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Tests und Erfahrungsberichte
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Feuer und Stein (Gabaldon, Diana)
14.08.2002, 17:22 Uhr von
Dialya
Hallo zusammen!!! Nachdem ich schon bei Ciao und Dooyoo schreibe, bin ich nun auch hier wieder...5Pro:
spannend, historisch gut recherchiert
Kontra:
Titel passt nicht zum Buch
Empfehlung:
Nein
Der Empfehlung einiger Ciao-Miglieder folgend, lieh ich mir das Buch „Feuer und Stein“ mal aus der Bibliothek aus. Aufgefallen war es mir eigentlich schon vorher (liegt wohl daran, dass es ziemlich dick ist), aber bis jetzt wurde es von mir wegen dem Titel immer als eine kitschige Liebesschnulze à la Rosamunde Pilchner abgetan. Nachdem ich aber einige Erfahrungsberichte über dieses Buch aufmerksam gelesen habe, stellte ich fest, dass es doch nicht eine Liebesschnulze zu sein scheint und so brachte ich es dann mal mit nach Hause. So, jetzt aber mal etwas zu dem Buch selber.
Der Inhalt:
*********
Im Jahre 1945 geniessen Claire Beauchamp Randall und ihr Mann Frank Randall ihre zweiten Flitterwochen in Schottland. Geheiratet haben die beiden kurz vor dem Krieg, doch sahen sie sich während dem Krieg kaum. Claire arbeitete nämlich als Krankenschwester an der Front. Doch nun ist der Krieg vorbei und die beiden holen ihre Flitterwochen nochmals nach.
Frank ist begeisterter Ahnenforscher und in Schottland stosst er auf seinen Urururgrossvater Jack Randall. Dieser war im Schottisch-Englischen-Krieg ein berühmt berüchtigter Hauptmann. Während Frank nun etwas über seinen Vorfahren versucht in Erfahrung zu bringen, verbringt Claire ihre Zeit mit Spaziergängen. Dabei stösst sie auf einen magischen Steinkreis. Sie berührt einen Stein, verliert das Bewusstsein und findet sich im Schottland von 1743 wieder, mitten im Krieg...
Die Personen:
***********
Claire Beauchamp:
Claire ist eigentlich eine ganz normale Frau von 1945, die nun versucht, das Leben nach dem Krieg zu geniessen. Sie wünscht sich nichts sehnlicher als ein ruhiges Leben an der Seite ihres Mannes und natürlich Kinder.
Ihre Kindheit hingegen war sehr unkonventionell. Sie wurde früh Vollwaise und von da an von ihrem Onkel, einem Archäologen, grossgezogen, der sie an all’ seine Ausgrabungen mitschleppte.
Als Claire sich im Jahre 1743 wiederfindet, wünscht sie sich nichts sehnlicher, als so schnell wie möglich in ihre Zeit zurückzukehren. In der Zwischenzeit kommen ihr allerdings ihre Kenntnisse als Krankenschwester zu Nutze, so dass sie schnell von den anderen Schotten akzeptiert wird. Auch lernt sie den Schotten James Fraser kennen und lieben und muss sich dann auch bald mal zwischen ihrem Mann Frank oder James entscheiden...
Frank Randall:
Er scheint eher eine etwas langweilige Person zu sein. Von Beruf Historiker und sein grösstes Hobby ist die Ahnenforschung, für die sich Claire überhaupt nicht interessiert. Allerdings scheint er seine Frau über alles zu lieben, würde ihr allerdings auch verzeihen, wenn sie ihn in der langen Zeit des Krieges einmal betrogen hätte, da er sie verstehen könnte.
Auch er scheint sich sehnlich ein ruhiges Leben und Kinder zu wünschen und passt in dieser Hinsicht natürlich perfekt zu Claire.
Jack Randall:
Äusserlich weist er eine grosse Ähnlichkeit mit Frank auf, was bei Claire oft für Verwirrungen sorgt. Denn schnell sieht sie Frank in ihm, um dann nur wieder feststellen zu müssen, dass Jack ganz anders ist.
Jack hat sich seinen Ruf und den Namen Black Jack voll und ganz verdient. Denn er ist genauso grausam, wie er immer wieder beschrieben wird. Und dazu auch noch hinterhältig. So klagt er andere Leute für Morde an, die er vorher selber begangen hatte, nur um eine andere Person anklagen zu können.
James Fraser:
Er verkörpert den typischen Schotten. Zuerst wirkt er barbarisch und kämpferisch und ist durch nichts unterzukriegen. Doch bald lernt er, dass es noch etwas anderes als den Kampf, nämlich die Liebe, gibt...
Der Titel:
********
Ja ja, und wieder einmal schreibe ich über den Titel. Dieser ergibt für mich nämlich kaum einen Sinn. Das einzige was er für mich aussagt, ist, dass sich dahinter ein kitschiger Liebesroman verbirgt, was dann aber doch ziemlich irreführend wirkt. Stein könnte ja vielleicht noch einen Hinweis auf den magischen Steinkreis sein. Aber mehr kann ich hinter diesem Titel eindeutig nicht ausmachen. Meiner Meinung nach also kein gelungener Titel.
Die Autorin:
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Diana Gabaldon arbeitet als Professorin für Tiefseebiologie und Zoologie an der Northern Arizona University. Zusammen mit ihrem Mann und ihren drei Kindern lebt sie in Arizona. Wie man sieht also eine ziemlich vielseitige Frau.
Dieses Buch ist übrigens nur das erste Buch aus einer mehrteiligen Reihe. Es gibt also noch Fortsetzungen...
Meine Meinung:
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Also, vorab wieder mal zum Titel. Den bewerte ich eindeutig als grottenschlecht. Das war aber eigentlich auch schon das einzige Negative, dass ich an dem Buch finden konnte.
Die Geschichte ist vom Anfang bis zum Ende spannend. Man kann sich immer sehr gut in Claire hineinversetzen, was wohl auch an der Erzählperspektive (Ich-Erzählung) liegt.
Wie es mit den historischen Fakten steht, kann ich nicht allzu gut beurteilen. Was ich allerdings in diesem Buch lesen konnte, entsprach dem, was wir auch in der Schule hörten. Allerdings war das ziemlich wenig. Ich kann also nur gerade behaupten, dass die groben Fakten stimmen. Wie es allerdings mit dem Rest steht, kann ich nicht beurteilen. Allerdings wirken diese historischen Fakten ebenfalls sehr gut recherchiert und ich konnte auch schon mehrmals lesen, dass die Autorin ihre Bücher gut recherchiert. Somit kann man also auch noch etwas über die Schottische Geschichte lernen, was für mich, da ich mich sehr für Geschichte interessiere, ein positiver Nebenaspekt war.
Fazit:
****
Meiner Meinung nach für jeden ein lesenswertes Buch. Ich werde mich jetzt auf jeden Fall mal an die Fortsetzung (Die geliehene Zeit) machen.
Das Buch:
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Titel: Feuer und Stein
Autorin: Diana Gabaldon
Originaltitel: Outlander
Seiten: 798
Verlag: Blanvalet Verlag, München
ISBN: 3-7645-0697-0 weiterlesen schließen -
Medicus zum Ersten..zum Zweiten..und zum Vierten
Pro:
interessanter historischer Roman
Kontra:
kommt nicht ganz an den 1.Medicus ran
Empfehlung:
Nein
Ich glaube jeder der den Medicus von Noah Gordon gelesen hat, ist begierig auf eine neue Story dieses Autors.
So habe auch ich begeistert zugegriffen als „Der Medicus von Saragossa“ im Regal der Bücherei stand. So ein Glücksfall - dachte ich noch - da sonst immer alle Bestseller endlose Wartezeiten haben oder extra Gebühren fällig werden:
Die Geschichte
°°°°°°°°°°°°°°°°
Jona, ein dreizehnjähriger Jude ist nach der Ermordung seiner Familie ganz allein auf sich gestellt im Toledo des Jahres 1492. Durch die Inquisition bedrängt beginnt ein großer Exodus der Juden und Jona mittendrin.
Er schlägt sich tapfer auf eigene Faust durch und erlebt - immer auf der Flucht vor den Schergen -aufregende und dramatische Abenteuer erst als Schafhirte und später als Lehrling des Waffenschmiedes Fierro in Gibraltar.
Seine aufblühende Liebe zu Ines - Tochter eines Seidenhändlers in Granada - die er auf seiner Flucht kennenlernt bleibt unerfüllt.
So stürzt er sich voll und ganz in seine Ausbildung als Waffenschmied und erringt den Respekt seines Lehrmeisters und einiger Kollegen. Doch die Inquisition macht auch vor Gibraltar nicht halt und Fierro fällt ihr heimtückisch zum Opfer. Aus Respekt für seinen Lehrer macht sich Jona auf den Weg - dem Bruder des Meisters, einem Arzt - eine Kiste mit Instrumenten zu überbringen, die extra für diesen angefertigt wurden.
In Saragossa wird er von Nuno, dem Medicus aufgenommen und in die Heilkunst eingeweiht.
Sie erweist sich als seine wahre Berufung und er lernt und studiert etliche Jahre bis zum Abschluß als praktizierender Medicus. Nach dem Tode des kinderlosen Nuno erbt er dessen Hab und Gut einschließlich der Haushälterin Reyna.
Nun könnte er eigentlich ganz gut und zufrieden leben - wäre da nicht der Mönch Fray Lorenzo de Bonestrucas ein alter Feind der Juden, Inquisitor, und Mörder seines Bruders, welcher nach Saragossa strafversetzt wurde.
Ein teuflisches Spiel voller List und Tücke um Leben und Tod beginnt........
Mehr sei nicht verraten - um das Lesevergnügen nicht zu mindern.
Die Geschichte ist wie alle Bücher von Gordon Noah spannend und überzeugend geschrieben. Man erhält Einblicke in diese Zeit der Verfolgung und des Martyriums der Juden in ihrer gesamten Sinnlosigkeit und Grausamkeit.
Auch wenn es nicht ganz so fesselnd wie der erste Medicus ist ( sehr schwer zu übertreffen ) so ist es doch gut zu lesen und ausgesprochen spannend.
Ich kann jedem guten Gewissens dieses letzte Buch des Autors empfehlen.
Ein spannendes Lesevergnügen
wünscht
abutilon . weiterlesen schließen -
Schamane von Noah Gordon
Pro:
siehe Text
Kontra:
siehe Text
Empfehlung:
Nein
Ein toller zweiter Teil
Hallo liebe Leserinnen und Leser,
angetan von den ersten beiden Noah Gordon Büchern, die ich gelesen habe, wollte ich den zweiten Teil der Trilogie über die Medizinerdynastie der Coles lesen. Da gerade mein Geburtstag vor der Tür stand lies ich mir also das Buch der Schamane schenken.
Die Erzählung über die Coles wird im 1864 fortgesetzt. Der stumme Schaman (Rob) Cole, Sohn des aus Schottland nach Amerika emigrierten Robert J. Cole ist auf einer Zugreise zu seiner in seine Heimatstadt, um an der Beerdigung seines Vaters teilzunehmen. Als er zuhause ankommt und an der Beerdigung seines Vaters teilgenommen hat, wird er von seiner Mutter gebeten, die Sachen seines Vaters für sich und seinen Bruder Alex, von dem er seit dessen Eintritt in die Südstaatenarmee nichts mehr hörte, zu ordnen.
Als er sich eines Abends daran macht, die Sachen zu ordnen, fallen ihm auch die Tagebücher seines Vaters in die Hände. Anfangs möchte er sich nicht weiter mit diesen Büchern beschäftigen, aber ja öfter er die Bücher sieht, umso grösser wird sein Wunsch, diese Bucher zu lesen und so macht er sich eines Nachts daran, einige Bücher nur durchzublättern. Er findet dort Zeichnungen von verschiedenen Personen und die persönlichen Aufzeichnungen seines Vaters. Er beginnt dann, sich die Bücher chronologisch durchzulesen.
