Wir waren Helden (DVD) Testbericht

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Wir-waren-helden-dvd-antikriegsfilm
ab 7,97
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Sprinterman

Wir waren Helden - Mit Mel Gibson

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallöchen!!!

Ich weiss nicht, wie lange unser letzter Kinobesuch zurückliegt, ich weiss nur, dass es damals \"Die Mumie 2\" war, die wir angesehen haben. Gestern hatte ich die glorreiche Idee meinen Mann ins Kino zu entführen. Wir lieben beide diese Art von Filme, wenn sie gut gemacht sind. Da ich schon ein paar Meinungen über den Film gelesen habe schlug ich ihn trotzdem vor. Ich gebe zu, ich habe den Inhalt des Filmes bei vielen überscrollt - denn ich wollte einzig und allein die Erfahrungen und das habe ich bei einigen auch bekommen!! Allerdings finde ich die meisten Meinungen im Nachhinein etwas einseitig beschrieben...

Fakten
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Vietnamkrieg im Tal des Todes 1965 ... dort wo ein paar Jahre zuvor \"dumme\" Franzosen auf kaltblütige Art massakriert worden sind, soll nun Hal Moore ( Mel Gibson ) einen Sieg für die USA erringen. Er hat nur ein Problem - seine Soldaten sind teilweise völlig unerfahren, haben nicht trainiert und wissen nicht, was auf sie zukommt!! Da wäre auch noch der Vorteil von \"Charlie\", der zahlenmässig überlegen ist und er kennt das Land...

Meine Erfahrung
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Ihr müsst euch das so vorstellen: ich sitze im Kino mit meinem Popcorn und als erstes marschieren ein paar Franzosen übers Bild.. dann bläst einer ins Horn ( ich habe bis eben nicht den Sinn verstanden ) und ein paar Sekunden später geht der Terror los. Man sieht Einschüsse, überall spritzendes Blut, sterbende Männer und Überlebende, die panisch fliehen wollen - dann der oberste Kommandeur der vietnamesischen Truppen und er gibt den Befehl zum \"Tötet sie alle!\" ... der Erzähler springt dann sofort ins Jahr 1965 und zeigt ein friedliches Familienbild im Auto!!

Von der Vorbereitung auf den Vietnamkrieg haben wir beide nicht sehr viel gesehen - aber vielleicht war das der Sinn der Sache, denn der Anfang war ziemlich wirr! Als besonderes Highlight ist ein Soldat Papa von einem kleinen Mädchen geworden .. und wie die beiden mit ihrer kleinen Tochter so im Bett lagen, kurz bevor er ging, da musste ich plötzlich weinen. Mir kam dieses Bild so bekannt vor und ich war froh, dass ich nie mehr in diese Lage kommen würde.

Nur ein paar Szenen weiter standen sie alle auf dem Platz und warteten auf ihren Bus.. alleine die dazu passende Musik jagte mir einen Schauer nach dem anderen über den Rücken. Dann waren sie plötzlich schon in Vietnam und irgendwie hat man überhaupt nichts verstanden. Keine Unterhaltung zwischen den Soldaten, wie sie sich fühlen und ob vielleicht ein paar sich Versprechungen gegeben haben. Nichts, gar nichts!! Schade eigentlich...

Kaum in Vietnam sassen sie schon wieder in ihrem Hubschrauber und wurden ins besagte Todestal geflogen. Moore war irgendwie nicht wohl dabei und mir ehrlich gesagt auch nicht... denn kaum waren die ersten 60 Mann angekommen ist schon alles schiefgelaufen. Wie kann man denn so blöd sein, seine Truppe zu verlassen um einem Vietnamesen hinterherzurennen?? Das schreit doch förmlich nach Falle und Kesselschlacht wie im 2. Weltkrieg. \"Mitleid\" hatte ich mit denen irgendwie keines, denn ich suchte fast verzweifelt den frisch gebackenen Papa, der irgendwie durch Dreck, Staub und wildes Hin - und Hergerenne nicht zu erkennen war. Aber instinktiv wusste ich, er war noch am Leben!

