Tipps & Tricks zu Audio-HiFi Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
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Was ist das optimale Aufnahmemedium?
ein Testbericht von mg19702005-10-05 16:44:23vom 05.10.2005Empfehlung: ja
Vorteile: je nach System: originalgetreuer Klang, Preis, Editierbarkeit der Aufnahmen, Zugriffszeit...Nachteile/Kritik: je nach System: Klangeinbußen, veraltete Formate, hoher Preis, Kompatibilität, Zugriffszeit
Wie einige Stammleser vielleicht schon wissen, bin ich schon fast 30 Jahre lang Musikfan und seit 23 Jahren HiFi-Fan. Natürlich hat mich in dieser langen Zeit immer das Thema Aufnahme beschäftigt. Die meisten Besitzer von Tonträgern haben auch sicherlich irgendwann schon mal selbst Aufnahmen angefertigt.
Früher war das ja noch einfach, beim Wort „Aufnahme“ dachte man gleich an die Kassette, bzw. vor meiner Zeit hatte man Spulentonbänder. Heute gibt es so viele verschiedene Medien, so dass man nicht mehr unbedingt ein einheitliches Format hat. CD-R, MD, MP3, teilweise noch die Kassette, das sind derzeit die am meisten verbreiteten Formate. Es gab in den 90er Jahren (und auch vorher) aber noch mehr.
Was ist nun das richtige Format für den Anwender? Das hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie finanzielle Mittel, vorhandene Tonträger und Hardware, Einsatzbereiche (mobil, stationär), Anforderungen an die Klangqualität und Haltbarkeit der Aufnahmen.
Inspiriert zu dieser Gegenüberstellung der gängigsten Formate wurde ich durch ähnliche Texte auf diversen HiFi-Seiten, jedoch habe ich teilweise andere Erfahrungen und Meinungen, so dass ich dazu nun gern meine eigene Meinung schreiben möchte.
Was sind denn nun die gängigsten Medientypen?
DIE AUDIOKASSETTE (MC, Compact Cassette)
Sicherlich langfristig gesehen noch das bekannteste Aufnahmemedium. Zumindest die meisten, die bis ca. 1985 geboren wurden, dürften irgendwann mal welche davon besessen haben. Zwischen Anfang/Mitte der 70er und Mitte der 90er Jahre war es DAS Aufnahmemedium, an dem man nicht vorbeikam, wenn man eine Aufnahme machen wollte. Es war eine Weiterentwicklung des Spulentonbands, nun war das Tonband in „Miniaturform“ in einer geschlossenen Einheit (Kassettengehäuse) untergebracht, klein und praktisch, somit sehr gut für den mobilen Einsatz geeignet. Kommt klanglich trotz vieler Verbesserungen in all den Jahren (Dolby B/C/S/HX-Pro, Auto-Bias) nicht an die Qualitäten der großen Tonbänder heran. Die Haltbarkeit der Kassetten und der Aufnahmen ist auch nur begrenzt. Mit der Zeit schwinden die Höhen, manche Kassetten „leiern“ irgendwann auch, und ein „Bandsalat“ (Band wickelt sich um die Andruckrolle des Laufwerks) bedeutete schon oft den „Tod“ einer schönen Lieblingskassette. Da sich die Lieder hintereinander auf einem Band befinden, kann nicht wie z.B. bei CD direkt auf ein bestimmtes Lied zugegriffen werden. Obwohl die Kassette sehr lange Zeit für viele das einzige Medium überhaupt war, wurde sie doch seit ca. 2000 relativ schnell verdrängt und von der bespielbaren CD überholt. Jedoch gibt es immer noch einige Kassettenrecorder und Leerkassetten, allerdings nur noch wenige Modelle und nicht mehr in der Güte wie noch vor 10 Jahren, Tendenz fallend. Gebrauchte Kassettendecks bekommt man heute schon für 10 bis 100 Euro, je nach Modell, Bekanntheitsgrad und Güte. Neue dürfte es so ab ca. 125 Euro geben, allerdings ist die Auswahl inzwischen klein. In neuen Portables und Kompaktanlagen ist derzeit meistens noch ein (Doppel-) Kassettendeck eingebaut.
VORTEILE: zur Zeit noch sehr verbreitetes Format (was sich aber immer mehr ändert, denn es sind immer weniger Recorder vorhanden), preiswert, Aufnahmen können wieder gelöscht werden, kleines und kompaktes Format, mit entsprechender Hardware auch für
spontane Sprachaufzeichnungen geeignet (Diktiergerät…).