Die Tagebücher beginnen im Jahr1839 mit der Einwanderung von Rob J. Cole in Boston. Er möchte sich dort als Mediziner verdienen, da es aber zu viele mehr oder weniger gute Ärzte gibt und in den Krankenhäusern nur Ärzte von amerikanischen Universitäten zum Zuge kommen, muss er sich als Armenarzt in den Slums betätigen. Schon bald merkt er, das es hier für ihn keinen Sinn macht, länger zu bleiben und sobald er genügend Geld zusammen hat, macht er sich auf zu einer Reise durch Amerika.
Auf seiner langen Reise macht erlebt er manche Abenteuer und verdient sich seinen Lebensunterhalt mal bei den Eisenbahnbauern und dann wieder bei den Holzfällern, bei denen es ihm persönlich aber besser gefällt, da dort die Arbeiter wie Menschen behandelt werden und nicht, wie bei der Bahn, wie Sklaven.
Nach einer langen Reise lässt sich Rob J. dann in einem kleinen Ort nieder und beginnt dort als Arzt zu arbeiten. Nach kurzer Zeit lernt er eine Gruppe von Sauk – Indianern kennen, mit denen die anderen Siedler nichts wissen wollen. Schnell merkt er, das er von der Medizinfrau Makwa Ikwa (die Bärenfrau) sehr viel über die Naturmedizin lernen kann und lässt eine kleine Gruppe von Sauks auf seinem Land leben.
Nach kurzer Zeit findet Rob J. eine Frau, in die er sich verliebt und später auch heiratet. Alex, den Sohn seiner Frau Sarah, nimmt er als seinen Sohn auf. Kurze Zeit später bringt Sarah unter grossen schmerzen einen gemeinsamen Sohn zur Welt. Da diese Geburt sehr kritisch ist, bleibt Rob das einzige gemeinsame Kind von Sarah und Rob J..
Der kleine Rob wächst zum Grossteil bei den Sauks auf. Da er sich schon früh dafür interessiert, was Makwa Ikwa macht, bekommt er von den Sauks den Namen Schaman und wird so auch von seinem Bruder Alex, den er Bigger nennt, und seinem Vater genannt.
Bedingt durch eine Erkrankung verliert Schaman in frühen Jahren sein gehör. Trotz der damit entstandenen Schwierigkeiten schafft es Schaman, das er ein fasst normales leben führen kann. Er lernt von den Lippen zu lesen und anhand von Schwingungen bestimmte Tonlagen zu erkennen. So schafft er es auch, sich eine normalklingende Stimme zu erhalten. Nur eines scheint für Rob J. sicher zu sein: ein tauber junge kann niemals Arzt werden und somit würde die Familientradition gebrochen werden.
Nach einigen Jahren werden die bei Rob J. lebenden Sauks Opfer der amerikanischen Politik. Makwa Ikwa wird Opfer eines hinterhältigen Mordes und die anderen Indianer werden verfolgt und vertrieben.
Da die Mörder von Makwa nicht gefunden werden, macht es sich Rob J. zur Aufgabe diese zu finden. Dabei tritt er einigen Leuten gewaltig auf die Füsse. Nachdem nach einiger Zeit ein Schuss auf ihn abgegeben wird, geht er die Sache etwas ruhiger an.
Als Schaman zu einem jungen Mann heranwächst, wächst in ihm auch der Wunsch, so zu sein wie sein Vater. Er will Mediziner werden. Trotz des Widerstands seines Vaters entschliesst er sich zu einem Medizinstudium. Nach vielen absagen der Universitäten wegen seiner Taubheit, bekommt er schliesslich doch noch einen Studienplatz an einer Schule in Cincinnati, wo er an der Poliklinik mit seinem Studium beginnt. Er beweisst, das er trotz seiner Taubheit das Zeug zu einem guten Arzt hat.
Unterdessen beginnt in Amerika der Bürgerkrieg. Obwohl Rob J. Pazifist ist, entschliesst er sich als Arzt auf der Seite der Nordstaaten zu arbeiten. Er weigert sich aber, Soldat zu werden, sondern arbeitet als Zivilist bei der Armee. Nach einiger Zeit führt der Weg ihn wieder zu einer Spur von Makwas Mörder, die er weiterverfolgt. Mit knapper Not kann er aber nur schlimmeres verhindern.
Kurz nach dem Ende des Krieges stirbt Rob J. und Schaman tritt seine Nachfolge an.
Das Buch "Der Schamane" ist in einem glänzenden Erzählstil geschrieben. Mit seiner Art zu schreiben gelingt es Noah Gordon immer wieder Bilder in meinem Kopf zu erzeugen.
So erzählt er nicht nur von Schwierigkeiten die Rob J. hat, weil ihm die Medizin ausgeht und er so nur schlecht weiterbehandeln kann.
Er umschreibt das ganze so, das man sich richtiggehend in die Geschichte versetzt fühlt. Er schreibt, wie er einen Patienten wegen Hämorriden behandelt. Da er aber nicht mehr das richtige Medikament hat, um den Anus zu betäuben, greift er auf Nikotin in Form einer Zigarre zurück. Damit das Nikotin der Zigarre nun den Weg zum Anus findet, steckt Rob J. die angefeuchtete Zigarre bei dem Patienten in den After. Doch damit nicht genug, nun kommt ein Dritter unbeteiligter, der nun beobachtet, wie Rob einem vor sich knienden die Zigarre in den Hintern steckt. Der Beobachter beginnt daraufhin laut zu lachen.
Auch ich habe tränen gelacht, als ich diese Passage gelesen hatte und ich fange auch heute wieder an zu grinsen, wenn ich an das Bild denke, was beim Lesen in meinem Kopf entstanden ist.
Aber Noah Gordon ist es nicht nur wichtig, das sein Buch spannend ist. Er hält sich in weiten Gebieten seines Buches stark an die Geschichte. So hat er sie Sauks besucht und sich dort Informationen aus dieser Zeit geholt. Aber auch Hintergrundinformationen aus anderen Quellen werden von ihm in die Geschichte eingebaut. So ist dies Buch nicht nur kurzweilige Unterhaltung, sondern auch eine Lehrstunde über die Amerikanische Geschichte, die Spannender nicht geschrieben sein kann.
Auch in diesem Buch ist es Noah Gordon wieder gelungen Geschichte und Geschichten zu einem Spannenden Buch zusammen zu bringen. Wer etwas über die Amerikanische Geschichte und die Amerikanische Seele erfahren möchte, der sollte ruhig dieses Buch lesen. Es beschreibt die Zwiespältigkeit einer gerade wachsenden Nation auf wie ich finde Recht anschauliche Weise. Eine gelungene Fortsetzung vom „Der Medicus“. Ich freue mich schon darauf, den letzten Teil der Trilogie „Die Erben des Medicus“ in die Finger zu bekommen.
Viele Grüsse von arthus2000 @ Sören Vehstedt weiterlesen schließen -
Günther Grass - Mein Jahrhundert
Pro:
sehr anspruchsvoll geschrieben, spannend und fesselnd, man kann beim Lesen etwas lernen
Kontra:
Art der Promotion für das Buch
Empfehlung:
Nein
Heute will ich meine Meinung zu einem meiner Lieblingsbücher aktualisieren. Es ist vom deutschen Nobelpreisträger Günter Grass. Dieses Buch hat mich zu einer Art Fan des Autors gemacht und daher nun dieses Update:
-------GÜNTER GRASS:-------
Günter Grass wurde 1927 in Danzig geboren. Im Krieg war er von '44 Luftwaffenhelfer und geriet dann bis 1946 in amerikanische Gefangenschaft. Von 1947 bis 1948 macht er eine Steinmetzlehre in Düsseldorf, studierte danach Grafik und Bildhauerei und ging an die Hochschule für Bildene Künste. 1958 wurde sein Manuskript für "Die Blechtrommel" von der bekannten Schriftsteller-Vereinigung "Gruppe 47" ausgezeichnet. Grass war auch selbst Mitglied bei der "Gruppe 47".
Grass schrieb nicht nur bekannte Werke, wie "Die Blechtrommel", "Der Butt", "Ein weites Feld" etc., sondern setzte sich auch für die SPD in der Politik ein. So beteiligte er sich für die SPD in den Jahren 1962, 1965 und 1972 am Wahlkampf und rief im "Heilbronner Manifest" öffentlich zur Wehrdienstverweigerung auf.
Der Höhepunkt seiner Karriere war aber die Nobelpreisverleihung in Stockholm, wo Grass 1999, am 10. Dezember, für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.
-------COVER:-------
Das Cover des Buches sieht sehr schön und schlicht aus. Die obere Hälfte ist hell. Darauf stehen Autor und Titel in einem Weinrot. Ab der Hälfte stehen Jahreszahlen quer durcheinander, scheinbar in dicken Tintenstrichen, auf dem Cover. Anfangs sind die Zahlen noch lesbar, gehen aber nach unten hin immer mehr ineinander über, bis sie ganz unten nicht mehr zu entziffern sind.
Auf der Rückseite ist außer dieser Illustration und der ISBN-Nummer nichts zu sehen.
-------INHALT:-------
Günter Grass hat in "Mein Jahrhundert" zu jedem Jahr des nun letzten Jahrhunderts (von 1900 bis 1999) eine kleine Geschichte erzählt. Diese Geschichten und Anekdoten sind 2 bis 5 Seiten lang und meistens abgeschlossen. Dabei handelt es sich nicht um immer die selben Charaktere, sondern meist um unterschiedliche.
Die verschiedenen Charaktere erzählen eine Geschichte, oder ein Erlebnis aus dem betreffenden Jahr, wobei es sich dabei nicht immer um herausragend wichtige und bekannte Ereignisse handelt. So wird 1901 von der Jungfernfahrt der Wuppertaler Schwebebahn berichtet, aber es gibt auch Erzählungen von einem Fußballspiel und im letzten Kapritel sogar ein kleines Dankeschön an Grass' Mutter. Im Kapitel 1999 lässt er sie nämlich wieder zum Leben erwecken und nun berichtet sie u.a. über Günter Grass, was ich sehr beeindruckend finde:
"Gezwungen hat er mich nicht, aber überredet, der Bengel. Das konnt er schon immer, bis ich endlich ja gesagt hab. Und nun leb ich angeblich noch, bin über hundert und bei Gesundheit, weil er das so will."...
Wichtig ist auch noch zu sagen, dass Grass seine Charaktere sehr gekonnt durch ihre Art zu Reden charakteresiert. So sprechen z.B. die Bergarbeiter aus dem Ruhrpott platt. Überhaupt lässt er die Charaktere seines Buches immer in ihrem Dialekt sprechen, wodurch man sofort weiss, woher sie kommen, vielleicht auch welchen sozialen Status sie haben.
-------ZAHLEN, DATEN, FAKTEN:-------
Autor: Günter Grass
Titel: Mein Jahrhundert
Erschienen: 1999
Verlag: Steidl
Seiten: 379
Preis: ca. 20 € - 25 € (gebundene Ausgabe)
-------KOMMENTAR:-------
Mir gefällt das Buch wirklich sehr sehr gut. Vom Schreibstil her ist es sehr schön. Die vielen Geschichten, die Dialekte der Charaktere und die Erzählperspektive lassen das Buch und die Gecshichten darin wirklich sehr lebendig wirken. Durch die vielen, kurzen Kapitel ist das Buch auch sehr kurzweilig und langatmige Strecken haben keine Chance.
Manchmal hätte ich mir zwar etwas mehr von einer Geschichte gewünscht, oder in einem bestimmten Jahr eine komplett andere Geschichte (z.B. wegen eines wichtigen Ereignisses in diesem Jahr), aber im Großen und Ganzen ist dieses Buch vom inhaltlichen und literarischen her eine Meisterleistung!
Wer nicht gewillt ist, den hohen Preis zu zahlen, kann sich auch die Taschenbuchausgabe für 10 € kaufen. Wer aber von "Mein Jahrhundert" nicht genug bekommen kann, kann sich auch die Ausgabe mit zusätzlichen Illustrationen für 49 € kaufen...
Mir hat das Lesen des Buches sehr viel Spaß gemacht und daher kann ich es jedem nur empfehlen. Man kann dieses Buch schon nach wenigen Seiten nicht mehr aus der Hand legen, so wird einen dieser ganz andere Schreibstil fesseln.
