Wir waren Helden (DVD) Testbericht
Erfahrungsbericht von heinuun
Der Sinn von Krieg
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Gestern war ich in dem Film ?Wir waren Helden?. Zu erst dachte ich das ist jetzt wieder so Film der voll auf den Patriotismus der Amerikaner aus ist. Zu Beginn des Films schien es einem auch so, dass er sehr patriotisch ist, allerdings merkt man schnell, dass es nicht hauptsächlich darum geht, wie toll die USA ist, sondern wie der Krieg ist und was für einen Sinn Krieg hat, mit all seinen Folgen für die Soldaten und deren Angehörige.
Story basiert auf den Erinnerungen von Lieutenant General Harold Moore und Reporter Joseph Galloway, die die 34 Tage, die 1965 nicht nur ihre Welt erschütterten, voll miterlebten. Es wird das Schicksal von Männern, die der Sinnlosigkeit eines Krieges ausgeliefert sind, bei dem es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer gibt, gezeigt.
Es fängt gleich heftig an. Ein Mann versucht die Ereignisse in Vietnam zu schildern. Er fängt im Jahre 1954 mit seiner Erzählung an. In dieser zeit waren die Franzosen in Vietnam.
Ein kleiner Trupp Franzosen fährt einen schmalen Weg entlang. Plötzlich halten sie an um die gegen auszukundschaften. Ein Soldat redet mit einem anderen und plötzlich spritz blut dem einem ins Gesicht, seinem Kameraden wurde in den Kopf geschossen. Wie aus dem nichts greift ein vietnamesischer Trupp die Franzosen an, die keine Chance haben. Die wenigen überlebenden Franzosen geben auf. Doch als ein Vietnamese seinen Lieutenant fragt, ob die Franzosen gefangen genommen werden sollen, sagt der Lt. Co. Nguyen Huu An, gespielt von Don Duong, nur: ?Töten sie alle, dann kommen sie nicht wieder.?
Elf Jahre später sind die Amerikaner in Vietnam an der Grenze zu Kambodscha. Bisher gab es allerdings keine Gefechte zwischen den Amerikanern und Vietnamesen.
Die US-Army möchte eine neue Kampftaktik erproben. Bei dieser Taktik werden die Soldaten mit Hubschraubern direkt in die Kampfzone geflogen. Für diesen Einsatz, der eher nur zur Probe ist, wird ein sehr guter Kommandeur gesucht. Für diesen Fall gibt es nur einen, Lt. Col. Hal Moore, gespielt von Mel Gibson. Er übernimmt mit seinem Sgt.-Major Basil Plumley einen Trupp junger Wehrdienstleistender. Trainiert wird auf einem Stutzpunkt, auf dem es etwas anders zu geht, es wird Baseball gespielt und man nimmt alles nicht so hundertprozentig ernst, doch hier sind die besten Piloten, Ed \"Too Tall\" Freeman (Mark McCracken) und Major Bruce Crandall (Greg Kinnear). Kurz vor dem Einsatz bekommt Moore noch ein paar neue Zugführer und die alten scheiden aus.
Die Soldaten ziehen zusammen mit Ihren Familien auf den Stützpunkt.
Kurz vor dem Einsatz wird noch der Abschied gefeiert und dann verschwinden die Soldat in der Nacht. Es geht 12000 Meilen nach Vietnam.
Schon nach kurzer Zeit beginnt der Einsatz. Die dort stationierten Soldaten wurden angegriffen, doch es gab keine Toten. Die Angreifen sind in das Gebirgen an der grenze zu Kambodscha geflüchtet. Es richt nach Falle. Dort soll der Einsatz stattfinden. In einem kleinen Tal am Fußes eines unbekannten Berges.
Kurz nach der Landung gibt es schon die ersten Angriffe und viele Tote auf beiden Seiten. Ein Zug ist am Berg eingeschlossen. Von allen sind dort nur noch eine handvoll überlebende im Einsatz. Sie müssen die Nacht durchhalten und dann auf die Verstärkung von unten hoffen. Doch dort muss man versuchen die Landefläche freizuhalten. Die Hubschrauber, die immer wieder anfliegen und neue Soldaten absetzten landen nicht mehr auf der ?heißen? Landezone, die Soldaten müssen abspringen und sich meist sofort verteidigen.