NACHTEILE: klanglich schlechter als die „Konkurrenzmedien“, stark begrenzte Haltbarkeit der Aufnahmen und auch der physischen Teile der Kassette, Inkompatibilität in Sachen Klang auf anderen Abspielgeräten (Azimut, Einmessung), nach und nach aussterbendes Format, technisch sehr veraltet, Zugriffszeit, viele Anlagen haben kein Kassettenlaufwerk mehr.
EMPFEHLENSWERT: Nicht mehr. Nur noch dann ein neues Gerät, wenn noch viele Kassetten vorhanden sind und eine Digitalisierung nicht machbar oder unrentabel ist. Als Aufnahmemedium nur noch dann, wenn schon ein Aufnahmegerät vorhanden ist und der Klang den Ansprüchen genügt, man (noch) kein Geld für was Neueres ausgeben will oder kann. Oder wenn z.B. das Autoradio immer noch nur über ein Kassettenteil verfügt und man dieses nicht austauschen will. Alte Leerkassetten bekommt man bei eBay nachgeschmissen, aber wer unbedingt noch aufnehmen will, dem sind neue Kassetten eher zu empfehlen. Industriell bespielte Original-Kassetten lohnen sich gar nicht mehr (gibt es neu sowieso kaum noch), denn selbst eine schon öfter benutzte Langspielplatte klingt um Längen besser.
DAS TONBAND (Spulentonband)
Aus diesem Prinzip ist die beliebte Audiokassette entstanden. Das Tonband wird während des Transports von einer großen, offenen Spule auf eine leere Spule gewickelt. Beide Spulen müssen von Hand eingelegt und das Band in die leere Spule und unterhalb der Tonköpfe „eingefädelt“ werden. Man kann gebrauchte Tonbandgeräte der 50er oder 60er Jahre schon ab 1 Euro ersteigern, aber in den vollen Genuss einer Tonbandaufnahme kommt man erst mit einer ordentlichen Bandmaschine (z.B. Revox, Akai, Teac). Die sind meist in den 70ern gebaut worden und liegen heute selbst bei eBay (weit) jenseits der 500 Euro. Dafür ist der Klang aber auch exzellent, schließlich werden Tonbänder auch in Studios verwendet. Ich habe zwar auch schon mal gehört, dass auch das eine oder andere Tonband verschleißen kann, aber allgemein sind Tonbänder und die darauf enthaltenen Aufnahmen wesentlich länger haltbar als Kassetten. Es gibt heute nur noch sehr wenige Haushalte mit einem Tonbandgerät. Man findet sie heute in erster Linie bei High-End- und Analog-Fans. Bandmaschinen sind zu Liebhaberstücken geworden.
VORTEILE: hervorragende Klangqualität, lange Haltbarkeit der Bänder und Aufnahmen, eine Bandmaschine ist heute für HiFi-Puristen natürlich was ganz Besonderes, lange Spielzeit der Bänder, für "Mix-Freaks" sogar Schneiden und Kleben der Bänder möglich (manuelles Editieren).
NACHTEILE: kaum noch Verbreitung, daher sehr, sehr teuer (Bandmaschinen und Leerbänder), nur noch Gebrauchtgeräte erhältlich, Geräte sind groß und schwer, Zugriffszeit auf einzelne Lieder siehe Kassette, Handhabung umständlich.
EMPFEHLENSWERT: Nur noch für Liebhaber und HiFi-Enthusiasten, kein Einsatz mehr als „Massentonträger“.
