Erfahrungsbericht von eistee
Wer schön sein will....
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
....muss leiden,...so sagt ein uns bekanntes altes Sprichwort. Dem Sprichwort kann man durchaus gerecht werden, wenn man bei Piercings einiges nicht beachtet.
Warum ich mich ausgerechnet für ein Stäbchen in meiner Zunge entschieden hab, weiss ich einfach nicht mehr, vielleicht ist es nur Spieltrieb, oder mein Ex-Freund hat mich mit seinem so beeindruckt, dass ich unbedingt auch eins haben wollte. Das Piercen hab ich aber so ungefähr fast ein Jahr lang vor mich hingeschoben (ich Feigling!), und vor ca 1 Jahr hab ich mir gesagt \"Derya, wenn du so weiter machst, lohnt es sich auch nicht mehr, wenn Du dich mit 50 endlich mal piercen lässt. Gesagt getan, ich begab mich in die Stadt und kuckte mir erst mal 3 verschiedene Piercing-Studios an.
Aus dem ersten hab ich ziemlich bald die Flucht ergriffen. Das ist ein Laden, der irgendwie auch noch gleich einen Schlüsseldienst (??) hat. Auf jeden Fall hätte ich mich da auf einen Hocker hinsetzen sollen, und das vor dem Tisch, wo die ganzen Schmuckstecker aufgebaut sind, und sprich im Laden vor allen Leuten und hätte mir das von diesem ziemlich fies aussehenden Typen meine Zunge malträtieren lassen sollen. Seine Beteuerungen, dass der Schmuck und die Instrumente auch desinfiziert seien half mir aber trotzdem nicht, diesem Mann zu Vertrauen, also ging ich mit einem charmanten Lächeln wieder aus dem Laden. Also Leute!! Nieniemals sich im Laden piercen lassen. Saubere Piercer machen das abgeschieden in einem separatem Zimmer, wo sie bei jedem neuen Piercen Arbeitsflächen neu reinigen und desinfizieren. Hätte nur noch gefehlt, dass er mit blanken Händen mir die Zunge durchsticht. Also Einmalhandschuhe und vorheriges desinfizieren der Hände sind ein absolutes MUSS!! Falls der Piercer euch ohne Handschuhe anfassen will, sucht das Weite....rennt notfalls um Hilfe schreiend aus dem Studio wieder raus!!! :-)
Im nächsten Laden gefiel es mir auch schon viel besser, netter Typ, Piercen im Hinterzimmer, nur waren mir die Preise ein bisschen zu horrend. 150 DM für Piercen plus Schmuck schien mir ein bisschen zu teuer.
Ich kuckte mir noch das dritte Studio an, bzw wollte es, aber dieser hatte geschlossen. Und von draussen betrachtet kann ich mir ja kein Urteil bilden, also ging ich todesmutig zum zweiten Studio wieder zurück.
Ganz korrekt fragte mich der Inhaber nach Alter, und liess sich dies auch durch Vorzeigenlassen meines Ausweises bestätigen. Er erklärte mir ausführlichst wie er das Piercing setzt, aber auch die Risiken, die sein könnten durch unsaubere Nachbehandlung der Wunde und abschliessend musste ich einen Zettel unterschreiben, dass ich aufgeklärt wurde und mir bewusst bin, worauf ich mich da einlasse.
Der Schmerz beim setzten des Piercings war nicht allzugross. Meine Zunge wurde vorher mit einem Spray oberflächlich betäubt, der Piercer setzte die Kanüle an und glitt schwups damit durch meine Zunge. Geblutet hat auch nichts.
Am Anfang hat mein einen ziemlich langen Stecker in der Zunge (welcher ziemlich unangenehm gegen Gaumen drücken kann), da die Zunge natürlich ziemlich stark anschwellen kann... und die schwoll bei mir die ersten zwei Tage auch richtig an. Da ist der Punkt gekommen, an dem man das ganze bereut. Die Zunge tut weh, und man kann nix gescheites esse. Dem Anschwellen beugt man ziemlich aber ziemlich gut vor, wenn man Eiswürfeln lutscht (am besten aus Kamillentee hergestellt auch wenn die pfui schmecken) oder Eis am Stiel isst. Auf Magnum und Co müsst ihr leider verzichten, denn die enthaltenen Milchsäuren fördern nicht die gerade die Wundheilung. Also lieber ein leckeres Fruchteis essen, hat eh weniger Kalorien ;-).
Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, sollte sich ein Piercing in die Zunge stechen lassen. Der Piercer hat mich Raucher darauf hingewiesen ca 2 Wochen lang gar nicht, bzw wenn dann sehr wenig zu Rauchen. Ausserdem wenn ich schon nicht auf die Nikotinsucht verzichten kann, dann soll ich gleich anschliessend eine Mundspülung machen.
