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Bewertung
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![]() Ohne DIE WOCHE nie durch die Wocheein Testbericht von ikaros2002-02-12 18:22:08 vom 12.02.2002 Empfehlung: jaNeben diesen Tag für Tag erblühenden und wieder vergehenden Disteln und Rosen der Presse existiert die oftmals gar nicht richtig erfaßte Gattung der Wochenzeitungen, die in weniger schrillen Farben um den ersten Platz an der Sonne bzw. des Lesers Auge buhlen, sondern vielmehr eine Rückschau auf "längst" vergangene Zeiten bietet. Eine solche Zeitung ist "Die Woche". Vor kurzem habe ich ein Probeabonnement - 10 Ausgaben für 20,- € - dieser Wochenzeitung begonnen und kann nach derzeit drei Ausgaben schon mal eine Zwischenbilanz ziehen: ich werde auf jeden Fall Dauerabonnent! Zu den Gründen. Die Zeitung, die auf dem Postweg jeweils donnerstags eintrifft und 44 normale Zeitungsseiten Umfang aufweist, deckt nach meiner persönlichen Einschätzung und Anforderung so ziemlich alles ab, was einen modernen Menschen an Wochengeschehen interessiert. Welt- und Landespolitik, Wirtschaft und Gesellschaft, Wissenschaft und Kultur, sogar Kulinarisches, Reisen und Musik finden in regelmäßiger und beständiger Weise Eingang und bieten somit ein gut austariertes Kaleidoskop der vergangenen Woche, wobei die Ausklammerung der Rubrik Sport mir nicht nur aufgrund meiner überzeugten Antipathie gegenüber jeder physischen Betätigung ohnehin als lobenswert erscheint, sondern auch, weil - von wenigen Ereignissen wie etwa dem Vier-Schanzen-Rekord, der aber auch Erwähnung fand, abgesehen - die Ergebnisse der vergangenen DFB-Woche oder ähnlichem nun nicht so richtig prickelnd sind - vier und mehr Tage später. Es versteht sich beinahe von selbst, daß die eben aufgezählten Bereiche nicht gleichwertig - genauer gesagt, gleichseitig - neben einander stehen. So ist der Bereich "Politik", der übrigens in der aktuellen Ausgabe vom 1. Februar 2002 nicht nur Themen wie NPD-Verbotsantrag und Wahlkampf kennt, auf den Seiten 1-14 vertreten, wohingegen "Wirtschaft" von Seite 15 an bis Seite 22 beheimatet ist. Nun sagt die bloße Seitenanzahl ja herzlich wenig über den Inhalt und dessen Qualität aus, deshalb dazu auch gleich mehr. Inhaltlich schätze ich an der Zeitung besonders, daß in der Regel ein Artikel und damit auch ein Themenschwerpunkt eine ganze Seite einnimmt, also nicht etwa fünf und mehr verschiedene Schlagzeilen oder Neuigkeiten auf einer halben Seite sich gegenseitig den Platz streitig machen. Damit eng verbunden ist natürlich auch der Topos Qualität, denn bei gut drei Spalten mit jeweils mehr als 50 Zeilen kann sowohl in die Breite als auch in die Tiefe gegangen werden, wie es dem viertelseitigen Einspalter nie gelingen wird. Dabei findet man jedoch nicht etwa den Anfang im Ende wieder, während der Mittelteil mit möglichst konfusen Aussagen die Erinnerung an eben den gerade gelesenen und schon wieder kurz bevorstehenden Anfang im Ende vertuschen will. Vielmehr wird wirklich ein ansehnlicher Umfang an Information und Hintergründen geliefert, so daß die - nach Ansicht der Redaktion - wichtigsten Themen der vergangenen Woche, deren Auswahl bisher noch kein "Und was ist mit ..." auftreten ließen, auf wirklich umfassend dargelegt werden. Eine politische Grundtendenz wie etwa bei gewissen nicht näher zu nennenden süd- und mitteldeutschen Tageslexika in Zeitungsform oder lächerlich anmutenden Solidaritätsnachweisen, wie sie in Medienkadern praktiziert wird, konnte ich bisher nichts erkennen; nach meinem eigenen Empfinden herrscht durchweg ein objektiver Ton, soweit dies im Pressebereich überhaupt möglich ist - auch Journalisten und Redakteure sind nur (denkende) Menschen - vor. Mag sein, daß ich einen solchen nur (noch) nicht wahrgenommen