DIE HIFI-VIDEOKASSETTE (VHS)
Und das ist die preiswertere Alternative zum oben genannten Spulentonband, für den kleinen Geldbeutel. Ist Dein Videorecorder HiFi-tauglich und hat einen Audio-Eingang bzw. einen entsprechenden Adapter für die Scartbuchse, kann man auch Musik auf herkömmliche VHS-Kassetten aufnehmen. Da das Band breiter als bei den Audiokassetten ist und der Kopf eine Schräglage hat, erreichen die Aufnahmen beinahe Qualitäten eines Spulentonbands. Aufgrund des Kassettenformats natürlich leichter zu handhaben als Tonbänder, dafür hat das Auge weniger (sich drehende große Spulen haben das gewisse Etwas). Und vor allem preiswerter. HiFi-Recorder bekommt man heute schon ab 125 Euro neu. Sehr nützlich, wenn man längere Radioprogramme, Konzerte oder Opern mitschneiden will, denn die Spielzeit kann max. 10 Stunden betragen (Longplay bei Verwendung einer E-300 Kassette). Nur ist halt dadurch die Zugriffszeit noch schlechter als bei den beiden oben genannten Formaten. Außerdem sterben die Videorecorder auch schon langsam aus, wie die Kassettendecks, so dass es nicht mehr das aktuellste Medium ist und die Auswahl der Geräte auf dem Markt nachlässt. Genau wie beim Tonband fällt natürlich hier auch der mobile Einsatz weg. Meine 6 – 10 Jahre alten Filme mit HiFi-Ton klingen immer noch wie neu.
VORTEILE: hervorragende Klangqualität, dazu sehr günstig, sehr lange Aufnahmedauer, Aufnahmen klingen auch auf Fremdgeräten nicht schlechter, lange Haltbarkeit der Aufnahmen.
NACHTEILE: relativ wenig Verbreitung, kein mobiler Einsatz, aussterbendes Format, extrem schwieriger Zugriff auf einzelne Lieder.
EMPFEHLENSWERT: Wer einen HiFi-VHS-Recorder im Haus hat, sollte damit ruhig mal ein Radio- oder Fernseh-Musikprogramm aufnehmen, um z.B. später brauchbare Lieder auf ein „handlicheres“ Medium zu überspielen. Oder wenn kein digitales Aufnahmegerät im Haus ist, ist das eine klanglich gute (dafür weniger flexible) Alternative.
DIE CD-R (PC-Rohlinge)
Das ist das zur Zeit meistverbreitete Format. Steht klanglich dem Original in nichts nach, ist dazu auch noch die günstigste Alternative. Ein CD-Rohling kostet oft schon unter 50 Cent, ein gebrauchter Brenner ab 20 Euro (neu ab 50 Euro). Die meisten PC-Benutzer dürften diese Möglichkeit schon „eingebaut“ haben mittlerweile. Mit dem PC lassen sich CDs duplizieren (auch einzelne Stücke daraus), oder von seinen Lieblings-MP3s sich eigene CDs zusammenstellen. Auch analoge Aufnahmen kann man über die Soundkarte machen, wenn man die Möglichkeit dazu hat. Größter Vorteil ist hier das Nachbearbeiten der Aufnahmen. Das kann man jedoch nur, solange die Lieder nur als WAV-File auf der Festplatte liegen und noch nicht gebrannt sind. Eine gebrannte CD kann man nämlich nicht mehr löschen oder editieren, auch nicht teilweise. Es sei denn, man verwendet wiederbeschreibbare CD-RWs. Jedoch werden diese von sehr vielen CD-Playern nicht erkannt. Normale CD-Rs sind heute in jedem CD-Player abspielbar, es sei denn, man hat noch so ein uraltes Gerät aus den 80ern. Da könnte es schon mal Probleme geben.
VORTEILE: extrem hohe Verbreitung (CD-Player gibt es in jedem Haushalt und mittlerweile auch in vielen Autos und als Mobilgeräte), mobiler Einsatz, Aufnahmen bleiben immer so gut erhalten wie am ersten Tag (die CDs sollten natürlich nicht zerkratzen), direkte Titelanwahl, besonders günstiger Preis.
NACHTEILE: CDs kann man nicht löschen, Gefahr des Zerkratzens, einige billige Rohlinge haben evtl. kürzere Haltbarkeit, eine perfekt klingende und harmonierende CD-Zusammenstellung erfordert schon einige Nachbearbeitungsschritte vor dem Brennen.
EMPFEHLENSWERT: auf jeden Fall, allein schon wegen der Verbreitung und wegen des günstigen Preises.
