ciao.de Testbericht

ab 13,02
Paid Ads from eBay.de & Amazon.de
Auf yopi.de gelistet seit 09/2003
Summe aller Bewertungen
  • Aufmachung:  gut
  • Übersichtlichkeit:  durchschnittlich
  • Benutzerfreundlichkeit:  durchschnittlich
  • Navigation:  gut
  • Funktionsvielfalt:  groß
  • Platzierung von Werbung:  viel

Erfahrungsbericht von LosGatos

Von HILFREICH-Bewertern und anderen Verrückten

Pro:

ich hoffe, es nützt was

Kontra:

mal wieder ein 0c-Bericht (bei Ciao)

Empfehlung:

Ja

BEWERTEN VON BERICHTEN BEI CIAO

Dieser Bericht handelt primär von CIAO und dem dortigen Userverhalten. Ein Grundgedanke des Beitrags befasst sich mit ehrlichem Bewerten, was aber für alle Meinungsplattformen von Bedeutung ist.


Vor einiger Zeit fand ich in einer Kommentarspalte bei Dooyoo einen Dialog, der sich mit den Vorzügen anderer Meinungsplattformen befasste. U.a. ging es auch um CIAO. Ein Dooyoo-User riet von CIAO ab, weil es dort lauter neurotische User gäbe, die sofort lamentieren würden, wenn sie mal eine HILFREICH-Bewertung bekommen würden. Nun, diese Behauptung war zwar eine starke Verallgemeinerung, die so nicht zutreffend ist. Aber hatte dieser User völlig Unrecht? Ich meine, bei CIAO ist die Eitelkeit von Usern in der Tat am stärksten ausgeprägt.

Immer wieder entstehen neue Meinungsplattformen im Internet. Erstaunlicherweise haben aber alle Plattformen gemeinsam, dass sie jeweils nur 4 Bewertungsstufen vorsehen plus einer 5., nämlich die der Nicht-Bewertung.

Bei CIAO lauten die Bewertungsstufen SEHR HILFREICH, HILFREICH, WENIGER HILFREICH und NICHT HILFREICH. Dem unbedarften Neuling sagt CIAO unter CIAO Community Center/ FAQ / Berichte bewerten, nach welchen Kriterien Berichte bewertet werden sollten. Wen das interessiert, möge das dort nachlesen, ich möchte diesen Bericht aber nicht unnötig damit aufblähen.

CIAO sagt aber an dieser Stelle nichts darüber aus, in welchen Fällen welche Bewertung anzuwenden ist. Neben einer Bewertung kann zusätzlich auf freiwilliger Basis ein Kommentar abgegeben werden.

Somit ist es jedem User selbst überlassen, welche Bewertungsmaßstäbe er anlegt.

Bei mir (LosGatos) sieht das z.B. wie folgt aus:

Sehr hilfreich: Der Bericht ist ausgewogen und lässt wenige Fragen offen. Außerdem ist er in gutem Deutsch und mit vernachlässigbarer Fehlerrate geschrieben. Es macht Spaß, den Bericht zu lesen.

Hilfreich: Der Bericht enthält einige wichtige Grundinformationen, hat aber das Thema nur unvollständig behandelt. Oder die Fehlerrate ist einfach zu hoch. Oder der Bericht ist einfach anstrengend zu lesen oder schlicht langweilig.

Weniger hilfreich: Berichte mit Minimallänge.

Nicht hilfreich: Bericht ist sinnlos, in völlig falscher Kategorie oder abgekupfert (Faker)

In der Praxis heißt das allerdings: Auch ich bewerte viel zu viele Berichte zu gut (über 90% sh), nh- (mit falschen Kategorien verfahre ich nicht übermäßig streng und Faker fliegen eh raus) und Gar-Nicht-Bewertungen sind bei mir selten. Die Statistik besagt, dass ich etwa jeden 5. Bericht auch kommentiere. Ein Kommentar dient bei mir aber nicht unbedingt dazu, um meine Bewertung zu rechtfertigen, und besteht keinesfalls aus Floskeln, mit denen man sich eher blamiert, wie \"weiter so\", \"ein sehr informativer Bericht\" oder \"schau mal vorbei\". Ein Kommentar kann z.B. auch dann sinnvoll sein, wenn man nicht bewertet hat (was einer neutralen Bewertung gleichkommt) und trotzdem seine \"Duftmarke\" hinterlassen möchte.


Einige User gehen sogar soweit, dass sie nicht nur für sich selbst Regeln aufstellen, sondern für diese auch noch CIAOweite Gültigkeit fordern. Ihrer Meinung nach ist nur bei sh-Bewertungen kein Kommentar zwingend. Jede schlechte Bewertung müsse begründet werden. Als schlechte Bewertung gelten dabei auch hilfreich-Bewertungen in einem Umfeld von 98% sh-Bewertungen.

Wie wirken sich nun die Bewertungen für den Schreiber und seine Berichte aus?

Der User erhält pro Lesung weitgehend unabhängig von der Bewertung je nach Kategorie 0, 1, 2 oder 3EUROCENT auf seinem Konto gutgeschrieben. Lediglich bei nh-Bewertungen gibt es Abzüge. Die Vergütung pro Bericht errechnet sich also wie folgt:
(Zahl der Lesungen minus Zahl der nh-Bewertungen) mal Grundvergütung der Kategorie

Außerdem gibt es pro Lesung und Bewertung Community-Level-Punkte als da sind: +2 fürs Gelesen-Werden, +6 pro sh-Bewertung, +3 pro h-Bewertung, -6 pro wh-Bewertung, -12 pro nh-Bewertung.

Durch die Minuspunkte schaffen es hin und wieder neue User, auf ein negatives Community-Punkte-Konto zu kommen und damit nicht einmal die Farbe weiß zu erhalten.

Die Community-Punkte haben also nicht direkt etwas mit der Vergütung zu tun. Trotzdem herrscht bei vielen CIAO-Usern olympischer Ehrgeiz, mit dem Ziel, irgendwann mal wenigstens ein Bronze-Smartie zu erschreiben. Das hängt auch damit zusammen, dass der Gedanke, dass nur ein wenigstens roter CIAO-User ein guter User ist, der auch hinreichend viele Lesungen erhält, weitverbreitet ist. Oder anders ausgedrückt, ein orangener User erhält mehr Geld von CIAO als ein blauer. Was wohl meistens auch so ist. Ob er wirklich mehr \"verdient\", steht auf einem anderen Blatt.

Trotzdem betrachten es einige User als persönliche Tragödie, wenn sie mal ein HILFREICH bekommen, was aus der Reihe tanzt.

Um das zu verdeutlichen, bringe ich mal einige Beispiele, die ich in Kommentarspalten und Gästebüchern gefunden habe und hier sinngemäß wiedergebe:

\"Diese Hilfreich-Typen gehen mir mächtig auf den Geist.\"

\"Ich habe gerade gesehen, dass dir der User xy ein hilfreich gegeben hat. Das ist unser Hobby-Philosoph, der macht so was dauernd, schreibt aber selbst keine guten Berichte.\" Antwort: \"Ja, mir ist auch schon aufgefallen, dass der sehr kritisch ist\".
Anmerkung für den CIAO-Neuling: ein \"kritischer\" User bedeutet, er gibt weniger als 80% sh-Bewertungen. Der obige Dialog endete übrigens in spontaner virtueller Umarmung und dem Schließen des Bundes fürs CIAO-Leben.

Ein sehr neuer CIAO-User (bislang einen Bericht geschrieben) erregt neuerdings damit Aufsehen, dass er Berichte bewertet, so wie es CIAO gefällt (man könnte meinen, es handelt sich um einen getarnten CIAO-Mitarbeiter). D.h. er hat bei bislang gut 100 Bewertungen weniger als 50% sh verteilt, trotzdem stellt bei ihm der Anteil der sh-Bewertungen noch den relativ größten Anteil dar. Unmut ruft er durch unkommentierte hilfreich-Bewertungen bei Usern hervor, deren Berichte bereits 100-200mal mit sh bewertet worden sind.
Die Einträge in seinem Gästebuch sehen dann wie folgt aus:
\"Du hast meinen Bericht über xy unbegründet als einziger mit hilfreich bewertet. Bitte ändern!\"
\"Bitte sage mir, warum du meinen Bericht über xy als einziger mit hilfreich bewertet hast, damit ich es ändern kann. Mein Bericht ist nämlich nicht mehr auf Platz 1\"
Diese Einträge sind aber noch die harmlosen. Botschaften wie \"Verpiss dich aus meinem Profil\" und \"was fällt dir ein, du Schwuchtel?!\" kamen mir auch zu Gesicht.
Außerdem wurde er fälschlicherweise als Rachebewerter bezeichnet und ihm mit Meldung gedroht.