-------FAZIT:-------
Das Buch war zwar sehr lange in den Bestsellerlisten, wer es aber trotzdem noch nicht zu Hause stehen haben sollte, sollte schnell in die Buchhandlung gehen und es sich zulegen. Das Buch ist, wie schon gesagt, vom inhaltlichen und literarischen meisterhaft!!!
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-22 10:53:23 mit dem Titel "Im Krebsgang" - Günter Grass
Ich war vom 13.7. bis 20.7. im Urlaub. Was soll man bei diesem miesen Wetter schon großartiges auf Rügen machen? Genau, viel gibt's da nicht. Also habe ich gelesen, gelesen und gelesen. So liebe ich meine Urlaube wirklich, besonders wenn die Bücher gut sind; mit "Im Krebsgang" habe ich einen echten Glücksgriff getan...
--------GÜNTER GRASS:--------
Günter Grass wurde 1927 in Danzig geboren. Im Krieg war er von '44 Luftwaffenhelfer und geriet dann bis 1946 in amerikanische Gefangenschaft. Von 1947 bis 1948 macht er eine Steinmetzlehre in Düsseldorf, studierte danach Grafik und Bildhauerei und ging an die Hochschule für Bildene Künste. 1958 wurde sein Manuskript für "Die Blechtrommel" von der bekannten Schriftsteller-Vereinigung "Gruppe 47" ausgezeichnet. Grass war auch selbst Mitglied bei der "Gruppe 47".
Grass schrieb nicht nur bekannte Werke, wie "Die Blechtrommel", "Der Butt", "Ein weites Feld" etc., sondern setzte sich auch für die SPD in der Politik ein. So beteiligte er sich für die SPD in den Jahren 1962, 1965 und 1972 am Wahlkampf und rief im "Heilbronner Manifest" öffentlich zur Wehrdienstverweigerung auf.
Der Höhepunkt seiner Karriere war aber die Nobelpreisverleihung in Stockholm, wo Grass 1999, am 10. Dezember, für sein Lebenswerk ausgezeichnet wurde.
--------COVER:--------
Das Cover ist sehr schlicht gestaltet. Auf weißem Grund steht in großen, blauen Lettern im oberen Teil des Covers Name des Autors und darunter, leicht horizontal verschoben, der Name des Werkes. Darunter sieht man nun eine dunkelrote oder braune Kohlezeichnung eines Krebses.
Der Leineneinbund der Hardcover-Ausgabe ist natürlich mit einer Papierschutzhülle umgeben, die dieses Cover zeigt.
--------STORY:--------
Erzählt wird die folgende Geschichte von Paul Pokriefke. Er ist Autor und soll für jemanden die Geschichte des Flüchtlingsschiffes "Wilhelm Gustloff" niederschreiben, da seine Mutter, Tulla Pokriefke, in der Nacht (30.01.1945), als die Gustloff mit tausenden Flüchtlingen an Bord versenkt wird, hochschwanger auch an Bord war, überlebt hat und in der gleichen Nacht ihn, Paul Pokriefke, geboren hat. Seitdem erzählt Tulla Pokriefke immer wieder von jener Nacht und von den Zeiten, als die "Wilhelm Gustloff" noch ein "Kraft durch Freude"-Schiff war, auf dem Tulla einen wunderbaren Urlaub in norwegischen Fjorden erlebt hat.
Auf seiner Suche nach Fakten über das Unglück der "Wilhelm Gustloff" bedient sich Paul des Internets. Er surft auf vielen Webpages und gelangt schließlich auf eine Nazi-Page. Dort wird alles über das Unglück sehr genau beschrieben und bebildert dargestellt. Im Chatroom der Page sieht Paul einem Wortgefecht zwischen dem Webmaster der Page (er nennt sich Wilhelm) und einem anderen User (er benennt sich nach dem Juden David Frankfurter). Beide sind sehr gut informiert, was das Unglück angeht und mit der Zeit entwickelt sich zwischen den beiden eine Hassfreundschaft, weil sie beide zwar das selbe Interesse haben (das Unglück der Gustloff), nur eben aus verschiedenen Perspektiven - der eine aus der Sicht des Nazis, der andere aus der Sicht eines Juden.
Paul besucht immer öfter diese Nazi-Homepage, da sie sich sehr eingehend mit dem Thema befasst, und bekommt immer mehr und mehr das Gefühl, dass sein eigener Sohn der Webmaster dieser Homepage ist. Denn er lebt in seinen Ferien immer bei Tulla Pokriefke, die auch ihm die Geschichten aus der Nazi-Zeit und von dem "KdF"-Schiff erzählt.
Und bald hat das Unglück der "Wilhelm Gustloff" am 30.01.1945 auch Auswirkungen auf Pauls heutiges Leben, denn seine Geschichte verleitet Pauls Sohn zu einer schrecklichen Tat...
--------HISTORISCHER HINTERGRUND:--------
Die meisten Menschen glauben ja, das Unglück der "Titanic" wäre das schlimmste Schiffsunglück überhaupt, was nicht stimmt. Am 30.7.1945 starben weitaus mehr Menschen an Bord der "Wilhelm Gustloff", einem Flüchtlingsschiff der Nationalsozialisten, bei dem allerdings auch einige Soldaten und Waffen an Bord waren. Es wurde von einem U-Boot der sowjetischen Streitkräfte versenkt.
Seinen Namen erhielt das Schiff, weil am 04.02.1936 der eigentlich unbedeutende Wilhelm Gustloff durch vier Schüsse des Juden David Frankfurter ermordet wurde. Wilhelm Gustloff warb in der Schweiz für die NSDAP.
Ein Jahr später läuft die "Wilhelm Gustloff" in Hamburg vom Stapel und befördert anfangs Menschen im Rahmen des "Kraft durch Freude"-Programms der Nationalsozialisten. Dies ist ein Propaganda-Programm, bei dem die Bevölkerung für sehr wenig Geld an tollen Fernreisen, oft in die norwegischen Fjorde, teilnehmen kann. Dadurch sollen die Reisenden natürlich auf die Seite der NSDAP gezogen werden, was wohl auch oft gelang, da die Reisen bleibende Eindrücke hinterließen.
Als der Krieg dann zu Ende ging und die Flüchtlingsströme einsetzten, wurde die "Wilhelm Gustloff" zum Flüchtlingsschiff umfunktioniert. Das Schiff ist mit Flüchtlingen, Marinehelferinnen und Verwundeten überladen, als es am 30.7.1945 den Hafen von Gotenhafen verlässt und in der gleichen Nacht von einem sowjetischen U-Boot versenkt wird. Dabei sterben viele tausend Menschen und nur wenige überleben.
--------ZAHLEN, DATEN, FAKTEN:--------
Titel: Im Krebsgang
Autor: Günter Grass
Verlag: Steidl-Verlag, Göttingen
Erschienen: 2002
Seiten: 216
Preis: 18 €
ISBN: 3-88243-800-2
--------KOMMENTAR:--------
Ich muss zugeben, dass ich vor meiner Lektüre des Buches nichts von Wilhelm Gustloff und dem gleichnamigen Schiff wusste. Daher danke ich Günter Grass auf diesem Wege, weil er diese Bildungslücke bei mir geschlossen hat - und wie. Ich bin begeistert von diesem Buch! Es ist nicht nur sehr interessant und spannend zu lesen, sondern auch literarisch sehr anspruchsvoll.
Grass erzählt in "Im Krebsgang" die Geschichte wahrhaftig wie im Krebsgang. Mal erzählt er hier etwas, dann wieder da, um wieder zurück zum ersten Handlungsstrang zu kommen... Da wären zum Beispiel die Recherchen von Paul Pokriefke, die beschrieben werden. Dann springt Grass mit der Erzählung zur jungen Tulla Pokriefke, die gerade auf der Gustloff schwanger im Bett liegt und sich auf der Flucht zu befinden. Danach erzählt er, was der Befehlshaber des russischen U-Boots zur selben Zeit gemacht haben könnte u.s.w. Grass überschneidet hier also gekonnt Handlungsstränge.
Sehr gut finde ich auch, dass Grass in "Im Krebsgang" die Nazis nicht als prügelnde Dummköpfe darstellt und weiterhin dieses Klischee vom dummen Nazi bedient. Grass zeigt hier neben den historischen Ereignissen auch auf, dass Nazis auch intelligent sein können. Pauls Sohn, der Webmaster der Nazi-Page, ist sehr intelligent (macht sein Abi mit dem Durchschnitt von 1,7), hat lockige Haare und trägt sehr gern einen Norwegerpullover. Also nicht gerade das Bild, das man sich von einem Nazi macht.
Günter Grass hatte auch eine gute Idee, indem er Tulla Pokriefke und deren Sohn, die beide in den Romanen "Hundejahre" und "Katz und Maus" vorkommen, auch in "Im Krebsgang" in die Handlung integriert. So entsteht ein gewisser Wiedererkennungseffekt für alle, die diese Bücher auch kennen.
Nun noch etwas zur Person Günter Grass: Man kann ihn mögen oder nicht! Zur Promotion dieses Werkes hat er sich zum Beispiel in so ziemlich jede politische Diskusion eingemischt - ob er Ahnung von der Materie hatte, oder nicht. Teilweise war es recht schlau, was er sagte, dann waren aber auch Dinge dabei, bei denen ich nur den Kopf schütteln konnte. Diese ihm eigene Art ist sicher nicht jedem sympatisch, aber dieser Fakt sollte niemanden davon abhalten, dieses Buch zu lesen, denn es ist wirklich lesenswert; ob man Grass mag oder nicht. Seine schriftstellerischen Fähigkeiten sind wohl unbestritten (nicht erst seit dem Nobelpreis) und werden auch in "Im Krebsgang" wieder deutlich.
--------FAZIT:--------
Das Buch ist in allen Belangen top: Ich konnte einiges lernen außerdem ist die Handlung fesselnd, spannend und hochinteressant. Nebenbei ist das Buch dann auch vom literarischen Niveau ganz weit oben anzusiedeln, was den Spaß beim Lesen für mich nur noch vergrößert hat. weiterlesen schließen -
Batya Gur-Denn am Sabat sollst Du ruhen
Pro:
Batya Gut hat interessante Ansätze und ist gut informiert über das, was sie beschreibt
Kontra:
Hier mißlungene psychologische Überfrachtung des Stoffes
Empfehlung:
Nein
Batya Gur ist eine Israelin - in ihrem Heimatland eine sehr bekannte und gefeierte Krimiautorin, außerhalb Israels erst allmählich zu dieser Position aufrückend. Ich selbst mag ihre Bücher zum größten Teil sehr gerne und würde als Einschätzung ihrer Art zu schreiben sagen: Wer Elizabeth George (immerhin eine der bekannten Namen im Geschäft) mag, der mag auch Batya Gur.
Wie E. George hat sie eine "Hauptfigur", nämlich den Kriminalkommissar Michael Ochajon (O.). Dieser hat - wie die Figuren von George - eine Vorgeschichte (er ist geschieden, hat einen Teenager-Sohn, einige gescheiterte Beziehungen und auch einige sonstige persönliche Probleme), die sich im Laufe der Bücher auch weiterentwickelt. Dadurch ist die Person nicht in Beton gegossen, sondern belebt die Krimis (in sich natürlich abgeschlossen) um eine weitere Komponente.
Aber nun zu diesem Buch:
Worum es geht:
Um Neid, um wissenschaftliche Reputation, um geheime und nicht so geheime Riten eines Berufszweigs, ...
Die Story:
An einem Sabbat (deshalb der Titel!) wird eine berühmte Psychoanalytikerin, Fr. Neidorf, von ihrem Berufs-Kollegen tot aufgefunden. Sie sollte an diesem Tag einen Vortrag in dessen Institut halten. Mit ihr verschwunden sind - das stellt sich allmählich heraus - auch ihre Patientenliste sowie verschiedene Dokumente.
