Deutsche Telekom Testbericht
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Erfahrungsbericht von sneezy
Ein Projekt, ein Callcenter und die Telekom
Pro:
Der Gute Wille...
Kontra:
...und die Umsetzung
Empfehlung:
Nein
Die Vorgeschichte…
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Alles fing damit an das ich mich gezwungener Maßen nach einem neuem Job schlau machen musste, da ich bei meinem letzten Arbeitgeber aufhören wollte. Da ich aber Mitte August eine Ausbildung beginne, sollte es etwas sein woran ich nur ,,kurz“ gebunden bin.
Im Internet fand ich dann in einer Jobbörse ein interessantes Angebot, eingestellt von einer Zeitarbeitsfirma Namens HPS. Es handelte sich um eine Suchanfrage als Callcenter Agent, für eine namenhafte Telekommunikationgeselleschaft. Ich dachte – okay warum nicht?- telefonieren kann ja nicht so schwer sein! Ein sofortiger Anruf hatte genügt und ich saß 2 Stunden später vor meinem neuen Chef aus der Zeitarbeitsfirma.
Er berichtete mir worum es ging und das es in einer Woche starten soll. Ich wurde hellhörig als er sagte um wen es ging – es ging um einen Arbeitsplatz bei dem größten und ältesten Telekommunikationsgesellschaft- der deutschen Telekom. Zwar sind wir mit unserem Haushalt woanders telefonieren aber das ist ja egal *g* und ich unterschrieb den Vertrag.
Das Callcenter
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Das Callcenter die dieses Projekt der Telekom aufbaute ist dieses:
D+S Communication Europe GmbH
Im Kapstadtring 12
Hamburg und weiteren ca. 7-10 Standorten in ganz Deutschland , glaub ich *g*
Das Projekt und die Schulung
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Das Projekt um das es geht nannte sich KT1000, fragt mich nicht was dies bedeutet, ich habe aufgehört danach zu fragen…
Es sollte für: Kundenzufriedenheit steigern und Rückgewinnung stehen.
Wie jeder mitbekommen hat ist die aktuelle Marksituation für die Telekom nicht leicht – aber darauf komme ich später noch zurück
Bevor man auf die ,,Menschen“ losgelassen wurde, musste man eine 3 wöchige Schulung durchlaufen, die das Projekt beschrieb und einem auf das ,,telefonieren“ vorbereitete.
Die erste Woche bestand darin sich mit der allgemeinen Technik des Telefones und des Internets vertraut und/oder bekannt zu machen. Dazu kamen die aktuellen neuen ,,Spitzenprodukte“ der Telekom. Diese Tarife musste man wohl oder übel lernen und nochmals lernen um zu wissen auf was man die Leute richtig berät.
In der zweiten Woche machte man uns mit den Systemprogrammen vertraut – wie buche ich was? Wo buche ich was? Etc. Das ging von einem Neuanschluß, über einen Umzug bishin zur Komfortleistungen und den Technikern Terminen.
Es folgte eine kleine Zwischenprüfung und viele Gruppenarbeiten.
In der 3 Woche wurde der ganze Kram der letzten 2 Wochen solange wiederholt und bearbeitet bis man am letzten Tag seine erste ,,Telefonprüfung“ ablegen musste.
Die Bestand darin das man von dem Schulungsleiter angerufen wurde , der einen Kunden spielte und man ihn gut möglichst mit dem Programm beraten muss und richtig einbuchen musste.
Ich war eigentlich schon recht begeistert, das wir eine Prüfung machen mussten und so enorm auf dieses Projekt geschult wurden , man bekam zumindest in diesem Zeitpunkt vermittelt das man etwas großes bewegen sollte mit 200 Mann am Standort Hamburg.
Der Startschuß und der Callcenter Alltag
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Aufregung am ersten Tag war vorhanden, hielt auch noch die nächsten Tage an – bis man verstanden hat worauf man sich eingelassen hatte.
Die ersten Anrufe waren glaub ich die schönsten, es war alles neu und wenn man nicht weiterkam, sagte man den Kunden man erkundigte sich kurz mal und oder gab das Gespräch ab. Aber der Callcenter Alltag ist echt manchmal ganz schön nervig und man merkt WAS bei der Telekom so alles schiefgelaufen ist und immer noch schiefläuft. Hier ein kleiner Auszug:
Der Streik – ja der Streik – ein tolles Thema womit ich mich heute immer noch mit den Kunden auseinandersetzen muss und rechtfertigen muß warum der Techniker XYZ nicht gekommen ist und die kleinen Privatleutchen ja darunter leiden mussten. Schon merkwürdig, es haben die Leute gestreikt die das 3 fache bekommen wie ich , aber die selbe Aufgabe haben wie ich. Gut anderes Thema.