Auch ich (LosGatos) habe schon Einträge in meinem Gästebuch erhalten, wo User ihre Bewertung hinterfragten oder um Nachbesserung baten. Wie bereits erwähnt, begründe ich meine Bewertung nicht immer, weil so etwas nur ein \"Herumreiten\" auslöst. Liefere ich eine Begründung freiwillig (bei einem diamantenen Bericht wollte ich kürzlich nicht zum Buhmann werden), dauert es nicht lange und es heißt \"ich habe meinen Bericht nach deinem Kommentar überarbeitet, vielleicht kannst du noch mal nachlesen\". Das sieht dann meist so aus, dass bei der Überarbeitung eine Formulierung geändert wurde, jedoch bei der Gelegenheit nicht einmal die Schreibfehler bereinigt wurden. Wen wundert\'s, dass viele aus Bequemlichkeit lieber gleich sh vergeben.

Ich gebe zu, wenn ich eine abweichende Bewertung erhalte, bin ich zunächst auch nicht erfreut darüber. Ich meine aber, wir haben uns gegenseitig zu sehr verwöhnt und man sollte darüber stehen, wenn man abweichend bewertet wird.

Der Ärger über solche Ausreißer ist allerdings hausgemacht. Hat ein Bericht bereits 200 sh-Bewertungen und steht auf den vorderen Plätzen aller Berichte in dieser Kategorie und erhält dann eine einzige abweichende Bewertung, sackt der Bericht fast unauffindbar ins Nirvana ab. Daher die vielen Aufschreie, bei CIAO wollen plötzlich alle Einser-Schüler sein und ganz vorne stehen.
Die Argumentation: Sackt ein Bericht ab, ist die Wahrscheinlichkeit, dass er von jemandem, der sich gezielt über ein Thema informieren möchte, gelesen wird, sehr gering. Der Bericht bringt keine Lesungen und damit keine Vergütung mehr. Ist das wirklich ein Drama? CIAO ist ja nicht nur für CIAO-User gemacht, sondern auch für externe Leser, die ohnehin keine Vergütung bringen. Also bleiben nur die internen Informationssuchenden. Wie oft kommen die vor? Das ist wirklich sehr schwer zu sagen, da man das Lesen älterer Berichte bei CIAO kaum bemerkt, wenn sie nicht gerade kommentiert werden oder nicht mit sh bewertet werden und man dafür den CIS (CIAO Information Service) aktiviert hat. Da ich jedoch auch bei Dooyoo schreibe, wo man die Benachrichtigungsfunktion selektiv pro Bericht einstellen kann, weiß ich, dass alte Berichte verschwindend wenig gelesen werden. Im Grunde ist ein Bericht bereits \"alt\", wenn er nicht mehr der allerneueste eines Users ist. Hin und wieder kommt es vor, dass ein neuer oder bisher unbekannter User sich in mein Profil verirrt, an meinen Berichten Gefallen findet und dann auch ältere Berichte von mir liest. Dann kommt er aber über das Profil und nicht über Liste aller Berichte einer Kategorie.
Also: Das Absacken eines Berichtes sollte nicht dramatisiert werden oder gar zum Anlass von kriegerischen Handlungen unter Usern werden. Es gibt wahrhaftig Schlimmeres auf der Welt oder besteht für einige unter uns die Welt nur noch aus CIAO?!
Wer dennoch unbedingt ganz vorne stehen möchte, dem empfehle ich, bevorzugt in Kategorien zu schreiben, wo es noch nicht sehr viele oder gar keine Berichte gibt.


Was kann CIAO tun, um für gerechte Bewertungen zu sorgen?

Ein vielgemachter Vorschlag ist, die Bewertungsskala zu verbreitern, also z.B. eine Skala von 1-10. Dann würden sich, so hofft man, die Bewertungen breiter verteilen und nicht alle bei 10 liegen, einzelne schlechtere Bewertungen würden die Gesamtbewertung nur minimal beeinflussen. CIAO sagt dazu (CIAO-Stammtisch), eine derartige Umstellung ist sehr aufwendig und schwer realisierbar (Konvertierung bestehender Bewertungen).
CIAO setzt dagegen lieber auf Qualitätsoffensiven, die das User-Bewusstsein ändern sollen.
Solche Offensiven werden immer wieder gestartet.
Eine gab es z.B. im November. Diese zielte zunächst nicht auf das Bewertungsverhalten ab, sondern auf das Schreiben von Berichten. Der Unterhaltungswert von Berichten sollte im Vergleich zum Informationsgehalt reduziert werden. Für Nicht-Handy- und Nicht-Duschgel-Schreiber wurde die Offene Kategorie in Form des CIAO-Cafes ausgebaut.
Kürzlich erhoffte sich CIAO differenzierteres Bewertungsverhalten durch Offenlegung der Bewertungsstatistik. Man appellierte an die User, nur für besonders gute Beiträge sh zu vergeben.
Beiden Maßnahmen war gemein, dass sie viel Unruhe und Streit unter den Usern auslösten, aber nicht gerade den gewünschten Erfolg bescherten.
Viele User haben den Eindruck, CIAO wolle sie mit solchen Maßnahmen maßregeln und reagieren entsprechend empört und uneinsichtig. CIAO ist deshalb gut beraten, mit mehr Fingerspitzengefühl vorzugehen und mehr an die Einsicht der User zu appellieren.

Allen, die hier schreiben, muss klar sein, dass Meinungsplattformen nicht nur zum Unterhalten und Geldverdienen da sind, obwohl beides dazugehören sollte, denn sonst bleiben die User weg.
CIAO muss aber zunächst mal in aller erster Linie selbst Geld verdienen, bevor sie es auszahlen können. Das funktioniert nur, wenn die Investition in CIAO für investierende Unternehmen sinnvoll ist. Sinnvoll ist sie dann, wenn die nützlichsten Berichte über ihre Produkte und Dienstleistungen auch auffindbar sind. Nützlich sind sie dann, wenn sie entweder werbewirksam sind oder auch, wenn Kritik sachlich vorgetragen wird, das bringt wichtiges Feedback und stellt für die Firmen billige Marktforschung dar. D.h. die besten Berichte sollten auch wirklich ganz oben stehen. Das funktioniert nur dann, wenn ehrlich bewertet wird. Wenn alle Berichte, die halbwegs brauchbar sind, durchgehend ein sh bekommen, kann man das Bewerten gleich ganz abschaffen. Meinungsplattformen wie im Internet können nur bestehen bleiben, wenn sie glaubhaft sind. Und nur dann können auch User durch Schreiben von Testberichten dauerhaft Geld verdienen.


Eigentlich wollte ich (LosGatos) nicht schon wieder einen Bericht über CIAO schreiben, jetzt habe ich es trotzdem getan....und sehe der Anzahl der nicht SEHR HILFREICH-Bewertungen gespannt entgegen.

Respect all Votings

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung am 24.3.2002 (veröffentlicht bei CIAO, Dooyoo, Yopi und eComments)


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-12 12:37:40 mit dem Titel Diamantenfieber...

.....herrscht nicht nur bei James Bond, sondern einmal im Monat auch bei CIAO. So wird immer Mitte des Monats der sogenannte CIAO-Premium-Fonds ausgeschüttet und auf die besten Berichte des Vormonats verteilt. Die nach Meinung von CIAO allerbesten Beiträge werden sichtbar mit einem Diamanten gekennzeichnet. Diese Kennzeichnung bleibt dann für alle CIAO-Zeiten bestehen. Diamonds are forever....



GROESSE UND AUFTEILUNG DES PREMIUM FONDS

Wie der Inhalt des Topfes verteilt wird, hat CIAO nicht festgeschrieben. Der Gesamtinhalt war bislang immer konstant (wenn man von der Verminderung durch die EURO-Einführung absieht) und liegt bei 12.500 EURO (vormals 25.000DM).

Die Höchstprämie pro Bericht liegt bei 10 EURO und wird mit einem Diamanten verziert. Gab es vor einigen Monaten noch 250 Diamanten pro Monat, so wurde das zuletzt auf 60 solcher Statussymbole reduziert. Die Gesamtverteilung der 12.500 EURO sah im letzten Monat wie folgt aus:

60 x 10 EUR
600 x 5 EUR
1700 x 2 EUR
3000 x 1 EUR
5000 x 0,50 EUR

Daraus ersieht man, dass nicht einmal 5% der Gesamtsumme auf die Diamanten entfallen und dass damit alle anderen (guten) Berichte nicht leer ausgehen.



PRÄMIERUNGSKRITERIEN

Über das Thema Premium Fonds wurden natürlich schon eine ganze Menge Berichte geschrieben. Das mag auch daran liegen, dass es von CIAO wie ein Geheimnis gehütet wird. Und ungeklärte Begebenheiten wie der Tod von Marilyn Monroe regen ja auch immer wieder die Phantasien zu neuen Theorien an.

Unbestritten ist wohl die Tatsache, dass das Herausfischen der prämierenswerten Berichte einem Computer überlassen wird, was sowohl Vor- wie Nachteile hat. Erstens möchte man es keinem CIAO-Mitarbeiter zumuten, alle Berichte eines Monats zu lesen (nach dem 17. Handy-Bericht würde er wohl die Erfindung dieses Gerätes verfluchen), zum anderen ist es natürlich eine Kostenfrage. Denn wer kann schon mehr als 100 Berichte pro Tag gewissenhaft lesen und wie viele Mitarbeiter bräuchte man dann dafür ?! Außerdem sollte ein Computer weniger von Sympathien geprägt sein als ein Mensch. Was dem Computer schwerer fallen dürfte, ist das Herausfinden, inwieweit eigene Erfahrungen in den Bericht eingeflossen sind.

