Autodesk AutoCAD 2004

Produktbeschreibung

Autodesk AutoCAD 2004

EAN 0606121434306
MPN 0011812145290
gelistet seit 03/2004

Allgemeine Informationen

Kategorie Vollversion
Sprache deutsch

Details

Anzahl User 1

Weitere Merkmale

Anwendungsinformation CAD Anwendung
Betriebssystem Windows 2000; NT 4.0 SP6a; XP Home; XP Professional

Tests und Erfahrungsberichte

  • Produktivität ist was anderes...

    Pro:

    leicht erlerntbar universell einsetzbar

    Kontra:

    nur Basisfunktionen muß branchenspezifisch erweitert werden, um es sinnvoll zu nutzen.

    Empfehlung:

    Nein

    Also als Privatmann wird man sich AutoCAD nicht leisten können und auch eher weniger Verwendung dafür haben. Somit stelle ich mal einen Testbericht für die Software auf, die wir in unserer Firma einsetzen.
    Hintergrund : Mittelständisches Bauunternehmen in Südhessen, ca. 300 Mitarbeiter, davon ca. 30 Mann im Engineering. Eingesetzte Systeme sind Logocad und AutoCAD. Ich selbst kenne AutoCAD seit Version 12, wobei ich Version 14 und 2002 ausgelassen habe und mittlerweile die größte Erfahrung auf Version 2004 habe.

    Zunächst mal zur Installation : Geht schnell und flott voran, die Netzwerkversion mit der Lizenzverwaltung läuft ganz gut. Leider kommt es immer wieder zu Problemen. Sobald ein User seine Lizenz freigibt, weil er AutoCAD schließt, registriert das die Software nicht. Erst wenn der Rechner einen kompletten Neustart macht, wird die Lizenz freigegeben.
    Mehrere Konten auf einem Rechner, die Zugriff auf AutoCAD haben und deren Benutzer nacheinander Zugriff benötigen, behindern außerdem den Einsatz. Meldet man sich nur ab und ein anderer sich an und will dieser AutoCAD starten, verwehrt es ihm den Dienst.
    Beachtet man den Workaround, jedesmal den Rechner komplett runter und wieder hochzufahren, funktioniert die Lizenzverwaltung tadellos.

    Die Bedienung selbst gestaltet sich einfach und ziemlich intuitiv. Etwas gewöhnungsbedürftig für Umsteiger ist das Layoutkonzept, das Autodesk mit Version 14 einführte. Dadurch lassen sich aber geradezu unendlich viele Arbeitswege erschließen. AutoCAD selbst ist ja auch universell einsetzbar, ob im AEC oder MCAD-Bereich. Da ich sozusagen "Grenzgänger" bin, schätze ich das ungemein.

    Leider verfügt AutoCAD 2004 nicht über so ausgefeilte Werkzeuge wie Nemetschek, was Achsverwaltung, Achsnumerierung, Zeichnungshilfen und Layerverwaltung und vor allem Planverwaltung angeht. Aber dadurch ist es universeller einsetzbar und AutoCAD lebt auch davon, das man es sich durch branchenspezifische Erweiterungen um die benötigten Funktionen ergänzt.

    Ein Manko auf jeden Fall ist die mangelnde Fähigkeit, Hochzahldarstellung mit den Bemassungen darzustellen. Das fehlt auf jeden Fall, DIN-konforme Bemassungen sind ohne Hochzahlen so gut wie nicht machbar. Eine solche Basisfunktion sollte AutoCAD gleich mitliefern.

    Ein weiterer Minuspunkt ist die mangelhafte Interoperabilität der verschiedenen AutoCAD-basierenden Produkte von Autodesk mit dem Basis-AutoCAD selbst. So lassen sich mit Mechanical Desktop 2004 erstellte Modelle nicht in AutoCAD 2004 öffnen oder anzeigen, exportierte Dateien aus MDT weigert sich ACAD ebenfalls zu öffnen. Das gleiche gilt für Architectural Desktop (ADT) - auch hier sind die Daten nicht sinnvoll zu nutzen, da ACAD selbst mit den Layern von ADT nicht zurechtkommt. Sehr enttäuschend.

    Der PDF-Export ist dürftig. Stattdessen versucht Autodesk seinen DWF (Drawing Web Format) durchzudrücken, für das nur niemand wirkliche Verwendung hat. Denn DWF macht einen von Autodesk abhängig. Heutzutage verwenden die meisten Büros immer noch HPGL-Plots oder etwas neuere PDF zum Archivieren und Verwalten der Zeichnungen. Der Import von PDF ist schlicht unmöglich, hier sollte der User auf CADKAS-Produkte zurückgreifen.

    Positiv ist die gute Plotterverwaltung. Im Vergleich zu den Vorgängerversionen wurde hier ein Quantensprung gemacht. Die ExpressTools sind leider nur auf englisch erhältlich, erleichtern aber den Umgang mit großen Zeichnungen und extern referenzierte Zeichnungen enorm. Letztere sind aber immer noch zu umständlich zu handhaben, von Drag&Drop und einem einfachen Auswahlmenü ist man hier immer noch weit entfernt.
    Eine sinnvolle Blockmanipulation und Blockvarianten und deren Verwaltung vermisst man ebenso.

    Das man Bemassungsstile nicht einfach löschen und damit referenzierte Bemassungen einem anderen Stil zuweisen kann, vermisst man ebenso. Beim täglichen Arbeiten wird hier eine Menge Arbeit notwendig.

    Am meisten ist der Leistungshunger von AutoCAD allgemein zu bemängeln. Jede abgelegte Zeichnung auf der Festplatte wird im Hauptspeicher erstmal um den Faktor 10 aufgepumpt. Da werden mal eben aus 10 MB Konstruktionszeichnung 100MB im Hauptspeicher... Der Prozessor ist moderat ausgelastet, aber die Grafikkarte wird sehr gefordert. Für grundlegende Bearbeitungen von 2D-Zeichnungen sollte man unter 2 GHz und 512MB RAM sowie mindestens einer ATI Radeon 9700 128MB und einer schnellen Festplatte schonmal gar nicht anfangen. UND DAS GILT FÜR AUTOCAD 2004 ALLEINE !
    Wer im 3D-Bereich konstruieren will oder im 2D-Bereich komplexe Zeichnungen bearbeiten will, sollte schon 3 GHz, 1GB RAM und eine X800 oder FireGL sowie ein SCSI-System sein eigen nennen. Drunter ziehen sich manche Arbeiten sonst wie Kaugummi und man braucht etwas Geduld.
    Wie das mit 2005 und 2006 aussieht, kann ich nicht sagen, noch haben wir kein Upgrade gemacht.

    Mit AutoCAD läßt sich sehr viel anfangen, aber es fehlt auch noch eine ganze Menge und es gibt eine ganze Menge nerviger Fehler. Das Programm selbst ist für seine nackten Fähigkeiten vollkommen überteuert, angesichts der nervigen Fehler stimmt das Preis-Leistungs-Verhältnis nicht wirklich.

Autodesk AutoCAD 2004 im Vergleich