ciao.de Testbericht

ab 13,02
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Summe aller Bewertungen
  • Aufmachung:  gut
  • Übersichtlichkeit:  durchschnittlich
  • Benutzerfreundlichkeit:  durchschnittlich
  • Navigation:  gut
  • Funktionsvielfalt:  groß
  • Platzierung von Werbung:  viel

Erfahrungsbericht von sugips

Die 10 besten Wege bei Ciao nicht aufzufallen!

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Eigentlich ist es sehr einfach, bei Ciao weder gut aufzufallen noch überhaupt bekannt zu werden.

1) Anmelden: Lassen Sie eventuelle Einladungsschreiben von Freunden und wohlmeinenden Verwandten links liegen, nicht einmal ignorieren sagt man in Wien. Melden sie sich einfach so an: das vergrämt, wenn Sie Glück haben, gleich einmal ein paar handvoll Mitglieder.

2) Namensfindung: Am besten einen möglichst komplizierten Namen, eine Nummern- Buchstabenkombination, ideal eine, die es schon gibt nur um ein paar Stellen erweitern. Damit gehen Sie sichern, keinen, wirklich keinen im Gedächtnis zu bleiben. Keinesfalls etwas wie Tiger, Bär oder Kuschelmonster, man soll es den Mitgliedern nicht zu einfach machen.

3) Profil: Nie geben Sie etwas von sich preis. Nicht einmal ob männlich oder weiblich. Sollen sich doch die anderen den Kopf zerbrechen, ob es sich um einen zehnjährigen Grundschüler oder eine 70jährige Pensionistin handelt. Daten sind Schall und Rauch und werden nur bei einer Volkszählung bekanntgegeben. Und Post bekommen Sie eh schon zu viel, warum also noch die e-Mail-Adresse hinschreiben.

4) Meinungen schreiben: Am Anfang möglichst viele, möglichst kurze, möglichst unqualifizierte und möglichst nicht aus eigener Erfahrung. Am besten wie in meinem Bericht über nicht-hilfreiche Meinungen. „Ich möchte über das Produkt schreiben, weil es geil ist. Ich will es mir schon imma kaufen. Mein Freund hat es vielleicht und findet es auch geil. Also ich kann es nur empfehlen. Liest mehr von mir“. Habt ihr bemerkt, hier sind zwei Zusatztips versteckt: immer auf eigene Meinungen verweisen, das bringt es total, und immer eine klare Aufforderung an den Leser am Schluß, man soll die Kundschaft ja immer aufbauen. Das ganze direkt in den Bildschirm getippt oder wenn es doch eine Textverarbeitung sein soll, dann man albanischem Rechtschreibprogramm und alle Anmerkungen ungeschaut übernehmen. Jeder freut sich, wenn er „DER Magner isst Hielfreick 1234 unt kut“ liest.

5) Meinungen lesen: Da rate ich grundsätzlich ab. Was interessieren andere Meinungen, man hat ja seinen Standpunkt – laut Robert Musil ein Gesichtskreis mit dem Radius null. Da könnte ja jeder kommen, man kauft sich ja auch keine Bücher. Außerdem haben die anderen ja eigentlich genug zu tun, Ihre Meinungen zu lesen, es ist ein Wunder, wie sie da noch zum Schreiben kommen.

6) Meinungen bewerten: Eigentlich ganz unnotwendig, dann man liest eh keine. Sollte man sich aber doch irrtümlich verirren, mit der Maus falsch geklickt haben oder so, ja nicht lesen sondern rasch einen Würfel zu Hand. Einen Würfel? Ja, klar. 1 ist sehr hilfreich, 2 hilfreich, 3 weniger hilfreich, 4 nicht hilfreich, 5 heute keine Bewertung, 6 sofort kopieren.

7) Kommentieren: Niemals nicht. Was das Zeit kostet. Nur im Fall, dass man eine 6 gewürfelt hat, kann man es doch wagen. Es bieten sich zwei Varianten an: a) „Bitte lies schleunigst alle meine Berichte, den ich habe durch Kopieren für Deine weitere Bekanntheit gesorgt“. Oder 2) „Du kannst Deinen Beitrag ruhig löschen lassen, ich habe ihn kopiert und unter meinem Namen liest er sich viel besser“. Beide Varianten tragen sehr schnell zu einem angenehmen und amikalen Klima bei.

