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Harrison, Kathryn: Die gebundenen Füße
16.03.2003, 16:22 Uhr von
Nyaasu
Ich bitte euch, bei allen Bewertungen, die schlechter als sn sind, einen Kommentar mit Begründung...2Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
EINLEITUNG
Jahrhunderte langw ar es in China Tradition: schon im Kindesalter wurden den Mädchen die Füße eingebunden (besser gesagt: eingequaetscht und die zehen gebrochen), damit sie kleine und zarte Füße haben, die in jeden noch so kleinen Pantoffel passen und über den allseits gelobten trippelnden Gang verfügen. dass die Frauen trippeln müssen, damit die ewigen Schmerzen nicht allzugroß sind, daran denkt keiner. Abensowenig daran, dass dem Mädchen die Kindheit genommen wird und die Frau jedem hilflos ausgeliefert ist, da sie nicht wegrennen kann. Doch gerade diese Hilflosigkeit schien es zu sein, die Männer dazu verleiten ließ, dieses Ritual bestehen zu lassen, denn ein Mädchen mit normalen Füßen hatte damals nur die Wahl zwischen einem Leben als Bäuerin oder Konkubine - alle Männer mit Ansehen wollte eingebundene Füße.
Erst Anfang des 20. Jahrhunderts, als China sich dem Westen öffnete, starb diese Praxis nach und nach aus, in einigen, besonders ländlicheren Gegenden, wurde sie aber auch noch in den 30ern und 40ern angewendet.
Ich setze mich stark mit diesem Thema auseinander, da es mir nicht in de Kopf will, wie man einem Wesen so etwas antun kann.
Als ich dann vom Bertelsmann Club eine Nachricht erhielt, dass ich dieses Quartal noch nichts gekauft hätte, entschied ich mich für das Buch, über das ich jetzt schreiben werde...
INHALT
China, 1877. Nach langer Wartezeit und vielen Gebeten ist es nun endlich geglückt, Chu’en ist schwanger und bringt ein Kind zur Welt, doch ihre Mühen waren umsonst, es ist nur ein Mädchen. Sie nennt sie Chao-tsing.
Fünf Jahre später sind Chao-Tsings Füße noch immer nicht eingebunden. Ein Skandal, wie Chu’ens Schweigermutter Yu-ying findet. Da Chu’en aber lieber weint, als sich um das Ansehen ihrer Tochter zu kümmern, nimmt Yu-ying die Sache selbst in die Hand und bindet ihrer Enkelin die Füße ein, so wie es sich für die Tochter eines angesehenen Bürgers gehört, indem sie die Zehen ganz eng unter der Fußsohle festbindet und den dicken Zeh nach innen biegt. Die Fußgelenke werden nach und nach gebrochen, und das arme Mädchen kann nun, genau wie alle anderen Frauen der Familie, nur noch kleine Trippelschritte machen, und auch diese nur unter großer Anstrengung und Schmerzen, aber dafür passt sie in die kleinsten und feinsten Pantoffeln. Von ihrem Vater kann sich Chao-Tsing auch keinen Trost holen, denn dessen Einstellung gegenüber Frauen lässt sich am besten an folgender Aussage erkennen: „Was bildete sich seine Tochter ein? War Leid nicht das Los der Frauen? Er für seinen Teil genoss es, mit einer geschickten, zarten Frau verheiratet zu sein; einer, deren ganzer Fuß in sein Rektum passte – ihre linke Hand an seinen Hoden, die rechte am Penis, ihren Mund an seiner Eichel. Jeder Luxus hatte seinen preis, auch das Haus und die Dienstboten.“
1891, zwei Jahre nach dem Tod ihres Vaters, soll die nun vierzehnjährige Chao-Tsing mit einem reichen Seidenhändler verheiratet werden. Das Mädchen dachte sich nichts dabei, sie wurde von geburt an darauf vorbereitet, eine gehorsame Ehefrau zu sein.
Nach der Hochzeit muss sie allerdings feststellen, dass sie bereits die vierte Ehefrau ist, und die anderen drei ihr alles andere als wohlgesonnen sind und auch dem Seidenhändler deswegen zusetzen. So verbringt Chao-Tsing die erste Woche allein in ihrer Kammer und dem kleinen Garten des Hauses. Am siebten Abend betritt der Seidenhändler mürrisch ihr Zimmer, bindet sie am Bett fest und vergeht sich auf dem Fußboden an Chao-Tsing Dienstmädchen, so wie es noch mehrere Male sein sollte.
Als Viertfrau ist Chao-Tsing einzige Möglichkeit, etwas an Ehre zugewinnen, einen Jungen zu gebären, da ihr Ehemann aber nur anal mit ihr verkehrt, bleibt ihr auch diese Chance verwehrt. Nach einigen Wochen hat sie aber keine Lust mehr, ihr Schicksal schweigend hinzunehmen, sondern startet mehrere Selbstmordversuche, welche aber alle misslingen und ihr am Ende nur Prügel und andere Strafen einbringen.
Dann fasst sie einen Entschluss: Weglaufen, und zwar nach Shanghai! Mithilfe der Edelsteine aus ihrer Mitgift überredet sie einen jungen Gärtner, sie auf seinem Rücken nach Shanghai zu tragen, und dieser willigt ein. Unterwegs hält sie aber kurz zu Hause an und zersticht sämtliche Pantoffel ihrer Großmutter, denn bis heute will sie ihr Schicksal als Krüppel nicht hinnehmen.
Als sie endlich in Shanghai angekommen ist, landet sei, da sie, wie sie sich selbst eingestehen muss, eher über Schönheit als Geschick verfügt, in einem Bordell, jedoch unter ihrem neuen Namen May-Li, was so viel wie „schön“ bedeutet. Aber nur unter einer Bedingung: Ausländer ja, aber kein Chinese darf ihr zu Nahe kommen.
May nutzt das verdiente Geld für Bücher, denn sie liest und lernt gerne, und sie hat viele Stammkunden, die sich an der zierlichen Chinesin nicht satt sehen können. Ihre Füße werden immer demonstrativ übersehen, kein Freier will, dass sie ihre Fußbinden öffnet.
1888 aber sollte sich für sie alles ändern. Da beschließt nämlich Arthur, ein britischer Gelehrter, an May seine Unschuld zu verlieren. Zuerst aber entdeckt er ihre Fußbinden und ist entsetzt, zumal er ein strikter Gegner dieser Praxis ist. Als er aber nach Mays Erlaubnis die Füße aufwickelt, passiert nämlich etwas ganz anderes – dieser zarte, weiße und winzige Fuß weckt in ihm keinen Ekel, sondern pure Erregung. Diese Erregung verleitet ihn dazu, May wöchentlich zu besuchen und ihr unzählige Geschenke zu machen, auch wenn er sich dafür Geld von Verwandten leihen muss, denn laut ihm spiegelt sich sämtliche Schönheit Mays in ihren Füßen wieder. Zudem ist er davon überzeugt, während des Sex mit May und den Gedanken an ihre Füße seinen Tinitus nicht mehr zu hören.
Nach dem 15. Antrag willigt May ein – nicht, weiß sie ihn liebt, sondern weil sie das Gefühl genießt, zum ersten Mal in ihrem Leben ihre Füße nicht verstecken zu müssen. Aber wird ihr Leben nun anders werden???
Alice dagegen, die Tochter von Arthurs Schwester Dolly, führt ein ganz anderes Leben. Sie ist frei und unbeschwert, kann lachen und springen wann immer sie will und liebt ihre Tante May abgöttisch. Dolly jedoch findet, dass May einen schlechten Einfluss auf das Kind hat, da sie ihr zu viel Schreckliches erzählt, doch May findet, man sollte wissen, dass die Welt nicht nur aus schönen Dingen besteht.
Auch Alice empfindet keine Scheu vor Mays Füßen, im Gegenteil, als die mittlerweile 50jährige May im hauseigenen Pool, denn Arthur ist nun alles andere als arm, Schwimmunterricht nimmt, schaut sie interessiert zu. May beneidet das Mädchen um die Kindheit, die sie nie gehabt hat, auch wenn sie nach außen hin immer so tut, als hätte sie keinerlei Probleme mit ihrem Schicksal.
Die erwachsene Alice ist verliebt in einen russischen Offizier namens Michael, doch auch ihre Liebe, und besonders die Sexualität ist so ganz anders als diese, die May kennen gelernt hat. Aber wird Michael sie wirklich glücklich machen?
AUFBAU, SCHREIBSTIL ETC.
Das Buch ist vollständig in der dritten Person geschrieben, es gibt also keinen Ich-Erzähler.
Es ist in mehrere, nicht nummerierte Kapitel eingeteilt, deren Titel schon immer andeutet, um was es auf den nächsten Seiten geht. Die Kapitel beschreiben in den meisten Fällen immer abwechselt das Leben von May und dann das von Alice, wobei sehr viele Zeitsprünge gemacht werden, also Kindheit, Jugend, Erwachsenenalter usw. Dadurch wirkt das Buch teilweise etwas verwirrend.
Zudem tauchen viele Nebenfiguren auf, die fast alle russischer Abstammung sind und deren Namen man sich weder merken noch aussprechen kann, und deren Einzelschicksale ein wenig zu ausführlich erläutert werden. Im Gegensatz dazu kommen die Gefühle und Gedanken der beiden Hauptpersonen und besonders Mays zu kurz, es wird hauptsächlich auf die zu beobachtende Handlung eingegangen, das Innere, was einen in dieser Hinsicht am meisten interessiert, bleibt weitestgehend verschlossen.
Hinzu kommt, dass Sexszenen leider einen sehr großen teil des Buches ausmachen. Diese sind zwar in einem sehr schönen Stil geschrieben, es werden also keine vulgären Wörter wie Schwanz oder ficken verwendet (ich wusste erst mal nicht, was mit Rektum gemeint ist!), jedoch ziehen sich diese Szenen oft über mehrer Seiten hin und nehmen dem ernsten und traurigen Thema etwas von der Negativität. Durch das Erfahren der Sexualität soll natürlich der Unterschied zwischen den Leben der beiden Frauen ausgedrückt werden, zumal Sexualität in Mays Fall nur Mittel zum Zweck und neben ihren Füßen ein weiteres Druckmittel der Männer ist, jedoch sollten die Probleme mit ihren Füßen, ihre eingeschränkte Bewegungsfreiheit und ihre Kindheit eher im Vordergrund stehen als die Sexualität. Manchmal hatte ich das Gefühl, ich hätte aus Versehen das falsche Buch zur Hand genommen!
Wer erotische Literatur kauft, erwartet so was, aber wer ein ernstes Buch über ein trauriges Thema lesen will, will nichts darüber wissen, ob eine Frau namens Alice Analsex nun toll findet oder nicht, wie romantisch es auch beschrieben sein mag.
ALLGEMEINES:
Das Buch erschien als Hardcover und Taschenbuch beim LIST Verlag.
Originaltitel: „The Binding Chair – or A Visit from the Foot Emancipation Society“
Seiten: 384 (HC), 400 (TB)
Preis (D): 22,60 Euro (HC), 8,95 Euro (TB)
>> Ich habe das Buch als Hardcover beim Bertelsmann Club gekauft, wo es auf 9,95 Euro reduziert war. Was die Clubausgabe von den normalen unterscheidet, weiß ich leider nicht, aber es ist nicht das Cover, diese sind identisch.
DIE AUTORIN
Kathryn Harrison wurde 1961 in den USA geboren. Ihre ersten drei Bücher waren relativ unbekannt, jedoch brachte ihr autobiographisch geprägter Roman „Ich bin die Tochter, die keiner sieht“ ein voller Erfolg. Heute lebt sie immer noch in den USA, ist verheiratet und hat drei Kinder.
FAZIT
Ich bin ein bisschen enttäuscht. Der Anfang, wo das Leben in Mays Familie beschrieben wurde, das Einbinden ihrer Füße und die familiäre Hierarchie, war wahnsinnig interessant, jedoch bestehen die Beschreibungen von Alices Leben am Anfang aus einer endlosen und langweiligen Zugfahrt nach London, wo sie aufs Internat gehen soll, und Sex mit Michael.
Ich gebe zu, ich bin erst auf Seite 146, aber ich weigere mich, weiterzulesen, weil mich jede weitere Seite wütender macht. Es wird mir einfach nicht ernst genug mit dem Thema des Füßeeinbindens umgegangen. Mir fehlen Mays Gedanken und Gefühle, ich will kein bloßer Beobachter sein, ich will ihn sie hineinhorchen. Ich will nichts von Arthurs perversen Gelüsten wissen (er trinkt sogar das Wasser, in dem May ihre Füße wäscht!), ich will wissen, wie sich ein kleines Mädchen fühlt, das nie wieder wird rennen können.
Der Schreibstil an sich ist aber gut, niemals vulgär und flüssig zu lesen, jedoch manchmal etwas zu seicht, oberflächlich.
Was ich aber besonders vermisse, ist ein Anhang zum Thema, also die Geschichte des Füßeeinbindens usw., aber auch dieser fehlt.
Ich finde es immer wieder gut, wenn sie mit diesem Thema auseinandergesetzt wird (mein Tipp: „Ailins Weg“ von Lensey Namioka), aber nur weil es sich hierbei um ein Buch für Erwachsene handelt, muss man nicht gleich so viele Sexszenen einbauen. Sie stören einfach, versauen die Stimmung, genauso wie sie es in Stephen Kings Büchern tun.
Wenn ich Sex will, lese ich lieber Groschenromane ;-)
Mehr als zwei Sterne sind leider nicht drin. Schade, da hätte man mehr draus machen können, wer sich wirklich für das Thema interessiert, sollte sich lieber nach anderen Büchern umsehen.
ANMERKUNG ZU MEINER BEWERTUNG:
Ich vergebe so gerade noch eine vier, mit einem ganz fetten Minus dahinter.
Bei Handhabung weiß ich nicht genau, worauf sich das bezieht, daher gebe ich gut an.
Auch wenn ich die Geschichte nicht mag, ist die Aufmachung des Buches unbestreitbar gut, da es sich um ein festgebundenes Hardcover mit einem schicken Schutzumschlag handelt, daher ist das Preis-Leistungs-Verhältnis auf jeden Fall ebenfalls als gut zu bezeichnen. weiterlesen schließen -
Victoria Holt / Jean Plaidy - In einer dunklen Zeit
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Nein
Hexenverfolgung - Das war wohl das Stichwort, welches meine Mutter dazu bewog, mir dieses Buch vom Flohmarkt mitzubringen. Kein Blick auf die Autorin oder den Klappentext. Ansonsten hätte sie sich die 1 DM damals sicherlich gespart. Ich weiß ja nicht warum, aber der Name Victoria Holt schreckt mich irgendwie ab. Bisher hatte ich zwar noch nie etwas von ihr gelesen, aber sie ist für mich eine Art Inbegriff für billige Schnulzenromane. Ich möchte hier schon einmal vorwegnehmen, daß meine Erwartungen vollkommen erfüllt wurden.
Warum ich es dennoch gelesen habe, lag am Großdruck. Das Buch ließ sich recht schnell durchlesen und ich konnte auf meiner Liste wieder eines abhaken, da ich mir aus irgendeinem Wahn heraus vor zwei Jahren vorgenommen hatte, jeden Monat mindestens zehn Bücher zu lesen.
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Inhalt
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Die junge Luce arbeitet bei Richard Merriman als Zofe auf seinem Gut an der Küste von Plymouth. Wir befinden uns im England des 16. Jahrhunderts, also zur Zeit der Hexenverfolgungen, die hier ein zentrales Thema darstellen.
So kommt es dann auch, daß trotz der Verfolgungen Luce zu einem geheimen Hexentreffen eingeladen wird. Bald darauf stellt sich heraus, daß sie schwanger ist und sofort geht das Gerücht um, der Teufel selbst wäre der Vater des Ungeborenen. Um diese Gerüchte im Keim zu ersticken, verheiratet Richard Luce mit einem seiner Bekannten.
Doch seine Bemühungen zeigen wenig Erfolg. Luce bringt ein Mädchen zur Welt und nennt es Tamar - nach dem Motto: Ein ungewöhnliches Kind braucht einen ungewöhnlichen Namen. Tamar fällt schon sehr früh allen Leuten auf. Sie ist nicht nur außergewöhnlich hübsch, sondern hat auch einen recht eigenwilligen Kopf. Der Verdacht, der Teufel habe seine Hände im Spiel gehabt, wird schnell wieder laut und als ein Hexenjäger in die Stadt kommt, ist nicht nur Tamar in höchster Gefahr.
Als man Luce foltert und aufhängt, schafft es Tamar, den Henkersknechten der Inquisition zu entkommen und flüchtet sich zu dem einzigen Mann, der ihr jemals beigestanden hat - Richard Merriman.