Ochajon wird herangezogen, um den Mordfall aufzuklären. Dabei gilt es zunächst einmal, die Umstände rund um die Tote "in den Griff" zu bekommen - eine schwierige Aufgabe, ist doch sowohl die psychoanalytische Szene eine Szene voller Riten, Geheimnisse, Mythen und Theorienstreits, in die ein Außenstehender nur widerwillig und nur bruchstückhaft einbezogen wird.
Dabei sind die Verdächtigen - es ist relativ schnell klar, daß der Täter entweder aus dem Institut selbst oder aber aus dem Patientenkreis stammen muß - gebildete Leute, die es Ochajon umso schwerer machen, je raffinierter sie ihre eigenen Gefühle zurückhalten oder verdecken.
Überraschend ist dann das Ende und die Aufklärung - hier gelingt Gur ein echter Coup, den man einfach nicht vorwegnehmen darf.
Was das Buch lesenswert macht:
In diesem Buch entfaltet sich Gurs Meisterschaft im Erzählen: Sie baut eine spannende Story in einem interessanten Milieu auf, das sie offensichtlich sehr genau recherchiert hat. Die Personen treten tatsächlich als solche hervor und entwickeln ein eigenständiges Dasein. Dazu kommt, daß sie zwar überraschende Wendungen einbaut, diese aber vorbereitet sind und dadurch alles andere als gekünstelt erscheinen.
Was das Buch nicht so lesenswert macht:
Da gibt es wenig. Natürlich ist die Psychoanalyse nicht jedermanns Sache, so daß die vielen erklärenden Ausflüge in dieses Metier bestimmt manch' einem nicht schmecken. Das war's dann aber auch schon!
Wer sich noch dafür interssiert?
Noch niemand, aber nach den Erfolgen der Italo-Amerikanerin Donna Leon könnte es ja sein, daß der kauzige Ochajon auch beim deutschen Fernsehen noch eine Einrichtung wird...
Preis: Bei Goldmann als Taschenbuch erschienen, früher 17.90 DM, heute 8.80 €.
Fazit: Ein durch und durch gelungener Krimi mit Psycho-Hintergrund.
Ich bedanke mich für's Lesen!
Eure
Fäääl
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-19 09:45:14 mit dem Titel So spielt die Musik-tätärä: Lied der Könige von Batya Gur
Musik ist der Dreh- und Angelpunkt dieses Krimis von Batya Gur. Die Israelin hat ihren Inspektor dieses Mal in eine intrigante, verzwickte Familiengeschichte iengebettet - sowohl diejenige des Opfers als auch seine eigene.
Worum es geht:
Um Haß, Neid, Geschwisterliebe und -verbindungen, um Zukunftspläne, um Ängste vor dem Alleinsein, um das Vertrauen in Menschen. Daneben spielt die Dienstauffassung und die Loyalität eine große Rolle
Die Story:
Inspektor O. befindet sich in einer Art von Midlife-Crisis. Ein zufällig aufgefundenes Baby verhilft ihm zu neuen Perspektiven - koste es, was es wolle. Seine Nachbarin ist ganz ähnlich gelagert: Sie ist Cellistin und verzweifelt an der Übermacht ihrer beiden älteren Brüder: Der eine ist international renommierter Violinen-Solist, der andere international bekannter Star-Dirigent. Auch ihr verhilft - das eigene statt ein aufgefundenes - Baby zu einer neuen Aufgabe.
Durch die beiden Babies kommen O. und die Nachbarin in Kontakt - und dummerweise auch noch in ziemlich verdreht-engen. Eine etwas merkwürdige Affäre bahnt sich an.
Diese wird aber jäh gestört, als erst der musikbegeisterte Vater und dann auch noch der Geiger-Bruder ermordet werden. Und dummerweise wird O. zum ermittelnden Kommissar. Dieses Funktion will er auch nicht aufgeben - weder wegen des BAbies noch wegen der Verbindung zur Nachbarin. Mit eisernem Willen und großer Starrköpfigkeit hält O an der Möglichkeit gezielter Schizophrenie fest: Er kann privates und berufliches problemlos trennen, meint er.
Die Verwicklungen nehmen immer mehr zu, auch rund um O. Es zeigt sich, dass die Lösung des Falles wohl bei der Familie der Ermordeten liegen muß - und da bleibt neben dem Star-Dirigenten und einem merkwürdig verschrobenen und seit Monaten verschwundenen Faktotum vor allem einer übrig: Die Nachbarin.
Was das Buch lesenswert macht:
Batya Gur läßt ihre Personen zu Menschen werden, und zwar nicht nur zu angenehmen. Die Midlife-Crisis des O hat schon auch etwas Abschreckendes und wenig Gewinnendes. Und seine starrköpfige Haltung gegenüber dem - offensichtlichen - Zwiespalt zwischen seiner Zuneigung zur NAchbarin und den Ermittlungen ist alles andere als gewinnend. Gur gelingt es aber, sie asl nachvollziehbar hinzustellen - und das will viel heißen.
Die Musik-Kenntnis ist berückend und läßt die Schilderungen der bestimmenden Passagen durchaus über den normalen Krimi im Musiker-Milieu hinaus anwachsen.
Was das Buch weniger lesesnwert macht:
Leider ist die gesamte HAndlung unglaublich zäh und sehr verworren. Gur vermischt einfach zu viele Dinge und Handlungsstränge miteinander: Da sind die verzwickten Beziehungen des O innerhalb der Polizei, dann seine merkwürdige Beziehung zur Nachbarin, deren merkwürdiges Verhältnis zu ihrer Familie, die Beziehungen in der Familie überhaupt. Aber damit nicht genug, werden auch noch die israelische Haltung zu Wagner, ein Vivaldi-Skript und dessen Wert auf dem Kunstmarkt, die Rolle des O zu einer Frau, Bindung und Familie und die Schwierigkeiten einer Adoptionsentscheidung thematisiert. Das ist schlechterdings viel zu viel und tut weder dem Buch noch dem Krimi darin noch der Handlung gut.
Man kann zwar problemlos folgen (denn die eigentliche Mordgeschichte ist alles andere als kompliziert und nach einer Weile beginnt man zu ahnen, worauf es hinausläuft). Aber die ständigen Einschübe (Gespräch des O. mit seinem Chef im Krankenhaus, wo dieser auf das Ergebnis einer Not-OP seiner Tochter wartet - das ist ein wunderbares Beispiel dafür, wie unwichtige Seitenstränge aufgezogen werden), Unterbrechungen, Überlegungen und Seitenhandlungen lassen einen Sog in das Buch hinein gar nicht erst entstehen. Und das, obwohl diese ganze Chose immer aus der Sicht des O. beschrieben wird!
Wer sich noch dafür interessiert:
Vermutlich wird das israelische Fernsehen irgendwann eine Verfilmung starten, die es aber nie ins deustche Fernsehen schaffen wird. Bei dieser Handlung, die für die Transkription in einen Spielfilm/TV-Film merklich gekürzt werden müßte, ist es nicht sonderlich schade um das Verschwinden in der Versenkung.
Preis: Erschienen bei Goldmann Krimi, ca. 350 Seiten, ca. 10 Euro.
Fazit:
Das Buch ist wirklich nur eingefleischten Batya Gur Fans zu empfehlen, die einfach alles von ihr gelesen haben müssen. Ansonsten sollte man lieber die Finger davon lassen. weiterlesen schließen -
Galouye,D.-Simulacron 3: Wie wirklich ist unsere Realität?
16.07.2002, 20:19 Uhr von
emmtie
Da wollen wir YOPI einmal eine 2.Chance geben (wenn auch nur auf Bewährung). Und dabei geht es ga...Pro:
spannender Historienkrimi
Kontra:
Historischer Infos überzeugen nicht immer, unübesetzte lateinische Ausdrücke
Empfehlung:
Nein
Science Fiction beschäftigt sich nicht nur mit dem Weltraum, fremden Planeten und möglichen außerirdischen Lebewesen. Natürlich sind diese die Themen, die man zuerst mit dieser Literaturgattung verbindet und als ich vor ca. 25 Jahren als Junge anfing SF zu lesen, habe ich dies wegen der o.a. Bereiche getan. Doch sobald man sich etwas mehr mit dem Genre beschäftigt, entdeckt man das es zurecht Science Fiktion und nicht Space Fiction genannt wird: Denn alle Bereiche der möglichen zukünftigen Entwicklungen durch Wissenschaft in ihrer weitesten Deutungsform kommen vor. Egal ob Utopien über zukünftige soziale Strukturen, technische Entwicklungen, sei es Gentechnik, Elektronik oder Waffentechniken oder kritischen Betrachtungen jeweils aktueller Probleme wie aufrüstung, Überbevölkerung etc. fanden und finden Eingang in die Romane dieser Gattung. Auch der weite Themenbereich "Wie wirklich ist unserer Wirklichkeit" findet hier Aufnahme.
Wie ich schon an anderer Stelle angedeutete, habe ich vor einigen Monaten meine recht umfangreiche SF-Sammlung, die in meinem Elternhaus ausgelagert ist, gesichtet und so manches Buch, das mir aus verschiedenen Gründen in Erinnerung geblieben ist, mitgenommen, um es erneut zu lesen.
Ein Buch, in dem ich zum erstenmal Ideen zum Thema verschiedene Realitäten und deren Wahrnehmung begegnete, war "Simulacron Drei" von Daniel F.Galouye, geschrieben 1964, von mir zum erstenmal gelesen Anfang, Mitte der 80er Jahre. Da das Schauspiel Frankfurt momentan eine Theaterumsetzung dieses Buches im Programm hat, für die ich Ende Juni Karten habe, war dies ein gelungener Anlass, die Vorlage ein weiteres mal zu lesen, bevor ich mir das Stück anschaue.
WARNUNG !! Ich werde im Gegensatz zu anderen meiner Meinungen wieder etwas genauer auf den Inhalt eingehen, da dies meiner Ansicht nach für meine weiteren Anmerkungen zum Buch notwendig ist. Wer sich die Spannung nicht verderben will, sollte nicht weiterlesen.
Handlung:
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Im Jahr 2024 ist die Welt fest in der Hand der Meinungsforschung. Egal ob ein neues Produkt eingeführt, ein Modetrend für die neue Saison entworfen oder ein Politiker sich zu einer Wahl stellt. Alles wird vorher zigfach durch Befragungen abgesichert; daher gibt es auch unzählige Meinungsforschungsinstitute und deren Befrager begegnen einem auf Schritt und Tritt. Die Bevölkerung ist sogar gesetzlich verpflichtet zu antworten.
Doch eine Unternehmen, die TEST AG oder kurz TEAG steht kurz davor, dieses Monopol zu durchbrechen, in dem sie auf elektronischem Wege einen Simulator baut, der ein steuerbares Spiegelbild der Realität kreiert. Die Technik wird als Simulektronik bezeichnet. Mit den in dieser künstlichen Realität lebenden fiktiven Menschen, die als ID-Einheiten bezeichnet werden, kann man die Meinungsforschung einfacher abbilden.
Doch der Leiter dieses Forschungsprojektes, Hannon Fuller, verunglückt tödlich und David Hall, sein engster Mitarbeiter und Nachfolger, stößt auf einige Ungereimtheiten. Der Sicherheitschef des Unternehmens bezweifelt den Unfalltod Fullers und ist kurz darauf spurlos verschwunden und niemand kann sich an ihn erinnern außer Hall. Weiterhin entdeckt er bei den ID-Einheiten in seinem Simulator seltsame Entwicklungen. Die Kontaktperson innerhalb des Simulators die sich durch den Kontakt mit den Simulektronikern ihrer fiktiven Wirklichkeit bewusst ist, unternimmt einen Versuch, in die Realität zu fliehen. Auch andere ID-Einheiten scheinen eigenständiger zu werden, als ihre Programmierung es zu lässt und begehen z.B. Selbstmord. Bei seinen Ermittlungen trifft Hall auf die Tochter Fullers und verliebt sich in sie. Doch auch sie verschwindet unerklärlich von einer Sekunde auf die andere und taucht später einfach wieder auf, ohne ihrer Abwesenheit richtig erklären zu können. Nach und nach entwickelt sich bei David Hall ein unglaublicher Verdacht. Kann es sein, das auch seine Welt nur eine große Simulation ist, die zu Meinungsforschungszwecken dient, und die Entwicklung eines Simulators innerhalb der Simulation die Erzeuger seiner Realität dazu bringen, steuernd einzugreifen und den Simulator zu verhindern? Und kaum kommt er zu dieser Erkenntnis, wird er als Mörder Fullers verdächtigt und gejagt, fast so als ob jemand dies zentral steuert ......
