Placebo Without you I'm nothing - Placebo Testbericht

Placebo-without-you-i-m-nothing-placebo
ab 3,13
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Summe aller Bewertungen
  • Cover-Design:  gut
  • Klangqualität:  sehr gut

Erfahrungsbericht von ewka78

Feuer & Wasser

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich kaufte ich damals das Album wegen dem Song \'Every you, every me\' und noch heute kann ich mich noch erinnern, als ich den Song zum ersten mal gehört habe. Es muss im Winter 98/99 gewesen sein, als ich bei meinen nächtlichen Streifzügen es in einem Club gehört habe, um genauer zu sein, muss es der Kaiserkeller in Hamburg gewesen sein, wo ich zu der Zeit fast schon ein Stammgast gewesen bin. Wir lungerten irgendwo in der Ecke rum, es war schon ziemlich fortgeschrittene Uhrzeit in der Nacht, als der Song kam. Ich fragte damals sofort meine Freundin \'Sag mal, wer singt das?!\' - \'Keine Ahnung.\' - Ihr Freund sagte irgendwann was von Placebo, sagte mir zwar nichts, aber na ja, ich kann mal beim nächsten Mal im Plattenladen mal checken. Paar Tage später fand ich tatsächlich das passende Album dazu, ich kaufte es eigentlich fast schon blind, scrollte dabei nur alle Songs durch, um festzustellen, ob tatsächlich DIESER Song drauf ist und kaufte es. Zu Hause fand ich natürlich noch einige schöne Songs drauf, nachdem ich \'Every you, every me\' nicht mehr hören konnte. :)) Inbesondere der Song \'My sweet prince\' hat\'s mir besonders angetan, denn irgendwie passte dieser mal wieder zu meiner damaligen Verfassung, aber dazu später mal ein bisschen mehr..

Nun ja, die Musikrichtung von Placebo ist relativ schwer eigentlich zu beschreiben, zum einen klingen viele der rockigeren Stücke so ziemlich nach Glam Rock, manchmal hätte ich fast schon gesagt, ein wenig punkig, zum anderen gibt es Songs, die so sehr unter die Haut gehen, dass man die eigentlich kaum, oder gar nicht wirklich beschreiben kann. Dann ist da noch die manchmal so richtig eindringliche Stimme des Sängers und Gitarristen Brian Molko mit dem charakteristischen amerikanischen Akzent. Die Band selbst ist auch schon so eine Mischung für sich. Brian Molko ist nämlich selbst halb Amerikaner, halb Schotte, der Bassist Stefan Olsdal ist Schwede und das Ganze rundet noch der Drummer, Steve Hewitt, ab, der Engländer ist. Die Band selbst entstand um 1994 in London, 1996 folgte dann das Debütalbum mit dem schlichten Titel \'Placebo\', welcher auch auf der Insel ein voller Erfolg wurde und denen auch zahlreiche Fans brachte. Der bekannteste von allen ist das Urgestein der Musikbranche David Bowie himself, der sie auch 1997 zu seinem Geburtstagskonzert im New Yorker Madison Square Garden einlud. Auch die nachfolgenden Alben \'Without you I\'m nothing\' und \'Black market music\' wurden ein voller Erfolg... to be continued (hoffentlich!).

Nun aber mal zu dem Album selbst, der mich damals so ziemlich überzeugt hat und eigentlich auch dazu anregte meine Sammlung um das Debütalbum, und später auch um den dritten Streich, \'Black market music\', zu erweitern.

1. Pure Morning
So leicht sich der Titel auch anhört, so schwer ist auch irgendwie der Opener. Ein relativ langsamer Song, der von ziemlich stark verzerrten Gitarrenakkorden begleitet wird, ein Song, der allerdings sehr eindringlich ist. Ein definitiv guter Anfang für das Album.

2. Brick shithouse
Dieser Song fängt schon ein trashig an und ist auch wirklich so ziemlich trashig, fast schon ein bisschen punkig, vielleicht sogar. Zwar etwas schwer verdaulich der Song, aber Abhilfe schafft da das nächste Stück:

3. You don\'t care about us
Das ist die erste Singleauskopplung gewesen aus diesem Album heraus, mir selbst war der Song allerdings eigentlich völlig unbekannt gewesen, bis ich es hier hörte. Im Tempo zwar ähnlich dem Vorgänger, aber dennoch nicht ganz so schwer im Arrangement. Ein angenehm rockiger, würde ich da sagen..

4. Ask for answers
Das erste Song, wo das Tempo etwas gedrosselt ist, aber irgendwie, mmh.. wirkt der Song auf mich ein bisschen ein bisschen einfallslos, es fehlt einfach der nötige Drive. Ich würde nicht sagen, dass der Song schlecht ist, aber er klingt einfach irgendwie eigenartig...

