Urlaub mit Papa. Roman Testbericht

ab 7,73
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Summe aller Bewertungen
  • Niveau:  durchschnittlich
  • Unterhaltungswert:  gering
  • Spannung:  hoch
  • Humor:  sehr humorvoll
  • Stil:  sehr ausschmückend

Erfahrungsbericht von LilithIbi

EINEN Tod muss man sterben.

3
  • Niveau:  anspruchslos
  • Unterhaltungswert:  hoch
  • Spannung:  durchschnittlich
  • Humor:  humorvoll
  • Stil:  ausschmückend
  • Zielgruppe:  Männer

Pro:

-

Kontra:

-

Empfehlung:

Ja

Durch Ciao werde ich hin und wieder auf Bücher aufmerksam gemacht, die mich so sehr ansprechen, dass ich sie baldmöglichst selbst lesen möchte.
So erging es mir auch mit dem 317 Seiten starken Unterhaltungs-Roman

//URLAUB MIT PAPA//

der aus der Feder von Dora Heldt stammt, die mit ihren Büchern „Ausgeliebt“ sowie „Unzertrennlich“ dem ein oder anderen schon bekannt sein dürfte.

Hin und wieder lese ich ja doch gerne mal was heiteres, was zum lachen und wunderbar hinterhersinnieren; schon allein um die Last meiner „Arbeits“Tage von mir abzuschütteln oder auch während meiner CSI-Marathons mich nicht den ganzen Tag mit Hochkonzentrationskost zu konfrontieren.

/DIE STORY/

versprach ähnlich amüsantes, wie ich es von Jim Knipfel, Tommy Jaud sowie Evelyn Sanders gewohnt bin; ein Blick auf eine Leseprobe tat ihr übriges. Inhaltlich geht es eigentlich „nur“ darum, dass Christines Mutter ins Krankenhaus muss und ihre Tochter somit bittet, Vater Heinz mit in Arbeits-Urlaub zu nehmen ~ allein zu hause ist dieser nämlich ähnlich aufgeschmissen wie die meisten Väter meiner Generation. Christina plant mit ihrer Freundin Dorothea zu fahren, um ihrer gemeinsamen Freundin Marleen bei der Renovierung ihrer Pension zu helfen; und Papa soll nun laut Muttern helfen. Schon allein aus dem Grund, weil insbesondere Männer, die nicht mehr arbeiten gehen, eine Beschäftigung brauchen (und sei es nur, um ihren Frauen nicht ständig auf den Keks zu gehen).

Der Klappentext gibt Wort für Wort die ersten Zeilen des Romans wieder, was keinesfalls schlimm ist, sondern a) den Leser endlich mal nicht „beschummelt“ und b) eben diesen direkt ins Geschehen wirft, ohne die Story großartig einzuläuten.

Wie sehr ich mich in die Rolle der Christine eindenken können würde, was ihren Vater angeht, wurde mir schon auf den ersten Seiten ziemlich klar gemacht:

“Ich finde deinen Vater witzig“. Ich schluckte. Dieses Wort hätte ich nicht gewählt. (...) „Heinz ist doch noch richtig fit. Und wenn er Lust hat, uns zu helfen, ist das doch nett. Wenn ihm das nicht zu anstrengend wird.“ Wenn _ihm das nicht zu anstrengend wird? (...) Ich biss mir auf die Zunge, das wollte ich alles gar nicht erzählen. Ich habe meinen Vater gern. Am liebsten mit drei Stunden Fahrzeit zwischen uns. Oder im Beisein meiner Mutter. Oder mal auf eine Tasse Kaffee.“
(vgl. S. 12)


//DIE UMSETZUNG//

gelang auf den ersten hundert bis zweihundert Seiten grandios. Erneut kicherte ich vor mich hin und kam nicht umhin, mir oftmals meine eigenen Eltern bzw. meinen Vater vorzustellen; zumal es bei uns tatsächlich so war, dass meine Mutter wegen ihrer Knieoperation ein paar Tage fort war und mein Vater ähnlich agierte wie Heinz in dem Roman. Bei den Zeilen darüber, dass Heinz sein eigenes Werkzeug mit auf die Insel schleppt, bin ich beinah ausgeflippt vor Freude über diese lebensnahe Berichtweise. So schräg manches, was hier niedergeschrieben wurde, im ersten Moment auch klingen mag, so realistisch ist es vielerorts. Und so oder so ähnlich werden wohl auch einige von uns im Alter mal werden....