Desweiteren gibt es die sozusagenen Vertriebspartner die in Media Märkten, Baumärkten und anderen schönen Orten stehen und den Leuten Tarife anschwatzen ohne Punkt und Komma, so das es am Ende aus Kundensicht heißt: ,,Den Tarif wollte ich gar nicht haben – oder wo ist überhaupt mein Tarif?“
Dann die tollen Outbound Callcenter die die lieben Kunden tagtäglich dutzende Male anrufen und ihnen Dinge erfragen oder einfach sich zum Schein mal melden und nachfragen ob der Kunde mit seinem Anschluss zufrieden ist, wenn ja, wird ihm trotzdem mal ein neuer Tarif eingestellt oder komplett gekündigt, oder auf einmal bekommt der Kunde DSL 16000 obwohl der gute Kunde gar kein DSL empfangen kann und nur solche Geschichten.
Dann gibt es das ewige Leid der Wartenden auf den Technikern, warum der Techniker trotz Termin gar nicht gekommen ist, sich noch nicht einmal gemeldet hat etc. und man sich dann im nachhinein wundert – der Kunde hatte gar keinen Termin!?Er wurde gar nicht gebucht!?
Ganz spannend sind die Online gebuchten Umzüge oder Tarifwechsel, die dauern teilweise bis zu 6 Wochen bis diese bearbeitet werden und dafür bekommt man dann den 20 Euro Gutschein?
Also wie aus diesen paar ( es gibt jede Menge mehr…) Beispielen kann man vielleicht ersehen, das man eigentlich ein Beschwerdemanagment anlegen hätte sollen statt ein Wunder vollbringen zu wollen.
Das tollste sind ja die Weiterleitungen – ach es gibt soviel Hotlinenummer wohin man den lieben Kunden weiterleitet wo er gar nicht hin möchte.
Wenn die Geschäftskundenhotline überlaufen ist kommen die Geschäftskunden bei den Privatkundenberatern raus und das passiert auch beim 10x Weiterleitung an die Geschäftskundenhotline. Wenn man als Berater den vertrieb direkt erreichen will, muss man sich nicht wundern auf einmal mit seinem Nachbar gegenüber zu telefonieren, weil man da nur in seltesten Fälle hinschafft etc. Ich könnte das noch ewig ausbauen , ich hoffe ja mein Bericht sprengt jetzt nicht schon das Limit *g*
Verkauf, Verkauf , Verkauf
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Neulich wurde uns doch ans Herz gelegt das wir mehr verkaufen sollten, dazu wurden sogar ganz tolle ,,freiwillige“ Maßnahmen angeboten und zwar Strichlisten zu führen, bei welchem Kunden ich was verkauft habe oder derartiges gebucht habe das Geld herausspringt.
Am Ende des Tages wurde diese Striche zu Punkten zusammengezählt und je nach Punktzahl darf man eine Luftballon platzen lassen der einen Gutschein enthält für z.B. Weingummis, Mousepads, Regenjacken oder ein viertel Stunde mehr Pause.
Die Art und Weise finde ich schrecklich, denn sie ist total entgegengesetzt was man erreichen wollte, so merkt man nämlich wie manche Leute nicht besser sich verhalten wie die anderen tollen Berater die den Kunden sinnloses Zeugs verkaufen die sie gar nicht brauchen.
Das war eigentlich nicht das Ziel des Projektes – aber gut.
Fazit – obwohl ich noch ausholen könnte
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3 ½ Monate in einem Callcenter für die Telekom zu arbeiten ist weiß Gott ein schweres Brot was man zu tragen hat.
90% der Anrufe an einem Tag ( man hat ca. 60 Anrufe) sind Beschwerden.Und hätte ich geahnt was manchen Kunden passiert ist und das mir dabei die Ohren abfliegen bzw. mein Headset vor mich hinlegen hätte können und ich hätte den brüllenden Kunden immer noch gut verstanden, dann hätte ich mir 3 mal überlegt ob ich diesen Job wirklich will.
Von Kündigungen, Gespräche mit Rechtsanwälten etc. ständige Rechtfertigungen für provisionsgeilen Produktverkäufer der Telekom und Versuche einigermaßen den Kunden davon abzubringen wirklich zu kündigen sind in der Regel zum scheitern verurteil.