5.Without you I\'m nothing
Der Titelsong ist für mich einer der Höhepunkte der Platte. Wie der Titel vielleicht schon erahnen lässt, verbreitet der Song fast schon eine richtige Verzweiflung, wie man sich fühlen mag, wenn eine Person einen verlässt, die man immer noch sehr gern hat und sich von ihr überhaupt nicht trennen will. Das ist jedenfalls einer der Songs von Placebo, die einen wirklich richtig unter die Haut gehen und das auch nach mehrmaligen Hören und das auch immer wieder...

6. Allergic (To thoughts of mother earth)
Dieser Song ist fast schon eine kleine Erholung für das, was man vorher gehört hat, ein relativ leichter Song (wenn man überhaupt Placebo-Songs als leicht bezeichnen kann), allerdings für mich auch nur so ein Stück zwischendurch.

7. The crawl
Das ist ein weiterer Titel, der mir ein bisschen das Blut in den Adern gefrieren lässt, denn es ist schon irgendwie ein sehr melancholischer Song, der einen auch irgendwie mitzieht... Er verleitet manchmal in bestimmten Moment einen sogar ein bisschen zum tagräumen, wenn man sich in der richtigen Stimmung dafür befindet... Auf jeden Fall ein Song, den man nicht nur einmal gern hört...

8. Every you, every me
YEAH! - Das ist genau der Song, der mich damals auf Placebo überhaupt aufmerksam gemacht hat. Dieser Song rockt einfach, klingt energisch, gibt einen richtig gute Laune. Komischerweise ist das auch immer genau der Song, den der DJ als einen der letzten Songs auflegt, wenn es draussen schon hell ist und die Party sich so langsam dem Ende neigt.
Dieser Song war auch die zweite Singleauskopplung aus diesem Album und ist auch, glaube ich, einer der bekanntesten Songs von Placebo überhaupt, ausser vielleicht dem Song \'I know\', den vor einiger Zeit ein deutscher PayTV-Sender sich zunutze machte, als Backgroundmusik für den Werbespot.

9. My sweet prince
Ein sehr melancholischer Song, der zum einen eine wunderschöne musikalische Untermalung für gewisse Stunden sein kann, aber auch für einsame Momente, die man mit sich selbst verbringen will... Der Song machte mich damals schon irgendwie ziemlich sprachlos, und so auch jetzt mal wieder...

10. Summer\'s gone
Tja, irgendwie ist, glaube ich, jeder mal immer ein bisschen traurig, wenn die Sommerzeit sich dem Ende neigt und es beginnt immer kälter zu werden... Wie der Titel schon erahnen lässt, ist auch dieser Song einer aus dieser Sorte, der einen sich zurücklehnen und ein bisschen träumen lässt...

11. Scared of girls
Mmh, der Song hat schon etwas autobiografische Züge von Brian Molko, der sich auch immer selbst etwas mädchenhaft gibt, was auch einen unschwer den Schluss ziehen lässt, dass er wohl homosexuell sein muss. Na ja, der Song selbst ist etwas temporeicher und rockiger auch im Vergleich zum Vorgänger.

12. Burger queen
Zu dem Song fand ich einen schon etwas belustigenden Zitat von Brian Molko:
\'I lived in Luxembourg for a number of years. Take my word for it, don\'t go to Luxembourg, just drive through. This song\'s about being in the wrong place at the wrong time\'
was übersetzt soviel heisst wie:
\'Ich lebte viele Jahre in Luxemburg. Glaubt mir beim Wort, fahrt nicht nach Luxemburg, fahrt bloss nur durch. Dieser Song ist darüber wie es ist, wenn man sich zur falschen Zeit am falschen Ort befindet.\'
Dieser Song ist genau wie der Vorgängersong ein Stück mit einem ziemlich autobiografischen Text. Musikalisch gesehen aber, ist es ein sehr angenehm leichter Song, bei dem eigentlich schon glaubt sich am Ende der Reise zwischen Feuer und Wasser sich zu befinden. Doch, am Ende findet sich noch der fast schon obligatorische Hidden Track mit dem etwas krassen Titel \'Evil dildo\', den man fast schon als Instrumentalstück betrachten kann, weil er auch keinen Text im eigentlichem Sinne hat, sondern nur die Aufnahmen von Brians Anrufbeantworter untermalt von rockigen Klängen.

Tja, soviel dazu... Für mich ist das schon ein richtig facettenreiches Album, wo es für mich im nachhinein eigentlich kaum wirklichen Übersong gibt, denn jeder Song hat einen Reiz für sich selbst. Der Titel bezieht sich auch darauf, dass manchmal im Laufe totale Gegensätze auf einander treffen. Im Vergleich auch zu dem ersten Streich wirkt das Album auch schon etwas reifer und erwachsener, einfach runder, auch wenn ich nicht sagen würde, dass es besser ist, es ist einfach nur anders... Das Album wirkt allerdings auf mich als ganzes Stück, wo man wirklich einmal PLAY gedrückt hat und es dann ganz durchlaufen lassen kann und zum Glück gibt\'s ja noch die Repeat-Taste... :)


© ewka – 28.07.2002

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