Platz 90 in der Kategorie "Diascanner". Optische Auflösung: 3600x3600 dpi dpi (Bildpunkte pro Zoll) / Farbtiefe: 48 Bit / Scanner-Typ: Film-Scanner / USB-Anschluss: vorhanden / Bildabtastung: ...mehr
Reflecta ProScan 4000 Test, Erfahrungen und Testberichte vom Verbraucher
Dia/Negativ Scanqualität mit Software - Hindernissen
ein Testbericht von jhfhello2005-05-27 16:38:55vom 27.05.2005Empfehlung: ja
Vorteile: sehr gute Scanqualität, Verarbeitung von Filmrollen...Nachteile/Kritik: schlechte Standardtreibersoftware
Seit Mitte der Neunziger Jahre habe ich immer wieder davon geträumt einen Filmscanner zur Digitalisierung meiner Farb- und SW – Filme anzuschaffen. Nach langem Studium von Testberichten und dem Test eines 1800 DPI eines Bekannten habe ich dieses Vorhaben im Oktober 2003 in die Tat umgesetzt. Als Gerät mit dem besten Preis / Leistungsverhältnis erschien mit der Reflecta ProScan 4000. Empfohlen haben mir Experten unbedingt ein Gerät mit ICE Kratzerentfernung zu wählen. Das Gerät von Reflecta war damals einer der günstigsten Scanner mit dieser Funktion.
Zuerst ein Überblick über die technischen Details:
Desktop-Film-Scanner mit hardwarebasierende Staub- und Kratzerentfernung ICE-Funktion zum automatischen Entfernen von Staubpartikeln und Kratzern. Für alle Kleinbildfilme (Dia, Negativ, S/W, Color), für Filmstreifen und gerahmte Dias.
Optische Auflösung: 3.600 x 3.600 dpi (nach Testberichten werden effektiv 3300 dpi erreicht, was als Spitzenwert bezeichnet wird)
Scanbereich: 24,3 x 36,5 mm (HxB)
Farbtiefe: 48 bit
Dichteumfang: 3.6 Dmax
Scangeschwindigkeit: 50 Sekunden für ein 35 mm Dia bei 1800 dpi mit 48 Bit Farbtiefe (ICE nicht aktiviert, mit ICE etwa 3x so lang), etwa 75 Sekunden bei 3600 dpi.
Stapelverarbeitung: bis zu 40 Bilder (Filmstreifen) hintereinander (genial bei Selbstentwickelten SW Filmen!)
Bildsensor: Lineares Farb-CCD
Anschluß: USB 2.0 und FireWire
Systemvoraussetzung: PC: Windows 98, Pentium II oder höher mit 64 MB RAM 128 MB empfohlem), Macintosh: Mac OS 9.x oder Mac OS x 10.x
Gewicht: ca. 2.200 Gramm
Abmessungen: 103 x 238 x 177 mm (BxTxH)
Nach meinen Erfahrungen macht es keinen Sinn das Gerät nicht mindestens mit einem Pentium 4 oder vergleichbaren Prozessor zu betreiben, bei mindestens 512 MB Hauptspeicher und mit einer schnellen Festplatte. Sonst ist es unrealistisch eine 100 MB Datei zu verarbeiten...
Eine besondere Eigenschaft sind die digitalen ICE-Korrekturfunktionen des ProScan 4000:
- ICE 3 bedeutet Digital ICE – Hardware basierende Staub- und Kratzerentfernung mittels Infrarot- Sensoren und automatischer Software-Korrektur
- ROC – Farbkorrektur; Verbesserung der Farbqualität der Bilder
- GEM – Schärfekorrektur; die Körnung wird reduziert und somit die Schärfe des Bildes verbessert.
Da die CD Version der Scansoftware Cyberview relativ alt ist, sollte man sich die aktuelle Version von der Reflecta Homepage (www.Reflecta.de) laden. Die letzten Treiber finden sich unter „Download“. Voraussetzung dafür ist eine schnelle Internetverbindung, denn 30,5 MB laden sich nicht so schnell mit einem Analoganschluss. Die Software ist ein zip – Archiv, d.h. man benötigt ein Programm zu entpacken.