Meine Meinung:
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Wieder ein Buch, das mich beim ersten Lesen vor über 20 Jahren total in seinen Bann geschlagen hat und das auch jetzt nach dem vierten oder fünften Lesen nichts von seiner Faszination verloren hat.
Das Buch hat sehr viele Facetten: Zum einen ist natürlich das Thema Marktforschung in fast schon prophetischer Gabe aus dem Jahr 1964 kritische betrachtet worden. Da der Autor Amerikaner ist, war die Entwicklung auf diesem Gebiet dort zur Zeit der Entstehung dieses Romanes zwar schon weiter als z.B. in Deutschland, doch auf keinen Fall so ausgeprägt wie heutzutage. Aber dieses Allgegenwärtigkeit der Marktuntersuchung und die Abhängigkeit von Unfrage-Ergebnisssen im Roman kam mir, wenn ich z.B. an den aktuellen Bundestagswahlkampf denke, erschreckend bekannt vor.
Doch das Hauptthema und der Kernpunkt im Roman ist die Beschäftigung mit der Frage der Realität. In wie weit ist es jemandem innerhalb einer Simulation möglich diese zu erkennen? Zu einem Zeitpunkt, an dem an Virtual Reality noch überhaupt nicht zu denken war, hat Galouye schon einen Schlüsselroman zu diesem Thema geschrieben, der alle Problem dieser Thematik aufzeigt. Was ist Leben? Hat eine simulierte Einheit, die aber zu eigenen Gedanken fähig ist, also über ein Bewusstsein verfügt, ein Leben? Nicht umsonst wird im Buch Descartes mit "Cogito ergo sum" = "Ich denke, also bin ich" zitiert. In wie weit hat der Schöpfer einer solchen Realität das Recht dort einzugreifen und eventuell sogar ID-Einheiten zu verändern oder zu löschen?
Viel Stoff der zum Nachdenken und eventuell sogar zu weitergehender philosophischer Lektüre anregt.
Und schließlich sollte man nicht vergessen zu erwähnen, das all diese tiefgründigen Gedanken wunderbar in eine spannende und unterhaltsame Krimihandlung verpackt sind, so dass man dieses Buch auch noch einfach als Unterhaltung genießen kann. Außerdem ist die gesamte Handlungsstruktur absolut schlüssig. Im Gegensatz zu anderen Büchern, die eine Botschaft vermitteln wollen und dies dann mehr oder weniger gut in eine Handlung verpacken, ist es Galouye hier gelungen, die philosophischen Gedanken wirklich in der Handlung zu verwurzeln.
Filmische Umsetzungen:
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Der Stoff wurde zweimal verfilmt: Zum einen gibt es einen Fernsehfilm von Rainer Werner Fassbinder mit dem Titel "Welt am Draht" aus dem Jahr 1975. es ist zwar schon sehr lange her, das ich diesen Film gesehen habe, aber meiner Erinnerung nach war es eine freie, aber gelungene Umsetzung. 1999 wurde das Buch erneut, jetzt aber von Hollywood verfilmt, nun unter dem Titel "13th Floor" (aufgrund der Unart Bücher, sobald sie verfilmt wurde, auch nach dem Film zu benennen, wird der Roman seither unter diesem Titel verlegt). Diesen Film habe ich hier, aber bewusst noch nicht geschaut, bevor ich das Buch nochmals gelesen habe. Dies werde ich nun bald nachholen und vielleicht schreibe ich dann eine vergleichende Meinung Buch contra Film.
Fazit:
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Ein sowohl spannendes als auch nachdenklich stimmendes Buch, das ein sehr gelungener Mix zwischen Krimielementen und philosophischen Gedankenspielen über das Wesen der Realität ist. Eines der absoluten Highlights der SF-Literatur und auch fast 40 Jahre nach seinem Erscheinen absolut aktuell und lesenswert.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-07-16 18:19:12 mit dem Titel Glaesener,H.-Die Rechenkünstlerin: Krimi um die Heidelberger Uni im Mittelalter
Krimis mit historischem Hintergrund sind seit einigen Jahren ganz groß in Mode gekommen. Es gibt dieses Genre zwar schon so lange, wie es Unterhaltungsliteratur gibt, aber mir persönlich fällt seit ca. 3 bis 4 Jahren beim Stöbern in den Programmen der Verlage und in Buchhandlungen auf, dass eine Unmenge von mir bislang unbekannten Autoren in diesem Bereich veröffentlichen und diese auch entsprechend präsentiert werden.
Eines dieser Bücher, das mir bei diesen Stöbertouren ins Auge gefallen ist, ist der Roman "Die Rechenkünstlerin" von Helga Glaesener. Von der Autorin weiß ich auch nicht mehr, als in der Info des Verlages im Buch steht: Sie ist 55 Jahre und hat 5 Kinder, hat Mathematik studiert und lebt in Aurich/Ostfriesland. Mit dem Vorgängerwerk "Die Safranhändlerin", das in keinem Zusammenhang mit dem hier besprochenen Werk steht, war sie angeblich schon in den Bestsellerlisten. (Was ich nicht bestreiten will, da ich zum einen natürlich nicht den globalen Überblick habe und zum anderen der Begriff "Bestsellerliste" weder geschützt noch in einer bestimmten Form definiert ist; ich kannte es bisher nicht).
Handlung:
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In Heidelberg wird im Jahr 1389 die erste deutsche Universität gegründet. Hauptperson des Romans ist Carlotta Buttweiler, die Tochter des Pedells (= Hausmeister) dieser Universität. Ungewöhnlich für eine Frau der damaligen Zeit kann sie lesen und schreiben und beschäftigt sich mit mathematischen Problemen. Aber hauptsächlich kümmert sie sich um den Haushalt ihres Vaters, in dem auch acht Scholaren, also Studenten der Universität, leben.
Als die Schwester von zwei dieser Studenten überraschend stirbt, die eine ehemalige Nachbarin ist und in ein Rittergut eingeheiratet hat, wird die Neugier Carlottas geweckt. Viele Umstände, die sie beim Totenbesuch entdeckt, von einer seltsamen, unwürdigen Art der Aufbahrung bis zu merkwürdigen Malen am Hals der Toten, widersprechen dem natürlichen Ableben. Auch die Erklärung, dass man nur einen Selbstmord vertuschen wollte, kann nicht befriedigen.
Carlotta bohrt weiter und findet weitere Hinweise. Unterstützt wird sie mehr oder weniger widerstrebend dabei von einem neuen Mitbewohner, den Tschechen Jovan Palac, der unter etwas seltsamen Umständen, mit nur wenigen Habseligkeiten und einer verbrannten Hand von der Wache des Regenten über die Stadt Heidelberg zu ihrem Heim gebracht wird und der der neue Magister (= Dozent an der Universität) für ziviles Recht ist.
Ohne zuviel zu verraten wird sich im Verlauf des Buches der Verdacht Carlottas erhärten, doch die Geschichte wird viel verwinkelter, als man anfangs erwartet. Sowohl Hexerei, Schwarze Magie als auch handfeste Universitätspolitik spielen eine große Rolle.
Meine Meinung:
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Wer so häufig wie ich Romane aus diesem Genre liest, geht mit einer gewissen Grundhaltung an ein solches Werk:
Zuerst erwarte ich von einem Krimi Spannung und unvorhersehbare Wendungen. Dies ist hier absolut gegeben. Die anfangs wie ein einfacher Mord aussehende Geschichte entwickelt sich zu einer vielschichtigen Intrige, bei der man bis kurz vor Schluss nicht unbedingt weiß, wer wofür verantwortlich ist. Die Handlung ist zum größten Teil auch schlüssig, wobei mir persönlich einige Schwenks dann doch etwas zu sehr konstruiert vorkamen.
Als zweites erwarte ich bei einem historischen Krimi auch, dass das entsprechende historische Umfeld eingearbeitet wird und nicht nur als austauschbare Kulisse für eine nicht darin verwurzelte Krimi-Handlung dient. Auch hier ist Helga Glaesener sehr bemüht: Viele Alltagsszenen aus Heidelberg und der Umgebung sind in die Handlung eingewoben, Themen wie der allgegenwärtige Hexenwahn oder die Thematik der Judenpogrome zu dieser Zeit, die durch den wegen seiner Kritik daran in Ungnade gefallenen Magister Palac ins Spiel gebracht werden, sind Bestandteil des Buches. Doch manchmal kommt mir dieser Mix doch etwas zu konstruiert vor. Es mag daran liegen, dass ich Heidelberg nicht persönlich kenne und daher einige Anekdoten und Anspielungen wahrscheinlich nicht erkenne, im Gegensatz z.B. zu historischen Romanen, die in London spielen ( Kleine Selbstkritik: Da sieht man es wieder: Typisch, die große weite Welt bereisen und die Schönheiten der eigenen Heimat nicht kennen :-))
Die bedeutet keinesfalls, dass der Roman schlecht ist, doch als historische Informationsquelle war er für mich persönlich etwas weniger interessant.
Was mir auch noch auffiel, war der häufigere Gebrauch lateinischer Ausdrücke, ohne das dieses auch übersetzt wurden. Ich konnte zum Glück die paar Brocken die von meinem Großen Latinum noch übrig sind zusammenkratzen und konnte mir so das meiste zusammenreimen. Doch ohne Lateinkenntnisse gibt es einige wenige Stellen im Buch, an denen man ein paar Infos nicht mitbekommt. Zwar nichts wesentliches zu Handlung, aber störend mag es doch sein.
Auch wer aufgrund des Titels „Die Rechnkünstlerin“ ein gewisses Maß mathematischen Inhalt erwartet, sollte seine Ansprüche herabschrauben. Es werden zwar kurze einige Erkenntnisse zur Quadratur des Kreises angesprochen, aber sonst eher Fehlanzeige. Der Titel soll wohl eher ganz allgemein eine Anspielung auf das Wissenschaftsinteresse der weiblichen Hauptfigur sein.
Fazit:
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Ein wirklich spannender Krimi, doch der historische Teil hat mich nicht ganz überzeugt. Doch als spannende Unterhaltungslektüre bereitet es durchaus mehrere Stunden Lesevergnügen.
Aber aufgrund meiner, vielleicht auch etwas überzogenen, Erwartungen gibt es nur eine 3. weiterlesen schließen -
Faust (Goethe), Nehmen wir mal Gretchen unter die Lupe
13.07.2002, 18:16 Uhr von
gabriel
Hallo Freunde! Bin jetzt schon seit langer Zeit hier und habe immer noch Freude daran. In meiner ...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Damit keine Missverständnisse vorliegen können, möchte ich sagen, dass ich auch bei Ciao unter dem Name Sonrisa aktiv bin.
Gretchenstragödie
Die eigentliche Gretchenstragödie, die sich in der Spiegelepisode der „Hexenküche“ bereits ankündigte, beginnt mit der Szene „Straße“.
Das tragische Geschehen läuft gegen Mephistos Plan ab, der Faust lediglich in sinnliche Verstrickungen locken will. Mephisto setzt in Verkennung Faustens immer auf niedrige Instinkte, Faust hingegen verwandelt jeweils das Sinnliche und Vegetativ - Instinktive ins Geistige und Sublime. Daß Mephisto sein Gehilfe und Diener auch in der Gretchenepisode ist und bleibt, verstrickt Faust in Schuld und Tragik. Durch Faust gerät auch Gretchen in Schuld, indem sie ihr Kind umbringt und ihre Mutter vergiftet. Trotz der sublim - anmutigen Gestaltung Gretchens ist sie nicht wie eine Heilige gezeichnet, sondern ganz real – bürgerlich. Ihren Zauber gewinnt diese Gestalt, daß sie sich zu ihrer Schuld und Verführbarkeit bekennt. Sie lebt durchaus in den Klischees und den Bedingnissen der Kleinbourgeoisie.
