H6 - Tagebuch eines Serienkillers (DVD) Testbericht
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Erfahrungsbericht von LilithIbi
"Du bist seltsam, Alter."
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
===“H6 ~ Tagebuch eines Serienkillers“=== ist so ein Fall ~ schon die Gestaltung der Rückseite weckt erste Skepsis, während zumindest der beschreibende Text tatsächlich Interessantes verlautbaren lässt, wenngleich auch hier beinahe die gesamte Filmhandlung wiedergegeben wird.
Von Anfang an weiß der Zuschauer also, was in den lediglichen 80Minuten passieren wird, die sich jedoch trotzdem a bisserl in die Länge zu ziehen scheinen. Nichtsdestotrotz startet der Film mit einer intensiven Szene, einem Streitgespräch vielmehr, welches den eigentümlichen Aufnahmestil und nicht zuletzt Farbgebung ad hoc darzubieten versteht. Erste Zweifel taten sich bereits in Szene eins auf; während man einerseits gar nicht so recht weiß, was man da nun genau gesehen haben sollte, fällt auf, dass es sich hier um vermeintliche Laiendarsteller handeln mag.
Der anschließende Sachverhalt, der quasi 25 Jahre nach dem Mord, den ich tatsächlich irgendwie verpasst habe, stattfinden soll, erklärt sich im Grunde lediglich durch gleich zwei Erzählstimmen ~ zum einen berichtet Antonio (Fernando Acaso) selbst, zum anderen seine „neue“ Frau Francisca (María José Bausá) . Ein gewisser Reiz liegt hier in der Tat inne, wobei ich gleichermaßen nicht verschweigen mag, dass ohne jene Zuhilfenahme kaum möglich wäre, dem Sachverhalt zu folgen.
Sprich: Antonio hat seine Haftstrafe abgesessen, erbt eine heruntergekommene Pension einer nahezu unbekannten Tante und heiratet Francisca, die ihrerseits lediglich aus den Fängen ihrer Familie entkommen wollte. Wie alt die jeweiligen Protagonisten somit eigentlich sein müssten, während sie optisch völlig anderes daherkommen... dies stellt nur eine der zig Fragen dar, die man sich inmitten von _„H6 ~ Tagebuch eines Serienkillers“_ '''nicht''' stellen sollte.
Der weitere Verlauf _„Menschen vom Rand der Gesellschaft ins Haus locken um diese dort buchstäblich zu verarbeiten und damit als berühmter Serienmörder in die Geschichte einzugehen“_ gestaltet sich trotz der kompakten Spiellänge nahezu schleppend wie auch undurchsichtig. Dass, was der DVD-Text als Erklärung parat hält, bringt der Film selbst kaum herüber ~ darüber hinaus mutmaße ich, dass die FSK18 Freigabe nicht zuletzt darauf basiert, dass jüngere Zuschauer gewisse Kontexte womöglich überhaupt nicht begreifen würden.
Trotzdessen man eine Kettensäge und blutgetränkte Gegenstände sieht, werden die Zerstückelungen nicht gezeigt ~ auch fordert es einen gewissen Willen zur Phantasie, sich mannigfaltiges selbst zu beantworten.
Bereits der erste Vergiftungstod gestaltet sich zum fremdschämen schön... grotesk.
Mal völlig von dem Umstand ab, dass jener viel zu schnell „abläuft“, mag man auch an dem Verhalten des ersten weiblichen Opfers – Rosa (Raquel Arenas) – zweifeln. Jene Prostituierte fordert lediglich 20€ für ihre Dienste ~ plus Mittagsessen, etwaige Einzugsmöglichkeit in die Pension und eine absolute Naivität inklusive. Wobei sie immerhin voller stolz ihr kürzlich erhaltenes Gesundheitszeugnis mit sich herumschleppt. Ab wann genau darf man sich veralbert fühlen?
Recht schnell bekam ich große Lust, eine Strichliste für die Häufigkeit der Erwähnung des Wortes „Alter“ anzulegen, während ich gleichermaßen überhaupt keine Hand frei hatte, so oft wie ich mir diese an die Stirn donnern musste.
Ohne selbst Profi auf dem Gebiet zu sein, entbehrt es für mich jedwede logische Vorsichtsmaßnahme, was Rosa an Verhaltensweisen darlegt. Nicht nur, dass sie sämtliche Warnsignale gekonnt ignoriert...generell scheint sie alles andere als ausgebufft zu sein, was ihre plötzliche Erkenntnis, als sie bereits auf dem mit Plastikfolie überzogenen Tisch fixiert wurde „Ich hab mein Höschen noch an!“, noch unterstreicht.
Spätestens an der Stelle, als sie obendrein beginnt, ihren Peiniger, der bis dato eigentlich noch nichts nicht-abgesprochenes getan hat, wüst zu beschimpfen und von Rache zu palavern, verpuffte in mir jegliches Mitgefühl mit dem Opfer.
Ein Umstand, der bei solchen Filmen eigentlich nicht passieren darf.
Ebenfalls ungünstig der Aspekt, dass man sich beinahe den gesamten Film entlang eher über das dargebotene amüsieren kann, statt dass sich hier auch nur ein Hauch Bedrohlichkeit breit machen würde. Bedauerlich in diesem Zusammenhang obendrein, dass es sich nicht um ein fröhliches, sondern vielmehr ein fassungslos-ärgerliches amüsieren seitens des Zuschauers handelt.
