Bestrafungen
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Testberichte Bestrafungen

Platz 9 in der Kategorie "Thema Kinder: Diverse Diskussionen".
Bewertung: Kundenbewertung 2,80 / 5,00 2.8 von 5

Bestrafungen Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher

Bewertung
Kundenbewertung 2,80 / 5,00 2.8 von 5
von 62% aller Autoren empfohlen (16/26).
Bewertungsverteilung:
Vorteile
  • Hilft bei Erziehung, sollte aber doch nicht die Regel sein, wenn dann nur in Massen
  • Bestrafen ja, aber nicht mit Schlägen
  • Wenn es helfen sollte..
Nachteile/Kritik
  • Auch andere Verbotsstrategien ausprobieren
  • Ohne Strafe geht es nicht.
  • Dann aber ohne Gewalt
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deecyra

Verhauen - NEIN, einen Klaps auf den Po - machmal angebracht

ein Testbericht von 2003-11-10 12:24:40 vom 10.11.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Hilft bei Erziehung, sollte aber doch nicht die Regel sein, wenn dann nur in Massen...
Nachteile/Kritik: Auch andere Verbotsstrategien ausprobieren
Ich denke jeder Elternteil hat seine eigene Vorstellung von Erziehung und auch von Strafen, die ab einem bestimmten Alter einfach ein Muss sind. Jeder legt die Strafen anders aus, was auch in Ordnung ist, da es kein Patentrezept für "allgemeine" Strafen gibt, da jedes Kind sowieso anders ist. Ich kann hier eigentlich auch nur für mich sprechen und wie ich die Erziehung meines Kindes handhabe.

Mein Sohn ist jetzt 5 Jahre alt, ein sehr wohlerzogenes Kind, was ich aber auch auf meine strenge Erziehung zurückführe.

Ich bin selbst eigentlich sehr streng von meinen Eltern aufgezogen worden, besonders von meiner Mutter. Natürlich gab es oft mal eine Backpfeife oder wurde auch der Kochlöffel geschwungen, was ich heute allerdings verstehen kann, da ich ein sehr eigenwilliges und bestimmt kein leichtes Kind war. Ich habe durch diese Erziehung keine Nachteile oder seelische Störungen davon getragen, ganz im Gegenteil, ich bin heute froh, dass meine Mutter mir nicht alles durchgehen ließ. Also damit will ich eigentlich nur sagen, ich habe durch meine Erziehung keinerlei Nachteile empfangen, sondern ich hatte wirklich eine schöne Kindheit.

So nun zurück zu meinem Sohn. Ich habe schon sehr früh angefangen meinem Sohn seine Grenzen zu zeigen. Das Wort "Nein" kannte er schon als Kleinkind (1 Jahr). Und auch als er größer wurde war es sein ständiger Begleiter. Ich denke je früher man damit anfängt, desto schneller wird es von den Kinder realisiert, was man eigentlich will. Natürlich wurde dieses "Nein" wesentlich energischer ausgesprochen als die übrigen Worte und ich muss sagen, mein Sohn kapierte sofort wenn Mama etwas energischer sprach. Ich habe nie gebrüllt oder sonstiges, nur die Stimme etwas fester werden lassen.

Dann kam die Phase des Krabbelalters, da reichte mein "Nein" auch noch und dann endlich konnte mein Kleiner auf seinen eigenen Beinchen stehen. Da reichte das "Nein" dann bald nicht mehr. Man kann ja einigermassen verstehen, das die Knirpse dann nur noch rumlaufen wollen, aber das ist auch ein Alptraum für uns Eltern. Ich denke jeder der ein Kind hat wird mich da verstehen, man ist eigentlich nur noch permanent am hinterher rennen und aufpassen, schon fast wie eine Vollzeit-Beschäftigung. Mein Sohn hat dann ganz oft mein "Nein, komm zurück" ignoriert. Ich habe mir dann überlegt, was ich dagegen tun kann, ohne ihn jetzt mit irgenntwelchen "handgreiflichen" Bestrafungen dahin zu bringen, wo ich ihn haben wollte. Also jedesmal wenn mein Sohn mal wieder meine Worte ignorierte, musste er auf meinem Schoss sitzen und sich eine Runde langweilen. Nicht zu lange Max. 2 Minuten, dass reichte schon. Was soll ich sagen, es wirkte. Er kam zwar nicht gleich zurückgestürmt wenn ich ihn gerufen habe, aber er blieb stehen und drehte sich rum, um nachzuschauen was ich wohl diesemal wieder wollte. Also hatte ich mit dieser Methode doch den gewünschten Effekt erzielt.

Die Trotzpahse kam dann mit 3 Jahren. Die Hölle sag ich nur. Es wurde alles ignoriert was Mama sagte. Das sah ich mir ein paar Tage an und dann war Schluss. Der ausschlaggebende Punkt war ein Ausflug in ein großes Einkaufszentrum. Ich hatte gerade etwas zu Essen geholt und sagte zu meinem Sohn, er soll bitte hinter mir stehen bleiben, damit ich das Essen schnell abstellen kann. Er "Ja Mama". Ich stellte das Essen ab, diese Aktion dauert vielleicht 5 Sekunden, und drehte mich wieder rum, mein Sohn war verschwunden. Ich bin wie eine Irre ca. 10 Minuten rumgerannt und habe meinen Sohn gesucht. Natürlich gingen mir die schrecklichsten Gedanken durch den Kopf, Entführung, Verlaufen usw. Meine Suche führte mich auch ins Toys R Us. Na da sass mein Sohn seelenruhig in einem Spielauto und fuhr durch die Gegend. Viele wären jetzt wahrscheinlich überglücklich zu ihrem Kind gerannt und hätten mal nichts gemacht, ausser vielleicht ein Ermahnung. Nicht so ich, ich habe meine Sohn geschnappt und habe ihm einmal auf den Po gehauen und dann gleich danach hab ich ihm auch erklärt warum. Er war so erschrocken und verstand wohl auch meine Angst, da die mir noch im Gesicht anzusehen war. Mein Sohn hat soetwas nie wieder gemacht und ich würde im Nachhinein genauso handeln.

Von diesem Tage an wurde ich auch wesentlich strenger mit meinem Kind. Das soll nicht bedeuten, das er für jeden Mist einen Klapps bekam, dass war wohl eher die Ausname. Diese Strafe gab es wirklich nur bei Dingen, die gefährlich werden könnten, z.B. einfach über die Strasse rennen ohne zu schauen. Ansonsten habe ich mir andere Sachen ausgedacht.

- ganz klassisch Fernsehverbot
- 5 Minuten hinsetzen und langweilen (wirkt immer noch)
- Zimmer aufräumen oder es wird einfach mal ausgeräumt (die Sachen werden natürlich nicht weggeschmissen, wäre ja verrückt)
- Freunde dürfen mal nicht zu Besuch kommen oder bei uns schlafen
- der Satz "Wenn ich kommen muss, ist aber was los" wirkt ware Wunder

Ich denke es gibt 100 von Möglichkeiten ohne Schläge auszukommen, man muss wirklich ausprobieren, aber wenn garnix mehr Hilft würde ich Eltern die ihrem Kind mal eine auf den Po hauen nie verurteilen. Ich finde es unmöglich das sich Fremde in die Angelegenheiten einer elterlichen Personen einmischen und solche Personen dann noch Anzeige erstatten. Wenn man sieht, dass das Kind verprügelt wird, kein Thema, da würde ich auch einschreiten, aber ein Klapps auf den Hintern, also bitte, das ist in jedem Fall zu verantworten. Ich stell mir nur die Situation vor (schon etliche Male gesehen), ich mit meinem Kind in einem Laden, mein Kind möchte unbedingt etwas haben und ich sage nein. So das Kind fängt an zu schreien, schmeisst sich auf den Boden und strampelt mit den Beinen. Ich würde meinem Sohn eine kurz Warnung zukommen lassen und wenn diese Gehabe nicht sofort aufhören würde, dann wäre der Klapps auf den Po vorprogrammiert. Ich muss sagen mein Sohn hat soetwas noch nie gemacht, aber ich denke er weiss auch warum.