Die aus dem Unbewußten Lebende, aber sicherlich ihrer selbst nicht Unbewußten, ist der erhabene Seele Faustens wehrlos preisgegeben, aber sie erliegt schließlich dem mephistophelischen Part in Faust. In gewisser Weise ist sie Faust polar zugeordnet, in andrer Weise ist sie sowohl ihm wie auch Mephisto Gegensatz.
Hingebung und Widerstand, Anziehung und Abstossung in Richtung auf und von Faust sind in Gretchen vorhanden, beides ineins vor allem in der abschließenden Kerkerszene. Nicht eigentlich die Gestalt Gretchens ist so faszinierend, sondern Goethes Gestaltung dieses Charakters.
Bisher waren die Szenen allein dem männlichen Element gewidmet, selbst der „Herr“, die „Engel“ und „Mephisto“ sprechen eine männliche Sprache, mit der ersten Gretchenszene tritt feminine Denkweise in den Vordergrund. Für eine Weile drängen Gretchen und Marthe das bisher dominierende Duo Faust und Mephisto in den Hintergrund.
Auf Gretchens berühmte Frage: (3415) Nun sag, wie hast du’s mit der Religion? Folg Fausts pantheistisches Glaubensbekenntnis (3432 – 3458), die jedoch keine Antwort auf Gretchens Frage gibt.
Zu Gretchens Schicksal nimmt Hermann August Korff wie folgt Stellung: Von dem Zuge der Natur, der sie mit holdem, aber unwiderstehlichem Zwänge der dämonisch bestrickenden Gestalt einer Faust in die Arme treibt, wird sie auch über die Grenze der bürgerlichen Geschlechtsmoral hinaus und in eine Region des Menschlichen hinaufgetrieben, in der nur diejenigen leben können, die auch im Geiste von den Ketten der bürgerlichen Moral frei geworden sind. In dieser Lage, die sie nicht erkennen könnte, ohne zu schwindeln, wird Gretchen von ihrem Geliebten verlassen, und sie verfällt der Rache der Gesellschaft, deren Gesetz sie, Nachtwandeln auf der Bahn ihres Schicksals, gebrochen hat. Aber was das Entscheidende ist: nicht vor allem der Rache, die sie in den unsagbar rohen Reden ihres Bruders ereilt, sondern der Rache der Gesellschaft in ihr selbst! Es bedarf gar nicht der richtenden Gesellschaft, um sie zur Rechenschaft zu ziehen. Sie muß sich selber richten in dem Augenblicke, wo der Wahn ihrer Liebe zerreißt.
Die letzte Szene läßt Faust seine Schuld als qualvolle Wirklichkeit erfahren. Dieser Anblick wirft ihn unter den Zustand noch zurück, aus dem er aufgebrochen war. Der titanische Ausnahmemensch sieht sich wieder in die Gebundenheit der Gattung verwiesen. Was er lange nicht gefühlt, längst hinter sich gelassen hatte, das schaudernde Gefühl des machtlosen Geschöpfes, die Angst der Kreatur, sie packt ihn nun, wie noch nie. Er, der Vernichtete, Zusammengebrochene, kann nicht helfen, kann sein Opfer nicht vor dem Äußersten retten. Gretchen flüchtet aus ihrer qualvollen Verlassenheit und Erniedrigung nicht in seine Arme, sondern in die Hut ihres kindlichen Vertrauens auf den Himmel, mit dem Faust längst fertig ist. Sein Selbstgefühl bricht zusammen mit seinen erhabenen Wunschbildern. Nicht Gretchen, sondern Faust scheint gerichtet. Margarete ist unter der Last ihrer ungewollten Schuld, dem Tod ihrer Mutter, ihres Kindes und ihres Bruders, psychisch und physisch zusammengebrochen. Ihre Sinne hängen dem Geschehen an und vermischen sich gleichzeitig mit apokalyptischen Visionen. Mit der Ausstoßung aus der Gesellschaft und dem Tod ihrer nächsten Angehörigen ist ihr der Grund unter den Füßen weggelitten, ihre einzige Hoffnung ist die Gnade Gottes. Faust sieht dasjenige Geschöpf durch seine grauenhafte Schuld seelisch zerstört, vor sich verlöschen. weiterlesen schließen -
Ein Buch wie ein Rausch
Pro:
regt zum Nachdenken an, phantastische Geschichte im wahrsten Sinne des Wortes
Kontra:
nichts
Empfehlung:
Nein
Nach der Qual mit Hohlbeins „Flut“ mußte ich mir mal wieder ein wirklich gutes Buch gönnen. Die Wahl fiel auf Jostein Gaarders Buch „Das Kartengeheimnis“, ein Buch, das mich schon beim ersten Lesen begeistert hatte.
Zunächst ein paar unvermeidliche Daten zum Autor. Jostein Gaarder, geboren 1952 im norwegischen Oslo, studierte Literaturwissenschaft und lehrte später Philosophie. Letzteres Steckenpferd läßt sich in jedem seiner Bücher finden. Bekannt wurde Gaarder auf internationaler Ebene mit „Sofies Welt“. Nun aber endlich zum Buch.
Ein Vater macht sich mit seinem Sohn auf die Suche nach der seit acht Jahren verschwundenen Mutter. Diese hatte sich nach Athen abgesetzt, „um sich selbst zu finden“. Auf der Fahrt in die griechische Metropole passieren mysteriöse Dinge, der Sohn Hans - Thomas gelangt in den Besitz eines winzigen Buches, das sogenannte „Brötchenbuch“, das die Geschichte einer magischen Insel erzählt.
Je weiter die Reise geht, um so deutlicher wird, daß beide Geschichten miteinander verstrickt sind. Das winzige Büchlein kennt erstaunlicher Weise Dinge aus Vergangenheit und Zukunft des Jungen. Figuren aus dem Büchlein tauchen plötzlich auch in der Realität auf. Die Figuren eines Kartenspiels erwachen zum Leben. Die ganze Welt wird zu einer einzigen gewaltigen Patience.
Das Ergebnis ist ein sanftes Buch mit einer philosophischen Diskussion, die uns Leser dazu bringen soll, die ganze Welt und das Recht darin leben zu können, als Geschenk zu betrachten. Nehmen wir das Wunder des Lebens überhaupt noch war, beachten wir die ständig um uns herum vorgehenden kleinen und großen Wunder in der hektischen Ellbogengesellschaft um uns herum? Dinge, die einem beim Lesen des Buches unweigerlich durch den Kopf gehen.
Mehr möchte ich zum Inhalt des Buches nicht vorwegnehmen. Ich kann es euch nur wärmstens empfehlen. Dieses Buch ist wie ein Rausch, man kann nicht aufhören, bevor man nicht weiß, wie es endet. Die Kapitel sind denkbar kurz, so daß ich mir immer wieder sagte, naja, eins geht noch und schon war aus einem Kapitel wieder zwei oder mehr geworden.
Wer „Sofies Welt“ bereits begeistert gelesen hat, den wird auch dieses Buch in seinen Bann ziehen. Nur direkt nacheinander sollte man beide Bücher nicht lesen. Diesen Fehler habe ich gemacht und dabei festgestellt, daß nicht nur gewisse Ähnlichkeiten bestehen, sondern teilweise ganze Sätze wortwörtlich in beiden Büchern vorkommen. Das kann einem den Lesespaß schon etwas vergällen.
Offiziell ist dieses Buch für Kinder ab 12 Jahren. Der Autor selbst sagt, daß er es für eine Leserschaft von 12 bis 100 Jahren geschrieben hat. Ich glaube denn auch, daß dieses Buch mehr erwachsene Leser findet. Auch für sonstige Lesemuffel ist dieses Buch gut geeignet, ist es doch mit etwas mehr als 300 Seiten recht kurz gehalten. Auch die Einteilung in die bereits erwähnten kurzen Kapitel trägt sehr zur Lesefreundlichkeit bei.
Erschienen ist das Buch in seiner neuesten Auflage im Deutschen Taschenbuch Verlag unter der ISBN Nummer 3423620773. Zu haben ist es zur Zeit für einen Preis von 9,50€.
Dieses Buch bietet drei kunstvoll miteinander verstrickte Geschichte und wenn man sich darauf einläßt, wird man mit diesem Buch viel Spaß haben. Den wünsch ich Euch denn auch, falls ich zumindest einige hier von diesem Buch überzeugen konnte. Bis bald sagt euer Marcel alias SkyMcK. weiterlesen schließen -
Doris Gercke - Die Frau vom Meer
Pro:
fesselnd, schildert sehr gut sozialkritische Hintergründe, sehr realistische Darstellung
Kontra:
Schreibstil gewöhnungsbedürftig
Empfehlung:
Nein
Da ich ein Fan von den Bella-Block-Filmen bin, dachte ich mir, dass es mal an der Zeit wird, auch einen Roman von Doris Gercke zu lesen. So kam es, dass ich im Buchhandel auf "Die Frau vom Meer" gestossen bin.
Inhalt:
Nach dreijährigem Aufenthalt in Sibirien kommt die Privatdetektivin Bella Block nach Hamburg zurück und wird von dem Polizeipsychologen Kranz gebeten, sich um einen speziellen Fall zu kümmern: Lara G. wird beschuldigt ihre 3 Kinder auf bestialische Art und Weise getötet zu haben. Kranz ist von der Unschuld Lara G.'s überzeugt.
Da Lara G. allerdings zu dem Fall schweigt und alle Beweise gegen sie sprechen, liegt es an Bella Block Klarheit in diesen Fall zu bringen.
Autorin:
Doris Gercke wurde 1937 in Greifswald geboren und studierte Jura. 1988 erschien der erste Roman von ihr. 1991 bekam sie die Auszeichnung "Kriminautorin des Jahres" sowohl in Deutschland als auch in Schweden verliehen.
Sie erfand die Romanfigur "Bella Block". Einige der Bella-Block-Romane sind bereits verfilmt worden. Dort wurde die Bella Block von Hannelore Hoger verkörpert.
Bella Block:
Doris Gercke stellt ihre Romanfigur Bella Block im Buch, als Frau Mitte Fünfzig dar, die gerne Wodka mit Orangensaft trinkt, ihren Job bei der Polizei gekündigt hat und nun ihr Geld als Privatdetektiv verdient.
Aufgrund der langjährin Tätigkeit bei der Polizei ist Bella Block eine sehr realistische Frau, die etwas schwermütiges an sich hat und dem Leser eine negative Grundeinstellung vermittelt.
Fazit:
Als Bella-Block-Filme-Fan war es für mich eine totale Umstellung, ein Bella-Block-Buch zu lesen.
Die Bella Block wird im Film ganz anders dargestellt als im Buch. Einige Übereinstimmungen sind vorhanden, wie z. B. dass Bella sehr viel trinkt. Dies tut sie sowohl im Film als auch im Buch, aber ansonsten sind sehr viele Abweichungen vorzufinden, z. B. im Film ist Bella noch bei der Polizei, im Buch arbeitet sie als Privatdetektivin; im Buch kommt die negative Grundeinstellung von Bella sehr ans Licht, während im Film diese Einstellung eher zurückhaltend vorzufinden ist. Der Freund von Bella, der eine wichtige Rolle in den Filmen spielt, kommt ihm Buch gar nicht vor.
Hannelore Hoger verkörpert im Film die Bella Block auf hervorragende Weise. Wer allerdings das Buch liest, wird zwischen der Darstellung von Hannelore Hoger und der Bella Block im Buch kaum eine Authenzität feststellen können. Überhaupt passt Hannelore Hoger überhaupt nicht buchtechnisch in die Rolle der Bella Block.
Wer also die Bella-Block-Krimis von Doris Gercke liest, sollte versuchen, völlig unabhängig von den verfilmten Krimis sich ein Bild von Bella Block zu machen.