Mit Presto! ImageFolio bearbeitet man Fotos, Grafiken und Zeichnungen, die über Scanner, Videorecorder, Laser Discs, Digitalkameras und anderen Importquellen auf den Rechner gespielt wurden.
Presto! Mr. Photo liest Bilder von TWAIN-kompatiblen Geräten, wie Digital Still Cameras (DSCs) ein und erfasst Videos direkt von Videogeräten, einschließlich Digital Video Camcorder. Das Programm unterstützt Farbeinstellungen von 256 Farben, 16-bit Color, 24-bit and 48 bit True Color Formaten.
Adobe Photoshop Elements 2.0, der „kleine Bruder“ der weltweit führenden Bildbearbeitungs-Software Adobe Photoshop, bietet neben leistungsfähigen Bearbeitungswerkzeugen intuitive Funktionen zum Verwalten und Austauschen digitaler Fotos.
Alles wird in einem stabilen Karton mit Styroporeinlagen geliefert. Diesen Karton kann
man sehr gut später für den Transport oder für die Lagerung gebrauchen. Der Scanner selber fällt sehr klein und handlich aus, benötigt auch sehr wenig Stellfläche.
3.) Installation/Inbetriebnahme:
Die Vorgehensweise bei der Inbetriebnahme ist sehr gut in der Bedienungsanleitung auf ca. 20 Seiten beschrieben. Die Inbetriebnahme war in meinem Fall zuerst nicht möglich, weil das Netzteil Made in China defekt war. Nach meiner Reklamation bei Directshopper verwies man mich direkt an Reflecta. Schnell und unbürokratisch bekam ich vom Hersteller ein neues Netzteil.
Dann das 2. Problem: Ich habe zuerst die CD Version der Scansoftware Cyberview installiert und erst später die aktuelle Version aus dem Download Bereich. Die alte Version lässt sich nicht rückstandslos deinstallieren und taucht später bei den zur Verfügung stehende Scanner auf. Das ist schon der erste Punkt einer Mängelliste dieser Software. Wer auf regelmäßige Updates des Produkts wartet, der wird irritiert sein in fast zwei Jahren nur ein einziges Updates vorzufinden. Dabei wären regelmäßige Updates bitter nötig, aber dazu mehr später. CyberView bindet sich direkt in Adobe Photoshop oder anderen installierten Grafikprogrammen ein, so dass sie via TWAIN-Plugin aufgerufen werden kann.
Wichtig scheint zu sein, zuerst die Treiber zu installieren und erst dann den Scanner mit dem PC zu verbinden und anzustellen. Der Filmscanner wird entweder via USB oder per Firewire an den PC angeschlossen. Nach dem Einschalten des Scanners wird er automatisch erkannt und das Scannen kann beginnen. Der Netzschalter befindet sich hinten unten links am Gerät, was vielleicht zuerst etwas gewöhnungsbedürftig sein mag.
Die Software Presto! ImageFolio 4.2 und Presto! Mr. Photo habe ich installiert, angeschaut, angetestet, aber nie tatsächlich genutzt. Wer jemals mit Adobe Photoshop Elements gearbeitet hat, der wird sich fragen, welchen Sinn es macht ein 2. schlechteres Bildbearbeitungsprogramm in das Gesamtpaket des Scanners zu stecken. Mit Adobe Photoshop Elements kann man jedenfalls alles besser machen und für eine Diashow bieten Nero oder WinOnDVD ohnehin bessere Funktionalitäten. Reflecta selber sieht die Wertlosigkeit der Software wohl ebenso und es findet sich konsequenterweise kein Hinweis auf der Website, dass diese Programme überhaupt im Lieferumfang enthalten ist.