8) Freunde: Wer braucht Freunde? Wenn man schon die nicht löschen lassen kann, die einem vertrauen, soll man doch am besten den anderen auch nicht vertrauen. Sind ja schließlich Konkurrenten, wollen einem die Kohle stehlen oder zumindest madig machen und sorgen mit ihren Meinungen dafür, dass man nie einen Diamanten bekommt. Also was solls.

9) Gästebuch und Kommentare: Man liest schon keine Meinungen, da kann man auf Ratschläge und Zurufe und Botschaften von anderen doch verzichten, also am besten nicht beachten. Das Geld kommt ja auch automatisch aufs Konto, ohne Begleitbrief.

10) Ciao ärgern: Jetzt hätte ich fast die Herrschaften von ciao vergessen. Die haben ja nie etwas zu tun. Also Produktvorschläge machen, wozu gibt es die Funktion. Am besten sehr sinnvolle: „ich habe da eine 2-Liter Flasche einer Homöopathischen Arznei gesehen, wie sie heißt weiß ich nicht und wozu sie gut ist auch nicht, aber sie hat mir gut gefallen, also rein damit“. Auch offensichtlich nicht vorhandene wichtige Produkte sind sehr beliebt, einen VW GOLF in schwarz, Goethes Faust in der Ausgabe mit dem langen Nachwort, Milka Schokolade, die Werbegröße, die ich auf einer Messe gesehen habe, etc. Das hält den betrieb auf Trab, die anderen Mitglieder können ja warten und bekannt wird man auch.

Ich hoffe ich habe jetzt endlich die Mindestzeichenzahl und allen ist geholfen, mein messianischer Eifer ist grenzenlos.

Aber eigentlich darf es so nicht sein, man hat ja seinen guten Ruf.

Also

1) Überlegt euch die ersten Meinungen sehr, recherchiert viele Informationen, schreibt euch durchaus einen Aufbau auf einen Zettel. Schreibt aus eigener Erfahrung, mit Sachkenntnis und einem Schuß Humor. Vielleicht auch einmal eine persönliche Meinung im Ciao-Café oder unter „Alles mit ...“. Die Mitglieder wissen zu schätzen, wenn sie in paar persönliche Einblicke bekommen. Es reicht am Anfang eine Meinung am Tag, bis man so zehn beisammen sind, dann können es auch weniger sein.

2) Schreibt immer mit einem Textverarbeitungsprogramm, lasst die Rechtschreibprüfung korrigieren und ein Mal Durchlesen schadet nicht. Jeder Leser wird es zu danken wissen.

3) Stellt Euch im Profil ordentlich vor. Ein nettes Foto, die E-Mail-Adresse, ein paar persönliche Sätze, Geschlecht, Alter, Vornamen sollten nicht fehlen. Nehmt euch Zeit, gestaltet das Profil auch nett und ändert es auch alle halben Jahre. Ich weiß, auch ich Habe es schon lange nicht getan, aber da bin ich kein gutes Beispiel. Das Profil ist eure Marke und aus der Werbung weiß ich, was eine gute Marke neben einem guten Produkt – euren Meinungen – leisten kann.

4) Das ist einfach. Lesen, lesen, lesen. Man lernt neues, man lernt, was andere wissen wollen, man bringt seinen Namen unter die Leute, Schreib- statt Mundpropaganda. ! Meinung 100 Lesungen wäre gut, mit offener Grenze nach oben.

5) Ein Kurztip: schafft euch eine Flatrate an, sonst könnt ihr ganz schön arm werden.

6) Bewertet immer und immer gerecht. Sind alle Informationen zu einem Produkt vorhanden oder ist eine persönliche Meinung gut geschrieben, dann geizt nicht mit „Sehr hilfreich“. Wenn nicht, dann nicht. Fehlt was, dann ist es eben nur hilfreich und ist es Gestammel, dann eben weniger hilfreich und ist es geklaut dann nicht hilfreich. Und seid nett: wenn ein zwöfjähriger eine nette Geschichte über ein Kinderbuch schreibt und es fehlt die Seitenanzahl, seht darüber hinweg.

7) Kommentiert, wenn ihr zu einer Meinung was zu sagen habt, seid nett und freundlich oder zumindest sachlich. Wir wollen die Community ja gemeinsam besser oder menschlicher machen.

