Wolfgang Hohlbein Testbericht

Wolfgang-hohlbein
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Erfahrungsbericht von Nietzsche

Wolfgang Hohlbein: Der Inquisitor

Pro:

spannend, der etwas andere Werwolfroman

Kontra:

ein paar kleine logische Patzer

Empfehlung:

Nein

Seit ich per Zufall ein preisreduziertes Mängelexemplar (zum Glück ohne ersichtlichen Mängel) von Wolfgang Hohlbein erstanden habe, lese ich ein Buch nach dem anderen von ihm.
Hohlbein scheint mir ein absoluter Vielschreiber zu sein, denn wenn ich alle Bücher von ihm lesen wollte die bisher erschienen sind, so wäre ich sicherlich noch Jahre beschäftigt!


Die Story:

Die Handlung spielt im Mittelalter irgendwo in Deutschland.
Der Inquisitor Tobias wird per Brief in das kleine Städtchen Buchenfeld gerufen, um dort über eine Hexe zu richten, die angeblich ihr Unwesen treibt: Das Korn verfault, die Ernten mißlingen, im Wald hat sich ein See in einen stinkenden Pfuhl verwandelt... .

In Buchenfeld findet Tobias Unterschlupf bei Bresser, einem Schergen von Theowulf – dem ansässigen Landgrafen.
Als er sich zu der angeblichen Hexe führen läßt erschrickt er gleich doppelt. Die Frau wurde in einen Turm gesperrt, in dem sie fiebernd seit einer Woche ohne Wasser und Nahrung war und: Er kennt sie! Sie ist eine Frau, die er einst liebte.

Tobias, der nicht glauben kann, daß Katrin, die angebliche Hexe, tatsächliche eine solche ist, beginnt zögernd mit seinen Untersuchungen. Bald schon merkt er, daß in Buchenfeld tatsächlich seltsame Dinge vorgehen, die er sich mit Logik nicht erklären kann. Da er selbst jedoch nicht an Hexenspuk glauben kann, versucht er der Sache auf den Grund zu gehen. Bald schon bringt er sich und auch Katrin in Lebensgefahr, als er der Wahrheit meint näher zu kommen.
Doch als er am Schluß wirklich begreift, was vor sich geht, ist längst alles verloren... .



Meine Meinung:

Der Inquisitor ist eine der besseren Bücher von Hohlbein. Einige konnten mich bisher nicht so recht fesseln oder aber die Story erschien mir unausgereift und das Ende oft zu einfallslos. In diesem Buch ist das anders! Der Leser wird von Anfang an in den Bann einer Geschichte gezogen, deren Ende sich nicht im Entferntesten vorhersehen läßt. Man ahnt zwar, was tatsächlich vor sich geht, dennoch erfährt man immer nur zusammen mit Tobias Stück um Stück die Wahrheit.

Die Story, die vielleicht nach klassischer Liebesgeschichte klingen mag, ist viel mehr als das. Ein wenig Liebesgeschichte ist zwar dabei, doch in Wirklichkeit geht es um andere Dinge: Um den Glauben eines Menschen, der erschüttert wird, um den Unterschied zwischen Glaube und Wahrheit, um rationales Denken und den Wechsel zwischen an-Gespenster-glauben und seinen-Verstand-benutzen.

Hohlbein gelingt es in dem Buch eine wahrhaft mittelalterliche Geschichte zu entwerfen, in der viel der mittelalterlichen Glaubensstrukturen, wie der Hexenglaube verhaftet sind. Am Ende jedoch gelingt der große Schlag, mit dem klar wird, daß unheimliches oftmals ganz einfach zu erklären ist!



Fazit:

Dieses Buch von Hohlbein ist ein wahrer Genuß. Der Leser wird auf einen spannenden Trip ins finstere Mittelalter geführt, bei dem man das Buch kaum aus der Hand legen möchte. Die Story ist spannend und intelligent. Außerdem gibt es keine Ungereimtheiten oder aber inhaltliche oder gar logische Fehler.



Meine Ausgabe erschien 1992 bei Bastei Lübbe. Das Buch hat 415 Seiten und kostete mal 10 DM. Hohlbein kann man jedoch auch ohne weiteres antiquarisch erhalten.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-19 13:19:24 mit dem Titel Wolfgang Hohlbein: Wolfsherz

Bei Hohlbein gibt es Bücher, die sind richtig klasse, welche, die sind ok und dann wieder welche, die nicht wirklich berauschend sind. Zum Glück gehört „Wolfsherz“ zur ersten genannten Kategorie!