Am längsten dauert die Installation von Adobe Photoshop Elements, aber es lohnt sich, denn es gibt eine Vielzahl guter Funktionen Fotos zu manipulieren, zu schneiden, rote Augen zu entfernen etc.. Ich möchte mich an dieser Stelle auf den Scanner beschränken und auf spezielle CIAO Erfahrungsberichte dieser Software verweisen. Für die Version von Photoshop Elements gibt es von mir einen dicken Pluspunkt. Einziges Nachteil: Der Scanner ist in der Lage in einer Farbtiefe von 48 Bit zu scannen. Diese Farbtiefe wird von Photoshop Elements nicht unterstützt.
4.) Betrieb
Der Reflecta ProScan 4000 läuft sehr ruhig mit einem „sympatischen“ Brummen und beim Einscannen der Negative oder Dias ist bleibt er leise. Insgesamt macht das Gerät einen stabilen und gut verarbeiteten Eindruck auch nach 18 Monaten sieht es aus wie am ersten Tag. Es gibt wenig sich bewegende Teile, also eigentlich nur den Einzug, damit existieren auch wenig Verschleißteile, die kaputt gehen können.
Filmstreifen werden seitlich oben in das Gerät eingeführt. Der automatische Einzug „spuckt“ sie etwas weiter unten wieder aus. Der Filmstreifen sollte aus mindestens drei Bildern bestehen, sonst zieht der Einzug den Streifen nicht ein. Mit etwas Geschick gelingt es etwas kürzere Filmstreifen einzuführen, etwa die vom Filmanfang oder -ende. Ein Filmstreifen mit zwei Bildern kann man nur zerschneiden und in den beigelegten Diarahmen scannen.
Negativstreifen sind nur ohne die oft üblichen angeklebten Papierstreifen einführbar, d.h. es ist erforderlich diese vorher vorsichtig abzulösen. Irgendwelche Hilfsmittel dazu sind im Lieferumfang nicht enthalten. Ebenso ist das A&O die Negativstreifen staub- und fuselfrei zu bekommen. Nach meiner Erfahrung ist das eine recht schwierige Aufgabe. Auch hier gibt es im Lieferumfang keine Tools, sondern nur einen Hinweis auf den Einsatz von Druckluft und auf weiche Pinsel. Ich benutze derzeit einen kleinen Pinsel mit einem Miniblasebalg.
Noch einfacher ist die Einführung von Dias oder einzelnen Negativbildern. Dazu wird vorne die Klappe herunter geschoben und das Dia eingesteckt.
Nach meinen Erfahrungen hängt die Geschwindigkeit des Scans und der Speicherung der Riesendateien wesentlich vom Prozessor ab. Das Innenleben meines PCs wurde seit Kauf des Scanners mehrfach verändert. Nach einem Pentium III/800 und einem Pentium IV Celeron/2400 sorgt nun ein Pentium IV/3000 mit Dual Channel Speicher Technologie für optimale Performance. In Kombination mit einer neuen leistungsfähigen 200 GB Maxtor Festplatte macht das Arbeiten mit dem Scanner richtig Spaß. Vorher ging es auch, man brauchte aber viel Zeit und Geduld. Letztlich ist das kein Problem des Scanners, sonders der riesigen Datenmengen und der Wahl des Ausgabeformats. Ein 50 oder 100 MB großes Foto in jpg Format umzuwandeln braucht Zeit und CPU Ressourcen.
5.) Leistung / Qualität:
Vor dem Kauf hatte ich Gelegenheit den Reflecta iScan 1800 ausführlich zu testen. Es gibt deutliche Qualitätsunterschiede der Auflösung und des optischen Eindrucks zwischen diesen 1800 dpi Scanner und einem Scan mit 3600 dpi. Der Reflecta ProScan 4000 liefert ein sehr differenziertes Bild. Kleinste Details lassen sich vergrößert gut erkennen. Alte Dias und Farbnegative lassen sich mit ICE 3 und der Farbkorrektur ROC wesentlich verbessern. Das ist fast wie ein Wunder wie kleinere Kratzer völlig verschwinden und größere Schäden deutlich verbessert werden. Es ist nicht möglich solche Verbesserungen mit einer Software zu erreichen. Daher hier ein riesiges Plus für den Scanner.
