Stadt der Engel (DVD) Testbericht
Auf yopi.de gelistet seit 06/2010
Erfahrungsbericht von tweety3
Der Himmel über Los Angeles
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Gelesen habe ich viel darüber und noch mehr gehört. Überwiegend positiv schienen mir die Kritiken aus verschiedenen Quellen und so lag es nah, dass ich mir eingestehen musste, wirklich etwas verpasst zu haben.
Das konnte ich natürlich so nicht auf mir sitzen lassen und habe das Verpasste nachgeholt. Wie mir der Film gefallen hat und ob ich trotz der vielen lobenden Worte, die über dieses, 1998 in unseren deutschen Kinos gestartete, Werk verloren wurden, den Fernsehabend enttäuscht beendete, könnt solltet ihr hier erfahren können.
Die Story
**********
Eigentlich spricht schon der Handlungsort des Filmes für sich. Wo sonst, wenn nicht in Los Angeles sollte ein Film dessen Originaltitel als „City Of Angels“ daher kommt, spielen?
Der Strand von Malibu, getaucht in das Licht der aufgehenden Sonne, empfängt den Zuschauer und führt ihn zugleich ein in die Welt der Engel, die sich allmorgendlich zu diesem hinreißenden Naturschauspiel versammeln um schweigend zu betrachten, wie das langsam erwachende Sonnenlicht auch die Umgebung in bunten Farben erwachen lässt.
So beginnt er, der Alltag eines Engels, der Alltag von Seth (Nicolas Cage).
Er sieht aus wie ein Mensch und ist doch keiner. Er scheint normal und ist doch anders.
Seth ist ein Engel, gesandt einzig und allein um Sterbende auf ihrem Weg in den Himmel zu begleiten. Er kann die sinnliche Welt der Menschen nicht begreifen und sehnt sich doch danach zu fühlen wie wir Menschen es tun.
Verstärkt wird dieser Wunsch durch Maggie (Meg Ryan), die als Ärztin mitten im Leben zu stehen scheint. Sie ist jung, hübsch und das was man mit ruhigem Gewissen als erfolgreich bezeichnen kann.
Getrübt wird dieser Schein als Maggie auf dem Operationstisch einen Patienten verliert und in eine tiefe Krise zu stürzen droht.
Seth fängt sie unerkannt auf, denn er ist verzaubert von ihr. Die Kraft und die Energie, die Maggie in ihren Beruf steckt, wie sie bis zum Schluss unerbittlich um das Leben ihrer Patienten kämpft haben den Engel tief beeindruckt. So tief, dass er Maggie nicht mehr von der Seite weicht und ihr das Gefühl gibt nicht allein zu sein, selbst wenn sie „ihren“ Engel nicht sehen kann.
Seth trifft eine Entscheidung, geht ein Risiko ein, indem er sich für Maggie sichtbar macht und ihr gegenüber tritt nicht mehr als außenstehender Beobachter, sondern als ein Fremder, als ein Mann ohne Vergangenheit.
Seine ruhige, einfühlsame und vertrauensvolle Art hinterlassen bei Maggie einen bleibenden Eindruck. Die Gedanken an diesen geheimnisvollen Mann lassen sie nicht mehr los.
Sie will mehr über ihn erfahren, wer er ist und was er tut. Auch Seth will mehr als von Maggie als es für einen Engel möglich scheint, er will ihr na sein, näher als es ein Engel sein kann.
So wird Seth vor eine weitere Entscheidung gestellt, eine endgültige Entscheidung.
Will er weiter sein Dasein als Engel fristen und bis in alle Ewigkeit die Strebenden auf ihrem Weg begleiten oder will er als Mensch in das Leben eintauchen? Sein Leben selbst bestimmen mit allen Höhen und Tiefen, die es bietet...
Mehr sei zur Handlung nicht verraten.
Hintergrund und Beteiligte
***************************
Dem ein oder anderen mag die Geschichte bekannt vorkommen und das kommt nicht von ungefähr.