8) Vertraut den guten, von denen ihr schon viel gelesen habt und die euch nicht enttäuscht haben. Sollte sie euch doch einmal enttäuschen, dann teilt es ihnen höflich mit, jeder hat die Stärke zur Besserung. Benutzt das Gästebuch für die persönlichen Betrachtungen, in die ihr ruhig auch einmal etwas schreiben könnt, wenn ihr einmal keine Meinung liest.

9) Freut euch über jeden Kontoeingang, wenn er kommt – er kommt bestimmt, aber lasst euch die Freude am lesen und schreiben nicht verderben. Das ist wichtiger als das Taschengeld.

10) Viel Erfolg und alles Gute in goldenen Gefilden.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-15 12:03:00 mit dem Titel Meine 22.000 Bewertung ich bin lrot

Ich wollte nie wieder einen Bericht über ciao schreiben. Habe schon einige verfaßt, micht aufgeregt, gerechnet und argumentiert, das hat mir eigentlich gereicht. Nun habe ich mich doch noch einmal überwunden, und was passiert: ich muß ihn zweimal schreiben, weil der ciao-Server wieder einmal spinnt. Wenn das Kein Omen ist?

Statistik
Zuerst der trockene teil: habe mehr als 10.000 Meinungen bewertet und gelesen, mehr als 3.500 Bewertung bekommen, kein schlechter Schnitt. Habe 143 Kommentare geschrieben, ich weiß, ich bin faul und halte momentan bei etwa 47.000 Punkten bin also lila.

Ich vertraue 100 Personen und 108 vertrauen mir, allen ersmals vielen Dank für ihren Ansporn, ihre Kommentare, ihre Lesungen und ihre Eintragungen im Gästebuch. Das ist auch das große Plus hier bei ciao: die Community, die eigene Community.

Das ciao-managment hat wenig gestört, erst wollten sie nicht zahlen, jetzt zahlen sie. sonst stören sie mich wenig und ich sie wenig. Ihre neuen Ideen, naja. Gästebuch und die Maildiesnste über neue Meinungen, Bewertungen, Kommentare und Eintragungen sind super, das Farbspiel kindisch, das Bonussystem und die Kategorisierung der Meinungen in unterschiedliche Pfennig-wertigkeiten habe ich nie verstanden, obwohls sies in mehr als einem Jahr zigmal geändert haben. da geht wohl Kompliziertheit vor Logik.

Das Bewerten.
Ist eigentlich ganz einfach: Neulinge bekommen ein s.h. und ein h. als Vorschußlorbeeren. Gute Meinungen mit einem Schuß Humor, die mir weiterhelfen und informieren ein s.h. Fqker ein n.h. So weit so einfach. Was mache ich mit Kürzestberichten - wie meine ersten, da danke ich auch für die ersten netten Worte und Bewertungen - die kaum Inhalt vermittel, mir aber einen wichtigen Anstoß geben, zum Nachschauen im Internet oder zum schreiben eigener Meinungen: naja je nach Laune ein h. oder ein w.h. Das h. ist überhaupt so einige Verlegenheitswertung. Wer mir da kommt mit Inhaltsstoffen, abgeschriebenen Gebrauchsanweisungen und genauen Erklärungen, aber sich jeder meinung weit enfernt hält, bekommt sie, wer mir den Inhalt von Büchern und Filemen nacherzält, sehr brav natürlich, bekommt sie.

Ein sehr hilfreich verlangt nach Stil, nach Humor, nach eigener meinung und sei sie noch so eigen - desweigen heißt sie ja Meinung: kennt ihr das Zitat"Die Meinung ist ein überragend gut, die Deinung nur wenn sie mir passen tut" (Sloterdijk). Also ist die Meinung begründet und wohl formuliert verdient sie immer ein s.h. egal, ob ich sie teile oder nicht.

Ich bin winer mit Wiener Schmäh, ich will hier keinen Bierernst, wo alle sich nicht trauen, etwas zu sagen und sich hinter Fakten verstecken, Die Fakten sollen von ciao kommen, die sollen etwas tun für ihr Geld. Die Meinungen von uns Mitgliedern. Damit haben wir Spaß und ciao seine Zugriffe.

In diesem Sinn viel Erfolg euch allen und bleibt wie ihr seid.

PS reich bin ich nicht geworden aber etwas lebensfroher.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-23 15:22:44 mit dem Titel Scheiben ist mehr als in die Tasten klopfen! Meinungen schreiben bei ciao.