Ich verlange von meinem Sohn bestimmt kein 100 % Gehorsam, nein auf keinen Fall, aber ich verlange Respekt und Höflichkeit. Ich denke das die Wörter "Bitte" und "Danke" einfach sein müssen. Ich sage ja auch bitte wenn ich etwas von ihm möchte. Wenn wir zu Besuch sind, ein "Hallo" und "Tschüss" sind ein Muss. Man muss keinen Kniefall von seinem Kind erwarten, aber eine gewisse Höflickeit verlange ich.

Ich möchte hier nochmals in aller Deutlichkeit bemerken, ich halte nichts von Verprügeln, ins Gesicht schlagen (furchbar), ein Kind einsperren, den Satz "Ich hab Dich nicht mehr lieb" wird nie über meine Lippen kommen. Aber wenn es die Situtaion erfordert vertrete ich die Meinung, kann ein Klapps nichts Schaden.
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
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dominique_laura

Strafen müssen nicht sein !

ein Testbericht von 2005-01-20 10:15:56 vom 20.01.2005
Empfehlung: ja
Also ich schaue mir viele Sendungen zum Thema Kindererziehung im Fernsehen an, z.B. die Supermamas (RTL 2) oder die Nany (RTL). Ich bin selbst Mutter einer 5-jährigen Tochter und mir graust es, wenn ich die Sendungen sehe. Meine Grundeinstellung ist eigentlich, daß ein Klaps auf den Hintern noch keinem geschadet hat. Aber ich habe meine Tochter von Anfang an so erzogen, daß sie auch auf Worte hört. Ein Brüllen oder sonstiges ist bei uns nicht notwendig. Ein Hilfsmittel ist vielleicht, daß ich meiner Tochter, auch wenn ich nicht so viel Zeit habe - ich arbeite Vollzeit und übe einen Nebenjob aus- viel erkläre und sie für "voll" nehme. Sie hilft mir liebend gerne in der Küche und ich lasse sie schon einige Sachen selbst machen, sprich ich behandle sie nicht wie "ein Baby", sondern wie einen vollwertigen Menschen, der selbstverständlich auch seine Grenzen hat.
Ich finde, daß Kinder mit solch einer Erziehungsmethode gar nicht erst so mißraten wie die im Fernsehn gezeigten. Kinder sollten zum einen von Anfang an ihre Grenzen kennen und zum anderen auch zur Selbstständigkeit erzogen werden.
Bei uns zu Hause gibt es keine Schimpfwörter (auch wenn sie genug im Kindergarten lernt)oder Kraftausdrücke.
Beim Zubettgehen muß man nur konsequent sein und was meiner Erfahrung nach vielleicht auch hilfreich ist: Schon als Baby soll das Kind im eigenen Bett schlafen - so gibt es keine Probleme beim Einschlafen bzw. Schlafen im eigenen Zimmer !
Ich könnte so viel über das Thema schreiben, aber dann wird es ein Buch und kein Testbericht.

Mein Fazit: Behandelt Eure Kinder als vollwertige Menschen und nehmt Euch die Zeit für Erklärungen. Wenn Ihr Euch über etwas geärgert habt, lasst den Ärger nicht an Euren Kindern aus - sie können nichts dafür.

Schlagen ist keine Lösung, sondern bringt nur mehr Probleme ohne das Problem zu lösen.

Sprechen und erklären ist viel hilfreicher.

Liebe Grüße Dominique
Produktbewertung:Kundenbewertung 3,00 / 5,00 3
Bewertung Testbericht:hilfreich
Katzenpfoten

Bestrafungen?Wie sollte ein Kind bestraft werden?

ein Testbericht von 2004-02-19 09:54:06 vom 19.02.2004
Empfehlung: ja
Strafe, ein hartes Wort!Ich bin Mutter 2er Kinder, Tochter 19, Sohn 10!Der großen kann ich ja nicht mehr viel verbieten, sollte sie mich nerven, dann stelle ich mich einfach stur, wenn sie etwas von mir will und das reicht dann meistens schon aus, damit sie zur Besinnung kommt. Nun aber zur *Bestrafung* eines Kindes!Also, Schläge kommen bei uns nicht vor, das ist eine Bestrafung, von der ich überhaupt nichts halte, denn es hinterlässt körperlichen Schmerz und davon sollte JEDER Abstand halten, uns schlägt ja auch niemand, wenn wir etwas verbockt haben. Wenn mein Sohn mir querkommt, und das kommt echt häufig vor, stelle ich ihn entweder auf Igno oder er erhält ganz einfach Verbote!!!Diese Verbote sehen bei uns so aus: gestrichen werden zum Beispiel der Fernsehapparat, die Playstation, der PC oder je nach Ausmaß alles auf einem mal!Und, wahrlich, das hilft!Wir wohnen ländlich, allein kann mein Sohn keine Geschäfte aufsuchen, ich muß ihn dann immer fahren. Wenn er es mal wieder zu bunt getrieben hat, stelle ich mich stur und fahre ihn eben nicht zum nächsten Geschäft, obwohl er doch gerade *heute* so gern etwas kaufen würde, ich lasse ihn dann nörgeln, verweise ihn aber dann in sein Zimmer oder nach draußen und sage ihm, daß ich mir seine Nörgelei nicht anhören will.Meine Erziehung geht auch dahin, daß ich viel erkläre, wenn etwas falsch gemacht wurde, Kinder müssen erklärt bekommen, was sie denn nun *verbrochen* haben und weshalb es nicht gut ankommt und sie eine *Strafe* erteilt bekommen.Meine Frage: was soll ein klaps auf den Po denn bringen? Da kommen doch nur die Aggressionen der Eltern durch, also wenn man sich nicht anders *wehren* kann, dann hat man seinen *Beruf* als Mutter oder Vater nicht verdient!
...
Produktbewertung:Kundenbewertung 4,00 / 5,00 4
Bewertung Testbericht:hilfreich
Traumhaesin

Wie toll ich doch erzogen worden bin ...

ein Testbericht von 2003-10-18 08:43:42 vom 18.10.2003
Empfehlung: nein
Vorteile: Wenn es helfen sollte.....
Nachteile/Kritik: Dann aber ohne Gewalt
" Wir meinen es doch nur gut mit dir" Hört man es doch fast täglich hören.
Doch frag ich mich machmal, was Eltern mit "gut" meinen ?

Zwar habe ich keine Kinder, jedoch kenne ich mich mit diesem Thema bestens aus.

Denkt man nicht , das wenn man einen bestraft das man dann den selben Fehler nicht mehr macht?
Das man dann lieb ist ? Vieleicht dann auch gut hört??

Was ist bestrafen und für was dient es denn?

( Vieleicht kann mir einer diese Fragen Beantworten).
----------------------------------- ------------------
Wie worde ich Erzogen .. oder wie hat man es versucht?
Sicher nicht auf eine gute Weise und darum will ich euch davon erzählen.
Niemals würde ich je mit meinen Kindern so umgehen.

**** Der Tag an dem ich zu spät kam *****
Ja es gibt Tage, da kann man nicht pünklich sein. Aber muss man dann angeschrien werden??
Wieso ??
Sind die Eltern denn auch immer pünklich?.