„Stadt der Engel“ basiert auf dem Wim Wenders Werk „Der Himmel über Berlin“, in dem der deutsche Regisseur bereits 1987 eine Lovestory zwischen Himmel und Erde inszenierte.
Nun startet also Brad Silberling, bekannt durch „Casper“ den Versuch einer Neuauflage. Produziert wurde das Werk von Dawn Steel und Charles Roven.
Eine Aufzählung der einzelnen Darsteller will ich mir an dieser Stelle ersparen, nicht weil sie alle samt schlechte Leistungen abgeliefert hätten, sondern weil es schlicht und ergreifend den Rahmen sprengen würde und viele der Darsteller doch eher unbekannt sind.
Nicht so natürlich Meg Ryan und Nicolas Cage, die beiden Hauptdarsteller von denen dieser Film lebt.
Beide verstanden es durch ihre schauspielerische Leistung zu überzeugen und dafür zu sorgen, dass dieser Film unter die Haut geht.
Nicolas Cage gelingt es ausgezeichnet den einfühlsamen und vertrauenswürdigen Engel zu spielen, der im Verlauf des Filmes mit fast kindlichem Eifer seine Umgebung als Mensch neu entdecken wird. Er spielt seine Rolle sehr gefühlvoll und für meine Begriffe äußerst glaubwürdig. Gefühle muss er nicht umständlich aussprechen, sie zeigen sich vielmehr in seinem Gesicht, das unter Umständen Bände zu sprechen vermag.
Nicolas Cage spielt in diesem Film das, was er am besten kann, eine Charakterrolle.
Nicht anders Meg Ryan, die man wohl eindeutig als perfekte Besetzung für diese Rolle klassifizieren kann.
Eigentlich als Lieblingsbesetzung für romantische Komödien gewählt, spielt sie hier in einem Liebesmelodram die Rolle der erfolgreichen Ärztin Maggie, die nicht an das Übernatürliche glaubt und sich doch von ihm angezogen fühlt.
Meg Ryan versprüht auch in diesem Film ihren Charme und wirkt glaubwürdig in der Rolle, die sie verkörpert. Ihre Mimik spricht für sich und bringt Gefühle realistisch zum Ausdruck.
Meg Ryan ist einfach nur liebenswert und wirkt auch auf den Zuschauer in dieser Weise.
Nicht zu vergessen sind hier natürlich auch all die anderen Schauspieler, die eine solide Leistung abgeliefert haben und den Film erst zu dem werden ließen, was er ist.
Hervorzuheben wäre hierbei vielleicht Dennis Franz, der als Ex-Engel Nathaniel Messinger für frischen Wind sorgt und auch die ein oder andere humorvolle Szene zu verantworten hat.
Persönliche Meinung
********************
Um es gleich vorweg zu nehmen, dieser Film geht unter die Haut.
„Stadt der Engel“ lebt von seiner Stimmung und von seinen hervorragenden Darstellern, die es verstehen, diese romantische Liebesgeschichte lebendig werden zu lassen.
Inszeniert wurde dieses Werk sehr gefühlvoll und mit viel Liebe zum Detail. Der Zuschauer sollte es nicht versäumen gerade auf diese Kleinigkeiten zu achten, die dem Film erst seine endgültige Wirkung verleihen.
So werden zum Beispiel die Szenen, in denen nur Engel auftreten mit ruhiger Musik und stimmungsvollen Landschaftsbildern begleitet, der hektische Alltag einer erfolgreichen Ärztin hingegen wirkt sehr viel bewegter und selbst die Musik passt sich der Geschwindigkeit der wechselnden Bilder an.
„Stadt der Engel“ sprüht gerade so vor Romantik und läuft somit zwangsläufig auch Gefahr ins Klischeehafte einer Liebesromanze abzurutschen.
Meiner Meinung ist es allerdings gut gelungen, den schmalen Grad zwischen ernsthafter Verfilmung und klischeebehafteter Schnulze zu meistern.
Zwar will ich nicht leugnen, dass an einigen Stellen durchaus bewusst auf die Tränendrüse gedrückt wird, doch bewahrt der Film über die gesamte Länge die notwendige Ernsthaftigkeit um nicht belanglos zu werden.