Später wird eine neue Landezone errichtet um die Verletzten und Toten abtransportieren zu können. Die US Soldaten müssen einen Sturmangriff nach dem anderen abwehren und müssen dabei große Verluste hinnehmen. Nach ein paar Tagen haben sie keine Chance gegen den ständigen offensiven Ansturm des Heeres von Lt. Co. Nguyen Huu An stand zu halten und es wird der Broken Error ausgerufen. Das heißt alle Lufteinheiten, die erreichbar sind, bombardieren den Berg und können so den Angriff der Vietnamesen abhalten, doch wie lange noch.
Moore kennt die Taktik des vietnamesischen Anführers und weiß schnell, wann der letzte Angriff stattfindet. Doch die Amerikaner sind schneller und greifen vor den Asiaten an. Mit Hilfe der Hubschrauber können die Truppen von Nguyen Huu An besiegt und vernichtet werden. Doch der krieg beginnt hier erst und man sieht hier schon wie sinnlos er ist.
Man erkennt schnell, dass es sich nicht um einen Patriotsfilm der Amis handelt, sondern der Film soll zeigen, wie sinnlos so ein Krieg ist, das Soldaten im Krieg keine Fragen stellen dürfen sondern nur antworten dürfen, was die Soldaten denken, hoffen, fühlen und kurz vor Ihrem Tod denken und sagen, man sieht die Familien der Soldaten, was in Ihnen vorgeht was sieh fühlen und wie eiskalt die oberste Führungsebene des Militärs ist.
Bewegende Momente
Sehr bewegend ist die Nacht vor dem Abschied, in der Moore seine Kinder ins Bett bringt und seine Frau mit den Tränen ringt. Der Regie gelingt es, diese sehr bewegende Szene durch schlichte Sprachlosigkeit und entsprechender Musik umzusetzen und die Trauer, Hoffung, Angst und Sinnlosigkeit zu zeigen.
Ein verletzter Soldat soll in den Rettungshubschrauber, doch der ist bereits voll, da springt ein ebenfalls verletzter Soldat aus dem Hubschrauber und sagt noch, dass es den anderen schlimmer erwischt hat und hilf hebt ihn in den Hubschrauber. Noch beim helfen treffen ihn zwei Schüsse und er sackt tot über dem anderen Soldaten zusammen.
Auch die Szenen in denen sich die Soldaten an Gott wenden und in ihm die letzte Hoffnung sehe und er der einzige ist, der ihnen noch helfen kann, geht schon an die Nieren, denn da sieht man erst wie verzweifelt die Soldaten sind und was sie fühlen und denken.
Eine lange Szene spielt in den USA. Ein Taxi fährt vor und liefert ein Telgramm an Moores Nachbarin. Die Frau von Moore, Julie Moore, gespielt von Madeleine Stowe, findet es einen Skandal, dass die Todesnachrichten von Taxis verteilt werden, sie fordert den Taxifahrer auf ihr alle Briefe zu geben und sie wird sie weiter verteilen. Es kommen immer mehr Telegramme. In diesen Szenen sieht man wie sich die Familien zu Hause fühlen, was sie mitmachen und wie sie fühlen, wenn sie die Telegramme bekommen.
Das Gespräch und die spätere Reaktion zwischen Moore und dem jungen Militärjournalisten Joe Galloway, gespielt von Barry Pepper, indem die beiden sich über den Sinn des Krieges unterhalten und Galloway sagt, dass er lieber mit dem Fotoapparat schieß als mit dem Gewehr. Doch dabei bleibt es nicht. Doch er wechselt später wieder zum Fotoapparat und macht grausame und erschreckende Bilder, direkt aus der Schlacht.
Der Spruch des Sgt.-Major Basil Plumley, gespielt von Sam Elliott, der nur eine Pistole bei sich trägt und auf den Satz von Moore, ob er nicht auch ein Gewehr tragen möchte, antwortet: ?Wenn ich ein Gewehr brauch, dann werden genug um mich herumliegen?.