Es war ein Sommertag wie jeder andere auch. Ich sollte um 10 Zuhause, kam stattdessen um 10:15 an.
Nicht mal ein Hallo , schön das du da bist kommt!

Nein eher ein betontes "Wo warst du ? Hab ich nicht gesagt du sollst um 10 Zuhause sein?"

Was für ein Ton , als wäre ich 10 Stunden weggewesen und nicht 15 Minuten.

" Los in dein Zimmer, heute bekommst du kein Essen".

Was für ne Art sollte das sein?? Wieso musste ich ins Bett ohne Abendessen?? ..

Das war es wenn ich zuspät nachhause kam.
Entweder ich durfte ohne Essen ins Bett, oder direkt in mein Zimmer, oder am nächsten Tag nicht raus.


***** Der Tag an dem ich schlechte Noten nachhause binge*****

Ja da gabs ab und an auch mal Tage .. da schrieb ich schlechte Noten, obwohl ich gelernt hatte. Und als ich dann auch noch Sitzen blieb find die Hölle an.

Kein tröstendes Wort wie " Och Schatz, beim nächsten mal wierds besser".
Nein, wieder so ein netter Satz " Willste putze werden,dann mach weiter".
Auch dieses wurde bestraft mit knapp 2 Wochen Hausarest und Sommerferien durch lernen.

Aber es kommt nicht mal einer "Was habt ihr auf, soll ich euch helfen?"

**** Ich mag doch kein Gemüse ****
Von klein an mochte ich kein Gemüse und besonders kein Paprika.

Wieder mal sitzte ich vor dem Teller und will nicht Essen.
Anstatt zu sagen "Ist okay ,dann lass es stehen" kommt " Du bleibst so lange hier sitzten bis du aufgegessen hast".
Da saß ich machmal kanpp 3 Stunden am Tisch.
Und wenn ich das dann immer noch net gegessen hatte, so wurde ich von meinem Vater gezwungen.
Der hat mir das immer in den Mund gestopft, bis ich geheult hatte.

**** Wenn das Zimmer nicht aufgeräumt war ****
Ja .. dann ging es Rund. Ich hatte immer ne gewisse Zeit das Zimmer auf zu räumen. Ca. 2 Stunden , wenn es dann nicht aufgeräumt war. Holte meine Mutter nen Blauen Sack , stopfte alles da rein und warf es weg.

**** Wenn man was runter fiel ****
Ja, beim vorbei gehen kann doch mal was runter fallen, wehm ist das nicht passiert??

Wieder mal heißt es " Du bekommst kein Taschengeld, bis das die Sache abbezahlt ist" (und was soll man sagen 2 DM waren ja nicht viel im Monat).
Ja dann gab das liebe TV verbot und so.


**** Als ich meine Mom zur Weißglut brach *****
Ja, das kam schon öfters vor.. da lief mir meine MOM immer mit nem Kochlöffel hinterher und hat mit den Arsch versolt. Und wenn dieser Löffel dann noch kaput ging, war ich es auch noch Schuld.


************************************* *****************
Ja das waren mal so kleine Bestrafungen .. wo ich sagen kann diese haben nicht wirklich geholfen .. eher nur hass gebracht und genau das gegenteil was sie erreichen wollten.

Wie würde ich meine Kinder erziehen´?

Ja gute Frage, bestimmt nicht wie ich erzogen worden bin.
Ich hatte ja schon regelrecht Angst vor meine Eltern. Sogar als ich meinen Freund Kennenlernte hatte ich Angst vor meinen DaD, sodass ich meinen Freund vorschlug uns nicht bei mir Zuhause zu Treffen. Da er da sehr komisch in der Sache ist.

** Erziehung **
Ich würde wenn es zuspät kommt erstmal nach dem Grund Fragen und nicht direkt bestrafen.

Wenn es schlechte Noten schreibt, mich mit ihm hin setzen und lernen.

Wenn es kein Gemüse will, dann muss man es nich essen.

Sachen die kaput gehen nicht vom Taschengeld abziehen (sofern es nicht mit Absicht war).

Und erst recht KEINE GEWALT , KEIN SCHLAGEN ODER ÄHNLICHES.

Liebe im ruhigen Ton sprechen .. kann machmal mehr helfen als man denkt.

Da war nun mein Thema zum "Bestrafen".

Mfg, Julia
17.10.03

PS: Sorry für mein komisches Deutsch und meine Rechtschreibfehler.
...
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Bewertung Testbericht:sehr hilfreich
MissyG

Regeln aufstellen und diese auch durchsetzen

ein Testbericht von 2003-06-26 10:42:25 vom 26.06.2003
Empfehlung: ja
Vorteile: Bestrafen ja, aber nicht mit Schlägen...
Nachteile/Kritik: Ohne Strafe geht es nicht.
Hallo Ihr Lieben,

als Tochter einer gelernter Kindergärtnerin (heute auch Erzieherin genannt), darf ich mir einer sehr durchdachten Erziehung sicher sein und wenn ich sage, dass ich mich nie eines Klapses erinnere, dann stimmt das zu 100 %. Nun, als baldige Mutter und schon seit ein paar Monaten "erzwungener Pause" habe ich viel Zeit, mich mit diesem Thema auseinanderzusetzen.

Ich glaube, dass Bestrafung ein sehr wichtiger Erziehungsaspekt ist. Doch sollte man weg von der Vorstellung, dass es dazu Schläge braucht. Es gibt viel effektivere Möglichkeiten, einem Kind begreiflich zu machen, dass er zu weit gegangen.

Da wir uns als ehemalige Hundebesitzer auch mit vielen Familien angefreundet haben und man ja auch in der eigenen Familie immer wieder auf Eltern mit Kinder in jedem Alter stößt, ist mir folgendes am meisten aufgefallen:

1. Es gibt keine Regeln
2. Stehen Regeln fest, werden sie nicht durchgesetzt

Für Kinder sind gewisse Grenzen unverzichtbar. Etwa im 2. Lebensjahr verlangen Kinder immer öfter negative Bestätigung. Das heißt, dass sie Dinge tun, von denen sie wissen, dass sie es eigentlich lassen sollten. Dabei müssen sie immer wieder darauf hingewiesen werden, dass sie eben das nicht tun sollen. Negative Bestätigung eben. Die Kinder wollen einen nicht mit ihrem Verhalten ärgern, es ist einfach wichtig, dass sie verinnerlichen können, was man NICHT tut.

Läßt man Kindern vollkommenen Freiraum fällt diese negative Bestätigung weg. Sie erlernen nicht, was man nicht macht.

In der Erziehungswissenschaft kursieren millionen Erziehungskonzepte. Einige schlaue Wissenschaftler haben sich nun endlich hingesetzt und diese zu einem knappen stichpunktartigen Erziehungsgerüst zusammengesteckt.

Man nennt dies entwicklungsfördernde Erziehung. Diese besteht aus "nur" 5 Punkten:

Liebe
Achtung
Kooperation
Struktur

Förderung

Der Aspekt der Bestrafung fällt in den 4. Punkt der Struktur. Hier ist es wichtig, dass man konsequent Grenzen setzt, Regeln und Rituale einführt und diese auch mit Klarheit und Verläßlichkeit durchführt.

Beispiel:
Ein Kind geht mit 5 Jahren gegen 19.30 Uhr ins Bett, bekommt eine gute Nacht Geschichte vorlesen und soll dann schlafen. Seit 2 Wochen versucht das Kind jeden Abend dieses Ritual nach hinten zu verschieben. Immer wieder muss es dennoch um halb 8 ins Bett und plötzlich haben die Eltern die Nase voll und lassen es einfach gewähren.