Die Vorarbeit für den Computer machen aber erst einmal wir, die CIAO-User, indem wir Berichte bewerten. Damit wird schon einmal die Spreu vom Weizen getrennt. Denn Berichte, die insgesamt nicht mit ‚sehr hilfreich’ bewertet wurden, sind dann aus dem Rennen.

Aber da dann wohl immer noch ca. 80% aller Berichte übrigbleiben, braucht der Computer weitere Kriterien, die ihm per Programmierung eingeimpft wurden. Damit beginnen die Mutmaßungen.

Kriterium 1: Die Kategorie

Wenn man sich die Liste der diamantenen Berichte ansieht, fällt auf, dass dort Technik in Form von Computern plus Zubehör, Handys oder Digitalkameras sehr häufig vertreten ist. Unterrepräsentiert sind dagegen Reisen (wenig) und Bücher (gar nicht).

Wer hier als User bei CIAO schreibt, muss sich im Klaren darüber sein, dass CIAO ein kommerzielles Unternehmen ist, dass nicht nur zur Unterhaltung und Geldverteilung da ist, sondern in allererster Linie selbst Geld verdienen möchte. Damit sollte man Verständnis dafür haben, dass CIAO bevorzugt das Schreiben über solche Produkte fördert, die die höchsten Werbeeinnahmen versprechen. Dazu gehören heute nun einmal die genannten Technik-Produkte.

Bei Reisezielen ist es dagegen so, dass sie häufig nicht ein konkretes Produkt darstellen. Wenn ich (LosGatos) z.B. einen Bericht über San Francisco schreibe (den Bericht gibt es bei mir tatsächlich), so werden damit z.B. Hotels und Restaurants in USA gefördert, Unternehmen, die selbst kaum bei CIAO als Sponsor auftreten werden, es sei denn, es handelt sich um Ketten, die weltweit operieren. Nachfrage wird dadurch vielleicht noch bei Fluggesellschaften oder Autovermietern geweckt, aber das fokussiert noch auf keinen einzelnen Anbieter. Ein möglicher Grund, warum das Thema Reisen bei den Diamanten zu kurz kommt. Allerdings sehe ich hier auch einen Widerspruch in der CIAO-Politik, denn das Thema Reisen hat immerhin die 2 Cent-Kategorie pro Lesung.

Kein Verständnis habe ich allerdings dafür, dass bei der letzten Diamanten-Vergabe zwar CDs, DVDs oder neue Kinofilme berücksichtigt wurden, jedoch nicht ein einziges Buch. Wer zuviel (Bücher) liest, sitzt weniger am PC und gehört dadurch nicht zur Klientel von Internet und CIAO ?!


Kriterium 2: Art und Zahl der Bewertungen

Da bei CIAO nach wie vor eine nicht unerhebliche Zahl von Berichten ausschließlich ‚sehr hilfreich’-Bewertungen erhalten, dürfte klar sein, dass das auch unabdingbare Voraussetzung ist, um bei der Prämierung bedacht zu werden.

Außerdem muss eine gewisse Mindestanzahl von Lesungen erreicht worden sein. Bei Stichproben habe ich noch keinen Bericht gefunden, der weniger als 80-90 Lesungen hatte und mit einem Diamanten ausgezeichnet wurde.


Kriterium 3: Länge des Berichtes

Ich glaube kaum, dass das ein hartes Kriterium sein kann. Klar ist, dass ein Bericht, der gerade mal über die Mindestlänge geht, ein Thema nicht annähernd vollständig abhandeln kann. Aber ist ein 5-Seiten-Bericht besser als ein 2-Seiten-Bericht? Ich wähle die Analogie zu Spielfilmen. Sind ‚Dr. Schiwago’ oder ‚Der mit dem Wolf tanzt’ Filme der Extraklasse, weil sie Überlänge haben? Im Gegenteil, weil sie über 3 Stunden dauern, müssen sie brillant sein, damit der Zuschauer nicht einschläft oder mittendrin das Weite sucht.


Kriterium 4: Community-Level des Users

Auch ‚blaue’ User haben schon Diamanten bekommen (darunter sind mir zumindest noch keine aufgefallen). Damit dürfte die Behauptung widerlegt sein, man müsse mindestens ‚rot’ sein. Die CIAO-Farbe ist ja auch nur ein Maß für Quantität und nur bedingt für Qualität. Ein ‚orangener’ User schreibt nicht automatisch bessere Berichte als ein ‚weißer’. Allerdings gilt der Umkehrschluss, dass der Anteil wirklich guter Berichte bei ‚orangenen’ größer ist als bei ‚weißen’. Das liegt einfach daran, dass ein echter Neuling, der noch auf keiner anderen Plattform geübt hat, sich erst noch an das Schreiben guter Berichte herantasten muss, oder dass sich viele neue User nach ein paar Berichten wieder verabschieden, wenn sich der Erfolg nicht gleich einstellt.


Kriterium 5: Wenig Rechtschreibfehler

Das sollte eigentlich selbstverständlich sein. Um das herauszufinden, ist der Computer sicher ein geeignetes Werkzeug. Allerdings sohlte Mann siech darauf auch nicht 100%ig verlassen. Ich hoffe, der Leser dieses Berichtes ist aufmerksamer als das Rechtschreibprogramm, das ich gerade überlistet habe.


Kriterium 6: Das ‚Gewicht’ des Mitgliedes

Keine Angst, vor dem Berichte-Schreiben muss niemand auf die Waage. Aber an dieser Stelle zitiere ich einfach mal CIAO:

Alle Mitglieder, die einen Bericht bewerten, gehen mit einem unterschiedlich hohen Gewicht in die Gesamtbewertung ein. Das Gewicht eines Mitgliedes errechnet sich aus dessen verantwortungsbewusstem Verhalten auf der Plattform. Dabei wird neben der Differenziertheit der Bewertungen auch der Umgang mit dem Netz des Vertrauens und die Ehrlichkeit des Mitgliedes (Cheating, Revanchebewertungen) berücksichtigt. (Zitat Ende).

Mit anderen Worten, für die Arten des genannten Verhaltens werden Plus –und Minuspunkte ermittelt, aus denen CIAO dann mit geheimer Formel das ‚Gewicht’ ermittelt.

Das ‚Gewicht’ der bewertenden User bestimmen das Ranking eines Berichtes innerhalb einer Kategorie und wohl auch zum Teil die Prämierung eines Berichtes.



Vielleicht gibt es ja noch weitere Kriterien, die der Computer bewerten könnte. Allerdings fallen mir keine weiteren ein.

Hat der Computer dann sein Votum abgegeben und die ‚besten’ Berichte vorgeschlagen, werden diejenigen, die einen Diamanten bekommen sollen, von einem CIAO-Mitarbeiter noch mal handverlesen. Denn der CIAO-Computer verfügt mit Sicherheit nicht über die Intelligenz eines Schach-Computers und kann z.B. persönliche Erfahrungen bewerten. Es muss sichergestellt werden, dass CIAO sich nicht blamiert.





TRANSPARENZ DES PREMIUM FONDS

Wenn der Fonds ausgeschüttet wurde, werden die mit Diamant ausgezeichneten Berichte und Autoren im CIAO Community Center aufgelistet.

Außerdem werden die 10 erfolgreichsten Autoren genannt, gemessen an ihrem Anteil am Ausschüttungsbetrag.

Alle anderen User erfahren nur durch ihre Kontostandsabfrage, wie viel sie vom Kuchen abbekommen haben, nicht jedoch wie viel sie für welchen Bericht aus dem Premium Fonds erhalten haben. Damit sind die meisten User nicht einverstanden, wollen sie doch wissen, was als besonders gut bewertet wurde und z.B. zusätzliche 5 EURO wert war.

CIAO ist jedoch nicht bereit, die Zuteilungseinzelheiten zu veröffentlichen.

Für mich ist das durchaus verständlich. Der Grund dürfte darin liegen, dass ja ein Computer unbesehen den Löwenanteil der Prämien verteilt. Es liegt auf der Hand, dass der dabei auch viel Mist macht, d.h. schon mal einer mäßigen Meinung 5 EURO zukommen lässt, während eine brillante nur 50 Cent oder gar nichts bekommt. Erstens wäre der User dann verwirrt, wenn er für einen mittelmäßigen Bericht einen hohen Bonus bekommt und für einen sehr guten leer ausgeht, und zweitens würde sich CIAO dann vor Anfragen per e-Mail nicht mehr retten können. Folglich hält man alles geheim, in der Hoffnung, der Computer würde unter dem Strich schon für Gerechtigkeit sorgen. Ich finde das OK, denn was ich nicht weiß, macht mich nicht heiß.

Vielmehr freue ich mich darüber, überhaupt etwas bekommen zu haben. Wen es interessiert: für 43 Berichte (inklusive einiger weniger in der Offenen Kategorie) habe ich insgesamt 44 EURO aus dem Topf bekommen, also etwa 1 EURO im Schnitt. Auch wenn es den einen oder anderen hier gibt, die im Schnitt schlechter dastehen, dürfte dieser Nebenverdienst wohl klar unterhalb der Neidgrenze liegen.