Aussagen wie
_„Und jetzt iss. Ich möchte nämlich mit dir schlafen, bevor du zurück ins Krankenhaus gehst“_
oder auch
_„Marissa ist anders als ihre Vorgängerin“_
verfehlten ihre eigentliche Intention, während zumindest letztere Aussage zum Teil zutrifft. Jene Figur (Xènia Reguant) selbst agiert glaubwürdiger, wodurch allerdings das Gesamtwerk nicht authentischer zu werden vermag. Spätestens in dem Moment, wo sich der Zuhälter Curro (Ramón del Pumar) nicht näher definierte Knochen bricht, nur weil er eine handvoll (!) Stufen heruntergekullert ist und sodann sich den Schädel einschlägt, als er weitere 10 Stufen hinabmurmelt... da hatte ich im Grunde schon keine Lust mehr.
~ Insgesamt scheint der recht junge Regisseur Martin Garrido Baron meiner Ansicht nach damit gehadert zu haben, in welche Richtung er seinen Film eigentlich hätte bugsieren sollen. Die Alternatividee, das Ganze in einer Art Dokumentationsfilm umzusetzen, mag zumindest einen Moment lang in ihm gekeimt zu sein ~ immerhin gesellt sich im weiteren Verlauf eine dritte Erzählstimme hinzu, die eine weitere Perspektive zu den Geschehnissen erlaubt.
Einen rigorosen Schocker erhält der Zuschauer mit „H6 ~ Tagebuch eines Serienkillers“ zweifellos nicht. Die Atmosphäre fungiert eher nüchtern als nervenzerreissend, überdies kann man kaum von Anspannung sprechen, während nicht zuletzt ohnehin von Klappentext an klar ist, auf was sich das Ganze hinaus entwickeln wird.
Den ein oder anderen Gucker wird überdies stören, dass es keinerlei (überbordende) Gewaltdarstellungen zu sehen gibt, wodurch der werbende TV-Movie Slang „Härter als Hostel“ quasi eine bodenlose Lüge darstellt. Hintenrum weiß der bebilderte Sachverhalt durchaus ein wenig zu verstören; doch im Groben und Ganzen kommt selbst diese Wirkung eindeutig zu kurz, während sich eher ein Hohelied auf die Unglaubwürdigkeit anstimmt.
Der stete Kameraschwenk auf die neu erworbene Tiefkühltruhe mag dem Zuschauer ein wenig bu-hu mit auf den Weg geben; während nicht zuletzt eine der gefütterten Prostituierten gegen eine obskure Übelkeit kämpft, bei der die vermeintlichen Experten mutmaßen, sie hätte etwas falsches gegessen. Fatalerweise wirkt jedoch auch diese Szene derartig grenzwertig (schlecht), das meiner Unterstellung nach etliche Zuschauer sich schon gar nicht mehr fragen werden, wohin zur Hölle nochmal eigentlich unverwurstbare Körperteile wie Hände, Füße oder gar der Kopf hingelangt sein mögen.
Und das, Freunde der Filmfehlers und Logiklöcher... das ist nur der Anfang.
===Summa summarum=== hab ich mal wieder lange nicht so gut geschlafen wie nach der Sichtung dieses Filmes. Mit den vorhandenen DVD-Extras wie
_Trailer_, _Interview_ oder gar ein _Behind the scene_ habe ich mich auch in diesem Fall nicht beschäftigen wollen ~ solcherlei weckt mein Interesse keineswegs aus dem Tiefschlaf, den der Film selbst in mir verursacht hat.
Gesehnt habe ich mich nach einem recht obskuren Tag nach einem waschechten Blutbad zum Feierabend; erhalten habe ich zig Großaufnahmen eines immerhin nicht unansehnlichen Kerls, der die Plastikwände in Zimmer 6 schrubbt.
Lediglich zum Ende hin gestaltet sich das Werk ein wenig raffiniert, sorgt für zumindest eine Überraschung, während das Sätzgen
_„Sollte ich in diesem Leben den Glauben verlieren.... so hätte ich ja gar nichts mehr“_
durchaus für eine Rechtfertigung des Pflichtsternchens Sorge trägt.
Mehr Tiefsinn darf man hier jedoch nicht erwarten, während ich mir darüber hinaus eigentlich kaum vorstellen kann, welcher „Zielgruppe“ der Film förmlich auf den Leib geschustert werden sollte.
38 Bewertungen, 9 Kommentare
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27.06.2011, 17:02 Uhr von tina08
Bewertung: sehr hilfreichViele Grüße ... Tina
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25.06.2011, 22:12 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichSchöne Grüsse, Talulah
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25.06.2011, 21:35 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichlg. ^^^^^^^^^^^^petra
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25.06.2011, 18:20 Uhr von feliciano2009
Bewertung: sehr hilfreichguter Bericht....sh
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25.06.2011, 15:22 Uhr von campino
Bewertung: sehr hilfreichGrüße zum Wochenende!
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25.06.2011, 13:17 Uhr von [email protected]
Bewertung: sehr hilfreichein schönes wochenende, simone
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25.06.2011, 13:08 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSehr hilfreich und liebe Grüsse
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25.06.2011, 12:44 Uhr von papaonline
Bewertung: besonders wertvollheute vote ich für dich, bh und lg aus wilhelmshaven , dirk
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25.06.2011, 11:50 Uhr von katjafranke
Bewertung: sehr hilfreichKATJA wünscht dir ein schönes Wochenende
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