Richard ist, im Gegensatz zu den meisten Engländern, ein sehr aufgeschlossener Mensch, der von Aberglauben nicht viel hält. Als dann plötzlich die Hexenjäger auch vor seiner Tür stehen, beschützt er Tamar und eröffnet allen, daß er ihr richtiger Vater ist...
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Allgemeine Eindrücke
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Es war mir fast unmöglich, eine Inhaltsangabe zu schreiben, denn der Inhalt ist anders als bei den Romanen, die ich sonst lese, nicht nach Einleitung - Höhepunkt - Schluß aufgebaut, sondern verläuft fast schon episodenhaft. Die Story zieht sich in die Länge und kommt trotzdem nie an irgendeinem Punkt an. Auch das Ende ist offen und ich hatte ständig das Gefühl, daß mir etwas fehlt. Die einzelnen Ereignisse, die ab und an stattfinden, sind auch nicht so besonders überwältigend, daß sie den Lesehunger befriedigen könnten. Eigentlich geht es nur um Tamar, die überall (absichtlich oder unabsichtlich) dafür sorgt, daß sie als Hexe erkannt wird.
Tamar ist wahrlich ein ungewöhnlicher Charakter. Dies wird nicht nur im Roman behauptet, sondern auch ich als Leserin empfand die Hauptperson mehr als merkwürdig. Das recht frühreife Mädchen ist wild und kann sich nirgends anpassen. Sie rebelliert gegen die Gesellschaft, indem sie z. B. mit wehenden Haaren über die Felder reitet.
Eine etwas seltsame Beziehung unterhält sie auch zu ihrem Nachbarn Bartle. Der Junge, den sie von klein auf abgrundtief haßt, wird zum Piraten. Das ganze Buch hindurch zeigt er seinen widerlichen Charakter und ich hätte ihm oft am liebsten eine geknallt...
Trotzdem heiratet Tamar in später. Das war für mich eigentlich das unbegreiflichste Ereignis, denn Tamar behauptet die ersten 200 Seiten fast in jedem dritten Satz, daß sie Bartle ja so sehr verabscheut. Wenn man dann noch bedenkt, daß sie zuvor mit einem Puritaner verheiratet war, so könnte man sagen, daß sie doch einen recht wankelmütigen Charakter besitzt. Oder aber die Autorin hat die Figur der Handlung angepaßt anstatt umgekehrt. Tamar handelt an vielen Stellen so, wie man es überhaupt nicht von ihr erwarten würde. Die Heirat mit dem Puritaner war beispielsweise etwas, das mich zwar nicht überraschte, dafür aber fast schon wütend machte, weil es eine völlig unsinnige Handlung war, die einfach nicht zu Tamar paßte, psychische Krise hin oder her (Bartle galt zu dieser Zeit als tot).
Dieser Bartle ist auch so eine Figur, die nicht besonders gut gestaltet wurde. Sein unsympathisches Auftreten kommt ziemlich gut rüber, fast schon ZU gut, möchte ich sagen, denn ich habe es bis zuletzt nicht verstanden, daß Tamar seinen aufdringlichen Annäherungsversuchen doch nachgegeben hat. Was er mit ihr getrieben hat, war glatte Vergewaltigung, trotzdem willigt sie in die Heirat mit Freuden ein. Als sie ihn darauf anspricht, daß er sie praktisch dazu erpreßt hat, mit ihm ins Bett zu gehen - er drohte, sie der Inquisition auszuliefern - meint er: "Komm schon, Tamar. Sei doch mal ehrlich. Du hast doch meinen Trick durchschaut. Ich war lediglich großzügig. Ich habe dir einen Grund geliefert, dich mir hinzugeben." (S. 207) Genauso arrogant redet er den ganzen Roman hindurch.
Als es hieß, Bartle wäre auf See gefallen und Tamar würde sich endlich mit seinem Tod abfinden, dachte ich noch, es wäre ein Pluspunkt für die Autorin, daß sie, entgegen sonstigen Schnulzengewohnheiten, diesen Fiesling nicht mehr zurückkehren läßt. Wer hätte schon gedacht, daß der Arme erst 16 Jahre als Galeerensklave paddeln muß, bis er wieder nach Hause kommen darf? Ein sehr armseliger Lösungsversuch für Tamars Probleme...
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Hexenwahn
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Wenn man gerade mitten im Roman ist, beschleicht einen auf einmal das Gefühl, daß Tamar, Bartle, Richard und wie sie alle heißen, nur Randerscheinungen sind und das eigentliche Thema die Hexenverfolgungen sind. Die Passagen, in denen es um Hexen geht, sind denn auch die einzigen, die recht lebhaft und anschaulich erzählt werden.
Ein wenig irritiert war ich durch den sehr überzogenen Aberglauben. Selbst wenn es damals wirklich so zugegangen ist, so wirkt das auf den modernen Leser doch sehr unglaubhaft und übertrieben. In allem und jedem wird ein Werk des Teufels vermutet, als ob die Leute damals an nichts anderes gedacht hätten. Am Anfang hat man wenigstens ein bißchen Angst um die Hauptpersonen, doch am Ende nervt es eigentlich nur noch, weil dauernd darauf herumgeritten wird. Haramis. Und vor allem werden ständig die "Jugendsünden" der Protagonisten wieder wachgerüttelt. Alle paar Seiten wird dem Leser unter die Nase gerieben, daß Tamar vom Teufel abstammt. Sogar ihre beste Freundin stirbt am Ende, weil man sie dafür bestraft, daß sie Jahre vorher mit ihrem späteren Ehemann geschlafen hat.
Ich habe schon einige Filme über die Inquisition gesehen und da ich mich seit mehreren Jahren mit den Templern beschäftige, habe ich auch einiges darüber gelesen. Deshalb möchte ich auf keinen Fall sagen, daß hier etwas FALSCH dargestellt wurde, eher ZUVIEL. Die Autorin hat mehr oder weniger geschickt die grausamen Szenen auf eine erträgliche Art beschrieben, doch stört es einfach, daß praktisch auf jeder Seite davon die Rede ist. Es scheint, als ob Victoria Holt von ganzem Herzen eine Feindin der Inquisition ist und mit jedem Satz in diesem Roman auch darauf hinweisen will. Alles, was sie damit bei mir erreicht hat, war ein gewisser Grad an Genervtheit und Langeweile.
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Zur Autorin
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Die Autorin ist auf dem Cover angegeben mit "Jean Plaidy". Hierbei handelt es sich um ein Pseudonym von Victoria Holt.
Holt, die auch unter dem Namen "Philippa Carr" schrieb, wurde 1906 in London geboren. Ihr richtiger Name lautet Eleanor Alice Burford Hibberts (Kein Wunder, daß sie den geändert hat *g*).
In meinem Buch steht, daß sie 1989 den Golden Treasure Award "für ihr umfangreiches Romanwerk" erhielt.
Ein weiterer Roman, der hier genannt wird, ist "Die Rache der Pharaonen", und ist zufällig auch der einzige Roman von ihr, den ich außer "In einer dunklen Zeit" noch besitze. Es wird sich allerdings noch rausstellen müssen, ob dieses Buch genauso schlecht ist, denn ich bin bisher noch nicht dazugekommen, es zu lesen.
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Großdruck? Oder eher Falschdruck?
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Eine Sache muß ich unbedingt noch anmerken, weil sie das Lesen - abgesehen von dem schrecklichen Inhalt - noch zusätzlich erschwert hat. Das Buch wurde im Großdruck veröffentlicht, vorne steht sogar noch etwas von "leserfreundlichem Großdruck", doch das ist wohl eine Fehleinschätzung. Natürlich liest es sich leichter, wenn die Buchstaben größer gedruckt sind, nur sollten es dann eben auch die richtigen Buchstaben sein. Es ist keineswegs übertrieben, wenn ich sage, daß man auf jeder Seite mindestens zwei Fehler findet.
Vor kurzem habe ich eines meiner Bücher eingescannt und das Textprogramm konnte einige Wörter nicht erkennen und hat andere Buchstaben dafür eingesetzt, meistens für's Ö, oder statt "m" "rn" geschrieben und solche Mätzchen. In diesem Roman hier ist es genauso. Tamars Freundin z.B. heißt Annis, und man findet im ganzen Buch diverse Varianten wie "Amris" oder gar "Arms". Jedenfalls scheint es so, als hätte der Roman nie einen Lektor gesehen. Dafür, daß es immerhin im Heyne-Verlag erschienen ist, wurde es doch sehr nachlässig verarbeitet und hätte in dieser Form eigentlich gar nicht gedruckt werden dürfen, denn manche Fehler tun richtig weh. Meinen Lesespaß haben diese Fehler jedenfalls sehr getrübt, weil man alle paar Zeilen einfach hängenblieb und der Lesefluß gehörig ins Stocken kam.
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Zum Buch
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Da der Roman im Großdruck erschienen ist, hat er wohl etwas mehr Seiten als normal, 416, um genau zu sein. Geschrieben wurde er bereits 1972. Meine Ausgabe stammt allerdings von 1997 und dürfte in der Zwischenzeit vielleicht sogar schon wieder neu aufgelegt worden sein. Der Originaltitel lautet "Daughter of Satan" und trifft die Aussage des Buches weit besser als der nichtssagende deutsche Titel. Die ISBN meiner Ausgabe lautet: 3-453-12428-6, der Preis ist mit 12,90 DM angegeben.
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FAZIT
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Normalerweise lese ich gerne historische Romane, und dank Autoren wie Philipp Vandenberg werde ich diesem Genre wohl auch weiterhin treu bleiben. Victoria Holt dagegen werde ich in Zukunft lieber meiden. "Die Rache der Pharaonen" steht noch im Regal, aber weitere werden sicher nicht mehr dazukommen. Was ich bisher gelesen habe, fand ich einfach schlecht. Der Inhalt des Romans war langweilig und hat überhaupt keine bleibenden Spuren hinterlassen. Die schlechte Aufmachung des Buches hat mir dann noch den Rest gegeben.
Wenn ich mich über Hexenverfolgungen informieren will, dann kaufe ich mir lieber ein Sachbuch, damit bin ich sicherlich besser dran als mit diesem drittklassigen Roman. Jemand schrieb mir mal, ich würde zu hohe Ansprüche an Romane stellen, aber ich denke, wenn ich schon Geld dafür ausgeben muß, dann kann ich auch eine entsprechende Gegenleistung erwarten - oder zumindest ein Buch, das wenigstens Korrektur gelesen wurde...
Danke für's Lesen.
Eure Haramis. weiterlesen schließen -
Thomas Harris - Hannibal
08.03.2003, 11:52 Uhr von
Chantal3
Hallo, ich bin mittlerweile 17 Jahre alt und gehe in die 11. Klasse eines Gymnasiums. Ich schreib...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Nein
Hallo alle miteinander,
Auf dieses Buch kam ich durch seinen Vorgänger, das Schweigen der Lämmer. Mir gefiel dieses Buch sehr und ich erhoffte mir auch dieses Mal ein gutes und spannendes Buch.
Die Vorgeschichte (Schweigen der Lämmer):
Lector, ein Psychologe, ist ein hochintelligenter, jedoch auch geistig kranke Mensch, denn der ist ein Kannibale. Er hat schon einige Menschen auf schreckliche Weise umgebracht und danach aufgegessen. Er ist den meisten Psychologen, oder Polizisten , die ihn ausfragen wollen überlegen, oder macht sich über sie lustig. Auch über Clarice Starling, eine junge angehende FBI Agentin, die einem Serienmörder hinter her ist. Doch bald findet er Gefallen an ihr und hilft ihr bei der Spur nach dem Serienmörder, dessen Namen er kennt. Doch bevor dieser gefangen wird, entkommt Lector der Polizei
Bei Hannibal war mir klar, dass es etwas schockender werden würde, als das andere Buch, da auch der Kinofilm ab 18 war. Auf dem Umschlag stand jedoch ein Zitat von Stephen King, der dieses Buch besser fand als seinen Vorgänger...
Die Handlung:
Für Clarice Starling konnte die Karriere nicht besser beginnen. Doch mit ihrem Triumph hat sie sich auch Feinde bei dem Justizministerium gemacht: besonders Krendler hat etwas gegen Starling. Doch ihre Karriere, 7 Jahre nachdem sie den Erfolg hatte, ging nur noch bergabwärts. Doch das größte Unglück passiert bei einer Razzia. Clarice erschießt eine Drogendealerin, die ihr Baby auf dem Arm hat. In den Zeitungen wird die ganze Vorfall hochgespielt und falsch dargestellt. Das Justizministerium und das FBI wolle Starling entlassen, um ihre eigene Haut zu retten.
Doch Starling wird wieder auf den Fall Lector angesetzt. Sie besucht dabei ein Opfer Des Doktors Mason Verger, ein Multimillionär. Lector schnitt Verger das Gesicht in Teile und verfütterte diese an Hunde. Er kann nur noch im Bett liegen, wird von einer Atemmaschine am Leben gehalten und er hat einen furchtbaren Hass auf Lector. Von diesem ist aber wieder in Zeichen aufgetaucht. Verger hat eine Röntgenaufnahme von Lectors Hand (Lector hatte früher 6 Finger an einer Hand) aus dieser hervorgeht, dass er seinen überflüssigen Finger hat entfernen lassen.
Zur gleichen Zeit in Florenz. Lector liebt diese Stadt, das Gefühl von Freiheit und hält unter dem Namen Dr. Fell Vorträge. Doch der italienische Polizist Pazzi ist aber schon auf ihn aufmerksam geworden. Nach einigen Recherchen stößt er auf Veger, der ein Kopfgeld auf den Doktor ausgesetzt hat. Doch Pazzis erste Versuche scheitern kläglich. Er bekommt aber bald durch Berufskiller Verstärkung, die ebenfalls auf Vegers Rechnung gehen, denn dieser möchte seinen Plan unbedingt verwirklichen: er möchte Lector lebendig an Schweine verfüttern! Doch der Doktor macht ihm wieder einen Strich durch die Rechnung, in dem er Pazzi und einen der Killer tötet. Er kann aus Italien fliehen und kehrt zurück nach USA, mit einem sehr abgedrehten Plan: wenn sich das Universum zusammenzieht kehrt die Zeit auch noch mal zurück (so in etwa). Das würde bedeuten, dass er seine geliebte, aber bereits verdaute Schwester Mischa zurückholen könnte und der beste Platz ist der Platz von Starling...
Diese steckt aber in sehr großen Schwierigkeiten: Krendler, der mit Veger unter einer Decke steckt, ist dabei ihr Leben zu ruinieren, indem er ihr anhängt, Lector geholfen zu haben. Sie wird suspendiert, doch sie gibt nicht auf, denn sie kapiert schnell, dass Veger es auf Lector abgesehen hat.
Meine Meinung:
Um den Eindruck, den ich von dem Buch habe, besser beschreiben zu können, vergleiche ich es mit seinem Vorgänger. Das Schweigen der Lämmer war sehr gut durchdacht und auch sehr spannend geschrieben. Es gab zwar einige Stellen, bei denen man sich wünscht, das es sie nicht gibt, aber im Großen und Ganzen ein super Buch, dass aber auch noch intelligent geschrieben ist (das war glaub ich, dass Psychogerede).
Hannibal ist doch sehr anders, was ja auch nicht immer schlimm sein muss. Wie oben beschrieben ist die Handlung und der Aufbau ganz anders. Dieses Buch ist in einige große Kapitel eingeteilt:
I Washington D.C.
II Florenz
III Auf zur neuen Welt
!V Denkwürdige Augenblicke im Kalender des Grauens
V Ein Pfund Fleisch
VI Ein scharfer Löffel
Im Gegensatz zum vorherigen Buch, gibt es drei Hauptfiguren: Veger, Dr. Lector und Clarice. Man wird in das jeweilige Denken und Handeln mit einbezogen, besonders bei Hannibal Lector, der einen netterweise immer mit in seinen Gedächtnispalasts mitnimmt. Davon kann ich nicht viel sagen, denn ich habe diese kurzen Stellen meistens überlesen, da sie sehr langweilig sind. Dr. Lector hat sich auch sehr verändert: um so geniereicher er vorher war, umso verrückter wird er jetzt. Man sieht ihn als ein mordendes Monster, dass unbedingt seine Schwester zurückhaben will. Die Spannung ist auch sehr zurückgekurbelt, dafür ist aber die Brutalität eingesprungen. Es ist nichts besonders ekelhaftes, aber der ein oder andere Schocker kann für manche Leute doch dabei sein.