Es wurden andauernd neue Soldaten eingeflogen und irgendwie wurden die meisten von denen sofort wieder erschossen ... da stellte sich mir die Frage, warum sie nicht mit ihren Superhightechgeräten die Bunker oder Höhlen ausgemacht haben und dort ein paar Bomben drauf geschmissen haben. Wenn ich das Gebiet landesmässig und versteckmässig nicht kenne, dann wage ich mich nicht mit 395 Mann da hin und versuche 10.000 Vietnamesen zu bekämpfen ... wie aufgescheuchte Hühner liefen sie umher und da ertönte von rechts ein ächtliches *phh* - in Deutschland wird selbst bei Erkundungstouren nur gerobbt und die Amis laufen im feindlichen Gebiet stolz aufrecht umher. Da wäre da auch noch die Tatsache von dem Pfeifen. Warum pfeift man und gibt dann Handzeichen?? In Deutschland gibt man nur Handzeichen, damit der Feind nichts hört.. und da war mir schon klar, warum die Amis den Krieg verloren haben!

Irgendwie lief dann alles aus dem Ruder und kurze Sequenzen zeigten den vietnamesischen General, der ein paar Jahre zuvor die Franzosen zur Hölle geschickt hatte, in seinem Bunker und die Untertitel liessen uns wissen, was er sagte. Das finde ich sehr gut, dass man die Landessprache dort gelassen hat.
Er wollte sie alle töten und dazu war ihm jedes Mittel recht...

Ich weiss nicht, wieviel einzelne Truppen es gab - es müssen so 4 gewesen sein, wenn ich mich verzählt habe. Aber irgendwie kämpften sie gegen Windmühlen, da sie einfach von allem zu wenig hatten - das erinnert mich wieder an den 2. Weltkrieg! Ich sah wieder jede Menge Blut, jede Menge Tote und Verzweifelte. Soldaten, die versuchten ihre Kameraden zu retten und heldenhaft alles niederballerten, was sich bewegte. Aber warum stellen sie sich hin?? Das mit dem Hinlegen haben sie erst viel viel später geschnallt und da war es für die meisten schon zu spät..

Nächtliche Truppenkämpfe und jede Menge Angst im Nacken, Schlaflosigkeit und Heimweh haben so einige mürbe gemacht und man sieht ihnen die Erschöpfung wirklich an. Sie können einfach nicht mehr und sie wollen alle nur nach Hause!
Dann stösst noch ein Reporter zu ihnen und da gibts in meinen Augen die erste grosse Wendung. Ich weiss nicht, ob ich es mutig oder sensationslüstern finden soll - aber im Nachhinein war es mutig! Wie empfindet ein Unbeteiligter den Krieg, wenn er jemanden im Sterben liegen sieht, den er kennt und kurz zuvor Papa geworden ist? Napalm ist nicht immer eine gute Sache, wenn man es vom Boden aus sieht...

Was mich aber wirklich erschüttert hat, waren die Frauen, die die Telegramme vom Tod ihres Mannes bekommen hatten... egal, ob geschaupielert oder nicht. Das sah verdammt echt aus! Es gab Frauen, die das Telegramm nicht haben wollten, nach dem Motto: wenn ich es nicht annehme oder lese, dann ist er noch am Leben! Auf der anderen Seite waren sie ganz gefasst.. irgendwie kullerten mir da schon wieder Tränchen die Wangen runter. Zumal auch die Musik ihr Übrigens noch dazutat. Es sprach keiner, man konnte nur die Mimik und Gestik sehen..

Die Todesqualen, die die \"echten\" Kämpfer dort erlebt haben, konnte man in ein paar Punkten nachvollziehen. Zeitzeugen konnten ja nicht alles wiedergeben und so dichtete man eben noch ein paar Sachen hinzu - eben hollywoodmässig! Aber irgendwie ist dieser Spruch vom Ende, dass sie füreinander gekämpft haben, etwas eigenartig.. wieso füreinander! Wenn sie füreinander gekämpft hätten, dann wären sie zusammengeblieben. Hätten aufeinander gehört und wären nicht wie die Hunde hinter einem Hasen hinterher gejagt. Sie fühlten sich unzerstörbar, weil sie Amerikaner waren, sie konnten nicht sterben - keiner würde es wagen eine Weltmacht zu \"töten\".. wie dumm! Warum eine so geringe Truppenstärke, die gegen einen Gegner antrat, der taktisch eine Menge mehr drauf hatte.. warum stellt man die Amerikaner heldenhaft dar und die Vietnamesen als Bestien??
Ich versteh es einfach nicht, Vietnamveteranen sind nicht gerade sonderlich gut im Ruf und hier werden sie als Helden dargestellt.. ist es etwa heldenhaft einen Krieg zu führen, Menschen zu töten, sich Hals über Kopf töten zu lassen und keine wirkliche Strategie zu besitzen, um mit ein paar Überlebenden nach Hause zu kommen?? Das ist einfach nur Glück...