Dieses Verhalten verwirrt das Kind. Es wollte seine Grenzen austesten und hat gewonnen. Das heißt, dass alle Regeln, die von den Eltern aufgestellt werden, potentiell angreifbar sind. FAZIT: Das Kind macht was es will.

Ist nun Mamas Geburtstag und das Kind darf zur Feier des Tages bis halb 9 wach bleiben, wird das vorher mit dem Kind besprochen, es freut sich, dass es länger aufbleiben kann und geht am nächsten Tag wieder um halb 8 ins Bett. Das ist für das Kind nachvollziehbar. Es sieht, dass die Regeln auch Ausnahmen haben, grundsätzlich aber weiter gelten.

Ich halte es demnach für viel wichtiger Regeln konsequent durchzusetzen, als das Kind zu schlagen. Meist erreicht man damit ohnehin nichts. Mal abgesehen von einer kurzen Phase, die Kinder meist mit etwa 2 durchleben, in der gar nichts mehr wirkt, sondern nur provoziert wird, erreicht man mit Geduld und einem klaren Verhalten viel mehr. Kinder sind sehr verständig. Sie möchten lernen, alles über die Welt erfahren und geliebt werden. Hält man sich von Beginn an, an das gleiche Konzept, bestraft man eher mit Fernsehentzug, keine Gute-Nacht-Geschichte oder einem früheren Zeitpunkt, an dem das Kind ins Bett muss, ist damit viel zu erreichen. Hört es nicht, gibt es eben keinen leckeren Nachtisch und keine extra Runde spielen auf dem Spielplatz.

So haben uns zumindest unsere Eltern erzogen und ich kann nicht sagen, dass wir misslungen sind. Differenzen wurden sehr früh ausdiskutiert, so dass wir immer das Gefühl hatten, auch eine Stimme zu haben und dann wurden Kompromisse geschlossen.

FAZIT:
Manchmal rutscht einem sicher die Hand aus. Soweit muss es meist aber gar nicht erst kommen. Mit Feingefühl und klaren Grenzen (die natürlich zu bestimmten Anlässen durchlässig sind und je älter das Kind wird, ausgeweitet werden) läßt sich bei den meisten Kindern viel erreichen.
...
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Grittilein

Wie erzieht man die Kinder

ein Testbericht von 2003-05-21 12:57:27 vom 21.05.2003
Empfehlung: ja
Bestrafungen ist ein vielseitiges Thema und gerade bei Kindern sollte man nicht so streng sein, daß jede Kleinigkeit gleich eine Bestrafung nach sich zieht. Aber im Wiederholungsfall würde ich meinen Kindern auch eine Bestrafung zumuten, denn meine Kinder sollten mich weiterhin respektieren und mir nicht auf der Nase herumtanzen.


Welche Bestrafungen sind denkbar?
-------------------------------------
Die Art der Bestrafung sollte sich eigentlich immer daran orientieren, inwieweit die Richtlinien verletzt wurden. Wenn zum Beispiel mein Kind wiederholt zu spät nach Hause kommt, würde ich vor einem Hausarrest nicht zurückschrecken. Immerhin sollen mich meine Kinder auch respektieren.
Eines aber würde ich wirklich nur im Notfall tun: Meine Kinder schlagen. Dies sollte wirklich sehr selten angewendet werden, denn Kinder sind für mich das wichtigste in meinem Leben und Gewalt tut weder Kind noch Eltern richtig gut. Aber wann tritt zum Beispiel so ein Notfall ein? Zum Glück wurde ich als Kind sehr selten geschlagen und dies möchte ich auch meinen Kindern nicht antun. Ein Notfall ist zum Beispiel, wenn die Kinder sich wiederholt nicht an Abmachungen halten und sie einfach nicht mehr auf mich hören wollen. Aber dieser Punkt zwischen Disziplinarstrafe und Gewalt ist recht unterschiedlich zwischen Eltern und Kind anzuwenden und jedes Elternpaar sieht es manchmal anders. Erst wenn eine Disziplinarstrafe, wie z.B. Hausarrest oder Fernsehverbot, nicht den gewünschten Erfolg bringt, würde ich andere Maßnahmen ergreifen.


Was kann man tun, um besser mit den Kindern zu kommunizieren?
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Dieser Bereich stellt sich recht schwer dar, da es im Familienleben desöfteren zu Problemen in der Erziehung kommt und selbst Vater und Mutter unterscheiden sich recht stark in den Erziehungsfragen. Ich persönlich würde es erst einmal im Guten versuchen und meinem Kind immer mehr zureden, daß es sich an Abmachungen zu halten hat und nicht immer eigenständig entscheiden kann, wann es beispielsweise wieder nach Hause kommt. Gerade als Mutter macht man sich immer grosse Sorgen, wenn es wieder etwas spät wird.
Wenn das Kind allerdings wiederholt nicht auf die Vorschriften eingehen mag, würde ich die nächste Stufe in Anspruch nehmen. Dazu gehören z.B. die Mitarbeit im Haushalt oder ein Ausgehverbot. Erst wenn dieses nicht zum Erfolg führt, müssen sich die Eltern überlegen, wie es weitergehen soll, aber gegen Gewalt gegen Kinder wehre ich mich so lange es irgendwie geht. Es muß hier auch eine andere Möglichkeit geben, den Kindern zu sagen, daß es nicht in Ordnung ist, was sie sich da wieder geleistet haben. Denn wenn den Kindern Gewalt angetan wird, werden sie für den Rest des Lebens dafür bestraft und dies möchte wohl wirklich keiner.


Meine Meinung
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Bestrafungen müssen ja irgendwie sein, wenn das Kind etwas angestellt hat. Aber als Erziehungsberechtigter sollte man sich wirklich überlegen, ob die ausgewählte Erziehungsmethode wirklich die richtige ist. Gerade in der Erziehung kann man sehr viel falsch machen und es sollte wohl überlegt sein. In erster Linie sollten beide Elternpaare darüber entscheiden, ob die Strafe für das Kind wirklich die beste ist oder ob es andere Wege gibt. Ein Ausgehverbot ist für mich noch die beste Methode, um ein Kind zu bestrafen, denn hier kann es gezielt überlegen, warum es dazu gekommen ist. Aber auch Strafen wie Mithilfe im Haushalt halte ich in einigen Fällen für angebracht. Erst ganz zueletzt steht bei mir Gewalt, wobei es auch hier Ausnahmen gibt. Ich kann es beispielsweise auf keinen Fall durchlassen, wenn das Kind sich wiederholt nicht an Abmachungen hält und es selbst bei Hausarrest sich wiederholt aus dem Haus schleicht. In diesem Fall hilft wohl auch keine Gewalt mehr, denn der Vertrauensbruch zwischen Eltern und Kind ist hier längst schon erfolgt und man hat als Eltern kaum noch Mittel gegen das Kind. Hier hilft meistens nur noch eine Senkung des Taschengeldes, denn damit trifft man den Kindern immer noch am meisten.
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hawasie

Keine köperliche Züchtigung !

ein Testbericht von 2003-03-10 16:14:15 vom 10.03.2003
Empfehlung: ja
Wenn ich das Thema dieser Rubrik sehe, muss ich zwangsläufig zuerst an meine Kindheit denken. Nein, zu früh gefreut - ich hatte keine schwere Kindheit.