Wer auch gerne mal einen Diamanten haben möchte, zur Monatsmitte aber mal wieder feststellen muss, nicht berücksichtigt worden zu sein, dem sagt CIAO am Ende der Gewinnerliste wie einem erfolglosen Lottospieler ‚Bleiben Sie dran, versuchen Sie es wieder’, indem CIAO auf die allgemeinen Hinweise zum Schreiben von Berichten verweist.

Wer will, kann sie dann noch mal lesen, ja sogar beherzigen. Ich empfehle aber jedem, so zu schreiben, wie er es am besten kann. Denn wer krampfhaft versucht, vorgegebene Richtlinien umzusetzen, wird auch nur Krampf erzeugen. Das gleiche gilt, wenn jemand versucht, den Stil erfolgreicher Schreiber zu kopieren.




MOTIVATION DURCH DIAMANTEN ?

Warum gibt es überhaupt den Premium Fonds? Sorgt er für mehr Motivation, gute Berichte zu schreiben?

Im Grunde sollte ja die Qualität durch die Bewertung gesteuert sein. Je besser der Bericht oder das Renommee des Autors (denn den Bericht kennt man ja vorher nicht), desto höher die Zahl der Lesungen, umso höher die Grundvergütung, die ja täglich gutgeschrieben wird.

Da es aber doch den einen oder anderen Klickzirkel gibt, wo User sich blind vertrauen, gemäß ‚Klickst du mich, dann klick ich dich’ und ungeachtet des Inhalts alles mit ‚sehr hilfreich’ bewerten, sich in der Kommentarspalte gegenseitig mit einem kräftigen ‚weiter so’ aufmuntern und auf diese Weise ebenfalls zu vielen Lesungen kommen, auch wenn der Bericht eher mäßig ist, ist es schon sinnvoll, zusätzliche Anreize zu schaffen, um für bessere Qualität zu sorgen.


Durch die Ausschüttung aus dem Premium Fonds wird in meinem Fall derzeit die Vergütung pro Bericht in etwa verdoppelt.

Geld ist natürlich für die meisten immer ein Anreiz (auch wenn es nicht jeder gerne zugibt).

Zum anderen ist ein Diamant (da er ja so selten ist) durchaus als Statussymbol zu werten. Er erhöht u.U. das Image des Users und wirbt für das Lesen von Berichten.

Wie im richtigen Leben kann natürlich so eine virtuelle Auszeichnung auch in der virtuellen Welt für nicht nur virtuelle Missgunst sorgen. Das ist leider nur allzu menschlich. Auch wenn es hier nur um relativ kleine Beträge geht, die mit so einer diamantenen Auszeichnung verbunden ist, liegt es in der Natur des menschlichen Wesens, doch eher auf den Nachbarn oder Kollegen neidisch zu sein, der sich eine Kleinigkeit mehr leisten kann, als auf einen Prominenten. Gottschalk formulierte das treffend, indem er sagte, er verdiene ‚oberhalb der Neidgrenze’.

Ich muss zugeben, dass ich selten Berichte lese, die mit einem Diamanten ausgezeichnet wurden. Das liegt daran, weil mich die überrepräsentierten Themen (s.o.) eher langweilen. Wenn ich dann doch mal einen gelesen habe, war ich oft enttäuscht von der doch eher mäßigen Qualität (was natürlich meine subjektive Empfindung ist). Jedenfalls überkommen mich dann Zweifel, ob ein Diamant Auszeichnung und Ansporn darstellt. Manch eine(r) wird mir jetzt Neid unterstellen, weil ich noch nie einen Diamanten bekommen habe. C’est la vie.




PRÄMIERUNG BEI ANDEREN PLATTFORMEN

Neben CIAO veröffentliche ich derzeit noch bei Dooyoo und eComments. Während es bei eComments nur eine Grundvergütung gibt, führt Dooyoo auch eine Prämierung der besten Meinungen durch. Die Prämierung erfolgt nicht gebündelt einmal im Monat, sondern gegebenenfalls einige Tage nach Veröffentlichung der Meinung. Dann gibt es eine Krone als Kennzeichnung (ähnlich dem Diamanten bei CIAO) und 50 Webmiles zusätzliche Vergütung (eine Webmile hat einen nominellen Wert von 3 EUROCENT, d.h. eine Krone ist 1,5 EURO wert). Der Gesamtausschüttungsbetrag pro Tag oder Monat oder die Anzahl der prämierten Meinungen ist nicht vorgegeben und liegt in letzter Zeit zwischen 10 und 20. Dabei können andere User einen Bericht für eine Krone vorschlagen. Das ist zwar nicht Voraussetzung, hilft aber ungemein. Weitere symbollose Prämierungen wie bei CIAO gibt es nicht. Damit liegt die Zahl der prämierten Meinungen bei Dooyoo in der Gegend von 500. D.h. es gibt zwar viel mehr Kronen bei Dooyoo als Diamanten bei CIAO, die Zahl der insgesamt prämierten Meinungen ist mit über 10.000 bei CIAO jedoch deutlich höher.



FAZIT

Das Prämierungssystem bei CIAO ist zwar nicht völlig transparent, führt aber dazu, dass eine große Anzahl guter Berichte eine zusätzliche Vergütung erhalten, und somit zu hinreichender Gerechtigkeit. Auch wenn CIAO mich bislang mit Diamanten verschont hat, freue ich mich jeden Monat über ein paar zusätzliche EURO aus dem großen Topf. Und da CIAO das Gießkannenprinzip auch in Zukunft kaum preisgeben wird, sind noch viele Berichte zu diesem Thema gesichert.....

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 22.3.2002 (Veröffentlicht bei CIAO, Dooyoo und eComments)



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-12 11:22:01 mit dem Titel Heute zu Gast bei Babsi Schläfer...

...TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS UND CLAUDI BOOTSMANN


BABSI SCHLÄFER:
Liebe Zuschauer, ich freue mich ganz besonders, heute Nachmittag die berühmten CIAO-Autoren Tschauwald Schreibermanns und Claudi Bootsmann begrüßen zu dürfen. Kurz zur Erklärung für unsere Zuschauer, Ciao ist eine Internet-Plattform, wo die Verbraucher, also Menschen wie Sie und ich, ihre Erfahrungen mit beliebigen Produkten veröffentlichen und mit diesen Berichten Geld verdienen können.
Lieber Tschauwald Schreibermanns, mitmachen kann da ja im Prinzip jeder, aber nicht jeder ist dabei so erfolgreich wie Sie. Sie sind ja sozusagen der Miroslav Klose von Ciao, wenn man sieht, was Sie in kurzer Zeit geleistet haben. Worauf führen Sie Ihren großen Erfolg denn zurück?


TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Nun Frau Schläfer, entscheidend ist, dass ich mit Spaß an die Sache heran gehe und meine ehrlichen Erfahrungen aufschreibe, der Rest ergibt sich dann von alleine.

BABSI SCHLÄFER:
Mit dem Rest meinen Sie wahrscheinlich Ihren sehr hohen Bekanntheitsgrad, das wird doch bei Ciao – ich habe mich da mal etwas umgesehen- vor allem dadurch gefördert, dass Ciao eine Liste der meistgelesenen Autoren täglich pflegt und da sind Sie immer mit dabei.

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Das ist klar, von nichts kommt nichts. In die Liste kommt man natürlich nur hinein, wenn man täglich neue Berichte schreibt.

BABSI SCHLÄFER:
Täglich neue Berichte. Da haben Sie ja einen ganz schönen Nebenerwerb, bei den Vergütungen und den vielen Lesungen...oder machen Sie das hauptberuflich? Was sagt eigentlich das Finanzamt zu diesen Einnahmen?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Was heißt hier Einnahmen? Da kommen Cent-Beträge zusammen und ich schreibe doch nicht des Geldes wegen.

BABSI SCHLÄFER:
Jetzt erst mal zu Ihnen, Claudi Bootsmann. Was hat Sie denn veranlasst, für Ciao zu schreiben?

CLAUDI BOOTSMANN:
Ich schreibe doch gar nicht mehr...

BABSI SCHLÄFER:
Heißt das, Sie haben dank Ciao schon ausgesorgt?

CLAUDI BOOTSMANN:
Nein, ey, hihi, ey, nein,Ciao hat meinen Account gesperrt, ey.

BABSI SCHLÄFER:
Was sich Ciao nicht alles erlaubt! Wie kommen die denn dazu?

CLAUDI BOOTSMANN:
Die haben behauptet, ich hätte ein Bild in mein Profil gestellt, wo jemand anderes drauf war als ich. Dabei kann ich doch gar nichts dafür, dass ich einem deutschen Top-Model soooo ähnlich schaue...