Vorab kann ich sagen, dass ich den gesamten Roman in einem fort gelesen habe, weil ich einfach zu sehr an den Zeilen klebte um irgendeiner profanen TV-Unterhaltung folgen zu wollen. Pünktlich zu „Ein fliehendes Pferd“ war ich obendrein fertig, was mir die Gedanken über den Ausgang des Buches ein wenig aus dem Sinn wischte.

Doch im nachhinein kann ich sagen, dass mir ab ca. der Hälfte des Buches auffiel, dass die Geschehnisse zu sehr Richtung „Krimi“ abdrifteten. Die Idee, dass Heinz mit seinem Busenkumpel Kalli einen potentiellen Heiratsschwindler auf die Schliche kommen will, ist mehr als gut gewählt ~ doch bei der Umsetzung muss ich leider bemängeln, dass die Autorin hier und dort zu dick auftrug; soll heißen: letztendlich gelingt es ihr zwar mehrfach, den Leser des öfteren (!) auf eine falsche Fährte zu locken und ebenso wie die Hauptprotagonistin an deren Urlaubsliebe zweifeln zu lassen ~ doch die Aufdröselung des ganzen wirkt wie aus einem Kurzkrimi in diesen einschlägigen Romanzeitschriften entnommen. Zu viele Ecken und Kanten, zu viel Hickhack, zu viele geplante Überraschungen. Der große Bogen, der die Geschehnisse zusammenfügen sollte, wurde hier eher halbgut erschaffen, wirkt zu sehr erfunden, zu weit hergeholt und gleichzeitig ebenso abgedroschen.

Mir persönlich kommt es hier leider mal wieder so vor, als wollte auch diese Autorin noch den großen Knaller in ihren Roman packen ~ und stolperte sodann in der Ausführung. Es mag gut durchdacht gewesen sein, dass Dora Heldt nicht nur die Geschichte der Renovierung nebst dem ganzen Hoteldrumherum erzählen wollte, sondern obendrein ein kleines Skandälchen verpacken wollte. Nur wirkt der Roman somit stellenweise, wie man es von der Figur des Zeitungsknaben Gisbert erwartet und bekommt: dem potentiellen Verbrechen zu übertrieben auf der Spur.

Dem entgegen steht der immer-wieder-Verblüffungseffekt, dass Christine selbst bereits 45 Jahre alt ist, ihr Vater auf die 80 zugeht. Oft musste ich mir dies selbst in Erinnerung rufen, eben weil sie für ihre Eltern nach wie vor das ewige Kind geblieben ist.
Ich mit meinen 30 Jahren kenne es nur zu gut, meine eigenen Erlebnisse in Elterntaugliche Versionen umzuwandeln ~ und war trotzdem überrascht, dass man selbst mit 45 Jahren noch heimlich raucht, sich von der Mutter maßregeln lässt und vom Vater Belehrungen über Männer mit langen Haaren anhören muss.
In diesem Zusammenhang finde ich es nicht nur sehr gut, sondern irgendwo auch richtig wichtig, dass die Autorin so ganz nebenbei immer mal wieder die Altersangaben der einzelnen Personen einfließen lässt, ohne damit allzu aufdringlich zu wirken. Vielmehr fungiert dies wie eine Art „Erinnerung“ an den Leser; der jedes Mal denkt „ach...stimmt ja“ und dann wieder unfreiwillig grinsen muss.