Aber es gab zwei Fälle, an die sich mein Vater nicht mehr erinnern kann ( oder will ). Zum einen gab es eine Tracht Prügel mit Mutters Kochlöffel und Hartmut´s Po. Wenn ich mich recht erinnere, kam Hartmut in der Herbstzeit mal wieder zu spät nach Hause - verstecken spielen im dunkeln macht doch auch mehr Spass als am Tage - oder ? Da ich aber ein Wiederhlungstäter war, fand man Vater das garnicht witzig und postierte sich mit dem besagten Löffel neben meinem Bett und meinte nur, dass ich blank ziehen soll. Bäuchlings auf dem Bett liegend tanzte das Holzutensil munter auf mein zartes, jugendliches Hinterteil ( ich muss 7 oder 8 Jahre gewesen sein). Begleitet wurde dies mit der vertrauten Stimme meines Vaters : Sollst Du immer so spät nach Hause kommen ? Er hatte aber ein Problem : die Schläge taten nicht weh und ich , fing aufgrund eines affenähnlichen Vergleichs, der sich plötzlich in meinem Gehirn abspielte, in dem irgenwie mein Vater vorkam, an zu lachen. Oh, jetzt war er in Rage und haute einmal kräftiger zu - ob´ s die Kraft war oder Holzwürmer - keine Ahnung, jedenfalls Mutter´s Kochgerät teilte sich in zwei Hälften. Vater stand verdutzt da, Mutter hat doch eine kleine Träne im Auge ( vielleicht wegen des Löffels, vielleicht auch wegen mir ) und Hartmut ? Der brach in schallendes Gelächter aus.

Fazit : Eine ähnliche Strafe habe ich seitdem nicht mehr bekommen - nicht weil ich lieber geworden bin. Das musste andere Gründe haben. Vielleicht hatte Mutter ja auch Angst um ihre Kochutensilien und hat den Vater nachts überzeugen können.

Da fortan körperliche Züchtigung in meinem Kindeshaushalt tabu war, Hartmut aber wieder mal später als erhofft zu Hause auftauchte, um das Abendessen zu fassen, musste ich staunen : Mein Erzeuger hatte sich eine neue Taktik einfallen lassen : Erst mal nicht´s essen nd in den Keller einsperren. Bitte ?? Wohl auf Arbeit Langeweile gehabt- was soll denn das ? Der Keller war leicht zu erreichen - eine Luke , von der Küche aus sich öffnend, wurde hochgeklappt und mir mitgeteilt, das ich die 8 - 9 Stufen dort hinabsteigen sollte, um mein Fehlverhalten zu überdenken. Klappe zu - Affe tot - Waschmaschine noch auf die Luke gestellt. Hartmut sass im dunkeln. Nun besitzen ja fast alle Keller entweder ein Fenster oder eine Öffnung, damit die Luft dort unter weiter zirkulieren kann. Der eine oder andere Leser weiss, der Meine Geschichten zu meinen Kindheit gelesen hat, dass ich mächtig dünn war. Also kein Problem durch diese Öffnung hinaus auf den Hof, am Küchenfenster dukend vorbei, in den Torweg durch die Tür und an der üchentür mal laut klopfend. Herein hallte es von drinnen. Ich wünschte freundlich wie ich bin einen Guten Abend und setzte mich an den Abendbrotstisch, als wenn nichts gewesen wäre. Nun haben wir alle gelacht und auch diese Methode war vom Tisch. Fazit beider Methoden : hat nichts gebracht. Soviel zu persönlichen Erfahrungen in meiner Kindheit.

Das Thema ist allerdings zu ernst und nicht jeden trifft es so zart, wie mich damals. Und nicht jeder kann damit so locker umgehen. Es gibt leider auch erschreckende Daten, wie Kinder in Deutschland behandelt werden :
Es wird vorsichtig geschätzt, dass ca. 20 % aller Erwachsenen in Deutschland in ihrer Kindheit mit schwerwiegenden oder häufigen Formen körperlicher oder sexueller Gewalt konfrontiert waren - das ist jeder 5. !!

Wen´s interessiert oder überhaupt zu dem allgemeinen Thema sich im Netz mal schlau machen will, sollte die Seite : http://www.liga-kind.de/pages/pgut299.htm
aufrufe n : Thema : Gewaltfreie Erziehung - geht das überhaupt ? von Irene Lohns, Dipl.-Pädagogin und Leiterein des Kinderschutz-Zentrums Kiel.

Ich habe 4 Jahre studiert und meinen Abschluss als Diplom-Pädagoge bekommen. Auch in der Studienzeit war natürlich das Thema Bestrafungen in der Schule ein Thema.

Das bestimmte Maßnahmen ergriffen werden können oder auch nicht, ist gesetzlich geregelt. Darauf will ich aber nicht weiter eingehen, sondern nun als Vater von zwei Töchtern die Problematik beleuchten.

Es gibt immer Situationen, wo uns unsere lieben Wonneproppen eine mächtige Geduld abverlangen und man schon geneigt ist, die Hand nicht nur zum Gruss zu erheben. Ein kleiner Schlag auf den Hinterkopf erhöht das Denkvermögen - sagt der Volksmund. Da das Wort Schlag und Hinterkopf aufeinandertreffen handelt es sich hierbei schon als eine kleine Form der körperlichen Züchtigung, die ich prinzipiell ablehne.

Aber ganz ohne Strafe, wenn das innerfamilliäre Leben gestört wurde, geht es aber auch nicht. Die Vielfalt ist doch manchmal größer als wir glauben und seelische Rückstände bei den Kindern in den folgenden Formen auch nicht zu erwarten .

Die wichtigste Vorraussetzung sind zu Hause klare Grenzen oder auch Regeln. Diese sind meinen Kindern bekannt, auch wenn sie nicht als Hausordnung in jedem Zimmer aufgehängt sind. Die Bekanntheit dieser Regeln für alle Personen in einem Haushalt ist fast überlebensnotwendig - es kann nicht sein, dass Mutter was anderes macht als der Vater und das Kind muss klar erkennen können, dass es gegen eine Regel verstossen hat.

Als Fussballfan habe ich das dortige Kartensystem eingeführt. Das bedeutet, mein Kind wird von mir oder meiner lieben Frau vorgewarnt. Wenn also was im Anmarsch ist - gibts die gelbe Karte und es wird darüber gesprochen.

Die beste Zeit bei uns ist die Abendbrotzeit. Da hat jeder etwas mitzuteilen, was tagsüber so abgegangen ist und die Erziehungsberechtigten können mal so ganz lapidar einen Einwurf machen und die bekannte Karte ziehen. Sollte es zu Diskussionen kommen - man könnte ja sein Kind falsch verstanden haben oder es fährt tatsächlich Argumente aus, die selbst einen Erwachsenen einleuchten können ( selbst mir ).

Die Zeit wäre zum Frühstück nicht und es ist auch gut, wenn alle Haushaltsmitglieder das mitbekommen - deshalb bei uns- abends !

Wichtig ist es auch, dass in diesem Zusammenhang mit Strafen sparsam umgegangen wird. Diese soll zwar nicht Auszeichnungscharakter wegen der Seltenheit haben , sondern wer oft bestraft wird das Problem bekommen, das sich diese Erziehungsmethode schnell abnutzt und wie die Kinder zu sagen pflegen : Juckt mich nicht, nach spätestens einem Tag ist eh´alles wieder in Butter.

Tja und wenn dann doch die rote Karte gezogen werden muss ? Dann musste durch und Dir das vorher gut überlegt haben. Denn wenn Du das nicht durchziehst, wirst Du unglaubwürdig und glaube mir, das merkt ein Kind ganz schnell und es wird Dir auf der Nase herumgetanzt.

Wichtig ist in diesem Fall : auch wenn Dein Blutdruck so hoch ist, Du auf 180 bist - äußerlich ruhig bleiben und wenn es irgendiwe geht, erst abreagieren und noch eine kleine Zeit warten !