Demzufolge ist ein weiterer wichtiger Punkt in der Nachbehandlung, dass man nach dem Essen (ach ja es gab für mich in der Zeit hauptsächlich Alete-Gläschen-Zeugs), Rauchen etc. desinfiziert. Es handelt sich immerhin um eine Art offene Wunde und die sollte sich nicht entzünden. Erstens ist das sicher superunangenehm und zweitens ist dann ne Menge Geld für die Katz.
Nehmt aber als Mundspülung nicht scharfes Zeug wie Meridol etc. her. Diese Mittelchen haben eh kaum antiseptische Wirkung, sondern eignen sich eher zur Plaquevermeidung in der Zahnpflege.
Sehr gut hier ist zum Beispiel die Spülung CHLOROHEXAMED FLUID, welches man für knapp 20 DM in jeder Apotheke erhält. Es ist speziell für Entzündungen im Mund- und Rachenraum gedacht und wirkt antiseptisch, also optimal um Wunden zu desinfizieren. Nach dem Zähneputzen also gut damit die Mundhöhle ausspülen, und schon ist man die schädlichen Bakterien, welche veranlassen können, dass sich die gepiercte Stelle entzündet, wunderbar los.
Damit die Stichstelle schön abheilt, empfiehlt es sich, diese zusätzlich mit einem sauberen Wattestäbchen nach der Desinfektion zum Beispiel mit KAMILLOSAN Tropfen (für ca. 7 DM in der Apotheke erhältlich) draufzutupfen.
Verzichtet am besten in der Zeit auch auf Alkohol, auch wenn Alkohol desinfiziert *g*. Aber das Zeugs reizt die Wunde ungemein (hab ich selber nach einem Erdbeerlimes feststellen müssen).
Wenn man sich an diese simplen Anweisungen hält, hat sich die Wunde eh nach einer Woche abgeheilt und man muss dem am Anfang zitiertem Sprichwort nicht Ehre machen und muss nicht leiden. Ich hab endlich seit 3 Tagen einen kürzeren Stecker in der Zunge. Ich kann wieder normal reden, denn der lange Stecker und die geschwollene Zunge liessen mich ziemlich lispeln (PEINLICH!). So ein Piercing in der Zunge ist schon was tolles. Man kann herrlich damit rumspielen, und meinem Freund gefällts natürlich auch :-). Nur mein Zahnarzt wird denke ich mal, nicht sehr begeistert sein. Denn übermässiges Rumspielen mit dem Stecker soll angeblich die Zähne abnutzen.(?)
----> 8. Oktober 2001: Auf Anraten des Zahnarztes habe ich heute einen noch kürzeren Stecker reinmachen lassen. Damit gewöhnt man sich das rumspielen mit dem Schmuck ab. Denn dadurch hab ich Zahnfleisch am Gaumen etwas aufgescheuert, was verdammt weh tun kann und sich im schmlimmsten Fall entzünden kann. Also...wenn schon Piercing, dann nicht damit rumspielen! Ist nicht gut für Zahnfleisch (hab ich selber am eigenem Leib erfahren), man kann sich eventuell einen Zahn damit ausbeissen oder sich die Zähne an der Kugel abscheuern.
So, wer sich also, egal wohin, piercen lassen will, sollte sich das sehr gut überlegen, und vor allem sich das Studio sehr sehr sehr gut aussuchen. Macht keine Selbstexperimente, sondern vertraut euch einem an, der da Profi ist!!!! Und dann noch mit der richtigen Nachbehandlung ist, finde ich, piercen wirklich keine gefährliche Sache.
So das wars für heute, ich wünsch euch noch nen schönen Tag und ein tolles Wochenende!
*******************************************************
Ps: Viele Ärzte bieten mittlerweile Piercingsetzen in ihrem Repertoire an. Ich sehe das aber ziemlich skeptisch. Klar ein Arzt kennt sich gut in Anatomie aus (sollte er jedenfalls *g*) und wird demzufolge sicherlich nix böses beim Stechen treffen, aber die meisten lernen dies in einem Wochenendkurs und bekommen dann ne Teilnahmebescheinigung und meinen dann, dass sie die Piercingmeister schlechthin sind. Ich zahle lieber ein paar Mark mehr und gehe zu einem Piercer der das schon sauber und professionell jahrelang macht und somit einfach mehr Erfahrung auch in Bezug auf Ästhetik hat. (eine Freundin hat zB von nem Arzt ihr Zungenpiercing so schief gestochen bekommen, dass sie gar nicht mehr richtig damit reden konnte)
PPS: Dieser Bericht steht von mir auch bei ciao und bei dooyoo (gleicher Benutzername). Deswegen teilweise von Datum her nicht sehr aktuell, aber es is mein Bericht, wirklich :o)
Warum ich mich ausgerechnet für ein Stäbchen in meiner Zunge entschieden hab, weiss ich einfach nicht mehr, vielleicht ist es nur Spieltrieb, oder mein Ex-Freund hat mich mit seinem so beeindruckt, dass ich unbedingt auch eins haben wollte. Das Piercen hab ich aber so ungefähr fast ein Jahr lang vor mich hingeschoben (ich Feigling!), und vor ca 1 Jahr hab ich mir gesagt \"Derya, wenn du so weiter machst, lohnt es sich auch nicht mehr, wenn Du dich mit 50 endlich mal piercen lässt. Gesagt getan, ich begab mich in die Stadt und kuckte mir erst mal 3 verschiedene Piercing-Studios an.