BABSI SCHLÄFER:
Top-Model..ähnlich..ja, jetzt wo Sie es sagen, ja vom Namen her vielleicht. Ach so, liebe Zuschauer, übrigens unsere Maskenbildnerin ist heute leider krank geworden...
Tschauwald Schreibermanns, aber jeden Tag neue Berichte...wie findet man denn da geeignete Themen?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Zum Glück leben wir ja nicht mehr in der Steinzeit, sondern in einer zivilisierten Welt. Da beginnt der Tag mit Frühstück und für mein Frühstück brauche ich natürlich einen Eierköpfer, schon habe ich mein erstes Thema. Sowas geht alle an.

BABSI SCHLÄFER:
Ich habe gehört, da gibt es die Firma Fackelmann, die derart lebenswichtige Produkte zur Verfügung stellt.

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Zunächst mal muss auch ich die Produkte kaufen. Gut ich gebe zu, aufgrund meines großen Erfolges und meiner Verbundenheit zur Firma ..ich will ja hier gar keine Schleichwerbung machen.. also die Firma, die sie gerade selbst genannt haben, stellt mir mittlerweile die Produkte kostenlos zur Verfügung. Aber es gibt ja nicht nur Fackelmann...äh jetzt ist es mir selbst herausgerutscht. Sehen Sie, Frau Schläfer, so ein Eierköpfer eignet sich nicht für jedes Ei. Ein Ei ist ja heute auch nicht mehr ein Ei. Es gibt Eier aus Legebatterien, von glücklichen Hühnern, von verseuchten Hühnern, von Hühnern mit 1000 Flugstunden, da gleicht doch nicht mehr ein Ei dem anderen. Folglich braucht man auch für jedes Ei einen anderen Eierköpfer, also ich selbst habe derzeit 4 verschiedene.

BABSI SCHLÄFER:
Und über jeden haben Sie schon berichtet. Da wundert Ihr großer Erfolg und Bekanntheitsgrad natürlich niemanden mehr...

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Sehen Sie, Frau Schläfer, über einen einzigen Eierköpfer zu schreiben ist ja auch nicht besonders hilfreich, schließlich möchte der Leser ja auch vergleichen können.

BABSI SCHLÄFER:
Nun, mittlerweile haben Sie viele Nachahmer gefunden, Berichte über Produkte – es gibt da nicht nur Eierköpfer- der Firma mit dem F gibt es sehr viele, werden die anderen auch alle kostenlos beliefert?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Das entzieht sich meiner Kenntnis. Aber, dass alle meine Vertrauten – ich habe derzeit knapp 600 - auch über „meine“ Produkte schreiben, werte ich auch als persönlichen Erfolg, der mich sehr zufrieden macht. Ich empfehle Produkte, für andere sind meine Empfehlungen sehr hilfreich, weil sie jetzt auch sauber geköpfte Eier bekommen, und folglich schreiben sie dankbar neue Berichte.

BABSI SCHLÄFER:
Tja, Claudi Bootsmann, neue Berichte, worüber haben Sie denn immer geschrieben, als Sie noch durften?

CLAUDI BOOTSMANN:
Öh, geschrieben? Weiß ich gar nicht mehr. Vor allem habe ich in meinem Profil geschrieben, dass ich sehr sexy bin und gerne viele andere Ciao-User, männliche natürlich, gerne persönlich kennenlernen würde. Da haben die ganzen geilen Böcke meine Berichte immer mit ‚sehr hilfreich’ bewertet, egal, was ich geschrieben habe, hihi.

BABSI SCHLÄFER:
Das ist natürlich auch eine gute Methode, bekannt zu werden. Aber was sagen denn weibliche Ciao-User dazu?

CLAUDI BOOTSMANN:
Ach bei Ciao gibt es so viele Neider, bei mir sind es hässliche Frauen und bei Tschauwald sind es User, die neidisch sind, dass sie keinen Eierköpfer haben, sondern nur alte Schallplatten und 10 Jahre alte Reiseberichte, die keinen interessieren. Deshalb haben wir ständigen Ärger mit Hilfreich-Bewertern.

BABSI SCHLÄFER:
Apropos Hilfreich-Bewertungen: Tschauwald Schreibermanns, ich habe in Ihrem Profil gelesen, dass Ihre Berichte zu über 98% mit ‚sehr hilfreich’ bewertet werden. Wie gehen Sie mit dem Rest um?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Claudi hat es bereits gesagt, es gibt leider immer wieder diese Neider. Ich kann natürlich nicht zulassen, dass meine Berichte nicht von jedem gewürdigt werden. Denn ein einziges ‚hilfreich’ macht meine wertvollen Erfahrungen für interessierte Verbraucher weniger sichtbar. Deshalb muss man diesen Abweichlern unmissverständlich klar machen, wie meine Berichte zu bewerten sind.


BABSI SCHLÄFER:
Sie meinen, die Verbraucher suchen erst ihren Rat, bevor sie Zahnstocher kaufen gehen. Das würde ja auch heißen, dass Sie nicht nur bei Ciao äußerst bekannt sind, sondern auch in unserem ganzen Lande. Und Leute wie Sie, die unmissverständlich durchgreifen, braucht unser Land. Hat sich Guido Westerwelle schon bei Ihnen gemeldet, der braucht möglicherweise bald Ersatz?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Niemals würde ich in die Politik gehen. Aber wenn mein Freund Edmond mal einen guten Rat braucht, wie er die Schweinshaxenreste zwischen den Zähnen wieder herausbekommt, kann ich ihm natürlich einen guten Tipp geben.

BABSI SCHLÄFER:
Kürzlich hat es ja bei Ciao eine Änderung gegeben, wonach Berichte über Produkte, über die schon sehr viel geschrieben wurde, weniger gut vergütet werden sollen. Da sind wohl auch die Produkte der Firma mit dem F betroffen.

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Das ist doch kein Problem, ein guter Schreiber weiß immer, worüber er schreiben soll.

BABSI SCHLÄFER:
Was heißt soll? Fühlen Sie einen Zwang zum Schreiben?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Zwang zum Schreiben? Schließlich lebe ich davon.

BABSI SCHLÄFER:
Sie leben davon? Haben Sie nicht vorhin gesagt, es geht nur um Cent-Beträge, die man nicht extra nach Luxemburg transferieren muss, und Sie schreiben nur zum Spaß?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Natürlich trifft genau das zu. Sie verdrehen mir ja das Wort im Mund, Frau Schläfer. Wer sagt, ich lebe davon, ich meine natürlich, Ciao ist mein Leben.

BABSI SCHLÄFER:
Da muss ich aber gleich noch einmal nachhaken. Ich habe gesehen, dass Sie seit 1.6. nicht mehr über die Produkte der Firma mit dem F schreiben. Kürzlich ist mir ein Bericht über einen Gartenschlauch aufgefallen und auch bei anderen Usern ist dieses Produkt sehr beliebt. Anders ausgedrückt, bei Ciao wurde noch nie so viel gespritzt wie zur Zeit, zumindest theoretisch, d.h. virtuell. Kommt Aldi da überhaupt mit der Lieferung nach?

CLAUDI BOOTSMANN:
Viel spritzen ist super, da muss ich mich ja gleich wieder bei Ciao anmelden. Was nehme ich dieses Mal nur für einen Nickname, vielleicht Verena Ackerstrauch..?! Da werde ich bestimmt wieder ganz schnell bekannt, hihi.

BABSI SCHLÄFER:
Jedenfalls wird ihr Garten es ihnen danken, Tschauwald.

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Wieso Garten? Ich wohne in einer Etagenwohnung.

BABSI SCHLÄFER:
Wozu brauchen Sie dann den Schlauch?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Den Schlauch, ach so, den habe ich bei meinen Eltern gesehen, die hatten sich den gerade beim Nachbarn ausgeliehen.

BABSI SCHLÄFER:
Ciao vergütet ja in letzter Zeit Buch-Rezensionen besser als noch vor kurzem, was sehr viele Buchberichte zur Folge hat. Wie haben die Ciao-User so schnell lesen gelernt?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Also ich finde es sehr schön, wenn man auch mal über Bücher schreibt. Wie gerne habe ich früher den Struwelpeter gelesen! Was liegt näher, auch einmal darüber zu schreiben?!

BABSI SCHLÄFER:
Um noch einmal auf Ihren großen Erfolg zurückzukommen, ist Ihnen die Gabe, so gute Berichte zu schreiben, in die Wiege gelegt worden und hatten Sie auf Anhieb Erfolg?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Bei Ciao schon. Sie nannten eingangs die Analogie zu Miroslav Klose. Nun, Fußballer fangen auf der Straße an, Meinungsschreiber bei Yopi.

BABSI SCHLÄFER:
Gibt es viele User, die einen derartigen Erfolg und Bekanntheitsgrad haben wie Sie?

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Natürlich gibt es viele bekannte User, unzählige sind sogar viel länger dabei als ich. Aber viele verschwinden mit der Zeit, weil sie keine Ideen mehr haben oder weil Ciao sie nicht mehr will.

BABSI SCHLÄFER:
Ja bei Dauerbrennern wie Lindenstraße ist das ja nicht anders, und das zwangsweise Ausscheiden erinnert doch etwas an Big Brother. Vielleicht sollte man Ciao mal Verfilmen, mit Tschauwald Schreibermanns in der Hauptrolle?!