Bei den kleineren Kindern reicht oft ein entschiedenes " Nein ". Ich weiss nicht, in wieviel Untertönen man das sagen oder schreien kann, es sollte aber sehr bestimmt klingen. Nicht zu häufig angewandt, eine wunderbare Erziehungsmethode im Kleinkindalter. Dieses kurze Wort ist entschieden besser, als 5 Minuten auf das Kind einzureden. Man steigert sich dann nur selbst eventuell in Rage und es könnte zu unkontrollierten Aktionen führen.

Am besten , man übt mal dieses Nein im stillen Kämmerlein - es sollte in die Ausdrucksform eines "Anschisses" gipfeln - dann ist der richtige Ton getroffen.

Im spielfähigen Alter der Kinder, ist die kurze Wegnahme eines heiss geliebten Spielzeuges eine sehr gute Erziehungsmassnahme ( hilft ja manchmal beim Erwachsenen auch **gg** ). Manchmal merkte ich auch, dass v.a. wenn Spielkameraden mit im Hause sind, das Ego meines Kindes sehr stark ansteigt - so nach dem Motto :jetzt sind wir in der Überzahl und machen mal einen drauf. Habe ich schon erlebt - es wirkt sich positiv aus, wenn man sein Kind dann mal 5 oder 10 Minuten beiseite nimmt und es mal überlegen lässt, was es falsch gemacht hat. Ein nicht lange auf sich wartendes ankuscheln an die Eltern und einem treuen Blick, der einem dann fast schon wieder zum lachen bringen könnte, zeigt mir, mein Kind hat das richtige Ergebnis gefunden und darf dann wieder mit den anderen spielen.

In diesem Kleinkindalter werden die wesentlichsten Grundlagen für eine ordentliche Erziehung gelegt - wer diese Zeit vernachlässigt oder Erziehungsfragen in die Kinderkrippe,den Kindergarten oder gar Schule abgibt, läuft Gefahr, die grösseren Probleme bei den heranwachsenden Jugendlichen nicht mehr in den Griff zu bekommen und dann wird´s schwierig. Da ich diese Probleme mit meinen 11 und 15 jährigen Töchtern nicht habe, könnte ich nur theoretisch darauf eingehen. Aber ich glaube, ich habe erstmal einen ziemlich langen Bericht hier hereingesetzt- bin aber offen für weiterführende Fragen - und wenn ich kann - dann helfe ich gerne ( wie einige von Euch sicher schon wissen )

Hartmut

PS : Dieser Link führt zu Bestrafungen in der Schue, was erlaubt ist und was nicht :
http://www.schuelerkammer.de/rechte/bestrafunge n.htm

Persönliche Anmerkung : wenn ich sehe was in der Schule so manchmal abgeht - ich habe mir diese Info´s schon mal ausgedruckt.
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MikeNRW

Wer hat das wirklich nötig??

ein Testbericht von 2003-03-10 15:11:56 vom 10.03.2003
Empfehlung: ja
Nachdem ich nun einige Berichte zum Thema Bestrafungen gelesen und auch bewertet habe möchte ich nun meine Gedanken auch noch niederschreiben.

Zunächst muß ich für mich die Frage klären was ich unter Bestrafungen verstehe.
Ich halte es für sinnvoller, die Kinder an ein Regelwerk innerhalb des Familienverbandes zu gewöhnen und ihnen somit auch eine Sicherheit nach außen zu geben. Eine Vermittlung von Werten halte ich für unverzichtbar. Wenn das Kind auch noch so unbedarft schwindelt heißt dass nicht dass ich dem Kind meine Enttäuschung darüber verbergen muß. Man sollte stes bemüht sein ein gesundes mittelmaß zu finden. Da jeder sein eigenes Kind am besten kennt, sollte jeder sich einfach von Zeit zu Zeit hinterfragen.
Aus meiner eigenen Kindheit reichten die Erfahrungen von Fernsehverbot (damals gab es noch keine Gameboys etc.), Hausarrest, Schläge bis hin zu Liebesentzug (die grausamste Art). Nach dem Motto : „Wenn du das machst habe ich dich nicht mehr lieb. Das Belohnungsprinzip funktionierte umgekehrt der Fairnesshalber aber genauso. Dann gab es meist Geld zum Sparen oder für etwas Schönes. Schrecklich! Ich habe Jahre gebraucht um mich um meiner selbst willen zu lieben und nicht für ein antrainiertes Verhalten und ebenso andere um ihrer Selbst!

Akzeptabel sind für mich alle Strafen worunter ein Kind nicht massiv leidet und womit ich auch einen Aha-Effekt oder Denkanstoß erreiche. Diese kann ich aber immer nur individuell am Kind festmachen. Wenn das Kind z. B. gerne Computer spielt, kann ich die täglich vereinbarte Zeit dafür ggf. kürzen, nie aber ganz streichen.
Wenn er dann vor dem Computer sitzt und die Zeit abgelaufen ist, wird er zwar noch mal daran erinnert dass er heute nicht so lange sitzen durfte und weiß auch warum, aber es hinterlässt keinen bitteren Nachgeschmack und es hat seine Lektion trotzdem gelernt.

Vollkommen unakzeptabel sind für mich sämtliche Handgreiflichkeiten, alles Formen jeglicher Gewalt und lautes Schreien, stellt es doch vielmehr die eigene Hilflosigkeit und Ohnmacht dar. Sie führen beim Kind nur zu Sturheit und zu einer Blockade, weil es gar nicht weiß warum und wieso wir jetzt wie wild und komplex um uns schlagen. Die seelischen Wunden sehen wir nochnicht einmal. Sie sind aber umso mehr vorhanden als die evtl. äußerlich sichtbaren, gerade beim Schreien. Was habe ich davon wenn ein Kind verängstigt in der Ecke sitzt sobald ich anfange zu reden?

Man kann dem Kind auch in ruhigem bestimmtem Ton klar machen, dass man von seinem Handeln enttäuscht ist. Sicher ist das nicht immer einfach in die Tat umzusetzen, gerade wenn einmal alles aufeinander kommt an einem Tag. Mir ist das selber auch schon passiert dass ich lauter geworden bin. Dann sollte man aber zumindest dem Kind signalisieren und zeigen, dass es einem leid tut und sich für sein falsches Verhalten entschuldigen. Nur so kann man seinem Kind gegenüber sein Gesicht wahren und ihm gleichzeitig ein sozialverträgliches Gruppenverhalten beibringen.

Man muss zusätzlich das jeweilige Alter des Kindes berücksichtigen. Es macht sicher wenig Sinn, mit einem 2-jaährigen etwas auszudiskutieren. Da reicht meiner Meinung nach ein klares „Nein“ und ggf. ein leichter Klaps bei mehrfach wiederholter Missachtung.
Ich persönlich finde es eher belustigend wenn ich ein Elternteil sehe was einem 1 ½ jährigen Paul groß und breit erklärt warum er jetzt besser nicht seine Finger auf das Kassenband an der Kasse legt.

Bei einem 5jährigen kann man schon eher leichte verständliche Erklärungen für eine Regelverletzung liefern. Dieser ist schon in der Lage zu verstehen, warum er jetzt nicht gerade abends laut schreiend durch die Wohnung rennen soll, wenn Besuch da ist. Aber auch da ist es nur eine Frage wie ich das Kind in mein Leben einbinde und teilhaben lasse. Wenn er natürlich sonst wenig Sozialkontakte von mir beobachtet ist es für ihn natürlich wesentlichinteressanter als wenn er in vielem involviert ist.
Ein 8-9 jähriger ist sich der Folgen seines Handelns schon etwas bewusster. Aber auch hier gilt immer in angemessenem Rahmen zu handeln und aufgestellte Regeln selbst auch nicht zu brechen. Daran scheitern meistens die Erwachsenen. Sie stellen Regeln auf und plötzlich gelten sie für sie selbst nicht mehr.