Ein weiterer schwieriger Faktor war für mich die Schreibweise von Doris Gercke. Dialoge zwischen den einzelnen Romanfiguren sind schwer erkennbar. Sie werden nicht hervorgehoben, z. B. durch Anführungszeichen etc., sondern verschwinden eher im übrigen Text. Doris Gercke erzählt eine Geschichte. Wer sonst durch andere Romane eine andere Schreibweise oder einen anderen Schreibstil gewohnt ist, dem wird es anfangs schwierig erscheinen, den Durchblick zu bekommen.
Der Fall an sich der Kindsmörderin Lara G. ist sehr gut dargestellt und geht in die Einzelheiten. Auch die Atmosphäre im Gerichtssaal und in anderen Situationen wird sehr gut herübergebracht und der Leser bekommt so die Möglichkeit, sich in das Geschehen regelrecht "hineinzulesen".
An sich ist der Roman von Doris Gercke "Die Frau vom Meer" lesenwert. Mir hat er zumindest, nach dem ich mich an den Schreibstil und an die etwas andere Darstellung von Bella Block gewöhnt hatte, sehr gut gefallen. Er ist spannend und fesselnd. Der Fall wird eigentlich recht nüchtern dargestellt, ohne großartige Ausschmückungen, so dass ein eher realistischer Eindruck entsteht. Dies hat mir besonders gut gefallen. Es ist fast, als würde man einen wirklich passierten Fall nachlesen.
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Weitere Bella-Block-Romane:
Auf Leben und Tod
Dschingis Khan Töchter
Ein Fall mit Liebe
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Preis: 8,00 Euro
Erschienen als Taschenbuch im Goldmann-Verlag.
ISBN 3-442-43892-6
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-05-20 16:10:33 mit dem Titel Noah Gordon - Der Medicus von Saragossa
Angefangen hat es bei mir mit dem Buch von Noah Gordon "Der Medicus". Da ich von diesem Buch sehr fasziniert war, besorgte ich mir sogleich den 2. Teil "Der Schamane" und den 3. Teil "Die Erben des Medicus", wobei ich sagen muss, dass der 3. Teil auch das schlechteste Buch aus der Triologie war.
Dann sah ich in der Bücher "Der Medicus von Saragossa" und zu diesem Zeitpunkt nahm ich an, dass es sich bei dem Buch nur um eine Neuauflage des Buches "Der Medicus" handelte. Doch falsch gedacht. Wie mir nach Lesen der kurzen Inhaltsangabe auf der Rückseite des Buches klar wurde, hatte dieses Buch nichts mit dem Buch "Der Medicus" zu tun.
Inhalt:
Der dreizehnjährige Jona Toledano muss Ende des 14. Jahrhunderts nach dem Tod seines Vaters und seines Bruders vor der Inquisition fliehen, da er Jude ist und ein Gesetz erlassen wurde, das die Juden aus Spanien vertreiben sollte.
Anstatt sich zum Christentum bekehren zu lassen, hält er an seinem Glauben fest und macht sich auf die Reise. Ziel dieser Reise ist einen Ort zu finden, an dem er in Frieden leben und seinen Glauben praktizieren kann.
Auf dieser Reise erlebt er so manches Abenteuer.
(Mehr möchte ich nicht vorwegnehmen!)
Autor:
Noah Gordon (geb. 11.11.26 in Worcester, USA) wurde mit seinen Werken "Der Rabbi" und "Die Klinik" weltberühmt. Zum Bestsellerautor wurde er letztendlich mit seiner Medicus-Triologie "Der Medicus", "Der Schamane" und "Die Erben des Medicus", welche er millionenfach verkaufte und wofür er auch Auszeichnungen erhielt. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berkshire Hills, USA.
Fazit:
Sehr anschaulich erzählt Noah Gordon die Geschichte des jungen Jona und gibt dabei einen Einblick in das brisante Thema der Judenverfolgung des Mittelalters.
Das Leben des Jona gleicht einer Abenteuergeschichte, die von einem spannenden Erlebnis zum anderen springt und dadurch nie langweilig wird.
Noah Gordon erzählt sehr fließend und ohne größere Zeitsprünge, so dass der Leser das Gefühl vermittelt bekommt, an seinem Leben teilzuhaben.
Von vornherein wird dem Leser klar, wer die Hauptprotagonisten in diesem Roman sind, welche Rolle sie spielen und welche Hauptcharakteren ihnen der Autor zugeordnet hat.
Wer vermutet, dass "Der Medicus von Saragossa" nur ein Abklatsch des Buches "Der Medicus" ist, der wird bereits auf den ersten Seiten des Buches eines besseren belehrt. Die einzige Ähnlichkeit zwischen diesen beiden Büchern ist der Fakt, dass es sich um einen jungen Mann handelt, der sich auf die Reise um Medicus zu werden. Die eigentliche Lebensgeschichte, um die es in diesem Buch geht, könnte nicht unterschiedlicher sein, wie die zu dem Buch "Der Medicus".
Persönliche Meinung:
Anfangs unterlag auch ich dem Vorurteil, dass es sich bei dem Buch nur um einen Abklatsch des Buches "Der Medicus" handeln kann und zog immer wieder Vergleiche zu ihm, doch schon nach wenigen Seiten musste ich bemerken, dass dem nicht so war. Nach derlei anfänglichen Zweifeln wurde ich positiv überrascht.
Auch liegt es nahe aufgrund des Titels zu glauben, dass Noah Gordon nach dem Motto: "Was einmal klappt, klappt auch ein zweitesmal", vorgegangen ist. Um an den Erfolg des Buches "Der Medicus" anzuschließen, schreibt man dann einfach mal das Buch "Der Medicus von Saragossa". Ein weiterer Weltbestseller auf dem Rücken des "Der Medicus". Aber auch hier wurde ich eines besseren belehrt.
Der Roman ist ein eigenständiges Werk von Noah Gordon und wird der Auszeichnung "Weltbestseller" gerecht. Er ist packend, fesselnd und spannend zugleich. Auch das von Noah Gordon gewählte Thema der Judenverfolgung im Mittelalter fand ich besonders interessant.
Endlich mal wieder ein "richtiger Noah Gordon".
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-03 21:46:10 mit dem Titel Noah Gordon - Die Erben des Medicus
"Die Erben des Medicus" ist das 3. Band der "Medicus-Reihe" von Noah Gordon.
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Inhalt:
In "Die Erben des Medicus" geht es um Dr. Roberta J. Cole, Allgemeinärztin an einer Bostonerklinik, die sich nach einer gescheiterten Ehe und einer sich dahinschleppenden Karriere dazu entschließt, als Landärztin in Berkshire Hill zu arbeiten, um so einen menschlichen Kontakt zu ihren Patienten aufbauen zu können, welches sie in der Klinik sehr vermisst hat. Sie lässt ihr altes Leben hinter sich und beginnt auf dem Land ein ganz neues Leben.
Dort lernt sie auch den Immobilienmakler David Markus und seine Tochter Sarah kennen. Roberta und David verlieben sich ineinander und so nimmt das Schicksal seinen Lauf.
Schon bald merkt Roberta J. Cole, dass auch ein Leben auf dem Land nicht ganz so unproblematisch ist, wie sie es sich vorgestellt hat.
(Mehr möchte ich nicht verraten!)
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Der Autor:
Noah Gordon (geb. 11.11.26 in Worcester, USA) wurde mit seinen Werken "Der Rabbi" und "Die Klinik" weltberühmt. Zum Bestsellerautor wurde er letztendlich mit seiner Medicus-Triologie "Der Medicus", "Der Schamane" und "Die Erben des Medicus", welche er millionenfach verkaufte und wofür er auch Auszeichnungen erhielt. Er lebt mit seiner Frau und drei Kindern in Berkshire Hills, USA.
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Persönliche Erfahrung mit dem Buch:
Da ich von den ersten beiden Bändern ("Der Medicus" und "Der Schamane") vollkommen fasziniert war, dachte ich mir, dass ich mir den 3. Band "Die Erben des Medicus" unbedingt auch noch besorgen muss. Voller Erwartungen stürzte ich mich dann auf das Buch. Doch meine Erwartungen wurden schon sehr bald enttäuscht. In seiner Qualität kommt das Buch auf keinen Fall an die ersten beiden Bänder heran. Ich überlegte, ob es vielleicht an dem zeitlichen Aspekt lag, schließlich spielte "Der Medicus" im Mittelalter" und "Der Schamane" zur Zeit des Bürgerkriegs in Amerika, während "Die Erben des Medicus" in unserer Zeit spielt, aber daran lag es nicht. Tatsächlich ist diesem Buch nicht anzumerken, dass es Noah Gordon geschrieben hat, denn man vermisst seinen typischen Stil, welcher den Leser an das Buch fesselt.
Das dieses Buch wochenlang auf der Bestsellerliste stand, ist mir unverständlich.
Wer "Die Erben des Medicus" liest, sollte dies nicht mit Bezug auf die ersten beiden Bänder tun. Es ist ein völlig eigenständiges Buch, welches sich vom Inhalt her nicht auf Band 1 und Band 2 bezieht.
Eine Geschichte für sich, die auch so verstanden werden sollte.
Das Buch umfasst 409 Seiten.
Ich war enttäuscht von diesem Buch und auch von dem Autor, von dem ich mehr erwartet hatte. Von Noah Gordon ist man eigentlich etwas anderes gewohnt.
Preis: 9,90 EUR
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-06-09 15:17:13 mit dem Titel Doris Gercke - Ein Fall mit Liebe
Doris Gercke und ihre "Bella-Block-Romane" haben es mir angetan. Nach dem ich keinen Bella-Block-Krimi im Fernsehen verpasse, habe ich mir nun auch mal die Bücher von Doris Gercke mit ihrer "Roman-Heldin" zur Brust genommen. So auch "Ein Fall mit Liebe".
Inhalt:
Bella Block, Privatdetektivin, bekommt von der Nachbarin ihrer Mutter, Charlotte Böhmer, den Auftrag ihre Tochter Christa zu suchen. Diese ist seit Wochen verschwunden. Das letzte Lebenszeichen, welches Frau Böhmer von ihrer Tochter hat, ist ein Brief aus einer Stadt in Mecklenburg-Vorpommern.
Bella macht sich auf den Weg dorthin, um Christa Böhmer zu finden. Dabei wird sie mit den "Altlasten" der ehemaligen DDR und den "Anfeindungen zwischen Ost und West" konfrontiert.
(Wer mehr wissen möchte, sollte das Buch lesen!)
Autorin:
Doris Gercke wurde 1937 in Greifswald geboren und studierte Jura. 1988 erschien der erste Roman von ihr. 1991 bekam sie die Auszeichnung "Kriminautorin des Jahres" sowohl in Deutschland als auch in Schweden verliehen.
Sie erfand die Romanfigur "Bella Block". Einige der Bella-Block-Romane sind bereits verfilmt worden. Dort wurde die Bella Block von Hannelore Hoger verkörpert.
Bella Block im Film und
Bella Block im Buch:
Doris Gercke stellt ihre Romanfigur Bella Block im Buch, als Frau Mitte Fünfzig dar, die gerne Wodka mit Orangensaft trinkt, ihren Job bei der Polizei gekündigt hat und nun ihr Geld als Privatdetektiv verdient.
Aufgrund der langjährin Tätigkeit bei der Polizei ist Bella Block eine sehr realistische Frau, die etwas schwermütiges an sich hat und dem Leser eine negative Grundeinstellung vermittelt.
Als Bella-Block-Filme-Fan war es für mich eine totale Umstellung, ein Bella-Block-Buch zu lesen.
Die Bella Block wird im Film ganz anders dargestellt als im Buch. Einige Übereinstimmungen sind vorhanden, wie z. B. dass Bella sehr viel trinkt. Dies tut sie sowohl im Film als auch im Buch, aber ansonsten sind sehr viele Abweichungen vorzufinden, z. B. im Film ist Bella noch bei der Polizei, im Buch arbeitet sie als Privatdetektivin; im Buch kommt die negative Grundeinstellung von Bella sehr ans Licht, während im Film diese Einstellung eher zurückhaltend vorzufinden ist. Der Freund von Bella, der eine wichtige Rolle in den Filmen spielt, kommt ihm Buch gar nicht vor.