Auch von dem intelligenten und gut gegliederten Schreibstil ist nichts mehr übriggeblieben, alles kommt etwas unerwartet und ist auch an einigen Stellen schlicht und einfach lächerlich. In dem ganzen Buch kommt kaum etwas neues vor, lediglich die Teile D.C. und Florenz sind lesbar. Doch sonst wiederholt sich die Handlung (innerhalb des Buches). Das Ende ist aber die Krönung des Lächerlichsten. Ich frag mich, ob das nur ein Gag sein soll, oder ob Thomas Harris, der Schriftsteller, noch ganz richtig im Kopf ist. Wenn man das Buch liest, hofft man die ganze Zeit auf eine Steigerung, doch diese kommt leider nicht – es tritt eher das Gegenteil ein! Trotz der Dickes des Buches kommt es einem nicht so vor, dass das Buch so viele Seiten hat, da es einfach inhaltslos ist!
Diesem Buch hat alles gefehlt!
Fazit: 2 Wörter: Nie lesen!
Hier noch ein paar Infos über den Autor: Thomas Harris ist Amerikaner und begann als Gerichtsreporter zu arbeiten und war später auch Redakteur der Associal Press in New York.
Die Ausgabe, die ich habe, erschien im Hoffmann und Campe verlag, ist gebunden und kostet um die 15 Euro. Und 525 Seiten dick. weiterlesen schließen -
Aldous Huxley - Schöne neue Welt - Utopia in der Zukunft
Pro:
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Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
1. Zum dem Buch
2. Der Autor - Aldous Huxley
3. Charaktere
4. Der Inhalt
5. Interpretation
6. Eigene Meinung
1. Zu dem Buch:
Das Taschenbuch “Schöne neue Welt” ist ein Roman, der 252 Seiten beinhaltet und in 18 Kapiteln aufgegliedert ist. Das Buch ist vom Fischer Taschenbuch Verlag und kostet 7,90 eu oder 15,90 DM.
2. Zu dem Autor:
Aldous Huxley ist am 26.07.1894 in Godalming, England geboren und am 29.11.1963 gestorben.
Huxley gehörte einer angesehenen Gelehrtenfamilie an, besuchte das berühmte Jungeninternat in Eton und Biologe und Arzt werden. Durch eine schwere Augenerkrankung, die fast zur Erblindung führte, setzte sich Huxley notgedrungen ein anderes Studienziel. 1915 schloss er schließlich sein Studium der Anglistik am Balliol College in Oxford erfolgreich ab.
1932 erschien der in nur vier Monaten verfasste Roman „Schöne neue Welt“, der Huxley populär machte. Huxley ließ sich 1937 mit seiner Frau in Kalifornien nieder.1955 starb Huxleys Frau, 1956 heiratete er die Film-Cutterin Laura Archera.
Inhalt des Buches:
3. Wer spielt mit:
Die Menschen dort sind in Kasten gegliedert. Alpha - Epsilon -> Alpha = intelligent
Sigmund Marx: Er ist ein "Alpha Plus" (Mustermensch) und arbeitet als Psychologe.Äußerlich schaut er aber aus wie ein "Epsilon" (niederer Mensch), weil Alkohol in sein "Blutsurrogat" (Erbinformation)gelaufen ist
Michael (Der Wilde):
Er ist der Sohn einer Beta namens Filines. Er ist mit seiner Mutter in einem Wildreservat aufgewachsen
Lenina Braum:
19 –jährige Betafrau und ist liiert mit Henry Päppler und nimmt viel "Soma" ( = eine Nervendroge)
Der Bund ( Brut- und Normdirektor) Aufsichtsperson in der Brut und Normzentrale in Berlin
4. Was passiert:
Das Buch spielt in der Zeit 632 nach Ford dem Herrn. Die Zeitrechnung beginnt ab dem Zeitpunkt, als Henry Ford das erste T-Modell am Fließband herstellen lies.
Der Brut und Normdirektor führt eine Gruppe junger Studenten durch die Normzentrale um ihnen ihre zukünftige Arbeit näherzubringen. Bei diesem Rundgang kommt die Gruppe auch an verschiedenen Stationen vorbei wie zum Beispiel im Embryonendepot wo Embryos bis zur weiteren Verarbeitung gelagert werden.Der Bund erklärt das "Bokanowskyverfahren" mit dem man aus einem Ei mehrere Eier herstellen kann.Es ist dem Menschen also möglich beliebig viel Kloone herzustellen.Denn für die genormte Bevölkerung ist Vater und Mutter sowie Greisentum asozial. Bis zur "Entkorkung", der Entnahme des Embryos aus der Flasche , werden die Embryos noch speziell behandelt um ihre Fähigkeiten als Arbeiter festzulegen. Im Anschluss daran geht die Gruppe in den Normungssaal in dem Kinder durch Schocktherapien und Schlafschulen erzogen werden.
Lenina wird in der Frauengarderobe oftmals gedrängt mit Henry Päppler auszugehen. Denn in dieser Zeit ist es nicht üblich sich mit einem Mann lange zu binden!
Jedoch möchte Lenina lieber mit Sigmund zusammen sein! Wie sollte es anderes sein, gegen den Willen ihrer Freundinnen entscheidet sich Lenina dazu mit Sigmund auszugehen.
Plötzlich überrumpelt Sigmund sie mit der Frage, ob sie mit ihm verreisen würde nach Neumexico in ein Wildreservat. Lenina willigte ein was Henry nicht sofort erwartet hatte. Jedoch brauchte mann eine Erlaubnis vom BUND!
Als Sigmund im Büro vom Brut- und Normdirektor steht und ihm die Situation schildert unterschreibt der Bund den Erlaubnisschein überraschend schnell!
Wobei er Sigmund noch mitteilte, dass er auch schon mal in diesem Reservat war und dort seine geliebte Frau verlor.
Als dann alle Reisevorbereitungen abgeschlossen waren, wurde das Pärchen in eine Schutzhütte des Reservats untergebracht.
Dieses Reservat ist ein Landstrich in dem noch immer “ Wilde Leute” leben. Solche Leute die noch immer die Geburt normal ausführen. Diese Reservation ist von einem riesen Zaun umgeben um all diese Leute von der restlichen Welt zu schützen.
Auf dem Weg zum Pueblo, einer kleinen Siedlung, bemerken sie erst in welchem Dreck diese Leute leben müssen. An den Straßenrändern ist überall Schmutz, Abfall und alte Frauen die ihre Kinder säugen.
Lenina ist geschockt wie es hier in diesem Reservat zugeht und welche asozialen Verhältnisse hier herrschen.
Sie werden gebeten sich ein Fest anzuschauen.
An dieser Feier muss ein Jüngling um Schlangen tanzen und wird dabei bis zum zusammenbrechen ausgepeitscht. Als Lenina dies alles sieht ist sie entsetzt von all diesem Schrecken.
Doch plötzlich erscheint hinter ihnen ein Mann aus der Dunkelheit. Er erzählte von seiner Geschichte hier, dass er hier nie akzeptiert wurde, da seine Mutter aus der zivilisierten Welt komme. Er erklärte ihnen, dass vor vielen Jahren, als er noch nicht einmal auf der Welt war sein Vater mit seiner Mutter hier eine Reise unternahm. Da seine Mutter schwanger war und dies etwas verwerfliches in der zivilisierten Welt war, lies er sie in dem Reservat zurück.
Sigmund schreckte auf, denn er erkannte das dieser Mann der BUND war, der angeblich seine geliebte Frau verloren hatten.
Der junge Mann (Michael) nahm die beiden mit zu sich nach hause um sie mit ihrer Mutter bekannt zu machen. Als diese dann vor der Tür standen öffnete eine hässliche, alte und dicke Frau die Türe.
Filine, die Mutter erzählte wie auch ihr es hier ergangen ist und brach dabei in Tränen aus.
Sigmund bietet beiden an sie mit nach Berlin zu begleiten in die “ zivilisierte Welt”. Sie stimmten zu.
In der Brut- und Normzentrale angekommen wollte der BUND Sigmund sofort entlassen. Mit der Frage, ob er noch etwas dazu sagen möchte holte Sigmund Michael und Filine herein. Nach dieser Blamage musste der BUND sein Amt niederlegen.
Jedoch lief alles anders als gedacht!
Die oberen Kasten wollten Michael sehen und “den Wilden” beobachten. So wurde Michael immer beliebter.
Jedoch wollte keiner etwas mit Filine zu tun haben und so brachte sie sich um mit einer Überdosis an Soma (Rauschgift).
Lenina hat sich in den wilden verliebt und möchte mit ihn nun sein Leben verbringen, doch Michael weist sie strikt zurück.
Er möchte lieber was nützliches tun. Daraufhin entschließt er sich die Welt von Soma zu befreien und wirft in der Zentrale den ganzen Somavorrat aus dem Fenster. Michael wird von der Polizei verhaftet und muss daraufhin in einen Leuchtturm außerhalb der Stadt ziehen. Jedoch verfolgen die Reporter Michael sogar bis zu seinem Leuchtturm. Das tragische Ende war vorauszusehen, denn Michael erhängte sich in seinem Leuchtturm da er dem Druck nicht mehr standhalten konnte.
5. Was will uns der Autor damit sagen:
Huxley möchte mit seinem Buch den Wahlkampfspruch, Gemeinschaftlichkeit, Einheitlichkeit, Beständigkeit näher erläutern.
Er will die Probleme zeigen die bei so einem Kastenwesen auftreten.
Er beschreibt in diesem Roman das die in Flaschen erzeugten Menschen durch die Normung kein Mitleid empfinden, das sie der Liebe nicht fähig sind und das ihnen alles gleichgütig erscheint. Huxley zeigt aber auch das alle in dem Roman unter Depressionen leiden und unglücklich sind, deswegen nehmen sie Soma.
Der Autor zeigt was mit Leuten passiert die sich nicht einfügen wollen. (der verzweifelte Michael)
6. Mein Senf zu dem Buch:
Meiner Meinung nach ist das Buch ein sehr interessantes Buch in das man sich gut hineindenken kann. Jedoch gibt es einige Schwierigkeiten am Anfang der Lektüre durch die häufigen Fachausdrücke wie zum Beispiel: Bokanowskyverfahren. Denn wer sich in dieser Materie nicht gut genug auskennt ist nicht sofort im Geschehen, sonder wird erst später in die Handlung einbezogen. Ich kann es jedoch nur weiter empfehlen denn dies ist eine sehr ausführlich beschriebene Utopie! Wenn man erst einmal in der Mitte des Buch angekommen ist, ist es schwer das Buch wieder weg zu legen!
Mit freundlichen Grüßen Euer Staat weiterlesen schließen -
Hickam, Homer: Rocket Boys "Tüfteltypen mit Erfindergeist"
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Zum Ausgleich zu den von mir bevorzugten Kriminalromanen brauche ich Lektüre völlig anderer Art. So hat mich vor langer Zeit eine Rezension dazu bewegt, mir dieses Buch von Homer H. Hickam jr., genannt „Sonny“, zuzulegen. Lange fristete es sein Dasein im Bücherregal – Leider, muss man im Nachhinein sagen.
Denn Sonny Hickam schreibt hier über seine Jugendzeit und zeichnet seinen in die Realität umgesetzten Traum nach. Er lebt mit seinen Eltern und einem älteren Bruder in Coalwood, im südlichen West-Virginia. Hinter Coalwood verbirgt sich eine Ortschaft, die direkt dort errichtet wurde, wo der Steinkohlebergbau florierte. Jeder Mann im Ort arbeitete für die Bergbaugesellschaft, die den Familien das Wohnen und Leben im Ort ermöglichte. Sonnys Vater ist im Laufe der Zeit zum Zechenleiter aufgestiegen, ordnete alles seiner Arbeit unter und ließ sich auch von einer arbeitsbedingten Lungenkrankheit nicht ins Bockshorn jagen. Jim, Sonnys älterer Bruder, war Vaters ganzer Stolz, da er ein As im Football war. Mutter Elsie war der „Friedensrichter“ im Haus und verwaltete auch die Finanzen. So verlebte Sonny seine Jugendzeit im Kreise seiner Freunde Roy Lee, Sherman und O’Dell bis zum Herbst 1957....
Denn am 05.10.1957 änderte sich vieles. „Sputnik“ wurde von den Russen ins All geschossen und die verschiedensten Befürchtungen über einen bevorstehenden Krieg wurden im Landkreis laut. Schlimmer war allerdings, dass die eigene Nation in der Technologie (noch) hinterherhinkte. Fortan interessierte sich Sonny für die Geschehnisse um die Raumfahrt. Als „Sputnik II“ mit der Hündin Leika die Erde umkreiste, war für ihn klar, dass er Raketen bauen wollte. Mit dem Segen seiner Mutter („Spreng Dich nicht in die Luft“) versammelte er seine Freunde und umgehend wurde aus alten Böllern eine erster Flugkörper gebastelt und gleich an Mutters Rosengartenzaun ausprobiert. Die spontane Intelligenz der Vier sorgte jedoch vorerst nur für den Flug des Zaunes.....
Entmutigt von dem Experiment erwartete Sonny die Strafe seiner Mutter. Doch sie empfahl ihm alles daranzusetzen, dass es mit dem Raketenbau klappt, da es eine Chance für ihn wäre, dem Kohle-Städtchen zu entkommen. Trotz der ermutigen Worte folgte ein weiterer Tiefschlag. Nicht nur, dass die Jungs im Ort jetzt als „Knallfrösche“ verschrien waren, nein auch seine Freunde wandten sich von ihm und seinen Vorstellungen ab. Bestärkt in der Weiterführung seiner Idee wurde er von dem missglückten Vanguard-Projekt der USA, das nach nur einem Meter Flug scheiterte. So suchte sich Sonny in dem Klassenstreber Quentin einen neuen Verbündeten und folgt seinem Traum, einmal an der Seite seines Idols Wernher von Braun zu arbeiten.
Nachdem die US-Army in 1958 dann erfolgreich den Explorer-Satelliten ins Weltall schoss, waren aber auch Sonnys Freunde wieder Feuer und Flamme von diesem Thema und schlossen sich den beiden wieder an. Umgehend gründeten die Fünf einen eigenen Raketenverein. So tüftelten und bastelten sie an Raketenkörpern und Antriebstechniken. Rückschläge aufgrund mangelndes Wissens (woher auch zur damaligen Zeit) konnten sie nicht mehr beirren und ließen die Arbeitsintensität höchstens steigen. Freundliche Helfer fanden sie in den Bewohnern des Ortes, besonders in den Werkzeugschlossern der Kohlemine, die ihnen vor allem beim Bau einzelner Raketenteile halfen – natürlich sehr zum Leidwesen von Sonnys Vater.
Mit Unterstützung der Chemielehrerin, die Sonny auch ein Buch über die Grundlagen von Lenkflugkörpern schenkte, schaffte der Verein es sogar, dass Teile des notwendigen Wissens (vor allem mathematischer Natur) in der Schule als Sonderkurs gelehrt wurden. Die begrenzten Plätze wurden ausgeschrieben und überraschenderweise war die Zahl der Bewerber höher. Aufgrund der schlechteren Noten blieb nun ausgerechnet Sonny auf der Strecke....
Wie der Verein nicht nur mit diesem Tiefschlag fertig wurde sondern auch weitere Widerstände umschiffte erfahrt Ihr, wenn Ihr dieses tolle Buch lest.
Meinung:
Sicher, das Buch ist sehr amerikanisch, aber auch sehr lesenswert. Hickam schreibt mit sehr viel Liebe zum Detail in der Ich-Form über seine Teenager-Zeit. Er vermittelt dem Leser so das Leben in solch einer Retortenstadt wie Coalwood sehr authentisch. Somit auch den Versuch der Jungen, aus diesem Milieu auszubrechen, um eben nicht als Arbeiter der Minengesellschaft, sei es Über- oder Unter-Tage, zu enden.
Man möchte meinen, dass so eine Story keine Spannung erzeugen kann. Weit gefehlt. Hickam hat nicht nur einen sehr lebendigen Schreibstil, er baute auch viel Witz, Selbstironie und Augenzwinkern mit in den Text ein. Die Neugierde beim Lesen ist sehr hoch und wächst, da man erfahren will, wie die Tüfteltypen ihre eigenen Ziele erreichen und welche abenteuerlichen Mischungen aus Schwefel, Zucker, Klebstoff oder Zinkstaub als Treibstoffgemisch herhalten. Kurzum, ich habe dieses Buch regelrecht verschlungen und es schneller ausgelesen als so manchen Krimi-Thriller. Mit dem Highschool-Abschluss von Hickam endet leider das Lesevergnügen. Die weiteren Lebensläufe sind im Epilog zusammengefasst.