habe, jedoch erscheint mir schon das Faktum, daß manchmal zwei Beiträge zu dem gleichen Themenpunkt teilweise eine gewisse diametrale Ausrichtung beinhalten, als ausreichendes Indiz für ersteres. Doch auch die "Randbereiche" wie Medien, Wissenschaft, Gesellschaft und Kultur sowie Modernes Leben kommen nicht zu kurz, teilen sie sich doch immerhin die restlichen 20 Seiten, wobei insbesondere bei den letzten beiden Sektoren auch mal zwei oder drei Beiträge - die immer noch von ausreichender Länge sind - auf einer Seite Platz finden. Feste Institutionen gibt es selbstverständlich auch bei "Die Woche". So ist auf Seite 3 stets das Porträt einer Person des Zeitgeschehens abgedruckt, bei der man neben einer Kurzbiographie und einer dreipunktigen Aufstellung von "Freunden" und "Feinden" ausführlich über Leben und Werk der betreffenden Person - aktuell Jutta Limbach, Präsidentin des Bundesverfassungsgerichts und demnächst Präsidentin des Goethe-Instituts - informiert wird. Seite vier ziert der sogenannte "Streitfall", bei dem zu einem aktuellen Thema - momentan NPD-Verbot - Meinungen und Ansichten von zehn Personen unterschiedlicher Funktion - Politiker, Funktionäre, Wissenschaftler etc. - wiedergegeben wird, während im unteren Teil der Seite eine nicht selten amüsante Zitatensammlung geboten wird. Ebenfalls stets auffindbar ist eine Umfrage bezüglich der Wählerverhaltens gegenüber dem Deutschen Bundestag, je nach Anlaß und Nähe auch bezüglich der Landtage der Länder, aus denen man, eine konstante Befragungsklientel stillschweigend vorausgesetzt, eine persönliche Statistik ableiten kann. Auf "der letzten Seite" schließlich dominiert Jux und Humor: hier wird eine besonders in Erscheinung getretetene Person der Zeit(geschichte) durch die Mangel gedreht, ein Photo mit sarkastischen Kommentaren versehen und zu mehreren Topoi zynisch der Senf abgegeben. Ein stets unterhaltsames Schmankerl am Ende einer sonst ebenfalls angenehmen und informativen Lektüre. In puncto Werbung - Achillesferse von Wochenzeitschriften - kann "Die Woche" sicherlich nicht mit dem Negativrekord eines 1:1-Anteils oder gar schlimmeren "glänzen", vielmehr wird das wenige an Fremdwerbung so eingesetzt, daß der umgebende oder eigentliche Zeitungsinhalt ins Auge fällt und nicht etwa zwischen allen möglichen Produktvorstellungen mühsam das bißchen Berichterstattung oder Reportage herausgefiltert werden muß. Insgesamt kann ich nach meinen dreiwöchigen Erfahrungen nur positives über diese Zeitung berichten, deren Exemplarpreis von 2,- € im Einzelbezug auf jeden Fall einer Kaufentscheidung nicht abträglich ist. Da mir unter der Woche für eine Tageszeitung - von Käseblättern einmal abgesehen - einfach die Zeit bzw. für letztere die Lust fehlt, auf der anderen Seite die Nachrichten im Fernsehen aber auch nicht immer erschöpfend sind, ist eine Wochenzeitung eine wirklich sinnvolle Abrundung meines Informationsbedürfnisses, zumal eine Zeitung ungleich handlicher ist als ein mehr als vierhundert Seiten dicker Werbekatalog mit Informationsbeilage. Von daher steht für mich die Entscheidung zwischen Wochenmagazinen und Wochenzeitung schon fest, zumal das Recycling-Papier einer Zeitung allgemein sicherlich ökologischer ist als das Glanzpapier der Magazine. Auch diesbezüglich kann die Woche durch "Die Woche" nur besser werden! ... |
James2, 12.02.2002
Sehr gut beschrieben, aber einmal in der Woche eine Zeitung, das waumlre mir
etwas zu wenig. Gruszlig James2
Kitana, 12.02.2002
Houmlrt sich ganz gut an :
