Finanzen ist eine Zeitschrift, die schon lange auf dem Markt ist - lange bevor der gigantische Börsenboom vor der letzten massiven Abwärtsbewegung einsetzte. Das ist der Zeitschrift auch anzumerken, und zwar positiv. Sie hat ihren eigenen Stil und muß sich nicht bemühen, sich von Konkurrenten zu unterscheiden.
Da Finanzen monatlich erscheint, wird hier nicht den Kurzfristtrends der vergangenen Woche hinterhergehechelt und beschrieben, mit welchen Aktien oder sonstigen Anlageformen in der jüngsten Vergangenheit Geld verdient bzw. Geld verloren hätte werden können. Nein, die Redakteure richten den Blick auf längerfristige Entwicklungstrends und auf Hintergrundinformationen. Bei der Produktion eines Monatsmagazin kann naturgemäß mehr Zeit für fundierte Recherchen aufgewendet werden. Daraus resultieren Artikel, die auch mal länger sind als nur 2 Seiten. Die Titelgeschichten werden dann bis zu 8 Seiten lang und bieten in der Regel einen hervorragenden Überblick über die behandelten Themen.
Das Blatt hat ab dem Heft 2002 ein neues Design. Nunmehr ist die Zeitschrift gegliedert in 5 Abschnitte: News, Börse, Fonds, Private Finanzen sowie Geld & Leben. Meines Erachtens war die frühere
Gliederung klarer. Auch ist das Format kleiner und damit handlicher geworden.
Der mit Abstand größte Abschnitt ist der zur "Börse". Hier finden sich nicht nur Analysen zu einzelnen Aktienwerten, ausführliche Statistiken zu den DAX-, MDAX-, EUROSTOXX- und einigen NEMAX-Werten. Ebenso kann man Artikel über Optionsscheine, über die immer beliebter werdenden Zertifikate sowie über Anleihen lesen.
In der Kategorie "Private Finanzen" finden sich im Mai-Heft Artikel zur Riester-Rente (eine Zwischenbilanz), zu Steuerfragen und zu der Frage, was im Büro arbeitsrechtlich erlaubt ist: "Surfen oder Schuften".
Hervorzuheben ist der ausführliche Statistik-Teil für "Fonds", der nach inhaltlichen Kriterien sortiert ist. Wer beispielsweise in einen Branchenfonds investieren möchte, kann in der entsprechenden Rubrik nachschauen. Dort sieht er auf einen Blick die auf dem Markt befindlichen Fonds und deren jeweilige Performance. Diese Sortierung der Fonds halte ich für wesentlich günstiger als die weitgehend übliche alpabetische Auflistung.
Wichtigster Punkt des Re-Designs war, daß die Fonds-Statistik in ein "Heft im Heft" ausgelagert wurde. Dadurch konnte diese Statistik von bisher 2200 Fonds auf 3000 Fonds ausgedehnt werden. Schade finde ich, daß die Angabe der Ausgabeaufschläge der Umgestaltung zum Opfer gefallen ist.
Der Teil über Anleihen erscheint ausbaufähig, insbesondere im Hinblick auf Unternehmensanleihen.
Seit April 2001 wartet Finanzen mit einem Muster-Fondsdepot auf, eigentlich sind es sogar vier: eine defensives und ein offensives, jeweils für 20.000 und 100.000 Euro.
Beim defensiven Fondsdepot startete Finanzen mit einem Anteil von 50 % in einem Geldmarktfonds und packt - beim kleineren Depot - einen Fonds mit Hochzinsanleihen, einen mit Wandelanleihen, einen Mischfonds und einen Europäischen Aktienfonds dazu. Beim größeren kommen zusätzlich Osteuropäische Anleihen, ein weltweiter Aktienfonds und ein Biotech-Aktienfonds dazu.
Fazit: 50 % Geldmarktfonds, da wird es schon schwer Verluste in Größenordnungen zu machen ;-)
In die offensiven Depots werden ausschließlich Aktienfonds gelegt, differenziert nach Anlageregionen sowie Biotech-Fonds.
Fazit: Der zurückliegende Abwärtstrend an den Börsen ist an den Depots nicht spurlos vorbeigegangen. Sowohl die konservativen als auch die offensiven Depots liegen mit 5 - 10 % im Minus (Stand Mai 2002).
Das Management
dieser Depots entspricht genau dem Konzept der Zeitschrift. Es gibt kein hektisches Hin- und Herswitchen zwischen verschiedenen Fonds: bislang wurden nur wenige Positionen verkauft, bzw. neue Fonds gekauft.
PS: Seit einiger Zeit erhält derjenige, der einen Abonnenten für ein Jahresabonnement (Kosten: 108 DM) wirbt, einen Barscheck über 100 DM - er kann sich jedoch auch einen DVD-Player oder eine Digitalkamera oder einen CD-Player mit MP3 oder einer MontBlanc Kugelschreiber aussuchen.
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Gute Informationen für Kapitalanleger
ein Testbericht von Marcnic2002-03-01 09:29:53vom 01.03.2002Empfehlung: ja
Finanzen ist ein monatlich erscheinendes Wirtschaftsmagazin, welches sich selbst als „Das Wirtschaftsmagazin für den erfolgreichen Kapitalanleger“ tituliert. Die Zeitschrift ist mit 5 Euro etwas hochpreisiger als der Schnitt und ca. 150 Seiten stark. Dafür ist sie von der Printqualität und Aufmachung gut gemacht. Finanzen deckt hauptsächlich Aktien bzw. Investmentfonds als Schwerpunkt ab, was für mich auch die attraktivsten Anlageformen sind. Ich stelle euch nachfolgend mal kurz die Rubriken vor :
Auf den ersten Seiten gibt es das Editorial, dasInhaltsverzeichnis , eine Übersicht was aus einer Anlage von 100 000 Euro in verschiedene Anlagformen im Jahresverlauf wurde und Namen & Nachrichten.