TSCHAUWALD SCHREIBERMANNS:
Es gibt natürlich immer wieder neue Versuche einzelner Mitglieder, Aufsehen zu erregen. Aber wie bitte will jemand erfolgreich bei Ciao sein, der ein Detektivbüro in New York besitzt. Andere wiederum schreiben rozzfreche Kommentare und geben entsprechende Bewertungen. Das kann doch nicht der Sinn so einer Plattform wie Ciao sein.

CLAUDI BOOTSMANN:
Also ich finde Ciao einfach toll. Wir schreiben Berichte und die Leute kaufen das dann. Ciao ist richtig kaufregend, hihi !!

BABSI SCHLÄFER:
Natürlich nur, wenn die Leser Ihnen das abkaufen, was Sie schreiben.
An diesen Beispielen haben wir gesehen, bekannt werden bei Ciao kann man, indem man fleißig regelmäßig Berichte schreibt zu Themen, die für jeden relevant sind. Dafür kann man sich durchaus schon mal 3 DVD-Player anschaffen. Und nicht zu bescheiden bleiben. Schließlich gibt es bei Ciao ja Gästebücher, in denen man schlechte User und Bewerter schon mal zur Rede stellen kann. Außerdem kann jeder User sein Profil so einrichten, dass es ihm und vor allem anderen gefällt, nicht wahr, Claudi?
Schade, dass unsere Sendezeit schon wieder vorbei ist. Ich wünsche Ihnen beiden, Claudi und Tschaui, weiterhin oder bald wieder viel Erfolg, vielleicht sind Sie ja bald noch bekannter. Und es würde mich freuen, Sie mal wieder an dieser Stelle begrüßen zu können, vielleicht unter dem Motto „Neues von Tschauwald Schreibermanns“.

Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 6.6.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, Yopi, eComments



----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 19:18:46 mit dem Titel Der Drei-Cent-Mord

Eine Hommage an Ciao und seine Gärtner
(frei nach Reinhard Mey).

Anmerkung:
Natürlich wurde dieser Beitrag als erstes bei Ciao veröffentlicht. Leider hält Ciao von sich selbst so wenig, dass sie ihn gleich gelöscht haben.


Die Nacht liegt wie Blei auf Ciao’s Garten,
Beleuchtung und Mikrowelle sind an,
Weihrauch und Sonnenblume sie warten,
darauf, dass Papa sie nimmt dran.
Da schleicht sich im flackernden Fackelschein
Fast lautlos ne Schnecke in die Hecke hinein,
stolpert übers Korn, sie selber lebt ab
und nimmt das Geheimnis mit in das Grab.

Der Mörder war wieder der Gärtner,
ob Darkunit, Huwie oder Arim ?
Der Mörder ist immer der Gärtner,
und wenn der erbarmungslos zuschlägt,
erbarmungslos zuschlägt,
dann wird es sicher sehr schlimm.

Neben Schwarzäugiger Susanne
ganz allein, ohne den Manne
Sitzt Zitrol, die heute nach Ananas schmeckt,
Und genüsslich einen Jobst Joghurt schleckt.
Sollte das vielleicht ihr letzter sein,
denn schon wieder schleicht jemand in den Garten hinein.
Sekunden vergehen, schon fällt ein Schuss,
ein neuer Fall für Hazel, die Nuss.

Der Mörder war wieder der Gärtner,
ob Lea, Bea oder Christel.de?
Der Mörder ist immer der Gärtner,
und wenn der erbarmungslos zuschlägt,
erbarmungslos zuschlägt,
dann tut es sicher bald weh.

Zwischen Engelstrompete und Basilikum
Schnattern gerad’ ein paar Gänse laut herum,
als ein User mit Fackelmann einen Cocktail shaked,
bevor darüber jemand anders was faked.
Da kommt plötzlich mit einem Fahrzeug der Bundeswehr
Aus Weihenstephan schon wieder ein Mörder daher,
das war dann des Users letzter Hauch,
denn er ward erwürgt mit dem Aldi-Gartenschlauch.

Der Mörder war wieder der Gärtner,
ob Bavariangirl oder Campino ?
Der Mörder ist immer der Gärtner,
und wenn der erbarmungslos zuschlägt,
erbarmungslos zuschlägt,
dann ist bald keiner mehr froh.

Heut feiern die Gärtner aus diesem Land,
denn ihr Vater hat Gold in der Hand.
Sie putzen und wischen,
alles nimmt seinen Lauf,
und decken auf Tischen,
Tipps und Tricks gibt’s zu Hauf.
Doch auf einmal, da trifft es sie alle,
der Mörder schlägt zu - mit der Gartenkralle.

Denn der Mörder war nämlich der Faker,
und die Gärtner, die war’n es nie,
der Mörder ist immer der Faker
und wenn der erbarmungslos zuschlägt,
erbarmungslos zuschlägt,
dann gibt es ne neue 3-Cent-Kategorie.


P.S.: Bei den genannten Gärtnern handelt es sich übrigens ausschließlich um langjährige Hobby-Gärtner, die schon immer und nicht erst, seitdem es modern geworden ist, über Garten und Pflanzen geschrieben haben und die sicher auch nicht darüber erfreut sind, dass sie jetzt soviel Konkurrenz bekommen haben.


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 20.7.2002
Veröffentlicht bei Ciao, Dooyoo, eComments, Yopi, Talk-On


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-03-24 09:29:01 mit dem Titel Hilfreich - was nun ?

Folgender Beitrag bezieht sich primär auf Ciao, die Tipps zum Schreiben gelte natürlich auch für andere Meinungsforen wie z.B. Yopi.

Jeder Leser von Berichten in diesem Forum hat seine eigenen Erwartungen an das, was ihm die Community-Mitglieder vorsetzen. Der eine möchte umfassend informiert werden, der andere sucht hier mehr Spaß und Unterhaltung. Ich selbst finde es sehr gut, wenn das eine mit dem anderen verbunden wird. Damit der Spaß beim Lesen auch gegeben ist, sehe ich es als sehr wichtig an, dass ein Beitrag in einwandfreiem Deutsch geschrieben ist. Aber sicher gehört auch noch etwas mehr dazu.

Was mein Bewertungsverhalten angeht, sollten die meisten damit leben können. Schließlich kommen laut Ciao-Statistik über 88% aller von mir bewerteten Beiträge mit der Höchstnote davon. Anders gesagt, meist bewerte ich viel zu gut. Allerdings scheue ich mich auch nicht, gelegentlich einen Beitrag von der Mehrheit abweichend schlechter zu bewerten. Und nicht immer liefere ich gleich eine Begründung für ein ‚hilfreich’. Das erzeugt manchen Katzenjammer, der natürlich nicht immer gleich so unfreundlich klingt wie dieser GB-Eintrag: „Du hast natürlich auch kein Kommentar zu deinem \"h\"!? Nur weil einer mir ein \"h\" gegeben hat, musst du es auch machen!? Gruß X“. Und da jammernde Katzen mein Herz schnell erweichen lassen, will ich an dieser Stelle mal ein paar Tipps zum Schreiben von Berichten geben. Vielleicht klappt’s dann nächstes Mal mit der Bewertung von LosGatos. Aber natürlich schreibe ich meine Tipps nicht nur für die vermeintliche Minderheit von 12% und etwaige Hilfreich-Nachfrager, denn verbessern kann (und will ?) sich schließlich jeder.

Natürlich gibt es auch im Community Center entsprechende Ratschläge. Doch die Kriterien von Ciao unterscheiden sich einerseits von denen von LosGatos. Und im Gegensatz zu Ciao nimmt LosGatos seine Vorgaben ernst. Irgendwelche Zweifel? Nun, ich kann nur für mich sprechen. Aber wenn ihr euch mal die Mühe macht, die entsprechenden Hinweise (zu finden unter http://www.ciao.de/help.php/Idx/1 ) durchzulesen und euch dann mal die monatlich prämierten Berichte anschaut, wird euch der Glaube an die berühmte Kuh Emm vielleicht auch vergehen.

Noch könnt ihr euch entscheiden, ob ihr weiterlesen und euch meine subjektiven Tipps antun wollt. Hier ist sozusagen der Notausgang.

Aber jetzt wird’s Ernst (bitte nicht ernstnehmen).


DAS THEMA

Leider habe ich manchmal den Eindruck, manch Schreiberling steht unter Schreibzwang. In der Tat gibt es ja hier Autoren, die 20 Berichte und mehr pro Woche abliefern. Nun ja, es kann natürlich sein, dass der eine oder die andere auf jeden Euro angewiesen ist. Aber die Zeiten großartiger Verdienste in Meinungsforen sind ohnehin längst vorbei. Der Stundenlohn, der hier verdient werden kann, liegt doch eher auf Reispflückerniveau. Unter uns gesagt, mehr als 7 Berichte pro Woche (was ich auch schon sehr viel finde), betrachte ich als unseriös. In diesem Zusammenhang bin ich Ciao für die Bereitstellung der Liste der meistgelesenen Autoren dankbar. Da weiß ich gleich, wen ich vom Gelesen-werden ausschließen kann.