Jetzt wollte ich einen Bericht schreiben über „Berichte schreiben“. Wollte Hinweise geben über gute und weniger gute Einleitungen, Beispiele für Überschriften etc. Als ordentlicher Mensch habe ich natürlich erst einige Meinungen zu diesem Thema gelesen und bewertet. Da ist dann über lange Strecken viel die Rede von Vorüberlegungen, Zielgruppen, Gliederungen, Vorwörter, Fazit und Unterhaltungswert. Da habe ich mich fast nicht getraut, denn so trocken kann und will ich nicht. Jetzt schreibe ich den Bericht aber trotzdem und halte ich mich an die bewährte Bericht-Aufbauten von „Espionne“ und „scenic 24“.
Vorüberlegungen
Es wäre schon wichtig zu überlegen, worüber man denn schreiben möchte, für wen man schreiben möchte und was man denn an wichtigen Informationen unterbringen möchte. Berichte vom Hörensagen, Gerüchte und lustlos abgequälte Zeilen helfen niemand. Auch rechtschreibfehler und gröbere grammatikalische Verstöße sollte man meiden. Am besten man nimmt ein Textverarbeitungsprogramm, schaltet die Rechtschreibhilfe ein und liest sich den bericht am Ende noch einmal durch. Erst dann sollte man seine Meinung nach Ciao kopieren.
Einleitungen
Die ersten Zeilen sind fast die wichtigsten. Sie regen den potentiellen Leser an, weiterzulesen oder eben nicht, sie führen in das Thema ein und bilden das Gedankenfundament, den roten Faden, an dem sich der gesamte bereicht dann forthandelt.

Natürlich kann dabei schreiberisches Können und Erfahrung nicht schaden. Vor allem die Ciao-Gemeinde wird das zu schätzen wissen. Man sollte sich aber vom eigenen Witz nicht allzu weit vom Thema fortreißen lassen. Ratsam wäre auch das Einfliesen-Lassen eigener Erfahrungen. Gut geschrieben, aber nicht so sehr hilfreich wären also Anfänge wie diese.

1. Thema: Anti-Baby-Pille: „ Ich finde es sehr gut, dass es jetzt diese Pillen gibt. Besonders das Produkt XY hat es mir sehr angetan, da ist die Beschreibung so schön groß geschrieben und die Packung so schön auffällig, so dass man sie nie übersehen kann. Überhaupt, das nenne ich Komfort und Bequemlichkeit. Keine lästigen Überzieher – äh Präservative – mehr, kein Kopfweh beim Nachrechnen von unfruchtbaren und fruchtbaren Tagen, einfach nur pure Lust beim GV. Ein Glas Wasser meiner Frau am morgen hingestellt und eine dieser Pillen und die Sache ist geritzt. Irgendwann wird sie sie auch selbstständig nehmen können. Keine Nebenwirkungen, einfach und schnell beim Schlucken, was will Mann mehr.“ Sie sehen, ganz lustig, aber doch mit fehlender eigener Erfahrung und eher unter „Erotik“ oder „Meine Frau und Ich“ viel passender.

2. Thema „Rückkehr nach Wolfenstein“ oder wie der Schwachsinn heißt: „In letzter zeit bin ich wirklich glücklich. Ich habe viel Zeit für mich und meine Freunde. Ich lerne auch immer wieder neue kennen. Ich gehe viel aus, lerne Bars, Restaurant, Beisln und Discos meiner Heimatstadt kennen und amüsiere mich königlich. Und wisst ihr was das beste ist: mein Freund schätzt das sehr, seit ich ihm dieses Computerspiel gekauft habe. Fürwahr eine lohnende Investition. Jetzt sitzt er stunden- und nächtelang vor dem PC und lässt mich in Ruhe. Am Anfang waren diese Ballergeräusche mehr als lästig. Dann habe ich mir gedacht, schaust auf dich und habe ihm Kopfhörer gekauft. Jetzt fällt mir auch das Einschlafen leichter. Er meint zwar manchmal, in Farbe wäre es noch schöner, das ist mir aber doch zu teuer. Tote erkennt man doch auch in schwarz/weiß. Ich glaube es geht bei dem Spiel über irgendein Schloß, aber das wichtigste ist mir, dass er beschäftigt ist“. Ein bisschen viel Einleitung, wenig Erfahrung, wenig Beschreibung – wenigstens die PC-Marke hätte sie uns nennen können – und generell viel Stil und wenig Inhalt.