Es gibt wirklich 10 Prozent am Tag da freutman sich, wenn man den Kunden etwas positives mitteilen kann, das alles gut gelaufen ist , das sind die besten 10 Prozent am Tag die man hat. Da hat man für kurz doch wieder den Willen sich dort hinzusetzen und den Laden aufzuräumen. Aber wie will man es schaffen die verdorbene Arbeit von tausenden von Mitarbeitern mit ein paar Hundert umzukrempeln. Und vor allem wenn die ganze Technik, mit diesen schönen Hotline genauso Übel konstruiert ist wie der Rest. Wenn man einen Kunden weiterleiten möchte , muss man sich selbst wie ein ganz normaler Kunde in die Hotline einwählen und die wunderschöne Stimme des Sprachcomputers teilweise anschreien damit die versteht was ich meine.
Also in 3 Tagen habe ich meinen letzten Tag und ich bin froh darüber! Ich bin es leid, meine Kraft zu opfern mit der Gewissheit, das man eh nichts bewegen wird, solange der Vorstand sein ganzes System nicht mal überdenkt oder neu konzipiert. Den sozusagenen Dreck anderer Mitarbeiter aufzuschaufeln und sich dafür noch anschreien zu lassen.
Ich habe die Motivation verloren und den Glauben daran das die Telekom wirklich es schafft ihre Position im Marktgeschäft Telefon und Internet zu behaupten.
Ich muß mir jeden Tag anhören: Es ist doch kein Wunder, bei diesen Arbeitsmethoden, da so viele Leute kündigen! Und am liebsten würde ich dem Kunden dann sagen : Ja da stimme ich ihnen zu!
So ihr lieben, ich hätte noch ein paar Seiten mehr ausholen können, aber ich mag net mehr, alleine diese Zeilen denke ich sind aussagekräftig genug. Mit Sicherheit gibt es positive wie negative Meinungen diesem Bericht oder ich werde irgendwo anecken, aber das sind meine Erfahrungen in nur 3 Monaten Arbeit und die sind ganz schön bitter.
Freue mich über jeden Kommentar der kommt und versuche gegenzulesen!
Dieser Bericht erscheint bei Dooyoo, Ciao und Yopi! LG Eure Anna
23 Bewertungen, 13 Kommentare
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05.08.2007, 22:44 Uhr von morla
Bewertung: sehr hilfreichl.g. petra
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05.08.2007, 20:27 Uhr von frankensteins
Bewertung: sehr hilfreichsuper geschrieben, also nie mehr Callcenter - denke ich lg
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05.08.2007, 19:58 Uhr von LittleSparko
Bewertung: sehr hilfreichlg, daniela
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05.08.2007, 17:17 Uhr von anonym
Bewertung: sehr hilfreichklasse Bericht
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05.08.2007, 17:11 Uhr von Kjeldi
Bewertung: sehr hilfreichKLASSE BERICHT; VIEL GLÜCK IN DEINEN NEUEN JOB; KLINGT JA WIE DAS GEBAREN EINER DRÜCKERKOLONNE; JETZT BRAUCH ICH MICH NICHT ZU WUNDERN WENN DIE LEUTE OFTMALS GENERVT SIND UND TEILWEISE SCHEINBARES DESINTERESSE HABEN; ABER MIR GEHT ES ALS KRANKENPFLEGER ÄHN
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05.08.2007, 16:08 Uhr von Django006
Bewertung: sehr hilfreichsh & *lg* Alan ;>))))
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05.08.2007, 15:17 Uhr von Alusru
Bewertung: sehr hilfreichstimmt genauso ist es , manchmal hatte ich auch einen netten mitarbeiter dran, lieben gruß uschi.
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05.08.2007, 15:06 Uhr von XXLALF
Bewertung: sehr hilfreichLesen und gelesen werden das ist hier der Sinn. Lg XXLALF
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05.08.2007, 14:03 Uhr von viertelvordrei
Bewertung: sehr hilfreichUnfassbar - Danke für den Blick -hinter die Kulissen-
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05.08.2007, 13:33 Uhr von Clarinetta2
Bewertung: sehr hilfreichsuper bericht, aber CallCenter wären sooder so nichts für mich
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05.08.2007, 13:16 Uhr von bodenseestern
Bewertung: sehr hilfreichSonnige Grüße Petra
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05.08.2007, 12:03 Uhr von Mondlicht1957
Bewertung: sehr hilfreichSH LG pet
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05.08.2007, 11:14 Uhr von Darkman1208
Bewertung: sehr hilfreichich kann das gut nachvollziehen
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