Das Werk überfordert den Leser auch nicht mit den wenigen Erklärungen technischer und mathematischer zusammenhänge. Diese sind so gestaltet, dass sie durchaus lehrreich wirken und zur Eigeninitiative aufrufen. Lernen kann man vieles, man muss dafür nicht volljährig oder hochbegabt sein, nur wollen muss man.... Fazit: unbedingt lesen
Autor/Buch:
Jetzt noch mehr über den Autoren zu verraten, hieße auch das Finale des Buches preiszugeben. Also verzeiht mir diese „Nichtinformation“. Jedenfalls ist das Buch „Rocket Boys“ nur ein Teil der Biografie von Hickam. Insgesamt hat er über seinen Lebensweg drei Bücher geschrieben. Allerdings sind die anderen Werke der Coalwood-Trilogie („Sky of Stone“ und „The Coalwood Way“) nicht in einer deutschen Übersetzung erhältlich. Auch andere Erzählungen Hickams gibt es nur im Original.
Das Buch ist 1998 unter dem Titel „October Sky“ auch verfilmt worden. Aus den Internetseiten des Autors ist zu entnehmen, dass hier u.a. verschiedene Personen zu Einer verschmolzen wurden. Dies nur als Hinweis.
Für glatte 10 Euro erhält man (unter der ISBN-Nr. 3-423-20494-X) 438 Seiten vergnüglichen Lesespaß. In der deutschen Übersetzung hat der Deutsche Taschenbuch Verlag das Werk aufgelegt.
Tipp:
Nach dem Lesen empfiehlt sich ein Besuch auf des Autoren Homepage (www.homerhickam.com), um dort die Bilder aus der Epoche und zum Buch zu genießen....
Viele Grüße
denali weiterlesen schließen -
Hesse - Lektüre für Minuten; Literatur zwischen Suppe und Kartoffeln
14.02.2003, 16:23 Uhr von
JustOliver
Momentan fast nur bei Trivago. Super interessant, schaut doch mal vorbei!!!Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Heute oute ichmich mal als Fan Hermann Hesses. Er ist mein absoluter Lieblingsschriftsteller. Da ich inzwischen alle seine Werke gelesen habe und viele davon nicht nur einmal, möchte ich heute mal missionarisch tätig werden und versuchen andere Leute für ihn zu interessieren. Und wie könnte man das besser, als mit einer Sprüchesammlung aus seien Werken.
DER AUTOR
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Hermann Hesse darf wohl mit recht zu den bedeutendsten deutschen Schrftstellen gezählt werden. Mit ‚Der Steppenwolf’ hat er ein Buch geschrieben, in dem er es wie kein zweiter verstanden hat, die Gefühle und Verhaltensweisen einer Generation darzustellen. Dies ist wohl auch das Buch, das jedem zuerst einfällt, wenn man von Hermann Hesse spricht.
Geboren wurde Hesse im Jahr 1877 in Calw. Nach der mittleren Reife macht er eine Lehre als Turmuhrenmechaniker. Nach der Vollendung dieser Lehrer fängt er 1895 eine zweite Lehre als Buchhändler in Tübingen an. Bereits hier entstehen erst literarische Versuche. Bis 1903 arbeitet er weiter als Buchhändler, ehe ihm im Jahre 1904, in dem er auch heiratet, der Durchbruch mit ‚Peter Camenzid’ gelingt.Von großer Bedeutung für seine weiteren Werke ist die Reise, die ihn 1911 nach Ceylon und Sumatra, wo er mit dem Buddhismus in Kontakt kommt. Dies ist für das Verständnis vieler seiner weiteren Werk von grundlegender Bedeutung.
Nach dem Weltkrieg bemühtsich Hesse um die schweizerische Staatsbürgerschaft, die ihm 1923 gewährt wird. In diesem Jahr trennt sich Hesse auch von seiner inzwischen geisteskranken Frau. 1927 veröffentlich er wohl eines seiner berühmtesten Werke, ‚Der Steppenwolf’.
In der Zeit des Nationalsozialismus dient der inzwischen in Bern wohnende Hesse als Anlaufstelle für viele flüchtende Schriftsteller. 1946 erhält er den Literaturnobelpreis und im Jahre 1962 stirbt Hermann Hesse.
DAS BUCH
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Das Buch ist der erste Teil einer Sprüchesammlung. Wer sich intensiv mit Hermann Hesse auseinander gesetzt hat, weiß, dass Hesse sehr nachdenklich und teilweise philosophisch schrieb. Vielfach verarbeitete er persönliche Erfahrungen, was dazu geführt hat, dass viele Textstellen, den Leser in bestimmten Lebenssituationen auf besondere Art und Weise berühren. Sei es, dass sie ihm Kraft geben, sei es, dass sie ihn zum Nachdenken anregen, sei es, dass sie ihm zeigen, dass er mit seinen Problemen nicht allein ist. Für mich sind Hesses Schriften immer noch aktuell.
Die ‚Lektüre für Minuten’ umfasst daher eine Sprüchesammlung, in der die zehtralsten Sprüche aus den Werken Hesses zusammengetragen werden und nach Themen wie
- Politisches,
- Gesellschaft
- Bildung
- Religion
- Wissen
- Lesen
- Wirklichkeit und Imagination
- Kunst
- Humor
- Glück
- Liebe
- Tod
- Jugend und Alter
Sortiert.
Das Buch eigent sich hierbei für unterschiedlichste Zwecke. Wer gerne liest, jedoch vielleicht nicht immer die Zeit für ausgiebige Bücher hat, kann hier mal zwischendurch ein paar Seiten lesen, da die Passagen teils auch durchaus etwas länger sind. Aber auch, wer vielleicht mal einen netten Spruch zu dem Geburtstag eines Freundes oder einer Hochzeit sucht, wird hier schnell fündig.
LESEPROBEN
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Zum Thema Politik:
„Jeder Mensch ist etwas Persönliches und Einmaliges, und an Stelle des persönlichen Gewissens ein kollektives setzen zu wollen, das heißt schin Vergewaltigung und ist der erste Schritt zu allem Totalitären.“
Zum Thema Humor:
„Tragik und Humor sind ja keine Gegensätze oder sind vielmehr nur darum Gegensätze, weil die eine den anderen so unerbitterlich fordert.“
Zum Thema Glück:
„Das ist das Herrliche an jeder Freude, dass sie unverdient kommt und niemals käuflich ist.“
Zum Thema Liebe:
„Den Sinn erhält das Leben einzig durch die Liebe. Das heißt: je mehr wir lieben und uns hinzugeben fähig sind, desto sinnvoller wird unser Leben.“
FAZIT
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Das Buch ist einfach schön. Selbst das Blättern in dem Buch hat mir jetzt schon wieder Spaß gemacht. Es ist schön, ein wenig über die Sprüche zu grübeln und die Sprüche auf sich wirken zu lassen. Und die Sprüche sind vielfältig verwendbar. Ür sich selbst oder aber für Freunde und Bekannte, denen man mal auf etwas andere Weise etwas sagen möchte.
ISBN-Nr.: 3-518-36507-X
Preis: Hab damals 15,- DM für das Taschenbuch bezahlt weiterlesen schließenKommentare & Bewertungen
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Michel Houellebecq: Ausweitung der Kampfzone. Die Macht der Depressionen.
08.02.2003, 18:54 Uhr von
sugips
Ich bin Wiener und Wahlneusiedler im Burgenland. Hier lebe ich mit meinem Liebstling, 1 bis drei ...Pro:
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Kontra:
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Empfehlung:
Ja
Ein erstaunliches Buch. Nicht dick, nicht zu dünn. Düster Pessimistisch, teilweise aber auch lustig – auf zumindest fünf Seiten und macht nachdenklich, lang.
Die Fakten sind ja noch einfach:
Der Autor
Michel Houellebecq: Ausweitung der Kampfzone. Roman. Aus dem Französischen. 170 Seiten. Rororo 1994 Euro 7,50. Der Autor wurde 1958 geboren, arbeitete als Ingenieur und Informatiker und veröffentlichte vor diesem Roman zwei Gedichtbände und Essays.
Jetzt zitiere ich aus lyrikwelt.de, der Vollständigkeit halber.
Michel Houellebecq: *1958 auf Reunion, lebt und arbeitet in der Grafschaft Cork/Irland.
Stationen u.a.: Kommt mit sechs Jahren zur Großmutter nach Paris. Kommt nicht zum Militär, weil er morphiumsüchtig ist. 1980 Abschluß seiner Ausbildung zum Agrartechniker. Erste Heirat. Ein Sohn. 1991 Arbeit als Computertechniker.1998 zweite Heirat. 1999 Übersiedlung von Paris nach Dublin. 2002 längerer Aufenthalt in Berlin.
Arbeitsgebiete: Gedicht, Erzählung, Essay, Roman
Auszeichnungen/Ehrungen/Preise (Auswahl): Tristan-Tzara-Preis (1992). Grand Prix National des Lettres. Prix Novembre (1998). Impac-Literaturpreis, Irland (2002).
Veröffentlichungen (Auswahl): La poursuite du bonheur, Gedichte (1992, La Différence-Verlag). L'Extension du Domaine de la Lutte/Ausweitung der Kampfzone, Erz. (1994, Wagenbach - Übertragung Leopold Federmair). Elementarteilchen, Roman (1998, DuMont - Übertragung Uli Wittmann). Die Welt als Supermarkt, Essays (1998, DuMont - Übertragung Hella Faust). Interventionen, Essays (DuMont). Suche nach Glück, Gedichte (2000, DuMont). Lanzarote, Erz. 2-bändig (2000, DuMont - Übertragung Hinrich Schmidt-Henkel). Der Sinn des Kampfes, Gedichte (2001, DuMont - Übertragung Hinrich Schmidt-Henkel). Wiedergeburt, Gedichte (2001, DuMont). Plateforme/Plattform, Roman (2001/2002, DuMont). Gegen die Welt, gegen das Leben. H.P.Lovecraft (2002, DuMont - Übertragung Ronald Vouillé).
Ende des Zitats.
Mittlerweile ist er gerade noch oder gerade nicht mehr einer der meistbesprochenen, meist gehassten, gelobten und verrissenen ‚Kult’-Autoren des ausgehenden 20. Jahrhunderts.
Der Inhalt
Ein gerade 30 gewordener Informatiker schildert als Ich-Erzähler ein kurzes Stück seines Lebens – etwa von November bis Juni des folgenden Jahres. Seine Arbeit, die ihm wenig Spaß macht, teile seines Privatlebens. Reisen, die er mit einem Kollegen macht, um in diversen Außenstellen Mitarbeiter des Landwirtschaftsministeriums mit einem neuen Programm vertraut zu machen. Ausschnitte seiner Erzählungen und philosophischen Betrachtungen. Den Tod seines Kollegen. Seine psychiatrische Behandlungen wegen schwerer Depressionen samt Aufenthalt in einem Sanatorium. Seine gemachten und auch wieder abgebrochenen Privatreisen. Und viele seiner Gedanken und Gefühle und Gedanken. Und die sind nicht immer schön, eigentlich meistens nicht.
Oder auch so, eher im Houellebecq-Stil: Knapp über dreißig. Single. Beruf: Informatiker. Glücklich? Nein. Das ist im Wesentlichen alles, was man über den Protagonisten und Ich-Erzähler dieses Romans vorab sagen kann. Soziales Leben hat er so gut wie keines, und wenn, dann sind es Parties im Kollegenkreis, bei denen man sich betrinkt, hinters Sofa kotzt und einer Kollegin unbeteiligt dabei zusieht, wie sie sich kurz mal auszieht. Und danach, las ihr nichts mehr einfällt, wieder anzieht. Oder er trifft sich mit einem früheren Studienkollegen, der mittlerweile Priester geworden ist. Zu sagen hat man sich nicht mehr viel, aber es ist immerhin noch ein Mensch, der sich um ihn kümmert. Frauen? Ja, gab es auch. Früher. Und nie für lange. Dieses Spiel hat er schon aufgegeben. Ganz im Gegensatz zu seinem Kollegen Tisserand. Hässlich, aber gut verdienend. Und leider noch nicht mal charmant. Chancen bei der Frauenwelt? Gleich null. Er könne es sich leisten, sich jede Woche einmal eine Hure kommen zu lassen. Aber es ärgere ihn, dass andere Männer dasselbe noch häufiger haben könnten - und nicht nur gratis, sondern auch noch mit Liebe obendrauf. Dass Tisserand sich nach einem weiteren gemeinsamen Abend mit dem Erzähler - wieder auf der Suche nach einem Mädchen - das Leben nimmt, verwundert nicht; schließlich war das, wozu er sich beinahe hätte treiben lassen, schon einen Schritt über dem Abgrund gewesen.
Leseproben:
Am Freitagabend war ich bei einem Arbeitskollegen eingeladen. Ungefähr dreißig Leute, alles mittlere Führungskräfte, fünfundzwanzig bis vierzig Jahre alt. Irgendwann begann plötzlich so eine kleine Verrückte sich auszuziehen. Erst hat sie ihr T-Shirt ausgezogen, dann den BH, dann ihren Rock, wobei sie unglaubliche Grimassen schnitt. Ein paar Sekunden lang drehte sie sich, nur mit dem Höschen bekleidet, im Kreis, und als ihr nichts mehr einfiel, begann sie sich wieder anzuziehen. Sie ist sonst ein Mädchen, das mit keinem ins Bett geht. Was das Absurde ihres Auftritts unterstreicht.
Der Schimpanse hob lebhaft die Arme zum Himmel, bevor er zu einer verzweifelten Rede ansetzte:
Von allen ökonomischen und sozialen Systemen ist der Kapitalismus zweifellos das natürlichste. Das genügt bereits, um darauf zu verweisen, dass er das schlimmsten sein muss. Hat man diesen Schluss einmal gezogen, bleibt nur noch ein einsatzfähiger und unverrückbarer Apparat von Argumenten zu entwickeln, dessen Mechanik unter Verwendung von Fakten, die nach dem Zufallsprinzip eingegeben werden, eine Vielzahl von Beweisen hervorbringt, um das vorgefasste Urteil zu bestätigen, ungefähr so, wie die Graphitstäbe eines Atomreaktors dessen Struktur festigen. Eine leichte Aufgabe, gerade recht für einen sehr jungen Affen; dennoch wäre es unverzeihlich, sie zu vernachlässigen. (....)
Der Storchenälteste antwortete mit bedächtiger, schrecklicher Stimme: Tat, twam. Asi. Kurz darauf wurde der Schimpanse von der Storchenhorde hingerichtet; er starb unter furchtbaren Schmerzen, durchstoßen und kastriert von ihren spitzen Schnäbeln. Da er die Weltordnung in Frage gestellt hatte, musste der Schimpanse sterben; das war wirklich nur allzu verständlich; wirklich, es war so.
Am Sonntagmorgen spazierte ich ein wenig im Viertel umher. Ich kaufte ein Rosinenbrötchen. Es war ein milder Tag, aber ein wenig traurig, wie oft die Sonntage in Paris; vor allem, wenn man nicht an Gott glaubt.
Ich fahre noch etwas tiefer in den Wald hinein. Auf der anderen Seite dieses Hügels, sagt die Karte, sind die Quellen der Ardèche. Das interessiert mich nicht mehr; ich fahre trotzdem weiter; alles ist jetzt einander gleich. Die Landschaft ist jetzt so sanft, so freundlich und froh, dass mir die Haut wehtut. Ich bin mitten im Abgrund. Ich spüre meine Haut wie eine Grenze; die Außenwelt ist das, was mich zermalmt. Heilloses Gefühl der Trennung; von nun an bin ich ein Gefangener in mir selbst. Die sublime Verschmelzung wird nicht stattfinden; das Lebensziel ist verfehlt. Es ist zwei Uhr nachmittags.
Und nun?
Bin sehr zwie- oder mehrspältig, fast zerrissen. Also stilistisch ist es nicht meins. Teilweise sehr knapp, journalistisch, einfach. Teilweise in Schachtelsätzen. Die Zitate aus den Erzählungen – weiß schon, der Held ist kein Literat – aber doch manchmal allzu kindlich-kindisch. Die interessanten politisch-philosophischen Betrachtungen teilweise recht komplex formuliert. Da habe ich schon viel besseres, oder bleiben wir subjektiv mir viel besser Gefallenes gelesen.
Die Story? Nebensächlich. Nix Neues über das Informatikerdasein. Keine Entwicklung, nix neues über Frankreich. Keine spannenden Beziehungen. Nichts. Bevor ihr mich noch präpotenter als Marcel nennt, ich weiß schon , darum geht es nicht.
Die Vergleiche zwischen Kapitalismus und Sexualität, die sind schon lesenswert, der Held ist nicht dumm. Überhaupt seine Betrachtungen zu Frauen: absolut nichts meins aber brutal. Ehrlich und überraschend interessant. Das lohnt schon das Buch.