Die Schlussszene, in der der Erzähler, Joe Galloway, den weiter Gang von Moore beschreibt. Während er erzählt, dass Moore noch 273 weitere Tage in Vietnam gekämpft hat, wird Moors Frau gezeigt und man sieht wie im Hintergrund ein Taxi vorfährt und dann hört man die Klingel. Julie Moore befürchtet das schlimmste, man merkt genau wie verzweifelt sie ist. Wer steht vor der Tür?
Sehr beeindruckend sind natürlich noch mehr Szenen, vor allem durch die Musik. Das Ende des Films zeigt Mel Gibson heute, wie er an den Gedenktafeln vorbeiläuft, auf denen die Gefallenen stehen. Vor der Tafel 3 Ost bleibt er stehen. Auf dieser stehen die Soldaten, die in dem Tal in Vietnam ihr Leben lassen mussten.
Vor dem Abspann des Films erscheint dann noch: ?Im Soundso Tal sind folgende tapfere Soldaten gestorben.? Und dann alle Namen der Soldaten und wo sie herkamen Herkunft.
Sonstiges
Es wird eigentlich der Sinn des Krieges gezeigt und man kommt schnell zu dem Schluss, dass er keinen Sinn hat, wie auch die Szene zeigt, in der der Lt. Jack Geoghegan, dessen Vorfahren alle Soldaten waren, mit Moore spricht und sagt, dass er sehen will, wie der Krieg ist und was für einen Sinn er haben soll. Später wechselt er dann die Waffe wieder gegen die Kamera und zeigt durch diese Kleinigkeit genau, dass der Krieg absolut sinnlos.
In vielen Szenen wird das Verhalten des amerikanischen Truppführers und des vietnamesischen Truppführers gezeigt. Beide beten zu Gott, er heiß nicht gleich, aber sie beten beide zu einem Gott, sie schauen beide zur gleichen Zeit in den Himmel und überlegen, wie es weiter gehen soll und was die ganze Sache für einen sinn hat und sie kämpfen beide ähnlich, beide haben dieselben Ideen, ähnliche Gedanken. Trotz diesem gleichen verhalten, kämpfen sie gegeneinander. Sie denken gleich und bekriegen sich trotzdem und versuchen den anderen zu töten.
Schauspieler
Ich werde nur die bekannten aufzählen.
Lt. Col. Hal Moore - Mel Gibson (Der Patriot, Was Frauen wollen, Payback, Lethal Weapon 1-4, Fletcher\'s Visionen, Kopfgeld - Einer muss bezahlen, Braveheart, Mad Max 1 und 2)
Mel Gibson zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite. Seine Mimik und gestik ist spitzenmäßig, man kann ihm genau ansehen, wie verzweifelt und niedergeschlagen er in einigen Szenen ist. Er spielt den Anführer der Einheit genial. Kurzum eine Meisterleistung.
Julie Moore - Madeleine Stowe (12 Monkeys, Der letzte Mohikaner)
Sie spielt die verzweifelte Ehefrau von Moore, die immer wieder mit der Angst zu kämpfen hat, dass eins der Telgramme, die sie verteilt, an sie adressiert ist. Auch eine sehr gute schauspielerische Leistung.
Major Bruce Crandall - Greg Kinnear (E-Mail für Dich)
Er fällt zwar nicht besonders auf, aber in den kurzen Szene ist er sehr gut.
Sgt.-Major Basil Plumley - Sam Elliott (Zweiter Mann, Rufmord - Jenseits der Moral, The Big Lebowski, Die Maske, The Hulk)
Er hat hier eine neben Rolle als eiskalter und harter Soldat. Auch seine Leistung ist sehr gut er spielt den harten, kompromisslosen Soldaten sehr gut.