Aus dem ersten hab ich ziemlich bald die Flucht ergriffen. Das ist ein Laden, der irgendwie auch noch gleich einen Schlüsseldienst (??) hat. Auf jeden Fall hätte ich mich da auf einen Hocker hinsetzen sollen, und das vor dem Tisch, wo die ganzen Schmuckstecker aufgebaut sind, und sprich im Laden vor allen Leuten und hätte mir das von diesem ziemlich fies aussehenden Typen meine Zunge malträtieren lassen sollen. Seine Beteuerungen, dass der Schmuck und die Instrumente auch desinfiziert seien half mir aber trotzdem nicht, diesem Mann zu Vertrauen, also ging ich mit einem charmanten Lächeln wieder aus dem Laden. Also Leute!! Nieniemals sich im Laden piercen lassen. Saubere Piercer machen das abgeschieden in einem separatem Zimmer, wo sie bei jedem neuen Piercen Arbeitsflächen neu reinigen und desinfizieren. Hätte nur noch gefehlt, dass er mit blanken Händen mir die Zunge durchsticht. Also Einmalhandschuhe und vorheriges desinfizieren der Hände sind ein absolutes MUSS!! Falls der Piercer euch ohne Handschuhe anfassen will, sucht das Weite....rennt notfalls um Hilfe schreiend aus dem Studio wieder raus!!! :-)
Im nächsten Laden gefiel es mir auch schon viel besser, netter Typ, Piercen im Hinterzimmer, nur waren mir die Preise ein bisschen zu horrend. 150 DM für Piercen plus Schmuck schien mir ein bisschen zu teuer.
Ich kuckte mir noch das dritte Studio an, bzw wollte es, aber dieser hatte geschlossen. Und von draussen betrachtet kann ich mir ja kein Urteil bilden, also ging ich todesmutig zum zweiten Studio wieder zurück.
Ganz korrekt fragte mich der Inhaber nach Alter, und liess sich dies auch durch Vorzeigenlassen meines Ausweises bestätigen. Er erklärte mir ausführlichst wie er das Piercing setzt, aber auch die Risiken, die sein könnten durch unsaubere Nachbehandlung der Wunde und abschliessend musste ich einen Zettel unterschreiben, dass ich aufgeklärt wurde und mir bewusst bin, worauf ich mich da einlasse.
Der Schmerz beim setzten des Piercings war nicht allzugross. Meine Zunge wurde vorher mit einem Spray oberflächlich betäubt, der Piercer setzte die Kanüle an und glitt schwups damit durch meine Zunge. Geblutet hat auch nichts.
Am Anfang hat mein einen ziemlich langen Stecker in der Zunge (welcher ziemlich unangenehm gegen Gaumen drücken kann), da die Zunge natürlich ziemlich stark anschwellen kann... und die schwoll bei mir die ersten zwei Tage auch richtig an. Da ist der Punkt gekommen, an dem man das ganze bereut. Die Zunge tut weh, und man kann nix gescheites esse. Dem Anschwellen beugt man ziemlich aber ziemlich gut vor, wenn man Eiswürfeln lutscht (am besten aus Kamillentee hergestellt auch wenn die pfui schmecken) oder Eis am Stiel isst. Auf Magnum und Co müsst ihr leider verzichten, denn die enthaltenen Milchsäuren fördern nicht die gerade die Wundheilung. Also lieber ein leckeres Fruchteis essen, hat eh weniger Kalorien ;-).
Wer sich das Rauchen abgewöhnen will, sollte sich ein Piercing in die Zunge stechen lassen. Der Piercer hat mich Raucher darauf hingewiesen ca 2 Wochen lang gar nicht, bzw wenn dann sehr wenig zu Rauchen. Ausserdem wenn ich schon nicht auf die Nikotinsucht verzichten kann, dann soll ich gleich anschliessend eine Mundspülung machen.