Jedenfalls, um zum Thema zurückzukommen, habe ich manchmal das Gefühl, die Leute setzen sich vor den PC und fangen dann erst mal an zu überlegen, worüber sie schreiben sollen. Da ihnen selbst nichts einfällt, schauen sie mal, was Ciao so vorschlägt (Liste der meistgelesenen Produkte). Ach ja, AOL-Gratis-CDs. Die müssen bei mir auch irgendwo in der Schublade liegen. Was dabei herauskommt, wissen wir alle.

Bei mir ist das eher umgekehrt. Mir fällt irgendwann ein Thema ein. Evtl. beantrage ich schon einmal die Kategorie. Das reift dann in meinem Kopf oft Tage oder Wochen. Erreicht das Thema in meinem Kopf keinen hinreichenden Reifegrad, wird es wieder verworfen. Irgendwann drängt es mich an den PC, meine Ergüsse loszuwerden. Ich verspüre also keinen Zwang, irgendetwas zu schreiben, sondern das Thema selbst zwingt mich irgendwann.

Merke: Wenn euch kein vernünftiges Thema einfällt, lasst es bleiben und nutzt eure Zeit mit sinnvolleren Dingen. Es gibt noch ein Leben außerhalb von Ciao.


DIE ÜBERSCHRIFT

Die halte ich nun mal für ganz wichtig. Bevor ich überhaupt den ersten Buchstaben geschrieben habe, habe ich mir erst einmal eine geeignete Überschrift überlegt. Irgendetwas witziges, vielleicht etwas zweideutiges, aber niemals vulgäres. Es kann auch ein bekannter Slogan sein, den ihr neu abbildet. Warum die Überschrift so wichtig ist? Vielleicht nicht für eure Stammleser, die alles von euch lesen. Aber die meisten möchten ja auch neue Leser dazugewinnen. Das kann über interessante Themen sein. Aber selbst für ein interessantes Thema muss erst einmal geworben werden. Das geht am besten über eine Überschrift, die neugierig macht. Und die muss natürlich zum Beitrag passen, der dann hält, was die Überschrift verspricht. Ein Leser, der hier enttäuscht wird, kommt nie wieder. Wählt als Überschrift also nicht nichtssagende und abgedroschene Texte wie „Gutes Produkt“ oder „einfach lecker“. So etwas gleicht einem Stempel „08/15-Bericht“. Und bitte glaubt nicht, dass ihr einem schwachen Titel mehr Nachdruck verleihen könnt, wenn ihr ihn mit einem Haufen Sonderzeichen vollpumpt. Besonders peinlich finde ich mehrfache Ausrufezeichen in der Überschrift. Das signalisiert zumindest mir, da will einer und kann nicht. Sowas macht nicht mal die Bild-Zeitung.

Merke: Die Überschrift ist ein wichtiger Teil eures Berichtes und ihr solltet nicht erst darüber nachdenken, wenn ihr die Eingabemaske vor euch seht.


ALLER ANFANG IST SCHWER

Das gilt natürlich nicht nur für diejenigen, die überhaupt ihre allerersten Berichte abliefern, sondern generell bei jedem neuem Beitrag, wenn es gilt, den rechten Einstieg zu finden. Viele beginnen stets ihre Beiträge mit Anrede und Begrüßung wie „Liebe Ciao-Leser“ oder „Hallo, ihr Lieben“. Es ist natürlich nicht zu verkennen, dass das nett gemeint ist. Aber für wen schreiben wir hier eigentlich? Um uns gegenseitig zu unterhalten oder in einem Verbraucherforum? Zugegeben, Ciao trägt selbst sehr viel dazu bei, letzterem Anspruch nicht mehr gerecht zu werden. Aber es gilt immer noch zu bedenken, dass Ciao zunächst für ratsuchende Internet-User gedacht ist und dass sehr viele Beiträge auch in der Tat von Externen gelesen werden. Es sollte deshalb schon der Eindruck vermieden werden, dass das Ganze hier eine interne Angelegenheit ist und der externe Internetuser sich in einen Kindergarten verirrt hat. Auch die Anredeform „ihr“ oder weniger vertraulich „Sie“ finde ich nicht so glücklich. Wir schreiben hier Beiträge, Berichte oder Meinungen, wie immer man das nennen möchte. Jedoch werden wir nicht angehalten, Briefe zu schreiben, die an irgendjemand gerichtet sind. Professionelle Verbraucherschützer tun so etwas auch nicht.

Der aufmerksame Leser wird mir jetzt u.U. vorhalten, dass ich weiter oben ja auch von „ihr“ und „euch“ geredet habe. Stimmt. Keine Regel ohne Ausnahme. Das, was ich heute zu sagen habe, ist in der Tat an die Community gerichtet und dürfte weniger von externem Interesse sein.

„(Also, so) Heute möchte ich über meinen neuen DVD-Player berichten..“ Wie oft habt ihr hier eine ähnliche Phrase schon als ersten Satz gelesen?! Es dürfte der meistgewählte Einstiegssatz sein und stempelt euren Beitrag gleich als 08/15-Bericht. Gähnende Langeweile ist vorprogrammiert. Und das ist nicht nur 08/15, sondern auch völlig überflüssig. Dass heute ‚heute’ ist, weiß jeder, und dass ihr ein Anliegen habt, über etwas zu berichten, auch. Und um welches Produkt es geht, sieht man ja schon aus der Kategorie.

Wählt vielmehr den seichten Einstieg. Bloß nicht gleich mit der Tür ins Haus fallen. Ciao sagt zwar dazu „Gehen Sie bitte möglichst ohne Umschweife auf das Produkt ein und verwirren Sie primär am Produkt interessierte Verbraucher bitte nicht mit irrelevanten Einführungen oder sonstigen Informationen.“ Ich sehe das nicht gar so streng. Natürlich langweilt den Informationssuchenden eine Einleitung, die über ein bis zwei Seiten geht. Aber ein kleiner Absatz, der Erinnerungen oder eine Anekdote enthält, kann durchaus Interesse wecken. Denn darum geht es in der Einleitung, den Leser neugierig zu machen. In den ersten Zeilen entscheidet sich, ob der weiterliest. Oder kommt es euch letztlich nur auf den Klick an? Mir jedenfalls wäre dafür meine Zeit zu schade.

Merke: Erweckt in der Einleitung nicht den Eindruck, es handele sich um einen 08/15-Bericht. Versucht die User zum Weiterlesen zu motivieren.


STRUKTURIERTER BERICHT ODER AUS EINEM GUSS?

An dieser Frage scheiden sich bekanntlich hier die Geister. Eine generelle Empfehlung kann man auch nur schwer geben. Strukturierter Bericht bedeutet nicht nur Absätze, sondern auch eine Gliederung mit Überschriften. Früher habe ich meine Berichte stets einer solchen Struktur unterworfen. Mittlerweile bin ich eher davon abgekommen. Die Grund liegt darin, dass ein strukturierter Bericht den Lese- und Gedankenfluss etwas stören und hemmen kann. Auch die Länge eines Berichtes spielt hier eine Rolle. Einen sehr langen Beitrag, der Richtung Maximallänge tendiert, wird der interessierte Leser vielleicht auch mal ausdrucken und ihn nicht in einem Stück lesen. Kapitel und Überschriften erleichtern dann den Wiedereinstieg.

Sehr negativ stoßen mir in diesem Zusammenhang wieder 08/15-Berichte über Allerweltsprodukte wie Joghurts oder Duschgels auf. Da habe ich den Eindruck, dass viele Schreiberlinge vorgefertigte Formulare mit 5-10 Überschriften benutzen und ausfüllen. Peinlich wird es allerdings dann, wenn unter jeder Überschrift dann nur 1-2 Sätze zu finden sind, die oft und immer wieder mit Standardfloskeln wie „Als nächstes möchte ich nun....“ beginnen. Ein solcher Bericht ist wahrlich ein Standardbericht, der nur wenig Chancen hat, von mir eine bessere Bewertung als die Standardbewertung ‚hilfreich’ zu bekommen.

Auch das Thema spielt bei der Entscheidung „Kapitelüberschriften oder nicht?“ eine entscheidende Rolle. Bei diesem Beitrag habe ich mich, wie unschwer zu erkennen ist, für die strukturierte Form entschieden, da ich einzelne Unterthemen anspreche.

Merke: Seht davon ab, bloß Formulare auszufüllen.


STIL UND RECHTSCHREIBUNG

Ein guter Stil erfordert natürlich eine gewisse Übung, man eignet ihn sich nicht von heute auf morgen an. Eine halbwegs korrekte Rechtschreibung sollte hingegen selbstverständlich sein. Da die meisten User sinnvollerweise ihre Berichte offline unter Mitwirkung von Hilfsmitteln wie WORD inklusive Autokorrektur schreiben, sollte eine halbwegs korrekte Rechtschreibung (ob reformiert oder nicht, sollte dabei eine Gewissensentscheidung bleiben. Als einst vehementer Gegner der Rechtschreibreform habe ich mittlerweile meine Meinung geändert) eigentlich selbstverständlich sein. Ein Rechtschreibprogramm ist aber nur ein Hilfsmittel, das einen nicht davor bewahrt, den Beitrag noch mindestens einmal durchzulesen, bevor er eingestellt wird. Die Ausrede, das Rechtschreibprogramm habe den Fehler nicht gefunden, kann genauso wenig akzeptiert werden wie die berühmten „Computerfehler“. Computer machen äußerst selten Fehler, in der Regel sind die Menschen schuld, die sie programmieren. Ebenso sollte man Zeichensetzung und Groß/Kleinschreibung nicht dem Zufallsprinzip unterwerfen.