DIE CD-R (Audio-Rohlinge)
Es gibt bei der CD-R noch eine Variante, und zwar die reinen HiFi-CD-Recorder. Dabei handelt es sich um eine Komponente, die an die HiFi-Anlage angeschlossen und wie ein Kassettendeck bedient wird. Eignet sich für all diejenigen, die viel analog aufnehmen und entweder keinen PC mit Brenner haben, oder aber (wie in meinem Fall) den PC nicht im Wohnzimmer stehen haben wollen, gleichzeitig aber die Anschaffung einer Zweit- oder Drittanlage samt zusätzlichem Plattenspieler nicht einsehen. Die Handhabung ist einfacher als beim PC, allerdings kann man die Aufnahme nicht nachbearbeiten und auch keine Fehler korrigieren (z.B. zu früher/zu später Aufnahmestart, springende Nadel bei Plattenaufnahmen, verpasstes Aufnahmeende durch Telefon oder Haustür). Deshalb meine Empfehlung, CD-RWs sind mit diesem Gerät sinnvoller, die kann man sogar noch in den PC einlesen und vor dem endgültigen Brennen nachbearbeiten. Ein spezieller Audio-Rohling kostet 1 – 2 Euro mehr als ein PC-Rohling, letztere kann man leider mit diesem Gerät nicht verwenden. Diese Variante ist leider auch wesentlich teurer als die PC-Variante (ab ca. 300 – 400 Euro fürs Gerät), dafür hat man aber ganz andere Möglichkeiten, z.B. wenn Anlage und PC räumlich getrennt sind.
VORTEILE: ideal für alle, die keine Anlage in PC-Nähe stehen haben, einfache Bedienung, ansonsten Vorteile siehe PC-Rohlinge.
NACHTEILE: keine Nachbearbeitungsmöglichkeit (außer bei CD-RW und PC parallel dazu), deswegen hoher Ausschuss, sehr hoher Anschaffungspreis.
EMPFEHLENSWERT: auf jeden Fall, allein schon wegen der Verbreitung. In diesem Fall aber nur, wenn die Aufnahmequellen für die PC-Variante nicht ausreichend vorhanden sind (z.B. räumliche Trennung PC und Anlage).
DIE MINIDISC (MD)
Ist momentan quasi das „Konkurrenzformat“ zur CD-R und hat auch eine relativ hohe Verbreitung (in meinem Bekanntenkreis hat so etwas vielleicht jeder dritte). Die MD hat in etwa das Format einer 3,5“-Diskette und ist somit optimal für den mobilen Einsatz (Joggen, Bus/Zug…). Vorteil gegenüber der CD: man kann nachträglich löschen, verschieben und editieren. Da die MD mit einem Datenkompressionsverfahren arbeitet, ist der Klang ein wenig schlechter als bei der CD-R, fällt aber kaum auf. Da der Datenträger in einer Art „Kassette“ untergebracht ist, ist die Oberfläche vor Kratzern geschützt. Ein großer Nachteil ist der Preis, so sind die Medien teurer als CD-Rohlinge, und die Geräte bewegen sich preislich im Bereich der HiFi-CD-Recorder. Wer wie ich mehr als eine stationäre Anlage besitzt, müsste sämtliche Anlagen aufrüsten, so dass für mich MD schon mal nicht in Frage kommt. Außerdem habe ich schon so viele CDs, warum dann noch ein Format mehr? Das würde die Sache nur noch komplizierter machen.
VORTEILE: kompaktes, sehr robustes Format, sehr gut für mobilen Einsatz, nachträgliches Löschen und Editieren möglich, einigermaßen gute Verbreitung, Zugriffszeit siehe CD, besser vor Beschädigungen geschützt als die CD oder MC.
NACHTEILE: der Preis (vor allem wenn man deswegen mehrere Anlagen aufrüsten muss), Klang evtl. geringfügig schlechter als CD, deutlich weniger MD- als CD-Player vorhanden.
EMPFEHLENSWERT: für den mobilen Einsatz ja. Ansonsten, wenn Ihr schon CD-Brenner und vor allem mehrere CD-Player habt, bleibt bei der CD, ist billiger und klanglich zumindest genau so gut. Wenn man vorher gut überlegt, was man aufnimmt, und die Lieder im WAV-Format vorher gut nachbearbeitet, ist die fehlende Löschmöglichkeit bei der CD auch nicht mehr so ein schwerwiegender Nachteil.
DAS DIGITAL AUDIO TAPE (DAT)
Sollte ab Ende der 80er Jahre Nachfolger der Kompaktkassette werden, hat sich aber nicht durchgesetzt. Wahrscheinlich waren die Medien und Geräte immer schon zu teuer. Heute fast nur noch im Studiobereich zu finden, Neugeräte quasi für Privat kaum noch erhältlich. Klanglich sehr gut, mindestens so gut wie die anderen Digitalmedien, wenn nicht sogar noch besser, wie ich schon mal gelesen habe. Bänder werden heute oft als Sicherungsmedien für Computerdaten eingesetzt. Kein schlechtes System, aber da DAT ein BAND ist, Zugriffszeit siehe Kassette.
