervfaktor wie bei anderen Filmen der letzten beiden Jahre.
Politisieren will dieser Film nicht: Es wird nicht die Frage gestellt, was Amerika in anderen Ländern zu suchen hat, ob sich Amerika in anderer Länder Probleme einmischen sollte. Eine Frage, die zeitgeschichtlich durchaus von nicht unbedeutender Rolle gewesen ist. Dieses breite Feld der öffentlichen Diskussion meidet Wallace. Anders machte es beispielsweise der Film Geboren am 4. Juli mit Tom Cruise ( ich glaube zumindest, dass er so hieß!!), wo die Stimmung der Bevölkerung in en Staaten viel deutlicher wurde.
Die Kritik freilich, die im Inhalt fehlt, macht der Film durch die Bilder wett, die die bedrückende und erdrückende Realität des Krieges, das grauenhafte Sterben von Menschen überdeutlich werden lassen.
Die bedrückende Stimmung unterstreicht der Film durch das Überblenden von Kriegsschauplatz und Heimat, der Wirklichkeit der Soldaten und dem Hoffen und Bangen der Frauen und Familien zu Hause.
Schauspielerisch zeigt Mel Gibson, das er derzeit DER Darsteller für diese Art von Filmen ist (Breavhart, Der Patriot …). Er spielt die Rolle des willensstarken, überlegten, religiösen Colonel überzeugend, wohl auch deshalb, weil Teile davon auch so seinem Wesen entsprechen z.B. die Religiosität).
In einer weiteren, aber doch unbedeutenden Nebenrolle erscheint Madeleine Stowe, die vor allem als Überbringerin der schlechten Nachrichten erscheint. Sie hatte sicherlich schon Filme, in denen sie wirklich zeigen konnte, dass sie schauspielerisch zu ersten Reihe der Hollywood – Größen zu zählen ist.
Wir waren Helden
USA 2001
Mel Gibson, Madeleine Stowe
Regie:
FSK: 16 Jahre
Michael
Filme nach dieser Machart finden sich zu Hauf in den Kinoprogrammen der letzten beiden Jahre. Black Hawk Down war der letzte davon.
Die Filmindustrie weist den Amerikanern den Weg: In der Zeit der nationalen Krise haben Einzelinteressen nichts mehr zu bedeuten, die Werte der Gemeinschaft, das zusammenhalten, zählt und dazu ist (fast) jeder Stoff gut. Man rückt zusammen, auch im Kino und die Erinnerungen an gleichsam schlimme Erfahrungen der Geschichte, die man trotz dem überstanden hat, sollen da sicherlich helfen.
So auch WIR WAREN HELDEN, der jetzt in der Kinofassung auf VHS und DVD erhältlich ist.
________
INHALT
Colonel Harold Moore (Mel Gibson) ist der „Erfinder“ des schnellen Einsatzes von Truppen mittels Helikopter in Einsatzgebieten, sein 1. Bat. der 7. Kavallerie ist eine Versuchseinheit.
Moore ist Familienvater, streng gläubig, betet mit seinen Kindern abends und ist ein einfühlsamer Ehemann und Offizier, der seine Männer ganz genau kennt. Kriegserfahren aus dem Koreakrieg, versucht er, seinen Männern alles Wichtige beizubringen, um im Krieg zu überleben. Und dennoch muss er seine Männer viel zu früh in den Kampf schicken….
Bunt zusammengewürfelt, ohne ausreichende Erfahrung, muss er mit seiner Truppe als einer der ersten nach Vietnam und wird dort gleich von seinen Vorgesetzten, die keine Kenntnis von der genauen Lage haben, in eine hoffnungslose Situation gebracht. Mit seinen 395 Männern steht er plötzlich einer erprobten Division des Vietkong gegenüber, der es vor allem darauf ankommt, Amerikaner zu töten.
Trotz der Versuche der Helikopterpiloten, die unter dem Einsatzes ihres Lebens alles menschenmögliche Versuchen, der von allen Seiten von übermächtigen Truppen eingeschlossenen Einheit zu helfen, beginnt für Moores Soldaten das große Sterben in einem Land, in dem die wenigsten sein wollten.