Und vor allem. Alle, die mich hier und anderswo länger kennen wissen, ich kämpfe seit fast zwei Jahren selbst mit Depressionen, brauche noch immer Medikamente. Da berühren die Szenen mit Psychologen und Psychiatern und .... So wie Michel Houellebecq seine Stimmungen, seine Gefühle, seine Ohnmacht(en) beschreibt, das ist schon toll. Sein dauernd im bett bleiben wollen, nicht aus dem Haus gehen, es ei um Zigaretten, seine totale Interesselosigkeit, an Sozialem, an beruf, an Kontakten, das lässt sich beinhaft, peinlich nachvollziehen und verführte mich – fast – zum heulen. Deswegen meine Empfehlung.
Ach ja, die Kampfzone: das ist die Zone außerhalb eines Individuums, in der er Menschen trifft, Bekanntschaften macht. Je größer, desto mehr Kontakte. Die Ausweitung tut weh, sagt er.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-06 20:59:49 mit dem Titel Ödön von Horváth: Ja das sind halt Wiener Gschichten!
Geschichten aus dem Wienerwald. Volksstück in drei Akten von Ödön von Horvath (1901-1938), Uraufführung: Berlin, 2. 11. 1931, Deutsches Theater. Euro 7,50 im Suhrkamp Taschenbuch.
Beginnen wir mit drei Zitaten, alle von Horvath:
In der Luft ist ein Klingen und Singen als verklänge irgendwo wieder der Walzer Geschichten aus dem Wiener Wald von Johann Strauß.
Nichts gibt so sehr das Gefühl der Unendlichkeit als wie die Dummheit.
Es stimmt dass sich das Unmenschliche wirksamer als Komödie gestalten lässt, denn im Tragischen herrscht noch immer das Bedürfnis nach menschlicher Durchdringung des Bestialischen, selbst ein Richard der Dritte erklärt sich, ein Macbeth ergreift – doch die Komödie kann die Bestialität in ihrer nackten Reinkultur zeigen.
Und was wissen wir jetzt? Das stück ist wie ein Walzer, eine Symphonie durchkomponiert. Für den Kopf, für das Herz, für die Beine und für uns alle. Das Stück handelt von menschlichen Schwächen, von menschlicher Dummheit. Und es ist eine Komödie. Und sie ist sehr wienerisch, sensibel, feinfühlig differenziert.
Jetzt fange ich an.
Wir Wiener, und im speziellen Ich, sind schon irgendwie anders. Geschichten aus dem Wienerwald, da denken wir an Johanna Matz als Marianne, an Hans Moser als Zauberkönig, den unnachahmlichen Helmut Qualtinger als Metzgermeister Oskar, Walter Kohut als Alfred und Adrienne Gessner als Großmutter. War es eine Lindgergh-Inszenierung? Egal, es war am Burgtheater und irgendwie spielte auch noch Jane Tilden mit, als Trafikantin wahrscheinlich. Und war sie nicht früher die Marianne. Und später war der Paryla der Moser, und so. Dann gab es noch den Film: Birgit Doll, die Marianne, Hanno Pöschl der Alfred, wieder Tilden, Qualtinger, Gessner, Götz Kauffmann als Oskar, André heller als Hierlinger. Regie: Maximilian Schell, Musik: Toni Stricker. Übrigens der gleichnamige Walzer ist von Johann Strauß (Sohn). Da sah ich es noch einmal, 1988 im Burgtheater, mit Karlheinz Hackl, Aglaja Schmid, Inge Konradi, und Olivia Grigolli als Marianne.
Und immer wieder kommt das Stück im Fernsehen. Und immer wieder auf deutsche Bühnen. Was ist dran an diesem Stück, wo Volksstücke laut Bert Brecht doch allesamt nur dumb sein wollen.
Aber langsam, kommen wir einmal zum
INHALT
Es ist schon eine herzzerreißende Geschichte. Marianne, freundlich, liebenswürdig und sehr naiv ist Tochter des Zauberkönigs, Besitzer eines Zauberartikel- und Spielwarenhandels. Wem soll sie heiraten? Den Metzgermeister von nebenan. Gemütlich, mitleidvoll, wobei man LEID groß schreiben soll, mit einem Gefühl wie ein Fleischermeister. Wen will sie heiraten? Den eleganten Nichtsnutz von nebenan. Der hat bloß zwei Nachteil: er lebt von Rennwetten und Gelegenheitsgeschäften und er ist der Geliebte der Trafikantin (vulgo Kioskbesitzerin) Valerie von nebenan.
Dass muss ja traurig ausgehen. Alle machen gemeinsam ein Picknick im Wienerwald. Valerie verführt einen norddeutschen Studenten der schlagenden Art mit Hang zum Nationalsozialismus. Alfred macht sich an Marianne heran und schafft es natürlich leicht, das unerfahrene und hilflose Mädchen gefügig zu machen. Marianne zieht zu Alfred in dessen schäbiges Zimmer. Der Vater verstößt sie. Marianne bekommt ein Baby. Alfred hat bald genug von ihr und bringt sie bei einer Tingel-Tangel-Gruppe unter, den einer muss ja das Geld verdienen. Das Baby bringt er zu seiner Mutter in die Wachau. Und Oskar, der Fleischermeister, der würde ja Marianne noch immer heiraten, wenn nur das Kind nicht wäre. Marianne landet unterdessen im MAXIM, einem Wiener Nachtclub und spielt dort halbnackt in sogenannten lebenden Bildern mit. Genau dort landet natürlich die illustre Gesellschaft mit Student, Vater und Valerie. Natürlich riesiger Skandal. Ein Gast möchte sich Marianne noch mehr nähern als mit den Augen. Als sie ihn nicht lässt, besichtigt er sie des Diebstahls. Marianne landet im Gefängnis. Was macht unterdessen die Schwiegermutter in der Wachau. Sie lässt das Baby bei offenem Fenster schlafen. Es kommt, wie es kommen muss. Das Baby stirbt – irrtümlich – an Lungenentzündung.
Marianne kommt aus dem Gefängnis. Auf dem tiefsten Punkt ihrer Erniedrigung, Kind tot, Alfred weg – kehr sie in ihr Elternhaus zurück. Der Vater wird einsichtig, verzeiht ihr und der gutmütige Oskar will sie trotz alledem noch heiraten Und Valerie schnappt sich natürlich wieder ihren Alfred.
LESEPROBE
Zauberkönig: Aber so eine Benehmität! Ich glaub gar, dass du sie mir verwöhnst – also nur das nicht, lieber Oskar! Das rächt sich bitter! Was glaubst du, was ich auszustehen gehabt hab in meiner Ehe? Und warum? Nicht weil meine gnädige Frau Gemahlin ein bissiges Mistvieh war, sondern weil ich zu vornehm war, Gott hab sie selig! Nur niemals die Autorität verlieren! Abstand wahren! Patriarchat, kein Matriarchat! Kopf hoch! Daumen runter! Ave Caesar, morituri te salutant!
...
Marianne: Lüg nicht! So lüg doch nicht! Nein, ich bin nicht geschwommen, ich mag nicht mehr schwimmen! Ich laß mich von euch nicht mehr tyrannisieren. Jetzt bricht der Sklave seine Fesseln – da! Ich laß mir mein Leben nicht verhunzen, das ist mein Leben! Gott hat mir im letzten Moment diesen Mann da zugeführt. – Nein, ich heirat dich nicht, ich heirat dich nicht, ich heirat dich nicht!! Meinetwegen soll unsere Puppenklinik verrecken, eher heut als morgen!
Oskar: Mariann, ich wünsch dir nie, dass du das durchmachen musst, was jetzt in mir vorgeht – und ich werde dich auch noch weiter lieben, du entgehst mir nicht – und ich danke dir für alles.
....
Alfred: Liebes Kind, es gibt eben etwas, was ich aus tiefster Seele heraus Hass – und das ist die Dummheit. Und du stellst dich schon manchmal penetrant dumm. Ich versteh das gar nicht, warum du so dumm bist! Du hast es doch gar nicht nötig, dass du so dumm bist!
Marianne: du hast mal gesagt, dass ich dich erhöh – in seelischer Hinsicht –
Alfred: das habe ich nie gesagt. Das kann ich gar nicht gesagt haben. Und wenn, dann hab ich mich getäuscht.
Historisches und Hysterisches
Ödön von Horváth erfährt aus der Zeitung, dass er den mit 1500 Mark dotierten, angesehenen Kleist-Preis 1931 erhalten habe. Erst einige Tage später wird er vom Vorsitzenden Fritz Engel offiziell informiert. Ein teil der Presse begrüße diese Preisverleihung lebhaft, sagt Horváth ein halbes Jahr später, ein anderer Teil zersprang schier vor Wut und Haß.
Die Würde des Kleist-Preises hat durch solche Komödie der Urteilskraft schwer gelitten, Carl Zuckmayer hat sich unrühmlich hervorgetan. Der Kunstverstand Berlins ist zum Teufel. ... eine solche Ehrengabe – sollte man meinen – dürfte nur den vornehmsten Belangen dienen. Indessen gilt auch hier wie annoch im Pseudo-Geistesleben unserer Zeit überhaupt der Satz: Der Deutsche denkt, der Jude lenkt. Der Halbjude Carl Zuckmayer bestätigt durch seine Preisrichtertätigkeit, dass er allen Geschmacks und Urteilsvermögens bar ist. Die Werke Horváths sind wertloseste, dürftigste und platteste Tendenzliteratur. Horváth habe nicht einmal die Höhenlage der Mittelmäßigkeit erreicht. Es sei dünnstes, dümmstes, lebloses, politisch-tendenziöses Zeittheater von keinerlei dramaturgischen Können angekränkelt, im Gegenteil von geradezu erbarmungswürdiger Hilflosigkeit.
Und was tut Berlin? Die Kritiken der Uraufführung waren himmlisch, das Publikum raste, vor Begeisterung. Das Stück war und ist Horváths größter Erfolg. Zumindest für die Theaterkritiker und die Theatergeher. Goebbels schäumt in Zeitungsartikel, Mitläufer stimmen ihm bei und erkennen das Deutsche reich nicht wieder. Horváth muss auf Verleumdung klagen und bekommt meistens recht. Noch. Der deutsche Student hat es den Kritikern angetan, zu böse war die Karikatur eines deutschdümmelnden, saufenden, hurend Nazis-
Und ICH?
Ich bin noch nie unangerührt aus dem Theater gekommen bei diesem Stück. Da passt jeder Ton, da stimmt jede Silbe. Die Atmosphäre der Wiener Vorstadtwelt ist treffsicher eingefangen. Es wird spürbar, die Muffigkeit und sentimentale Heurigen-Seligkeit eines armseligen Kleinbürgertums. Der schmierige Charme der Krämer und kleinen Ganoven der verstaubte Flitter billiger Nachtlokale wird greifbar. Die Wirklichkeit ist bis in die kleinsten Randfiguren genauest und differenziert durchgezeichnet. Die melodramatische Haupthandlung ist nie auch nur ansatzweise kolportagehaft: sie ist melodisch komponiert und einfach dramatisch realistisch. Man oder ich lerne, spüre, rieche fast, aus welchem Humus Hitler möglich war und der österreichische Ständestaat und der Faschismus. Wie falsch die Argumente sind von arm aber sauber, arm aber ehrlich – nichts da, Armmut macht falsch, Armmut macht hinterhältig, Armmut macht Lügen, Armmut macht bösartig. Das zeigt Horváth nirgends so drastisch wie in diesem Stück. Und was macht die Kunst aus? Man fühlt mit den Figuren, die letztlich ihre eigenen Fehler nicht beschönigen. Durch weinen und Lachen zu Erkenntnis, selten ist dieser Satz so klar und rein wie in diesem Stück.
Und was ist die Moral? Nicht von den schlechten Menschen droht die größte Gefahr. Die sind recht selten. Von den bigotten, den oberflächlichen, den gutmütig-sadistischen, den gut-meinenden-schlecht-handelnden sollst du dich hüten.
Und ich schließe wieder mit einem Horvath-Zitat:
Unsere Seelen sind voller schwarzer beulen, daran werden sie sterben. Dann leben wir weiter und sind doch tot.
Oder auch: Mit der Liebe kommt man in den Himmel, mit dem Haß werden wir weiterkommen –
Und was zum Autor: keine Angst ist jung gestorben.
Ödön von Horváth
Schriftsteller
1901
9. Dezember: Ödön von Horváth wird als unehelicher Sohn des ungarischen Diplomaten Dr. Edmund Josef Horváth und der Maria Hermine Prehnal im damals ungarischen Fiume (heute: Rijeka, Kroatien) geboren.
1907-1924
Horváth besucht zunächst Schulen in Budapest, Wien und München. Anschließend studiert er Germanistik an der Universität München.
1924-1933
Er lebt in Berlin, Salzburg und Murnau (Oberbayern).
1927
Seine frühen Theaterstücke, wie "Revolte auf Côte 3018", zeigen seine Hinwendung zur Volkskultur und politischen Geschichte Deutschlands.
Aufgrund des Erstarkens der Nationalsozialistischen Deutschen Arbeiterpartei (NSDAP) warnt Horváth in seinen Stücken zunehmend vor den Gefahren des Faschismus.
1930
Veröffentlichung des Romans "Der ewige Spießer".
1931
Uraufführung der bedeutendsten Theaterstücke Horváths - "Italienische Nacht" und "Geschichten aus dem Wienerwald" - in Berlin. Durch den Erfolg dieser Stücke wird Carl Zuckmayer auf Horváth aufmerksam. Zwischen beiden entwickelt sich eine Freundschaft.
Horváth erhält für "Geschichten aus dem Wienerwald" den Kleist-Preis.
1933-1938
Nach der Machtübernahme durch die Nationalsozialisten übersiedelt Horváth nach Wien. Er schreibt weiterhin Theaterstücke und Romane.
1937
Uraufführung der Komödie "Figaro läßt sich scheiden" in Prag.
Veröffentlichung des gegen die Diktatur gerichteten Romans "Jugend ohne Gott" in Amsterdam.
1938
Nach dem "Anschluß" Österreichs emigriert Horváth nach Paris.
Er veröffentlicht den Roman "Ein Kind unserer Zeit" in Amsterdam und New York.
1. Juni: Ödön von Horváth wird auf den Champs-Élysées während eines Gewitters von einem Ast erschlagen.
Quelle: www.dhm.de
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-02-08 17:54:25 mit dem Titel Ödön von Horváth: Glaube, Liebe, Hoffnung!?
Ödön von Horvath (1901-1938): Glaube. Liebe Hoffnung. Ein kleiner Totentanz in fünf Bildern. Uraufführung unter dem Titel Liebe, Pflicht und Hoffnung: Wien, 13. 11. 1936, Theater für 49 am Schottentor. 158 Seiten. Euro 7,-- als Suhrkamp Taschenbuch.
Also moderner kann ein Stück gar nicht sein, das bald 67 Jahre alt ist. Warum es geht, bevor ich mich dem Inhalt widme? Es geht um Arbeitslosigkeit, um soziale Härte, um den Kampf eines Menschen gegen Systeme, um Karrieristen, um Verlogenheit einer Gesellschaft. Kommt euch das bekannt vor? Eine junge Frau verliert ihren Arbeitsplatz. Um wieder arbeiten zu können, muss sie (schein)selbstständig werden, dafür braucht sie einen Gewerbeschein, für den hat sie kein Geld. Der Arbeitgeber gibt ihr den Gewerbeschein und streckt das Geld vor. Das Geld muss sie abarbeiten. Dadurch kommt sie immer mehr in den Zwang, zu verkaufen, Waren und sich. Und als sie das auch nicht mehr kann, will sie keiner mehr kennen. Wie schrieb schon Franz Werfel etwa um die gleiche Zeit, nicht der Mörder, der Ermordete ist schuldig. Und alles ist richtig, wenn es nur nach der Pflicht, der berühmten Vorschrift geht oder es ein anderer angeschafft – befohlen hat. Und das besonders Tragische: das Stück beruht auf einer wahren Begebenheit, die auch heute jederzeit wieder passieren könnte.
Wo habe ich es gesehen: na zuletzt am Wiener Burgtheater, davor in der Josefstadt, am Volkstheater, in den Münchner Kammerspielen. Aber am Burgtheater in einer sehr dunklen Inszenierung mit viel Wasser auf der Bühne von Martin Kušej. Mit Sylvie Rohrer als Elisabeth, Werner Wöbern als Schupo Alfons, Ignaz Kirchner als Präparator, Kirsten Dene als Irene Prantl, Martin Schwab ein Buchhalter und Florentin Groll als Amtsgerichtsrat.