VORTEILE: gute Klangqualität.
NACHTEILE: kaum noch Verbreitung, teuer, ist halt ein Band (Zugriffszeit).
EMPFEHLENSWERT: nicht mehr, außer im Studiobereich
DIE DIGITAL COMPACT CASSETTE (DCC)
Nächster Versuch für den Nachfolger der Kompaktkassette, Anfang der 90er war dies eine von Philips entwickelte Digitalkassette. Handhabung und Zugriffszeit wahrscheinlich ähnlich wie bei DAT, allerdings konnte man mit diesen Geräten auch seine alten MCs abspielen, allerdings in etwas schlechterer Qualität als beim Kassettendeck. Dies sollte den Übergang vom alten aufs neue Format erleichtern. Die Produktion der Geräte und Bänder wurde sehr schnell wieder eingestellt, da sich das Format nicht durchsetzte.
VORTEILE: besserer Klang als MC, aber sonst?
NACHTEILE: quasi keine Verbreitung mehr, Zugriffszeit, Medien und Geräte nur noch gebraucht erhältlich, wenn überhaupt, mit Sicherheit ein Exot unter den Medien.
EMPFEHLENSWERT: auf keinen Fall. Mit 8-Track-Cassetten aus den 70ern (USA) kann man wahrscheinlich auch nicht viel mehr anfangen.
MP3
Neben der CD-R wohl das heute am meisten verbreitete Format. Auf fast jeder PC-Festplatte schlummern Dateien mit dieser Endung. Über P2P-Filesharing-Programme wie KaZaA oder WinMX könnte man sich rein theoretisch alte und neue Songs auf die Festplatte laden und hätte unbegrenzte Möglichkeiten, an seine gewünschte Musik zu kommen. Aber Vorsicht! So etwas ist der Musikindustrie schon seit langem ein Dorn im Auge, und der Download aus solchen Quellen kann unter Umständen rechtlich verfolgt werden. Aus dem Grund rate ich von dieser Methode ab, ich selbst mache so etwas auch schon lange nicht mehr, zumal die Qualität oft zu wünschen übrig lässt. Erst ab einer Rate von 192 kB werden annähernd CD-Qualitäten erreicht. Aber MP3 ist nicht generell illegal. Man kann z.B. auch seine eigenen CDs mit Hilfe von Software in MP3s umwandeln, oder sogar seine alten Platten und Tonbänder (erst als WAV aufnehmen, dann in MP3 umwandeln). Als Aufnahmemedium ist das allerdings sehr umständlich. Es gibt MP3-Player für den mobilen Einsatz (sicher so gut wie MD), auf die die Daten vom PC vorher übertragen werden, allerdings ist die Speicherkapazität begrenzt (sollte für eine einstündige Busfahrt aber allemal reichen, kann dann wieder gelöscht und mit anderer Musik „gefüttert“ werden). MP3s sollten unbedingt auf CD-Rohlingen gesichert werden, denn geht die Festplatte mal kaputt, oder man fängt sich einen Virus ein bzw. zerschießt sein Windowssystem, ist die ganze Musiksammlung futsch. Hat man diese CDs erst mal, so lesen viele DVD- oder auch CD-Player neuerer Bauart auch dieses Format, so dass man MP3s über die Stereoanlage auch ohne PC hören kann. Leider gibt es derzeit noch keine HiFi-Bausteine als reines Aufnahmegerät für MP3.
VORTEILE: weit verbreitet, wenig speicherintensiv, MP3-Player im mobilen Einsatz nicht schlecht, großes Downloadangebot im Netz (na ja, wer’s verantworten kann), Platz sparend, auch geeignet zum Probehören (Internet) vor dem Kauf einer CD.
NACHTEILE: Download meist illegal, Qualitätsunterschiede je nach Bitrate, Aufnahme recht kompliziert, oft Anschluss von PC an Stereoanlage notwendig.
EMPFEHLENSWERT: als einziges Aufnahmemedium nicht unbedingt, aber auf jeden Fall vorteilhaft im mobilen Bereich, auch gute Alternative für Kinder-/Jugendzimmer oder auch Studentenbuden, wo zum einen das Geld, zum anderen der Platz für eine Stereoanlage nicht ausreicht – dann wird die Musik halt über den PC gehört.