Ich kann dem Kind zwar sagen, dass ich etwas nicht möchte und bin auch nicht immer dazu gezwungen auf das darauffolgende „Warum?“ eine Antwort zu liefern, zumindest nicht sofort, sollte aber genauso seine Grenzen akzeptieren, z. B. wenn ich möchte, dass er einen bestimmten Schrank im Wohnzimmer nicht öffnet, weil darin nichts ist was für ihn von Interesse ist, es aber ein großes Chaos gäbe, wenn er darin spielen würde, z. B. Papiere.

Hausarrest ist meines Erachtens nach in der heutigen Zeit fast total überholt. Zum einen sind viele Kinder zu Homesittern geworden und kaum noch an der frischen Luft anzutreffen und zum anderen halte ich diese Strafe gerade in der Pubertät als schlimm. Grenze ich das Kind doch von seinen gleich empfindenden Freunden ab, mit denen es sich auch gut austauschen kann. Sicher bin ich auch stolz, wenn er mit Problemen zu mir kommt, aber ehrlich gesagt hatten wir nicht auch einen besten Freund/beste Freundin mit der wir alles besprochen haben und alles immer sofort geklärt haben und alles ultrawichtig war??

Ohne Essen ins Bett entbehrt für mich jegliche Diskussion. Absolut lachhaft.
Was soll das dem Kind zeigen?

Gleiches mit Gleichem zu vergelten halte ich teilweise für unnütz. Bei Kleinkindern kann das bei Beißern etc. Wunder wirken wenn sie dann merken wie weh das tut.
Letztens jedoch erzählte eine Bekannte von ihrem 17 jährigen Sohn hätte sie kein Geburtstagsgeschenk bekommen. Sie hatte nichts Großes erwartet, aber hat ihm zum Geburtstag auch nichts geschenkt. Ich hatte ihr noch den Rat gegeben ruhig und sachlich mit ihm über ihre Sichtweise zu reden und ihm auch ruhig zu sagen dass es sie verletzt hat sie ihn aber deswegen nicht weniger lieb hat.
Es ist halt auch eine schwierige Zeit wo man sich langsam abnabelt und so etwas zeitweise auch voll uncool findet ( Das sagte er mir hinterher im O-Ton : „Ey ist doch voll uncool seiner Mutter was zu schenken, was meinst du was die anderen sagen“).
Das A und O ist nicht nur in der Beziehung zu seinen Kindern sondern in allen zwischenmenschlichen Kontakten, dass man miteinander redet und zwar ohne den Respekt und die Achtung voreinander zu vergessen.

Zu guter Letzt kann ich zusammenfassend sagen das Strafen für mich nur bei Regelverletzungen in Frage kommen und ich mich genauso bestrafen lasse wenn ich etwas nicht eingehalten habe.

Letztens erst habe ich ein Versprechen nicht halten können und habe meinen Sohn gefragt welche Strafe ich jetzt bekomme. Daraufhin sagte er nach zögerlichem Überlegen dass ich jetzt Sonntag abend nicht die Lindenstraße gucken dürfte. Damit hat er erstens gesichert dass er das selber auch kontrollieren kann, da er noch nicht im Bett ist zu diesem Zeitpunkt und hat damit wirkliche einen wunden Punkt getroffen. Ich kann sie mir ja noch zu einem anderen Zeitpunkt ansehen (Video haben wir ja nicht). Dann muss ich das was ich zu dieser Zeit geplant habe wieder umplanen und das ist schon schwieriger ;)
Strafen müssen ja nicht immer was Schlimmes sein, sie können im Gegenteil sehr wohl helfen aus Fehlern zu lernen und zu lernen was erlaubt ist und was nicht was nicht.
Man sollte auf vernünftige Art und Weise versuchen, Grenzen aufzuzeigen. All die geschilderten Dinge erfordern natürlich ein Maß an Zeit welches ich mit dem Kind verbringe. Aber auch hier gilt: Qualität statt Quantität.

Vielen Dank fürs Lesen, bewertet und kommentiert ruhig fleißig

Gruß
MikeNRW
...
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celluloidente

vertraut man sich jemanden an, der einen schikaniert ?

ein Testbericht von 2003-03-09 02:56:54 vom 09.03.2003
Empfehlung: ja
also ich bin 19. habe noch keine eigenen kinder.
ich kann zu jetzigen zeitpunkt beide standpunket nachvollziehen.

einerseits wollen mir meine eltern selber noch was vorschreiben und mich durch leichte zusprüche oder absprüche dazu bringen dinge so zu machen wie SIE es für richtig halten.
klar können sie mir kein stubenarrest mehr geben aber z.b. kriege ich das auto dann nicht mehr so leicht am wochenende.
das heißt wenn ich mich ihnen anpasse und alles so mache und so spreche wie sie es wollen dann bekomme ich vielleis leichter, und wir harmonieren.

das blöde ist bloß das man dadurch gezwungen ist eine offizielle seite seinen eltern zu zeigen und heimlich anders zu denken... außer man will ein sich als revolutionär prostituieren.
bloß dabei werden alle unglücklich und ich erreiche nur distanz und einsamkeit.

jetzt stellt sich meine frage warum können eltern nicht über einige dinge hinwegsehen und sie akzeptieren ?
wenn meine eltern sich schon übers rauchen sooo aufregen könnte ich doch niemal zu ihnen kommen und sagen ich kiffe... rauche mariuahna.
nicht viel nicht oft aber ich mache es.

ich denke mit bestrafungen kommt man nicht weit sondern erreicht nur das gegnteil.. wenn man angreift muss man damit rechnen zurückangegriffen zu werden.
wenn man seinem kind sozusagen was verbietet und man es grundlos macht und das kind nicht nachvollziehen kann warum diese geschehen ist, so könnte es als schikane ansehen.
vertraut man sich jemanden an der einen schikaniert ?

ich denke ein miteinader, und vielleicht gemeinsam besprechen was o.k war und ist wäre ein guter boden für eine gemeinsame beziehung.


denkt doch alle mal an eure sünden in der kindheit ?
und ist davon die welt untergegangen ?
habt ihr schäden davongeträgen ?

die grenze der offenen erziehung ist lediglich die sicherheit.
eigene sicherheit und verschuldung und auch die der anderen.

wenn es nix kostet und keinem weh tut, soll jeder alles machen können was er machen will...
was ist denn das schlimmste was einem passieren kann ?
das jemand glücklich ist ? und das macht was ihm spaß macht ?
seit froh das eure kinder so aktiv sind

ansonsten noch viel spaß bei gemeinsamen stunden.
babsi ;)
...
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Die Sicht eines Trainers

ein Testbericht von 2003-02-26 08:59:33 vom 26.02.2003
Empfehlung: ja
Da ich noch keine eigenen Kinder habe, scheint es unsinnig zu sein, sich mit dem Thema Bestrafung zu beschäftigen. Ist es für mich aber nicht, da ich fast täglich mit einer Gruppe Jugendlicher arbeite – und gerade bei den oft nicht einfachen Pubertierenden kommt man nicht um das Thema herum. Es geht also in diesem Bericht um die „Bestrafungsmöglichkeiten“, die ich als Trainer einsetze – für manche mögen einige Dinge hart klingen, aber ich habe damit bisher gute Erfahrungen gemacht.