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Die Story:
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Rebecca und Stefan – beide Journalisten und ein Paar – reisen in das kriegsgeschüttelte Bosnien, um dort Major Barkow, Anführer einer im Untergrund kämpfenden Truppe, zu interviewen. Über verschlungene Pfade hat Wissler, ein Amerikaner, den Kontakt herstellen können.
Auf dem Weg zu Barkow kommen sie an dem sogenannten „Wolfsherz“ vorbei – ein Tal, das in keiner Karte verzeichnet ist und aus dem schauriges Wolfgeheul tönt. Doch Rebecca meint nicht nur dies zu hören, sondern daneben auch das Weinen eines Kindes.

Als das Interview mit Barkow scheitert müssen Rebecca, Stefan und Wissler vor Barkows Männern in das Wolfsherz flüchten. Wisslers Männer werden sie dort abholen, doch dies geht erst in einigen Stunden bei Tagesanbruch. Bis dahin müssen sie an diesem schaurigen Ort verweilen und außer Barkows Männern haben sie schnell noch andere Verfolger: Wölfe!
Die Situation eskaliert, als Rebecca auf einer Lichtung tatsächlich ein kleines Kind entdeckt: Ein Mädchen von gerade mal 4 Jahren, das von zwei Wölfen bewacht wird. Als sie das Kind an sich reißt greifen diese an und alle drei kommen gerade noch mal mit dem Leben davon. Allerdings tragen sie schwere Wunden davon... .

Wieder in der Heimat werden Stefan und Rebecca im Krankenhaus behandelt, da ihre Verletzungen ungewöhnlich schlecht verheilen. Doch wirklich Zeit sich zu erholen haben sie nicht, denn plötzlich werden sie verfolgt: Von Männern, die ihr Leben bedrohen, von mysteriösen Gestalten, die das Kind zurückverlangen und selbst die Polizei mischt sich ein – angeführt von dem aufdringlichen Inspektor Dorn, der Stefan mit seinen Fragen nicht in Ruhe lassen will.
Doch noch etwas geschieht: Stefan spürt plötzlich, daß er sich verändert. Seine Wahrnehmung wird anders – fast überdeutlich und ein wenig so, wie die eines Hundes... oder gar Wolfes...?!

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Meine Meinung:
°°°°°°°°°°°°°

Egal was man nach dem Titel des Buches erwarten mag, das Buch ist völlig anders und dabei angenehm überraschend. Hohlbein gelingt es in einer fast schon actiongeladenen Story den Leser in den Bann der Geschichte zu ziehen. Es ist zwar schnell klar, um was es wirklich geht, bzw. um welche Art von Geschichte es sich handelt, doch das führt nicht zur Langeweile und Vorhersehbarkeit, da Hohlbein immer wieder überraschende Elemente einfließen läßt, die in einem doch unerwarteten, interessanten Ende münden.

Wer eine Werwolfgeschichte im klassischen Sinne erwartet, der wird enttäuscht sein, denn „Wolfsherz“ ist anders! Die Story wird aus der Sicht des Betroffenen geschildert, der erlebt, wie er sich langsam verändert. Man spürt seine Furcht vor der instinktgesteuerten Aggression, die langsam in ihm erwacht.
Die Story ist im weitesten Sinne naturalistisch zu nennen, zeigt sie doch den Unterschied menschlicher bewußt gesteuerter Aktionen und tierischer instinktgesteuerter Aktionen. Allerdings wird dabei auch die Frage laut, ob nicht in jedem Menschen dieses wilde Tier im Verborgenen lauert und ab und an ans Tageslicht kommt. Nicht umsonst heißt es bei Thomas Hobbes (auch wenn eigentlich anders gemeint): „Der Mensch ist dem Mensch ein Wolf“. Tief in uns lauern sie noch immer, diese tierischen Instinkte, denn was sind wir denn anderes, als große aufrecht gehende Affen!? ; )

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Fazit:
*****

Wolfsherz ist ein Werwolfroman der anderen Art. Er ist von Anfang an packend, spannend und ungemein interessant geschrieben. Im Roman versteckt sich zwar der ein oder andere Flüchtigkeitsfehler von Hohlbein, die er immer wieder gerne macht (z.B. Autos, die in einer Szene keine Scheibenwischer haben, in der nächsten plötzlich aber doch) und die mich immer wieder nerven, dennoch ist dies einer seiner besseren Romane, bei denen im Grunde alles stimmt – einschließlich dem Ende.
Das Buch wird jeder Hohlbein-Fan lieben und auch allen, die bei ihm einsteigen möchten kann ich dieses Buch getrost empfehlen!

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Meine Ausgabe ist 1997 bei Bastei Lübbe erschienen und kostete ursprünglich 10 DM. Ich kaufe seine Bücher allerdings gebraucht und dadurch wesentlich billiger.
Das Buch hat 636 S. .

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