Wir waren Helden (DVD) Testbericht

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Wir-waren-helden-dvd-antikriegsfilm
ab 7,97
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Summe aller Bewertungen
  • Action:  sehr viel
  • Anspruch:  anspruchsvoll
  • Romantik:  niedrig
  • Humor:  wenig humorvoll
  • Spannung:  sehr spannend

Erfahrungsbericht von Knuben

\

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Es war mal wieder Dienstag, und Dienstag bedeutet in \"meinem\" Cinemaxx: Kinotag!! (jeder Film kostet nur vier Euro)

Da wir diesesmal nur zu zweit waren und einigermaßen den gleichen Filmgeschmack haben viel uns die Wahl recht leicht:
Wir wollten ein bissl Action und da kam uns \"Wir waren Helden\" mit Mel Gibson ganz recht.

STORY:
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Lt. Col. Hal Moore, gespielt von Mel Gibson, hat das Kommando über eine neue Art von Kavalerie. Warum neu? Ganz einfach: Seine Männer reiten nicht auf Pferden, sondern auf, oder besser gesagt in, Hubschraubern.
Das ganze soll dazu dienen, Truppen schnell ins Kampfgebiet zu bekommen um den Feind zu überraschen oder um eigene Truppen schnell zu verstärken.
Nix neues denkst du jetzt? Das machen die Amis doch schon seit 20 Jahren? Ja, richtig, aber damals war das eine neue Art des Kampfes, denn der Film spielt zu Zeiten des Vietnam-Krieges.
Und wie es der Teufel will: Kaum ist die \"Kavalerie\" gegründet, muss sie auch schon in den Vietnamkrieg, direkt an die Front.
Der Auftrag lautet: Eine gegnerische Einheit zu finden und zu eleminieren, die zuvor einen amerikanischen Stützpunkt angegriffen hat.
Der erste Tag läuft auch einigermaßen gut, doch schon am Abend muss man einige heftige Verluste verkraften. Der Gegner ist zahlenmäßig überlegen und kesselt Moores Trupp ein.
Wie es ausgeht, möchte ich jetzt an dieser Stelle nicht verraten, einige wollen den Film ja noch sehen. :-)
Ach ja, dass ganze basiert auf wahre Begebenheiten, wobei man das \"basiert\" besonders betonen muss, da man sicherlich ein bissl was geändert hat und nicht alles so passiert ist, wie es im Film passiert ist.

PATRIOTISMUS??
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Aber Hallo, Patriotismus kommt in dem Film nicht zu kurz. Sätze wie \"Ich bin stolz darauf, für mein Land zu sterben\" klingen nicht nur absolut künstlich, sondern sind im Grunde nur lächerlich. Ich denke mal, dass die armen Kerle im Vietnamkrieg, die tötlich verwundet neben ihren Kameraden liegend an alles mögliche Gedacht haben, aber sicherlich nicht an solche Äüsserungen.
Auch diese kleine, amerikanische Papp-Flagge die am Ende in einem Baum steckt: Patriotismus pur.
Am Ende des Films erscheint dann im Abspann eine Liste von den Soldaten, die in dem Landegebiet in dem der Film spielt, wirklich gefallen sind.
Auch das die Amerikaner den Vietnamkrieg verloren haben, wird in dem Film nicht wirklich erwähnt, nur die Verluste auf beiden Seiten werden am Ende genannt.

THEMA VIETNAM-KRIEG:
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Kriegsfilme (oder Anti-Kriegsfilme, wie immer man diese Art von Film auch nennen mag) zum Thema Vietnam-Krieg gibt es wie Sand am mehr und es gibt kaum Facetten des Krieges, die noch nicht behandelt wurden.
\"Wir waren Helden\" ist im Prinzip kein wirklich innovativer Film auf diesem Gebiet. Ein Trupp wird in den Krieg geschickt, eingeschlossen und muss nun sehen, wie er da wieder rauskommt. Diese Handlung wurde eigentlich schon tausendmal \"verwurstet\".

REALISMUS?
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Das ist bei Filmen immer eine gute Frage. Filme wie \"Der Soldat James Ryan\" zeigten das erstemal erschreckend realistisch, wie grausam der Krieg ist.
Auch bei \"Wir waren Helden\" wird es deutlich, das der Krieg grausam ist. Das hört sich jetzt vielleicht abgedroschen an, da jeder weiß, das dies so ist, aber wenn man dann in seinem Kinosessel sitzt und Szenen sieht wie 20, 30 Leute von MG-Feuer niedergemäht werden oder durch einen Querschläger am Hals getroffen werden, da wird einem schon ganz anders und man ist froh, sowas nicht erleben zu müssen.