Hannelore Hoger verkörpert im Film die Bella Block auf hervorragende Weise. Wer allerdings das Buch liest, wird zwischen der Darstellung von Hannelore Hoger und der Bella Block im Buch kaum eine Authenzität feststellen können. Überhaupt passt Hannelore Hoger überhaupt nicht buchtechnisch in die Rolle der Bella Block.
Wer also die Bella-Block-Krimis von Doris Gercke liest, sollte versuchen, völlig unabhängig von den verfilmten Krimis sich ein Bild von Bella Block zu machen.
Ein weiterer schwieriger Faktor war für mich die Schreibweise von Doris Gercke. Dialoge zwischen den einzelnen Romanfiguren sind schwer erkennbar. Sie werden nicht hervorgehoben, z. B. durch Anführungszeichen etc., sondern verschwinden eher im übrigen Text. Doris Gercke erzählt eine Geschichte. Wer sonst durch andere Romane eine andere Schreibweise oder einen anderen Schreibstil gewohnt ist, dem wird es anfangs schwierig erscheinen, den Durchblick zu bekommen.
Fazit zum Buch "Ein Fall mit Liebe"
Das Buch gibt einen sehr sozialkritischen Einblick das das Verhältnis zwischen Ost- und Westdeutschland nach der Wiedervereinigung. Ich habe das Buch förmlich verschlungen. Die Geschichte ist nicht nur fesselnd und spannend zu gleich, sondern Doris Gercke schildert die Geschehnisse in einer so realistischen Art und Weise, das man meinen könnte, das Erzählte wäre wahr und nicht frei erfunden.
Ein besonderer Punkt, warum ich die Bücher von Doris Gercke so mag ist, dass sie eine spannende Handlung zu erzählen weiß, bei der sie sehr intensiv auch auf die sozialen Hintergründen einzugehen weiß. So bekommt der Leser nicht nur die kriminalistische Arbeit vor Augen gehalten, sondern auch die menschliche Seite eines "Falles". So auch bei "Ein Fall von Liebe"! weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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campino, 24.03.2006, 20:18 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Bella-Block-Bücher habe ich noch nicht gelesen, aber die Filme sehe ich sehr, sehr gerne. <br/>LG, Andrea
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Gifford Thomas -- Assassini
07.06.2002, 13:22 Uhr von
kleineswoelkchen
....lesen und gelesen werden... schauen wir mal, was hier sich entwickelt hatDa ich mich beruflic...Pro:
lesenswert und Fragen aufwerfend
Kontra:
Schleifen wiederholen manche Phase, die man beim Lesen schon durchlebte
Empfehlung:
Nein
Ein Geschenk von Freunden
1999, andy zieht nach Berlin. Damals noch viel Freizeit, der Job noch nicht so ernst im Blick. Das waren noch Zeiten. Da saß man mit Freunden irgendwo am Rande von Berlin an einem Ufer vom See, lauschte den Gesprächen oder hörte dem Vorleser zu, der aus seinem derzeitigem Lieblingsbuch ein paar Szenen uns vorlas.
Doch einen Nachmittag werden wir alle nie vergessen. Mittags hatten wir gegrillt, uns alle auf den Decken hingelegt und wieder einmal lauschten wir einem Freund, der uns ein paar Seiten aus einem Buch vorlas. Doch als er nach einer halben Stunde das Buch schließen wollte, waren wir alle uns einig, heute lesen wir. Jeder trug ein paar Seiten vor, wir saßen in einer Runde und keiner wollte sich um spätere Speisen kümmern. Vergessen waren Volleyballspiel und Baden gehen. Wir lauschten den Worten aus diesem Buch.
Ein roter weicher Einband umschloß den Text von Thomas Clifford. Mönche, dezent im Schwarzton gehalten, mit blassen Gesichtern angesetzt, so ziert das Titelbild den Roman. 813 Seiten sind gefüllt mit Worten, die eine literarische Enthüllung über den Vatikan verbergen. Ob es nun Wahr ist, oder nur ein Roman, lest es selbst heraus und nehmt euch ein Gedankenspiel.
Ben, der Bruder von Valerie, hier als Val im Buch beschrieben, möchte den Tod seiner Schwester aufklären. Als Anwalt und vorwiegend als Bruder nimmt er sich dies zur Aufgabe und läßt alles andere im Leben hinter sich.
Valerie war eine Ordensschwester, eine Nonne, die sich gegen manche Aussage der Kirche auflehnte. Durch das Schreiben von zwei Bestseller hatte sich Val durch ihre Publicity eine Art Schutz vor der Kirche aufgebaut. Nun hatte sie 12 lange Monate wieder recherchiert, sank daher ein wenig in der Bekanntheit und wurde durch all ihre Fragen und Aussagen der Kirche immer mehr ein Dorn im Auge.
Wer kennt sie noch? Keiner? Jetzt hatte die Kirche freie Hand. Die Kirche? War es wirklich die Kirche, die den Mord an der Nonne Val befahl?
Waren es die Gründe der neuen Suche nach einem Nachfolger für den sterbenden Papst Calixtus der IV. ?
Waren es andere Abgründe der Kirche, die sich seit Jahren oder Jahrhunderten aufbauten? Was hat Schwester Valerie in ihren Recherchen herausgefunden, das sie sterben mußte? Das sie in der kleinen Kapelle auf dem Familiengrundstück die letzten Atemzüge tat und die letzten Augenblicke ihres Lebens verbringen konnte.
Ben weiß nur, das seine Schwester seine Hilfe und seinen Schutz wollte. Sie sandte ihm vor ihrem Tod ein Foto aus dem Jahre 1943. Da waren 4 Männer abgebildet. Was taten die 4 Männer? Hat die 5. Person, die das Foto aufgenommen hat, auch eine Rolle gespielt?
Mit jeder neuen Seite weckt sich das Interresse am Lesen neu, werden neue Fragen in den Raum gestellt und man möchte das Buch nicht aus der Hand legen.
Es werden Fragen in den Raum gestellt, die wir als Otto-Normal-Sterbliche nie in Betracht ziehen würden.
Wer hätte gedacht, das zwei Menschen, Andy Heffernan und Curtis Lockhardt über einen neuen Papst entscheiden würden, mitten in einem Raum in New York. Geld regiert die Welt, und Geld regiert auch die Kirche.
Doch beide Männer sterben durch die Hand eines Priesters, der erst ein paar Minuten vorher noch Schlittschuhlaufend ein paar Nebenstraßen weiter weg den Tag verbrachte. Der mit behender Bewegung ein gefallenes Kind aufhebt und es wieder auf seine Kufen stellt. Widersprüche, die die Doppelseite eines Menschen hervorheben können.
Curtis war der Mann, der Valerie von ihrer Nonnenhaftigkeit entführte, ihr den Gedanken zum Verlassen der Kirche erleichterte. Ihr den Sinn eines anderen Lebens aufbaute. Das sie dennoch an die Kirche durch ihre Tätigkeiten gebunden wäre, wäre nicht so tragisch gewesen.
Doch jetzt ist auch Val tod, sinnlos gestorben, weil sie in den Kellern der Archive der Kirche etwas gefunden haben muss, was Aufruhr brachte. Angst und Sorgen hervorrief und manchen Kirchenmann das Zittern brachte. Was haben den Krieg und Kirche und all die Kirchenmänner denn zusammen gemeinsam?
Diese Frage beantwortet euch das Buch.
Ben, der selbst in der Kirche sehr aktiv tätig war, weil sein Vater diesen Wunsch gehegt hatte, kann sich immer besser in die kleinen Angaben von Val hereinfinden. Mit Hilfe der Nonne Elizabeth, der besten Freundin von Valerie, kommt er den Geheimnissen immer mehr auf die Spur. Morde, verbunden mit Kirche und dem Glauben, wie kann man sie mit Val in Verbindung bringen? Was hat Valerie herausgefunden, das der Kirche schaden könnte?
Für Ben selbst verstärkt sich immer mehr der Hass gegen die Kirche. Schon damals, bevor er Anwalt wurde und der Kirche den Rücken kehrte, nagte eine Abneigung in ihm. Jetzt baut sich Hass und Wut immer intensiver auf. Und die Kirche, die sich hinter Sätzen wie:
*Das sind kircheninterne Angelegenheiten, das geht sie nichts an* versteckt, weckt daher immer mehr Bens Interresse. So kann er mehr und immer mehr dem Mörder seiner Schwester auf die Spur kommen.
Oft hat man beim Lesen das Gefühl, in eine Schleife zu geraten. Nur aus anderer Sicht bekommt man wieder ein Stück vom Puzzel zusammen. Und immer öfter tritt der Name Assasini in das Gespräch. Doch was ist Assasini? Was hat das Mittelalter und dieser Teil der Kirche mit der heutigen Zeit gemeinsam? Hat jemand diesen Bund der Kirche am Leben erhalten und setzt eine schaurige Tradition fort?
Lassen sich Menschen noch immer durch kirchlichen Einfluß so sehr blenden, das sie wie Roboter Befehle umsetzen und sich nur entschuldigen können, das sie geblendet waren?
Immer wieder stellt man sich als Leser neue Fragen, liest zwischen den Zeilen und bemerkt nicht, wie die Zeit verfliegt. Man staunt, das man so viel gelesen hat und man sucht nach Antworten zu den gefundenen Fragen.
Ben Driskill geht nicht als Hauptfigur durch diesen Roman, eher als Ich-Erzähler. Man kann nicht alle Antworten zu den aufkommenden Fragen finden, doch man findet die Antwort, warum Schwester Val ermordet wurde.
Wieviele Menschen sterben in diesem Buch, sterben, weil ein Bezug zur Kirche entstanden war? Zuviele, doch hat alles einen Sinn und führt Ben zu seinen Antworten.
Thomas Gifford hat geschlagene 9 Jahre an diesem Roman geschrieben. Neun Jahre, wo er voller Verzweiflung aufgeben wollte, weil auch er in seinen Recherchen stecken blieb und man ihn blockierte. Weil die Zuarbeit der Kirche oft verwehrt wurde, um interne Daten zu schützen.
Ein kleiner Spiegel der neun Jahre zieht sich auch in diesem Buch nieder. Manche geschriebene Schleife, voller Emotionen gefüllt, läßt den Eindruck erwecken, hier kam neuer Schwung vom Autor. Es ist nicht negativ, nein, man bemerkt im Schreibstil keine große Veränderung, nur man hat selbst das Gefühl, jetzt findet man eine neue Antwort.
Vielleicht klingt dieser Abspann jetzt sehr trocken:
Das Buch ist unter der ISB N 3-404-13509-1 käuflich erwerbbar. Damals hatte es 18,90 Dm gekostet und steht heute zum Beispiel für 9,98 Euro bei Hugendubel.
Der Bastei-Lübbe-Verlag hat es schon über 22mal bis 1999 in Auflage gegeben. Ein Buch, das seit 1994 ein Hit und sehr empfehlenswert ist. Ein Buch, das anspricht und das Dir eine neue Sicht für die Kirche geben könnte. Was wahr ist, was nur dem Roman dienlich ist, das finde selbst für Dich heraus.
Der Autor wirbt nicht für die Kirche, macht aber auch keine Kampagne gegen die Kirche. Selbstbewust schrieb er einen Roman, der wirklich sehr lesenswert ist.
Ich danke Stefan noch einmal ganz herzlich, der mir im Juni 1999 dieses Buch als Willkommensgeschenk für Berlin überreichte.
eure andy weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Wurzelchen2, 08.06.2002, 15:42 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
nicht ganz meine Richtung, aber gut beschrieben
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mima007, 07.06.2002, 13:49 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
Du auch hier?! Schöner Bericht! CU; michael
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dreamweb, 07.06.2002, 13:25 Uhr
Bewertung: sehr hilfreich
oh, du bist auch hier - freu. Ich bin auch wieder zurück. Wenn auch gefrustet, weil alles futsch ist. Liebe Grüße - Miara
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