3. Persönliche Noten sind gut und schön, doch sollte man nicht allzu sehr in die Abgründe seiner Seele schauen lassen. Thema Waschmaschine: „Also, ich muß sagen, seit wir die Waschmaschine XY verwenden lassen, ist unser Leben noch angenehmer geworden. Billig war sie ja nicht, aber die Euros haben wir eh gleich von der Pension der Oma einbehalten. Jetzt ist unsere Wäsche viel reiner und auch viel schneller fertig. Wie sie genau funktioniert, kann ich nicht sagen, wir haben sie gleich direkt an Oma liefern lassen. Da fällt mir ein, einen Bericht über UPS könnte ich auch noch schreiben, die holen immer so nett die Schmutzwäsche ab und bringen die reine wieder zurück, denn bei der Oma ist es immer so langweilig.“

Ich glaube nicht notwendig zu sagen, dass auch Einstige wie „Heute morgen hatte ich Kopfweh, als ich dann nach dem Frühstück zu Aldi ..“, „guten Morgen liebe Ciao-Leser, hier ist wieder ein neuer bericht von mir, ich habe mir gedacht, der könnte euch interessieren, darum schreibe ich ihn jetzt“ u.ä. auch nicht anzuraten sind.
Zielgruppen
Ein mühseliges Wort für die einfache Antwort auf die Frage, wer sind meine Leser?

a) Getreu dem Ciao-Motto „Wissen, was gut ist“, sind es in erster Linie all jene, die sich über ein Produkt, eine Dienstleistung informieren wollen. Warum aber gehen diese nicht in das nächste Fachgeschäft, schauen auf der Homepage des Herstellers nach oder fragen Freunde und Verwandte? Mehrer Gründe. Das Fachgeschäft ist vielleicht zu weit weg und hat keine zu große Auswahl, die Homepage bietet nur einseitige Informationen und die Freunde und Verwandte haben vieles nur nicht das gewünschte Produkt. Daher für diese Zielgruppe die technischen Details nur im Anhang, dafür aber viele eigne Erfahrungen, Details zum Langfrist-Nutzen, Reparaturanfälligkeit, Servicekosten, Handling etc. Eben alles, was nicht im Prospekt steht. Da wir aber meist nicht wissen, was diesen Leser genau interessiert, aus welchem sozialen Umfeld er kommt, was für ein Einkommen er hat etc. müssen wir unseren Verstand gebrauchen. Interessiert bei der Beschreibung eine Fünf-Stern-Hotels wo in der Nähe der billigste Supermarkt ist, sind McDonalds-Besucher immer Feinschmecker, lesen Meinungen zu technischen Geräten nur Fachleute? Ab und zu ist ein ungewöhnlicher Ansatz sehr lustig und auch informativ, etwa wenn man über McDonald über Knackigkeit von Salaten, Geschmacksintensität und Inhaltstoffe der Saucen oder den edlen und ausgefeilten Geschmack der Angestellten beim Anrichten der Speisen referiert, meist gilt aber:

Schreibe einfach und allgemein verständlich, erkläre, was zu erklären ist und mal dir im Hinterkopf aus, was diesen Leser interessieren könnte.
b) Die Ciao-Community: Die ist nun viel leichter einzuschätzen. Viele kennt man vom Lesen, weiß, was sie mögen oder nicht und wie man sie am besten zufrieden stellt. Viele haben Unmassen an Handies und PCs, verreisen ununterbrochen und wechseln die Waschmaschinen wie andere die Hemden. Was ich damit sagen will? Die Ciao-Mitglieder lesen, weil sie etwas interessiert, der Autor interessiert oder rein am Spaß an der Sache. Sie wollen keine kopierten Meinungen, auch wenn sie gar nicht kopiert sind. Zum hundersten Mal alle Funktionen eines Handies, nichtssagende Hotel- und Reisebeschreibungen sind ihre Sache nicht. Sie wollen, so mein Eindruck, spannende und lustige Geschichte mit informativen Mehrwert. Man gebe ihnen, was sie brauchen.

