Zungenpiercing Testbericht

Zungenpiercing
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Erfahrungsbericht von Sweetdyke

Mmh küßt du gut!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Hallo ihr lieben!

Hab ja, auf Grund des Wartens auf meine Flatrate, lang kein Bericht mehr geschrieben, aber das muss nun gleich mal geändert werden! Also hocke ich mich an meinen NEUEN Computer und schreibe euch einen neuen Erfahrungsbericht.

Worum es geht, verrät ja schon Titel. Ich habe mir also vor drei Wochen die Zunge Piercen lassen. Wahrscheinlich letzten Endes mehr, um meiner süßen eine Freude zumachen, als für mich, aber dazu komme ich dann später noch.

Wie kam ich denn dazu? Ich fand Piercings schon immer faszinierend und erotisch, vor allem an Zunge und Augenbraue. Da ich später eigentlich gerne mal in einem Beruf des Gesundheitswesens arbeiten möchte, durfte ich mir leider kein Piercing erlauben, dass ungeschützt und sehbar ist. Also blieb mir so und so nur die Zunge übrig. Außerdem war da auch meine süße ganz meiner Meinung, dass ich mir das zulegen sollte, denn schließlich wollte sie ja auch einen Vorteil davon haben ;-)! Zufällig gab’s dann in einem Piercingstudio so eine Aktion: ein Zungenpiercing für 50€, statt 66€. Bei einem Anruf wurde mir erklärt, dass ich kommen könnte, wann ich wollte, aber eine gewisse Wartezeit in Kauf nehmen müsste.

Nun ich gestehe, die Angst hat mich gepackt und ich bin da nicht hin. Also raus aus dem Café, in dem sich das alles abgespielt hat und mit einer Freundin in einen Park zum Relaxen. Pustekuchen! Direkt neben meinen Lieblingscafé, dem Schall und Rauch (nähere Infos in dem Bericht: Absolutes Muss: Schall und Rauch, von mir) hatte ein Piercingstudio eröffnet. Irgendwie zog es mich dann auch hinein und ich war begeistert. Der Piercer, ein freundlicher junger Man, aber selbst schön durchlöchert ;-), hat mir sofort sein Studio gezeigt und seine Arbeit erklärt. Er hat mir jeden einzelnen Arbeitsschritt erklärt, ohne zu wissen, ob ich mich nun stechen lassen würde oder nicht!

Er hat mich dann, trotz Vertrauensgewinn, nicht an diesem Tag gepierct. Er war krank und wollte nichts riskieren – na das verstehen wir doch! Er meinte, ich solle mich in drei Tagen noch mal telefonisch melden. Wer es glaubt wird selig, dachte ich mir. Ich bin hier raus, gerade dem Tode entgangen, hier ruf ich doch nicht an. Drei Tage später klingelte sein Telefon, ich meldete mich zaghaft. Selbst da glaubte ich mir dennoch nicht, dass ich mich piercen lassen würde, doch er meinte kurz und knapp: „Sei um vier da!“ und beendete das Gespräch.

Tja, was soll ich sagen? Ich suchte mir sofort einen Begleitschutz, der sich die Hand zerquetschen lassen sollte, unglücklicherweise ohne dass er das vorher wusste ;-) und erschien pünktlich um vier in der Tür. Mein Herz pumpte und pumpte, ich muss knallrot gewesen sein. Das hinderte den Piercer nicht daran mir die Einverständniserklärung unter die Nase zu halten und eine Unterschrift zu verlangen. Und schon ging’s ab in den Piercingraum, in den die Freundin nicht mitdürfte – das würde zu sehr ablenken meinte er. Also war ich ganz allein mit meinen Leid.

Doch auch hier bewies er wieder seine Seriosität. Erst mal sprach er noch eine ganze Weile beruhigend auf mich ein, dann Mundraum desinfizieren und los ging es! Aber nicht wie ihr denkt. Er kam nicht auf einmal mit einer langen Nadel und bohrte sie mir in mein geliebtes Zungenfleisch *mmmm*. Natürlich desinfizierte er seine Hände, nahm sterile Handschuhe und begann die Zunge zu trocknen, um einen Punkt darauf zu markieren, um Verstechen oder falschen Platz für das Piercing zu vermeiden. Für diesen Vorgang nahm er sich eine halbe Stunde zeit.

Natürlich war ich jetzt wieder total ruhig, zumal wir nebenher, soweit das mit herausgestreckter Zunge ging ;-p, nett miteinander gequatscht hatten. Auf einmal holte er eine lange Zange und eine noch längere Nadel heraus. Mein Herz klopfte von Null auf Hundert in einer Sekunde und ich war dem Kollaps nahe, aber schön ruhig bleiben hieß es. Er klemmte meine Zunge ein und das war der Moment, wo ich von der Liege hüpfen wollte und rausrennen wollte. Ich hätte wahrscheinlich trotzdem gezahlt, nur um da heil rauszukommen, aber die Kette in meiner Hand beruhigte mich irgendwie. Ein hübsches Valentinstaggeschenk von meiner Maus. Ich versuchte also an sie zu denken und Ruhe zu bewahren – Oh Gott.