Politik & Wirtschaft : Eine recht klein gehaltene Rubrik, in der es um wirtschaftspolitische Themen und andere für Anleger spannende Themen aus der Politik geht. Diese beschränkt sich nicht nur auf Deutschland, sondern in der aktuellen Ausgabe ist z.B. auch die Lage in Argentinien ein Thema.
Aktien : Ist mit das Herzstück der Finanzen. Hier werden interessante Unternehmen oder Branchen vorgestellt,es gibt Unternehmensportraits, Hintergrundberichte und Interviews. Die Themen sind aus meiner Sicht gut recherchiert und aktuell. Dabei gibt es auch konkrete Anlageempfehlungen für Investoren. Dabei wird jede Aktie auch mit fundierten Daten präsentiert und es gibt auch eine Übersicht was die Analysten raten. Ein weiterer guter Service ist der monatliche Aktien-Test . hier werden Werte aus dem DAX,MDAX ,NEMAX 50 und EuroStoxx 50 mit Kennzahlen und einer Bewertung der Redaktion in einer Übersicht zusammengestellt. Die Kurse sind dabei eher uninteressant,da eine moantlich erscheinende Zeitschrift diese nicht aktuell darstellen kann. Dafür ist das Internet wesentlich brauchbarer. Aber als kompakte Übersicht ist es durchaus gelungen.
Optionsscheine : Viel ist über diese spezielle Anlageform nicht zu finden, aber als Beimischung ganz ok. Es werden interessanet Warrants vorgestellt und einige News und Neuemissionen gibt es auch noch in der Rubrik. Wer sich sehr für Optionsscheine interessiert, wird eher enttäuscht von dem Umfang sein und sollte sich dann lieber eine Spezialzeitschrift kaufen.
Zinsen : Hier liegt der Schwerpunkt auf Zinsprognosen für das laufende Jahr. Hierzu werden Stimmen von verschiedenen Bankhäusern gesammelt.Im Serviceteil werden ausgewählte Anleihen vorgestellt, sowohl Bundesanleihen als auch Hochzinsanleihen aus dem Ausland.
Fonds : Diese Rubrik ist die umfangreichste im Heft. Finanzen setzt seinen Fokus schon stark auf das Thema Fonds. So werden auch jährlch die erfolgreichsten Fondsmanager von dem Magazin gekürt. Des weiteren gibt es einen großen Serviceteil , in welchem Fonds nach Anlageschwerpunkt in einem Ranking nach Performance gestaffelt gelistet werden. Top-Fonds nach Meinung von Finanzen werden dabei ausdrücklich mit einem Stern versehen. Auch diese Übersicht ist mehr als Service zu verstehen, da man viele Fonds auf einen Blick hat. Bitte nicht den Fehler machen und blind in den Fonds mit der besten Jahresperformance investieren ! Zur weiteren Anlageempfehlung gibt es noch vier Musterdeopts mit jeweils einer defensiven und einer offensiven Ausrichtung für einen Anlagebetrag von 20.000 bzw. 100.000 Euro. Ob ein Musterdepot für Fonds Sinn macht, halte ich für etwas fraglich, da bei einer Summe von 100.000 Euro ein versierter Anleger besser in Einzeltitel gehen sollte. Ist aber eine gute
Zusammenfassung von empfehlenswerten Fonds.In der Rubrik werden auch einige Fonds etwas genauer unter die Lupe genommen, bzw. neue Fonds werden vorgestellt. Insgesamt eine gelungene Rubrik mit vielen Infos für Fondsfreunde.
Versicherungen & Immobilien : Dies ist eine sinnvolle Ergänzung zum Thema Kapitalanlage. Es gibt Infos zum Thema Risikoabsicherung und Lebensversicherung. Dazu gibt es jeden Monat einen Performancevergleich fondsgebundener Lebensversicherungen. 2-3 Seiten dann sind dann rund um die Immobilie.
Steuern & Recht : Hier gibt es Berichte und rechtliche Änderungen was das liebe Finanzamt angeht. Hin und wieder stehen hier auch relevante neue Urteile oder es geht ums Thema Steuernsparen. Auch eine etwas kleinere Rubrik.
Fazit : Finanzen ist eine solide Wirtschaftszeitschrift, die den Bereich Aktien und Fonds am besten abdeckt. Die Mischung aus Berichten und Service ist gelungen, wobei ich diese Übersichten der Aktualität wegen wirklich nur als Übersicht sehe. Wenn ich mehr Infos zu einem Fonds oder eine Aktie will, gehe ich ins Netz. Für den Preis von 5 Euro könnte Finanzen aber noch etwas mehr Informationen und Hintergrundberichte liefern. Teilweise bekommt man ähnliche Artikel auch im Wirtschaftsteil einer guten Tageszeitung.Wer kompakte Informationen zu einigen Anlageformen sucht, ist bei Finanzen gut aufgehoben, vor allem weil die Berichte auch größtenteils gut recherchiert und seriös sind. Da die Zeitschrift monatlich erscheint, ist natürlich die Aktualität insbesondere in turbulenten Börsenzeiten nicht unbedingt gegeben. Aber Aktien und Aktienfonds sollten ja sowieso eine Langfristanlage sein.Für Investoren, die häufiger mal ihr Depot umschichten und quasi täglich das Börsengeschehen verfolgen ist die Finanzen nur eine Ergänzung. Interessant finde ich jährlich die Wahl der besten Fondsmanager und an der Vergabe dieser Preise sieht man auch, dass Finanzen schon einen guten Ruf in der Investmentbranche hat.
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