Der Inhalt
Elisabeth, ein anständiges, aber durch die schlechten Zeiten auf die schiefe Bahn gekommenes Mädchen, versucht, ihren Körper für 150 Mark an ein Anatomisches Institut zu verkaufen. Mit dem Geld will sie einen Wandergewerbeschein bezahlen. Es ist ihr letzter Versuch, den Kopf oben zu behalten. Der Präparator weist sie auf die gesetzlichen Bestimmungen hin, die derartige Geschäfte verbieten. Er leiht ihr jedoch die benötigte Summe von seinen privaten Ersparnissen.
Was er nicht weiß, ist, dass Elisabeth unter Zwang der Armut schon begonnen hat, Dessous zu verkaufen, und das Geld zuerst für das Bezahlen der Strafe gebraucht hat, um nicht ins Gefängnis zu kommen. Den Gewerbeschein hat ihre Arbeitgeberin bezahlt, die Elisabeth erst gekündigt, dann als Selbstständige wieder aufgenommen hat. Um überhaupt überleben zu können, hatte Elisabeth aber schon zu arbeiten begonnen, ohne auf den Gewerbeschein warten zu können. Als der Präparator aber erfährt, dass Elisabeth das Geld zur Zahlung der Strafe verwendet hat, zeigt er sie wegen Betruges an. Elisabeth muss 14 Tage ohne Bewährung ins Gefängnis. – Eine kleine aber interessante Nebengeschichte:
Auch die Frau des Richters handelt mit Dessous, um das Haushaltsaufkommen aufzubessern. Sie hat es durch ihren großen und noch halbwegs begüterten Bekanntenkreis natürlich viel leichter, ihren Umsatz zu erbringen. Nur ihr Mann darf davon nichts wissen. Wer schreit als erste Betrügerin und Vorbestrafte und zeigt mit den Finger auf Elisabeth. Erraten.
Elisabeth aber gibt noch immer nicht auf. Auf dem Wohlfahrtsamt, wo sie zur Arbeitsvermittlung erscheinen muss, lernt Elisabeth den Polizisten Alfons Klostermeyer kennen. Er verspricht ihr die Ehe. Hoffnung keimt auf. Sie wird seine Braut und lebt mit ihm zusammen, verwöhnt ihn, liebt ihn. Kaum aber erfährt er, dass sie vorbestraft ist, verstößt er sie aus Angst vor Karriereschwierigkeiten.
Eines Abends wird der Präparator, mittlerweilen Oberpräparator, der Elisabeth angezeigt hat, in betrunkenem Zustand auf die Polizeiwache geführt. Wenig später trägt man Elisabeth herein. Sie hat sich aus Hunger und Verzweiflung in einen Fluss gestürzt. Man stellt fest, dass sie noch lebt und .... feiert den tollkühnen Retter. Alfons und der Präparator wenden sich betreten ab und leugnen ihr Bekanntschaft mit Elisabeth. Man wartet auf den Zeitungsfotografen. Elisabeth stirbt. Keiner ist an ihrem Unglück schuld. Alle können ungerührt und freudig zu einer vaterländischen Parade gehen.
Und was haben wir davon?
Horváth hat sein Grundthema, den gigantischen Kampf zwischen Individuum und Gesellschaft (Randbemerkung zu diesem stück) nie geradliniger und knapper als in dieser auf Tatsachen beruhenden Parabel gestaltet. Er verzichtet auf ausschmückende Details, auf alles atmosphärische Beiwerk und zeichnet in äußerster Verkürzung Station um Station des Leidenswegs eines durch die kleinen Paragraphen und durch die wirtschaftliche Not aus der Bahn geworfenen Menschen, den die Feigheit und die Engherzigkeit seiner Mitmenschen in den Tod treiben. In wenigen Stücken der deutschsprachigen Literatur zwischen den beiden Weltkriegen haben Gesellschaftsschilderung und Gesellschaftskritik einen derart geschlossenen und dichterischen Ausdruck gefunden.
Ö.v.Horvath: Randbemerkungen zu 'Glaube, Liebe, Hoffnung' 1932
"Wie in allen meinen Stücken versuchte ich auch diesmal, möglichst rücksichtslos gegen Dummheit und Lüge zu sein, denn diese Rücksichtslosigkeit dürfte wohl die vornehmste Aufgabe eines schöngeistigen Schriftstellers darstellen, der es sich manchmal einbildet, nur deshalb zu schreiben, damit die Leut sich selbst erkennen. Erkenne dich bitte selbst! Auf daß du dir jene Heiterkeit erwirbst, die dir deinen Lebens- und Todeskampf erleichtert, indem dich nämlich die liebe Ehrlichkeit gewiß nicht über dich (denn das wäre Einbildung), doch neben und unter dich stellt, so daß du dich immerhin nicht von droben, aber von vorne, hinten, seitwärts und von drunten betrachten kannst! --"
Es hat schon was mit dieser Zwischenkriegszeit in der Literatur - Marie-Luise Fleißner, Brecht, Horváth, die Manns, Zweig, Werfel, Broch, Musil – wir haben lange warten müssen, bis wir mit Böll, Turrini, Kroetz wieder welche gefunden haben, die uns künstlerisch den Spiegel vorhalten werden. Und erschreckend ist es allemal, wenn wir daran denken müssen, dass soziale Härte, soziale Kälte, soziales Outing auch bei uns eine lange Tradition haben. Und vergessen wir nicht, das liegt nicht an unseren Regierungen, an unseren Unternehmungen, dass liegt ganz alleine an uns.
Einmal ein anderer Apparat- über den Autor erfahren Sie in meinem Bericht „Geschichten aus dem Wienerwald“:
Ein toter Totentanz: Kusej inszeniert Horvaths "Glaube Liebe Hoffnung"
Der radikale Kärntner Regisseur Martin Kusej hat am Burgtheater Ödön von Horvaths "Glaube Liebe Hoffnung" inszeniert. Der Tenor der Kritik: Kusejs Totentanzbilder wirken etwas routiniert und bringen keine neue Sicht auf Horvath. Lesen Sie Auszüge aus den aktuellen Kritiken:
"Zwei Stunden lang eine Video-Endlosschleife über dem Bühnenmund projiziert: Regenwolkengedränge im Zeitraffer, bedrohliche Schatten wie von Sauriern oder Bombenflugzeugen. Stimmungsmache, gekünstelte Depression. Martin Kusej entführt die Zuschauer in eine Bilderbuch-Großstadt Anno 1930. In voller Bühnentiefe: eine Halle ähnlich wie eine U-Bahn-Umsteige-Station, mit Säulen wie aus Gußeisen in strenger Ordnung. Über die schwarz geteerte Hinterwand rinnt Wasser. An der Bühnenrampe ein Wassergraben. Hier taucht gleich aller Herren Opferlamm Elisabeth auf. Kusej schickt sie schon ins Wasser, ehe ihre traurige Geschichte passiert. 'Kleinen Totentanz' hat Horváth mit einem Gerichtssaalreporter geschriebene Szenen-Stakkato genannt. Kusej walzte diesen eiligen Tanz breit und weithin spannungslos zu einem Reigen aus: kein Anfang, kein Ende, kunstgewerblich schöne Aussichtslosigkeit."
Hans Haider, Die Presse, 2.11.2002
"In Kusejs Horváth-Reich geht die Sonne des selbstbestimmten Lebens niemals auf. Er zahlt für seine konsequente, szenenweise erschütternde Lesart aber auch den Höchstpreis: Wer Ödön von Horváths gedrechselte Figurenreden nicht als Notwehrhilfen begreift, nach denen die Menschen begierig greifen, weil ihnen keine Einsicht hilft zu sagen, was sie leiden: Der zieht den Fräuleins, den Schupos, der aasigen Modistin (Kirsten Dene), der an den Strümpfen zupfenden Elendsgenossin Maria (Sabine Haupt) das bisschen Boden unter den Füßen weg, und sie kleben fest. Und kein missratener Schulterbiss (Wölbern) wird als entgleisende Liebkosung an einer Vogelfreien (Rohrer) lesbar. Da ist zu viel szenisches Korsett, wo doch die Leiber hinfällig sind, und die Geister schwach. Höflicher Applaus für eine Arbeit, die man schätzen muss, aber unter gar keinen Umständen lieben kann."
Ronald Pohl, Der Standard, 2.11.2002
"Im Sinn einer besseren Verständlichkeit des Gesamtkunstwerks setzt Kusej [...] überall dicke Ausrufezeichen in dieses Werk, das eigentlich ganz und gar von der brutal unmenschlichen Gemeinheit des Normalfalls erzählt. Skandal! ruft der Regisseur bei jeder Gelegenheit und schickt immer wieder Martin Schwab vor, der das biblische Motto oder Regieanweisungen oder bedeutungsschwangere Gedichte rezitieren muss und am Ende die mit Steinen gefüllte Handtasche der Selbstmöderin leert (damit jedermann sieht, wie verzweifelt einst ihre letzte Handlung gemeint war?). Mit diesen und anderen unmissverständlichen Fingerzeigen denunziert die Aufführung das Stück, in dem die Bibel und weitere sprichtwörtliche Volksmund-Binsenweisheiten zwar auftauchen, aber stets nur als Zeichen für die Pseudo- oder Einbildung gewisser Dummköpfe. Horvath schockiert beiläufig. Kusej hängt das Beiläufige an die grosse Glocke (ja: nebest donnernden Schüssen erklingt schließlich sogar Glockengeläut) und entzieht dem Schock, weil er ihn ausstellt und zudem erklären will, den Effekt."
Barbara Villiger Heilig, NZZ, 2.11.02
"Ein heller, schneller, komischer Tanz zum Tode hin, vom Dramatiker licht und lakonisch hingesetzt. Es ist nicht wichtig, daß Elisabeth untergeht, sondern - daß sie geht. Ihre Sehnsucht nach dem bißchen Glück, ihr toller, witzig-delirierender Kampf - das ist wichtig. Ein Totentanz. Der Akzent liegt auf Tanz. Nicht auf Tod. Beim Regisseur Martin Kusej, erst Anfang vierzig, aber schon ein großer Totengräber des Theaters, dröhnen schwere laute Schläge. In einer Gruft aus gußeisernen Unterweltsbahnhofsäulen, gebaut von Martin Zehetgruber, wo das Totenwasser unaufhörlich von den Wänden riesel und der Himmel nur ein unaufhörlich flimmerndes Video ist, schläfert er die Elisabeth sofort ein. Umgeben von toten Tauben und anderem Aas, tappt Sylvie Rohrer im kleinen schwarzweiß Getigerten als somnambule, nie ganz zurechnungsfähige Lebendtote kurzgeschoren und hysterisch zwischen lemurenhaften Leuten herum, die sich auch so bewegen, als lebten sie unter abgestorbenem Wasser. Amphibien mit bösen Ambitionen."
Gerhard Stadelmaier, FAZ, 2.11.02
Quelle: www.literaturhaus.at weiterlesen schließen -
Mary Higgins Clark - Wenn wir uns wiedersehen: Spannender Roman mit Überraschungseffekt
03.02.2003, 13:23 Uhr von
ClaudiaRetzmann
Hausfrau und Mutter von 3 Kindern, die ab und an ihr bißchen Freizeit hier verbringt;-)Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Winterzeit – Lesezeit. Was gibt es bei dieser doch mittlerweile schon recht kühlen Jahreszeit schöneres, als es sich mit einer Tasse Kaffee auf der Couch bequem zu machen, die Füße hoch zu legen (Duffy der rote Faden ist wieder da *gg*) und ein spannendes Buch zu lesen – immer vorausgesetzt, die Kinder lassen einem den nötigen Frieden und Junior unterbricht die wohltuende Stille nicht mit seinem sirenenartigen Geheule.
Mein zuletzt verschlungenes Objekt (die Rede ist immer noch von Büchern) ist der Roman „Wenn wir uns wiedersehen“ von Mary Higgins Clark, welcher mich durch seine Schreibweise von der ersten bis zur letzten Seite so gefesselt hat, dass ich ihn binnen weniger Tage ausgelesen hatte.
Nach 6 Jahren wird Molly Lasch auf Bewährung aus dem Gefängnis entlassen. Sie soll ihren Ehemann – den angesehenen Arzt Dr. Gary Lasch – im Affekt getötet haben. Getötet aus Eifersucht, weil sie hinter die Affäre ihres Mannes mit einer Krankenschwester kam, die zudem ein Kind von ihm erwartete. Alle Indizien sprachen dafür, dass nur Molly als Täterin in Frage kam, doch sie selbst leidet was die Tatnacht angeht an Gedächtnisausfall. Wieder in Freiheit will sie den Dingen der damaligen Nacht auf den Grund gehen, ist sie sich doch sicher, ihren Mann entgegen aller Annahmen nicht getötet zu haben.
„Inzwischen ist mir ein kleiner Teil dessen eingefallen, was sich an jenem Abend ereignet hat. Ich erinnere mich, daß ich Gary sterbend in seinem Arbeitszimmer entdeckte. Und seit kurzem weiß ich noch etwas: Ich bin absolut sicher, daß sich bei meiner Ankunft eine dritte Person im Haus aufhielt; und ich glaube, daß dieser Unbekannte meinen Mann getötet hat. Ich bin überzeugt, daß dieser Mensch nicht nur ein Produkt meiner Phantasie ist, sondern daß es ihn wirklich gibt. Ich werde ihn aufspüren, denn er muß dafür bezahlen, daß er Gary ermordet und mein Leben zerstört hat.“ Mit diesen Worten richtet Molly sich an die Journalisten, die sich anläßlich ihrer Entlassung vor dem Gefängnis eingefunden hatten und bringt eine Lawine zum rollen. Einzig ihre damalige Schulfreundin und heutige Journalistin Fran Simmons glaubt ihr und will ihr helfen Licht in die Sache zu bringen, alle anderen halten sie für eine psychisch gestörte Frau, die nicht wahrhaben will, dass sie ihren Mann getötet hat. Bei ihren Ermittlungen stößt Fran Simmons auf unglaubliche Verschwörungen und Machenschaften und es scheint, als habe man Molly Lasch wirklich zu unrecht verurteilt, bis ein weiterer Mord geschieht – und wieder weisen alle Indizien auf Molly als Mörderin...
Mehr will ich an dieser Stelle nicht verraten. Mary Higgins Clark vermochte es mit diesem Buch, mich wirklich von der ersten Seite an zu fesseln. Obwohl im Laufe der Zeit viele Personen auftreten, war der Roman an keiner Stelle verwirrend geschrieben. Schnell ist man sich als Leser mit Fran Simmons einig, dass es sich hier um eine Verschwörung gegen die arme Molly handeln muß, doch immer wieder gerät man selbst auch in Zweifel – hat sie ihren armen Mann am Ende doch aus einer Verzweiflungstat heraus getötet? Die Autorin hat es hier meiner Meinung nach geschafft von Anfang bis Ende eine gewisse Spannung zu zaubern – eine Spannung, die während des Lesens immer wieder von kleinen Zweifeln bezüglich der Schuld oder Unschuld Molly Laschs unterbrochen wird, wohl auch durch die zwischendurch immer wieder beschriebene Gemütslage von Molly. Ich selbst hatte während des Lesens immer wieder kleine „Aha-Momente“, nach dem Motto „hab ich mir doch fast so gedacht“ und trotzdem war der Schluß absolut überraschend für mich, wirkte jedoch keinesfalls an den Haaren herbeigezogen.
Was ich beim Lesen als sehr positiv empfand, war die Einteilung des Romans in viele kleine Kapitel. So ist der insgesamt 374 Seiten lange Roman (ich habe die gebundene Fassung des Buches) insgesamt in 94 Kapitel eingeteilt. Positiv empfinde ich diese Einteilung deshalb, weil es mir das Lesen an sich leichter machte und die Spannung dadurch ebenso gehalten wurde. Da ich meist erst spät abends und dann bereits im Bett liegend Zeit zum Lesen finde, wirkte das ganze nicht so langatmig, da man nicht erst 20 oder 30 Seiten lesen muß, um ein Kapitel beendet zu haben, sondern lediglich zwischen 3 bis 5 Seiten. Dadurch verliert man – meiner Meinung nach zumindest – auch nicht so schnell den roten Faden der Handlung.
Alles in allem ein vorzüglich geschriebenes Buch, welches ununterbrochen eine gewisse Spannung zu halten weiß und an keiner Stelle langweilig wird. Wer gerne einen spannenden Roman liest, sollte dieses Buch auf jeden Fall im Repertoire aufnehmen. Ich selbst kann es nur jedem empfehlen und vergebe auch die volle Punktzahl.