Lt. Jack Geoghegan - Chris Klein (American Pie 1 und 2)
Mal eine ganz andere Rolle für den Klamaukschauspieler. Er ist der zweifelnde Zugführer, der kurz vor dem Einsatz noch Vater wird. Leider ist er einer der vermissten Soldaten, der dann tot aufgefunden wird. Aber trotz des relativ kurzen Auftretens ist es eine sehr gut gelungene Leistung, die mal etwas mehr schauspielerisches Können verlangt als die Komödien.
Joe Galloway - Barry Pepper (The Green Mile, Der Soldat James Ryan, Der Staatsfeind Nr. 1)
Wieder eine sehr gute Leistung. Er ist der Erzähler, der den ganzen Bericht aufgeschrieben hat. Seine Leistung ist spitzenmäßig. Er kann den Soldaten, der eigentlich nicht kämpfen möchte sehr gut spielen und man merkt ihm seine Gefühle auch sehr gut an.
Soundtrack
Die Musik ist spitzenmäßig. Sie zeigt die Dramatik, Trauen, Hoffnung. Sehr gut finde ich einige Szenen, in denen sehr gut passende Musik zu bewegenden, bedrückenden und traurigen Filmszenen, die ab und zu auch in Zeitlupe gezeigt werden.
Regie
Regisseurs Randall Wallace, der mit seinen Drehbüchern zu \"Braveheart\" und \"Pearl Harbor\" schon Erfahrungen in geschichtsträchtigen Filmen sammeln konnte. Er zeigt eine Meisterleistung. Die Filmszenen und die gesamte Darstellung ist ihm sehr gut gelungen, besonders die Zeitlupenszenen mit der entsprechenden Musik. Auch die einzelnen Charaktere, egal wie klein die Rolle war, wurden gut in Szene gesetzt.
Daten
Kamera - Dean Semler
Schnitt - William Hoy
Schnitt - Nick Glennie-Smith
Produzenten - Bruce Davey, Stephen McEveety, Randall Wallace
FSK 16
Ca. 128 Minuten
Fazit
Ich kann den Film nur empfehlen. Es passt einfach alles. Allerdings ist es nichts für schwache Nerven, denn es fließt sehr viel Blut und man sieht viele Schusstreffer in den Kopf in den Körper oder verbrannte Gesichter. Allerdings wird nicht nur die Gewalt des Krieges gezeigt, sondern vor allem die Gedanken und Gefühle der Soldaten und deren Angehörigen. Der Film zeigt die Grausamkeit des Krieges in all seinen Fassetten. Es wird auch gezeigt, wie sinnlos der Krieg ist, denn man hat zwar tapfer gekämpft, doch im Endeffekt ist man immer der Verlierer, wie man auch an der Verzweiflung und den Gedanken von Lt. Jack Geoghegan, der sagt, dass auch nach vielen Jahren diese zeit nicht vergessen werden kann, man wacht immer wieder in der Nacht auf und ist verängstigt. Man hat zwar den Gegner besiegt, aber für welchen Preis und für welches Ziel.
Dieser Einsatz hat doch im Endeffekt keinen Sinn gehabt, denn man hat nur Menschenleben geopfert um andere zu töten, man hat nichts verteidigt, kein Land gewonnen, nichts.
Die Perspektive ist authentisch, von Soldaten, die nicht fragen dürfen, aber im Kampf antworten müssen. Man sieht das Sterben, die Dummheit von Draufgängern, die Angst vor dem Tod und den Willen zum Überleben. Obwohl der Gegner nur durch Nebendarsteller dargestellt wird ist nicht gesichtslos. Er behält seine Würde und bringt am Ende die größten Opfer. Der Film spielt also nicht auf die absolute Übermachte USA ab, sondern zeigt, dass auch sie verletzlich sind und am Ende eigentlich auch die Verlierer sind.
Der Patriotismus wird auch nicht groß dargelegt, indem Nordvietnam als Feindbild gesehen wird. Dieses intensive und diskussionswürdige Drama zeigt eher das der Krieg und die Verantwortlichen in seinem Schatten, die das Leben von Soldaten skrupellos verheizen. Das zeigte auch die Szene, in der ein Soldat zu seinem Vorgesetzten sagt, dass es dort ein Massaker gibt. Die Antwort des Vorgesetzten war nur, dass bisher nur Wehrdienstleistende umgekommen wären, das ist bedauerlich, aber ein Massaker ist es erst, wenn ein Offizier wie Moore getötet wird.