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![]() Ausgewählte Informationen in angenehmen Layoutein Testbericht von magnifico2002-02-17 15:54:58 vom 17.02.2002 Empfehlung: jaAuf insgesamt 44 Seiten, alle im gängigen Zeitungsformat und selbstverständlich auch Recycling-Papier, werden dabei zu den großen Themenbereichen "Politik", "Ausland", "Wirtschaft", "Geld & Börse" sowie "Medien", aber auch "Wissenschaft & Technik" und "Gesellschaft" dargeboten. Dabei umfaßt in der Regel ein Artikel jeweils eine ganze Seite, so daß also gerade keine bloße Aneinanderreihung von Schlagzeilen und (Pseudo-)Sensationen der vergangenen Woche abgedruckt sind, sondern vielmehr ausführliche und detaillierte Darstellungen zu den Themen, die in der vergangenen Zeitabfolge auch dominant waren. Dabei sind zu jedem Themenkomplex neben den drei bis sieben "Großartikeln" auch "Kurznoten" vorzufinden, die einen punktuellen Informationsgehalt haben, dabei allerdings auch oftmals zu einer Abrundung des gesamten Bildes beitragen und daher die Bezeichnung "Wochenspiegel" durchaus verdienen. Sehr schön finde ich persönlich auch die Rubrik "Angespitzt", in der, wiederum unter dem "Dach" des Themenblockes, Zitate von verschiedensten Personen abgedruckt werden. So etwa als Beispiel ein Zitat des Kabarettisten Dieter Hildebrandt im Bereich "Medien": "Die, die Fernsehen veranstalten, hatten nie ein Interesse an denen, für die sie Fernsehen veranstalten." Oder ein Zitat des Biochemikers Erwin Chargaff im Bereich "Wissenschaft & Technik": "Die ganze Art, in der angeblich die Lektüre des Genoms erfolgt, ist ein Teil des amerikanischen Vergnügungsbetriebs." Treffend, vielleicht manchmal sogar tiefsinnig, und auf jeden Fall lesenswert. Doch auch Bereiche wie "Kultur" oder "modernes Leben" finden auf zwei, drei Seiten - jeweils im Zeitungsformat zu denken - ihre Berücksichtigung, so etwa eine Vorstellung von zwei oder drei Reisezielen, Buchrezensionen, aber auch Interviews mit Leuten wie Reich-Ranicki oder Karasek. Sicherlich, auch bei der Größe einer normalen Zeitungsseite fallen die ein oder anderen Informationen unter den Tisch - doch spätestens bei der Flut von sogenannten Informationen, die über die gewöhnliche Tagespresse ständig auf einen niedergeht, fallen derartige Informationen im Gehirn ebenfalls "unter den Tisch"! Für mich persönlich stellt "Die Woche" eine gute Möglichkeit dar, neben dem alltäglichen Konsum des "heute-journals" im ZDF oder der "Tagesschau" im ARD - die Nachrichtensender der Privaten sind oftmals nicht einmal die Bezeichnung wert - am Wochenende oder auch einfach mal zwischen durch zu einem gerade aktuellen Thema eine ausführliche Berichterstattung zu erhalten, ohne daß ich mir dabei Dutzende von Bildern ansehen oder erklären lassen muß oder aber gleich 200 Seiten unnützen Kram mitkaufen zu müssen. Bei einem Preis von 3,90 DM im Tagesgeschäft oder aber 3,50 im Abonnement, ist sie zudem wesentlich günstiger als vergleichbare Wochenpresseerzeugnisse und zudem wesentlich angenehmer zu Handhaben. Der jeweilige Artikel braucht nur aus den übrigen Blättern gezogen zu werden, und nach Beendigung der Lektüre zurückgelegt zu werden. Zudem entstehen so keine meterhohen Altpapierberge, die mit Woche für Woche höher und gefahrenträchtiger werden, bloß weil das Hochglanzpapier infolge der Heftung partout nicht flacher werden will. Aber auch vom inhaltlichen betrachtet besticht dieses journalistische Erzeugnis in meinen Augen wesentlich mehr, als es etwa Focus oder Spiegel tun. Das zwischen beiden Blättern, vergleicht man einmal Artikel über ein und das selbe Thema, mehr als nur subtile Indifferenzen herrschen, die weniger auf Tatsachenwidergabe als vielmehr auf politischer Einfärbung beruhen, habe ich bisher den Eindruck gewonnen, bei der Woche noch am ehesten mir meinen eigenen Eindruck bilden zu können und nicht eine Art "politisch aufbereiteter" Informationswiedergabe vor mir zu haben! ... |
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Allgemeine Informationen Die Woche
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