Über die Autorin, Mary Higgins Clark, vermag ich selbst nicht allzu viel zu sagen. Geboren in New York lebt sie heute in Saddle River, New Jersey und gehört mit ihren 19 Bestseller-Romanen und drei Erzählbänden zu einer der erfolgreichsten und meistgelesenen Spannungsautorinnen der Welt. Weitere von ihr erschienene Romane sind u.a. „Nimm dich in acht“, „Vergiß die Toten nicht“ und „Du entkommst mir nicht“ (letzteres habe ich gerade angefangen zu lesen.
Der Roman „Wenn wir uns wiedersehen“ ist im Heyne Verlag unter der ISBN-Nr. 3-453-15995-0 erschienen. Das Buch gibt es z.B. als Taschenbuchausgabe für 9,95 € bei bol.de. Den Preis des gebundenen Buches kann ich leider nicht sagen, ich persönlich habe es geschenkt bekommen, denke aber, dass er wohl so um die 15 € liegen wird.
© by Claudia Südkamp-Retzmann 2002 weiterlesen schließen -
Hohlbein, Wolfgan \\
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Das Buch ist 1993 erschienen und trägt den Titel "Giganten".
Es ist ein überarbeitet Buch von 1981 mit dem Titel "Die Nacht der Giganten".
Laut Vorwort ist die Überarbeitung von Wolfgang Hohlbein und Frank Rehfeld gemeinsam gemacht worden.
Zur Handlung:
Für die beiden Journalisten Craigh Ellison und Betty Sanders sollte es eigentlich nur eine Reportage über ein sich im Bau befindliches Ferienzentrum in der Australischen Wüste werden.
Lebensgroße Dinosaurier sollen in ihrer urzeitlichen Umgebung die Touristen anlocken.
Einige Ureinwohner - die Aborigines - sind gegen diesen Bau wie sich bei der Ankunft der beiden Reporter herausstellt. Und die Zuständigen sind sich sicher, keine Fehler gemacht zu haben.
Zuerst scheint diese künstliche Urzeit-Welt in Ordnung - bis sich einige Ungereimtheiten einstellen - bis hin zu einem Mord. Alles wird langsam zu einem Albtraum.
Bald erkennen Craigh und Betty, das mehr dahinter steckt als nur der Protest der Ureinwohner.
Ein düsteres Geheimnis der Vergangenheit ist erwacht und folgt den Traumpfaden der Aborigines und greift schließlich in die Gegenwart ein.
Soviel grob zum Inhalt.
Das Buch ist sehr spannnd geschrieben und ich habe es gerne gelesen.
Etwas erinnert es mich an Jurassic Park - so von der Handlung her.
Nachtrag:
Oops sorry - habe was vergessen:
ISBN 3-404-13539-3
bezahlter Preis 5€
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-08-17 21:35:29 mit dem Titel Ein Kinderbuch von Heike und Wolfgang Hohlbein
Teufelchen ist da erste gemeinsame Kinderbuch von Heike und Wolfgang Hohlbein. Es ist 1997 erschienen.
Inhalt:
Justin ist ein neunjähriger Junge, der einen ganz besonderen Freund hat. Es ist Teufelchen, ein 211 jahre alter Teufel, der mit seinen Eltern in Feuerland lebt. Mit seinen 211 Jahren ist Teufelchen ein Junge wie Justin. Und Feuerland ist ein Land mit vielen Vulkanen und einem ewigen Gewitter, bei dem es nur blitzt, aber nie regnet.
Teufelchen sieht auch aus wie ein echter Teufel. Rote Haut, einen Schweif, einen Pferdefuß, Hörner und 2 Flügel. Aber das kann ja nur Justin sehen.
Die beiden haben sich kennengelernt und sind gute Freunde geworden. Sie besuchen sich manchmal gegenseitig, wobei es das Problem gibt, das nur Justin das Teufelchen sehen kann. Es ist dann schon seltsam, wenn er mit keinem redet und lacht. Also müssen sie aufpassen wenn Teufelchen ihn besucht. Andersherum ist es aber genauso - denn Justin muß aufpassen, das ihn kein anderer Teufel sieht. Das geht aber auch soweit ganz gut.
Bis eines Tages sein Onkel Asmodi auftaucht - und ihn als Schande der Familie bezeichnet, da er nicht böse genug ist. Er soll die Menschen ärgern und nicht als Freunde Menschen haben.
Teufelchen wird auf die Erde geschickt, um Böses zu tun. Dafür bekommt er 7 Versuche.
Aber alles was Teufelchen ausheckt, wendet sich irgendwie doch zum Guten und zum Vorteil -
und keiner der Menschen hat einen Schaden dadurch. Das schlimmste dabei ist, das Asmodi jeden Versuch genau überwacht - und bei jedem Fehlversuch verliert Justin eines seiner Teufelszeichen.
Nach dem 6. Versuch wird er schon teilweise von anderen Menschen gesehen.
Der 7. Versuch allerdings trifft seinen Onkel selbst - und der ist so ärgerlich, das es jemand wagt ihn richtig zu ärgern, das er Teufelchens Versuch nicht anerkennen will. Aber leider muß auch er sich an die Regeln halten - und Teufelchen hat seinen Test bestanden.
Nun denkt Justin, er habe seinen Freund verloren - er hat seit 4 Wochen nichts von ihm gehört.
Die Sommerferien verbringt er mit seinen Eltern in der USA und als sie wiederkommen gibt es eine große Überraschung - und ein gutes Ende.
Das Ende hier zu verraten wäre nicht gut.
Meine Meinung:
Ein sehr gut gelungenes Kinderbuch mit einem schönen Ende.
Die Schrift ist auch recht groß, sodaß Kinder damit kein Problem haben dürften.
Dem Buch beigefügt ist eine CD-Rom mit einem Musical dieser Geschichte.
So können Kinder sich die Geschichte immer wieder anhören.
Man merkt, das an dieser Geschichte Heike und Wolfgang Hohlbein geschrieben haben.
Wolfang Hohlbein hat einmal auf einer seiner Büchervorstellungen gesagt, seine Frau sei für Elfen und Elben usw. zuständig. Gut, in diesem Fall ist es ein Teufelchen - aber ein nettes.
Ich kann das Buch nur empfehlen.
ISBN Nr. 3-522-16997-2
Den Preis kenne ich nicht, da ich mir das Buch ausgeliehen habe - meine Nichte hat darauf bestanden, daß ich es unbedingt lesen muß.
Es ist ihr Lieblingsbuch.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-27 20:51:44 mit dem Titel Neues von Hohlbein Intruder 1. Tag
Hallo an alle Hohlbein Fans: es was gibt Neues zu lesen!!!
Die Serie heißt Intruder - und die einzelnen Bücher sind:
Intruder 1. Tag bis Intruder 6. Tag.
Herausgekommen sind bis jetzt 5 Bände. Der letzte fehlt noch.
Zum Buch Intruder 1. Tag
ISBN 3-404-14800-2
Die Geschichte handelt von drei Freunden: Mike, Frank und Stefan. Die „Hauptrolle“ hat in der Geschichte wohl Mike, aus dessen Sicht die Geschichte auch erzählt wird.
Die drei Freunde wollen sich einen lang gehegten Jugendtraum erfüllen: eine 14 tägige USA Reise auf Motorrädern. Natülich auf einer Harley Davidson.
Aber schon der Flug ist eine halbe Katastrophe: verzögerter Abflug, lange Wartezeiten und was immer so schief gehen kann.
Ziemlich genervt kommen sie in den USA an, und treffen dort auf eine Indianerfamilie mit einem ca. 5 jährigen Jungen. Und irgendwie ist sofort eine Spannung zwischen ihnen, obwohl sie sich nicht kennen.
Dann kommt der Hammer: anstelle der eigentlich bestellten drei Fat Boys von Harley Davidson sind „nur“ drei gleiche Intruder von Suzuki bestellt worden.
Mike, der daran nicht unschuldig ist, sagt aber nichts dazu.
Da sie ja diese Reise machen wollen, müssen sie mit den Intrudern zufrieden sein - obwohl sie diese „abgespeckten Reisschüsseln“ gar nicht haben wollten. Andere Miet-Motorräder sind keine vorhanden.
Trotz dieses Mankos fahren sie also los. Und schon wieder begegnet ihnen auf der Straße diese Indianerfamilie.
Auch bei einer Rast kommt es zu einem Zusammentreffen mit dieser Familie.
Sie besuchen noch eine Indianer-Kultstätte am Weg zum nächsten Hotel, und dabei gerät Mike wieder in Schwierigkeiten: er fühlt sich von dem Indianerjungen verfolgt und belästigt.
Der erste Tag endet mit einem Unfall - bei der auch die Maschine etwas lädiert wird.
Und wie gesagt: Fortsetzung folgt!
Fazit:
Das Buch ist spannend beschrieben.
Und Mike ist nach meiner Meinung wirklich ein kleines „Arsch****“. Er benimmt sich nicht sonderlich kameradschaftlich.
Hohlbein ist es gut gelungen, die ungleichen Freunde und deren charaktere darzustellen. Wie sie sich kennen - und ärgern und so weiter.
Bin gespannt auf den 2. Tag.
Noch etwas zum Autor:
Wolfgang Hohlbein ist ein sehr bekannter Autor für Fantasy Bücher.
Er wurde in Weimar gebohren und lebt heute in der Nähe von Düsseldorf.
Wer wissen möchte, welche Bücher er schon alle geschrieben hat, kann ja mal auf
www.hohlbein.de nachschauen.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-28 21:29:23 mit dem Titel Hohlbein Intruder 2. Tag
Die neue Buchreihe von Wolfgang Hohlbein hat es mir nun angetan:
Hier der Bericht zum 2. Buch der Reihe Intruder 2. Tag.
Das Buch beginnt mit dem Albtraum Mikes, der von dem Indianerjungen träumt. Der Junge kommt ohne Gesicht auf ihn zu.
Als er erwacht, kann er sich nicht mehr daran erinnern wie er ins Hotel oder ins Bett gefunden hat. Entsetzt stellt er fest, das er wohl von seinen Freunden Stefan und Frank ausgezogen und ins Bett gelegt worden sein muß.
Sein Bein ist verbunden und einige Kratzer und Wunden sind versorgt worden.
Sein Freund Frank ist bei ihm, während Stefan schon seit geraumer Zeit an seinem Motorrad schraubt, damit sie weiterfahren können.
Mike hat als Entschädigung für sich und seine Freunde einen Hubschrauberflug über den Grand Canyon gebucht.
Bei diesem Flug wirft Mike die Hotelgutscheine aus dem Hubschrauber - um so einen Grund zu haben, nicht in den gebuchten Hotels zu übernachten.
Er benimmt sich die ganze Zeit recht komisch - so daß die Freunde langsam sauer werden.
Auf alle Fragen antwortet er aber nie.
Als sie endlich wieder mit den Motorrädern unterwegs sind, begegnen sie an einem Restaurant an dem sie halt machen, einer Rockerbande auf Harleys.
Auch Cops kommen zu ihnen und verlangen das Ausräumen von Stefans Satteltaschen - wobei ausgerissene Bonsa-Bäumchen auftauchen.
Bevor die Cops sie verhaften können, zettelt die Rockerbande einen Streit an und schlägt einen Cop.
Die drei Freunde verschwinden mit den Motorrädern.
Sie fahren eine andere Route als geplant - und immer wieder passieren komische Dinge.
Als sie im Hotel ankommen wo sie übernachten wollen, geraten sie in Streit.
Mike erzählt nur Stefan von seinem Unfall am Vortag mit dem Indianerjungen.
Frank versucht etwas über den Unfall herauszubekommen - aber es ist nichts darüber bekannt.
So stuft er das alles unter Einbildung von Mike ein.
Fortsetzung folgt im Buch Intruder 3. Tag.
ISBN Nr.3-404-14801-0
Bastei Lübbe
2,90 Euro
Fazit:
Das Buch ist sehr spannend. Und es passieren so viele Dinge, das die Jungs einem schon leid tun können.
Ein Traumurlaub sollte es werden - aber es ist eine Aneinanderreihung von Pannen und Pleiten.
Auch die einzelnen Reaktionen der Freunde spielt sehr zu dem ganzen Dilemma bei.
Man muß einfach weiterlesen.
Mit dieser Reihe hat Wolfgang Hohlbein einen richtigen Urlaubsbericht gemacht - allerdings einen, wie es nicht laufen sollte.
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2002-12-30 21:47:24 mit dem Titel Intruder 3.Tag Der Albtraum geht weiter!
Intruder ist eine neue Reihe von Wolfgang Hohlbein - sie soll 6 Bücher umfassen.
Die einzelnen Bücher heißen Intruder 1. Tag bis Intruder 6. Tag.
Teil 1 ist im September erschienen und jeden Monat gibt es einen weiteren Band.
Intruder 3. Tag
ISBN 3-404-14802-9
Preis 2,90 Euro
Der Inhalt der ersten beiden Bücher beschreibt die Anreise in die USA, mit all ihren Pannen.
Der zweite Tag ist die Fortsetzung der schönen Urlaubsmomente und auch der Pannenserie.
Zum Inhalt:
Die drei Freunde: Stefan, Mike und Frank sind morgens früh aufgebrochen und haben ihr
Etappenziel schon am frühen Vormittag. In Moab im Süden Utahs sind die Freunde diesmal zu Fuß unterwegs.
Sie sehen sich die Stadt an und suchen ein Restaurant.
Und immer wieder taucht ein dunkler Van mit einer Indianerfamilie auf - und es passieren seltsame Dinge.
Mike wird fast von einem Van überfahren und sie schlagen beinahet eine Schaufensterscheibe ein.
Als sie einen Motorrad-Laden sehen, gehen sie hinein um nachzufragen, ob sie Teile für Mikes lädiertes Motorrad
bekommen können.
Der Ladeninhaber ist allerdings recht unfreundlich - und Mike sieht sich im Laden um und überläßt das Fragen seinen
Freunden.
Er entdeckt eine alte Fotografie und alte Indianer-Utensilien wie Tomahak usw.
Ein anderer Kunde betritt den Laden - als Mike die Sachen anfaßt, wird der Ladenbesitzer sehr wütend und die drei
verlassen fluchtartig den Laden.
Zurück im Hotel gehen sie ins Restaurant und essen erst einmal etwas. Stefan will nach dem Essen alleine eine Runde drehen
und verschwindet.
So haben Frank und Stefan Zeit sich über die vorgefallenen Dinge zu unterhalten.
Als Mike noch einmal auf die Toilette will, passieren ihm dort wieder komische Dinge: die Seife verwandelt sich in eine Spinne -
und er sieht im Spiegel wie der Besitzer des Motorrad- Ladens ermordet wird.
Er kommt total verstört und zitternd von der Toilette.
Als Stefan von seiner Tour wiederkommt berichtet er, der Ladenbesitzer sei ermordet worden ist. Sie beschließen ihre Fahrt
fortzusetzen. Um nicht aufzufallen fahren sie getrennt los - sie wollen sich später in einem Restaurant treffen.
Als Mike abends ins Bett geht, träumt er wieder.
Der Traum ist so real, das Mike denkt, er schlafwandelt.
Er befindet sich vor dem Hotel und wird von einem Indianer und seiner Frau zusammengeschlagen.
Als eine Harley losfährt, flüchten die beiden - und die Leute im Hotel werden wach.
Frank und Stefan kommen ihm zu Hilfe - bis er wieder aufstehen kann.
Es folgt noch ein grausiger Fund in einer Satteltasche, der die drei Freunde erschreckt.
Fortsetzung folgt !!!!
Mein Fazit:
Ich habe jetzt die ersten drei Bände gelesen - und jedes Buch ist spannend geschrieben.
Der Schreibstil von Wolfgang Hohlbein tut sein übriges dazu - man muß einfach weiterlesen.
Die Urlaubsreise der drei Freunde ist eigentlich von Anfang an ein Horrortrip - egal was die drei anfassen, es geht schief.
Soviel zu Band 3 - ich muß jetzt Band 4 lesen!!!!
***Ähnlich erschienen bei ciao***
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-01 21:27:10 mit dem Titel Infos zu Wolfgang Hohlbein und seinen Büchern
Möchte Euch einmal etwas allgemeines zu Wolfgang Hohlbein und seinen Büchern berichten.
Ich bemerke ausdrücklich, das dieses hier geschriebene nirgendswo nachgeschlagen ist. Es ist das, was ich jetzt aus dem
Stehgreif zu Wolfgang Hohlbein sagen kann. Wer mehr weiß, kann ja einen Kommentar schreiben!!!!
Zum Autor:
Über Wolfgang Hohlbein selbst weiß ich nur, das er 1953 in Weimar gebohren wurde. Heute lebt er mit seiner Frau Heike, seinen Kindern und einigen Haustieren in der Nähe von Düsseldorf.