Am Ende sind alle Verlierer, wer ist also der Held?
Story basiert auf den Erinnerungen von Lieutenant General Harold Moore und Reporter Joseph Galloway, die die 34 Tage, die 1965 nicht nur ihre Welt erschütterten, voll miterlebten. Es wird das Schicksal von Männern, die der Sinnlosigkeit eines Krieges ausgeliefert sind, bei dem es am Ende keine Gewinner, sondern nur Verlierer gibt, gezeigt.
Es fängt gleich heftig an. Ein Mann versucht die Ereignisse in Vietnam zu schildern. Er fängt im Jahre 1954 mit seiner Erzählung an. In dieser zeit waren die Franzosen in Vietnam.
Ein kleiner Trupp Franzosen fährt einen schmalen Weg entlang. Plötzlich halten sie an um die gegen auszukundschaften. Ein Soldat redet mit einem anderen und plötzlich spritz blut dem einem ins Gesicht, seinem Kameraden wurde in den Kopf geschossen. Wie aus dem nichts greift ein vietnamesischer Trupp die Franzosen an, die keine Chance haben. Die wenigen überlebenden Franzosen geben auf. Doch als ein Vietnamese seinen Lieutenant fragt, ob die Franzosen gefangen genommen werden sollen, sagt der Lt. Co. Nguyen Huu An, gespielt von Don Duong, nur: ?Töten sie alle, dann kommen sie nicht wieder.?
Elf Jahre später sind die Amerikaner in Vietnam an der Grenze zu Kambodscha. Bisher gab es allerdings keine Gefechte zwischen den Amerikanern und Vietnamesen.
Die US-Army möchte eine neue Kampftaktik erproben. Bei dieser Taktik werden die Soldaten mit Hubschraubern direkt in die Kampfzone geflogen. Für diesen Einsatz, der eher nur zur Probe ist, wird ein sehr guter Kommandeur gesucht. Für diesen Fall gibt es nur einen, Lt. Col. Hal Moore, gespielt von Mel Gibson. Er übernimmt mit seinem Sgt.-Major Basil Plumley einen Trupp junger Wehrdienstleistender. Trainiert wird auf einem Stutzpunkt, auf dem es etwas anders zu geht, es wird Baseball gespielt und man nimmt alles nicht so hundertprozentig ernst, doch hier sind die besten Piloten, Ed \"Too Tall\" Freeman (Mark McCracken) und Major Bruce Crandall (Greg Kinnear). Kurz vor dem Einsatz bekommt Moore noch ein paar neue Zugführer und die alten scheiden aus.
Die Soldaten ziehen zusammen mit Ihren Familien auf den Stützpunkt.
Kurz vor dem Einsatz wird noch der Abschied gefeiert und dann verschwinden die Soldat in der Nacht. Es geht 12000 Meilen nach Vietnam.
Schon nach kurzer Zeit beginnt der Einsatz. Die dort stationierten Soldaten wurden angegriffen, doch es gab keine Toten. Die Angreifen sind in das Gebirgen an der grenze zu Kambodscha geflüchtet. Es richt nach Falle. Dort soll der Einsatz stattfinden. In einem kleinen Tal am Fußes eines unbekannten Berges.
Kurz nach der Landung gibt es schon die ersten Angriffe und viele Tote auf beiden Seiten. Ein Zug ist am Berg eingeschlossen. Von allen sind dort nur noch eine handvoll überlebende im Einsatz. Sie müssen die Nacht durchhalten und dann auf die Verstärkung von unten hoffen. Doch dort muss man versuchen die Landefläche freizuhalten. Die Hubschrauber, die immer wieder anfliegen und neue Soldaten absetzten landen nicht mehr auf der ?heißen? Landezone, die Soldaten müssen abspringen und sich meist sofort verteidigen.