Zwar ist der Film nicht gerade das was ich als anspruchsvoll bezeichnen würde, doch eignet er sich in meinen Augen auch nicht dazu sich einfach nur berieseln zu lassen.
Viele versteckte Kleinigkeiten, erschließen sich nur dem aufmerksamen Zuschauer, der sich die Zeit nimmt sich mit dem Thema und mit der Stimmung, die der Film vermitteln will, auseinander zu setzen.
Auch sind nicht alle Dialoge immer leichte Kost. Über so manche Aussage lohnt es sich auch noch ein zweites Mal nachzudenken. Poesievoll ist „Stadt der Engel“ allemal und es wird nicht bei wenigen Zuschauern der Fall sein, dass sie sich dabei ertappen, wie ihnen ein bestimmtes Filmzitat im Kopf herumschwirrt, einfach weil es eine eindrucksvolle Stimmung verkörpert oder besonders zutreffend war.
In Erinnerung werden auch viele Bilder bleiben, die poetisch ihren Teil dazu beitragen, dass ich diesen Film als eine der schönsten Liebesgeschichten bezeichnen würde.
Fazit
******
Alle, die sich gerne von stimmungsvollen Bildern, Romantik und hervorragenden Darstellern verzaubern lassen, sollten sich diesen Film nicht entgehen lassen.
Nicht zu empfehlen ist der Film für Action-Fans und Zuschauer, die einen Film ohne jeglichen Anspruch suchen. Sie werden an „Stadt der Engel“ wohl nicht viel Freude haben.
Einen Realitätsanspruch sollte man an diesen Film selbstverständlich nicht haben, aber das ergibt sich schon allein aus dem Titel.
Nicolas Cage und Meg Ryan verkörpern das Liebespaar Seth und Maggie perfekt und überzeugen durch ihr schauspielerisches Können.
Persönlich kann ich diesen Film nur empfehlen, auch wenn er sicher nicht bei allen Anklang finden wird.
In diesem Sinne grüße Euch
tweety3 alias Antje
© tweety3
15. Februar 2002
51 Bewertungen, 8 Kommentare
-
27.05.2002, 11:07 Uhr von Lachesis
Bewertung: sehr hilfreichIch mag den Schluss nicht... bin eher Fan von Happy Ends. Und dass Nicholas Cage eine andere Synchronstimme hat als gewohnt, ist auch ungewohnt. Aber Fazit: schöner Film, sehr guter Bericht.
-
27.05.2002, 10:59 Uhr von Papaschlumpf_16
Bewertung: sehr hilfreich-der Film ist wirklich gut, erst wollte ich ihn mir n9icht ankucken, aber meine freundin hat mich dann dazu überedet und er war wirklich nicht schlecht, man kann wunderbar dabei kuscheln, aber das ende ist doch zum heulen, w sie dann stirbt, aber wo e
-
16.05.2002, 01:05 Uhr von Jarco
Bewertung: sehr hilfreichIch werd ihn mir wohl mal antun. Zumindest liest sich das alles recht interessant... Ciao Enrico
-
08.05.2002, 11:48 Uhr von Gabri
Bewertung: sehr hilfreichMal wieder super ... Gabri
-
09.03.2002, 13:52 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichschöner bericht, vielleicht liest man sich ja mal 8-)
-
28.02.2002, 17:30 Uhr von Anubis71
Bewertung: sehr hilfreichAlso für Actionfans ist der Film mit Sicherheit nichts, aber wenn man gute Filme mag ist man hier richtig.
-
15.02.2002, 21:14 Uhr von roma1
Bewertung: sehr hilfreichDein Beitrag ist super
-
15.02.2002, 21:13 Uhr von DuncanMcCloud
Bewertung: sehr hilfreichklasse ... ich finde den Film auch wirklich empfehlenswert und man kann ihn sich auch ohne Probleme mehrmals anschauen ;) .. gruss, duncan
Bewerten / Kommentar schreiben