Überschriften
Sollen Lust auf mehr machen. Ich habe während meiner Zeit als Journalist gelernt, dass sie das Fazit des Berichts kurz wiedergeben sollen und mindestens ein Zeitwort enthalten. Überschriften sollen den Leser auf den Bericht neugierig machen und zum lesen animieren. Also „Was soll man zu diesem Spiel noch sagen?“ ist nicht das Gelbe vom Ei auch nicht „kaufen, kaufen, kaufen!“. Man hüte sich auch vor abgedroschenen und falschen Bildern. „Die Latte hochlegen“ ist nichts für Tennis-Schläger, „Wer einmal in die Ferne schweift“ nichts für einen Bericht über die eigne Wohnstadt. Und „Was sie schon immer über XY wissen wollten“ nicht sonderlich originell. Man hüte sich auch vor „Scheiß der Computer stürzt dauernd ab“ und ähnlichem ist gerade nicht sehr animierend.
Gliederung
Wie in der Schule – die Disposition – Vorwort, Haupttext – Zusammenfassung – Nachwort. Klingt dumm, ist es aber nicht. Zu jedem Punkt noch ein paar Stichworte und Informationen und eine gute Geschichte ist schon fast geschrieben. Es gibt keine Wiederholungen, man kann nicht vergessen, Vorteile über Vorteile. Was allerdings nervt, mich jedenfalls, und auch kein Journalist je macht ist das ausformulierte Fazit am Schluß. Oder lest ihr in der zeit. „Jetzt haben sie gesehen, Arafat ist ein böser Mann“. Das Fazit muß sich logisch aus dem bericht ergeben, sonst stimmt etwas am Bericht nicht.

Jetzt könnte ich den Bericht von scenic24 fast übernehmen, ich weiß er würde es mir verzeihen. Denn was hier über Ehrlichkeit, Objektivität, Umfang, Produktbeschreibung/Inhaltsstoffe, Unterhaltungswert, Vergleiche mit anderen Produkten, Verbesserungsvorschläge, Tipps und Tricks, Fachsimpeleien, Korrektur, Zeitfaktor, beobachten und Stil schreibt ist kaum zu toppen. Ich finde aber, das lest ihr dort besser selber nach.
Noch ein Gedanke
Muß man jetzt eine Mischung aus Hemingway, Kisch, dem Leitartikler der „Bild“ mit dem Humor von Kästner und dem Spannungsaufbau von Grisham sein, um gute Berichte zu schreiben? Natürlich nicht, wäre auch etwas viel verlangt. Ein ordentlich geschriebener, logisch aufgebauter Bericht mit einem Schuss Humor reicht immer. Eine Meinung haben und zu ihr stehen, ein paar Ideen, etwas Erfahrung und ein Schuß Selbstironie wären willkommene Gewürze. In diesem sinne : Viel Spaß beim Schreiben.


----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-20 19:36:08 mit dem Titel Meine erste Meinung für einen Euro! Eine Glosse

Da sitze ich nun auf meiner Terrasse. Umgeben von Tesa-Fliegengitter gegen Mücken, Fliegen und Schnacken. Das ist gut so, schmause ich doch gerade Breis von Alete und von Hipp. Auch der Geruch meiner kuschelweichen Badehosen lockt sie schon sehr. Doch jetzt kann ich unbeirrt meinen Hobbies nachgehen: ich schneide Tomaten mit dem Fackelmann-Tomatenschneider (12 Euro), schäle Kartoffel mit dem Fackelmann Kartoffelschneider (7 Euro), der auch noch wunderschön die Augen ausstechen kann, die der Kartoffel nicht meine. Zur Würze reisse ich Zesten von Orangen, Zitronen und Grapefruits mit dem Fackelmann Zestenreisser. Zur Erfrischung nippe ich an meinem Espresso natürlich mit cremigen Schaum dank Fackelmann Schaumschläger.

Ab und zu schweift mein Blick über die erblühenden Rosen von Jericho, Jesusfliegenfallen und Pelagonien.

Nur etwa stört meine Ruhe, muß ich CDs wechseln, die unzählige Brenner gerade brennen. Von Tevion, von Aldi, von BASF, Intenso und anderen. Denn ich muß biegen und kratzen und brennen und löschen und hören und vergleichen. Meist spiele ich sie der Schar unentgeltlicher Tester, die ich anstellen musste, vor. Natürlich übers Handy. Auch da muß ich aufpassen: Tevion über Nokia, BASF über Ericsson, Aldi über Siemens, Intenso über Sony etc. da habe ich dann gleich mehre Tests auf einmal. Alle Ergebnisse werden auf meinen Computern gespeichert und grafisch wiedergegeben, was mich Unsummen für Speichererweiterungen und Grafikkarten kostet. Diese Unkosten notiere ich fein-säuberlichen mit meiner Lamy-Füllfeder als Soll. Das Haben sind die Millionen von ciao. Dafür habe ich jede Menge Matratzen gekauft, mit denen meine Kinder Häuser bauen.