Später wird eine neue Landezone errichtet um die Verletzten und Toten abtransportieren zu können. Die US Soldaten müssen einen Sturmangriff nach dem anderen abwehren und müssen dabei große Verluste hinnehmen. Nach ein paar Tagen haben sie keine Chance gegen den ständigen offensiven Ansturm des Heeres von Lt. Co. Nguyen Huu An stand zu halten und es wird der Broken Error ausgerufen. Das heißt alle Lufteinheiten, die erreichbar sind, bombardieren den Berg und können so den Angriff der Vietnamesen abhalten, doch wie lange noch.
Moore kennt die Taktik des vietnamesischen Anführers und weiß schnell, wann der letzte Angriff stattfindet. Doch die Amerikaner sind schneller und greifen vor den Asiaten an. Mit Hilfe der Hubschrauber können die Truppen von Nguyen Huu An besiegt und vernichtet werden. Doch der krieg beginnt hier erst und man sieht hier schon wie sinnlos er ist.
Man erkennt schnell, dass es sich nicht um einen Patriotsfilm der Amis handelt, sondern der Film soll zeigen, wie sinnlos so ein Krieg ist, das Soldaten im Krieg keine Fragen stellen dürfen sondern nur antworten dürfen, was die Soldaten denken, hoffen, fühlen und kurz vor Ihrem Tod denken und sagen, man sieht die Familien der Soldaten, was in Ihnen vorgeht was sieh fühlen und wie eiskalt die oberste Führungsebene des Militärs ist.
Bewegende Momente
Sehr bewegend ist die Nacht vor dem Abschied, in der Moore seine Kinder ins Bett bringt und seine Frau mit den Tränen ringt. Der Regie gelingt es, diese sehr bewegende Szene durch schlichte Sprachlosigkeit und entsprechender Musik umzusetzen und die Trauer, Hoffung, Angst und Sinnlosigkeit zu zeigen.
Ein verletzter Soldat soll in den Rettungshubschrauber, doch der ist bereits voll, da springt ein ebenfalls verletzter Soldat aus dem Hubschrauber und sagt noch, dass es den anderen schlimmer erwischt hat und hilf hebt ihn in den Hubschrauber. Noch beim helfen treffen ihn zwei Schüsse und er sackt tot über dem anderen Soldaten zusammen.
Auch die Szenen in denen sich die Soldaten an Gott wenden und in ihm die letzte Hoffnung sehe und er der einzige ist, der ihnen noch helfen kann, geht schon an die Nieren, denn da sieht man erst wie verzweifelt die Soldaten sind und was sie fühlen und denken.
Eine lange Szene spielt in den USA. Ein Taxi fährt vor und liefert ein Telgramm an Moores Nachbarin. Die Frau von Moore, Julie Moore, gespielt von Madeleine Stowe, findet es einen Skandal, dass die Todesnachrichten von Taxis verteilt werden, sie fordert den Taxifahrer auf ihr alle Briefe zu geben und sie wird sie weiter verteilen. Es kommen immer mehr Telegramme. In diesen Szenen sieht man wie sich die Familien zu Hause fühlen, was sie mitmachen und wie sie fühlen, wenn sie die Telegramme bekommen.
Das Gespräch und die spätere Reaktion zwischen Moore und dem jungen Militärjournalisten Joe Galloway, gespielt von Barry Pepper, indem die beiden sich über den Sinn des Krieges unterhalten und Galloway sagt, dass er lieber mit dem Fotoapparat schieß als mit dem Gewehr. Doch dabei bleibt es nicht. Doch er wechselt später wieder zum Fotoapparat und macht grausame und erschreckende Bilder, direkt aus der Schlacht.
Der Spruch des Sgt.-Major Basil Plumley, gespielt von Sam Elliott, der nur eine Pistole bei sich trägt und auf den Satz von Moore, ob er nicht auch ein Gewehr tragen möchte, antwortet: ?Wenn ich ein Gewehr brauch, dann werden genug um mich herumliegen?.