Soweit, so gut. Was mich dann aber gewaltig bei diesem Film genervt hat, war, dass diese realistische Darstellung des Krieges dann durch Szenen zerstört wurden, die anscheinend cool wirken sollen, aber einfach nur unrealistisch sind.
Beispiel: Moores Truppen werden überrannt, alle sind in Panik und liegen in Deckung, überall rattern die feindlichen MGs, nur der tolle Lt. Col. Hal Moore steht hoch erhoben auf der Wiese, schaut sich um, gibt per Funk Kommandos und schiesst ganz lässig zwei, drei Gegner mit der Pistole nieder.
Hallo?!?! Der Typ (auch wenn es Mel Gison ist) hätte da keine einzige Sekunde gestanden, vor allem nicht mit seinem fetten \"Commander-Stern\" (keine Ahnung wie man sowas nennt *g*) auf dem Helm.
Na ja, abgesehen von vereinzelten Szenen wie diesen war der Film sonst ganz ok.

SCHNULZENALARM:
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Neben den Kampfhandlungen kommt es zwischendurch und besonders am Anfang immer mal wieder zu \"Schnulzenszenen\".
Der Regiesseur versucht zu verdeutlichen, dass Soldaten keine herzlosen Killermaschinen sind, sondern dass sie durchaus Gefühle (und Familie) haben. Moore ist Vater von vier Kindern (können auch fünf gewesen sein, hab\' nicht so genau mitgezählt *g*) und betet jeden Abend mit seinen Kindern.
Auch die Soldaten die unter seinem Kommando stehen, sind zumeisst verheiratet und haben Kinder. An sich eine gute Idee, aber das ganze wirkt irgendwie sehr gezwungen, als hätte man nach dem Schreiben des Hauptplots noch festgestellt:
\"Hey, da fehlt noch ein bissl Herz und Gefühl, pure Kameradschaft unter Männern alleine reicht nicht.\"

KAMERA/REGIE:
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Wie der gesamte Film Durchschnitt (wiederhole ich mich?!).
Neben ruhigen Kamerafahrten um die Landschaften zu zeigen und dem Zuschauer einen Überblick über das Szenario zu geben gibt es natürlich die obligatorischen \"Steady-Cam\"-Szenen.
Zum Beispiel wenn die Soldaten aus den Hubschraubern springen oder durch die Büsche hetzen.
Von den Schnitten her gibt es auch nichts Aussergewöhnliches. Normale Schnitte wenn nichts Aufregendes passiert und schnelle, hektische Schnitte, wenn es zur Sache geht.
Ab und zu gibt es dann auch Einstellungen, in denen Blut auf die Kamera spritzt (wieder einige Anleihen aus \"James Rayn\") um einen authentischeren Eindruck zu vermitteln.
Ach ja, wo wir schon mal bei Anleihen aus \"James Rayn\" sind:
Ab und zu gibt es auch Einstellungen, in denen das Geschehen aus der Perspektive eines Soldaten gezeigt wird. Zum Beispiel liegt ein Verletzter neben seinen Kamerade und bekommt von seiner Umwelt nur noch gedämpft etwas mit, da ein Knall sein Gehör ein bissl betäubt hat.
Aber, wie schon am Anfang erwähnt:
Alles ganz nett, aber nicht wirklich neu und mittlerweile schon Standart. Was mich allerdings wirklich beeindruckt hat, waren die wilden Hubschrauberflüge und die damit verbundenen Kamerafahrten.

DARSTELLER:
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Die schauspielerischen Leistungen sind ganz ok, nix dolles aber auch nichts schlechtes. Fairerweise muss man aber auch dazu sagen, dass der Film mit seinen ganzen Gefechten eigentlich kaum Platz für irgendwelche schauspielerischen Glanzleistungen gibt. Aus dem Hubschrauber springen, rennen, in Deckung gehen, schießen, sterben, verletzt rumliegen, das war\'s.
Was mir noch deutlich aufgefallen ist, ist, dass die Charaktere nur sehr oberflächlich erscheinen, denen fehlt irgendwie die Tiefe. Bis auf Moore, seinen Seargent-Kumpel (Namen weiss ich leider nicht mehr, sorry), dem Kriegsreporter Joe Galloway und dem Hubschrauberkollegen \"Snake\" sind die restlichen Darsteller eigentlich beliebig austauschbar.

FAZIT:
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Einer von vielen Filmen aus der momentanen \"Ami-Patriotismus-Kriegsfilm-Schwemme\". Nichts wirklich neues, aber ganz ok umgesetzt, wenn man den Patriotismus einfach ignoriert (irgendwie gehört das ja zu \'nem Ami-Kriegsfilm dazu *g*).
Ins Kino muss man deswegen nicht unbedingt, aber für einen Videoabend ideal. Eine gute Drei mit \'nem Empfehlenswert (für Fans dieses Genres).
Ach ja, hätte ich beinahe vergessen: Freigegeben ist der Film ab 16!!

Cya,
Knuben

10 Bewertungen