Wenn Moore so stark an Gott glaubt, warum hat er dann seine Männer genommen .. warum hat er es zugelassen, dass es Kriege gibt? Er hat noch nicht mal eine Antwort auf die Frage seiner Tocher: Was ist Krieg?.. wie will er jemals wieder an Gott glauben? Warum sterben Amerikaner gerne für ihr Land und sind selber Ausländer? Vietnamesen bekämpfen sich gegenseitig..

Warum war der Krieg plötzlich aus, nachdem sie den Hügel gestürmt hatten und Hilfe durch einen Luftangriff bekamen.. warum so schnell und ohne diese Anzahl von Opfern zu machen, die ich eigentlich erwartet hatte? Warum plötzlich diese ganzen Reporter, die ihre lästigen steten Fragen stellten und die doch keiner beantworten konnte - dieser Krieg war etwas anderes und das kann man nicht beschreiben. Aber die Heimat sollte erfahren, wie es war.. bloss wie bringt man es ihnen bei? Wie bringt man ihnen bei, dass man keine Hilfe erhält, dass man es einfach nicht alleine schaffen kann und wie ist es, wenn man Menschen töten muss?

Ich habe im Bett gelegen und über den Film nachgedacht, wirklich nachgedacht und irgendwie war es wieder mal so ein lächerlicher Versuch den Vietnamkrieg auf dramatische Art darzustellen.. wo ist aber der Anfang, wo ist das Ende - wo sind die politischen Beziehungen und das Allerwichtigste: wo wird der vietnamesische Kampfgeist beschrieben? Waren sie Mörder, weil sie sich verteidigt haben? Waren sie Mörder, weil sie kaltblütig das getan haben, was man ihnen angetan hat?
Ich fand es im Gegensatz dazu aber auch toll, dass ein US Soldat das Tagebuch eines Vietnamesen seiner Witwe geschickt hat - da macht sich wieder bemerkbar, dass viele Soldaten im Nachhinein wussten, dass sie nur für Etwas gestorben sind, was keinen Sinn macht. Schuld und Sühne sozusagen..

Fazit
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Der Film ist sehenswert, was Kameraführung, Masken und schauspielerische Leistung angeht. Alle Charaktere sind förmlich in ihren Rollen aufgegangen und ich hatte zeitweise das Gefühl, dass sie wirklich angeschossen worden waren .. Schocks, Geschrei, Gewimmer und Liebesbekundungen - im Hintergrund Schüsse, Hubschraubergetöse und hektische Befehle. Die Dolby Surround Anlage eines Kino macht es möglich, dass man sich wie in die Zeit versetzt fühlt - es ist nicht wirklich angenehm, aber Angst macht sich breit und man möchte am liebsten schreien \"Hinter dir\".. \"Leg dich hin\" oder \"Hau ab\" . Man duckt sich förmlich, wenn der Hubschrauber landet und die Kamera darunter oder schräg darunter steht. Es ist auch irgendwie faszinierend zu sehen, wie 10 Hubschrauber in einer Formation plötzlich nach unten gehen und der letzte beinahe die Kamera mitreisst..
Mel Gibson spielt aus Überzeugung den liebenden Ehemann und Familienvater und vielleicht ist er der Typ für amerikanische Heldendarstellung, wie schon in Braveheart!? Aber er konnte dem Film auch nicht den richtigen Touch für Wahrheit oder Lüge geben - es war einfach zu einseitig.
Es gab sogar etwas Humor, wer hätte das gedacht und irgendwie war er zwar bissig und trocken, aber er macht den Film doch etwas liebenswert.
Wer Blut und jede Menge Kampfgeschrei liebt, der sollte ruhig in den Film gehen - an \"Full Metal Jacket\" reicht er auf jeden Fall nicht heran, aber er ist auch eine gelungene Abwechslung zu schnulzigen \"Pearl Harbor\" Filmen. Berufssoldaten sollten lieber nicht die Kampfszenen analysieren, denn dann glaubt man teilweise zu verzweifeln... meiner schlug jedenfalls die Hände über dem Kopf zusammen und bei so viel taktischem Unvermögen kann auch kein technisches Know How mehr helfen!

Euer Sprinterman

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