Die Schlussszene, in der der Erzähler, Joe Galloway, den weiter Gang von Moore beschreibt. Während er erzählt, dass Moore noch 273 weitere Tage in Vietnam gekämpft hat, wird Moors Frau gezeigt und man sieht wie im Hintergrund ein Taxi vorfährt und dann hört man die Klingel. Julie Moore befürchtet das schlimmste, man merkt genau wie verzweifelt sie ist. Wer steht vor der Tür?
Sehr beeindruckend sind natürlich noch mehr Szenen, vor allem durch die Musik. Das Ende des Films zeigt Mel Gibson heute, wie er an den Gedenktafeln vorbeiläuft, auf denen die Gefallenen stehen. Vor der Tafel 3 Ost bleibt er stehen. Auf dieser stehen die Soldaten, die in dem Tal in Vietnam ihr Leben lassen mussten.
Vor dem Abspann des Films erscheint dann noch: ?Im Soundso Tal sind folgende tapfere Soldaten gestorben.? Und dann alle Namen der Soldaten und wo sie herkamen Herkunft.
Sonstiges
Es wird eigentlich der Sinn des Krieges gezeigt und man kommt schnell zu dem Schluss, dass er keinen Sinn hat, wie auch die Szene zeigt, in der der Lt. Jack Geoghegan, dessen Vorfahren alle Soldaten waren, mit Moore spricht und sagt, dass er sehen will, wie der Krieg ist und was für einen Sinn er haben soll. Später wechselt er dann die Waffe wieder gegen die Kamera und zeigt durch diese Kleinigkeit genau, dass der Krieg absolut sinnlos.
In vielen Szenen wird das Verhalten des amerikanischen Truppführers und des vietnamesischen Truppführers gezeigt. Beide beten zu Gott, er heiß nicht gleich, aber sie beten beide zu einem Gott, sie schauen beide zur gleichen Zeit in den Himmel und überlegen, wie es weiter gehen soll und was die ganze Sache für einen sinn hat und sie kämpfen beide ähnlich, beide haben dieselben Ideen, ähnliche Gedanken. Trotz diesem gleichen verhalten, kämpfen sie gegeneinander. Sie denken gleich und bekriegen sich trotzdem und versuchen den anderen zu töten.
Schauspieler
Ich werde nur die bekannten aufzählen.
Lt. Col. Hal Moore - Mel Gibson (Der Patriot, Was Frauen wollen, Payback, Lethal Weapon 1-4, Fletcher\'s Visionen, Kopfgeld - Einer muss bezahlen, Braveheart, Mad Max 1 und 2)
Mel Gibson zeigt sich wieder einmal von seiner besten Seite. Seine Mimik und gestik ist spitzenmäßig, man kann ihm genau ansehen, wie verzweifelt und niedergeschlagen er in einigen Szenen ist. Er spielt den Anführer der Einheit genial. Kurzum eine Meisterleistung.
Julie Moore - Madeleine Stowe (12 Monkeys, Der letzte Mohikaner)
Sie spielt die verzweifelte Ehefrau von Moore, die immer wieder mit der Angst zu kämpfen hat, dass eins der Telgramme, die sie verteilt, an sie adressiert ist. Auch eine sehr gute schauspielerische Leistung.
Major Bruce Crandall - Greg Kinnear (E-Mail für Dich)
Er fällt zwar nicht besonders auf, aber in den kurzen Szene ist er sehr gut.
Sgt.-Major Basil Plumley - Sam Elliott (Zweiter Mann, Rufmord - Jenseits der Moral, The Big Lebowski, Die Maske, The Hulk)
Er hat hier eine neben Rolle als eiskalter und harter Soldat. Auch seine Leistung ist sehr gut er spielt den harten, kompromisslosen Soldaten sehr gut.
Lt. Jack Geoghegan - Chris Klein (American Pie 1 und 2)
Mal eine ganz andere Rolle für den Klamaukschauspieler. Er ist der zweifelnde Zugführer, der kurz vor dem Einsatz noch Vater wird. Leider ist er einer der vermissten Soldaten, der dann tot aufgefunden wird. Aber trotz des relativ kurzen Auftretens ist es eine sehr gut gelungene Leistung, die mal etwas mehr schauspielerisches Können verlangt als die Komödien.