Für den Scanvorgang benötigt man Cyberview. Legt man ein Dia ein, dann startet automatisch ein Einmessvorgang, der so ca. 2-3 Minuten in Anspruch nimmt. Kein Problem bei einen Filmstreifen mit 5 Bilder, eher bei Dias im Rahmen, da das Einmessen bei jedem Dia neu beginnt. Es ist theoretisch möglich verschiedene Filmtypen und –empfindlichkeiten einzustellen um so optimale Ergebnisse zu erzielen. Praktisch gibt es nur eine kleine Anzahl von Filmschablonen, denn diverse gängige Filmtypen, z.B. von Kodak fehlen. Insbesondere bei SW Negativen dauert es dann relativ lange eigene manuelle Voreinstellungen zu finden bis man gute Ergebnisse erreicht. Ich habe auch keine Einstellung gefunden, wie man eigene Filmtypen abspeichern und hinterlegen kann.
6.) Preis:
Der Preis im Onlinehandel beträgt im Mai 2005 ca. 380-420 Euro. Wie ich finde ein akzeptabler Preis. Ich habe im Oktober 2003 515 Euro für das Gerät bezahlt.
Für das Bundle mit der Scansoftware SilverFast Ai Version 6 incl. IT-8 Kalibrierungs-Dia wird ein Aufpreis von ca. 140-160 Euro fällig. Es ist auch möglich die Software separat für ca. 230-265 Euro zu kaufen, entweder bei http://www.scandig.de oder direkt bei SilverFast http://www.silverfast.com. Diese Software soll die Scanqualität nochmals deutlich steigern und wäre damit eine Alternative für alle, die von Cyberview eher enttäuscht sind. Auf Nachfrage bei Reflecta war es nicht möglich SilverFast nachträglich für den günstigeren Bundle Preis zu erwerben. Den Erwerb von SilverFast sollte man also vor Erwerb des Scanners entscheiden. Ob sich die Software lohnt kann ich nicht beurteilen. Zwar habe ich eine Testversion bei SilverFast gefunden und installiert. Feststellen welche signifikanten Vorteile durch die Software entstehen, konnte ich aber nicht, da der Funktionsumfang eingeschränkt ist. Mehr helfen würde einen begrenzte 7 Tage Testzeit ohne jegliche Funktionseinschränkungen.
7.) Fazit:
Ich habe das Gerät zwei Mal an Bekannte ausgeliehen, die damit ihre Diasammlung digitalisiert haben. Beide waren positiv von leichter Handhabung und Qualität angetan. Mich überzeugt die hervorragende Qualität der Scans und die vielen Möglichkeiten verkratzte oder vergilbte Vorlagen zu restaurieren. Enttäuschend ist nur die Software Cyberview. Anscheinend setzt die Firma Reflecta eher auf das Fremdprodukt SilverFast, statt die eigene Software weiterzuentwickeln. Aktuelle Digitalkameras können noch immer nicht an die optischen Leistungen einer Top Spiegelreflexkamera heranreichen. Ich nutze eine Olympus OM4TI in Kombination mit diversen Originalobjektiven und Kodak Diafilmen. Der nur in Filmstreifen geschnittene Diafilm liefert hervorragende Scans und es ist so möglich die Spiegelreflexausrüstung und deren Vorteile weiter zu nutzen, ohne auf die Vorteile der digitalen Bildweiterbearbeitung verzichten zu müssen. Für den ambitionierten Hobbyfotographen ist die Reflecta mit Sicherheit eine gute und preisgünstige Wahl. Dias, Farbnegativfilme und SW Filme sind gleichermaßen einfach zu bearbeiten. Ich kann den Kauf nur empfehlen.