Demzufolge ist ein weiterer wichtiger Punkt in der Nachbehandlung, dass man nach dem Essen (ach ja es gab für mich in der Zeit hauptsächlich Alete-Gläschen-Zeugs), Rauchen etc. desinfiziert. Es handelt sich immerhin um eine Art offene Wunde und die sollte sich nicht entzünden. Erstens ist das sicher superunangenehm und zweitens ist dann ne Menge Geld für die Katz.
Nehmt aber als Mundspülung nicht scharfes Zeug wie Meridol etc. her. Diese Mittelchen haben eh kaum antiseptische Wirkung, sondern eignen sich eher zur Plaquevermeidung in der Zahnpflege.
Sehr gut hier ist zum Beispiel die Spülung CHLOROHEXAMED FLUID, welches man für knapp 20 DM in jeder Apotheke erhält. Es ist speziell für Entzündungen im Mund- und Rachenraum gedacht und wirkt antiseptisch, also optimal um Wunden zu desinfizieren. Nach dem Zähneputzen also gut damit die Mundhöhle ausspülen, und schon ist man die schädlichen Bakterien, welche veranlassen können, dass sich die gepiercte Stelle entzündet, wunderbar los.
Damit die Stichstelle schön abheilt, empfiehlt es sich, diese zusätzlich mit einem sauberen Wattestäbchen nach der Desinfektion zum Beispiel mit KAMILLOSAN Tropfen (für ca. 7 DM in der Apotheke erhältlich) draufzutupfen.
Verzichtet am besten in der Zeit auch auf Alkohol, auch wenn Alkohol desinfiziert *g*. Aber das Zeugs reizt die Wunde ungemein (hab ich selber nach einem Erdbeerlimes feststellen müssen).
Wenn man sich an diese simplen Anweisungen hält, hat sich die Wunde eh nach einer Woche abgeheilt und man muss dem am Anfang zitiertem Sprichwort nicht Ehre machen und muss nicht leiden. Ich hab endlich seit 3 Tagen einen kürzeren Stecker in der Zunge. Ich kann wieder normal reden, denn der lange Stecker und die geschwollene Zunge liessen mich ziemlich lispeln (PEINLICH!). So ein Piercing in der Zunge ist schon was tolles. Man kann herrlich damit rumspielen, und meinem Freund gefällts natürlich auch :-). Nur mein Zahnarzt wird denke ich mal, nicht sehr begeistert sein. Denn übermässiges Rumspielen mit dem Stecker soll angeblich die Zähne abnutzen.(?)
----> 8. Oktober 2001: Auf Anraten des Zahnarztes habe ich heute einen noch kürzeren Stecker reinmachen lassen. Damit gewöhnt man sich das rumspielen mit dem Schmuck ab. Denn dadurch hab ich Zahnfleisch am Gaumen etwas aufgescheuert, was verdammt weh tun kann und sich im schmlimmsten Fall entzünden kann. Also...wenn schon Piercing, dann nicht damit rumspielen! Ist nicht gut für Zahnfleisch (hab ich selber am eigenem Leib erfahren), man kann sich eventuell einen Zahn damit ausbeissen oder sich die Zähne an der Kugel abscheuern.
So, wer sich also, egal wohin, piercen lassen will, sollte sich das sehr gut überlegen, und vor allem sich das Studio sehr sehr sehr gut aussuchen. Macht keine Selbstexperimente, sondern vertraut euch einem an, der da Profi ist!!!! Und dann noch mit der richtigen Nachbehandlung ist, finde ich, piercen wirklich keine gefährliche Sache.
So das wars für heute, ich wünsch euch noch nen schönen Tag und ein tolles Wochenende!
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Ps: Viele Ärzte bieten mittlerweile Piercingsetzen in ihrem Repertoire an. Ich sehe das aber ziemlich skeptisch. Klar ein Arzt kennt sich gut in Anatomie aus (sollte er jedenfalls *g*) und wird demzufolge sicherlich nix böses beim Stechen treffen, aber die meisten lernen dies in einem Wochenendkurs und bekommen dann ne Teilnahmebescheinigung und meinen dann, dass sie die Piercingmeister schlechthin sind. Ich zahle lieber ein paar Mark mehr und gehe zu einem Piercer der das schon sauber und professionell jahrelang macht und somit einfach mehr Erfahrung auch in Bezug auf Ästhetik hat. (eine Freundin hat zB von nem Arzt ihr Zungenpiercing so schief gestochen bekommen, dass sie gar nicht mehr richtig damit reden konnte)
PPS: Dieser Bericht steht von mir auch bei ciao und bei dooyoo (gleicher Benutzername). Deswegen teilweise von Datum her nicht sehr aktuell, aber es is mein Bericht, wirklich :o)




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