Joe Galloway - Barry Pepper (The Green Mile, Der Soldat James Ryan, Der Staatsfeind Nr. 1)
Wieder eine sehr gute Leistung. Er ist der Erzähler, der den ganzen Bericht aufgeschrieben hat. Seine Leistung ist spitzenmäßig. Er kann den Soldaten, der eigentlich nicht kämpfen möchte sehr gut spielen und man merkt ihm seine Gefühle auch sehr gut an.
Soundtrack
Die Musik ist spitzenmäßig. Sie zeigt die Dramatik, Trauen, Hoffnung. Sehr gut finde ich einige Szenen, in denen sehr gut passende Musik zu bewegenden, bedrückenden und traurigen Filmszenen, die ab und zu auch in Zeitlupe gezeigt werden.
Regie
Regisseurs Randall Wallace, der mit seinen Drehbüchern zu \"Braveheart\" und \"Pearl Harbor\" schon Erfahrungen in geschichtsträchtigen Filmen sammeln konnte. Er zeigt eine Meisterleistung. Die Filmszenen und die gesamte Darstellung ist ihm sehr gut gelungen, besonders die Zeitlupenszenen mit der entsprechenden Musik. Auch die einzelnen Charaktere, egal wie klein die Rolle war, wurden gut in Szene gesetzt.
Daten
Kamera - Dean Semler
Schnitt - William Hoy
Schnitt - Nick Glennie-Smith
Produzenten - Bruce Davey, Stephen McEveety, Randall Wallace
FSK 16
Ca. 128 Minuten
Fazit
Ich kann den Film nur empfehlen. Es passt einfach alles. Allerdings ist es nichts für schwache Nerven, denn es fließt sehr viel Blut und man sieht viele Schusstreffer in den Kopf in den Körper oder verbrannte Gesichter. Allerdings wird nicht nur die Gewalt des Krieges gezeigt, sondern vor allem die Gedanken und Gefühle der Soldaten und deren Angehörigen. Der Film zeigt die Grausamkeit des Krieges in all seinen Fassetten. Es wird auch gezeigt, wie sinnlos der Krieg ist, denn man hat zwar tapfer gekämpft, doch im Endeffekt ist man immer der Verlierer, wie man auch an der Verzweiflung und den Gedanken von Lt. Jack Geoghegan, der sagt, dass auch nach vielen Jahren diese zeit nicht vergessen werden kann, man wacht immer wieder in der Nacht auf und ist verängstigt. Man hat zwar den Gegner besiegt, aber für welchen Preis und für welches Ziel.
Dieser Einsatz hat doch im Endeffekt keinen Sinn gehabt, denn man hat nur Menschenleben geopfert um andere zu töten, man hat nichts verteidigt, kein Land gewonnen, nichts.
Die Perspektive ist authentisch, von Soldaten, die nicht fragen dürfen, aber im Kampf antworten müssen. Man sieht das Sterben, die Dummheit von Draufgängern, die Angst vor dem Tod und den Willen zum Überleben. Obwohl der Gegner nur durch Nebendarsteller dargestellt wird ist nicht gesichtslos. Er behält seine Würde und bringt am Ende die größten Opfer. Der Film spielt also nicht auf die absolute Übermachte USA ab, sondern zeigt, dass auch sie verletzlich sind und am Ende eigentlich auch die Verlierer sind.
Der Patriotismus wird auch nicht groß dargelegt, indem Nordvietnam als Feindbild gesehen wird. Dieses intensive und diskussionswürdige Drama zeigt eher das der Krieg und die Verantwortlichen in seinem Schatten, die das Leben von Soldaten skrupellos verheizen. Das zeigte auch die Szene, in der ein Soldat zu seinem Vorgesetzten sagt, dass es dort ein Massaker gibt. Die Antwort des Vorgesetzten war nur, dass bisher nur Wehrdienstleistende umgekommen wären, das ist bedauerlich, aber ein Massaker ist es erst, wenn ein Offizier wie Moore getötet wird.
Am Ende sind alle Verlierer, wer ist also der Held?
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