Er ist der wohl bekannteste deutsche Fantasy Autor. Er hat für seine Bücher einige Preise und Auszeichnungen bekommen.
Einige der Bücher hat er zusammen mit seiner Frau geschrieben (Märchenmond, Teufelchen)
Wolfgang Hohlbein legt großen Wert auf Kontakt mit seinen Lesern. So gibt er Buchlesungen. Leider konnte ich zu den beiden Buchlesungen hier in der Gegend nicht hin, da leider kein Urlaub.
Ansonsten hätte ich mir das nicht entgehen lassen.
Aber Bekannte, die dort waren, haben erzählt, das er nach der Lesung Fragen beantwortet hat. Nicht nur zu dem vorgelesenen Buch sondern auch zu anderen Büchern, die er geschrieben hat.
Auch mitgebrachte Bücher wurden signiert.
Auf einer dieser Lesungen hat er selbst gesagt, für Elfen und Trolle sei seine Frau zuständig.
Nun zu den Büchern:
Wolfgang Hohlbein hat wohl weit mehr als 100 Bücher geschrieben.
Hier alle aufzuzählen wäre also Wahnsinn.
Und alle, die jetzt aufschreien, weil gerade das Buch, das sie gelesen haben, nicht erwähnt wird: Bitte um Verzeihung!!!
Wolfgang Hohlbein hat auch schon Heftromane geschrieben. Bin mir nicht ganz sicher: ich meine, es wäre Perry Rodan gewesen.
Genauso hat er einige Bücher zu Star Gate, Indiana Jones, ein Buch zu den Kinderbüchern Pizza Bande und sogar (welch Frevel!) für Barbie.
Viele Bücher sind als Serien erschienen:
Kapitän Namos Kinder (11 Bücher)
Chronik der Unsterblichen (3 Bücher)
Charity (8 Bücher)
Enwor (11 Bücher)
und
das neueste Intruder mit 6 Büchern. Band 1 bis 5 sind schon erschienen, Band 6 erscheint im Februar 2003.
Es sind auch Bücher verfilmt worden, oder aus Filmen entstanden:
Die Eisprinzessin mit Katarina Witt
Saint Nick
Aufgefallen ist mir noch, das das Buch Katzenwinter eigentlich eine Fortsetzung des Buches Magog ist.
Ich habe zuerst Katzenwinter gelesen - und darin waren einige Anspielungen auf Handlungen aus Magog. Habe ich erst richtig verstanden, als ich
Magog gelesen habe. War mir allerdings vorher auch nicht bekannt!
Für absolute Hohlbein Fan´s, die gerne alle Bücher besitzen möchten, wird es schwer werden. Einige Bücher werden längst nicht mehr gedruckt.
Diese Ausgaben kann man nur noch gebraucht erwerben. (Kleiner Tipp: www.abebooks.de oder Amazon.de. Bei Amazon kann man auch gebrauchte Bücher von
Privat billiger bekommen).
Einige Bücher werden auch Neu aufgelegt - meistens mit anderen Titeln. Da kann man schon mal durcheinanderkommen - und denkt: oh ein neues Buch.
Als Beispiel:
Kapitän Nemos Kinder heiß in der Neuauflage Operation Nautilus.
Manche Einzelbände werden auch einfach zusammengefaßt und mit einem neuen Titel versehen:
zum Beispiel die Einzelbände Kevin von Locksley und der Ritter von Alexandria in einem neuen Buch mit dem Titel Kevins Reise.
Fazit:
Da ich das Glück habe schon viele Bücher von Wolfgang Hohlbein gelesen zu haben hier meine Meinung:
Spannend und fesselnd geschrieben sind eigentlich alle Bücher.
Die Bücher, die er zusammen mit seiner Frau geschrieben hat, haben mir persönlich am Besten gefallen (Märchenmond, Märchenmonds Kinder, Teufelchen, Elfentanz).
Die Bücher, die etwas mit Geschichte zu tun haben (Hagen von Tronje, Die Kinder von Troja), sind nicht so mein Fall.
Dazu gehört für mich auch die Enwor Reihe, die zwar spannend ist, aber nicht so meine Richtung.
Im Grunde kann man wohl sagen, es ist Fantasy vom Feinsten, die durch die Bücher von Wolfgang Hohlbein geboten wird.
Und wer noch mehr wissen möchte:
www.hohlbein.de dort kann man erschiene Bücher nachschauen - allerdings meiner Meinung nach keine vollständige Liste.
www.hohlbein-intruder.de zur neuen Buchreihe
Viel Spaß weiterhin beim Lesen
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-08 20:41:44 mit dem Titel Intruder 4 Tag - ein weiterer Albtraumtag
Die neue Buchreihe von Wolfgang Hohlbein heißt Intruder. Es sind schon 5 Bücher erschienen. Das letzte Buch wird im Februar erscheinen.
Die Reihe handelt von drei Freunden; Stefan, Frank und Mike. Sie wollen sich einen Jugendtraum, eine Reise durch die USA erfüllen.
Die Bücher Intruder 1 bis 6 beschreiben jeweils einen Tag dieser Reise. Die Eindrücke und Ereignisse sind aus der Sicht von Mike beschrieben.
Was in Band 1 bis drei passiert, wird in Band 4 am Anfang erklärt.
Habe jetzt endlich auch Intruder 4 gelesen. Hier mein Bericht:
Das Buch beginnt mit einem Rückblick Mikes:
Mike denkt an den Anfang ihrer Reise und die Ankunft in Phoenix. Dort begegnet ihnen eine Indianerfamilie, mit einem scheinbar behindertem Jungen.
Am ersten Tag besuchen sie ein Reservat mit einem Hogan. Dort spürt er etwas unerklärliches. Am Ende des ersten Tages überfährt er den Indianerjungen - verscheigt dies aber seinen Freunden.
Immer und immer wieder taucht diese Indianerfamilie auf. Dann wird ein Harley Davidson Ladenbesitzer getötet -
und die drei verschwinden, um nicht in Verdacht zu geraten. Mike hat immer wieder Visionen, die er nicht mehr Kontrollieren kann. In einer dieser Visionen erfährt er, er habe einen Wendigo
gereizt, der wolle ihn nun töten. Weiterhin finden sie pötzlich einen Skalp in den Satteltaschen und ein Indianerpärchen beginnt eine Schlägerei auf einem Motel Parkplatz. Dabei sagen sie ihm
sie verlangen 50.000 Dollar. Ein Harley Fahrer mit einer komplett verchromten Harley hilft Mike gegen die beiden Indianer.
Als Mike in die Wirklichkeit zurückfindet, ist er im Restaurant mit seinen Freunden. Diese haben beschlossen normal weiterzufahren.
Sie fahren zum Monument Valley zum Tourist Trail. Auf dem Weg dorthin sehen sie immer wieder den Harley Fahrer vor ihnen - die verchromte Harley glänzt in der Sonne.
Sie mieten einen Pick Up, um ein Indianerdorf in der Wüste zu besuchen. Dort treffen sie den Harley Fahrer, der sich ihnen als Mike Strong vorstellt. Er sagt ihnen, die Indianerfamilie würde mit dieser Tour (tote Kinder vor Autos zu werfen)
Kasse bei Touristen durch Erpressung machen. Er will die drei als Köder einsezten, um die Indianer zu bekommen.
Die drei Freunde fahren eine andere Route, weil sie Strong nicht trauen. Der Weg über den Paß bringt wieder viele Gefahren. Total erschöpft kommen sie am Motel an. Dort ist aber schon Strong im Zimmer. Er hat die Alte Indianerin gefesselt und
geknebelt. Als er sie durch Tritte mißhandelt, entsteht ein Schlägerei, bei der die Drei Strong nur mit Mühe überwältigen können. Sie befreien die Indianerin, die aber sofort durch die Tür flüchtet. Von draußen wird auf die Tür geschossen,
und nur durch Glück wird keiner verletzt.
Fazit:
Bisher waren alle 4 Bände sehr interssant geschrieben. Eine Mischung aus Fantasy und Wirklichkeit.
Es ist alles einfach so beschrieben, wie man sich einen Traumurlaub eben nicht vorstellt. Alles was schiefgehen kann, geht auch schief.
Wolfgang Hohlbein hat aus allen Klischees eine Superinteressante Geschichte gemacht. Ob es die Plastik-Restaurantausstattung, das Fast Food oder eben die Menschen sind. Der Harley Fahrer hat natürlich immer eine blitzsaubere Maschine, obwohl er
durch die Wüste brettert.
Bin schon auf den 5. und auf den 6 sehr gespannt.
Januar 2003
Auch erschienen bei ciao
----- Zusammengeführt, Beitrag vom 2003-01-28 21:07:58 mit dem Titel Wolfgang Hohlbein Intruder 5. Tag
Möchte heute über den 5. Band der neuen Buchreihe von Wolfgang Hohlbein berichten.
Sie heißt Intruder.
Zur Buchreihe selbst:
Intruder 1. Tag ist im September 2002 erschienen - und seitdem erscheint jeden Monat ein neues
Buch. 6 Bücher sollen es werden. Der 6. Band soll im Februar 2003 erscheinen.
Kurze Vorgeschichte der ersten 4 Bände Intruder 1 bis 4 Tag:
1. Tag
Die drei Freunde Stefan, Mike und Frank wollen sich den Jugendtraum einer USA Reise erfüllen.
Aber von Anfang an geht alles schief.
Statt der eigentlich bestellten Harleys bekommen sie nur Suzuki´s: 3 gleiche Intruder (Intruder bedeutet übersetzt Eindringling).
Ihnen begegnet eine Indianerfamilie, die sie regelrecht verfolgt. In einem Reservat fühlt Mike in einem Hogan etwas
Böses. Der erste Tag endet mit einem Unfall, dessen Ausmaß Mike seinen Freunden verschweigt.
2. Tag
Ein Harley Ladenbesitzer wird ermordet. Sie ändern ihre Route, da sie Angst haben, die Cops könnten sie wegen dem
Mord suchen. Mike benimmt sich sehr sonderbar, weil er den Freunden verschweigt, das er Visionen hat.
Sie finden in einer Satteltasche einen Skalp - und Mike wird von dem Indianerpaar verprügelt. Sie verlangen Geld von Mike.
Ein Motorradfahrer mit einer chromfunkelnden Harley kommt ihm zur Hilfe.
3. Tag
Nun endlich werden die Freunde eingeweiht was mit dem Unfall am ersten Tag wirklich war.
In einem Indianerdorf in der Wüste treffen sie ihn wieder. Er erzählt ihnen, sein Name sei Mike Strong. Er wüßte, das
die Indianerfamilie Touristen erpressen. Er wolle die drei Freunde als Köder - um die Indianer zu fangen.
4. Tag
Die drei trauen Strong aber nicht - und ändern wieder ihre Route. Als sie nach einer wahren Tortur durch Schnee in einem
Motel ankommen, wartet dort schon Strong auf sie.
Strong hat die alte Indianerin gefesselt, geknebelt und mißhandelt sie. Die drei Freunde beginnen eine Schlägerei mit Strong
in der sie ihn überwältigen können. Die Indianerin flieht - und jemand schießt auf die Hütte.
Intruder 5. Tag ISBN 3-404-14804-5 2,90 Euro
Die Indianerfamilie schießt immer noch auf das Haus. Als der Indianer mit einer weißen Fahne wedelt, spricht Frank mit dem
Indianer. Er verlangt die Herausgabe von Strong. Das wollen die drei nicht - und werden weiter beschossen. Die Scheiben sind
schon kaputt - und draußen liegt Schnee und der Wind ist eisig. Sie nehmen Strong die Fesseln ab, weil sie erkennen, das sie ohne
ihn keine Chance haben. Endlich glauben sie Hilfe zu bekommen - ein Schneepflug taucht auf. Aber der Fahrer wird von dem Indianer
einfach erschossen - und dann wird das Haus von der Indianerin mit dem Schneepflug einfach platt gemacht. Strong erschießt die
Indianerin. Nun will Strong die Indianer ablenken, um den Dreien die Gelegenheit zu geben zu fliehen. Bei diesem Ablenkungsmanöver
soll Mike ihm helfen. Sie wollen den Van der Indianer fahruntauglich machen - und Mike soll die Augen offen halten. Aber Mike paßt
nicht auf - und das Indianerpaar taucht auf. Strong schießt auf beide und wird auch getroffen.
Mike gerät in Panik und eilt zurück zu seinen Freunden. Sie fahren los und werden nach einiger Zeit von Cops gestoppt und verhaftet.
Mike kann aus seiner Zelle fliehen. Er will seine Freunde befreien. Da macht er eine unglaubliche Entdeckung ................
Meine Meinung:
Die Geschichte ist von Anfang an spannend geschrieben. Der Umgang der Freunde miteinander - die ganze Story ist einfach glaubwürdig geschrieben.
Die Freunde haben allerdings regelrecht das Pech an den Füssen kleben. Und sie machen es sich gegenseitig auch nicht leicht. Keiner von
ihnen will sich richtig helfen lassen - irgendwie versucht jeder allein klarzukommen.
Es ist eine Mischung aus wirklichem Leben und Fantasy. Alle Klischees werden bestens bedient: Der Harley Ladenbesitzer ist natürlich dick,
hat lange Haare, einen Bart und raucht eine Zigarette nach der anderen, die Restaurant-Ausstattungen sind alle aus Plastik und vieles mehr.
Meiner Meinung nach eine gelungene Geschichte, die man wirklich empfehlen kann !
Ich warte auf Band 6 und endlich die Auflösung! weiterlesen schließen -
Das letzte Opfer von Petra Hammesfahr
Pro:
-
Kontra:
-
Empfehlung:
Ja
Zu Weihnachten habe ich wieder mal ein paar Bücher geschenkt bekommen. Besonders erwähnenswert ist der Roman „Das letzte Opfer“ von Petra Hammesfahr, einer Autorin von der ich bis dahin noch nichts gehört hatte.
Über die Autorin selbst weiß ich nun, dass sie 1951 geboren wurde und mit 17 Jahren ihren ersten Roman geschrieben hat. Durch das Buch „Der stille Herr Genardy“ kam der erste große Erfolg. Außerdem veröffentlichte sie zahlreiche Kriminalromane, die inzwischen eine Gesamtauflage von mehr als eine Million Exemplare erreicht haben.
Bekannte Bücher sind unter anderem „ Die Sünderin“, „Die Mutter“ und der „Puppengräber“. Die Autorin lebt in der Nähe von Köln.
Das letzte Opfer nun hatte seine Erstauflage im Juli 2002 und wurde vom Rowohlt Verlag GmbH veröffentlicht. Ganz genau weiß ich den Preis jetzt nicht, weil ich das Buch ja wie bereits erwähnt, zu Weihnachten bekommen habe. Ich denke jedoch, dass man mindestens mit 18,-- bis 20,-- Euro rechnen muss.
Das Buch handelt um einen Fallanalytiker beim BKA, Thomas Scheib, der auf den Spuren eines Serienmörders ist. Die Taten des Serienmörders weisen ein gleich bleibendes Muster auf: Jedes zweite Jahr genau am 14. September verschwindet eine junge Frau. Die Theorien des Thomas Scheib werden zunächst jedoch nicht ernst genommen.
Drei Tote wurden bereits gefunden, fünf weitere gelten zum 14. September jedoch als vermisst. In einem Jahr weist die unheimliche Mordserie jedoch eine Lücke auf. 1990 gibt es weder ein Opfer noch einen Vermisstenfall..
Am 14. September 1990 tötete die junge Karen bei einem Autounfall einen Fahrradfahrer. Über diesen Vorfall weiß sie jedoch nichts genaues mehr. Ihr Mann, einziger Zeuge des Unfalls, kümmert sich jedoch liebevoll um sie. Eines Tages steht die Polizei vor ihrer Tür und hält ihren Mann für einen Mörder.
Karen kann sich dies überhaupt nicht vorstellen. Aber auch ihr Bruder gerät in den Kreis der Verdächtigen. Auch er hat sich im September alles 2 Jahre alleine in Urlaub befunden.
Dieser Thriller ist sicher einer der Spitzenklasse. Spannend bis zum Ende legt man das Buch nur ungern zur Seite. Die psychologischen Hintergründe, die durch den tragischen Unfall entstanden sind, werden mit Hilfe eines Psychologen gründlich durchleuchtet. Allerdings ist meiner Meinung nach ein bischen zuwenig auf die Psyche des Serienmörders eingegangen worden
Trotzdem würde ich dieses Buch unbedingt empfehlen und ich werde mir sicherlich von dieser Autorin noch weiteres Lesematerial besorgen. weiterlesen schließen
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