Merke: Lest eure Beiträge vor dem Einstellen noch mal durch. Auch ich finde beim dritten Lesen meiner Beiträge immer noch Fehler.



WAS ICH SONST NOCH SCHLECHT FINDE

Sehr verbreitet ist die Unart, in Berichten internet-übliche Kürzel wie :-) oder LoL oder *grins* zu verwenden, um Stimmungen auszudrücken oder zu erzeugen (auch von Ciao nicht gewünscht). Ich hoffe, dass ich mit vielen meiner Beiträge schon den einen oder die andere zum Schmunzeln gebracht habe, ohne dabei genannte Hilfsmittel verwendet zu haben. Solche Stilmittel erinnern mich an die Schilder, die in amerikanischen Fernsehstudios verwendet werden, um die Zuschauer zum Lachen zu bewegen. Plumper Humor mag so etwas nötig haben. Schreiber, die Wort und Sprache subtil einzusetzen vermögen, zeichnen sich dadurch aus, ihre Leser ohne explizite Aufforderungen zum Schmunzeln oder Lachen zu bringen. Zum Glück gibt es hier genug von der Sorte.

In diesem Zusammenhang möchte ich an Glossen erinnern, die u.a. für Tageszeitungen geschrieben werden, z.B. das „Streiflicht“ der Süddeutschen Zeitung. Ich glaube kaum, dass dort jemals genannte Stilmittel zum Einsatz kamen.

Merke: Hebt euch LoL und :-) für Kommentare, GB-Einträge oder Chat auf.


Natürlich nimmt die englische Sprache mehr und mehr Einzug in unseren täglichen Sprachgebrauch. Wie weit wir das zulassen, haben wir selbst in der Hand. Gerade bei Ciao ist der Begriff des „Fakers“ ein treffendes Beispiel. To fake = fälschen. Sprächen wir stattdessen von einem Fälscher, würde es zumindest merkwürdig klingen. Zudem gibt es ja die unterschiedlichsten Formen des Fakertums. Habt ihr’s gemerkt? Ich habe gerade ein englisches Wort mit einer deutschen Wortsilbe verbunden: Faker + tum. Schlimmer ist noch „gefaked“: ein englisches Wort wird deutscher Grammatik unterworfen. Ich will mich gar nicht herausreden, auch ich verwende gelegentlich solche Konstruktionen. Aber man sollte englisch auch nur dort verwenden, wo es sein muss, weil ein geeignetes deutsches Wort fehlt oder wo es die Situation begünstigt. Und wenn, dann bitte richtig. Sonst wirkt es zu peinlich. Natürlich kann nicht von jedem erwartet werden, dass er die englische oder eine andere Fremdsprache beherrscht. Ich sehe es jedenfalls keineswegs als Schande an, wenn dem nicht so ist. Wenn jedoch jemand mit Fremdsprachen auf dem Kriegsfuß steht, blamiert euch nicht, indem ihr dreimal versucht, auf verschiedene Weise z.B. „Button-Down“ zu schreiben, leider jedes Mal falsch. Hemd mit Kragenknöpfen tut’s auch.

Merke: Schreibt englisch nur dort, wo es angebracht ist.


DAS ENDE

Am Ende sollte man bestrebt sein, sich einen guten Abgang zu verschaffen. Eine Möglichkeit ist z.B., nochmals einige wesentliche Punkte zusammenfassen. Das ist sozusagen die Pflicht. Ciao verlangt ja neben dem Bericht noch das Ausfüllen einer Kurzbewertung und die Vergabe von Sternen. Das nehmen viele Schreiberlinge zum Anlass, genau auszuführen, warum sie wie viele Sterne geben und warum es Punktabzüge gibt. Wenn ihr einen guten Bericht geschrieben habt, sollte das ohnehin aus dem Bericht hervorgehen. Mich erinnert dagegen diese Sterndeuterei mehr an Erbsenzählerei, die einen Beitrag letztlich entwertet und weniger lesenswert macht. Eher ein Merkmal eines 08/15-Berichtes. Und gerade am Ende geht es ja noch einmal darum, einen positiven Eindruck zu hinterlassen, damit der Leser vielleicht wiederkommt. Also lasst euch etwas einfallen, dass zurückbleibt. Wie enden gute Filme? Z.B. mit „Schau mir in die Augen, Kleines“.

Merke: Das Ende ist so wichtig wie der Anfang.


HILFREICH-NACHFRAGER

Bei Ciao ist der Erhalt einer ‚hilfreich’-Bewertung oft schon eine kleine Tragödie. Unbegründete ‚hilfreich’-Bewertungen werden häufig nicht akzeptiert. Dabei haben sich zwei Typen von Hilfreich-Nachfragern herauskristallisiert, unabhängig davon, ob der „Ton“ des Hinterfragens freundlich gehalten ist oder nicht. Ich gehe mal von einem freundlichen Grundtenor aus.

Typ1:
„Kannst du mir bitte erklären, warum du als einziger von 150 Usern meinen Bericht über XY mit ‚hilfreich’ bewertet hast?“
Tja, was erwartet der Schreiberling jetzt? Zum einen zumindest, dass ich mich an seinen Bericht erinnere. Und das womöglich noch nach Tagen. Soll ich mir das Ganze etwa noch einmal durchlesen, was schon beim ersten Mal bei mir wenig Begeisterung ausgelöst hat? Und zum anderen erwartet er womöglich, dass ich jetzt stellvertretend für ihn die anderen 149 User frage, warum sie alle mit ‚sehr hilfreich’ bewertet haben. Schließlich möchte der Nachfragende ja wissen, warum ich der einzige war.

Typ2:
„Kannst du mir bitte erklären, was dir an meinem Bericht über XY zu einem ‚sehr hilfreich’ fehlt, damit ich den Bericht entsprechend verbessern kann?“
Dieser Typ von Nachfrager verlangt, dass ich mir erstens den Bericht ein zweites Mal durchlese. Er verlangt weiter, dass ich mir seinen Kopf zerbreche, damit er bessere Bewertungen bekommt. Und er wird schließlich auch verlangen, dass ich den Bericht, nachdem er ihn geändert hat, ein drittes Mal lese und umbewerte. Es tut mir leid, das sagen zu müssen, aber ich finde diese Vorgehensweise schlicht unverschämt. Auch aus dem Grunde, weil der Nachfragende damit versucht, auf den Bewerter Druck auszuüben, der dann evtl. entnervt umbewertet, um sich mit einem womöglich langweiligen Bericht nicht noch einmal auseinandersetzen zu müssen.

Es gibt nun mal Berichte, an denen „nichts fehlt“, aber die dennoch nicht gut genug sind, um die Höchstnote zu erreichen.

Merke: Akzeptiert Bewertungen, ihr schreibt in einem Meinungsforum. Da könnt ihr nicht erwarten, dass 100% der Leser die gleiche Meinung haben.


WIE BEKOMME ICH EINEN DIAMANTEN ?

Nun wird vielleicht mancher fragen „Bekomme ich einen Diamanten, wenn ich alle diese Ratschläge befolge“. Klare Antwort: Nein. Die Vergabe von Diamanten bei Ciao erfolgt nach ganz anderen Kriterien, die Ciao zwar geheim hält, über die ich mir im Laufe der Zeit jedoch ein Bild gemacht habe. Ich glaube durchaus zu wissen, wie man seine Chancen, einen Diamanten zu erhaschen, erhöhen kann. Ich will mich dazu jedoch an dieser Stelle nicht auslassen, weil es mich im Grunde nicht interessiert. Jedenfalls ist ein guter Schreibstil dafür ohne jeglichen Belang. Immerhin habe ich bislang zweimal das Glück gehabt, einen zu bekommen. Bei über 120 Beiträgen keine besonders gute Ausbeute. Aber, wie gesagt, für mich gibt es Wichtigeres.


FAZIT

Auch wenn viele User es zu glauben scheinen, es gibt kein Recht auf „sehr hilfreich“. Wer aber an seinem Schreibstil arbeitet, nicht die abgedroschenen Formulierungen von Hunderten anderer User übernimmt, hat gute Chancen, seine erhaltene Bewertungsstatistik zu verbessern. Wichtig ist, dass man so schreibt, wie man es am besten kann, und über die Dinge, die man am besten kennt. Versucht nicht, erfolgreiche Schreiber zu kopieren. Das geht garantiert daneben, und man steht als der Blamierte da. Und wenn ihr euren eigenen Stil gefunden habt, bleibt es euch immer noch frei, etwas zu experimentieren. Denn der beste Schauspieler findet sich in verschiedenen Charakterrollen zurecht. Ein Trost ist jedem gewiss: Nobody is perfect!


Copyright LosGatos
Erstveröffentlichung 23.3.2003
Veröffentlicht bei Ciao, Yopi, Q-Test

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