Allgemeines

Eigentlich halte ich von direkten Bestrafungen nur wenig, körperliche Züchtigung lehne ich (auch als Erziehungsmethode von Eltern) vollständig ab – mal ganz davon abgesehen, dass ich es als Trainer auch nicht dürfte.

Soweit es irgendwie möglich ist, versuche ich mit Lob und Anerkennung zu arbeiten. Diese Vorgehensweise gibt den Jugendlichen nicht nur ein positives Feedback auf ihre Leistungen und ihr Verhalten, sondern ist oft noch ein zusätzlicher Ansporn. Für die anderen Gruppenmitglieder hat das Lob eines Schwimmers ebenfalls ein positiven Hintergrund, denn fast jeder Mensch sucht positive Bestätigung und wenn jemand gelobt wird, versuchen die Gruppenmitglieder, die es mitbekommen haben, ebenfalls ein Lob zu erhalten und passen ihr Verhalten entsprechend an.

Trotzdem können nicht alle Konflikte oder Verhaltensweisen durch dieses Vorgehen gelöst werden und manchmal geht es gar nicht anders, als zu bestrafen. Dabei unterscheide ich sehr wohl zwischen Maßnahmen, die für mich als „erzieherische Maßnahmen“ gelten und „echter Bestrafung“, wobei letztere nur sehr selten angewandt wird.


Erzieherische Maßnahmen

Erzieherische Maßnahmen sind auch eine Form der Bestrafung – keine Frage, aber ihr Ziel ist es in erster Linie, das zukünftige Verhalten zu beeinflussen und nicht, eine reine Strafe zu erwirken. Einige Beispiele, die ich anwende:

~~~ Vergessene Sachen ~~~
Es kommt immer wieder vor, dass die Schwimmer irgendwelche Dinge am Beckenrand vergessen. Dies ist prinzipiell kein Problem, da ich die Sachen einsammele und dann am nächsten Trainingstag wieder verteile. Kommt es aber häufiger vor, so wird das Ganze ziemlich nervig. Schließlich ist es eigentlich nicht meine Aufgabe, den Sportlern ihren Krempel hinterher zu schleppen. Wer zu oft Gegenstände vergisst, bekommt sie nur wieder, wenn er/sie vor der gesamten Mannschaft eine Gegenleistung bringt. Meistens einigt sich die Mannschaft dabei, was für eine Gegenleistung es ist – wobei der Vergessliche eine Mitspracherecht hat. Zur Auswahl stehen: „ein Lied singen“, „ein Schwimmtechnik erklären“, „ein biologische Funktion (z.B. Pulsfrequenz) erklären“ oder „alle Schwimmleinen reinziehen“. Die Auswahl ist ganz unterschiedlich, aber insgesamt habe ich mit dieser Maßnahme ziemlich gute Erfahrungen gemacht. Demjenigen, der etwas vergessen hat, ist die auszuführende Aktion meist etwas peinlich und er achtet in der nächsten Zeit ziemlich gut auf seine Sachen ...

~~~ nicht zuhören ~~~
Das „Nicht-zuhören“ ist in meinen Augen schon ein größeres Vergehen, da es die Arbeit am Beckenrand erschwert und vor allem den Zeitplan des Trainings durcheinander bringt. Die Strafe besteht im allgemeinen darin, dass der- oder diejenige aus dem Wasser kommen muss und die nächsten Punkte des Trainingsplans gegenüber der Gruppe ansagt und erklärt. Dabei lenke ich dann andere Mitglieder der Mannschaft bewusst ab oder falle dem „Nicht-Zuhörer“ ständig ins Wort. Er/Sie soll lernen, wie störend es ist, wenn jemand ständig dazwischen redet oder nicht zuhört. Ziel ist es, die Folgen des eigenen Verhaltens am eigenen Leib zu spüren. Inzwischen kommt dieses Vergehen fast gar nicht mehr vor, denn fast jeder hat diese Strafe ein- oder zweimal bekommen und jeder hat daraus gelernt. Bald rückt aber wieder Nachwuchs auf, so dass ich diese Maßnahme wohl wieder ausgraben muss ...

~~~ Raufereien / verbale Auseinandersetzungen ~~~
Natürlich kommt es auch immer mal vor, dass sich zwei hitzige Teenies in die Wolle kriegen. Da gibt es dann keine Pardon mehr. Zunächst müssen beide das Wasser verlassen und sich alleine – also mit ausreichenden Abstand zueinander – auf die Bank setzen. Das ist eine echte Strafe, aber nach etwa 15 Minuten hole ich die beiden dann wieder zusammen, und zwinge sie mir den Grund der Auseinandersetzung zu erklären. Anschließend versuche ich immer, zu dritt eine akzeptable Lösung zu finden. Dabei kommt mir die vorhergegangene Strafe in den meisten Fällen zugute, da sich die beiden Hitzköpfe abgekühlt haben.


Echte Strafen

Echte Strafen spreche ich nur sehr selten aus, aber es gibt immer wieder Situationen, die sich leider nicht anders lösen lassen. Meistens sind solche Strafen dann eine Kollektivstrafe, d.h. die Strafe trifft nicht einzelne Personen sondern die gesamte Mannschaft. Ich habe mit dieser Form eine sehr gute Erfahrung gemacht, denn meistens führt es dazu, dass die Mannschaft aufpasst, dass niemand über die Stränge schlägt. Es entsteht eine Art Gruppenzwang und ein paar Personen sind immer dabei, die rechtzeitig merken, wenn die Situation „brenzlig“ wird – diese Personen greifen dann in das Geschehen ein und weisen den Rest der Mannschaft auf die möglichen Folgen hin. Und ob ihr es glaubt oder nicht, dass klappt auch bei den 14 bis 16jährigen bereits hervorragend. Schließlich will niemand dafür verantwortlich sein, dass die gesamte Mannschaft bestraft wird.

Eine der Strafen ist der Trainingsabbruch – meistens zunächst bejubelt, aber im Nachhinein wird diese Maßnahme durchaus als Strafe empfunden. Ich greife äußerst selten zu dieser Maßnahme und kann mich eigentlich gar nicht mehr erinnern, weshalb ich es das letzte Mal ausgesprochen habe.

Die letzte Stufe der Bestrafung ist die Einberufung eines Elternabend. Hiervor haben die Jugendlichen am meisten Angst. In meinem Verhältnis zu den Teenies betone ich immer, dass sie mit allen Problemen zu mir kommen und ich niemanden gegenüber etwas sage (auch gegenüber den Eltern nicht). Eine Ausnahme ist es natürlich, wenn ich rechtliche Konsequenzen zu befürchten hätte. An diese Regel halte ich mich und von daher ist eine Einberufung eines Elternabends immer damit verbunden, dass Dinge auf den Tisch kommen, von denen niemand etwas erfahren sollte. Wenn möglich drohe ich diese Maßnahme vorher mindestens einmal an – das alleine reicht im allgemeine aus. Zuletzt angewandt habe ich sie, weil sich die Jugendlichen nicht an das absolute Alkoholverbot während einer Wettkampffahrt gehalten haben – auch am zweiten Abend nicht, nachdem wir nach dem ersten Abend noch einmal darüber gesprochen haben. Seit dem spielt Alkohol zum Glück keine Rolle mehr ...


Schlußwort

Ich hoffe ihr konntet mit meinen Ausführungen aus der Sicht des Trainers etwas anfangen. Um es noch einmal zu betonen, wenn möglich bestrafe ich nicht, wenn es aber doch nötig wird, muss auf jeden Fall eine Lehre aus der Strafe gezogen werden können.

Vielen Dank fürs Lesen, Bewerten und Kommentieren.
Cu easywk

P.S. Als erzieherische Maßnahme empfehle ich die Strafe mal :-)
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