Ich falle in einen tiefen Schlaf. Leider nicht traumlos:
Da steht auf der ciao-Homepage unter Unternehmensinformationen:
„Mehr als eine Million Verbraucher äußern sich regelmäßig auf dem Verbraucherportal www.ciao.com zu rund 200.000 marktgängigen Produkten und Dienstleistungen. So wurde z.B. das Produkt \"Nokia 6210\" von rund 1.600 Verbrauchern schriftlich bewertet und diese Bewertungen rund 250.000 mal von anderen Verbrauchern gelesen; aggregiert umfassen Ciao\'s Datenbanken rund 3 Millionen qualitativer und quantitativer Verbrauchermeinungen, die 75 Millionen mal von anderen Verbrauchern gelesen wurden (Stand: QI 2002).
Vorteile Authentisch - spontane Verbrauchermeinungen als sinnvolle Ergänzung von Interview-Antworten im Teststudio

Jeden Tag besuchen mehr als 50.000 Verbraucher das Verbraucherportal Ciao. Kollektiv hinterlassen sie dabei einen aussagekräftigen Informationsschatz über die Marktakzeptanz von rund 200.000 gängigen Produkten und Dienstleistungen. Ciao\'s Consumer Monitoring wertet diesen Informationsschatz kontinuierlich aus und gewinnt daraus Einsichten in die Beliebtheit individueller Produkte und Dienstleistungen. Namhafte Unternehmen aus der Medien- und Konsumgüterindustrie nutzen Ciao\'s Consumer Monitoring bereits als innovatives Frühwarnsystem für Veränderungen im Verbraucherverhalten.“

Jetzt frage ich mich, on das Honorierungssystem nicht wesentlich dazu beiträgt, viele Beiträge zu generieren. Leute schreiben halt lieber über Dinge, wenn sie 3 Cent dafür bekommen als wenn sie weniger oder gar nichts bekommen. Da ist schon etwas spontanes dabei, die Lust am Geld. Auf die Marktforschung möchte ich mich aber nicht verlassen, die auf solchen Daten basiert. Das wäre ja so als würde ich als Werbeagentur den Marktanteil eines Produktes messen und Monate vorher zu jedem Produkt einen Euro legen. Aber wie heißt ein geflügeltes Wort „Traue nie einer Statistik, die du nicht selbst gefälscht hast“. Wäre doch irgendwie repräsentativer, wenn man alle Meinungen gleich honorieren würde.

Und da kamen Geschäftspartner von ciao und Werbepartner und die verlangten gute Zahlen: und es waren zoologische Handlungen und Hülsenfrüchte-Importeure. Und tage- und wochenlang gab es nur Berichte über Mäuse, Ratten, Goldhamster, Meerschweinchen unterspickt mit Vor- und Nachteilen von Erbsen, Linsen, Bohnen und dergleichen. Und eine repräsentative Umfrage ergibt eine bestätigte Koinzidenz zwischen sprunghaften Anstieg des Hülsenfrüchtekonsums mit der Neigung zur Haltung von Kleintieren. Die letzten Fleischfresser würden zwar vermehrt zu Hunden tendieren aber nicht spontan bei ciao schreiben.

Bei der Idee der typische Ciao-Konsument wäre 14jährig, verheiratet, zwei Kinder, zahnlos, deswegen Breikonsument, in einer Eigentumswohnung voller Technik und Marder lebend wachtet ich schweißgebadet auf. Das wären ja 11 Millionen, Österreich und ein Teil Bayerns. Schrecklich.

Ich tupfte meine Stirn mit Feuchttüchern in den Sorten Kamille und Pfefferminz, raste auf die Straße, entschied mich unter den hunderten Automobilen für einen Rolls Royce Smart Cabrio und brauste ins Wirtshaus.

Und beschloß diesen Bericht zu schreiben, der mir geschätzt jetzt einen Euro pro Lesung bringen wird – von diesem Reichtum kauf ich mir dann eine Meinungsplattform.

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