Währenddessen warten zu Hause die Frauen und die Familien der Soldaten, die im Film fast alle „vorgestellt“ werden, die als Menschen skizziert werden, die lieben, die traurig sind, an die sich Hoffnungen richten – und die oft genug nur in Form eines Telegramms zurückkommen werden, dass von einem örtlichen Taxiunternehmen den Frauen der Soldaten überreicht werden wird.
____________
MEINUNG
Überraschenderweise gelingt Randall Wallace ein nicht nur passabler, sondern ein in Teilen bedrückender (Anti)- Kriegsfilm, und das der trotz der oben in meiner Einleitung genannten Grundrichtungen des amerikanischen Films dieses Genre nach dem 11. September . Und das auch, obwohl ein solcher Film an den Kinokassen auch nur dann wirklich seine Kunden findet, wenn er auch die Hard-Fans anspricht. Beides ist in diesem Fall der Fall, wobei der amerikanische Pathos bei weitem nicht so dick aufgetragen wird, wie beispielsweise in BLACK HAWK DOWN.
Dass Wallace dennoch in Ansätzen versucht, das Elend des Krieges auf beiden Seiten darzustellen, wobei natürlich die Seite des Gegners deutlich weniger Raum und Zeit eingeräumt wird, muss da schon hervorgehoben werden. Mit seinen Bildern malt Wallace nicht das Bild eines heldenhaften Kampfes, sondern nähert sich dem Schlachten an, dass der Kampf in Vietnam tatsächlich gewesen ist (weit über 50 000 tote US Gis, über 1 Million tote Vietnamesen).
Dass er immerhin versucht, auch das Sterben auf Seiten des Vietkong darzustellen, den Menschen zu zeigen und nicht die Masse als Gegner – das macht nicht jeder US-Regisseur.
Natürlich kommt der Film nicht ohne Pathos und pathetische Phrasen aus. Aber, wie gesagt, mit deutlich geringerem Nervfaktor wie bei anderen Filmen der letzten beiden Jahre.
Politisieren will dieser Film nicht: Es wird nicht die Frage gestellt, was Amerika in anderen Ländern zu suchen hat, ob sich Amerika in anderer Länder Probleme einmischen sollte. Eine Frage, die zeitgeschichtlich durchaus von nicht unbedeutender Rolle gewesen ist. Dieses breite Feld der öffentlichen Diskussion meidet Wallace. Anders machte es beispielsweise der Film Geboren am 4. Juli mit Tom Cruise ( ich glaube zumindest, dass er so hieß!!), wo die Stimmung der Bevölkerung in en Staaten viel deutlicher wurde.
Die Kritik freilich, die im Inhalt fehlt, macht der Film durch die Bilder wett, die die bedrückende und erdrückende Realität des Krieges, das grauenhafte Sterben von Menschen überdeutlich werden lassen.
Die bedrückende Stimmung unterstreicht der Film durch das Überblenden von Kriegsschauplatz und Heimat, der Wirklichkeit der Soldaten und dem Hoffen und Bangen der Frauen und Familien zu Hause.
Schauspielerisch zeigt Mel Gibson, das er derzeit DER Darsteller für diese Art von Filmen ist (Breavhart, Der Patriot …). Er spielt die Rolle des willensstarken, überlegten, religiösen Colonel überzeugend, wohl auch deshalb, weil Teile davon auch so seinem Wesen entsprechen z.B. die Religiosität).
In einer weiteren, aber doch unbedeutenden Nebenrolle erscheint Madeleine Stowe, die vor allem als Überbringerin der schlechten Nachrichten erscheint. Sie hatte sicherlich schon Filme, in denen sie wirklich zeigen konnte, dass sie schauspielerisch zu ersten Reihe der Hollywood – Größen zu zählen ist.
Wir waren Helden
USA 2001
Mel Gibson, Madeleine Stowe
Regie:
FSK: 16 Jahre
Michael
Bewerten / Kommentar schreiben