Auf einmal ein Pieksen, Ruhe, noch eins, ein Kurzes: „mmh“ von mir und „Zunge bitte rein!“. Da war ich dann platt. Ich muss dann auch etwas komisch dreingeguckt haben, denn er meinte gleich etwas besorgt, ob alles okay wäre!? „Nö.“ „Ist dir schlecht?“ „Ähä!“(sollte „Ja“ heißen, ging aber nicht so ganz!). Also legte ich mich ganz auf die Liege, wurde aufmunternd am Arm gestreichelt, bekam Traubenzucker in Wasser und die Beine hoch gelegt. Nach zehn Minuten war ich Gehbereit.

Zuhause angekommen. Zur Vorbereitung wurde mir empfohlen Eiswürfel aus Kamillentee zu machen. Schließlich wird die Zunge anschwellen. Das ist zwar bei jedem unterschiedlich, aber damit man das ein bisschen kontrollieren kann, sollte man die Zunge schön kühlen. Außerdem schmeckt Kamillentee nicht schlecht und wirkt Wundheilend. Die Würfel waren auch schon fertig, etwas unter Wasser abgespült, damit es keine scharfen Kanten gibt und ab in die Gosch. *schrei* keine gute Idee! Also mir hat das ziemlich wehgetan.

Nun gab es aber irgendwann ein anderes Problem! Ich hatte mächtig Hunger, lag meine letzte Mahlzeit doch bald zehn Stunden zurück. Wir hatten extra Babynahrung – wehe ihr lacht *fingererheb*strengguck* - gekauft und nun machte ich mich über das erste Töpfchen her – noch schlechtere Idee, als der Eiswürfel. Ich sollte also hungern. Nein, ich fand noch eine Tassensuppe, die mir etwas helfen sollte. Am nächsten Abend aß ich aber schon wieder problemlos Brot. Also es vergeht rasch.

Was sollte man beim Essen beachten? In den ersten zwei Wochen sollte man keine Milchprodukte zu sich nehmen. Erstens wegen dem Milcheiweiß und der Milchsäure, die die Wundheilung verhindern und wegen den Pilzbakterien, die sich darin befinden, die zu Entzündungen führen können. Obst und Tomaten sollten wegen der Säure vermieden werden, sie. Sie können die heilende Wunde wieder öffnen. Am besten raucht ihr gar nicht oder nur sehr wenig und danach gut spülen.

Zur Pflege: die ersten Tage sollte man die Reinigung des Mundes sehr ernst nehmen, da alles ein potentieller Zerstörer sein kann. Ich habe die ersten Tage nach jedem Essen mit Meridol gespült und morgens und abends mit Kamillosan. Resultat nach einer Woche? Küssen ging sehr gut ;-)! Achja, Küssen! Sollte man mindestens eine Woche sein lassen! Nicht das der Partner schmutzig wäre, aber Bakterien sind überall und die kann man in den ersten Tagen, nach dem Piercen so gar nicht im Mund gebrauchen.

Habt ihr alles durchgestanden, ist die Zunge nach sechs bis acht Wochen wieder vollkommen abgeschwollen und verheilt, aber auch das ist vom Menschen abhängig. Ich hab mein neues Piercing schon nach zwei Wochen bekommen. Bei den meisten Studios ist das Zweitpiercing im Preis inbegriffen.

Fazit: Im Endeffekt war es gar nicht so schlimm. Es hat auch gar nicht so wehgetan. Es war nur der Schreck, der mein Kreislauf dann nicht so bekam. Man macht sich halt immer verrückter, als eigentlich nötig. Bei der Studiosuche achtet, um Gottes Willen, auf Hygiene und Freundlichkeit. Bei meinem Piercer gehört eine Nachuntersuchung nach einer Woche mit zum Service. Besser, er selbst möchte dass die Kunden dann noch mal erscheinen.

Habt ihr Angst oder seid misstrauisch, lasst euch alles zeigen und erklären. Wird euch das verweigert, geht ins nächste Studio. Denkt bei so einer Sache auch nicht ans Geld. Ich habe 60€ berabt und bin glücklich damit, weil ich im richtigem Studio war und dort alles reibungslos lief und so sollte man auch an die Sache rangehen.

Zum Piercing selbst kann ich nur sagen: „Das gebe ich nie wieder her!“ Ist schon ganz anders so jemand zu küssen (ist das okay, wenn ich das hier sage, Schatz?). Es sieht genial aus und ist auch irgendwie ein anderes Lebensgefühl. Leider kann ich es nicht beschreiben, aber sobald ich es kann, wird es nachgeholt.

In diesem Sinne oder wie sich mein Studio nennt: Faszination of pain

Liebe Grüße an alle Leser
Eure Kris.

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