FAZIT
Welches der hier vorgestellten Systeme für den einzelnen Anwender am besten geeignet ist, das muss jeder selbst herausfinden. Das hängt wie gesagt von Faktoren wie finanzielle Mittel, vorhandene technische Gegebenheiten, Einsatzbereiche oder Anforderungen ab. Für die meisten kommen sicherlich CD-R, MD und MP3 in die engere Auswahl. Die Kassette ist noch bedingt eine Alternative (aber sicher nicht mehr oft als neu hinzukommendes Medium), Tonband und DAT sind mehr etwas für Fans und Liebhaber, die DCC wird wohl gar nicht mehr in Frage kommen.
Meine persönliche Wahl: In meinem Haushalt hat sich die CD-R als einziges Aufnahmemedium durchgesetzt, und zwar ergänzen sich beide Brennertypen (Audio und PC) gegenseitig. Im Wohnzimmer wird das analoge Signal (Schallplatte, VHS, früher auch MC) erst mal auf eine CD-RW (Audio) aufgenommen, diese wird dann am PC, der in einem anderen Raum steht, nachbearbeitet und endgültig gebrannt. Ich war als Kind, Jugendlicher und junger Erwachsener ein sehr großer Kassettenfan, schließlich gab es damals noch nichts anderes (außer den für Schüler und Azubis nicht erschwinglichen Formaten wie Tonband und später DAT). Hunderte von Kassetten sammelte ich. Als Ende der 90er die ersten HiFi- und PC-Brenner aufkamen, war ich dann dabei, und schnell wusste ich die Vorteile zu schätzen. Zwischen 2001 und 2003 wandelte ich dann meine ganze bestehende Kassettensammlung entweder ins CD-R-Format um, oder ich kaufte die aufgenommenen Komplettalben als LP oder CD nach, so dass ich auf die Kassette als zweites Tonträgerformat inzwischen komplett verzichten konnte und auch keine einzige MC mehr besitze. Nach einer beruflichen Enttäuschung bin ich nun wieder Student geworden, was Geldknappheit bedeutet. Da können es ruhig sämtliche Kommilitonen besitzen, aber MD halte ich persönlich als zweites digitales Medium für überflüssig. Die CD-R ist für mich ausreichend, außerdem besitze ich 2 stationäre Anlagen und einen CD-Spieler im Auto. Das müsste ich sonst alles für viel Geld einzeln aufrüsten. Dadurch dass ich wieder Student bin, kam auch wohl meine Entscheidung zustande, mich von allen Kassetten und Kassettendecks zu trennen, denn ich brauchte dringend Geld, und da es sich um 4 Decks der Oberklasse handelte (die nachher kaum noch genutzt wurden), war auch noch ein einigermaßen ordentlicher Verkauf möglich. MP3 spielt bei mir nur eine Nebenrolle, ist ganz nett, wenn man mal am PC Musik hören will, aber MP3-Download ist abgesehen von der rechtlichen Sache sowieso nicht mein Ding, da ich die aktuelle Chartmusik nicht mag (und alte „Exoten“ findet man kaum noch, seit es kein Napster und Audiogalaxy mehr gibt). Gelegentlich ist auch noch der HiFi-Videorecorder im Einsatz, nämlich um mal längeres Musikprogramm aus dem TV oder Radio mitzuschneiden und nachher brauchbares Material mittels HiFi-CD-Recorder herauszufiltern.
Zu meiner Bewertung: Empfehlenswert - generell ja Bewertung "gut" - das in allen Punkten perfekte Medium habe ich nicht gefunden, daher 1 Punktabzug. Die CD-R ist verdammt nah dran, aber man kann sie halt nicht löschen. MD ist dafür zu teuer und noch nicht weit genug verbreitet, und so weiter.
Erstveröffentlichung von mir unter gleichem Benutzernamen auch bei ciao.de Ende 2003
...
Baerlin, 02.07.2004
Ein toller Bericht, weiter so........LG Baumlrlin
froes, 08.07.2004
Eine interessante Zusammenstellung der verschiedenen Aufnahmemedien. Shine On, Frank
kleineswoelkchen, 02.07.2004
dem wow nur anschlieszligen kann, ausfuumlhrlich, aber sehr erklaumlrend zu jedem einzelnen Medium. Klasse, das waren Infos kompackt verpackt. gruss andy