Die kleinen Bösartigkeiten, die Christine hin und wieder auf ihren Vater loslässt, sind absolut nachvollziehbar und verstärken das Lesevergnügen noch. Oftmals war ich selbst fassungslos aufgrund des Verhaltens seitens Heinz ~ egal, wie bekannt mir das alles doch irgendwie vorkam.


//SUMMA SUMMARUM//

würde ich das Buch jedem einzelnen, der gerne was wirklich locker-leichtes mit einem Hauch von Krimi-Atmosphäre liest, ans Herz legen; wenngleich ich persönlich nicht die volle Punktzahl vergeben möchte.

Wie so oft fing das Buch sehr sehr gut an, lässt sich obendrein leicht wie zügig lesen und macht einfach nur Spaß. Leider jedoch schwindet der Sprach- wie Witz der Geschehnisse ein wenig und weicht einem fast schon mittelmäßigen Gauner-Klamauk.

Wäre Dora Heldt der reinen Urlaubsgeschichte treu geblieben, und hätte nicht auf Teufel komm raus versucht, unbedingt immense Spannung wie Überraschungseffekte einzubauen, so hätte mir das Buch vermutlich noch eine Ecke mehr zugesagt.

Insbesondere der Schluss, sprich: die letzte Seite, wirkt irgendwie „unfertig“ und erzwungen.

Nichtsdestoweniger bin ich doch recht erbaut von dem Gesamtwerk und hab mal wieder richtig Lust bekommen, des öfteren auf „heitere Lektüren“ zurückzugreifen ~ kommt der Sommer, kommt das Lachen.

37 Bewertungen, 15 Kommentare

  • Striker1981

    11.06.2009, 14:32 Uhr von Striker1981
    Bewertung: sehr hilfreich

    SH und Liebe Grüße vom STRIKER

  • Puppekaa

    04.05.2009, 18:16 Uhr von Puppekaa
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht - LG

  • tk7722

    30.04.2009, 09:46 Uhr von tk7722
    Bewertung: sehr hilfreich

    Ein sehr interessanter Bericht, liebe Grüße

  • morla

    30.04.2009, 04:33 Uhr von morla
    Bewertung: sehr hilfreich

    wünsche dir eine gute nacht lg. petra

  • Carmen70

    30.04.2009, 02:57 Uhr von Carmen70
    Bewertung: sehr hilfreich

    Super berichtet.Carmen70

  • bettie47

    30.04.2009, 00:01 Uhr von bettie47
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toll berichtet. L.G. bettie 47

  • tina08

    29.04.2009, 23:50 Uhr von tina08
    Bewertung: sehr hilfreich

    Viele Grüße .... Tina

  • minasteini

    29.04.2009, 23:50 Uhr von minasteini
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr schöner Bericht. Liebe Grüße.

  • Miraculix1967

    29.04.2009, 23:38 Uhr von Miraculix1967
    Bewertung: sehr hilfreich

    Prima Bericht! Schönen Abend und LG aus dem gallischen Dorf Miraculix1967

  • droehn

    29.04.2009, 23:34 Uhr von droehn
    Bewertung: sehr hilfreich

    Toller Bericht, lg droehn

  • Clarinetta2

    29.04.2009, 21:54 Uhr von Clarinetta2
    Bewertung: sehr hilfreich

    das wäre nicht so mein buch prima bericht

  • pbtraeger

    29.04.2009, 21:21 Uhr von pbtraeger
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr ausführlicher Bericht. Gruß PB-Träger

  • timecode001

    29.04.2009, 20:18 Uhr von timecode001
    Bewertung: besonders wertvoll

    Prima geschrieben! Dafür von mir die 10.0!!! Liebe Grüsse. timecode001

  • sigrid9979

    29.04.2009, 19:59 Uhr von sigrid9979
    Bewertung: sehr hilfreich

    ::::: SH ::::: LG SIGI

  • Mondlicht1957

    29.04.2009, 19:32 Uhr von Mondlicht1957
    Bewertung: sehr hilfreich

    Sehr hilfreich und liebe Grüsse freu mich über jede lesung