Der Pianist (VHS) Testbericht

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ab 12,27
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Erfahrungsbericht von DieEine

Ein Film, der mir den Atem raubte

Pro:

hervorragende Darsteller, schonungslose Darstellung

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Vor kurzem habe ich mir mal wieder einen ernsten Film angeguckt. Ich hatte schon des längeren vor, mir \"Der Pianist\" anzusehen, aber damals kein Kino gefunden, in dem der Film läuft. Im Nachhinein bin ich glücklich darüber, denn den Film auf Video zu sehen, war wirklich besser für mich, aber dazu später mehr. Jetzt erstmal etwas zum Inhalt des Films.

Die Story:
*********

Wladyslaw Szpilman ist Pianist beim Warschauer Rundfunk. Er und seine Familie sind wohlhabend und glücklich bis Hitler 1939 Polen den Krieg erklärt und das Land bald darauf kapiltuliert. Die Juden bekamen des Hass der Nazis sofort zu spüren. Das Vermögen der Szpilmans wurde konfisziert und sie mussten ins Wahrschauer Ghetto, wo sie auf kleinstem Raum leben mussten und nicht viel Geld zum Überleben hatten. Einen Job als von den Nazis eingesetzter Aufseher im Ghetto lehnt Szpilmann ab, er spielt in einem heruntergekommenen Café Klavier und leistet somit einen kleinen Teil zur Ernährung der Familie. 1942 wird das Warhschauer Ghetto geräumt und die Juden werden in Konzentrationslager gebracht. Wladyslaw Szpilman wird von einem polnischen Kollaborateur vor der Deportation gerettet und damit beginnt sein langer Leidensweg. Er wird von den Nazis zu harten Arbeiten gezwungen und hilft einer Untergrundorganisation beim Schmuggeln von Waffen. Schließlich gelingt ihm auch die Flucht aus diesem Teil Warschaus und er lebt jahrelang in Angst entdeckt und getötet zu werden. Immer wieder ist er auf die Hilfe fremder Leute angewiesen und ist nicht nur einmal dem Tod näher als dem Leben. Die Musik, die er ab und zu hört, gibt ihm immer wieder Kraft.
Kurz vor Ende des Krieges, findet er Unterschlupf in einer alten, Villa, die sich aber als Hauptquartier der Nazis herausstellt und eines Abends wird Szpilman von einem Offizier entdeckt, der ihn auffordert für ihn Klavier zu spielen.

Meine Meinung:
**************

An mehreren Stellen musste ich den Film anhalten und tief Luft holen, denn die bedrückend realistische Darstellung der Juden im Warschauer Ghetto hat mir echt die Kehle zugeschnürt. Deshalb bin ich auch froh, dass ich den Film nicht im Kino gesehen habe, denn 143 Minuten an einem Stück hätte ich nicht ausgehalten oder ich hätte Heulkrämpfe bekommen.
Regisseur Roman Polanski zeigt in diesem Film ganz schonungslos Szenen der öffentlichen Hinrichtung und sterbende Menschen. In diesem Fall kann man sich kein besseres Gefühl mit dem Gedanken \"ist ja nur ein Film\" verschaffen, weil es eben nicht nur ein Film ist, sondern teilweise erschreckend nah an Originalaufnahmen aus dieser Zeit heran kommt, was auch daran liegt, dass Polanski bei der Arbeit an \"Der Pianist\" seine Kindheitserinnerungen aus dem Krakauer Ghetto mit einbringen konnte.

Manko des Films, wenn man bei einem solchen Film von Manko sprechen kann, ist die Tatsache, dass der deutsche Offizier, der Szpilman im Hauptquartier entdeckt, etwas zu kurz kommt. Ich meine, in der Pressebeschreibung und in einigen Berichten über den Film, wird immer von diesem Offizier geschrieben, aber die Rolle ist denkbar klein. Lediglich in den letzten 20 Minuten des Films kommt er vor und er trifft Szpilman auch nicht wirklich oft, aber er hilft ihm, weil der Krieg ohnehin schon verloren ist und weil er ein so großes Talent nicht töten kann. Meiner Meinung nach, hätte man die Rolle noch ein wenig vertiefen können, aber man hat mehr Wert auf die Darstellung des bösen Deutschen anstatt der wenigen guten zu dieser Zeit gelegt.

In manchen Pausen, die ich während des Films einlegen musste, habe ich auch darüber nachgedacht, ob wir wirklich noch Filme wie \"Der Pianist\" brauchen und ob die filmische Darstellung der Nazi-Verbrechen wirklich immer noch nötig ist und letzte Woche beim Geburtstagskaffee unseres Nachbarn bin ich dann zu dem Entschluss gekommen, dass wir sehr wohl solche Filme brauchen, um an die Schrecken unserer Geschichte erinnert werden und dass so etwas nie wieder passieren darf.
Rassismus ist einfach immer noch in den Köpfen der Menschen und hat sich dort vermutlich für immer festgesetzt. Während des Kaffeetrinkens wetterte unser Nachbar gegen Türken und Russen und hat mich damit sehr erschüttert.

Rassismus ist leider immer noch in den Köpfen vieler Menschen fest verankert und vermutlich wird ein Roman Polanski mit seinem Film wie auch Steven Spielberg mit \"Schindlers Liste\" nicht die Welt verbessern, aber wenn auch nur einer zum Überdenken seines eigenen Standpunktes angeregt wird, dann ist doch schon ein kleiner Schritt getan und ich denke, dass \"Der Pianist\" das auf jeden Fall gelingen wird.

Schade ist nur, dass der Film nicht die Publicity in Deutschland bekam, die er verdient hätte. Lediglich mit dem Oscar-Gewinn von Polanski als Regisseur und Adrien Brody als Hauptdarsteller wurde die Werbetrommel ein wenig gerührt.

Vielleicht fühlt sich aber der ein oder andere durch meinen Bericht animiert, sich den Film mal anzusehen, auch wenn er manchmal sehr hart ist, es lohnt sich.

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